Child of the Empire

<RPG>
 
# Zeit: MD 11.2110
# Ort: Wissenschaftslabor
 

  „Oh es muss ja nicht perfekt
sein, nur das wir die Delegation einige Stunden bespaßen
können ohne sie umzubringen.“ erklärte sie gelassen. „Ich habe
da vollstes Vertrauen in ihrem Fähigkeiten Lieutenant.“ fügte
sie noch hinzu. 

„Erstatten sie mir Bericht
wenn sie soweit sind oder es irgendwelche Probleme gibt.“
kam es schließlich in befehlsgewohntem Ton während Claudia
sich wieder erhob und Daniel in seinem Büro mit noch mehr
Arbeit alleine ließ.

„Na, dann..“ sagte der Halbbetazoide noch leise, nachdem die Türe
sich hinter ihm geschlossen hatte. Er blickte auf das Chronometer
auf seinem Schreibtisch und war sichtlich begeistert, dass es
schon nach 21 Uhr war, eigentlich schon längst Feierabend und
Bettgehzeit für kleine CWIs. Müde erho er sich also vo seinem
Stuhl und ging etwas in seinem kkleinen Büro auf und ab. Dann
füllte er den Wasserkocher mit heißem Wasser und ließ es schnell
erhitzen, um so seinen Tee aufzusetzen. Für heute Nacht würde er
einiges an Earl Grey brauchen, um wach zu bleiben, wie immer mit
einem guten Schuss Milch darin.

Er setzte sich dann an seinen Schreibtisch und öffnete gähnend
seinen Computer. In einer Textdatei scrollte er herunter, was
bisher über die kikonische Kultur sowohl vom Außenteam als auch
von den Diplomaten zusammengetragen worden war. Ein paar
interessante Aspekte enhielt das Essen schon. Für die Kikonen war
es anscheinend Brauch, dass die Suppe erst zum Ende der Mahlzeit
gereicht wurde. Mit Messer und Gabel- oder etwas ähnlichem- würden
sie wohl schon essen, zumindest hatte es sowas auf dem Planeten
unten gegeben. Eine Menüfolge mit einigen Überraschungen. Er
dachte kurz nach und dachte an die unwahrscheinlich köstlichen
Gerichte seiner englischen Heimat, deren Küche wohl doch nicht die
Anerkennung erhielt, die sie haben sollte.

Sein Blick schweifte etwas in die Ferne bis er dann die Ideen für
ein wunderbares Menü hatte. Laut den Speisegewohnheiten müssten
gebackene weiße Bohnen hervorragend zu ihrer Diät passen, genauso
wie ein schöner Steak-und-Nieren-Pudding und als Nachtisch einen
gefüllten Dödel („spotted dick“). Vielleicht könnte man noch mit
einigen Modifikationen einen „black pudding“ reichen…Der
Halbbetazoide machte sich eine Liste für Commodore Ruthven. Er
musste sich etwas beruhigen…dieses „ich habe vollstes Vertrauen
in Sie“ war mal wieder ein Abwälzen von Arbeit….

Dann ging er weiter die Missionsberichte, soweit schon vorhanden
durch und suchte nach weiteren verwertbaren Informationen wie man
mehr über die berühmte Schildtechnologie herausfinden könnte.
„Computer, spiele meine Musikdatenbank ab, zufällige Wiedergabe.“
ordnete er an und der Raum war sogleich erfüllt von sanften
Pianoklängen, die dem Mann halfen, sich zu konzentrieren. Dann las
er weiter, was über diesen von Frauen regierten Planeten gesammelt
worden war. Wie konnte man an die Schildtechnologie herankommen
und verhindern, dass die Klingonen an sie herankamen?

Plötzlich wurden die ruhigen Pianoklänge abgelöst durch etwas
Lauteres. Eine Version von „Rule Britannia“ von der „Last Night of
the Proms“. Daniel bewegte die Lippen leise zum Text mit und
wünschte sich wieder einmal, die Föderation wäre kulturell weniger
von Amerika, sondern mehr von Britannien geprägt.  Dann, wie die
Einzelteile eines Puzzles, setzten sich die einzelnen Fragmente
seiner Ideen zusammen zu einem Plan…noch ein wenig Recherchen
und dann…Schnell ging sein Finger über sein Padd und er gab
einen Text ein mit Ideen, wie die Föderation die Kikonen zum
Protektorat machen könnte. Dazu müssten einige Crewmitglieder
mitspielen. „Computer, stelle eine Verbindung zu PO Trish Greene
her.“ Es piepte, gerade dachte der CWI gar  nicht daran, dass die
Dame auch schlafen konnte. Eine leicht müde-klingende Stimme mit
irischem Akzent meldete sich.

[Jaaahhh, wie kann ich Ihnen helfen?] fragte sie. Daniel konnte
nicht entscheiden, ob die Dame gerade eben noch gekocht, irgendwas
gemacht hat oder wirklich aus dem Bett geklingelt wurde.

„Ich wollte Sie nicht stören, Trish,“ kam Daniel schnell, „aber
ich habe mitbekommen, dass Sie auf dem Planeten unten guten Erfolg
mit den Kikonen hatten und man Sie dort sogar für eine Göttin
hielt. Wenn Sie kurz in mein Labor kommen könnten, könnten wir den
Besuch der kikonischen Delegation schon einmal vorbesprechen.“

[Muss das jetzt heute Abend sein? Kann das nicht auch bis morgen
warten?]

„Commodore Ruthven möchte, dass ich Ihr so schnell wie möglich
einen Plan vorlege, wie mit den Kikonen auch essenstechnisch zu
verfahren sei. Wir haben hier auch einen Ofen im
Wissenschaftslabor…“

Man hörte ein Lachen in der Leitung. [Sie wollen mich also mit
Kochen ködern? Kochen kann ich auch morgen..]

„Das wäre aber schade…es steht hier so ein verführerischer
Teller mit Gurkensandwiches.“

[Okay, okay, ich komme schon…aber nicht für zu lange…] Daniel
lächelte. Das lief ja ausgezeichnet.

# Zeit: MD 11.2220

# Ort: Wissenschaftslabor

Die Irin betrat mit wallendem
roten Haar das Wissenschaftslabor. Das erste was sie sah, war,
dass auf  dem Schreibtisch des CWI schon ein Teller mit
Gurkensandwiches stand, wie versprochen. „Ohhh, das ist aber
nett von ihnen.“ lächelte sie freundlich und setzte sich
gegenüber auf einen Stuhl. „Vielen Dank, dass sie gekommen
sind.“ bemerkte Daniel die wallenden Haare ebenfalls und nickte
zufrieden. „Nehmen Sie sich bitte soviele Sandwiches wie sie
wollen.“ lud er sie höflich zum Essen ein. „Ich habe gehört, Sie
sind von den Kikonen ein bisschen göttlich empfangen worden?“
Sie lächelte, sie hatte wohl schon mit Ettore drüber gesprochen.

„Ja, so war das…“ sagte sie
und in ihren Augen konnte man etwas das Träumen sehen. „Ich
weiß, an sich hält die Föderation nicht so viel davon,
aber…wir müssen an diese Schildtechnologie kommen und wenn wir
es hier mit eine Cargo-Kult zu tun haben, dann könnten wir das
auch sehr gut ausnutzen.“ Trish blickte ihn leicht verwirrt an.
„Was ist ein Cargo-Kult?“ fragte sie. „Das ist ganz einfach: Im
zweiten Weltkrieg richteten die kriegsführenden Parteien
Militärbasen auf Pazifikinseln ein. Die Einheimischen haben nur
gesehen, dass immer wieder Menschen und Material vom Himmel her
heruntergeschickt wurden. Als die Japaner bzw. die Amerikaner
schließlich am Ende des Krieges ihre Basen zurückließen,
versuchten die Einheimischen, die Rituale der Fremden
nachzuahmen, damit die „Götter“ ihnen wieder „Cargo“ schicken
würden. Einer dieser Stämme verehrte sogar den damaligen Ehemann
der englischen Königin.“ Sie sah ihn dann neugierig an. „Auf der
Erde mag das ja putzig gewesen sein, aber sollten wir das
wirklich auf einem fremden Planeten machen, mit einem fremden
Volk?“

Daniel schüttelte den Kopf.
„Nein, wir laden Sie zu einem Empfang ein,“ er ließ das Padd mit
der Speisenfolge herüberwandern. Trish nahm es mit ihren Fingern
entgegen und schob es in die richtige Position und begann dann
zu lesen. Die Speisenfolge war sehr englisch, aber wenn es den
Kikonen schmecken würde? Dann der Plan. „Also, sind Sie sich da
wirklich sicher? Da müssten wir schon ein ziemlich schräges
Theaterstück aufführen.“ „Ich bin Wissenschaftler, es ist meine
Aufgabe, auch einmal etwas unorthodox zu sein. Sie als Göttin
repräsentieren etwas positives und wenn Sie sich gegenüber der
Föderation positiv gesinnt zeigen, könnten die Kikonen positiv
beeinflusst werden. Dann kommt noch die Rolle für Lt. Ajur
dazu…als Klingone sollte er diesmal etwas bösartiger und
agressiver auftreten.“ „Was er doch eigentlich gar nicht ist,“
wandte Trish ein. Daniel nickte. „Das ist alles nur Show. Er
soll zeigen, dass die Klingonen böse sind und gegen ihre Göttin
stehen. Dann wird es Ihnen leichter fallen, sich für die Seite
des Lichts zu entscheiden und das sind wir…“

Trish senkte nachdenklich den
Kopf. „Hmmm…das klingt mir etwas sehr neokolonialistisch. Ein
Volk mit seiner Religion zu ködern, zu manipulieren und so zu
einem Protektorat zu machen.“ „Wir werden sie ja ncht ausbeuten,
wir werden nur Ihre Technologie teilen und ihnen nichts
wegnehmen.“ „Ihre Unabhängigkeit vielleicht?“ „Die werden sie so
oder so verlieren, aber überlegen sie einmal, was ist besser:
Ein Protektorat der Föderation oder eine weitere unterworfene
Welt der Klingonen? Die Klingonen sind nicht gerade bekannt
dafür, dass sie die Kultur und Integrität ihrer Vasallenvölker
respektieren.“ „Das ist dann eine Art wohlwollender
Imperialismus?“ fragte sie und zum ersten Mal fiel ihr auf, dass
auf einem kleinen Regal an der Wand eine Topfpflanze stand, in
deren Topf sich auch noch ein kleiner Union Jack befand. Daniel
nickte. „Ja, wir passen auf, dass die Föderation und die Kikonen
unabhängig bleiben. Alleine haben wir vielleicht keine Chance,
aber wenn die neue Schildtechnologie der Kikonen die Erwartungen
erfüllt.“ „Und was wenn nicht?“ „Dann haben wir die Kikonen als
Protektorat und die Klingonen eine unterworfene Welt weniger,
das sehe ich als Win-win-Situation. Im Endeffekt werden die
Kikonen auch davon profitieren, denn in die derzeitige Lage
haben sich die Kikonen selbst gebracht…“ [Hier ein direkter
Ball für Effi und ein indirekter Ball für Mac, der Plan muss ja
noch abgesegnet werden.]

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<SUM>

# Zeit: MD 11.2110

# Ort: Wissenschaftslabor

Der CWI wäre lieber zu Bett
gegangen als jetzt noch für Commodore Ruthven arbeiten zu
müssen. Er stellt eine Speisenfolge zusammen, die großteils nur
aus englischem Essen (Banausen würden „Fraß“ sagen)  besteht.
Bei den Kikonen kommt die Suppe nach dem Hauptgang. Inspiriert
von englischer Geschichte hat er einen Plan gefasst. Die
„Göttin“ Trish wird die Kikonen positiv für die Föderation
einnehmen, während Lt. Ajur als Klingone möglichst
antagonistisch aufzutreten, um die Kikonen in die Richtung der
Föderation zu drücken.

# Zeit: MD 11.2220

# Ort: Wissenschaftslabor

Trish hält den
Beeinflussungsplan für etwas neo-kolonialistisch.

</SUM

Submitted by

Lt. Daniel Claton

CWI USS Hephaistos

aka

Dominik