Örtlichkeiten an Bord

Geistiges und Spirituelles Wohl

Religiöses Zentrum

Das religiöse Zentrum auf Deck 09 ist ein Bereich, der für die persönliche Glaubenspflege und Ausübung religiöser Praktiken reserviert ist. Es gibt drei Säle, die von den Glaubensgemeinschaften an Bord in Absprache genutzt werden können und ökumenisch geweiht sind, sowie einige verschließbare Nische, die auch ohne Anmeldung für die persönliche Andacht genutzt werden können. Das friedliche Nebeneinander aller an Bord befindlichen Glaubensrichtungen wird hier groß geschrieben und gelebt.

Die Glyphen von Deck 28

In einem der wenig betretenen Gang-Abschnitte auf Deck 28 kommt es zweimal täglich zu einem besonderen Schauspiel: Kurz nach Mittag und kurz nach Mitternacht erscheinen jeweils Schriftzeichen von unterschiedlichen Völkern an den Wänden. Dazu spielt Musik.

Auf den Gangwänden erschienen Schriftzeichen – Terranische, Vulkanische, ja sogar klingonische waren darunter. Dazwischen fanden sich kleine Punkte. Olivia trat näher an eine der Wände und las still ‚Corazon McLachlan‘. Streichinstrumente erklangen, Hörner übertönten diese fast. Olivia sah sich weiter staunend um. Auf einer anderen Wand erschien ‚Li Mai Yang‘. Weitere Schriftzeichen tauchten auf, verschwanden wieder um wieder neuen Platz zu machen. Olivia konnte gar nicht so schnell lesen wie um sie herum Worte entstanden und verschwanden. Sie drehte sich um sich selbst, als der Gang in verschiedene Farbschattierungen getaucht wurde, Vor Ihren Augen schwebte ‚Arnold Forteque‘ vorbei während ein Frauenchor anfing leicht disharmonisch zu singen? Die Musik endete in einem Finale, doch die herumschwebenden Buchstaben endeten nicht sondern froren nur kurz ein, ehe nach einer kurzen Tonpause Blechbläser ertönten. Ein musikalisches Flirren lag in der Luft und die Buchstaben tanzten erneut über die Wände. ‚Giko Tanaka‘ raste auf Olivia zu und durch sie hindurch. Als sich die CNS umdrehte, sah sie noch, wie die Worte direkt neben ‚Rashwadaparadri‘ landeten ehe sie verblassten.

Aus dem RPG „Ostereier“

Wer dies eingerichtet hat – und warum – ist noch unbekannt und eines der Rätsel des Schiffs.

Entspannung & Freizeit

Das Aboretum

Decks 09 – 11

Es war wie auf einem Holodeck. Eben noch auf den sterilen Gängen der Galathea unterwegs, öffnete sich vor Grwydro zischend die schwere Tür zum Arboretum. Und dahinter offenbarte sich eine grüne Oase. Schon am Eingang gab die Laubbaumtreillage etwas fürs Auge her. Am Ende des grünen Ganges bemerkte er einen kleinen gemauerten Pavillon im Stile der europäischen Architektur des 18ten Jahrhunderts, umgeben von kleinen, verzierten Springbrunnen und wohlgeschnittenen mini-Tannen. Das war wahrlich etwas fürs Auge. Grwydro war zum ersten mal im Arboretum, hätte er dieses Antlitz geahnt, er wäre viel früher gekommen. Langsam schlenderte er vor sich und begutachtete die Grünflächen um sich. Ein Blick nach oben verriet ihm, dass hier sogar ein echter Himmel projiziert wurde, der vermutlich zu gewissen Uhrzeiten auch zum Nachtbetrieb umgestellt wurde. Machte Sinn, um so für die Bäume realistische Verhältnisse zu simulieren. Er vernahm sogar etwas Vogelgezwitscher. Die Botaniker hier hatten ganze Arbeit verrichtet.

— aus #33 The Symbiont has landed

Grinste er. „aber… wie schön ist denn dieser Ort? Ich habe mein Quartier ja nahe den Hydroponischen Gärten, dort ist es ja schon schön, aber das hier? Ich bin… überwältigt.“
„Nicht wahr? Ich war auch überrascht, als ich das erste mal sah, dass die Galathea ein grünes Herz hat.“
„Ich bin begeistert! Ist das da nicht eine Mandschurische Linde?“
„Mandschurische, Mongolische… weiter hinten habe ich auch Winter-Linde und Miquelslinden gesehen. Das Arboretum ist recht groß geraten, es hat auch seine Strauchecken und im westlichen Bereich pflanzen sie sogar einen kleinen Irrgarten. Das wahre Highlight sind für mich aber die kleinen Zwergwachteln, die hier ab und an über den Kiesweg hüpfen.“ 

— aus #33 The Symbiont has landed

Essen & Trinken

Café Seepferdchen

Deck 09

Auf dem Familiendeck liegt dieses gemütliche Café, in dem durch holographische Projektion der Eindruck erweckt wird, man sitze auf einer Terrasse am Meer.

Vor Allem bei Kindern beliebt ist das große Aquarium, in dem namensgebende Seepferdchen gehalten werden.

Die Speisekarte umfasst eine große Auswahl von Café-, Tee- und Schokoladenspezialitäten unterschiedlicher Planeten, sowie verschiedene Kuchen, Torten und Törtchen. Wer es lieber etwas deftiger mag kann auch auf die kleine Imbisskarte zurückgreifen. Außerdem werden Fruchtsäfte, Limonaden und einige wenige Cocktails serviert.

Anushs Stehcafé

Deck 09

Ein armenischer Imbiss auf dem Familiendeck, der einem Quartier angegliedert ist. Hier treffen sich viele Crewmitglieder auf einen Tee zum Plausch, essen eines der Tagesgerichte und entspannen kurz vom Alltag.

 

Lounge & Bar „NikoBar“ 

Deck 10

Die „NikoBar“ auf dem Freizeitdeck pflegt einen indischen Insel-Flair, mit viel Holz und bunten Stoffen.

Im Bar-Bereich sitzen die Gäste auf hohen Stühlen und Hockern an Tischen aus dunklem (repliziertem) Holz. Hier gibt es auch eine kleine Eckbühne, wo hin und wieder Musiker oder Kabarett-Künstler auftreten (so welche an Bord sind). Regelmäßig findet hier auch ein Karaoke-Abend statt. Neben alkoholischen und nichtalkoholischen Getränken werden hier vor allem indische und bengalische Speisen serviert, es gibt jedoch auch eine kleine Auswahl an Spezialitäten von Föderationswelten.

Der Loungebereich ist gemütlich mit Sesseln, Sofas und Chaiselongue sowie kleinen Tischen ausgestattet. Hier werden ausschließlich Getränke und, in einem speziellen Raucherbereich, auch Tabakwaren serviert.  

Boutique „Khaotrnab “ 

Deck 10

Diese kleine Boutique hat sich spezialisiert auf Kleidung aus Seide, seidenartigen Stoffen und Spitze. Neben diversen Stilen verschiedenster Erdkulturen, findet man hier auch intergalaktische Mode. 

VIP-Restaurant & Bar „Kopenhagen“

Deck 11

Das Diplomatendeck beherbergt das „Kopenhagen“, welches in der Regel nur in Betrieb ist, wenn auch entsprechende diplomatische Gäste an Bord sind. 

Das Interieur ist variabel gestaltet und mit zusätzlichen Holoprojektoren bestückt, um sich den besonderen Bedürfnissen seiner Gäste anzupassen. Dies gilt auch für die großzügige Profiküche, die auch in der Lage ist, frisch zubereitete Speisen vieler Spezies zu kochen.

In Standardkonfiguration erscheint das Kopenhagen als ein hochklassiges Restaurant, das auch in der namensgebenden dänischen Hauptstadt stehen könnte.

Quartiere

Hier ist Platz für spezifische Quartiersbeschreibungen der Wohnbereiche von SCs wie NSCs.

Lt. jg Srivani Mukherjee

Einzelquartier, Deck 02

Vani ging zu einem Sideboard in ihrem Quartier, entzündete einige Räucherstäbchen und steckte die schmalen Stäbe in eine Tonfigur. Die Figur war ein androgyner Körper in meditativer Haltung, sitzend auf einer runden Platte. Es war ein schlichtes Objekt, welches zwischen all den anderen dekorativen Gegenständen beinahe verschwand. Vanis Blick glitt über die Fotos ihrer Eltern und einiger Bilder aus ihrer Kindheit und Jugend auf Risa, auch Fotos nach bestandenen Prüfungen, welche Vani in Uniform zeigten waren auf dem Sideboard platziert. Dazwischen verteilt standen verschiedene Bronzefiguren der hinduistischen Religion, welche Geschenke ihres Vaters waren und ein Horga’hn. — RPG 109

Srivanis Quartier ist bunt und gemütlich eingerichtet. Der Flair Indiens ist hier sehr präsent, auch wenn das kundige Auge sehr viele risanische Eigenheiten erkennen wird.
Anstelle von Stühlen und Sofas findet man hier bunte Sitzkissen die zum gemütlichen Sitzen am Boden einladen. Zwischen den bunten Kissen befindet sich ein Tisch aus dunklem Holz mit hellen Inlays. Die übrigen Möbel im Raum sind ebenfalls aus dunklem Holz. Hier und da sind Bilder an den Wänden, Skulpturen auf Sideboards oder Kommoden, was auffällt ist das fehlen von Pflanzen.
Insgesamt wirkt die Einrichtung entspannend und fröhlich.

 

 

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Ensign Grwydro Aru

Einzelquartier, Deck 12

Er war froh, dass man seinem Wunsch eines Quartiers nahe der Hydroponischen Gärten nachkommen konnte. Und dennoch wies auch sein Zimmer eine ansehnliche Anzahl an Topfpflanzen auf. Diverse gornische Orchideen und telarianische Heckenkirschen zierten bereits die Regale und Kommoden, zudem stand neben dem Bett eine mehr als zwei Meter großer brasilianischer Flammenbaum, dem Grwydro bereits eine Lichterkette verpasst hatte. In dieser letzten Kiste befand sich nun noch weiterer Schmuck für den Feuerbaum sowie weitere Dekorationsgegenstände. Kurz blickte er die kleine Statue an. Eine Inkastatue. Jetzt nicht zwingend Brasilianisch, aber Peru war ja nun nicht weit entfernt. Zum Baum zumindest passte die Figur, welche die alte Inkagottheit Quaxotilukatopecec, den Herrn des wärmenden Feuers darstellte, zumindest hervorragend. Vermutlich, weil der faustgroße Rubin, die in die Stirn der Götterstatue eingelassen war fast die gleiche Farbe hatte wie die Blätter des Feuerbaums.  Wieder griff er in die Kiste. Nach einer Reihe kleinerer Dekoartikel und Bilderrahmen war er beim letzten Gegenstand angekommen. Mit skeptischem Blick zog er ein eigenartiges, aber harmonisch klimperndes Windspiel aus der Truhe.

„Woher habe ich das denn?“ stutzte er. Hatte ihm Pondox wieder ein Geschenk gemacht? Grwydro hielt es in die Höhe und fuhr über die Klangstäbe, die auf den ersten Blick aus Opal zu bestehen schienen. Der geradezu orgasmische Klang des Windspiels rief ihm alle Erinnerungen wieder zurück. Wie konnte er das nur vergessen. Er hielt das berühmte „Zaidimas“ in der Hand. Das Perlmutt schimmernde Material war eine Metalllegierung aus seltenen Materialien des Orias-Systems. Die beim Aufprall aufeinander entstehenden Schallwellen hatten eine solch eigenartige Frequenz, dass sie bei vielen Spezies – darunter auch Trills und Menschen – ein Gefühl völligen Glücks und Zufriedenheit auslöste. Als Orias von den Cardassianern erobert wurde, wurden die meisten dieser Windspiele zerstört, da sie viele Cardassianer abhängig machte und damit als „nicht zweckmäßige Droge“ verstanden wurde. Doch dieses eine Windspiel hatte überlebt. Aini Aru hatte das Windspiel als „Abschiedsgeschenk“ vom damaligen Botschafter Vorri’Yan erhalten. „Dies ist das Windspiel der Südlichen Eiskönige von Orias“ hatte Vorri’Yan ihr damals gesagt. „König Lojanta von Orias soll dafür sogar einen blutigen Krieg geführt haben. Es soll deins sein…. 

 

Dr. Tha‘Ron Par Keller

Einzelquartier, Deck 8

Während spätestens das silberne UMUK-Symbol neben der Eingangstür verrät, dass man sich im Quartier eines Vulkaniers befindet, findet man auch sonst mehrere Hinweise auf den Bewohner. Zum Beispiel, dass er es gerne warm hat, passt sich die Raumtemperatur bei Tha‘Rons Anwesenheit doch auf 302 Kelvin (28,8°C) an, während die Luftfeuchtigkeit runter geht, ohne an Sauerstoffgehalt einzubüßen.

Eine Wand des Quartiers ist auf ganzer Länge mit deckenhohen Regalen ausgestattet, in denen man vor allem viele Bücher findet, von denen nur einzelne ein PADD verbergen. Zwei Kal-toh und ein Pleenok teilen sich den Platz mit Go und Schach, während 3D-Schach fehlt. Auch sieht man in den Regalen silberne Metallmodelle von einem Typ 7 Shuttle, einer Excelsior und einer Nebula, letztere sogar mit verschiedenen Missionsmodulen. Das LCARS wurde von den Regalen umbaut, kann aber noch frei bedient werden, ein Altar für Shariel, den vulkanischen Totengott, samt einer alt wirkenden Statuette von diesem, ist eine weitere Besonderheit und häufig die Quelle für Kerzenschein und den Geruch verbrannter Kräuter.

Ansonsten befindet sich im „Wohnraum“ nur ein meist an die Wand hochgeklapptes „Bettsofa“ und in einer Ecke ein Holoemitter, das durchscheinende unstoffliche Hologramme erzeugt und häufig Sternensysteme oder Planeten und umgebende Monde in den Raum projeziert, während Tha‘Ron an ihnen arbeitet. Wenn Tha‘Ron im Zimmer ist, ist häufig sein persönliches vulkanisches PADD Central an den Emitter oder das LCARS angeschlossen.

Auch der Schlafbereich entspricht nicht mehr dem Standard, das Bett ist breit genug für zwei, darüber weitere Regalflächen für Bücher, ansonsten finden sich nur Kleiderschrank, Schreibtisch und ein dem Pilotensitz der Hopper nachempfundener Stuhl, den man drehen kann, so dass er neben dem Blick auf ein weiteres UMUK-Symbol eine Bildwand in Augenschein nehmen kann, die augenscheinlich schnell einrollbar ist.
Hier finden sich neben Bildern von Vulkan, der Erde und Betazed auch ein gezeichnetes Abbild Shariels, unter dem das Bild eines jungen Vulkaniers zu finden ist, der Tha‘Ron recht ähnlich sieht. Des Weiteren finden sich viele weitere Vulkanier (Und Halbvulkanier, falls man das unterscheiden kann), ein über achtzig Jahre alter Mensch und eine Betazoidin. Auf den ersten Blick sieht das Bild einer jungen Vulkanierin, die mit gezogenem Säbel in der Hand auf einer Sehlatkatze mit wehendem Haar grinsend durch die Wüste reitet, unwirklich aus, daneben sieht man die gleiche (Halb)Vulkanierin mit ordentlich gebundenem Haar in der Uniform einer Sternenflottenkadettin. Neben ihr findet sich ein vulkanischer Lieutenant Commander der Sternenflotte, daneben wiederum das einzige Bild, das Tha‘Ron selbst zeigt, wie er in Uniform der Sternenflotte von Offizieren der Sternenflotte umringt ist und offenbar den Rang eines Ensign trägt.
Seltsam unter den Bildern wirkt eine in Kristallquarz gefasste sandfarbene Strähne mit einer Schleife darin. Direkt darüber können aufmerksame Beobachter ein Bild der Hochzeit von Olivia Winterbottom, der Counselor der USS Galathea, erkennen. Häufig brennt auch hier eine der Kerzen, die man sonst am Sharielaltar findet, genau so häufig liegt auch hier der Geruch von Kräutern in der Luft.

Pflanzen oder Haustiere sucht man hier vergeblich, häufig trifft das auch auf den eigentlichen Bewohner zu, der einen Großteil seiner Zeit in der Stellarkartographie auf Deck 12 verbringt und den nur Regularien der Sternenflotte hindern, ganz dorthin zu ziehen.

 

Eroika Anthipopliarchix Menodora Nikitidis Selene atto Loutra

Einzelquartier, Deck 02

Was für ein Tag! Aber immerhin… Ihr Gepäck war auch da. Selene atmete erleichtert aus. Es gab zu viele – sicherlich ausgedachte – Geschichten von Gepäck, welches eigentlich von Myzen nach Crobyzes geschickt werden sollte, stattdessen aber in Itira angekommen war. Selene hatte nicht ernsthaft angenommen, dass so etwas hier passieren würde, aber irgendwo ganz tief in ihrem Hinterkopf hatte sie diese Möglichkeit doch befürchtet.
Nun, es war nicht so. Sie hatte schnell alle drei große Kisten geöffnet und erst einmal ihre Kleider sorgsam aufgehängt. Die Kabine, die sie bekommen hatte, war nicht sehr groß, doch das hatte sie auch nicht erwartet. Sie war ja nur eine junge Offizierin und nicht jedes Schiff hatte den Platz wie die großen Abwehrkreuzer der Anapuna-Klasse. Zufrieden musterte sie die Kleider. Der Stoff zog sich selbstständig glatt und Selene freute sich irgendwie schon darauf, sie hier stolz tragen zu können. Zumal sie jetzt durch ihren neuen Status als Eroika noch etwas mehr Haut zeigen durfte. Ein wenig gespannt war sie schon, wie die Frauen hier an Bord des Föderationsschiffes mit dem ausgesprochen schönen Namen Hephaistos wohl aussahen, wenn sie mal nicht ihre schlichte Uniform trugen. Die fand Selene wiederum ausgesprochen… naja, viel zu dick irgendwie. Als ob man einen Schutzanzug trug. Nur das Gesicht und die Hände blieben frei. So als ob sie zur untersten Schicht schlechthin gehörten. Fast wie diese Rebellen. Naja. Es waren eben Barbaren. Nett und ausgesprochen freundlich, aber dennoch.

Sie bückte sich herunter um den Altar auszupacken, den ihr die Agia Mitera, die Hohepriesterin Aletheias geschenkt hatte und fiel dabei beinahe hintenüber. Himmel, die Gravitation auf diesem Schiff war genauso niedrig wie der Luftdruck. Sie musste echt aufpassen, sich nicht gleich am ersten Tag eine Beule zu holen. Vielleicht sollte sie ihren Schirmfeldgenerator aktivieren. Das half zwar nicht gegen die Gravitation, verhinderte aber, dass sie sich stieß. Allerdings wäre das auch ziemlich unhöflich.
Andererseits war es auch recht kühl hier an Bord. Und das Schirmfeld konnte auch Wärme erzeugen.
Hmm. Wärme…
Selene richtete sich auf und sagte mit Befehlsstimme: „Computer!“
Das war ein Föderationswort, wohl das wichtigste überhaupt.

*pling* machte es zur Bestätigung. Immerhin hatte der Computer sie tatsächlich verstanden. Also war zumindest dieses in Föderationsstandard gesprochene Wort verständlich gewesen.

Jetzt wurde es spannend. Würde der Computer sie verstehen, wenn sie Dako sprach, ihre eigene kikonische Sprache?
„Computer, erhöhe die Raumtemperatur um zehn Prozent.“ Das sollte ein vernünftiger Wert sein. Denn von den aktuellen Wertetabellen der Föderation hatte sie noch keine Vorstellung.

Ein erneutes *Pling* bestätigte ihren Befehl. Jetzt war Selene ebenso beeindruckt wie erleichtert. Der Bordcomputer der Hephaistos hatte also Zugriff auf die Übersetzungsmatrix.
*Ihre Eingabesprache wurde als ‚Dako‘ erkannt* gab der Computer dann aus.
*Soll ‚Dako‘ für Sie als Standardsprache festgelegt werden?*

Oh. Das war beeindruckend. Wenn allerdings auch furchtbar akzentuiert. Kurz überlegte Selene. Eigentlich hatte sie sich ja vorgenommen, so schnell als möglich die Föderatiosstandardsprache zu lernen, doch… das konnte sie ja immer noch. Und dann vielleicht mit einem entsprechenden Lernprogramm. So war es jedenfalls erst einmal sehr viel leichter.
Also erwiderte sie: „Ja. Bitte mach das so.“

*Verstanden. ‚Dako‘ wurde für Sie als Standardsprache in Ein- und Ausgabe sowohl für Schrift als auch Sprache festgelegt. Sie können dies jederzeit wieder ändern.*

„Danke!“ das war ja mal ein höflicher Computer. Selene lächelte.
Der Akzent allerdings… Selene fragte sich, welche Wortfetzen die Föderation wohl als Grundlage für ihre Übersetzungsmatrix gewählt hatte. Wahrscheinlich kikonische Unterhaltungsmedien, die planetenweit drahtlos ausgestrahlt wurden und auch an die anderen Welten oder Schiffe des Reiches gesendet wurden.
Vielleicht sollte sie doch besser ihre eigene Übersetzungseinrichtung nutzen. Die konnte sie wenigstens fehlerfrei verstehen. Doch dann fiel ihr ein, dass ihre Leute ja noch viel weniger Grundlagenmaterial für eine Übersetzungsmatrix hatten als die Föderation. Wohlmöglich war die Sprachausgabe ihres Translators noch viel furchtbarer zu verstehen. Wahrscheinlich war es besser, die föderierte Matrix zu nutzen. Aber sie würde ihre eigene zumindest mithören lassen. So würde sie von Tag zu Tag besser werden. Die Daten konnte sie dann nach Hause senden, damit ihre Leute davon profitieren konnten.

Etwa eine halbe Stunde später hatte sie alles eingeräumt. Ihr Altar war aufgestellt aber nicht aktiviert und alles andere war eingeräumt. Der Computer war dabei eine immense Hilfe gewesen und Selene fragte sich, ob sie wohl zu viel Rechenleistung für sich in Anspruch genommen hatte. Und ob sich jetzt jemand köstlich amüsierte, wenn er das Protokoll ihrer Aktivitäten las. Dass sie Hilfe durch den Computer brauchte um die Schränke zu öffnen. Jedenfalls das erste Mal. Aber woher sollte sie auch wissen, dass die Schranktüren ein Touchpanel waren, welches bei der ersten Nutzung auf ihre Fingerabdrücke bzw. ihrer Körpertemperatur oder was auch immer geeicht werden mussten. Egal. Ihre Kleider hingen glatt im Schrank und ihre Sandalen standen hübsch aufgereiht darunter.
Sie hatte auch vier Uniformen dabei. Drei davon waren die Tuch-Varianten. Eine davon trug sie gerade, die anderen beiden hatte sie in die Regale gelegt. Auf die Hartschalen-Panzer hätte sie gern verzichtet, wusste aber, dass es Situationen gab, in denen diese Körperpanzer einfach angemessen waren. Sie nützten zwar überhaupt nichts und sahen, wie sie fand, peinlich aus. Außerdem waren sie sich unbequem.
Die zusätzlich versiegelte Kiste mit der Froura-Ausrüstung hatte sie, so wie sie war, in einem anderen Schrank verstaut. In schweren Waffen wollte sie jetzt nicht herumlaufen. Vielleicht, so überlegte sie, sollte sie die Armbänder tragen. Damit wäre sie zumindest geschützt du bewaffnet ohne allzu martialisch zu wirken. Nun, sie würde es sich überlegen. Sie war ja hier nicht in Gefahr.
Nett war, dass sie die gesamte Schrankfläche in eine Spiegelfläche verwandeln konnte. Selene war schon ein wenig selbstverliebt, legte aber auch Wert auf ein gutes Aussehen und kontrollierte sich dabei eben gern im Spiegel. So auch jetzt. Sie schaute sich an, drehte sich einmal halb nach links und zurück, dann schob sie den Dachtylidi, den Ehrenring welcher den Stoff des Peril zusammenhielt so weit herunter, dass ihre Brüste frei lagen. Das gefiel ihr gut. Als Eroika durfte sie so auftreten und es unterstrich auch ihre gesellschaftliche Stellung. Ob sie nun unter Barbaren lebte oder nicht. Sie fühlte sich gut so.

Selene deaktivierte den Spiegel wieder und sah sich um. Im Grunde war sie fertig. Kurz überlegte sie, ob sie das Bad einmal ausprobieren sollte. Die sanitären Einrichtungen waren gut und unterschieden sich kaum von den kikonischen, was natürlich auf die nahe körperliche Verwandtschaft zurückzuführen war. Ein wenig bedauerte sie, dass es nur eine Dusche gab und keine Badewanne. Nun, vielleicht gab es ja ein Schwimmbad an Bord des Schiffes. Sie konnte ja einmal danach fragen. Ansonsten musste sie eben mit dem Vorlieb nehmen was es gab.
Die Idee mit dem Bad verwarf sie dann doch wieder. Lieber wollte sie der Göttin für die gute Ankunft danken. Göttlichen Segen durfte man nicht für Selbstverständlich erachten. Also öffnete Selene den kleinen hölzernen Schreinkoffer und klappte ihn auf.
Obenauf lag eine kleine Decke, wie es schien. Doch als sie diese näher betrachtete, stellte Selene fest, dass es sich dabei doch um eine Art Umhang handelte. Mit einer Kapuze. Er war aus Brokat und wundervoll bestickt. Und konnte mit einer Kette vorn verschlossen werden. Das war ein Akrotiri, ein Gebetscape, welches die Betende trug, um sich selbst vor der Göttin zu erniedrigen. Selene war hingerissen. Sie legte das Akrotiri vorsichtig um, zog die Kapuze auf und kniete sich dann vor den Schrein hin. Dann aktivierte sie ihn.

Ein holographischer Kegel entstand und wuchs, bis er die Raumdecke erreichte. Dann schrumpfte er wieder um etwa 10 Zentimeter und manifestierte sich zu einer holografischen Gestalt. Diese zeigte ein wundervolles, splitternacktes Abbild der Göttin Aletheia, aufrecht stehend und mit ausgebreiteten gefiederten Armen, so als ob sie die ganze Welt umarmen wollte. Das Gesicht der Göttin war warm und freundlich und ihre ganze Ausstrahlung war so einnehmend, dass Selene sich sofort tief verneigte. Doch schnell sah sie wieder auf und bewunderte die Göttin. Das feuerrote Haar Aletheias passte großartig zu ihrem hellen Teint und Selene hatte den Eindruck, der Göttin leibhaftig gegenüber zu knien. Aber natürlich war dies nur ein Abbild der Göttin, wenn auch ein animiertes, welches von der KI in dem Schrein gesteuert wurde. Nur anders als im Tempel, wo eine echte Statue aus Oricalk stand, war dieses Abbild fast schon kikonisch. Selene war entzückt. Dann aber verbeugte sie sich wieder und sprach ihr Gebet.