Bekenntnisse und Geständnisse

Hallo!
 
Ich habe den Plot mit den Kikonen weitergeführt.
Und die Idee aufgegriffen, dass die Delegation der Kikonen jetzt an Bord eingeladen wird.
 
Tabitha und ihre Leute gehören hier nicht noch nicht dazu, da es sich ja um die offizielle Gesandtschaft handelt. Tabithas Besuch müsste also ein anderes Mal abgehandelt werden.
Wohin die Kikonen geführt werden, ob sie eine komplette Führung durch das Schiff bekommen, ob es nur in einen Konferenzraum geht, oder ob sie in den ‚Topf voll Gold‘ auf dem Holodeck eingeladen werden, ist noch völlig offen.
 
Hat jemand Lust, sowas mit mir als CoPo zu schreiben?
 
 
<RPG>
 
# Zeit: MD 10.1140
# Ort: Thyene (Thassos IV), Myzen, Palast Myzia, Wohnung von Arsinoe
 
Jetsun hatte ihrerseits bemerkt, dass irgendetwas vorgefallen war. Der Captain hatte sich kurz mit Arsinoe besprochen und dann verabschiedet um zurück an Bord zu gehen. Die anderen föderierten Gäste hatten es ihm gleich getan. Nur sie blieb noch, weil Arsinoe ihr noch etwas zeigen wollte, wie diese gesagt hatte.
Jetsun musste sich eingestehen, dass es ihr hier auf der Oberfläche des Planeten Thyene gut gefiel. Sie bekam Anerkennung und durfte dabei so sein wie sie mochte. Ihr Kleid gefiel ihr gut, was nicht direkt daran lag, dass es viel nackte Haut und sogar ihre Brüste zeigte. Es war vielmehr das Gefühl, kaum gesellschaftlichen Zwängen zu unterliegen, was wohl sicher eine Illusion war. Möglicherweise war es sogar einfach nur die Tatsache, dass sie sich in einer Position wiederfand, die ihr geradezu immense gesellschaftliche Annehmlichkeiten brachte. Aber alle hier waren ausgesprochen zuvorkommend und freundlich und Arsinoe war so lieb, dass sie die Kikonin als ihre Freundin betrachtete.
 
Nachdem sie beide sich dann von der Prinkipax verabschiedet hatten nahm Arsinoe Jetsuns Hand und führte sie aus dem Palastgarten heraus.
„Was willst Du mich zeigen?“ fragte Jetsun, bemüht, sich ein wenig in der kikonischen Sprache zu verständigen, was ihr allerdings noch reichlich schwer fiel. Sie kam sich vor wie eine Erstklässlerin, wollte aber nach Möglichkeit nicht immer auf den Universalübersetzer angewiesen sein.
Arsinoe lachte leise auf und versuchte dann ihrerseits auf Föderationsstandard, wobei ihr die Sprache ähnliche Probleme bereitete.
„Nicht zeigen. Oder doch. Aber komm. Ich führe Dich.“
 
Die Kikonin führte die Bhutanerin dann durch ein bewachtes (und gesichertes) Tor hindurch in einen benachbarten Garten und dort einen schmalen Plattenweg an mehreren Teichen vorbei zu einer Terrasse vor einem schönen, offen gebauten Haus. Dieses erinnerte Jetsun wie alle Gebäude hier stark an eine Mischung aus griechisch-ägyptischen Bauwerken. Vielleicht hätte so das Brucheion ausgesehen, der Palastbezirk im ptolemäischen Alexandria aus der Zeit von Königin Kleopatra. Am auffälligsten war, dass es wie üblich keine Glasscheiben in den Fensterhöhlen gab. Nur dünne Vorhänge, die in der leichten Brise wehten. Überhaupt war hier alles eine Nummer schlichter als im Palast nebenan.
Zwei Dienerinnen in hauchdünnen Gewändern erwarteten sie und verbeugten sich erwartungsvoll. Jetsun erwiderte die Verbeugung, was ein leises Kichern hervorrief, hielt sich dann aber zurück, weil sie nicht wusste, was nun von ihr erwartet wurde.
 
Arsinoe lächelte ein wenig und sagte mittels Translator: „Ich fühle mich ein wenig… nicht so ganz wohl. Am liebsten würde ich jetzt gern ein Bad nehmen.“
 
„Oh.“ machte Jetsun, etwas enttäuscht. Wollte Arsinoe ihr nicht etwas zeigen?
„Dann will ich Dich nicht stören. Bitte entschuldige, ich ziehe mich dann zurück.“
 
„Nein, nein!“ Arsinoe hob beide Hände. „Nein. Bitte nicht.
Ich wollte Dich einladen zusammen mit mir zu baden.“ Und sie machte eine einladende Geste zu dem großen Pool vor der Hauptterrasse, in dem einige Blüten schwammen.
 
„Oh…“ machte Jetsun wieder. Dann nickte sie langsam.
Ein Bad hatte sie auf dieser Welt schon erlebt. Vor der Queste. Das war eine Art rituelle Reinigung gewesen. Dies hier war dagegen wohl eher Entspannung. Kurz sah sie an sich herunter. Ein großer Unterschied wäre es auch nicht, da dieses Kleid an Stoff kaum noch zu unterbieten wäre.
„Es wäre mir eine Freude!“ sagte sie und erntete damit ein breites Lächeln.
 
Die zwei Dienerinnen halfen den beiden Frauen dann beim Auskleiden und wuschen ihnen dann die Farben von der Haut ehe sie sie dann alleine ließen. Jetsun fragte sich, was man wohl mit dem Goldstaub machte, den sie zuvor auf ihrem Dekolleté gehabt hatte. Schminke war ja eine Sache, aber die kleinen Steinchen auf Arsinoes Schläfen und eben der, wie sie glaubte, echte Goldstaub, das würde man doch sicher nicht einfach fortwerfen. Aber die Kikonen wussten sicher, was sie taten.
 
Nackt und vollkommen sauber stiegen die beiden dann ins Wasser. Dieses war herrlich warm, beinahe heiß. Arsinoe führte Jetsun zu einem Platz, wo sich unter der Wasseroberfläche eine Art Sitz befand. Am Ufer stand ein Räuchergefäß in dem angenehm riechend und irgendwie anregend wirkende Kräuter verbrannt wurden.
 
„Ist das nicht schön?“ fragte Arsinoe und schloss ihre Augen. Der Universalübersetzer, den Jetsun neben sich ans Ufer gelegt hatte, konnte die Stimmung der Kikonin nicht übersetzen, doch die Klangfarbe von Arsinoes Stimme hatte einen etwas anderen Ton bekommen.
„Hier verbringe ich gern etwas Zeit nach dem Dienst oder nach anstrengenden Feiern. Wie gefällt es Dir?“
 
„Es ist wundervoll.“ bestätigte Jetsun. „Aber ich glaube, es macht vor allem Freude, wenn man nicht alleine hier ist, nicht wahr? Hast Du viel Besuch?“
 
„Nein,“ gab Arsinoe zu, „meine Tätigkeit als Medizinerin ist nicht so hoch angesehen und meine Position als Prinkipaxillis… nun, es bemühen sich laufend Leute, meine Bekanntschaft zu machen. Ich mag das nicht. Du bist eine wundervolle Ausnahme. Du bist nicht von hier und versuchst nicht, meine Position auszunutzen um deine eigene aufzuwerten. Du bist einfach nur Du. Das finde ich so schön. Dich finde ich so schön!“
 
Jetsun schluckte leicht. Hatte der Translator das richtig übersetzt? Aber Arsinoes Stimme klang danach und ihr Blick, den sie ihr jetzt zuwarf ebenfalls.
In diesem Augenbick erfasste sie auch, was das für ein Geruch war, der von dem Räuchergefäß ausging. Es erinnerte sie an ein ähnliches Räucherwerk, was man in ihrer Heimat im Tempel benutzt hatte, damals, bei ihrer Hochzeit. Iriswurzel. Dazu etwas wie Perubalsamharz oder Tolubalsamharz. Eine Mischung, die anregend, inspirierend und auch etwas aphrodisierend wirkte.
 
Wollte Arsinoe sie etwa verführen? Jetsun hatte inzwischen ganz stark diesen Verdacht. Sie glaubte aber auch, dass die junge Kikonin keine Hintergedanken dabei hatte. Nacktheit war hier ja kein Tabu. Vielleicht waren sexuelle Abenteuer ebenfalls keine. Und wenn Arsinoe bislang furchtbar vorsichtig im Umgang mit sogenannten Freunden sein musste, dann konnte es durchaus sein, dass eine Außenweltlerin wie sie geradezu katalysierend auf sie wirkte.
 
Nur… wie sollte sie damit umgehen?
Durfte sie das? Sollte sie es? Wollte sie?
Die Antwort war einfach: Ja. Wollte sie. Gerne!
 
Also erwiderte Jetsun das Lächeln, streckte eine Hand aus und strich der Kikonin sanft über deren Oberarm, was bei Arsinoe eine Gänsehaut auslöste. Sekunden später lagen beide Frauen einander in den Armen und gaben sich ganz ihren Gefühlen hin.
 
 
# Zeit: MD 10.1815
# Ort: USS Hephaistos / Quartier Jetsun
 
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„Und was ist mit dir, was hast du in meiner Abwesenheit getan?“ fragte Jetsun dann und versuchte sich selbst damit auch auf andere Gedanken zu bringen.
 
„Ich? Oh nicht viel. Es gibt ja nichts zu tun für mich hier. Zumindest vermittelt man mir immer wieder diesen Eindruck. Die Dinge die ich tun könnte darf ich nicht wegen Sicherheitsbedenken. Das ist alles ziemlich frustrierend gerade.“ platzte es aus Ileytis raus.
 
„Ich weiß, das tut mir leid. Aber du hast doch sicher nicht die ganze Zeit damit zugebracht das Quartier umzuräumen?“ hakte Jetsun nach.
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Ileytis grinste nun breit und drehte sich auf die Seite um Jetsun besser anschauen zu können.
„Nein, habe ich nicht. Ich habe… sagen wir… Selbststudien betrieben. Zum Beispiel in der Astrometrie. Weißt Du, es war ernüchternd, keinerlei Anzeichen meines Systems zu finden. Dabei habt ihr hier in eurer Datenbank wirklich eine ganze Menge der Systeme dieser Galaxis erfasst. Und ich weiß, dass das Sulvy-System nicht gerade in einem Randgebiet lag.
Ich hatte dann die Idee, nach anderen mir bekannten Systemen zu suchen und habe ebenfalls nicht den kleinsten Hinweis finden können. Nichts. Gar nichts. Du kannst Dir vorstellen, wie frustrierend das war.“ Und sie strich mit ihren zarten Fingern über Jetsuns Wange.
„Doch dann hatte ich eine ungewöhnliche Idee. Ich hatte Dir ja erzählt, dass unsere Ursprungswelt, Tiamur, nicht in der ‚Insel‘, sondern in der Nachbargalaxis lag. Also habe ich nach dem Tiamur-System gesucht. Das war im Grunde ein zweckloses Unterfangen, denn den Planeten gibt es nicht mehr. Aber dennoch wurde ich fündig. Es gab mehrere Systeme, die in Frage kämen. Nur ungefähr, weil ja Tiamur selber nicht mehr existierte. Aber immerhin. Das bedeutet nämlich, dass all die Systeme nach denen ich zuvor gesucht haben nicht in dieser Galaxie liegen sondern in der Galaxis, die wir Liduuri die Insel nennen und ihr Andromeda.“
Sie seufzte. „Ich war so dumm. Hätte ich die Symmetrie dieser Galaxis näher angeschaut, hätte ich gleich darauf kommen müssen.
Ich bin also weiter von zuhause entfernt als ich dachte.“
 
„Oh…“ machte Jetsun, etwas was sie immer tat, wenn sie nicht so recht, was sie sagen sollte.
„Das ist leider weit außerhalb unserer Reichweite.“
 
„Ja.“ Ileytis lächelte leicht säuerlich.
„Meine Heimreise wird sich wohl noch um einige Zeit verzögern.“
 
„Einige Zeit ist gut!“ Jetsun richtete sich auf, was Ileytis zum Anlass nahm, sich auf den Rücken zu rollen. „Kein Schiff ist in der Lage, die Entfernung nach Andromeda zu überwinden. Bei weitem nicht. Das können nicht einmal die Borg. Ganz davon abgesehen, dass es auch viel zu lange dauern würde.“
 
„Ich weiß!“ bestätigte Ileytis. „Glaub mir, das weiß ich. Es ist auch rein akademisch. Das ganze muss auch sehr lange her sein, denn die Systeme sind alle irgendwie anders. Das muss mit der Umlaufgeschwindigkeit der Galaxie wie auch mit der Fluchtgeschwindigkeit der Systeme innerhalb der Galaxie zusammenhängen.“
 
Ileytis sah zu Jetsun hoch, die das Ganze nicht so recht zu fassen schien.
Sie beugte sich spontan auf und küsste Jetsun auf den Mund.
„Ach komm, schau nicht so. Mich belastet das nicht. Es ist alles so furchtbar weit weg, räumlich wie auch zeitlich, dass es mir auch egal sein kann.
Wichtig ist das Hier und Jetzt. Und Du. Du bist mein Halt. Komm her!“
Und sie zog Jetsun zu sich herunter, umarmte sie und küsste sie erneut.
 
Um sie sich dann wieder etwas zurückziehen lassen. Etwas.
„Du bist ein wenig abwesend.“ stellte Ileytis fest.
 
„Ich bin etwas fertig.“ erwiderte Jetsun ausweichend.
 
„Wegen Arsinoe?“ kam die Frage unvermittelt.
 
Die Temperatur schien plötzlich zu fallen.
„Bitte?!“
 
„Hast Du nicht mit ihr geschlafen?“
 
Jetsun verkrampfte etwas, doch Ileytis ließ sie nicht los.
„Wir… haben zusammen gebadet. Und… ja.“
 
„Es muss Dir nicht leid tun. Das wäre nicht nur falsch, es wäre auch unwürdig.
Liebst Du sie?“
 
Jetsun beruhigte sich wieder. Sie hatte das getan. Sie würde sie selbst sein und dazu stehen. Und bestimmt nicht lügen.
„Ich hab sie lieb. Sehr lieb.“
 
„Und sie? Was glaubst Du?“ kam die Frage, ausgesprochen sanft.
 
„Genauso. Ich bin sicher. Ich hatte den Eindruck, dass sie mich gern zur Freundin hätte. Ich hätte nichts dagegen. Ich glaube auch, dass ihr gut miteinander auskämt. Aber sie ist eine Kikonin, gehört zur Herrschenden Familie dort und wird ihr Heimatsystem nicht verlassen. Wir dagegen schon bald, glaube ich.“
 
„Sie weiß das, nicht wahr?“
 
„Ja.“
 
Ileytis streichelte nun Jetsuns Rücken.
„Arme, liebe Frau. Ja, ich würde sie sehr gern einmal kennen lernen.“
Dann ließ sie Jetsun los.
„Möchtest Du jetzt gern auch mit mir… baden?“
 
Jetsun legte beide Hände an Ileytis‘ Wangen.
„Ja. Sehr gerne. Sehr, sehr gerne!“
 
 
—-
 
# Ort: Thyene (Thassos IV), Myzen, Palast Myzia, Garten
# Zeit: MD 11.1810
# Personen: Shay, Jared, Sam, Trish, Jetsun, Arsinoe, Prinkipax Lysikia, Atrexa Diomeda
 
Man hatte sich darauf geeinigt, die Verhandlungen für diesen Tag zu beenden. Der föderierte Captain hatte sich zusammen mit seinen Leuten wieder zurück auf sein Schiff begeben und die Kikonen mussten beratschlagen, wie sie weiter verfahren wollten.
Richtig zufrieden mit dem Verhandlungsergebnis war niemand. 
 
 
# Zeit: MD 11.2000
# Ort: Bereitschaftsraum des CO
 
Botschafter Jared hatte sich angekündigt. Nachdem die föderierte Delegation zurück zur Hephaistos gebeamt war, hatte Jared den Captain sofort sprechen wollen, war aber abgewiesen worden. Jared hatte sich daraufhin für 20 Minuten mit Jetsun beraten ehe er sich zurückgezogen hatte. Um 20 Uhr hatte er es dann nicht mehr ausgehalten und hatte den Captain einfach unaufgefordert aufgesucht. Nur um zu erfahren, dass dieser nicht an Bord sei und stattdessen Commodore Ruthven mit ihm spreche wollte.
 
„Commodore!“ begrüßte Jared die (für ihn) junge Frau.
 
„Herr Botschafter. Nehmen Sie Platz.“
 
„Danke sehr.“ Jared setzte sich und fragte sich, was dieses Spielchen nun wieder sollte.
 
„Wie Sie sehen ist mein Bruder nicht zugegen. Er ist zu einer anderen äußerst wichtigen und unaufschiebbaren Mission unterwegs. Soviel möchte ich Ihnen sagen. Oh, und jene Mission hat nichts mit den Verhandlungen hier zu tun, die ich jetzt übernehmen werden.“
 
„Na herzlichen Glückwunsch. Dann ist es jetzt an Ihnen, die Scherben aufzusammeln, die ihr Bruder vorhin verursacht hatte.“ gab Jared bissig zurück.
 
„Scherben?“ Claudia runzelte die Stirn. Hatte sie was verpasst?
 
„Scherben entstehen meisthin, wenn man Porzellan zerschlägt. Auch politisches Porzellan. Und Ihr werter Herr Bruder hatte darin vorhin ein Meisterstück vollbracht.“
Er seufzte.
„Mit Verlaub, Commodore, ich war kurz davor einfach zurückzutreten von meinem Amt als Botschafter. Oder Ihren Bruder abzusetzen. Nur die Sorge um unser Ansehen hat mich davor zurückschrecken lassen.“
Er bemerkte Claudias Irritation.
„Oh, Sie wissen nichts davon? Kann es sein, dass Ihr Bruder Sie reingelegt hat?“
 
„Herr Botschafter, ich verbitte mit diesen Ton. Erklären Sie ganz einfach, wie die Situation ist. Und das bitte möglichst knapp und präzise.“
 
Jared atmete tief durch. Natürlich wusste er, dass er zu weit gegangen war, aber das hatte einfach mal gut getan.
„Natürlich. Bitte entschuldigen Sie.
Die Situation ist diese: Eine junge Dame aus dem Haushalt des Palastes hat für sich und für ihre gesamte Familie inklusive deren Dienerschaft um politisches Asyl in der Föderation gebeten. Der Captain hat dieses Asyl angenommen.“
 
„Und..?“
 
„Und? Verstehen Sie nicht… Nein. Tun Sie nicht.“
Jared räusperte sich um seine Verzweiflung zu überspielen. Diese Militärs!
„Er hat das getan im Beisein der Atrexa und der Prinkipax.
Die Kikonen haben den Captain daraufhin aufgefordert… wohlgemerkt, nicht gebeten… diese Zusage zurückzunehmen und haben ihm eine diplomatische Lösung angeboten. Die der Captain zurückgewiesen hat. Allerdings hat er angeboten, diese kikonische Lösung der Asylantin als Option vorzuschlagen.“
 
„Das klingt in meinen Ohren erst einmal nach einer vernünftigen Lösung.“
 
Jared rollte mit den Augen.
„Das war ein Schlag ins Gesicht gegenüber den Kikonen. Vor versammelter Mannschaft hat der Captain der kikonischen Herrscherin eine diplomatische Ohrfeige verpasst!“
 
„Wieso das?“ Claudia war bestimmt nicht dumm und auch die war als Flagg-Offizierin diplomatisch geschult. Aber diese Hintergründe wollten sich ihr nicht erschließen.
 
„Weil erstens der Captain durch die Zusage des politisches Asyls der kikonischen Atrexa gegenüber deutlich gemacht hat, dass er und damit die gesamte Föderation anerkennt, dass es auf Thyene politische Verfolgung gibt. Und dass die Föderation solches nicht duldet. Und dass die Föderation auch gegen geltendes Recht auf Thyene handelt und handeln wird, indem sie solche politisch Verfolgten ‚Opfer‘ aufnimmt. Das ist ein unerträglicher Eingriff in die inneren Angelegenheiten einer fremden Macht. Und das inmitten politischer Verhandlungen, die wir angestrebt haben, nicht die Kikonen.“
 
Claudia dachte nach. „Geht es um diese Rebellin Isidora?“
 
„Nein. Da hatte der Captain das auch schon gemacht, doch die Kikonen hatten dieses Manöver geschickt gekontert indem sie der Rebellin Straffreiheit zusicherten. Es ging um die Dame Thabita.“
 
„Aha…“ machte Claudia.
„Aber handelte es sich bei dieser Besprechung nicht um ein informelles Treffen?“
 
„Ja. Das war der einzig positive Aspekt daran. Man könnte diese Angelegenheit als reines Gedankenspiel abtun. Sollten wir unsere Position darin überdenken.“
 
„Können wir das? Und vor allem… wollen wir das?“
 
Jared lächelte bissig.
„Warum glauben Sie, gestalten sich die Verhandlungen um die Schildtechnologie wohl so zäh? Die Kikonen sind zutiefst beleidigt. Gekränkt. Was auch immer. Und das, obwohl sie genau wissen, dass sie uns ebenso brauchen wie wir sie. Immerhin haben wir sie in unseren Krieg mit den Klingonen hineingedrängt.“
 
„Sie meinen, weil die Klingonen unsere Anwesenheit hier bemerkt haben?“
 
„Exakt das. Die Kikonen kommen um eine Konfrontation mit den Klingonen nicht mehr herum, denn diese müssen ja davon ausgehen, dass die Kikonen und wir uns einigen. Und selbst wenn nicht, sind die Kikonen jetzt im Fokus der Klingonen. Nein, diese Sache ist ‚ipso facto‘.“
 
„Wenn wir also alle jetzt mal vernünftig sind, wäre ein Bündnis für die Kikonen und die Föderation von beiderseitigem Vorteil.“ schlussfolgerte Claudia.
 
„Ja. Nur dass die Kikonen im Augenblick nicht vernünftig sein können. Nicht, nachdem man sie so geohrfeigt hat.“
 
Claudia seufzte tief. Ihr lieber Herr Bruder! Allerdings konnte sie ihn absolut verstehen. Die Föderation half eben den Unterdrückten und Verfolgten. Und Shay ganz besonders. Es war seine Natur.
Nur wenn die Unterdrücker – wenn man es so nennen wollte – diejenigen waren, mit denen man sich gern und unbedingt verbünden wollte und müsste, dann wurde das ganze ausgesprochen problematisch.
„Und wie lösen wir das Ganze?“
 
Jared seufzte kurz und zuckte mit den Schultern.
„Da gibt es nur eine Lösung. Und die gefällt Ihnen gewiss nicht.“
 
„Klein beigeben? Dann stehen wir aber dumm da. Und Shay besonders.“
Nicht dass ihr das Letztere missfallen würde.
 
Jared hatte sich inzwischen beruhigt.
„Die Problematik liegt in der Natur des Herrschaftssystems der Kikonen.
Unsere Föderation ist eben genau das, was der Name hergibt: Ein föderales System. Ein solches System kann leicht die eigenen Prinzipien variieren. Nicht verletzten, nein. Denn auch ein föderales System muss verlässlich sein. Aber Variationen sind möglich.
Die Kikonen dagegen haben eine Art oligarchisches System, die Herrschaft von Adelshäusern mit begrenzter Demokratie. Eben eine Oligarchie.“
 
„Das klingt aber nicht gut.“ warf Claudia ein.
 
„Oh, ich weiß, was sie meinen. Ende des zwanzigsten Jahrhundert hat es auf der Erde mehrere solche oligarischen Systeme gegeben. Jedoch waren das keine Adelshäuser, die regiert hatten, sondern eher Finanzimperien, die daraus aus waren, ihre eigenen Mittel zu mehren.
Ein besserer Vergleich war die altgriechische Demokratie mehrere hundert Jahre vor der Zweitwende. Die hatten sogar recht gut regiert, was vor allem daran lag, dass das Wohl der Bevölkerung auch das Wohl der Herrschenden bedeutete. So etwas in der Art haben wir hier bei den Kikonen.“
 
„Und das bedeutet..?“ fragte Claudia ein wenig ungeduldig.
 
„Das bedeutet, dass die Kikonen leider deutlich unflexibler sind, was… nun, sagen wir… Einmischungen in deren innere Angelegenheiten bedeutet.“
 
„Und ich soll das jetzt bereinigen?“
 
„Ich weiß, dass das bedeuten würde, gegen die Ideen des Captains zu handeln. Ja. Aber es liegt bei Ihnen, die Verhandlungen mit den Kikonen zu einem Abschluss zu bringen, der beiden Parteien helfen würde.“
 
„Okay…“ Claudia nickte langsam. Da hatte der Botschafter Recht. Das war beileibe keine lustige Aufgabe.
 
„Commodore, ich…“ begann Jared, doch Claudia winkte ab.
 
„Ich habe das Problem erfasst. Wir werden morgen früh darüber reden, da wir erst morgen Vormittag wieder einen Termin mit den Kikonen haben. Vielleicht laden wir sie ja mal an Bord hierher ein. Überlegen Sie sich hierfür etwas. Und auch eine Lösung, die Ihrer Ansicht nach funktionieren kann und die möglichst keinen Gesichtsverlust für die Kikonen aber auch für uns bedeutet.“
 
„Gut.“ Der Botschafter erhob sich und nickte deutlich.
„Ich werde mich darum kümmern. Oh, und Commodore..?“
 
„Ja?“
 
„Schön, dass Sie sich jetzt darum kümmern. Einerseits, nun, sind Sie eine Frau, was unsere Position gegenüber den Kikonen deutlich aufwerten wird. Und andererseits hören Sie zu. Das finde ich gut.“
 
Claudia lachte. Das mochte einfach nur ein Kompliment sein, aber wer war sie, dass sie solches nicht mochte.
„Bis morgen, Herr Botschafter!“
 
 
# Ort: Thyene (Thassos IV), Myzen, Palast Myzia, Besprechungsraum der Prinkipax
# Zeit: MD 11.2000
# Personen: Prinkipax Lysikia, Atrexa Diomeda
 
„Und… was denkst Du. Können wir soweit zufrieden sein?“
Die Stimme der Prinkipax klang erschöpft. Auch es bereits eine Stunde her war, dass die letzten Vertreter der Föderation den Planeten wieder verlassen hatten. Denn auch das Tagesgeschäft ruhte nicht und durch diese stundenlangen Besprechungen mit den Föderierten gingen immer viele Stunden verloren, die nicht alle durch sekundäres personal oder Vertreter aufgeholt werden konnten.
 
„Machst Du Witze?“ erwiderte die Atrexa, die einfach zu müde war, um mit dem ihr sonst eigenen feinsinnigen Humor zu reagieren. Der schwere Rotwein half da auch eher nicht. Und so jung war die Herrscherin Thyenes auch nicht mehr, wie sie frustriert feststellte. Auch wenn man ihr das rein äußerlich nicht wirklich anmerken konnte.
Sie seufzte tief.
„Wir haben uns über den Tisch ziehen lassen. Dieser Mann… dieser Captain der Sternenflotte hat seine Position sehr gut ausgespielt. Zu gut.“
Sie rieb sich die Augen.
„Ich bin es einfach nicht gewöhnt, in Gesprächen oder gar Verhandlungen mit einem Mann solche Rhetorik und Argumentation zu erleben. Nur gut, dass das Gespräch informell war. Unterzeichnen werde ich ein solches Verhandlungsergebnis nicht. Nie und nimmer.“
 
„Ich persönlich finde das Ergebnis völlig in Ordnung.“ warf Lysikia ein, was ihr einen skeptischen Blick der Atrexa einbrachte.
 
„Das Ergebnis… ja. Aber nicht die Art. Wie hätte die alte Atrexa Andromache gesagt: Die Föderation redet mit gespaltener Zunge.“
 
„Nicht die Föderation. Das ist nur der Kommandant. Captain Ruthven. Und das war auch keine ‚gespaltene Zunge‘. Er hat nur eine persönliche Schuld seinerseits in die Verhandlungen mit eingebracht. Das war ein verdammt kluger Schachzug von ihm.“
Prinkipax Lysikia nahm noch einen Schluck des schweren roten Weines. Ihr tat das gut, auch wenn sie wusste, dass ihr logisches Denkvermögen nicht mehr hundertprozentig war. Es würde reichen.
„Ich schlage vor, unser Abkommen mit der Föderation in zwei Verträge zu teilen. Und darauf zu bestehen, dass wir nur beide Abkommen oder keines abschließen werden.“
 
„Und was soll das bringen?“ fragte Diomeda zurück.
 
„Wir können uns besser konzentrieren. Das militärische Abkommen ist einfach. Wir brauchen den Schutz durch die Föderation und sie wollen unsere Schildsysteme. Geben wir ihnen, was sie wollen. Da wir eh auf Gedeih und Verderb mit ihnen verbündet sein werden, ist das auch unser Vorteil. Gleichzeitig können wir um deren modernste Waffensysteme bitten. Immerhin wären wir Verbündete mit einem gemeinsamen Feind.“
 
Diomeda winkte müde ab. Dieser Teil war so klar wie das Glas der Föderation, auch wenn sie heute genau zu diesem Thema keinerlei Zugeständnisse gemacht hatten.
„Und weiter?“
 
„Die Krux ist der zivile, diplomatische Passus, den ich gern in einem eigenen Vertrag festgelegt sehen möchte. Der, bei dem wir heute in den Verhandlungen so jammervoll versagt haben.
Die absolute Unabhängigkeit im Verbund mit gegenseitiger Nichteinmischung in innere Angelegenheiten.“
 
„Ja.“ Diomeda fiel es zunehmend schwerer sich vernünftig zu konzentrieren. Sie hatte wirklich zu viel Wein gehabt. Das würde ihr morgen nicht wieder passieren.
„Fass es bitte noch einmal für mich zusammen.“
 
„Gern.“ Lysikia sah auf ihr PADD.
„Ich habe es vereinfacht.
Kern ist, dass Thyene und die Föderation darauf verzichten, auf die inneren Angelegenheiten des jeweiligen Vertragspartners Einfluss zu nehmen. Dazu gehört auch, aber nicht ausschließlich, Handel, Wissenschaft, Kunst und Kultur und vor allem diplomatische und politische Kontakte.
All diese Kommunikation hat ausschließlich über offizielle Kanäle stattzufinden. Das dient dem Schutz unserer Kultur vor außenweltlichen Einflüssen.“
 
Lysikia sah die Atrexa direkt an.
„Hier kommt der Vorteil der Vertragsteilung zum Tragen. Wenn wir einander besser kennen und verstehen, kann dieser Vertrag einvernehmlich geändert werden, erweitert oder auch gekündigt, ohne dass der militärische Bündnisvertrag davon betroffen ist.“
 
Diomeda nickte, jedoch machte ihr noch etwas Kopfzerbrechen.
„Was ist mit dieser Familie, dieser Tabitha? Diese Leute wollten doch mit den Föderierten reisen.“
 
„Ja. Natürlich. Das werde ich auch nicht verbieten. Aber eine solche Ausreise muss immer beantragt und genehmigt werden.“ Sie lächelte.
„Auch hier wieder die offiziellen Kanäle. Einfach nur um Asyl bitten und dann wohlmöglich durch die Föderation gewissermaßen abgeholt zu werden, wäre ein klarer Vertragsbruch.
Was diese Leute dann in der Föderation machen ist deren eigene Angelegenheit. Fällt also unter Föderationsrecht. Ebenso umgekehrt. Sollte irgendein Föderierter beispielsweise hier unsere Bevölkerung politisch aufwiegeln, wäre das eine Angelegenheit unserer Gesetze.“
 
Die Atrexa nickte deutlich. Irgendwie wurde sie gerade wieder etwas wacher.
„Das klingt gut. Damit bin ich einverstanden.
Sag, hast Du Dir schon über diese föderierte Idee eines Generalkonsulats Gedanken gemacht?“
 
„Ja, die Föderation möchte hier gern einen Konsul als ständigen Vertreter haben.“ meinte die Prinkipax.
„Das ist auch für uns nicht so dumm. So haben wir immer jemanden, den wir bei Problemen eben… konsultieren können. Hoffentlich nehmen sie eine Frau.“
Sie seufzte. „Wir werden dann eine Art Vertretung dazu bilden müssen. Ein Ministerium für äußere Angelegenheiten nennen sie das. Wir brauchen also eine Ministerin. Und die würde durchdrehen, wenn sie ständig mit Männern zu tun hätte. Es würde auch einen schlechten Einfluss auf unserer Kultur bedeuten. Ich denke, wir wären gut beraten, hier eine klare vertragliche Regelung zu verlangen. Bis wir da etwas haben, denke ich, würde ich diese Angelegenheiten in die Hand nehmen. Dein Einverständnis vorausgesetzt.“
 
Die Atrexa nickte nur.
 
Lysikia fuhr fort. Etwas zögerlich.
„Ich glaube allerdings, dass es sehr schwierig sein dürfte, eine Kikonin zu finden, die bereit wäre, einen solchen Posten als Konsulin bei der Föderation einzunehmen.“
 
„Ich hätte da schon jemanden im Auge, der für einen solchen Posten geeignet wäre.“ meinte die Atrexa etwas verschmitzt.
 
Lysikia sah Diomeda an. „Nein… nicht meine Tochter!“
 
„Warum nicht? Letztendlich ist das noch Zukunft.“
 
„Arsinoe ist viel zu jung. Und ist Medizinerin. Und sie ist sensibel.“
 
„Und sie ist hoch intelligent. Außerdem würde sie ja nicht alleine gehen.
Aber, wie gesagt, das wäre noch Zukunft.“
 
„Ja. Sicher.“ Lysikia nickte, nachdenklich. Und stellte sich Arsinoe auf einer fremden Welt vor. Es gelang ihr nicht.
 
„Was anderes!“ Diomeda richtete sich auf ihrer Liege auf.
„Ich finde, wir sollten der Föderation ein deutliches Zeichen setzen, dass wir mit deren Gehabe gestern nicht einverstanden sind. Ich denke, die nächste Verhandlungsrunde sollte von unserer Seite ohne Dich und mich von statten gehen. Also nur zweite Chargen. Und mit eindeutigen Vorgaben. Die Föderierten sollen merken, dass wir verstimmt sind.“
 
„Ich habe gehört, dass sie uns auf ihr Schiff einladen wollen.“
 
„So? Und? Interessiert Dich ihr Schiff?“
 
„Ja, schon.“
 
„Nun… dann geh. Aber nimm Gete mit. Nein, besser Sikaar. Und Arsinoe.“
 
„Gut. Aber erst einmal müssen wir diese Einladung auch bekommen.“
 
„Wahr!“ Die Atrexa ließ sich zurück auf die Liege sinken.
Was für ein Abend…
 
 
# Zeit: MD 12.0955
# Ort: USS Hephaistos, Deck 8, Haupttransporterraum
 
Die Einladung war am frühen Morgen eingetroffen und hatte dennoch niemanden überrascht. Es gehörte einfach zum guten Ton, rechtzeitig genug vorzuwarnen. Nur die Majordomina der Prinkipax Lysikia hatte die Hände über dem Kopf zusammengeschlagen, weil ihre ganzen Vorbereitungen, für die sie einen kompletten Tag gebraucht hatte, umsonst waren.
 
Die Kikonen und die Föderierten waren dann übereingekommen, dass die Anreise aus praktischen Gründen nicht mit einem (kikonischen) Shuttle, sondern mittels (Sternenflotten-)Transporter erfolgen sollte.
 
Jetsun hatte sich wieder richtig hübsch zurecht gemacht und dabei auf die ausgesprochen hilfreiche Unterstützung durch Ileytis zurückgreifen können. Sie hatte das Kleid, welches sie von Arsinoe geschenkt bekommen hatte, angezogen und war dankbar, dass ihre Liduuri-Freundin ihre Freude daran hatte, sie zu schmücken und zu schminken. Zwar hatte sie keinen echten Goldstaub, doch der Replikator, den sie in ihrem Quartier hatte, konnte einen ähnlich glänzenden Puder produzieren, den Ileytis dann mit einem Puderquast und breitem Grinsen auf ihr Schläfen, Lippen und Brüste auftrug.
 
„Du wirst die gesamte Mannschaft wieder in helle Aufregung versetzen!“ meinte sie dazu.
 
„Ich weiß!“ gab Jetsun zu.
„Als ich das letzte Mal in dieser Aufmachung zum Transporter gegangen war hatte mich ausnahmslos jeder, dem ich unterwegs dorthin begegnete, angestarrt. Manche wegen des Kleides, doch die meisten…“ Sie zuckte mit den Schultern, dass ihr Pektoral klirrte.
 
„Eigentlich solltet ihr hier in der Föderation über derartige Tabus längst hinaus sein.“ meinte Ileytis.
 
„Es sind weniger Tabus. Es ist ja nicht verboten sich so zu kleiden. Es sind mehr Sitten und Gebräuche.“ versuchte Jetsun zu erklären.
 
„In einer solchen Vielvölker-Föderation? Kaum vorstellbar.“
Ileytis beugte sich vor und gab ihrer Freundin einen schnellen Kuss auf den Scheitel. Dann verabschiedete sie sie.
 
Es war wie beim letzten Mal. Der noch leicht feuchte Puder sorgte für eine gewisse Kühle auf ihren nackten Brüsten und einer entsprechenden körperlichen Reaktion. Das wiederum sorgte für erstaunte Blicke, die Jetsun mit einem lieben Lächeln quittierte, auch wenn nicht alle dieser Blicke freundlich waren.
Das größte Problem kam durch Commodore Ruthven, als diese die Ensign erblickte.
„Ensign Pema! Was… soll dieser Aufzug, bitteschön?!
Ziehen Sie sich sofort Ihre Uniform an!“
 
Jetsun runzelte die Stirn.
„Darf ich Fragen, warum, Commodore? Bei den letzten Treffen mit den Kikonen habe ich doch ebenfalls dieses Kleid getragen. Es ist immerhin ein Geschenk der Kikonen.“
 
„Ich weiß. Aber das war unten auf dem Planeten. Hier repräsentieren wir die Sternenflotte. Und die Sternenflotte trägt Uniform.“
 
„Commodore, ich gehöre heute zum diplomatischen Korps. Und das diplomatische Korps trägt zivil.“
 
Einen kurzen Moment überlegte Claudia, der Ensign einfach einen dienstlichen Befehl zu geben (was sie im Grunde ja schon getan hatte), besann sich dann aber eines Besseren. Zum einen reichte die Zeit eh nicht mehr und außerdem kannte sie die Dienstvorschriften genau und wusste, dass in dieser Situation ein solcher Befehl unverbindlich wäre und daher nicht ausgeführt werden musste.
Claudia schüttelte den Kopf. Keine zehn Pferde hätten sie dazu gebracht, in einem solchen nuttigen Teil ihre blanken Titten derart zu präsentieren…
 
 
# Zeit: MD 12.1000
# Ort: USS Hephaistos, Deck 8, Haupttransporterraum
 
Das letzte Flirren verflog und die Gesandtschaft der Kikonen, allen voran Prinkipax Lysikia trat von der Transporterplattform herab. Sie alle trugen das, was bei den Kikonen als Galauniform galt. Großartig verzierte, archaisch wirkende Rüstungen, die jedoch immens viel nackte Haut zeigten und ohne die entsprechenden Schirmfelder überhaupt keinen Schutz boten. Die Gala-Uniformen der Sternenflotte wirkten dagegen keinesfalls schäbig, jedoch sehr schlicht im Vergleich.
 
„Eure Majestät, Hoheiten und Exzellenzen, meine Damen! Ich freue mich, Sie herzlich an Bord der USS Hephaistos begrüßen zu dürfen.“ begrüßte Claudia die Kikonen.
 
„Ich danke Ihnen, Commodore!“ erwiderte Lysikia, die zuvor informiert wurde, dass es nicht Captain Ruthven, sondern Commodore Ruthven sein würde, mit der sie heute verhandeln würde.
„Die Freude ist ganz auf unserer Seite.“
 
Kurz wurden alle Anwesenden namentlich vorgestellt, dann machte Claudia eine einladende Handbewegung.
„Darf ich Sie bitten, mir zu folgen? Wir haben ein klein wenig für Sie vorbereitet.“
 
 
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# Zeit: MD 10.1140
# Ort: Thyene (Thassos IV), Myzen, Palast Myzia, Wohnung von Arsinoe
 
Jetsun und Arsinoe kommen sich näher.
 
 
# Zeit: MD 10.1815
# Ort: USS Hephaistos / Quartier Jetsun
 
Ileytis erzählt Jetsun von ihren Bemühungen, ihr Heimatsystem zu finden und erklärt ihr dann, dass dieses in der Nachbargalaxis Andromeda liegen muss.
Dann konfrontiert sie Jetsun mit ihrer Annahme, dass diese mit Arsinoe geschlafen habe.
 
 
# Ort: Thyene (Thassos IV), Myzen, Palast Myzia, Garten
# Zeit: MD 11.1810
# Personen: Shay, Jared, Sam, Trish, Jetsun, Arsinoe, Prinkipax Lysikia, Atrexa Diomeda
 
Die Verhandlungen werden mit Captain Ruthvens Aufbruch auf den nächsten Vormittag vertagt.
 
 
# Zeit: MD 11.2000
# Ort: Bereitschaftsraum des CO
# Personen: Botschafter Jared, Commodore Claudia Ruthven
 
Botschafter Jared konfrontiert Commodore Claudia Ruthven mit dem diplomatischen Scherbenhaufen, den der Captain seiner Ansicht nach hinterlassen hat. Er erhofft sich in der morgigen Zusammenarbeit mit der Commodore besser Ergebnisse.
 
 
# Ort: Thyene (Thassos IV), Myzen, Palast Myzia, Besprechungsraum der Prinkipax
# Zeit: MD 11.2000
# Personen: Prinkipax Lysikia, Atrexa Diomeda
 
Auch auf Thyene wird über die letzte Verhandlungsrunde nachgedacht. Atrexa Diomeda und Prinkipax Lysikia einigen sich darüber, dass sie künftig ihre Forderungen deutlicher durchsetzen wollen. Dafür sind sie auch bereit, der Föderation ihre Schildtechnologie zu überlassen.
 
 
# Zeit: MD 12.0955
# Ort: USS Hephaistos, Deck 8, Haupttransporterraum
 
Jetsuns Kleidungswahl gefällt der Commodore nicht so recht.
 
 
# Zeit: MD 12.1000
# Ort: USS Hephaistos, Deck 8, Haupttransporterraum
 
Die Gesandtschaft der Kikonen kommt an Bord.
 
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Submitted by
Isabelle
a.k.a.
Ens. Jetsun Pema
(i)CM USS Hephaistos