[USS-Hephaistos] Gespräche

Hallo miteinander,

 

ich wollte unbedingt mal wieder etwas zu Jenn schreiben, sich noch etwas entwickeln. Der zweite Teil ist das mit einem Ball für Ela versehen. Sorry, ist ein hart diplomatischer Ball, aber aus meiner Sicht ergibt der am meisten Sinn.

 

Liebe Grüße

Friddi

 

 

<RGP>

 

Ort: USS Hephaistos, Büro des OPS

Zeit: MD 9.0925

 

Nach einer einigermaßen angenehmen Nacht betrat Jennifer das Büro des OPS. Dieser saß bereits an seinem Schreibtisch und als Jenn eintrat zog er ärgerlich eine Augenbraue nach oben und stand bereits auf.

 

"Hey, alles in Ordnung, ich bin hier um zu helfen." Dabei versuchte Jennifer das dringende Bedürfnis sich eine Zigarette anzuzünden zu beherrschen. Sicherlich wäre der eifrige Offizier nicht gut auf sie zu sprechen, sollte sie erneut einen Brandfleck in seinen Schreibtisch machen.

 

Ein grummeliger Laut entglitt dem OPS der Hephaistos. Er wusste nicht ob er Hilfe von dieser Frau wollte. Den ganzen Morgen hatte er versucht die Programmierung an dem Replikator wieder rückgängig zu machen. Das rote Licht, in welchem das Interface des Replikators glühte machte ihn ganz aggressiv. Auch Jennifer bemerkte den Blick von Ens. Connor. Dies zauberte ihr ein amüsiertes Grinsen auf ihr Gesicht. Sie kannte so viele, die sich mit den Regeln der Sternenflotte ausbremsten. Immerhin, der junge Ens vor ihr, hatte eigentlich noch alle Zeit der Welt um zu lernen, dass es manchmal gut war Regeln zu brechen oder zu dehnen.

 

Langsam trat Jennifer an den Replikator. Sie war sich des misstrauischen Blickes bewusst, der sie verfolgte. "Zwei He’ubeth , heiß!", lautete ihr knapper Befehl.

 

Der Replikator begann zu summen und die Rottöne oszillierten. Dann erschienen zwei dampfende Tassen in der Ausgabe. Jennifer nahm diese in die Hand und verzog kurz das Gesicht. "Verdammt, echt heiß!"

 

Dann drückte sie William eine in die Hand. Diese musterte misstrauisch das Getränk. Wollte diese seltsame Frau ihn jetzt vergiften? Zumindest roch das Getränk angenehm. Es hatte einen würzigen Duft und die Farbe erinnerte ihn an Kakao.

 

Jenn nahm bereits einen Schluck und schloss ihre Augen. He’ubeth war eine gute Erinnerung. Es gab auch diese guten Erinnerungen, aber sie wurden überdeckt von so manchen dunklen Momenten der vier Jahre. Als Jennifer ihren zweiten Schluck nahm sah sie silberne Augen und blonde Haare mit einem violetten Touch. Schnell öffnete sie daher wieder ihre Augen und für einen Moment hätte man tiefen Schmerz in ihnen erkennen können. Doch weder war William ein ausgebildeter Psychologe, noch hatte er auf Jennifers Emotionen geachtet. Er blickte immer noch irritiert auf seine Tasse.

 

"Was soll das?", stellte er schließlich die Frage, mit der er auch den gestrigen Abend einschloss.

 

"Ein Friedensangebot und der He’ubeth ist gut, ich habe selber dafür gesorgt, dass er in die veränderte Programmierung aufgenommen wird."

 

Vorsichtig nahm William einen Schluck. Wahrscheinlich aus purer Neugier. Überrascht öffnete er die Augen. Dieses Getränk hatte eine scharfe Note, die auf der Zunge prickelte, dazu eine angenehme Süße, die sanft mit der Bitterkeit des Getränks harmonierte. Es war schwer zu beschreiben, an was das Getränk ihn erinnerte. Er war sich allerdings sicher, dass er dem Getränk nun Zeit seines Lebens verfallen sein würde. "Wow."

 

"Ja, ich weiß", entgegnete Jenn und lachte leise vor sich hin. "So ging es mir damals auch. Doch das tut jetzt nichts zur Sache." Sie deutete auf den Brandfleck. "Das tut mir Leid. Ich kann gerne dafür Sorgen dass die Schiffstechnik das repariert."

 

William blickte auf den Brandfleck. Er hatte selber schon einen Reparaturauftrag eingegeben. Also schüttelte er mit dem Kopf. "Darum geht es nicht…, nicht nur. Das was sie gestern…"

 

Jennifer trat rasch einen Schritt auf den jungen Mann zu und legte ihm ihren Zeigefinger auf seine Lippen. Sie lächelte und schüttelte den Kopf. "Ich habe gestern ihr Büro gekapert. So bin ich nun mal. So lange bis ich von Bord gehe, werden sie damit leben müssen. Doch ich kann ihnen helfen. Ich bin gut in dem was ich tue."

 

William zog seinen Kopf weg. Er wollte eine Entschuldigung hören. Er wollte eine Erklärung. Also holte er noch einmal tief Luft. Doch wieder schüttelte Jennifer den Kopf.

 

"Nein, ich werde mich nicht Entschuldigen. Schminken sie es sich ab."

 

Er ertappte sich dabei wie er einen großen Schluck des heißen Getränks nahm. Sein Hirn fühlte sich seltsam leicht an. Hatte es eine berauschende Wirkung?

 

Jennifer lachte. Sie spürte die Wirkung des He’ubeths schon längst nicht mehr. Zu sehr hatte sie sich an die aufmunternde Stimmung gewöhnt. Dabei war sie nicht Schlimmer wie die Wirkung von Koffein. Doch auch dies hielten manche für eine Droge.

 

"Was ich sagen wollte", diese seltsame Euphorie machte William direkt etwas zu schaffen. Er konnte nicht mehr wütend sein. Ein Umstand den er jetzt gebraucht hätte um Jennifer eine Standpauke zu halten. Auch weil sie ein Quartier für eine Offizierin eingeteilt hatte, welches eigentlich belegt war. Zudem mit einem geschätzten Mitglied dieser Crew, welches nicht tot, sondern nur verschwunden war. "Das Quartier von Lt. Wells stand nicht zur Verfügung!"

 

"Glauben sie mir, man wird schneller vergessen, als man denkt." Ein sarkastischer Ton schlich sich in Jennifers Stimme ein. Sie setzte die leere Tasse auf dem Schreibtisch ab. Bewusst hatte sie als Standort den Brandfleck gewählt.

 

William quittierte dies mit einem kurzen Blick. "Wir werden Lt. Wells nicht vergessen!"

 

"Dann ist das ja gut." Hatten die Augen noch vor wenigen Augenblicken amüsiert gefunkelt. So glichen sie nun einer unerbittlichen Schwärze. Einem dunklen, beängstigendem Etwas. Wahrscheinlich hätte man sie durchaus mit einem schwarzen Loch vergleichen können. Wie dieses alle Gravitation anzog, wie es alles verschlang, was zu weit in seine Nähe kam. Genauso sogen die Augen von Jenn nun eine Düsternis an. Ihre Stimme hatte sich um einige Nuancen abgekühlt. "Ich kenne Sam schon lange, sie brauchte ein Schlafplatz. Den hat sie aktuell. Wenn ihre Lt. Wells zurückkehrt, dann wird sich alles klären. Da bin ich mir sicher. Doch bis dahin hatte die amtierende CO dieses Schiffes einen Ort an dem sie Ruhe findet. Das ist alles."

 

William hätte gerne noch aufbegehrt. Doch irgend etwas warnte ihn, dies zu tun. Die leicht euphorische Stimmung des He’ubeths war so schnell verklungen wie sie aufgetreten war. Vielleicht lag es auch an dieser Urgewalt ihm gegenüber. Er war sich nicht sicher, wollte er diese Frau in seinem Team haben?

 

"Hey, in einigen Tagen bin ich wieder weg. Dann können sie die Fenster öffnen, frische Luft hereinlassen und die Blumen welche noch zu retten sind wieder pflegen. Doch bis dahin kann ich ihnen helfen, nein, muss ich ihnen helfen." Jennifer legte ihre rechte Hand auf die seine. Ihre Augen fixierten den OPS der Hephaistos.

 

Bevor dieser etwas sagen konnte, erklang das Meldesignal des Eingangs zum Büro. "Herein!" erscholl seine Antwort. Nur langsam zog er seine Hand weg.

 

Jennifer drehte sich zum Eingang um. Ihre Stimmung hellte sich etwas auf, als sie den PO von gestern Nacht erkannte.

 

"Äh, gut dass ich sie beide antreffe!" Der PO betrat bei diesen Worten den Raum und marschierte direkt auf Jennifer zu. Freudestrahlend drückte er ihr ein PADD in die Hand.

 

"Was gibt es denn, PO?" fragte William und ärgerte sich insgeheim das er nicht das PADD bekommen hatte.

 

"Nun, Ens. Larson erteilte mir gestern einen Auftrag. Wir sind diesem sofort nachgekommen. Teile der Abteilung haben quasi eine Nachtschicht eingelegt." Dabei blickte er hoffnungsvoll zu Jennifer. Doch diese hatte sich bereits in der Lektüre vertieft.

 

"Nun, dabei haben wir festgestellt…" weiter kam der Mann nicht.

 

"…dass der Phaser nicht von der Hephaistos stammt. Wir sind also nicht Schuld an diesem Brand auf Thyene", entfuhr es Jennifer.

 

Sie reichte Willam das PADD, dieser überflog selber die Berichte. Dann überprüfte er die Bestandslisten auch mit seinem eigenen Terminal. Es war eindeutig, kein Phaser fehlte.

 

Jenn trat bereits auf Steven zu. Sie klopfte ihm anerkennend auf die Schulter. "Das ist sehr gute Arbeit PO Jackson. Weiß LtCmdr. DeCoster bereits davon?"

 

"Das ist nicht möglich. Die LtCmdr. weilt seit knapp einer Stunde auf Thyene, in einem Gespräch mit der Atrexa." Erklang es von William.

 

Jennifer entfuhr ein äußerst unschöner Fluch. Dann blickte sie zwischen William und Steven her. "Wir müssen etwas unternehmen, LtCmdr DeCoster benötigt diese Infos. Wer hat aktuell das Kommando über die Hephaistos?"

 

 

Ort: königlicher Palast, Thassos IV

Zeit: MD 9.1001

 

Samantha hatte wohl weißlich den Kommunikator in den tiefsten Standby Mode versetzt, den es für diese Geräte gab. So konnte sie eigentlich nur noch wenige Personen der Hephaistos erreichen. Doch es war die Offizierin nicht ratsam erschienen, sich während einer Besprechung mit dem Staatsoberhaupt von Thyene stören zu lassen. Das Gespräch war überraschen ehrlich geführt worden. Die Atrexa hatte Samantha nochmals alle Daten zur Verfügung gestellt, welche die Kikonen über das Feuer und den Phaser gesammelt hatten. Es war unweigerlich erkennbar, dass es ich bei der Brandursache tatsächlich um einen Phaser der Föderation handelte. Doch auch wenn man mittlerweile auf der Hephaistos belegen konnte, dass er nicht vom Schiff stammte, so hätte dies nichts am Gespräch der beiden Frauen geändert.

 

"LtCmdr. DeCoster", die Atrexa machte eine kurze Pause. Ja, auch die Kikonen konnten sich auf andere Kulturen anpassen und auch sie konnten die korrekte Reihenfolge der Bezeichnungen und Namen lernen. "Wir sind kein rückständiges Volk. Auch wenn es manchmal so wirken mag."

 

"Sie wirken auf mich nicht rückständig…", doch Samantha konnte ihren Satz nicht beenden.

 

"Ach kommen Sie LtCmdr DeCoster. Wir schicken ihre Crew auf eine heilige Queste. Wir verwenden dabei keine technischen Hilfsmittel. Auf mich würde dies in ihren Augen enorm rückständig wirken." Die Atrexa sagte dies sehr bestimmt, doch mit einem leicht humorvollen Unterton.

 

Dieses Gespräch nahm eine ganz andere Richtung. Eigentlich hatte Sam gedacht, sie würden über das Feuer sprechen. Den Vorfall hier auf Thyene. Doch anscheinend schien Diomeda Ismara dies alles nicht so sehr zu interessieren, wie sie alle gedacht hatten.

 

"Was? Dachten sie ich würde es ihnen zutrauen mit einem Phaser einen Anschlag auf unsere Welt zu verüben? Sie hätten einen Disruptor benutzt um uns die Gefahr der Klingonen vor Augen zu malen."

 

Ihre Uniform wurde ihr etwas eng. Sie bewegten sich hier auf einem ganz anderen Parkett. Warum musste sie dieses Gespräch führen? Warum nicht Codr. Ruthven, oder Shay, oder auch der Botschafter, warum sie? Ein Gefühl der Trauer überkam Samantha. Sie vermisste Permin. Auch wenn sich etwas verändert hatte. So war er doch nicht bei ihr. "Äh, nein, wir hätten auch das nicht getan."

 

"Ja, dieses Bild zeichnet man mir immer wieder von der Föderation. Sie suchen keinen Krieg und doch befinden sie sich in einem."

 

"Ja, wir befinden uns in einem. Doch glauben sie mir, wir fühlen uns dabei nicht wohl. Dies ist nicht der Auftrag der Sternenflotte. Wir wissen uns zu verteidigen, wir verteidigen unsere Grundrechte unsere Art zu Leben. Aber wir achten das Leben." Wehmütig dachte Samantha an die Zerstörung der Ainama. Sie dachte an die vielen Leben, welche dieser Krieg forderte auf beiden Seiten. Nein, Krieg war nichts was sie gut hieß.

 

"Unsere Kultur besteht seit vielen Epochen. Wir lieben unsere Art zu Leben, wissen Sie." Die Atrexa nahm einen Kelch mit Wasser von ihrem Tisch und nahm einen tiefen Schluck. "Doch ich weiß, dass es auch Untertanen gibt, die sich Veränderung wünschen. Doch Veränderungen brauchen Zeit. Nicht alles ist perfekt, doch wir führen alles in allem ein gutes Leben. Wenn wir uns für Außenweltler öffnen, dann wird die Veränderung aber schneller kommen. Ich weiß nicht, ob unsere Kultur dies verkraftet."

 

"Atrexa, zum einen kann es eine Bereicherung für Sie und ihr Volk sein. Zum anderen habe ich nicht das Gefühl eine Gesellschaft vor mir zu haben, die sich im offenen Umbruch befindet. Sie können mit ihrem Wissen unsere Gemeinschaft bereichern, genauso wie wir sie bereichern können." Auch Samantha griff sich einen Kelch und nahm einen Schluck des dargereichten Wassers. Ihre Kehle fühlte sich staubtrocken an.

 

Es herrschte Ruhe für einen langen Augenblick. Die Atrexa stand auf und näherte sich einer Fensterfront. Von dort hatte man einen guten Ausblick auf die Hauptstadt von Thyene. Nur langsam drehte die Frau sich wieder um. "Was würde ein Abkommen, eine Allianz zwischen unseren Völkern bedeuten? Ziehen Sie uns mit hinein in einen Krieg? Was bedeutete das für mein Volk? Welche Sicherheiten können Sie mir anbieten, gerade auch im Hinblick auf unsere Lebensweise, unsere Kultur?"

 

<hepp, Ball für Ela>

 

</RPG>

 

<SUM>

 

Ort: USS Hephaistos, Büro des OPS

Zeit: MD 9.0925

 

Jennifer bietet dem OPS der Hephaistos ihre Hilfe an. Auf ihre Art und Weise. PO Jackson informiert die Beiden, dass der Phaser nicht von der Hephaistos stammen kann.

 

Ort: königlicher Palast, Thassos IV

Zeit: MD 9.1001

 

Das Gespräch mit der Atrexa entwickelt sich in ganz andere Wege. Es geht viel mehr um Diplomatie, als den Vorfall auf dem Planeten.

 

</SUM>

 

submitted by

Ens. Jennifer Larson

Unruhegeist