[USS-Hephaistos] Vulkanquest in der heißen Phase

Hallo zusammen,
Copo von Friddi und mir. Es geht weiter mit unserer Vulkangöttin 🙂
Viele Grüße,  Friddi & Johannes
Ort: Vulkangebirge Kerbas, Thassos IV, am Krater Zeit: MD 9.0930

Lange Beine schwangen sich vom Rücken des männlichen Prix. Beine, die zu einem wohlproportionierten, weiblichen Körper gehörten. Die Überreste einer Tunika bedeckten nur noch Tallie, Hüfte und Teile der Oberschenkel. Lange rote Haare fielen lockig über den bloßen Rücken und bedeckten die nicht mehr bläuliche sondern nur irgendwie… golden leuchtende Haut. Trish tätschelte die Wange des erstaunlich zutraulichen Drachenmännchen, griff in die Überreste ihrer Kleidung und holte etwas hervor, dass sie ihm vor die Nase hielt. Gierig streckte der Drache die Zunge danach aus und zog es in den Mund, schleckte der Rothaarigen die Hand ab. „Gut dass Sie da sind, Commodore – mir geht langsam das Amorita aus“ Noch bevor sie antworten konnte, flüsterte Dynatos Istorios Tragodistis atto Turena nur „Déax ton prix…“ und ging auf die Knie. Alle Kikonen taten es ihm gleich. Zuletzt auch Dak Arouraia atto Tyre. So etwas hatte es noch nie gegeben…

Auch Claudia blickte vollkommen fassunglos auf die halbnackte Trish. Sie kam sich vor wie in einem schlechten Holoroman. Warum mussten dabei die Frauen immer ihre Kleidung verlieren? Andererseits trug sie im Moment auch nicht sehr viel Kleidung. Trotzdem, was geschah hier? Die Kikonen blickten ehrfürchtig zu dem männlichen Prix und Trish, die tatsächlich mit dem goldenen Glanz etwas von einem ätherischen Wesen hatte. Langsam machte Claudia Schritte auf Trish zu, dabei achtete sie immer auf das drachenähnliche Tier. Dieses beäugte sie sehr genau, doch offenbar entschied es sich, dass von der Frau keine Gefahr ausging. Vielleicht lag es aber auch daran, das Trish ihm beruhigend über seinen langen Hals strich.
„Trish, was ist passiert?“
„Es war seltsam, doch ich spüre eine Verbindung zu dem Tier. Irgendwie erinnert mich das alles an King Kong, haben sie die Holofilme dazu schon einmal gesehen?“
Oh ja, Claudia hatte diese leider schon gesehen. Vielleicht war es genau das, was sie so sehr an einen schlechten Roman oder Film erinnerte. Das edle Tier, dass sich ausgerechnet immer eine Frau griff. Nicht einmal auf einem Planeten wie Thassos IV schien das anders zu sein. Obwohl hier die Frauen doch das Sagen hatten. Konnten nicht die Männer hier mal die Sexsymbole sein? Warum mussten es immer die Frauen sein? Claudia entfuhr ein unwirscher Laut.
Die Technikerin der Hephaistos konnte nicht in die Gedanken der Commodore blicken. Also zog sie fragend die Brauen zusammen.
Claudia sah die Verwirrtheit der jungen Frau und wedelte mit der rechten Hand. „Nicht so wichtig. Nicht so wichtig. Doch können wir jetzt die Lava holen?“
Die Kikonen schauten sprachlos zu Claudia Ruthven. Wie konnte die Frau so respektlos mit der Göttin der Drachen sprechen? Selbst Auroraia stand der Mund offen. Sie hatte ganz vergessen das sie eigentlich die ganze Aktion sabotieren oder behindern sollte. Die Prix hatten entschieden und die ganze Queste schien ihr nun unter einem göttlichen Schutz zu liegen. Doch niemand sollte es wagen, so mit der Göttin zu sprechen. Wütend erhob sich die Kikonin. Der Prix reagiert daraufhin äußerst ungehalten.
Ein ohrenbetäubendes Brüllen erklang. Alle Kikonen die noch knieten warfen sich zu Boden. Die Sternenflotten Offizere griffen nach ihren Phasern, nur um festzustellen, dass sie kikonische Speere dabei hatten. Claudia war die Ruhe im Sturm. Sie hatte so viel auf den Brücken von Sternenflottenschiffen erlebt, da war ein brüllender Drache unangenehm aber nichts was ihr die Sprache verschlug. „Halt die Klappe!“ brüllte sie so laut sie konnte.
Doch der Drache dachte nicht daran aufzuhören. Er gebärdete sich wie ein liebestolles Männchen. Wieder einmal konnte die männliche Spezies mit nichts anderem denken als mit ihrem… Den Rest der Gedanken verwarf Claudia und blitzte Trish wütend an. Wenn sie schon die erlauchte Göttin dieser Viecher war, dann sollte sie gefälligst das neue Schoßtier auch im Griff haben.
Trish sah den Blick der Commodore und zuckte entschuldigend mit den Schultern. Dann sprach sie beruhigend auf das Tier ein. Doch dieses wollte sich nicht beurhigen lassen. Es hatte die Kikonin als Gefahr erkoren. Mit seiner Pranke schlug es immer wieder nach der armen Frau, welche sich behende wegrollte, sobald die Pranke auf den Boden schlug.
Auroraia war in einer unangenehmen Lage. Ihr Überlebensinstinkt sagte ihr sich gegen das Tier zu wehren. Doch die Tiere waren heilig und es war äußerst schlecht ein Männchen zu töten. Dazu hatte die Sternenflotte bewießen dass sie über den Segen der Göttin der Prix verfügte. Wer hätte gedacht, dass die Göttin der Prix von einer Außenwelt stammte. Vielleicht war dies komplett neue BEdeutung auf ihre Mythologie. In Auroraia wuchs ein Hunger. Ein Hunger nach dem Universum. Sie wollte Thassos IV verlassen können. Sie wollte noch mehr erleben was so wunderbar war wie dieser Augenblick. Ein verzweifeltes, ja schon fast irres Lachen entrang sich ihrer Kehle.
„Auch das noch…“ Claudia blickte verzweifelt auf die Kikonin. Welche sich als äußerst geschickt erwies. Vielleicht lag es aber auch daran, das der Drache Instinktgesteuert war. Männer, die waren einfach zu nichts fähig. Endlich gelang es Trish den Drachen zu beruhigen. Sie flüsterte ihm leise, süße Worte zu. Und tatsächlich wurde das Tier immer ruhiger. Schließlich legte es sich auf den Boden und schnaubte nur noch vor sich hin. Dabei stieß er immer wieder kleine Feuerwölkchen aus. Dies führte dazu, dass möglichst wenige der Questenden vor seinem Kopf sich aufhalten wollten.
Auroraia kam zu Trish. Sie beugte ihre Knie vor Trish. „Déax ton prix Trish, ich bin schuldig geworden. Ich wollte gegen Sie und ihr Volk agieren. Vergebt mir meine Schuld und zeigt mir Eure Welt! Ich bin Eure Dienerin!“ Verwirrt blickte Trish auf die Kikonin. Was bedeutete das alles? „Äh…, …., wie?“
Claudia hingegen reagierte blitzschnell. „Erzählt uns alles!“ erklang befehlsgewohnt ihre Stimme.
Auroraia blickte fragend zu Trish. Diese lächelte verlegen und blickte zu Claudia Ruthven, welche leicht entnervt mit der Stirn runzelte. Dann hob sie ihre linke Hand und deutete auf Trish und dann auf die Kikonin. „Ja, erzählt uns alles!“
Ort: Thassos IV, Krater des Vulkanes Zeit: MD 9.1301
Die Geschichte war aufschlussreich gewesen. Claudia hatte nun einen schönen Trumpf in der Hand, auch wenn sie noch nicht genau absehen konnte wann und wo der beste Moment sein würde, um ihn auszuspielen. Ein Rest Zweifel blieb allerdings, ob Dak ihnen jetzt wirklich alles offenbart hatte, oder ob es sich nicht vielleicht um ein Manöver mit doppeltem Boden handelte.
Der Prixdrache, dem das Geschnatter der kleinen Zweibeiner zu langweilig war, hatte unter Trish’s sanften Händen die Augen geschlossen und war eingeschlafen. Auch die Herde der Prixkühe, die nach wie vor in der Nähe weidete, ignorierte die Gruppe inzwischen.
Im Kopf sortierte Claudia die erhaltenen Informationen. Die Prix. Der Vulkan. Die intrigante Prinkipax Crobyzes.
„Was meinen Sie, wie sollten wir weiter vorgehen?“ wandte sie sich dann an Kataigida. Am Lagerfeuer gestern abend hatte sich das Gerangel um die Führung endgültig in Luft aufgelöst.
„Nun,“ meinte die Ministerin, „als erstes sollten wir wohl tun wozu wir hergekommen sind, und die Lava einsammeln. Danach…“ – vielsagend blickte sie zu Trish hinüber. Ein goldenes Glimmen schien in ihren Augen zu stehen.
Claudia wurmte es etwas, dass sie plötzlich einer höheren Instanz unterstellt sein sollte. Vor allem, wenn diese höhere Instanz eine einfache Petty Officer der Sternenflotte sein sollte. Im Moment blieb aber nichts anderes übrig, als das Spiel der Kikonen mitzuspielen, wollten sie sich nicht völlig unmöglich machen.
Sie rüsteten also zum Aufbruch. Viel gab es nicht zu packen, und so waren sie bald bereit, aus der Senke wieder zum „Gehörnten Kopf“ hinaufzusteigen, wo sie der Sage nach die Lava finden sollten.
Trish jedoch würde hier bleiben, hatten sie gemeinschaftlich beschlossen. Zum einen da es unter ihrer Würde als Göttin war, in Höhlen herumzukriechen, zum anderen auch weil der Prixdrache unruhig anfing zu knurren, als sie Anstalten machte sich zu entfernen.
Nach kurzer Beratung bestimmten Kataigida und Claudia, dass Geary und der Dichter ebenfalls am Lagerfeuer bleiben würden. Tragodistis wirkte etwas geisesabwesend und war damit beschäftigt Verse zusammenzufügen. „Sie halten hier die Stellung, ja?“ ermahnte Claudia den CSO.
„Yes Ma’am“ salutierte dieser ein klein wenig übertrieben. Claudia sah es ihm nach, sie wusste dass er Probleme mit dem Sauerstoffgehalt der Luft hatte. Was sie daran erinnerte… „Passen Sie vor allem auf das Feuer auf, sie haben ja gestern abend gehört was auf der Insel passiert ist.“
Somit zogen sie zu fünft los in Richtung des gehörnten Kopfes. Sithon führte das Packtier mit den schweren Lavakesseln am Zügel. In die Höhle hinein würden sie es nicht mitnehmen können. Die Kessel von Hand zu tragen versprach eine ordentliche Plackerei zu werden.
Dak schien wild entschlossen sein, Reue zu zeigen indem sie besonders eifrig auf die Gruppe aufpasste. Es war teils witzig, teils etwas anstrengend ihr zuzusehen, wie sie von Fels zu Fels sprang und nach verborgenen Gefahren Ausschau hielt, bisher ohne etwas zu entdecken. Auf diese Weise näherten sie sich allmählich dem markanten Felsen. Aus dieser Richtung sah er einem Kopf mit Hörnern sogar noch ähnlicher. War er von Wind und Wetter in diese Form gebracht worden, oder hatte ihn die Hand eines Künstlers so geformt? Schwer zu sagen. Von Zeit zu Zeit wehte eine schweflige Windbö vom Berg herab.
Als sie den Kopf erreicht hatten, blickten sich alle etwas ratlos um. Eigentlich hatte Claudia und auch der Rest der Mannschaft gehofft auf einen Lavateich zu stoßen, aus welchem man die Lava entnehmen kann. Doch dieser Kopf stierte in die Gegend und schien sie regelrecht zu verhöhnen. Tatsächlich erklang ein tiefes Lachen. Verwirrt blickte die Gruppe auf den Kopf. Das durfte doch jetzt nicht wahr sein. Ein Drache, der sich eine junge Frau griff, dazu waren diese Drachen dann auch noch so heilig, wie in Indien Kühe, eine heilige Quest, die über den Ausgang der diplomatischen Gespräch entscheiden würde und nun auch noch ein Kopf aus Stein der sie auslachte? Am liebsten hätte Claudia den Kopf einen Tritt gegeben. Doch wahrscheinlich würde sie sich dabei nur den Fuß verstauchen. In diesem Moment erkannte Claudia das Lachen, es klang wie der CSO der Hephaistos. Diese verdammte Luft. Eigentlich wünschte sie sich nun auch etwas von dieser Euphorie, vielleicht würde sie dann mit dem allen besser umgehen können.
„Hier, hier drüben!“ erklang es aufgeregt hinter dem Stein hervor.
Die Gruppe umrundete den gehörnten Kopf, immer noch von diesem leicht diabolischen Lachen verfolgt. Wurde es eigentlich durch das Echo so verzerrt? Dann erkannten sie Auroraia. Diese deutete mit ihrem Speer auf einen Eingang. Tatsächlich wirkte die Höhle wie der Mund des Kopfes. Zwei Stalagtiten sahen dabei auch noch aus wie Fangzähne. Claudia Ruthven beschloss das dies so langsam zum schlimmsten Tag ihrer Karriere wurde. Mussten sie jetzt auch noch in einen Teufelskopf hinabsteigen? War dies der Weg in die Hölle? Zumindest kam es ihr so vor wie diese. „Wenn es denn sein muss!“
Auroraia merkte von dem Frust der Sternenflottenoffizieren nichts. Hatte sie noch zum Beginn der Quest alles dafür getan ihrer Prinkipax zu gefallen, so war sie nun von einem heiligen Ernst ergriffen. Sie wollte alles tun um der Göttin der Drachen Ehre zu bereiten. Deshalb musste man sie auch nicht lange bitten, sie bildete freiwililig die Vorhut.
Schon beim ersten Schritt in die Höhle stellte Claudia fest, dass es noch eine Spur Wärmer wurde. Hoffentlich war dies ein gutes Zeichen und sie näherten sich der Lava. Sie wollte schon fragen ob jemand Licht machen kann. Doch da sprangen die eingebauten Leuchtmittel an den Speeren der Kikonen an. Wieder einmal blickte die Offizierin überrascht auf die an sich rituell wirkenden Waffen. Es waren diese Momente, die deutlich machten, dass sie sich nicht auf einem antiken Planeten befanden, sondern dass sie es mit einer technologischen Kultur zu tun hatten.
„Hatten die ursprünglichen Questenden auch schon solche Hilfsmittel?“ stellte Claudia die Frage.
„Nein, bestimmt nicht. Doch mit diesen Speeren ehren wir die Einfachheit. Trotzdem müssen wir nicht auf jeglichen Komfort verzichten, oder?“ lautete die kikonische Antwort.
Claudia verzichtete auf einen Kommentar. Sie und Kataigida trugen zwischen sich ein schweres Metallgefäß – einen der Lavakessel den sie dem Reittier abgenommen hatten. Sithon hatte sich vornehm zurückgehalten als es ans Tragen ging. In der kikonischen Kultur war so eine Arbeit anscheinend Frauensache. Um sich keine unnötige Blöße zu geben hatte Claudia auch Nikolai verschont. Somit bummelten die beiden Männer hinter den schwitzenden Frauen her und betrachteten neugierig die Felswände. Das geschulte Auge erkannte, wie die Gesteinsstrukturen sich allmählich von Vulkanit zu Plutonit veränderte. Kristallite glitzerten im Licht der Speere.
Der Weg wand sich in einer engen Spirale immer tiefer in den Berg hinab. Je weiter sie hinabstiegen umso Wärmer wurde es. Jetzt war die Commodore schon fast wieder froh, dass sie eher spärliche Kleidung trug. Vor ihnen konnte man so langsam einen rötlichen Schimmer erkennen. Kamen sie nun endlich dem Ziel ihrer Reise näher?
Schließlich gab es eine letzte Gangbiegung, und dann ging es geradeaus zu einem Durchgang. Hier zeigte sich dass sie nicht die Ersten waren, die diesen Ort betraten- der steinerne Bogen war links und rechts mit der Büste eines Drachenkopfes geschmückt. Bei genauem Hinsehen erkannte man eine verblüffende Ähnlichkeit der beiden Büsten mit dem lebendigen Exemplar, das sie am Lagerfeuer zurückgelassen hatten.
Vorsichtig gingen sie weiter. Als sie durch den Durchgang traten, war es, als ob sie gegen eine glühende Wand gelaufen wären, so übergangslos schlug ihnen Hitze entgegen. Sie betraten einen schmalen Felsbalkon, nein – eine Felsgalerie. Arouraia stand schon vorne an der Kante und schaute hinab.
Claudia und Kataigida setzten den Lavakessel ab und traten zu ihr. Da war sie – kochende, glühende Lava, die sich als träger Strom vorbeiwälzte. Es war tatsächlich noch heißer, wenn man in die leuchtende Masse hineinsah.
Einen Moment schwiegen alle und betrachteten das Inferno. Hätte Arouraia noch Hintergedanken gehabt, jetzt hätte sie ohne weiteres jemanden hinunterschubsen können. Doch auch sie war vom Augenblick ergriffen.
Der wortkarge Sithon brach schließlich das Schweigen. „Warm hier. Lasst uns weitermachen.“
Claudia war dem Kikonen einen wütenden Blick zu. Doch dieser Griff nach dem Kessel und blickte Nikolaj abwartend an. Dieser nahm das andere Ende der Kette in die Hand. Diese war unter dem Henkel des Kessels durchgezogen worden. Mit der Kette würden sie nun den Kessel in die Lava hinablassen. Die beiden Männer wuchteten den Kessel über die Kante. Es waren vielleicht vier bis fünf Meter die sie von der Lava trennten. Besorgt blickte die Commodore auf die Kette. Würden sich die Männer nicht die Hände an dem Metall verbrennen?
Kataigida schien die Sorge der Offizierin zu erraten. „Keine Sorge, dieses Metall wurde extra für diese Art von Arbeit entwickelt. Es hat eine äußerst schlechte wärmeleitenden Eigenschaft. Dadurch wird es die Hände der Männer nicht verbrennen!“
Dann trat Auroraia an den Deckel des Kessels heran. Diesen hatten sie abgenommen bevor sie den Kessel Richtung Lava herabgelassen hatten. Die Kikonin drehte den Deckel herum, ging auf die Knie und hob in Claudia entgegen. „Sie sind die Drachenschwester, die Ehre gebührt Ihnen, Siteria Deax ton Prix.“
Und schon wieder ein neuer Titel. Claudia runzelte die Stirn. Es wurde ihr so langsam einfach zu viel. Sie betrachte den Deckel und war erstaunt. Offenbar verfügt dieser über eine technologische Komponenten. Das Bedienfeld war dem Interface der Sternenflotte gar nicht so unähnlich. Sie tippte zweimal auf ein Feld und hörte ein Summen. Verwirrt blickte sie nach unten. Kataigida trat zu Claudia und zeigte ihr, welche Felder sie nun bedienen musste. Das Summen verstärkte sich. Der Unterboden des Kessels öffnete sich und ein Transporterstrahl zog einen großen Haufen flüssige Lava zum Kessel hinauf. Die Männer begannen zu schwitzen. Das zusätzliche Gewichte machte sich jetzt schon bemerkbar. Auch begann die Kette rötlich zu schimmern. Nikolaj biss die Zähne zusammen.
„Sagten sie nicht, dass das Metall eine schlechte Wärmeleitende Eigenschaft hat?“
„Hat es doch auch.“ lautete Kataigidas knappe Antwort. Sie nickte anerkennend. Die Lava war mittlerweile im Kessel und dieser hatte seinen Unterboden wieder geschlossen. Nun mussten die beiden Männer den Kessel an der Kette hochziehen.
„Das Metall wird nicht heißer als 45 Grad.“
„Das bedeutet aber, dass die Männer sich Brandwunden holen werden!“ Claudia blickte besorgt zu Nikolaj, der tapfer weiter an der Kette zog obwohl er deutliche Schmerzen hatte. Bei dem Kikonen war davon nichts zu spüren.
Auroraia reagiete als erste. „Der Brotero Deax ton Prix Trish verbrennt sich die Haut, dies dürfen wir nicht zulassen, wir beleidigen damit die Göttin!“ Sie nahm Nikolaj die Kette aus der Hand und half Sithon den Kessel hochzuwuchten. Offenbar hatten die Kikonen eine größere Toleranz gegenüber Hitze als Menschen, stellte nun Claudia fest. Was bei einem Planeten wie Thassos IV durchaus Sinn ergab.
Endlich stand der dampfende Kessel auf dem Boden. Claudia durfte den Deckel auf den Kessel setzen. Ein Kraftfeld umhüllte den Kessel. Dann wurden Stangen am Kessel befestigt. In diesem Moment erklang wieder ein ohrenbetäubendens Brüllen. Dieses Mal aus den Köpfen der Drachen in der Höhle. Eine Stimme verkündete etwas, doch Claudia verstand es nicht und der Universalübersetzer konnte es nicht übertragen.
Kataigida übersetzte es für ihre Gäste. „Die Stimme sagte, das heilige Feuer ist entnommen, die Göttin ist erschienen, das vierte Zeitalter beginnt!“ Man spürte der Kikonin die Ergriffenheit an. Währenddessen fragte sich Claudia was das alles zu bedeuten hatten.
Schließlich machten sie sich an die Arbeit, den nun doppelt so schweren Kessel den Gang hinauf zu befördern.
# Zeit: MD 09.1000 # Ort: USS Cassandra, Deck 4 Krankenstation
„Aaah..“ wohlig strich sich Fabièn über seinen Bauch. Nach zehn Tagen klingonischer Gefängnisdiät war das Standardreplikatorfrühstück No. 2 das köstlichste, was er jemals zu sich genommen hatte. Brot und Käse, frisches Obst (aus dem Replikator), ein heißer Kaffee… was wollte man mehr. Gut, die Arzthelferin hatte zwischenzeitlich etwas angenervt geklungen. Blind zu essen, war viel schwieriger als man meinen sollte. Er hatte sie bestimmt ein halbes Dutzend mal um Hilfe bitten müssen.
Nun, ausgeschlafen und satt, sah der Franzose schon wieder etwas optimistischer in die Zukunft. Das mit dem nichts mehr sehen war allerdings schon ein kleiner Abstrich dabei. Er wusste dass die Medizin in dieser Hinsicht erstaunliches leisten konnte, aber auch dass Wunder nach wie vor nicht möglich waren.
„Entschuldigung“, fragte er darum die Arzthelferin ein weiteres Mal. Er konnte natürlich nicht sehen wie sie die Augen verdrehte. „Gibt es schon irgendwelche Erkenntnisse über mein .. äh … Problem?“
Das milderte die Stimmung etwas. „Leider nein“, antwortete sie bedauernd. „Wir haben gestern Abend aber auch nur erstmal einen kurzen Scan gemacht. Es war aber schon ziemlich spät, und nachdem klar war dass Sie stabil sind, wurde erstmal Nachtruhe angeordnet. Die Kommandantin hat entschieden, dass die klingonische Ärztin aus ihrer Begleitung heute hier … oh“
Fabi hörte die Tür zischen, anscheinend der Grund warum die Frau sich unterbrochen hatte. Jemand kam herein. Als sie sprach, erkannte er die klingonische Ärztin, Kahli.
„Guten Tag“, grüßte sie höflich. „Ist Dr. Pennycod schon hier?“
„Nein“, erwiderte die Arzthelferin kühl. „Bitte warten sie hier an der Tür.“ Es war deutlich zu hören dass sie erhebliche Vorbehalte gegen die Anwesenheit einer feindlichen Gefangenen in ihrer Krankenstation hatte.
„Gut“, entgegnete Kahli sanftmütig.
Groille spürte wie sich die Arzthelferin wieder zu ihm wandte. „Ja, also, die Kommandantin hat angeordnet dass diese .. Person uns helfen soll aus den Sensorwerten schlau zu werden. Besser als wenn wir tagelang rätseln was da mit Ihnen gemacht wurde.“
Kahli ergänzte: „Ich war an dem Experiment nicht selbst beteiligt. Aber ich habe eine ungefähre Vorstellung was man Ihnen verabreicht hat und wie es wirkt.“
„Fassen Sie bloß nichts an.“
# Zeit: MD 09.1500 # Ort: USS Cassandra, Deck 4 Krankenstation
Nachdem der Doktor dann aufgetaucht war, war die Zeit wie im Flug vergangen. Nach einigen Hinweisen der Klingonin hatte er einige spezielle Tests gemacht. Während die Auswertung lief, hatte er nach Emily gesehen, die sich noch gesund schlief. Zwischendurch hatte er mit Kahli gefachsimpelt. Es hatten sich diverse Meinungsverschiedenheiten zwischen der einschlägigen Literatur der menschlichen und der klingonischen Medizin ergeben, die teils lautstark ausdiskutiert werden mussten.
Fabièn war bei einem Nachmittagssnack, als Pennycod wieder hereinkam. „Lassen Sie es sich schmecken“, meinte der Arzt zur Begrüßung.
„Danke“, entgegnete LaGroille. „Und, Erkentnisse?“
„Hm.“ Pennycod setzte sich aufs Fußende seiner Behandlungsliege. „Also.. die gute Nachricht ist… wir haben rausgekriegt was sie ihnen verabreicht haben. Es ist anscheinend ein Neurostimulanz basierend auf RNA-Fragmenten, die sich an verschiedenen Funktionsbereichen des Sehsystems anlagern und dort zur Neubildung von Sensorzellen führen. Anscheinend mit dem Ziel, Ihnen einen hochempfindlichen Infrarotsinn zu verpassen. Es ist ein sehr interessanter Wirkmechanismus basierend auf Llamar-Mayer-Proteinen, die mit einer speziellen Markersequenz … ähm..“
Anscheinend hatte er gesehen wie Fabiens Augen glasig wurden, denn er führte den Satz nicht zu Ende.
„Jedenfalls, anscheinend gibt es da in den Datenbanken der Klingonen verschiedene Ungenauigkeiten bezüglich der menschlichen Biologie, so dass das ganze gründlich in die Hose gegangen ist. Prinzipiell hat sich da etwas in ihrer Netzhaut entwickelt, aber wir wissen noch nicht so genau was es ist. Man kann Sie insofern beglückwünschen, dass sie der erste Patient sind der überlebt hat…“
„Okay..“ meinte Fabièn. „Können Sie den etwas dagegen tun?“
„Tja,“ meinte der Arzt in einer Art die LaGroille überhaupt nicht gefiel. „Ganz kurz gesagt, leider nicht.“
Fabi bemerkte wie es ihn heiß und kalt überlief.
„Aber..“ – „Ja??“ – „ich denke das Problem ist eher die generell erhöhte Leistungsfähigkeit ihrer Sehzellen und des Sehnervs. Die Signale kommen in einer Intensität, die ihr Gehirn einfach nicht verarbeiten kann. Deswegen hat ihr Sehzentrum irgendwann einfach abgeschaltet und deswegen sehen Sie nichts mehr.“
Fabi nickte. Der Arzt merkte dass er zum Punkt kommen sollte.
„Mit einem Neuralmanipulator könnte man Ihre Sehnerven drosseln und damit wieder normale Verhältnisse herstellen. Ich denke, dass ihr Sehsinn dann zurückkehren müsste. Wobei ich nicht sagen kann wie die neuen Sensorzellen sich auswirken.“
„Hm okay, ich bin dafür?“ meinte Fabi etwas zögernd.
„Das Problem ist nur, so ein Gerät haben wir hier nicht an Bord. Die Cassandra ist ein kleines Schiff und diese Krankenstation ist leider nur ein besseres Feldlazarett. Sie werden sich also gedulden müssen bis man Sie anderswo richtig behandeln kann.“


# Ort: Thassos IV, Krater des Vulkanes # Zeit: MD 9.1301 Angesichts der Göttin gesteht Dak Arouraia alles und wechselt die Seite. Ein Teil des Teams zieht los, um die Lava zu besorgen, womit sie schließlich Erfolg haben.
# Zeit: MD 09.1500 # Ort: USS Cassandra, Deck 4 Krankenstation Fabi wird auf der Cassandra untersucht und der Grund seiner Blindheit festgestellt. Es liegt an einer Übersensitivät von Netzhaut und Sehnerven, die behandelbar ist – jedoch nicht mit den auf der Cassandra vorhandenen Geräten.#

**submitted by Johannes & Friedemann
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