Und noch ein Wiedersehen

Hallo!

 

Dies ist ein CoPost von Emily und Jetsun, also Sunny und Isabelle.

Es passt zeitlich so gerade noch, wurde aber schon langsam eng. Aber es konnte ja nicht angehen, dass Em wieder an Bord ist und Jetsun das nicht mitbekommt 🙂

 

 

<RPG >

 

# Zeit: MD 12.0645

# Ort: Quartier Jetsun und Ileytis

 

Heute hatte sie Spätschicht. Und das nicht in der Krankenstation, da sie ja wegen der Kikonen und dem ganzen Drumherum für den gesamten Zeitraum vordringlich an Botschafter Jared abgestellt worden war. Das änderte nichts daran, dass Jetsun sich immer wieder auf der KS blicken ließ, denn Kikonen hin oder her, sie war ja immer noch die amtierende CM. Und außerdem interessierte sie es ja auch, was auf der Krankenstation so vor sich ging.

 

Daher war Jetsun trotzdem recht früh aufgestanden, hatte sich ausgiebig gewaschen und dann erst einmal in ihre Uniform geworfen um auf der Krankenstation zu schauen, was es neues gab. Ileytis war liegen geblieben und Jetsun gab ihrer Freundin einen schnellen Kuss auf die Stirn gab, was diese mit einem leisen brummen quittierte und machte sich dann leise auf den Weg.

 

Beim Verlassen ihres gemeinsamen Quartiers fiel Jetsuns Blick auf die kleine flache Schachtel, die auf einem Sideboard stand. Hier hatte sie sich einige Notizen gesammelt über Emily, was für eine liebe Freundin sie immer gewesen war und alles das. Leider war es nicht besonders viel, weshalb alles, was sie zusammengeschrieben hatte, auf vier Zettel passte, die sie in der Schachtel verwahrt hatte.

 

Jetsun seufzte leise. Nach dieser Mission würde sie wohl Emilys Väter aufsuchen müssen um mit ihnen über deren Tochter zu sprechen. Das stand ihr unglaublich bevor. Von der Aufgabe, diese ausfindig zu machen ganz zu schweigen. Sich darum zu kümmern hatte sie bislang komplett vor sich hergeschoben. Dennoch war das eine Ehrenschuld und natürlich würde sie das tun. Aber… Himmel! Noch nicht.

 

 

 

# Zeit: MD 12.0655

# Ort: Krankenstation

 

Auf der Krankenstation war nicht viel los. Ensign Grace’s Dienst würde jeden Moment beginnen und PO An Harka, der die Nachtwache hatte, hatte sich kurz ins Bad zurückgezogen.

Dafür lag ein Stapel PADDs bereit für Nataly. Offenbar Crewmitglieder, die wohl eine Routineuntersuchung vor sich hatten. Ein etwas größerer Stapel als sonst üblich. Aha. Neugierig griff sich Jetsun das erste PADD.

 

Hmm… Ein Lieutenant Fabien LaGroille. Den Namen hatte sie noch nie gehört. OPS. USS Humbold? Was hatte denn ein Offizier der Humbold hier verloren? Und er hatte ein Problem mit seinen Augen? Und war… seit wann an Bord? Seit einer halben Stunde?

 

Jetsun begriff gar nichts. Völlig verwirrt nahm sie das nächste PADD. Lieutenant Emily Wells..!

 

Emily Wells… Emily Wells… EMILY? EM???

 

Bestimmt 10 Sekunden lang starrte Jetsun das PADD an ohne ein weiteres Wort darauf zu erkennen, ehe sie es einfach fallen ließ und sich umdrehte.

„Computer! Lokalisiere Lt. Emily Wells.“

 

[Lt. Wells befindet sich in ihrem Quartier.]

 

„WAS? Warum sagt mir denn niemand etwas? Seid ihr denn alle verrückt?“

 

[Bitte präzisieren Sie die Frage!] erwiderte der Computer ungerührt.

 

„Ach, leck mich!“ fauchte Jetsun und war eine Sekunde später schon aus der Tür heraus, wo eine etwas verwirrte Ilali ak Metano ihr gerade noch ausweichen konnte um dann kopfschüttelnd die Krankenstation zum Dienstbeginn zu betreten.

 

 

 

# Zeit: MD 12.0702

# Ort: Emilys Quartier

 

Die Tür zu Emilys Quartier öffnete sich nicht von alleine und Jetsun war zu durcheinander, um ihren CM-Not-Account zu nutzen. Also wartete sie, bis sich jemand auf ihren Ruf hin meldete. Als sich dann endlich nach einer gefühlten Ewigkeit die Tür öffnete, sah sie einfach nur Emilys Gesicht vor sich, so, wie sie die Trill eben kannte. Irgendwie. Sie trat einen Schritt vor und umarmte diese einfach, drückte sie an sich.

„Wieso bist Du da?“ fragte sie dabei. „Und wieso hat mir denn niemand davon etwas gesagt!

Himmel, Em! Em! Ich bin… o, Buddha, ich bin so… so wahnsinnig glücklich. Em..!“

 

Jetsun hatte ihre Arme fest um Emily Körper geschlungen. Fast wie eine Raubkatze die ihre Beute zur Strecke bringen wollte. Einen Augenblick lang stand Emily etwas perplex einfach nur da, das hatte sie nicht kommen sehen! Nur langsam hob die Trill ihre Arme am um etwas unbeholfen den Rücken der Freundin zu tätscheln.

 

Emily freute sich unglaublich Jetsun wieder zu sehen, aber das hier ging zu schnell- Sie war unvorbereitet und ihre imaginären Freunde waren auch uneins was sie davon halten sollten.

Erst mit einiger Verzögerung gelang es Emilys Geist die ihr gestellten Fragen zu verarbeiten und eigentlich hatte sie sich auch leicht von ihrer Freundin löschen wollen, diese jedoch klebte weiter an ihr. Es gab doch diese antiken Fliegenfallen… diese Streifen die man an der Decke befestigte und an denen die Fliegen dann festklebten. Warum sie gerade jetzt an diese Falle denken musste und woher Em dies überhaupt kannte, war ihr aktuell ein Rätsel.

 

Langsam atmete die Trill ein und wieder aus. Sie war aufgeregt und nervös. Am Ende würden ihre alten Freunde gar nicht mehr ihre Freunde sein wollen, weil sie Symbionten voll eklig fanden. Ein Umstand den Em total verstehen konnte, sie war schließlich komplett verwurmt! Und ja, das war eklig. Ein leichtes Zucken in ihrem Bauch schien darauf hinzudeuten, dass sich irgendwer aktuell diskriminiert fühlte.

 

Innerlich verdrehte Emily die Augen, das war alles nicht einfach. Es gelang ihr jedoch sich für einen Augenblick zu entspannen und die Umarmung aufrichtig zu erwidern, immerhin stand hier Jetsun vor ihr und allein diese Tatsache grenzte schon an ein Wunder.

 

Nun schien die CM sich doch von Emily zu lösen, hielt jedoch ihre Arme fest, fast als würde die befürchten die verschollene Freundin sonst direkt wieder zu verlieren.

„Ich habe mich selbst gerettet“, verkündete EM grinsend und zauberte so auch ein Lächeln auf die Lippen ihrer Freundin.

„Okay, Fabi war auch ’ne Hilfe. Der ist übrigens jetzt wohl dein Patient. Zu dem musst du besonders nett sein, wir waren Zellengenossen bei den Klingonen“.

 

Jetsun verstand aktuell nur Bahnhof, aber vorsichtshalber zog sie Emily zurück in ihre Arme, sie hatte sicher viel durchgemacht.

 

„Ich bin noch gar nicht lang wieder da. Wir sind vorhin erst wieder auf der Hephaistos angekommen und ich musste erst mal mein Quartier zurückerobern“, stellte Emily fest und zog nun die CM einfach mit sich auf das Sofa, wo Em sich auch fast auf den kleinen Kobold gesetzt hatte.

 

Entschuldigend strich die Trill über das Fell des Tieres und brachte ihn so dazu nicht mehr zu fauchen. „Das ist Flauschi… Die Frau die hier jetzt wohnt hat ihn anderes genannt, aber lass dir nix erzählen, das ist Flauschi und er war auch bei den Klingonen.“

Langsam erhob sich Em, „Willst du was essen, oder trinken?“

 

Jetsun war völlig und komplett verwirrt. Klingonen? Ihr hatte niemand etwas darüber erzählt. Em hatte einen Transporterunfall gehabt. Jedenfalls hatte sie sowas gehört. Aber was das mit Klingonen zu tun haben sollte… Und was war dieser… dieses… Flauschi? Und was für eine Frau? Und…

 

Jetsun atmete tief durch.

„Danke!“ sagte sie. „Vielleicht einen Tee. Aber mach Dir keine Umstände. Ich bin einfach nur unendlich froh, dass Du heil und gesund wieder hier bist. Ob da nun Klingonen oder Flauschies waren, wo Du warst, ist nicht so wichtig. Du bist wieder hier und das ist alles, was zählt. Höchstens… haben die Klingonen etwa unseren Transporter angezapft?“

 

Nicht dass da noch mehr in dieser Richtung passierte. Emily war ein Stehaufmädchen, die immer irgendwie auf die Füße fiel. Aber wenn andere in solche Situationen kämen, würde Blut fließen. Und…

 

Moment…

 

Jetsun blinzelte.

 

„Da waren noch andere? Fabi… ist das dieser Fabienne LaDings? Der mit den Augenproblemen? Haben die Klingonen die auch alle entführt?

Um Himmels Willen!“

 

Emily replizierte zwei Tassen mit grünem Tee und reichte eine davon ihrer Freundin, während sie sich neben sie auf das Sofa setzte. Dabei hob sie den Kobold auf den Schoß und präsentierte ihn. „Also das ist Flauschi… Er ist so niedlich und kuschelig und trotzdem hat er Klingonen gebissen. Ich glaub die sind allergisch gegen ihn.“

 

Jetsun nickte dazu nur wortlos. War das ein Tribble? Sie hatte noch nie einen gesehen, glaubte es aber doch nicht.

 

Emily nahm einen vorsichtigen Schluck des Tees. „Ich befürchte die Klingonen haben den Transporter angezapft, das war so ein Forschungsschiff, aber das Schiff gibt es nicht mehr und alle wurden gerettet.“

 

Über dem Kopf der CM schwebten noch immer imaginäre Fragezeichen. Emily besaß ja auch die wundervolle Gabe bei einer datierten Erklärung alle Zweifel zu verstärken und die Fakten so klar wie in einer nebligen Nacht dastehen zu lassen.

 

„Wichtig ist ja nur, dass wir nun alle hier sind und gesund und das du Fabis Augen wieder hinbekommst. Ich glaub er fand es nicht so lustig als Versuchsobjekt für die Klingonen herhalten zu müssen. Und ein Pilot ohne Augen ist irgendwie nutzlos. Ich habe ihm das ja nicht direkt gesagt, aber…“

 

Jetsun hatte immer wieder bei der Erklärung am Tee genippt, das bunte Puzzle begann sich zusammen zu fügen und ergab doch eher ein düsteres Bild.

 

„Ich versuche mein Bestes“, versprach die CM und nahm sich vor, sobald sie neben ihrer Aufgabe beim Botschafter etwas Zeit hatte, nach ihrem Patenten zu sehen.

 

Die Trill hingegen versuchte nun doch das Thema in eine angenehmere Richtung zu lenken. Ihr war klar, dass Jetsun beim nächsten Bericht auf der Krankenstation die medizinischen Berichte studieren würde, oder einfach alle Neuankömmlinge einem Scan unterzeihen würde. Und dann würde sie von dem Symbionten erfahren.

 

Vielleicht wäre es klug gewesen, sich jetzt und hier zu offenbaren, zumindest waren in diesem Punkt die imaginären Freunde einig, aber für den Moment genoss Emily die Normalität zu sehr. „Berichte mal lieber was hier los war… also abgesehen davon, dass der OPS eine fremde Frau in mein Quartier gesetzt hat. Da wird man mal ein paar Tage für tot gehalten und schon sind die Sachen weg“, scherzte Emily.

 

„Wieso weg?“ Jetsun sah sich um und nahm überhaupt erst jetzt die Umgebung wirklich wahr. Und es stimmte! Emilys für sie so typische ‚Ordnung‘ war nicht mehr. Das ganze Quartier sah irgendwie deutlich steriler aus.

 

„Das gibt’s doch nicht!“ entfuhr es der Bhutanerin. Für so herzlos hatte sie die Schiffsführung nicht gehalten. Andererseits… mit den ganzen Geretteten der Ainama war die Hephaistos schon an den Grenzen ihrer Möglichkeiten angelangt. Nur deshalb hatte sie Ileytis ja wohl auch bei sich aufnehmen können. Hmm.

 

„Sag ich ja!“ stimmte Emily heftig nickend zu.

 

„Viel erzählen, was auf den Schiff so los ist kann ich nicht. Ich wurde für diese Mission von meiner Tätigkeit als CM freigestellt und hatte sozusagen diplomatischen Kontakt zu den Kikonen. Das sind sehr freundliche Leute, dort unten auf dem Planeten. Dort bekleiden die Frauen vor allem alle wichtigen Positionen. Die Männer sind eher die Künstler und so. Und besorgen den Haushalt.“

 

Emily nickte, ein wenig abwesend. Für sie war nicht so entscheidend, was Jetsun für Geschichten erzählte sondern vielmehr, dass sie es tat. Es war ein gutes Gefühl von Normalität, ihrer Freundin zuhören zu können.

 

„Am dramatischsten war, als wir eine irgendwie heilige Mission durchzuführen hatten. Wir mussten zu Fuß, mit einem Boot oder auf dem Rücken von Reittieren zu verschiedenen Orten reisen um dort Artefakte zu bergen. Heiligen Sand zum Beispiel. Und das in Gewändern die unglaublich, äh, offenherzig waren. Das ist da unten schick. Mein Kleid bedeckt nicht mal meinen Busen.“

 

„Das will ich mal sehen!“ platzte Emily heraus.

 

„Ich zeig’s Dir gern. Ich werde es nachher wieder anziehen. Da kommen die Kikonen hierher aufs Schiff.

Aber was ich eigentlich erzählen wollte: Es gibt dort unten auch so eine Art Rebellen. Die haben uns dann in ihre Gewalt gebracht und wollten von uns dann Unterstützung gegen die Regierung. Außerdem hatten die Klingonen dann noch Feuer gelegt und das brennt dort unten sehr stark. Wegen dem hohen Sauerstoffanteil. Eine der Kikonin wäre ums Haar verbrannt. Das war alles ziemlich furchteinflößend. War aber dann doch gut ausgegangen.“

Jetsun schüttelte leise den Kopf. Wenn sie so jetzt darüber nachdachte…

 

„Wie gesagt, die Kikonen kommen heute Vormittag an Bord. Wirst Du im Maschienendeck sein? Vielleicht schauen sie sich das ja auch einmal an. Ich kann Dich dann vorstellen, wenn Du magst.“

Jetsun sah ihre Freundin an. Vielleicht wäre das gar nicht so schlecht. Emily war sicherlich keine Vorzeigediplomatin und üblicherweise war sie unglaublich extrovertiert. Im Augenblick aber wirkte sie eher erschöpft. Das war verständlich, nachdem sie mehrere Tage lang in der Gewalt der Klingonen gewesen war. Aber vielleicht war die Normalität des Maschienendecks da eher geeignet, ihr den Weg zurück zum normalen Leben zu ebnen als das Alleinesein hier in ihrem Quartier, was ja nicht einmal mehr so richtig das ihre war.

 

„Ich bin zwar noch nicht wieder im Dienst, aber es wird mich ja keiner Hindern da mal nach dem Rechten zu sehen“, erklärte Em und war sich gar nicht so sicher ob die Entscheidung nun optimal war, denn immerhin waren das viele Leute auf einmal. Und wenn der Botschafter auch anwesend war, was ja nicht sonderlich abwegig war, dann kannte sie die Anwesenden auch direkt aus zwei Leben. Wieder so ein Gedanke der für den Anflug von Migräne sorgte. Auf der Suche nach einer wirklich guten Ausrede blickte Emily sich in ihrem Quartier um, in dem nicht mehr viel von ihr selbst übrig war, die Ironie des Schicksals konnte die Trill nicht leugnen.

 

„Ich glaub ich guck mir mal die hübschen Kleidchen an von den du erzählt hast, vielleicht kann man da was im Replikator programmieren und es als Standard festlegen.“

 

Jetsun schloss ihre Freundin unvermittelt in den Arm, irgendwie verhielt sich Emily zwar eigenartig, aber das war für den Moment egal, sie war hier und sie alle waren in Sicherheit. Unweigerlich flohen die Gedanken der CM zu den Abenteuern die sie in den letzten Tagen durchgestanden hatte und konnte  sich dem Gefühl nicht erwahren ein klein wenig stolz auf sich selbst zu sein.

 

</RPG >

 

 

<SUM>

 

# Zeit: MD 12.0645

# Ort: Quartier Jetsun und Ileytis

 

Jetsun macht sich vor ihrem eigentlichen Dienstbeginn auf, die Krankenstation zu besuchen.

 

 

# Zeit: MD 12.0655

# Ort: Krankenstation

 

Auf der Krankenstation entdeckt Jetsun, dass Emily offenbarwieder an Bord ist. Spontan sucht sie ihre Freundin auf.

 

 

# Zeit: MD 12.0702

# Ort: Emilys Quartier

 

Jetsun ist echt froh und glücklich, dass Emily wohlbehalten wieder an Bord ist und begrüßt diese enthusiastisch. Dabei bemerkt sie nicht einmal, dass ihre Freundin sich verändert hat.

Die zwei trinken Tee und berichten einander kurz, was inzwischen passiert ist, doch ein wirklich tiefes Gespräch entsteht nicht, bevor Jetsun wieder aufbrechen muss.

 

</SUM>

 

 

***submitted by

Sunny und Jetsun