Hallo?

<RPG>

# Zeit: MD 12.0620
# Ort: USS Hephaistos,
Shuttlerampe

„Captain an Bord!“

„Helft mal mit den Hühnern.“

„Was ist das, ein mobiler
Zoo!?“

Sätze flogen vorbei,
Anweisungen wurden ausgetauscht. Zu viele Sprecher. Zu schnell
um folgen zu können.

„Lt Wells!!!“, zumindest
schien Emily hier allgemein bekannt und beliebt zu sein.

„Das Klingonenraumschiff das mich aufhält, ist noch nicht
gebaut.“

Mehrere Leute redeten
durcheinander. Allgemeine Freude über Emilys Wiederkehr.

„… Crane, melden Sie sich
mit Ihren Leuten am besten bei der Sicherheit…“ war der
Captain herauszuhören.

Ringsum herrschte
Geschäftigkeit. Jeder wusste was er zu tun hatte.

„Captain, können wir kurz
sprechen? Wegen der Delegation die nachher eintrifft…“

Fabien hörte wie Ruthvens
Stimme sich entfernte.

Jemand trug einen gackernden
Käfig davon.

Dann plötzlich: Stille.

„ähm…“ räusperte sich der
Franzose. „Hallo??“

Keine Antwort.

Vorsichtig erhob sich Fabièn
von seinem Sitz. Er war sitzengeblieben, um im Trubel nicht
umgerannt zu werden oder im Weg zu stehen.

„Ist hier noch jemand?“ fragte
er in das Shuttle hinein, und kam sich dabei unglaublich blöd
vor. Die Blamage war aber keine, denn niemand war mehr da. Er
wartete kurz; doch es schien auch niemand zurückzukommen.

Vorsichtig machte er sich auf
den Weg zum Ausgang. Es war vorteilhaft, dass die
Föderationsshuttles im Grunde alle gleich gebaut waren. Fabi war
schon in genug dieser Dinger unterwegs gewesen, um zu wissen
nach wieviel Schritten er anhalten und vorsichtig mit dem Fuß
die Rampe ertasten musste.

„Halloo..“ hallte seine Stimme
durch den Shuttlehangar.

Den Hangar durchquerte er
einigermaßen sicher, allerdings mit vorgestreckten Händen. Nur
falls sein Gefühl ihn trügte, was die Wände anging. An der Wand
angekommen, taste er sich nach links. Nicht lange, dann kam das
erwartete Fenster. Daneben war eine Tür, die sich zischend
öffnete. Der Kontrollraum des Hangars. Im Fall, dass das
Kraftfeld versagte, war diese Tür die Lebensversicherung des
Hangaroperators.

„Hallo?“ fragte Fabi in den
Raum hinein.

Er lauschte kurz. Es klang
nicht, als ob hier jemand wäre – nicht einmal die regelmäßigen
Atemzüge einer schlafenden Nachtwache. Wahrscheinlich hatte man
die Station nur kurz für das Hereinlassen des Shuttles besetzt.

„Hallo.“ wiederholte er
überflüssigerweise.

Der Franzose überlegte. Selbst
wenn er den Ausgang fände, hatte er nur geringe Lust, als
blinder Passagier durch die Gänge der Hephaistos zu irren.
Irgendwie musste er jemand finden, der ihm weiterhalf.
Beziehungsweise erst mal ein Bett auslieh… Da kam ihm eine
Idee.

„Computer?“

Ein Piepsen zeigte an, dass
sich irgendwo, verborgen hinter den Paneelen ein Mikrofon
eingeschaltet hatte und auf die nächsten Worte lauschte. Gut.

„Ähm… ich bitte darum dass
mir ein Quartier zugewiesen wird.“

Ein Brummton erklang, dann die
synthetische Stimme des Bordcomputers. „Sie sind nicht in der
Personendatenbank registriert. Bitte autorisieren Sie sich

„Lt. Fabièn LaGroille, USS
Humboldt, Persönlicher Code Theta 77-01-216“

Der Bordcomputer antwortete
ohne Bedenkzeit.

„Lt. Fabièn LaGroille, Sie
sind nicht in der Personendatenbank registriert. Eine manuelle
Eingabe Ihres Codes ist erforderlich. Ein Terminal an ihrem
aktuellen Standort – Operation Room Shuttle Bay 1 – wurde dafür
freigeschaltet.“

„Wie jetzt“, entfuhr es ihm.
„Mit den Fingern? Auf dem Touchscreen?“

„Bestätigt“, erwiderte die
Computerstimme ungerührt.

„Klasse“, murmelte der
Franzose. Er blinzelte. Immer noch alles schwarz. Er tastete
umher und fand eine glatte Fläche, die die Berührung mit einem
ärgerlichen Summton beantwortete.

An den Raum gerichtet,
verkündete er: „Ich bin sehbehindert und kann den Code darum
nicht per Hand eingeben. Bitte eine alternative
Eingabemöglichkeit anbieten.“

Diesmal schien er den Computer
tatsächlich herausgefordert zu haben. Ein Piepsen bestätigte die
Eingabe, doch dann geschah für mehrere Sekunden nichts. Er
wartete geduldig.

Dann meldete sich das System
wieder. „Die Bedienungshilfen für Nutzer mit eingeschränkten
Fähigkeiten sind nicht installiert. Sie haben die Möglichkeit,
sie jetzt über das Subraumnetz herunterzuladen und installieren.
Bitte geben Sie dafür einen Persönlichen Zugangscode ein, der
über die Freigabe zur Installation von Computerdiensten
verfügt.“

Aha.

„Lt. Fabièn LaGroille, USS
Humboldt, Persönlicher Code Theta 77-01-216“


Natürlich
war nicht ernsthaft damit zu rechnen, dass das funktionierte.


„Lt. Fabièn LaGroille, Sie
sind nicht in der Personendatenbank registriert. Eine manuelle
Eingabe Ihres Codes ist erforderlich. Ein Terminal an ihrem
aktuellen Standort – Operation Room Shuttle Bay 1 – wurde
dafür freigeschaltet.“


Im Stehen tastete Fabi nach
der Wand neben der Tür. Nachdem er sie gefunden hatte, schlug er
mehrmals seinen Kopf dagegen.

„Sie scheinen motorische
Probleme zu haben“, diagnostizierte der Bordcomputer hilfreich.
„Benötigen Sie ärztliche Assistenz?“

„Nein, du..“ setzte LaGroille
an (das Kopf-Schlagen fortsetzend), nur um sich unmittelbar zu
korrigieren…. „obwohl,.. ja! Ja! Ich benötige ärztliche
Assistenz!“

„Ich rufe die Krankenstation.“

# Zeit: MD 12.0650
# Ort: USS Hephaistos,
Krankenstation

Müde rührte Nathaly in ihrem
Kaffee und überflog die Nachrichten im Subraumnetz. Sie genoss
diese Zeit am Morgen vor dem ersten Einsatz. Zumal der
momentane (Über)füllgrad des Schiffes auch bedeutete, dass
sich die Auslastung der medizinischen Abteilung entsprechend
erhöht hatte. Tagsüber gaben sich die Patienten die Klinke in
die Hand und man kam kaum dazu, mal auf die Toilette zu gehen.
Man konnte noch froh sein, wenn jemand einfach nur eine
Spritze wollte und nicht seine Lebensgeschichte diskutieren.
Die ganzen Typen von der Ainama hatten eindeutig nen Schuss
weg. Dauernd kam einer an und wollte *reden*.

Manchmal wünschte Nathaly
sich, sie wäre doch Tierärztin geworden. Pferde laberten dich
garantiert nicht stundenlang voll. Sie schloss kurz die Augen
und stellte sich eine sommerliche Pferdeweide vor. Das Gras
stand hoch und kitzelte an den Beinen. Ein gutmütiger Brauner
stand vor ihr und sah sie mit kullerrundem Pferdeblick an,
fertig gesattelt für einen kleinen Trip. Die Grillen sangen
ihr eintöniges Lied …

Da sie merkte wie sie
wegdöste, zwang sie sich die Augen wieder zu öffnen, und hob
die Kaffeetasse zum Mund. Sie schlürfte gerade einen Schluck
des köstlichen Lebenselixiers, als…

*dütdütdüt* [„Medizinischer Notfall in Shuttlerampe 1. Patient
ist ansprechbar. Ich verbinde.“]


Sofort war Nathaly hellwach.
Die Kaffeetasse landete unsanft auf dem Schreibtisch. „Ensign
Grace hier – was haben Sie für einen Notfall?“

Eine freundliche
Männerstimme ertönte. [„Keine Sorge, es ist eigentlich halb so
wild. Ich musste nur den Computer dazu bringen, mich mit ’nem
Menschen zu verbinden. Ich bin n…“]

„Wollen Sie mich
verarschen??“, entfuhr es Nathaly, ganz entgegen ihrer
üblichen schüchternen Art. „Tschüss!“ Ehe sie sich unter
Kontrolle hatte, waren ihre Finger schon zum Knopf gezuckt und
hatten die Verbindung getrennt.

„Scherzanrufe am frühen
Morgen, das hab ich gerade noch gebraucht“, maulte Nathaly.
Das konnte doch nur einer von diesen undisziplinierten
Zivilisten aus der Wissenschaftsabteilung sein. „Na toll,
jetzt kann ich auch noch den Kaffee aufwischen.“

[„Ahem“], drang es aus dem
Interkom. [„Kein Scherzanruf…“]

Die junge Ensign lief rot
an. Uups… Jetzt fiel es ihr auch wieder ein –
Notrufverbindungen konnte man frühestens nach 60 Sekunden
schließen, damit sollte versehentliches Abschalten verhindert
werden. Verdammt. Peinlich!

Unterdessen fuhr der Anrufer
fort.
[„Wenn Sie mir vielleicht
erst mal zuhören könnten… ich bin sozusagen obdachlos
gestrandet…“]

(*Ball in die Luft werf*)


</RPG>
<SUM>

# Zeit: MD 12.0620
# Ort: USS Hephaistos,
Shuttlerampe
– Fabiens Ankunft an Bord
der Hephaistos verläuft etwas holprig

</SUM>

** submitted by
Johannes
aka Lt. Fabien LaGroille,
Obdachlos