{"id":6469,"date":"2021-04-29T23:05:58","date_gmt":"2021-04-29T21:05:58","guid":{"rendered":"http:\/\/www.sf-germany.org\/einheiten\/uss-hephaistos\/in-mir\/"},"modified":"2021-04-29T23:05:58","modified_gmt":"2021-04-29T21:05:58","slug":"in-mir","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.sf-germany.org\/einheiten\/uss-hephaistos\/in-mir\/","title":{"rendered":"In mir"},"content":{"rendered":"<div>Moin,<\/p>\n<p>nur eine kurze Szene, die ich schon l\u00e4nger schreiben wollte. Habe gerade<br \/>einige M\u00f6bel von Ikea geliefert bekommen und bin mit Aufbau und Umr\u00e4umen<br \/>gerade sehr besch\u00e4ftigt&#8230;<\/p>\n<p>&lt;RPG&gt;<\/p>\n<p># Ort: USS Hephaistos \u2013 Bereitschaftsraum<br \/># Zeit: MD 10.1945<\/p>\n<p>&lt;QUOTE&gt;<br \/>Audrey zu Emilys F\u00fc\u00dfen zuckte und floss schlie\u00dflich auseinander. Doch<br \/>den drei Offizieren blieb keine Zeit, sich ratlos anzusehen, denn ein<br \/>dumpfes *Klonk* st\u00f6rte die Dreisamkeit.<\/p>\n<p>Alle drei drehten sich erschrocken zu dem Ger\u00e4usch, in Erwartung einer<br \/>weiteren komischen Lebensform oder eines weiteren Freundes von Emily.<br \/>Doch der graue Schatten am Fenster \u00fcberraschte sie dann doch.<br \/>&lt;\/QUOTE&gt;<\/p>\n<p>Was es genau war, konnte hinterher niemand mehr sagen. Aber alle f\u00fchlten<br \/>sich unglaublich von diesem Etwas angezogen. Sich zu ihm hingezogen wie<br \/>Motten zum Licht. Es gab keine andere Wahl. Dieses Fenster bedeutete<br \/>ihnen alles.<\/p>\n<p>Langsam, gingen Sie darauf zu.<\/p>\n<p>Emily hielt noch immer das Schiffsmodell in der Hand. Verlegen gab sie<br \/>es Shay. Aber den Skipper interessierte es nicht. Er stellte es auf<br \/>seinem Tisch ab und beachtete nicht, wie es mit einem leisen und dumpfen<br \/>Ger\u00e4usch umkippte<\/p>\n<p>Ettore, der dem Fenster am n\u00e4chsten war, hatte dieses als erstes<br \/>erreicht. Er trat dicht davor und versperrte somit Emily und Shay den Blick.<\/p>\n<p>Sofort f\u00fchlten sich der Skipper und die Ingenieurin weniger vom Fenster<br \/>angezogen. Sie blickten sich kurz an, so als wollten sie sich<br \/>vergewissern, dass der andere genau das Gleiche gef\u00fchlt hatte. In dem<br \/>stummen Blick des anderen erkannten sie, wie sich ihre eigenen Gef\u00fchle<br \/>der Mischung aus Anziehung, Angst und Neugierde auch im anderen<br \/>widerspiegelten. Entschlossen traten sie gleichzeitig einen Schritt<br \/>zur\u00fcck, so als w\u00fcrde die r\u00e4umliche Distanz ihnen Sicherheit verschaffen.<\/p>\n<p>Interessiert beobachteten beide, wie der Italiener langsam die Hand<br \/>ausstreckte und dann das Fenster ber\u00fchrte. Im gleichen Augenblick schien<br \/>die Szenerie wie eingefroren. Ein Atemzug war die Ewigkeit. Kurz darauf<br \/>zuckte er zusammen.<\/p>\n<p>Ettore konnte die Spiegelung im Fenster gut erkennen. Eine blonde gro\u00dfe<br \/>Frau, die ihm zuwinkte. Einladend l\u00e4chelte sie ihn an. Er streckte die<br \/>Hand aus, um die mit der Konturen der Gesichtsz\u00fcge nachzufahren.<\/p>\n<p>In diesem Augenblick passierte es. Das Bild verzerrte sich zu einer<br \/>Fratze. Erschrocken wich der Italiener von dem Anblick zur\u00fcck, konnte<br \/>sich aber auf besondere Weise trotzdem nicht l\u00f6sen. Zu lange hatte er<br \/>nicht mehr an sie gedacht. Jetzt hatte er ein schlechtes Gewissen. Sie<br \/>war seine erste Frau gewesen. Aber in letzter Zeit hatte er nur Gedanken<br \/>und Gef\u00fchle f\u00fcr Mel und die Kinder gehabt.<\/p>\n<p>\/\/ Das ist auch richtig so, sie sind Deine Familie.\/\/ meldete sich eine<br \/>innere Stimme.<\/p>\n<p>\/\/ Du hast sie verdr\u00e4ngt und vergessen.\/\/ sagte eine andere Stimme.<\/p>\n<p>\/\/ Ich habe sie um Erlaubnis gebeten, sie loszulassen und mich Mel<br \/>n\u00e4hern zu d\u00fcrfen.\/\/ sagte eine dritte Stimme.<\/p>\n<p>Ettore kannte diesen inneren Dialog auswendig. Es war das ewig schlechte<br \/>Gewissen nicht angemessen reagiert zu haben, zu wenig Zeit getrauert zu<br \/>haben. Sein Verstand wusste, dass das falsch war. Er hatte mit ihr<br \/>gesprochen. Mel hatte ihnen geholfen. Sie hatte ihn \u201afreigegeben\u2018. Und<br \/>doch.<br \/>Es war eine Ur-Angst, alles falsch gemacht zu haben. Die falschen<br \/>Entscheidungen getroffen zu haben.<\/p>\n<p>\/\/ Ich habe genug daf\u00fcr bezahlt. Ich darf mich heute des Lebens<br \/>freuen.\/\/ sagte die dritte Stimme wieder.<\/p>\n<p>\/\/ Du hast noch nicht genug gelitten, was z\u00e4hlt so eine Behinderung<br \/>schon.\/\/ war die zweite Stimme zu h\u00f6ren.<\/p>\n<p>\/\/ Gib Deine Gef\u00fchle denen, die sie empfangen k\u00f6nnen. Liebe die<br \/>Lebenden.\/\/ war die erste wieder zu h\u00f6ren.<\/p>\n<p>Kurz darauf fing das Gesicht an, sich zu verformen. Langsam, fast<br \/>qu\u00e4lend langsam wurden die Haare dunkler, die Gestalt wurde kleiner und<br \/>schm\u00e4chtiger. Schlie\u00dflich konnte er unverkennbar ein Abbild von Mel<br \/>erkennen.<\/p>\n<p>Tief in seinem Inneren h\u00f6rte Ettore eine fragende Stimme:\/\/ Wer bist Du?<br \/>Was hast Du mit Ihr gemacht? Du hast sie im Stich gelassen und einfach<br \/>eine Neue gew\u00e4hlt. Wer bist Du?\/\/<\/p>\n<p>Die innere Stimme wurde immer lauter, die letzte Frage wiederholte sich<br \/>in einer Endlosschleife.<\/p>\n<p>Ettore lie\u00df das Fenster los, fuhr sich mit der Hand \u00fcber die linke<br \/>Schulter und ging dann \u00fcbergangslos dazu \u00fcber, seine Uniformjacke glatt<br \/>zu ziehen.<\/p>\n<p>Ein tiefer Seufzer entfuhr ihm: \u201eIch bin nun mal ich.\u201c<\/p>\n<p>Dann l\u00e4chelte er noch einmal das Fenster traurig an und wandte sich mit<br \/>gesenktem Blick ab.<\/p>\n<p>\u201eWas war das?\u201c, erkundigte sich Shay.<\/p>\n<p>\u201eEine Begegnung mit mir selbst.\u201c antwortete der Italiener ohne viel<br \/>Energie. \u201eAber ich wei\u00df, wer ich bin. Ich habe nicht zum ersten Mal in<br \/>den Abgrund geschaut. Mir macht es keine Angst. Es macht mich nur traurig.\u201c<\/p>\n<p>Langsam ging er zu einem der St\u00fchle und lie\u00df sich schwer darauf nieder.<br \/>Dann st\u00fctze er den Arm auf die Tischplatte und legte nachdenklich den<br \/>Kopf in die Hand. Er schien mit dem Blick einen Punkt zu fixieren, den<br \/>es nicht gab.<\/p>\n<p>Kaum war der Blick auf das Fenster frei, als diese Anziehung auch wieder<br \/>Emily und Shay ergriff. Beide n\u00e4herten sich gleichzeitig dem Fenster.<\/p>\n<p>&lt;NRPG&gt; Na wer will noch einen Blick in sein Innersten wagen? &lt;\/NRPG&gt;<\/p>\n<p>&lt;\/RPG&gt;<\/p>\n<p>&lt;SUM&gt;<\/p>\n<p># Ort: USS Hephaistos \u2013 Bereitschaftsraum<br \/># Zeit: MD 10.1945<br \/>Das unbekannte Etwas verursacht einen Blick in die dunkelsten Abgr\u00fcnde<br \/>des eigenen Ichs.<\/p>\n<p>&lt;\/SUM&gt;<\/p>\n<p>submitted by<br \/>Kim<br \/>aka<br \/>LtCmdr. Ettore Ludovico della Scala<br \/>CNS \u2013 USS Hephaistos<\/p>\n<p>SD 270429.9<\/p><\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Moin, nur eine kurze Szene, die ich schon l\u00e4nger schreiben wollte. Habe geradeeinige M\u00f6bel von Ikea geliefert bekommen und bin mit Aufbau und Umr\u00e4umengerade sehr besch\u00e4ftigt&#8230; &lt;RPG&gt; # Ort: USS Hephaistos \u2013 Bereitschaftsraum# Zeit: MD 10.1945 &lt;QUOTE&gt;Audrey zu Emilys F\u00fc\u00dfen zuckte und floss schlie\u00dflich auseinander. 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