[USS-Hephaistos] Durch die Steppe

Dann schicken wir mal die erste Gruppe los. Erstmal etwas Exposition. Wer mag darf den Reisenden gerne Steine oder andere Dinge in den Weg legen 😉

Grüße, Johannes

<RPG>
# Ort: Nisida-Steppe, Thassos IV
# Zeit: MD 8.0700
Ein leichter Wind ging über die Ebene. Die Temperaturen waren warm und angenehm. Noch. Die Sonne Thyenes hatte schon mit dem langen Aufstieg zum Zenit begonnen. Glutrote Sonnenstrahlen warfen lange Schatten über die karge Landschaft, die verkrüppelten, stacheligen Büsche und die staubigen Steinbrocken, die überall verstreut lagen. Unwirtlich und abweisend, war die Nisida-Steppe ein selten besuchter Ort. Die wenigen Pfade, die hineinführten, wurden immer unwegsamer und überwucherter, bis sie unmerklich gänzlich verschwanden.
Um so ungewöhnlicher war die große Staubwolke, die sich ins Innere der Steppe bewegte. Langsam näherte sie sich, bis schließlich die Verursacher erkennbar wurden. Es handelte sich um eine Gruppe seltsamer Reitechsen und ebenso seltsamer Reiter. Acht Personen waren es insgesamt, die auf großen zweibeinigen Theropoden den Weg in die Wildnis antraten. Hinterdrein trotteten an langen Seilen zwei Triceratops, die mit allerlei Gerät beladen waren und nahezu die Größe von Elefanten erreichten. Sie waren für einen guten Teil der Staubwolke verantwortlich.
Selbst für Laien war erkennbar, dass die meisten Personen aus der Gruppe keine geübten Reiter waren. Doch die traditionellen Regeln verlangten, dass die Quest zu Fuß bestritten wurde. Zum Glück bestimmten die Regeln nicht, ob es die eigenen Füße sein mussten, sonst wäre die Reise wohl noch beschwerlicher.
Waren die Reiter zunächst noch einem der Pfade gefolgt, so wurden sie nun langsamer, da der Weg allmählich in der kargen Steppenlandschaft aufging. Der Staub legte sich etwas, und so konnte man zwei Frauen in edlen Kikonenkleidern erkennen, die voranritten. Ihre Brusttücher und Lederröcke waren makellos, dafür sorgten die einfachen Körperschilde, die sie als Teil der Ausrüstung erhalten hatten. Das geschulte Auge erkannte sofort, dass die beiden Frauen vom Rang her ebenbürtig waren, und über den anderen Gruppenmitgliedern standen. Eine von ihnen war folglich die Anführerin der Gruppe.
„Wir sollten weiter nach Westen reiten“, stellte Claudia entschlossen fest. „Das Gebirge wird nicht zu verfehlen sein.“
„Der Weg führt nach Westen, ins Gebirge“, stellte Kalokairi Kataigida entschlossen fest. „Wir sollten…“
Die beiden Frauen sahen sich an, maßen sich stumm mit Blicken. Claudia nickte der Wirtschaftsministerin zu, dass sie fortfahren sollte.
„Wir sollten nicht zu schnell reiten. Es gibt hier sicher tückische Felslöcher und Geröllbrocken, über die unsere Reitechsen stolpern könnten.“
„Wir müssen aber auch zusehen dass wir vor Anbruch der Nacht eine sichere Bleibe gefunden haben“, ergänzte Claudia.
Wieder musterten sie die jeweils andere. Dann sprachen sie gleichzeitig: „Weiter!“
Langsam setzte sich der Trupp wieder in Bewegung und suchte einen sicheren Pfad zwischen den Büschen und Felsen hindurch. Die Schatten wurden allmählich kürzer, und die Sonne begann bereits unangenehm zu werden.
Zwischen den dichtstehenden Büschen war der Pfad für die Reittiere recht schmal, so dass sie bald gezwungen waren, im Gänsemarsch zu reiten. Beim Einfädeln rasselten Claudia und Kataigida beinahe zusammen, bevor Claudia in letzter Sekunde etwas an den Zügeln zog und sich hinter der Ministerin einreihte.
Ihr nach folgten Dak Arouraia atto Tyre und hinter ihr Nikolaj Enovo. Die eintönige Landschaft ignorierend (die würden sie wohl noch lange genug sehen), betrachtete er den breiten Rücken der massigen Kikonin und sann über seinen ersten Eindruck von ihr nach.
— früher am Morgen —
„Als zweite Person für Ihre Gruppe haben wir Dak Arouraia atto Tyre bestimmt.“
Morgens waren sie alle ein letztes Mal zusammengekommen, um das Geleitwort der Prinkipax zu empfangen und ihre kikonischen Kameraden erstmals kennen zu lernen. Von wenigen explizit benannten Questteilnehmern abgesehen, hatten die Kikonen einen größeren Pool an Personen zusammengestellt und unter diesen dann per Losverfahren ausgewählt. Dak Arouraia war die zweite Kikonin für das Lava-Team. Sie war groß und durchtrainiert und wäre anderswo, in anderer Kleidung auch ohne weiteres als Mann durchgegangen. Ihre Haare waren kurzgeschoren und an ihren Armen, Beinen und auch überall sonst spielten beeindruckende Muskeln. An der Art, wie sie nun nach vorne zur Herrscherin ging, erkannte man sofort, dass sie irgendeine Art von Kampfsport betreiben musste.
„Danke“, sagte sie mit überraschend höflicher und freundlicher Stimme. „Es ist eine große Ehre für mich, für die Queste auserwählt zu sein. Mein Schwert soll Thyene dienen.“
Sie machte eine formvollendete Verbeugung vor der Prinkipax. Ein leichtes Raunen lief durch die Anwesenden, beinahe ehrfürchtig, während sie sich zu Claudias Gruppe gesellte, der sich zuvor schon Kalokairi Kataigida atto Glastria zugesellt hatte.
— in der Steppe —
Wie Nikolaj später erfuhr, diente Dak Arouraia ihrer Heimat nicht nur mit dem Schwert, sondern auch mit Lanze, Bogen, Armbrust und einem Dutzend weiterer Waffengattungen. Auch die Vermutung mit dem Kampfsport stellte sich natürlich als richtig heraus. Die vorab verteilten Warnungen, nicht zu neugierig zu sein, waren unnötig, denn die Kikonin schien gern und ausdauernd über diese Themen zu erzählen. Sie war sowohl körperlich als auch geistig eine ehrenhafte Kriegerin durch und durch. Mit seinen empathischen Sinnen spürte er, dass sie ihre Ehrenschwüre sehr ernst meinte. Sollten sie in einen Kampf verwickelt werden, so wäre Dak Arouraia wohl das eine Mitglied ihrer Gruppe, auf das er sich hundertprozentig verlassen würde.
Und dennoch…  war da etwas. Er bekam es nicht zu fassen. Wie ein leichter Juckreiz, den man nicht lokalisieren kann, und der einen dennoch nach und nach in den Wahnsinn treiben konnte. Vielleicht war es Einbildung. Doch er hatte das Gefühl, das da noch irgendetwas war. Irgendetwas, das die kikonische Kriegerin sorgfältig verbarg. Er betrachtete sie und sann darüber nach.
— früher am Morgen —
„… Unsere Gäste haben uns erzählt, dass es in ihrer Kultur nicht unüblich ist, dass Männer auch Aufgaben übernehmen die wir eher einer Frau auferlegen würden. Die Questen dienen der Freundschaft und dem gegenseitigen Verständnis. Deswegen haben wir nach reiflicher Überlegung beschlossen, die Traditionen großzügig auszulegen und in jeder Gruppe *zwei* Männer aufzustellen, wie es auch unsere Gäste getan haben.“
Als die Prinkipax dies verkündet hatte entstand wieder eine leichte Unruhe in der Zuhörerschaft. Diesmal ließ es durchaus gemischte Reaktionen erkennen. Die Herrscherin ließ jedoch keine Gelegenheit für potentiell kritische Wortmeldungen entstehen und fuhr sofort fort:
„Für die Reise zum Kerbas-Berg ist der dritte Teilnehmer der bekannte Dichter und Sänger Dynatos Istorios Tragodistis atto Turena. Möge er die Fahrt in angemessene Worte kleiden.“
Das schien die Gemüter wieder etwas zu beruhigen. Ein gutaussehender, relativ junger Mann trat nach vorn. Er winkte lächelnd, offensichtlich an Auftritte vor Publikum gewöhnt. Anschließend trat er den Weg zu Claudias Gruppe an. Mit einer ganz unkikonischen Neugier musterte er die Besucher aus dem Weltraum. Vor allem an der rothaarigen Trish blieb sein Blick auffällig haften.
— in der Steppe —
Nun ritt Dynatos Istorios hinter der exotischen Schönheit. Die einfache Tunika kündete von einem eher bürgerlichen Rang, doch was kümmerte ihn das. Sie war einfach die faszinierendste Frau, die er jemals getroffen hatte. Leider war sie bisher eher schüchtern gewesen, besonders ab dem Moment wo sie sich auf das Reiten konzentrieren musste. Doch er würde sie schon zum Reden und Singen bringen, so wahr er Dynatos Istorios war, der beste Sänger von Turena. (In seiner eigenen Vorstellung jedenfalls). Er hoffte darauf dass das Buschwerk etwas lichter werden würde, so dass sie nebeneinander reiten konnten. Bis dahin musste er sich wohl mit Trishs Anblick von hinten begnügen. Allein darüber hatte er schon drei verschiedene Gedichte in Arbeit, die er heute abend unbedingt zu Papier bringen musste.
Den Abschluss bildeten ein weiterer Kikone um die 50, der ihnen als Gete Pararthma Sithon atto Myzen vorgestellt worden war, sowie John Geary. Sie mussten zwangsläufig nebeneinander reiten, denn jeder von ihnen hatte eines der Lasttiere an der Leine. Das bedeutete, dass sie etwas langsamer vorankamen, denn jeder musste seinen eigenen Weg suchen. Wann immer es möglich war gaben sie ihren Theropoden die Sporen, um die Distanz zu den anderen sechsen wieder etwas zu verkürzen. Glücklicherweise pflügten die Triceratops mehr oder weniger von allein hinter ihnen durch das Gelände und scherten sich nicht sonderlich um Büsche oder Geröll. Die Leinen hingen lose durch und behinderten die Reiter nicht weiter.
Zwischen den Sprints wäre ein Gespräch, im Gegensatz zum Rest der Gruppe, möglich gewesen. Jedoch hatte Pararthma Sithon sich als ausgesprochen wortkarg erwiesen. Alles was keine direkte Antwort erforderte, ignorierte er weitestgehend, oder quittierte den Empfang maximal mit einem Nicken. Fragen beantwortete er mit der geringstmöglichen Anzahl an Worten. („Und, was machen Sie so?“ – „Silberschmied.“). Darüber hinaus hatte John auch noch die Warnungen von Dak Arouraia im Ohr, dass auch in dieser scheinbar leblosen Gegend Gefahren wie beispielsweise giftige Fluginsekten oder aggressive Tiere lauern konnten, und so war seine Aufmerksamkeit sowieso zu einem gewissen Maß der Umgebung vorbehalten.
So ritten sie geraume Zeit schweigend dahin. Alle Erinnerungen an den kühlen Morgen waren schon lange in der Glut der Sonne geschmolzen. Für die Föderationsleute war es zumindest etwas beruhigend, dass die Kikonen ganz genau so wie sie schwitzten. Irgendwann wurde auch das Buschwerk nach und nach lichter, wodurch die Landschaft noch trostloser wurde. In alle Richtungen erstreckte sich die Nisida-Steppe nun scheinbar endlos bis zum Horizont. Man konnte fast meinen, dass sie überhaupt nicht mehr von der Stelle kamen, denn alles sah gleich aus. Sie hätten nun nebeneinander reiten können, doch die Hitze lähmte die Initative, und so trotteten sie in der bisherigen Marschordnung weiter.
Es war gegen Mittag, als fast gerade voraus eine Erhebung am Horizont erschien. Es dauerte noch einige Minuten, dann entpuppte sie sich als ein ungewöhnlich großer, markanter Felsbrocken, der vielleicht noch zwanzig Reitminuten entfernt war. Einige Nadelgewächse waren auf der Oberseite zu sehen. Kalokairi Kataigida zügelte ihre Reitechse und ließ den Rest der Gruppe aufschließen.
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# Ort: Nisida-Steppe, Thassos IV
# Zeit: MD 8.0700
Die Lava-Gruppe bricht auf. Zunächst gilt es, auf Dinos reitend eine karge wüstenartige Steppe zu durchqueren. Claudia, Nikolaj, Trish und John werden von vier Kikonen begleitet:
     – Kalokairi Kataigida atto Glastria, die Wirtschaftsministerin
     – Dak Arouraia atto Tyre, eine erfahrene, ehrenhafte Kikonenkriegerin
     – Dynatos Istorios Tragodistis atto Turena, Dichter und Sänger
     – Gete Pararthma Sithon atto Myzen, Silberschmied
     
<NRPG: habe es so gedacht dass Dak Arouraia eine Agentin der Prinkipax Crobyzes ist. Das kann aber auch noch umgebogen werden. >
</SUM>
**submitted by
Nessy
aka Lt. Fabien LaGroille