{"id":8172,"date":"2024-03-31T14:56:49","date_gmt":"2024-03-31T12:56:49","guid":{"rendered":"https:\/\/www.sf-germany.org\/einheiten\/uss-hephaistos\/den-sturm-zu-zaehmen\/"},"modified":"2024-03-31T14:56:49","modified_gmt":"2024-03-31T12:56:49","slug":"den-sturm-zu-zaehmen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.sf-germany.org\/einheiten\/uss-hephaistos\/den-sturm-zu-zaehmen\/","title":{"rendered":"Den Sturm zu z\u00e4hmen"},"content":{"rendered":"<div>\n<p dir=\"ltr\" style=\"margin-top: 0pt;\">&lt;NRPG&gt;<br \/>Da Mac sich ja im Chat dar\u00fcber &#8218;beschwerte&#8216;, dass wir diesen Monat noch nicht so viele Postings haben (:P) &#8211; und da wir uns ja bis Ostern sputen sollten &#8211; hier noch ein CoPo von Debora und mir. Irgendwie auch \u00f6sterlich &#8211; immerhin geht es um den Frieden. Wir hoffen, das Thema ist euch nicht zu schwer &#8211; viel Spa\u00df beim lesen.<\/p>\n<p>Debora &amp; Effi<br \/>&lt;\/NRPG&gt;<br \/>&lt;RPG&gt;<\/p>\n<p dir=\"ltr\" style=\"margin-top: 0pt;\"><em><strong>Nemesis<\/strong>\u00a0(griechisch \u039d\u03ad\u03bc\u03b5\u03c3\u03b9\u03c2 N\u00e9mesis, deutsch \u201aZuteilung (des Geb\u00fchrenden)\u2018) ist in der griechischen Mythologie die Tochter der Nyx (Nacht) und G\u00f6ttin des gerechten Zorns, der ausgleichenden Gerechtigkeit, wodurch sie zur Rachegottheit wurde.<\/em><\/p>\n<p dir=\"ltr\" style=\"margin-top: 0pt;\"><em>Ihre Begleiterin ist Aidos, die G\u00f6ttin der Scham. Nemesis bestraft vor allem die menschliche Selbst\u00fcbersch\u00e4tzung (Hybris) und die Missachtung der Themis, (der G\u00f6ttin) des g\u00f6ttlichen Rechts und der Sittlichkeit<\/em>.\u00a0(Quelle: Wikipedia)<\/p>\n<p dir=\"ltr\" style=\"margin-top: 0pt;\">\u00a0<\/p>\n<p dir=\"ltr\" style=\"margin-top: 0pt;\">#Zeit: MD 95.1230 \/ SpD -5.1230<\/p>\n<p dir=\"ltr\" style=\"margin-top: 0pt;\">#Ort: USS Hephaistos, Elysion<\/p>\n<p><\/p>\n<p dir=\"ltr\" style=\"margin-top: 0pt;\">Ajur ging durch die dicht besetzten Reihen des Elysion. Auch wenn es keines der anwesenden Mannschaftsmitglieder wagte, ihn offen anzufeinden (immerhin war er Offizier, und die Ansage aus den Reihen der Schiffsf\u00fchrung damals war eindeutig gewesen), herrschte doch eine seltsame Stimmung, wenn der Klingone vorbei ging. Viele der Crewman und Petty Officer blickten pl\u00f6tzlich in ihr Essen oder konzentrierten sich auf ihre Tischgenossen. Daran hatte sich der TAK mittlerweile &#8211; notgedrungen &#8211; gew\u00f6hnt. Was seit Arcadia neu war, waren die Blicke einiger, die so wirkten, als w\u00fcrden sie auf ein Erkennen warten, als w\u00e4re man in einem anderen Leben gut bekannt gewesen &#8211; doch Ajur konnte sich beim besten Willen nicht an solches erinnern.<\/p>\n<p><\/p>\n<p dir=\"ltr\" style=\"margin-top: 0pt;\">Sureya entging die noch immer bestehende latente Feindseligkeit nicht. Das war schon damals, als sie noch Erste Offizierin an Bord der Hephaistos gewesen war, ein Problem gewesen. Seitdem schien sich wenig ge\u00e4ndert zu haben. Was nicht verwunderte &#8211; immerhin herrschte noch immer Krieg.<\/p>\n<p dir=\"ltr\" style=\"margin-top: 0pt;\">Und nun war sie auch nur Gast an Bord. Die Hephaistos war nicht ihr Schiff &#8211; und vermutlich w\u00fcrde sie es auch nicht besser machen, wenn sie sich einmischte.<\/p>\n<p dir=\"ltr\" style=\"margin-top: 0pt;\">Immerhin &#8211; wenn man als Captain eines anderen Schiffs im Elysion sa\u00df, wurde man auch eher gemieden. Was dazu f\u00fchrte, dass sie &#8211; wie erwartet &#8211; einen freien Tisch hatte. Was Ajur vermutlich auch vorausgesehen hatte, als er diese Nicht-Verabredung mit ihr traf. Und so steuerte er auch auf ihren Tisch zu.<\/p>\n<p><\/p>\n<p dir=\"ltr\" style=\"margin-top: 0pt;\">\u201cCaptain Bateh\u201d gr\u00fc\u00dfte er. \u201cDarf ich mich dazu setzen?\u201d<\/p>\n<p><\/p>\n<p dir=\"ltr\" style=\"margin-top: 0pt;\">\u201cIch bitte darum!\u201d antwortete die \u00c4gypterin und l\u00e4chelte freundlich. Sie hatte w\u00e4hrend ihrer Zeit an Bord den Klingonen sehr zu sch\u00e4tzen gelernt &#8211; und sich so auch auf dieses Treffen beim Essen gefreut.<\/p>\n<p><\/p>\n<p dir=\"ltr\" style=\"margin-top: 0pt;\">Ajur setzte sich. Wie zu erwarten, hatte er ein Gericht aus (k\u00fcnstlichem, da replizierten) Fleisch auf dem Teller. Es roch irgendwie nach gegrilltem Wild &#8211; dazu passten dann auch die dunkle So\u00dfe, das bohnenartige Gem\u00fcse und der fast grau wirkende Kanten Brot, den Ajur dazu genommen hatte.<\/p>\n<p dir=\"ltr\" style=\"margin-top: 0pt;\">Als sie vor ein paar Minuten selbst bestellt hatte, hatte sie Paska-Langohr mit Jutro-Bohnen auf der Karte gesehen &#8211; das musste es wohl sein.<\/p>\n<p><\/p>\n<p dir=\"ltr\" style=\"margin-top: 0pt;\">\u201cGuten Appetit\u201d w\u00fcnschte sie dem TAK der Hephaistos, der einen kurzen Blick auf ihren Teller warf und dann &#8211; entgegen seiner sonst so knappen Art &#8211; ein \u201cDas w\u00fcnsche ich Ihnen auch\u201d erwiderte.<\/p>\n<p><\/p>\n<p dir=\"ltr\" style=\"margin-top: 0pt;\">\u201cWie kommen Sie zurecht?\u201d fragte Sureya dann, um keine Stille aufkommen zu lassen.<\/p>\n<p><\/p>\n<p dir=\"ltr\" style=\"margin-top: 0pt;\">\u201cDie Ged\u00e4chtnisl\u00fccke ist noch etwas seltsam&#8220;, gab Ajur zu. \u201cIn einem Moment sind wir noch in der Schlacht und werden in die Anomalie gezogen\u2026 dann stehe ich vor einer M\u00fchle, gehe hinein und bin wieder zur\u00fcck auf der Hephaistos. F\u00fcr mich ist dazwischen quasi keine Zeit vergangen &#8211; f\u00fcr andere schon. Und hier drau\u00dfen erst recht.\u201d<\/p>\n<p><\/p>\n<p dir=\"ltr\" style=\"margin-top: 0pt;\">\u201cJa, Sie haben sich ja nicht wiedervereinigt\u2026 wieso eigentlich?\u201d<\/p>\n<p><\/p>\n<p dir=\"ltr\" style=\"margin-top: 0pt;\">\u201cAuch das ist verschwommen &#8211; irgendwas an meinem anderen Selbst hat mir nicht gefallen. Ich empfand es als ablenkend. Ablenkungen k\u00f6nnen wir aber nicht gebrauchen.\u201d<\/p>\n<p><\/p>\n<p dir=\"ltr\" style=\"margin-top: 0pt;\">\u201cNun, wenn Sie mich fragen, haben Sie einerseits ganz viel und dann aber auch wiederum nichts verpasst. Sie haben ja die Berichte gelesen..\u201d<\/p>\n<p><\/p>\n<p dir=\"ltr\" style=\"margin-top: 0pt;\">Ajur nickte.<\/p>\n<p><\/p>\n<p dir=\"ltr\" style=\"margin-top: 0pt;\">W\u00e4hrend die Hephaistos in der Anomalie gewesen war, war der Krieg fast zu einem Stillstand gekommen &#8211; zwar kam es immer wieder zu Kampfhandlungen, doch au\u00dfer besch\u00e4digten Schiffen und zu vielen Toten und Verletzten, geschah nicht viel. Kaum ein Sieg schien von Dauer, kaum eine Eroberung lange erfolgreich. Derzeit f\u00fchlte es sich so an, als w\u00e4re es mehr ein Ausdauer-Test als alles andere &#8211; nur leider mit Opfern. Die Sternenflotte hatte den klingonischen Vormarsch aufhalten k\u00f6nnen, indem sie fast alles, was sie hatte, an die Front verlegt und den Bau neuer Schiffe beschleunigt hatte. Die Folgen davon waren in der F\u00f6deration schon zu sp\u00fcren. Die Frage war jetzt, wie lange das klingonische Reich sich diesen Krieg noch leisten konnte\u2026<\/p>\n<p><\/p>\n<p dir=\"ltr\" style=\"margin-top: 0pt;\">\u201cWie hat Ihnen denn mein Schiff gefallen?\u201d wechselte Sureya lieber das Thema.<\/p>\n<p dir=\"ltr\" style=\"margin-top: 0pt;\">\u201cSie waren ja leider fr\u00fcher weg, da konnte ich Sie gar nicht mehr fragen.\u201d<\/p>\n<p><\/p>\n<p dir=\"ltr\" style=\"margin-top: 0pt;\">Ajur hatte sich gerade ein St\u00fcck Fleisch abgeschnitten und es mit der Gabel in den Mund geschoben. Er kaute bed\u00e4chtig, w\u00e4hrend er Sureya ansah. Er dachte nach.<\/p>\n<p dir=\"ltr\" style=\"margin-top: 0pt;\">\u201cEin beeindruckendes Schiff. Und ein gef\u00e4hrliches.\u201d sagte er dann, als er ausgekaut hatte. \u201cIn mehr als einer Hinsicht.\u201d Dass nicht nur Bewunderung seine Rede f\u00fchrte, sah Sureya daran, dass sein Gesichtsausdruck irgendwie traurig wurde.<\/p>\n<p><\/p>\n<p dir=\"ltr\" style=\"margin-top: 0pt;\">\u201cWas meinen Sie?\u201d<\/p>\n<p><\/p>\n<p dir=\"ltr\" style=\"margin-top: 0pt;\">\u201cDas Schiff ist noch mehr ein Kriegsschiff als es die Prometheus-Klasse ist\u201d, begann Ajur, seine Gedanken offen zu legen. \u201cDie Rayleigh-Panzerung ist ein bahnbrechender Fortschritt &#8211; aber ich sehe auch die Gefahren dieser Technologie &#8211; besonders, wenn sie in die falschen H\u00e4nde ger\u00e4t. Ich bin mir auch nicht sicher, ob das FKOM bereits ausreichende Notfallpl\u00e4ne hat, sollte ein Schiff mit dieser Panzerung einmal auf der Gegenseite stehen.\u201d<\/p>\n<p><\/p>\n<p dir=\"ltr\" style=\"margin-top: 0pt;\">\u201cNun, die USS Nemesis ist ein Prototyp und das einzige Schiff mit dieser Panzerung &#8211; mein Schiff ger\u00e4t nicht in \u2018falsche H\u00e4nde\u2019.\u201d entgegnete Sureya. Ihre Augen blitzten hell, und sie hatte etwas von einer Raubkatze &#8211; wer an \u00e4gyptische Mythologie glaubte, mochte in diesem Moment etwas von Sachmet in ihr sehen.<\/p>\n<p><\/p>\n<p dir=\"ltr\" style=\"margin-top: 0pt;\">\u201cEine B\u00fcchse, die einmal ge\u00f6ffnet wurde, kann nie wieder ganz geschlossen werden\u201d antworte Ajur ernst. \u201cUnd Sie wissen auch, dass das nicht stimmt &#8211; also dass die Panzerung nur auf ihrem Schiff ist. Es gibt dort drau\u00dfen irgendwo ein Modell, einen Runabout, irgendein Versuchsschiff mit dieser Panzerung. Und mir fallen schon mehr M\u00f6glichkeiten, als ich guthei\u00dfen kann, ein, was mein Bruder mit einer solchen Panzerung anstellen k\u00f6nnte.\u201d Er sch\u00fcttelte den Kopf. \u201cWas einmal erfunden wurde, wird Verbreitung finden. Es ist nur eine Frage der Zeit.\u201d Er griff nach dem Brot und brach es.<\/p>\n<p dir=\"ltr\" style=\"margin-top: 0pt;\">\u201cAber dar\u00fcber m\u00f6chte ich auch gar nicht streiten, Captain. Es ist etwas ganz anderes, was mir wirklich Sorgen bereitet. Etwas, wozu mich Ihre Einstellung sehr interessiert &#8211; und was ich Sie nie fragen w\u00fcrde, w\u00fcrden wir uns nicht kennen.\u201d<\/p>\n<p><\/p>\n<p dir=\"ltr\" style=\"margin-top: 0pt;\">\u201cJetzt\u2026 bin ich gespannt.\u201d Sureya sah ihn aufmerksam an. So hatte sie sich dieses Mittagessen eigentlich nicht vorgestellt. Und doch interessierte es sie, was der Klingone zu sagen hatte. Scheinbar entspannt schlug sie die Beine \u00fcbereinander, lehnte sich zur\u00fcck und nahm nur gelegentlich einen Bissen von ihrem eigenen Teller, wie nebenbei. Sie hatte sich ein italienisches Gericht der Erde bestellt, Saltimbocca mit hellem Fladenbrot, auf das sie gelegentlich Oliven\u00f6l tr\u00e4ufelte, bevor sie es langsam a\u00df. Wer sie nicht kannte, w\u00fcrde glauben, sie w\u00e4re gerade sehr locker und gelassen. Doch Ajur kannte sie besser und wusste um ihre Natur &#8211; als guter Beobachter sah er die jederzeit zum Sprung bereite leichter Anspannung in ihren Gliedern.<\/p>\n<p><\/p>\n<p dir=\"ltr\" style=\"margin-top: 0pt;\">\u201cWie ich sagte, ist ihr Schiff deutlich ein Kriegsschiff &#8211; keine Wissenschaftsabteilung, keine psychologische Abteilung &#8211; damit auch kein dezidierter Berater, wie auf anderen Schiffen\u2026 wissen Sie, von welcher Flotte ich solche Designs kenne?\u201d Er seufzte. \u201cIch habe mich \u00fcber die Bedeutung des Namens kundig gemacht, den man dem Schiff und seiner Klasse gegeben hat. \u2018Nemesis\u2019 &#8211; eine irdische G\u00f6ttin des \u2018gerechten Zorns\u2019 und der \u2018Rache\u2019&#8230; \u201c Der Klingone sah Sureya direkt in die Augen.<\/p>\n<p dir=\"ltr\" style=\"margin-top: 0pt;\">\u201cWas ist mit der Sternenflotte passiert? Wo sind all die Enterprises, Marie Curies und Apollos hin? Wann hat es begonnen, dass Schiffe nach Rache- und Jagdg\u00f6ttinnen oder Waffen benannt werden? Was hat sich ver\u00e4ndert, dass man sich gen\u00f6tigt sah, Schiffsklassen \u2018Furchtlos\u2019 oder \u2018Herrscher\u2019 zu nennen? Wo ist denn die \u2018Jin\u2019-Klasse? Wann wird die USS Eirene in Dienst gestellt? Was erforscht die USS Cochrane gerade?\u201d\u00a0<\/p>\n<p dir=\"ltr\" style=\"margin-top: 0pt;\">Wieder wirkte er traurig.<\/p>\n<p dir=\"ltr\" style=\"margin-top: 0pt;\">\u201cIch habe mich f\u00fcr die Sternenflotte entschieden, weil ich an die Ideale glaube, die ich hier kennengelernt habe. Ideale, die den Konflikt nicht f\u00fcrchten, aber bisher auch nicht suchten. Auch wenn die Hephaistos hinter den Linien operiert, so hei\u00dft sie doch nach einem G\u00f6tter-Handwerker, nach einem Erschaffer und Erbauer. Ja, mein Volk hat diesen Krieg offiziell begonnen &#8211; aber war die Schicht der hehren Ideale nur so d\u00fcnn?\u201d fragte er, legte das Brot weg.<\/p>\n<p><\/p>\n<p dir=\"ltr\" style=\"margin-top: 0pt;\">\u201cIhnen gegen\u00fcber gebe ich es zu &#8211; ich habe Angst. Nein, nat\u00fcrlich nicht die Furcht eines Feiglings, der vor der Schlacht davon l\u00e4uft &#8211; aber die Furcht von jemandem, der den Wunsch nach Frieden hegt und dieses Licht verl\u00f6schen sieht.\u201d Er knurrte. \u201cMein Volk hat, so ist es \u00fcberliefert, einst die eigenen G\u00f6tter get\u00f6tet, um das Joch, das ihren Willen auf uns legte, abzuwerfen. Wir haben einst f\u00fcr die Freiheit gek\u00e4mpft. Wussten Sie, dass einige der &#8211; zugegebenerma\u00dfen recht wenigen &#8211; Schriftgelehrten meines Volkes der Meinung sind, Kahless habe in seinen urspr\u00fcnglichen Werken nie von einem \u2018Krieger\u2019 gesprochen? Nat\u00fcrlich fallen die Begriffe \u2018Kampf\u2019 und \u2018siegen\u2019. Es wird davon gesprochen, was \u2018bezwungen\u2019 werden muss und dass wir uns ehrenvoll den Bedrohungen stellen m\u00fcssen. Aber wir Klingonen waren einst vor allem J\u00e4ger, die jeden Tag als \u00dcberlebenskampf begriffen. Und nun scheint es so, als h\u00e4tten wir uns doch wieder einen neuen Gott erschaffen &#8211; den Krieg, der nur um seiner selbst Willen gefochten wird. Doch wenn die F\u00f6deration in die gleiche Falle tappt, wenn man nur allzu bereit ist, den Pfad von Rache und Zorn einzuschlagen &#8211; was unterscheidet dann die Hardliner der F\u00f6deration von jenen Klingonen, die im Khitomer-Abkommen eine Schmach sehen? Am Ende interessiert es den Gott Krieg nicht, welche Seite gewinnt &#8211; halt, ich m\u00f6chte korrigieren: am besten gewinnt keine Seite, sondern das T\u00f6ten geht immer weiter. Aus Stolz, aus Rache, aus Wut, aus Trauer oder falsch verstandenen Nationalgef\u00fchl\u2026 nur die Leichenberge z\u00e4hlen vor dem lachenden Angesicht dessen, der nun schon mein Volk beherrscht.\u201d<\/p>\n<p dir=\"ltr\" style=\"margin-top: 0pt;\">Er ballte die H\u00e4nde zu F\u00e4usten, die Z\u00e4hne mahlten grimmig in seinem Kiefer aufeinander.<\/p>\n<p dir=\"ltr\" style=\"margin-top: 0pt;\">\u201cAlso, Captain, bitte sagen Sie mir &#8211; warum kommandieren Sie die \u2018Nemesis\u2019?\u201d Es war klar, dass er damit nicht fragte, warum sie Captain war oder ihre Pflicht tat &#8211; mehr darum, was sie mit dieser Verantwortung anfing. War sie Rettungsengel &#8211; oder Bumm-Bumm-Bateh?<\/p>\n<p><\/p>\n<p dir=\"ltr\" style=\"margin-top: 0pt;\">Sureya hatte ihm schweigend zugeh\u00f6rt und ihn dabei ruhig, doch wachsam beobachtet. So offen, wie jetzt gerade, hatte er noch nie mit ihr gesprochen und sie wusste, dass es ein enormer Vertrauensbeweis war. Ein Vertrauen, das sie um keinen Preis brechen w\u00fcrde und das sie gewillt war, zu erwidern. Ein Vertrauen, das sie anflehte, seine Sorgen zu zerstreuen.\u00a0<\/p>\n<p><\/p>\n<p dir=\"ltr\" style=\"margin-top: 0pt;\">F\u00fcr eine Weile war es still am Tisch, w\u00e4hrend sie ruhig a\u00dfen und die \u00c4gypterin nachdachte. Nebenbei war sie sich der Blicke bewusst, die von anderen Tischen auf ihren gerichtet waren, die sie jedoch ignorierte. Dann, endlich, stie\u00df sie ein leises Seufzen aus.\u00a0<\/p>\n<p><\/p>\n<p dir=\"ltr\" style=\"margin-top: 0pt;\">\u201cIch kann Ihre Bedenken sehr gut verstehen, Ajur. Ich teile sie sogar, wenn es auch nicht so wirken mag, besonders auf die wenigen Personen, die mich von fr\u00fcher kennen.\u201d Die Hand, die ihre Gabel f\u00fchrte, malte langsam, fast meditativ, Muster in die Sossenreste auf ihrem Teller. \u201cIch denke nicht, dass die Schicht der hehren Ideale so d\u00fcnn ist, wie Sie bef\u00fcrchten. Diese Ideale leben noch immer, in jedem Sternenflottenoffizier, der gerade seinen Dienst verrichtet, in jedem Ausbilder an der Akademie, und auch im FKOM. Durch den Krieg sind sie nur\u2026 in den Hintergrund gedr\u00e4ngt worden. \u00dcberlagert von Notwendigkeit. Das mag manchen besser gefallen, als anderen. Aber ich bin zuversichtlich, dass sie, sobald der Krieg endet, wieder zutage treten werden.\u201d\u00a0<\/p>\n<p><\/p>\n<p dir=\"ltr\" style=\"margin-top: 0pt;\">Ajur konnte sehen, dass auch die kleine drahtige Frau, genau wie er zuvor, die Kiefer fest zusammengepresste, w\u00e4hrend sie ihre n\u00e4chsten Worte w\u00e4hlte. Er konnte ihre Besorgnis sehen. Sie zeigte sie ihm, hatte f\u00fcr einen kurzen Moment die Maske der CO, die nichts und niemand aus der Ruhe bringen oder beeindrucken konnte, abgelegt, was ihrerseits ihm gegen\u00fcber ebenfalls ein Vertrauensbeweis war. Sie lie\u00df ihn\u00a0sehen, was in ihr vorging. Ihre klaren gr\u00fcnen Augen hielten seinen Blick fest, verbargen nichts.<\/p>\n<p><\/p>\n<p dir=\"ltr\" style=\"margin-top: 0pt;\">\u201cDie F\u00f6deration hat fr\u00fcher bereits Kriege gefochten, doch selten haben sie so lange angedauert wie dieser, und das mit so wenig Entwicklung. Das zehrt die Geduld auf, und nicht jeder hat so viel Beherrschung wie Sie und ich.\u201d Sie l\u00e4chelte ein kleines, grimmig-trauriges L\u00e4cheln. \u201cIn Friedenszeiten sind wir Forscher, Entdecker. Freundlich, friedlich, neugierig, zur\u00fcckhaltend. Wie ein verspieltes K\u00e4tzchen tollen wir zwischen den Sternen umher, auf der Suche nach neuen Freunden und spannenden Entdeckungen. Das mag auf Au\u00dfenstehende schwach und weich wirken, so dass es immer wieder zu Herausforderungen kommt. Irgendjemand versucht immer wieder, die F\u00f6deration und die Sternenflotte zu pieksen, um herauszufinden, ob wir kuschen, oder zur\u00fcckpieksen. Meist reicht ein kurzes Fauchen, ein Ausfahren der Krallen, ein kurzer Blick hinter die Maske des K\u00e4tzchens, um den Tiger zu sehen, der dahinter steht und Wache h\u00e4lt. Ein kurzer Beweis, dass wir auch sehr stark sein k\u00f6nnen. Diesmal\u2026 ist es anders.\u201d Sie seufzte und sammelte kurz mit einer Hand ihre vielen Rasta-Z\u00f6pfe zusammen, warf sie sich hinter die Schulter, damit sie nicht ins Essen gerieten.\u00a0<\/p>\n<p><\/p>\n<p dir=\"ltr\" style=\"margin-top: 0pt;\">\u201cDie Klingonen versuchen gerade, den Tiger auszubluten, seine Ausdauer und St\u00e4rke langsam zu zerm\u00fcrben. Einen solchen Krieg mit ehemaligen Verb\u00fcndeten zu f\u00fchren, ist besonders schmerzlich. Nicht nur aufgrund des gebrochenen Vertrauens, sofern es vorhanden war\u2026 immerhin gab es mal so etwas wie gegenseitige Achtung und Respekt zwischen dem klingonischen Reich und der F\u00f6deration. Nein, auch aufgrund der Tatsache, dass sich ehemalige Verb\u00fcndete viel zu gut kennen. Es wird nicht mehr fair gespielt. Und nat\u00fcrlich w\u00e4re es leicht, auf die Klingonen zu deuten und zu sagen: \u2018Die haben aber angefangen!\u2019, doch je l\u00e4nger ein solcher Krieg dauert, umso weniger kann eine der beteiligten Seiten von sich behaupten, besser zu sein, lauterer, vern\u00fcnftiger\u2026 ehrenvoller. Irgendwann wird nur noch aufeinander eingeschlagen, bis einer endlich still h\u00e4lt. An diesem Punkt sind wir langsam angekommen, Ajur.\u201d<\/p>\n<p><\/p>\n<p dir=\"ltr\" style=\"margin-top: 0pt;\">Die kleine \u00c4gypterin wechselte die Sitzposition und nahm einen weiteren Bissen ihres langsam kalt werdenden Essens. \u201cDie F\u00f6deration, das FKOM, wollen es sich nicht anmerken lassen, versuchen, die Fassade aufrechtzuerhalten, aber es schleicht sich Verzweiflung ein. Wir haben so viele Schiffe verloren, so viele Leben wurden ausgel\u00f6scht, auf beiden Seiten\u2026 und derzeit glaube ich, kaum noch jemand kann sich wirklich noch daran erinnern, was diesen Krieg eigentlich ausgel\u00f6st hat. Oder schert sich darum. Der Sinn dahinter &#8211; sofern es je einen gab &#8211; ist verloren gegangen. Wie zwei m\u00fcde Gladiatoren in der Arena, die kaum noch gerade stehen k\u00f6nnen und bereits aus vielen Wunden bluten, schlagen wir weiter aufeinander ein, zu stolz, um aufzugeben. Wenn das noch ein bisschen so weitergeht\u2026 nein, ich denke, wir sind schon an dem Punkt angekommen, wo es keinen wirklichen \u2018Gewinner\u2019 mehr geben kann.\u201d Sie seufzte, und kurz bemerkte der Klingone M\u00fcdigkeit in ihrem Blick. Selbst sie, f\u00fcr die K\u00e4mpfen in ihrer Natur lag, war kriegsm\u00fcde.\u00a0<\/p>\n<p><\/p>\n<p dir=\"ltr\" style=\"margin-top: 0pt;\">\u201cDie Nemesis ist vielleicht nach einer Racheg\u00f6ttin benannt, aber sie entstand aus Verzweiflung, Ajur. Ja, es stimmt, Krieg f\u00f6rdert immer auch Entwicklung und Innovation, wie man an der Rayleigh-Panzerung sehen kann. Aber alle technischen Neuerungen und die schwersten Waffen in einem Schiff zu b\u00fcndeln, um eine \u2018ultimative Waffe\u2019 zu bauen, ein \u2018schaut her, wir sind besser als ihr\u2019, ist nicht nur Verzweiflung, es ist tats\u00e4chlich\u2026 entgegen unserer Ideale. Ideale haben im Kampf ums eigene \u00dcberleben schon immer den K\u00fcrzeren gezogen. Leider. Und je l\u00e4nger der Krieg noch andauert, umso schlimmer wird das werden.\u201d\u00a0<\/p>\n<p><\/p>\n<p dir=\"ltr\" style=\"margin-top: 0pt;\">Ihr Blick wurde etwas h\u00e4rter. \u201cSie haben mich gefragt, warum ich die Nemesis kommandiere, Ajur. Ich kenne Sie gut genug, um zu wissen, dass Sie damit nicht meine Bef\u00e4higung hinterfragen, sondern meine Motivation und Einstellung.\u201d Sie nickte kurz. \u201cNormalerweise stehe ich nur meinen Vorgesetzten Rede und Antwort, aber ich will Ihnen trotzdem antworten, diesmal.\u201d\u00a0<\/p>\n<p dir=\"ltr\" style=\"margin-top: 0pt;\">Der klingonische TAK konnte sehen, wie die entspannte Haltung von ihr abfiel, sie wirkte nun, als w\u00fcrde sie sich f\u00fcr einen Angriff bereit machen, jeder Muskel war gespannt.\u00a0<\/p>\n<p dir=\"ltr\" style=\"margin-top: 0pt;\">\u201cSie kennen meinen Ruf und zumindest einen Teil meiner Historie, soweit sie in meiner Akte vermerkt ist. Manch einer w\u00fcrde behaupten,\u00a0mir\u00a0die Nemesis zu unterstellen, w\u00e4re gleichbedeutend damit, einen glimmenden Span an die Lunte eines Pulverfasses zu halten. Doch diese Leute sehen nur,\u00a0was\u00a0ich getan habe, aber nie,\u00a0warum. Sie sehen, dass ich gerne dreckig und blutig bis zum Umfallen auf dem Holodeck k\u00e4mpfe, und dass ich fr\u00fcher bisweilen waghalsige Man\u00f6ver durchgef\u00fchrt und scheinbar \u00fcbereilte Entscheidungen getroffen habe, die viel Material zerst\u00f6rt und Leben gef\u00e4hrdet haben.\u201d\u00a0<\/p>\n<p dir=\"ltr\" style=\"margin-top: 0pt;\">Ein erneutes kleines Seufzen f\u00fcllte die Pause, w\u00e4hrend sie ein paar Mal durchatmete und ihm dann wieder direkt in die Augen sah, w\u00e4hrend sie sich schmerzlich an die USS Yucatan erinnerte, ihr fr\u00fcheres Schiff, das die Kolonie und Station New Haven 10 Jahre lang besch\u00fctzt hatte und letztendlich bei einem der ersten Angriffe der Klingonen im verzweifelten Kampf gegen eine \u00dcbermacht zerst\u00f6rt wurde, um den Zivilisten die Flucht zu erm\u00f6glichen.\u00a0<\/p>\n<p><\/p>\n<p dir=\"ltr\" style=\"margin-top: 0pt;\">\u201cAu\u00dferhalb des Holodecks k\u00e4mpfe ich ausschlie\u00dflich, um zu besch\u00fctzen, Ajur. Nicht f\u00fcr die Ehre, nicht f\u00fcr Ruhm, und gewiss nicht, um meinen eigenen Blutdurst zu stillen, wie mir schon unterstellt wurde. Die F\u00f6deration, die Sternenflotte, sind mein Leben, meine Heimat. Ich glaube an sie. Jeder, der sie bedroht, ist mein Feind. Nein, ich bin keine Forscherin, keine Entdeckerin. Ich bin nicht friedvoll. Ich bin Kriegerin. Ich stehe in erster Reihe, ein Schild vor jenen, die friedlich forschen und entdecken wollen, um sie zu besch\u00fctzen, damit sie genau das tun k\u00f6nnen. Ich f\u00fchre die Nemesis und ihre Crew, die ich mir sehr genau ausgesucht habe, nicht, um noch mehr Blut zu vergie\u00dfen, sondern um meinen Beitrag zu leisten, damit dieser uns\u00e4glich idiotische Krieg endlich ein Ende findet. W\u00e4hrend andere z\u00f6gern, handele ich. Ich beginne keine K\u00e4mpfe, Ajur. Ich beende sie.\u201d\u00a0<\/p>\n<p><\/p>\n<p dir=\"ltr\" style=\"margin-top: 0pt;\">Bei den letzten S\u00e4tzen war ihre Stimme h\u00e4rter geworden und sie hatte eine Hand zu einer Faust geballt, so fest, dass die Kn\u00f6chel wei\u00df durch ihre gebr\u00e4unte Haut schimmerten.\u00a0<\/p>\n<p><\/p>\n<p dir=\"ltr\" style=\"margin-top: 0pt;\">\u201cIch will diesen Krieg beenden, und wenn es das letzte ist, was ich tue. Damit danach wieder in Frieden geforscht und entdeckt werden kann. Und wenn ich, wenn wir, die Nemesis, diesen Krieg \u00fcberleben sollten, dann w\u00fcrde mich nichts mehr befriedigen, als mein Schiff in ein Museumsst\u00fcck umgewandelt zu sehen, als Mahnmal und als Erinnerung daran, wie wir\u00a0nicht\u00a0sein wollen.\u201d<\/p>\n<p><\/p>\n<p dir=\"ltr\" style=\"margin-top: 0pt;\">Ajur sah Sureya sehr lange an. In gewisser Weise hatte er sie vermisst. Oh, nicht auf eine romantische Art und Weise &#8211; aber sie waren irgendwie verwandte Seelen. Und so sehr er seine (wenigen) Freunde hier an Bord auch sch\u00e4tzte &#8211; seine kriegerische Seite konnte er kaum mit jemandem diskutieren. Nicht einmal mit Samantha &#8211; auch wenn diese mehr gesehen hatte, als andere. Doch seine Freunde an Bord der Hephaistos waren alle das, was die F\u00f6deration ausmachte. Sureya sprach seine kriegerische Seite an, die nun nicht mehr an Bord war. Und genau darin lag eine Gefahr.<\/p>\n<p><\/p>\n<p dir=\"ltr\" style=\"margin-top: 0pt;\">\u201cIch spare mir die Formalie zu fragen, ob ich offen sprechen kann, Captain. Dar\u00fcber sind wir l\u00e4ngst hinaus\u201d, sagte er ernst. Er hatte sein Essen so gut wie nicht anger\u00fchrt und schob den Teller nun von sich. Der Hunger, der in ihm brannte, konnte nicht durch Wild gestillt werden &#8211; und gleichzeitig w\u00fcrde kein Brot dieser Welt die Leere f\u00fcllen oder das Feuer der Sorge l\u00f6schen.<\/p>\n<p dir=\"ltr\" style=\"margin-top: 0pt;\">\u201cSie sind genau das Werkzeug, das jene brauchen, die dem Gott \u2018Krieg\u2019 Tempel bauen wollen. Sie rationalisieren alle Kampfhandlungen damit, dass Sie die F\u00f6deration sch\u00fctzen &#8211; und ich kann sie verstehen. Sie sagen, Sie k\u00e4mpfen nicht f\u00fcr Ehre &#8211; doch bitte achten Sie darauf, dass Sie nicht irgendwann ohne Ehre k\u00e4mpfen. Der Zweck heiligt nicht alle Mittel &#8211; noch versteht mein Volk das, auch wenn Sie die Lehren von Kahless zu dehnen beginnen. Ich kann nur hoffen, dass die F\u00f6deration nicht den Fehler macht, hier ein schlechtes Vorbild zu sein. Ich glaube, dass wir gerade im Krieg die Ideale nicht verlieren d\u00fcrfen. Dass die Tatsache, dass wir eine ganze Schiffsklasse nach einer Racheg\u00f6ttin benennen, mehr eine Kapitulation ist &#8211; ein Opfer auf dem gro\u00dfen Altar des Blutvergie\u00dfens.\u201d Ja, er hatte wir gesagt &#8211; \u2018wir\u2019 wie in \u2018die B\u00fcrger der F\u00f6deration\u2019. \u201cIch sah die Rhetorik der Pr\u00e4sidentin schon vor ihrem letzten Amtsantritt mit Besorgnis &#8211; ich kenne klingonische Kanzler, die sind mit weniger militaristischen Phrasen ins Amt gekommen. Ich habe mir meine Gedanken gemacht, als man eine Zackdorn mit gro\u00dfen Verdiensten als Milit\u00e4rstrategin zur FKOM berufen hat &#8211; und ich habe in den letzten Tagen meine sp\u00e4rliche Freizeit damit zugebracht, die Berichterstattung der Prawda mit der mir bekannten Realit\u00e4t zu vergleichen. Es scheint, als habe die Redaktion die Lehrb\u00fccher des romulanischen Kaiserreiches oder der cardassianischen Milit\u00e4rregierung gut verinnerlicht.\u201d Er hielt kurz inne, bewegte den Kiefer so, dass es knackte &#8211; er war angespannt. \u201cEs mag die Zeit kommen, da wir die F\u00f6deration vielleicht vor sich selbst sch\u00fctzen m\u00fcssen\u2026 Und ja, mir ist bewusst, dass man dies als Insubordination auslegen k\u00f6nnte &#8211; vor allem wenn man es darauf anlegt, \u2018diesen Klingonen\u2019 loszuwerden. Sie k\u00f6nnten mich melden &#8211; aber ich wei\u00df, Captain, dass in Ihrem Herzen die gleiche Sorge wohnt. Wir sind beide Schilde, Captain. Und wir wollen beide Frieden. Doch Ihnen hat man einen Hammer gegeben, wo ich versuche, mit dem Skalpell zu operieren. Ich bin nur ein Lieutenant &#8211; nicht einmal ein voller, um genau zu sein &#8211; und Sie Captain. Ich ma\u00dfe mir nicht an, auch nur anzudeuten, was Sie tun oder lassen sollten. Aber bitte erlauben Sie mir, Sie darum zu bitten, auf sich aufzupassen. Nicht auf ihren K\u00f6rper &#8211; Sie sind mehr als bereit, ihr Leben zu geben und f\u00e4hig, sich gegen\u00fcber Gefahren zu behaupten, das wei\u00df ich wohl. Aber wie bei jedem von uns, ist Ihre Seele verwundbar. Wenn auf den Alt\u00e4ren dieser Zeit schon die Ideale geopfert werden, ist die Zeit nicht weit, da uns noch mehr genommen wird. Ich bitte Sie &#8211; gedenken Sie meiner Worte. Lassen Sie nicht zu, eine Bestie dieses Krieges zu werden. Seien Sie Bastet, nicht Sachmet &#8211; wenn ich mir die Analogie aus der Religion ihrer Heimat erlauben darf. Und ich werde darauf hoffen, dass Sie dereinst das Richtige tun werden, wenn es darum geht, die Werte und Ideale der F\u00f6deration weiter hochzuhalten.\u201d<\/p>\n<p dir=\"ltr\" style=\"margin-top: 0pt;\">Er wirkte sehr, sehr ernst. \u201cBitte &#8211;\u00a0 f\u00fcr uns alle.\u201d<\/p>\n<p><\/p>\n<p dir=\"ltr\" style=\"margin-top: 0pt;\">Sureya konnte trotz des ernsten Themas ein Schmunzeln nicht unterdr\u00fccken, als er sich der alten \u00e4gyptischen G\u00f6tter ihrer Heimat, an die sie wider aller Logik und Aufgekl\u00e4rtheit durchaus noch glaubte, als Analogie bediente. \u201cBastet w\u00fcrde wohl kaum zu mir passen, Ajur. Die G\u00f6ttin der Fruchtbarkeit und Liebe\u2026 und Sachmet, die G\u00f6ttin des Krieges, hat auch eine heilende Seite. Nein, solange ich nicht beginne, Seth zu verk\u00f6rpern, ist mit mir alles im Reinen. Ich will weder Chaos, noch Verderben bringen.\u201d Sie sch\u00fcttelte leicht den Kopf, so dass die Perlen an den Enden ihrer Z\u00f6pfe leise klickten, und wurde wieder ernst. Sie sah ihm tief in die Augen, und ihr Blick schien zu sagen \u2018Ich h\u00f6re Dich\u2019. So\u2026 fast schon emotional\u2026hatte sie ihn noch nicht erlebt, und dass er seine Sorgen und Bedenken trotzdem in der ihm eigenen ruhigen Art vortrug, machte dieses Gef\u00fchl noch intensiver.\u00a0<\/p>\n<p><\/p>\n<p dir=\"ltr\" style=\"margin-top: 0pt;\">\u201cJa, wir d\u00fcrfen nicht vergessen, wo wir herkommen, und\u00a0was\u00a0wir eigentlich verteidigen. Die meisten Wesen sind sehr emotional und leicht manipulierbar. Niemand, der kein Vulkanier ist, kann sich davon freisprechen. Niemand ist vollkommen objektiv. Auch unsere Politiker und die Medien nicht. Gerade diese nicht.\u201d Sie schnaubte kurz. \u201cIch habe stets bewundert, wie Sie mit Ihrem \u2018Skalpell\u2019 arbeiten, Ajur. Der Hammer liegt gut in meiner Hand, ich war schon immer eher die Frau f\u00fcr\u2019s Grobe.\u201d\u00a0<\/p>\n<p dir=\"ltr\" style=\"margin-top: 0pt;\">Ein leicht melancholisches L\u00e4cheln stahl sich kurz in ihre Z\u00fcge, war aber gleich wieder verschwunden. \u201cAber ich versichere Ihnen: ich werde nicht vergessen. Weder, wo wir herkommen, noch was wir eigentlich sind &#8211; und mit Sicherheit nicht, warum wir k\u00e4mpfen. Ich werde meine Ehre, meinen pers\u00f6nlichen Codex, nicht vergessen. Dessen k\u00f6nnen Sie gewiss sein.\u201d Die kleine \u00c4gypterin nickte einmal, wie zur Bekr\u00e4ftigung.\u00a0<\/p>\n<p><\/p>\n<p dir=\"ltr\" style=\"margin-top: 0pt;\">\u201cDoch Sie messen mir zu viel Bedeutung bei, Ajur. Ja, ich habe vielleicht das kampfst\u00e4rkste Schiff der gesamten Flotte unter meinem Hintern, derzeit. Aber ich bin trotz allem nur\u00a0ein\u00a0Captain, mit\u00a0einem\u00a0Schiff. Die Nemesis mag in der Lage sein, im passenden Moment das Z\u00fcnglein an der Waage sein zu k\u00f6nnen. Darauf hoffe ich. Auch ein Hammer kann mit Bedacht geschwungen werden. Ich bin in vielen Feuern geschmiedet worden. Ich kenne mich, und ich habe keine Illusionen mehr. Noch nie habe ich einen Befehl ausgef\u00fchrt, ohne zun\u00e4chst \u00fcber ihn nachzudenken, ohne ihn mit meinem Gewissen in Einklang zu bringen. Und das werde ich auch in Zukunft nicht tun. Mein Gewissen\u2026 hat unsere Ideale tief eingraviert. Ich werde es nicht ignorieren.\u201d Sureya sprach nun langsam und klang beinahe feierlich.\u00a0<\/p>\n<p dir=\"ltr\" style=\"margin-top: 0pt;\">\u201cSie wissen besser als die meisten anderen, dass ich die Klingonen nie gehasst habe. Einzelne Individuen, aufgrund dessen, was sie getan haben, ja. Aber ein gesamtes Volk? Nein. Ich habe sie immer bewundert, und es schmerzt mich, zu sehen, was geschieht. Ich habe nicht vergessen, was war, und ich werde weiter auf das hoffen, was sein kann. Das verspreche ich Ihnen, Ajur.\u201d Es klang mehr wie ein Schwur.\u00a0<\/p>\n<p><\/p>\n<p dir=\"ltr\" style=\"margin-top: 0pt;\">Nach einer kurzen Pause neigte die kleine \u00c4gypterin ihren Kopf ein wenig zur Seite und ein kleines, verschmitztes L\u00e4cheln zupfte an ihren Mundwinkeln, ganz in der verspielten Art, die sie \u00fcblicherweise zur Schau trug. Doch ihre weiteren Worten waren alles andere als humorvoll. \u201cIch w\u00fcnschte wirklich, wir k\u00f6nnten wieder zusammenarbeiten, Ajur. Was k\u00f6nnten wir gemeinsam erreichen.. Doch die Winde des Alls haben uns in unterschiedliche Richtungen getragen. W\u00fcrden Sie mir etwas versprechen? Ein\u2026 Gefallen?\u201d fragte sie langsam. \u201cFalls meine Einsch\u00e4tzung falsch ist.. falls etwas passiert, das meine Kontrolle durchbricht und ich anfange, tats\u00e4chlich dem \u2018Gott des Krieges\u2019 zu huldigen, auch wenn ich es f\u00fcr unwahrscheinlich halte\u2026 halten Sie mich auf, Ajur. Wenn es dann noch jemand kann &#8211; dann Sie.\u201d Ruhig und beinahe gelassen, wartete sie auf seine Antwort.\u00a0<\/p>\n<p><\/p>\n<p dir=\"ltr\" style=\"margin-top: 0pt;\">Er h\u00f6rte all dies, dachte auch dar\u00fcber nach, was er \u00fcber Bastet und Sachmet gelesen hatte &#8211; doch w\u00fcrde er sicherlich nicht mit Sureya \u00fcber ihre eigene Religion diskutieren. So begannen Feindschaften &#8211; und die konnten sie sich nun wirklich nicht leisten. Vor Allem nicht in diesen Zeiten, mit den Offenbarungen, die sie beide hier einander machten.<\/p>\n<p dir=\"ltr\" style=\"margin-top: 0pt;\">Ajur blickte sich um, schaute, wer alles zu ihnen schaute und vielleicht versuchte zuzuh\u00f6ren &#8211; doch auch wenn es vielleicht manche gab, die gerne etwas gegen ihn in der Hand haben w\u00fcrden, so war doch niemand so doof, absichtlich Captain Sureya Bateh zu belauschen. Jedenfalls nicht hier.<\/p>\n<p><\/p>\n<p dir=\"ltr\" style=\"margin-top: 0pt;\">\u201cDas werde ich.\u201d sagte er dann, schlicht. \u201cWenn m\u00f6glich friedlich. Falls nicht, werde ich schnell zuschlagen und alles aufbieten, was ich habe. Den Fehler, Sie zu untersch\u00e4tzen, werde ich nicht begehen.\u201d Dann l\u00e4chelte er, das erste Mal in diesem Gespr\u00e4ch. \u201cUnd das sollten Sie auch nicht tun &#8211; sich untersch\u00e4tzen, Captain. Ein Mann oder eine Frau k\u00f6nnen sehr wohl einen Unterschied machen. Gerade, wenn diese Person zu Allem entschlossen ist. So schreibt es Kahless. Tragen Sie es mit sich.\u201d<\/p>\n<p><\/p>\n<p dir=\"ltr\" style=\"margin-top: 0pt;\">Sureya l\u00e4chelte nun auch und akzeptierte sein Versprechen mit einem Nicken. \u201cDas werde ich, Ajur. Genauso, wie Sie.\u201d langsam wischte sie sich die H\u00e4nde an einer Serviette ab, um die Spuren des Oliven\u00f6ls ihrer Mahlzeit zu beseitigen. Ihr war klar, dass es derzeit nichts mehr zu sagen gab, was sie nicht schon gesagt h\u00e4tten. Jedenfalls nichts von Bedeutung. \u201cIch danke Ihnen.\u201d Und sie lie\u00df offen, ob f\u00fcr das gemeinsame Essen &#8211; von dem Ajur nicht viel verzehrt hatte -, das Gespr\u00e4ch im Allgemeinen, oder all die Dinge, die hinter dem Gesagten standen. Langsam erhob sie sich von ihrem Stuhl, und der um so vieles gr\u00f6\u00dfere Klingone tat es ihr gleich. F\u00fcr alle im Elysion, die zu ihnen sahen, deutlich, streckte sie ihm die Hand entgegen. \u201cAuf ein baldiges Ende und den darauffolgenden neuen Anfang. Lassen Sie uns, sofern m\u00f6glich, in Kontakt bleiben.\u201d\u00a0<\/p>\n<p><\/p>\n<p dir=\"ltr\" style=\"margin-top: 0pt;\">\u201cSofern es die Missionen zulassen\u201d, nickte er. Er ergriff ihren Unterarm und dr\u00fcckte diesen kr\u00e4ftig.\u00a0<\/p>\n<p dir=\"ltr\" style=\"margin-top: 0pt;\">\u201cFrieden oder ein ehrenvoller Tod\u201d, w\u00fcnschte er. Mehr gab es nicht zu sagen.<\/p>\n<p><\/p>\n<p dir=\"ltr\" style=\"margin-top: 0pt;\">Kurz darauf schritten zwei Krieger, wie sie unterschiedlicher nicht sein konnten und sich doch verbunden f\u00fchlten, mit gemessenen Schritten und geraden R\u00fccken aus dem Elysion, die Blicke vieler nachdenklich auf ihren Hinterk\u00f6pfen.\u00a0<\/p>\n<p dir=\"ltr\" style=\"margin-top: 0pt;\">\u00a0<\/p>\n<p dir=\"ltr\" style=\"margin-top: 0pt;\">&lt;\/RPG&gt;<\/p>\n<p dir=\"ltr\" style=\"margin-top: 0pt;\">\u00a0<\/p>\n<p dir=\"ltr\" style=\"margin-top: 0pt;\">&lt;NRPG&gt; Um euch die Einordnung des Gesagte zu erleichtern und lange Google-Sessions zu vermeiden, hier noch ein paar Informationen: \u2018Jin\u2019 ist die Bushido-Tugend der G\u00fcte und des Mitgef\u00fchls, \u2018Eirene\u2019 ist die griechische G\u00f6ttin des Friedens (im lateinischen Pax), w\u00e4hrend die USS Cochrane Ende des 24. Jahrhunderts der Name eines Wissenschaftsschiffs der Oberth-Klasse ist. &lt;\/NRPG&gt;<\/p>\n<p dir=\"ltr\" style=\"margin-top: 0pt;\">\u00a0<\/p>\n<p dir=\"ltr\" style=\"margin-top: 0pt;\">&lt;SUM&gt;<\/p>\n<p dir=\"ltr\" style=\"margin-top: 0pt;\">\u00a0<\/p>\n<p dir=\"ltr\" style=\"margin-top: 0pt;\">#Zeit: MD 95.1230 \/ SpD -5.1230<\/p>\n<p dir=\"ltr\" style=\"margin-top: 0pt;\">#Ort: USS Hephaistos, Elysion<\/p>\n<p><\/p>\n<p dir=\"ltr\" style=\"margin-top: 0pt;\">Ajur und Sureya treffen sich \u2018zuf\u00e4llig\u2019 im Elysion zum Essen. Die dabei gef\u00fchrte tiefgr\u00fcndige Unterhaltung \u00fcber den Krieg und die dahinter liegenden Motivationen f\u00fchrt zu einer \u00dcbereinkunft und einem Versprechen.<\/p>\n<p><\/p>\n<p dir=\"ltr\" style=\"margin-top: 0pt;\">&lt;\/SUM&gt;<\/p>\n<p dir=\"ltr\" style=\"margin-top: 0pt;\">\u00a0<\/p>\n<p dir=\"ltr\" style=\"margin-top: 0pt;\">\u00fcbermittelt von<\/p>\n<p dir=\"ltr\" style=\"margin-top: 0pt;\">\u00a0<\/p>\n<p dir=\"ltr\" style=\"margin-top: 0pt;\">Debora &amp; Effi<\/p>\n<p dir=\"ltr\" style=\"margin-top: 0pt;\">aka<\/p>\n<p dir=\"ltr\" style=\"margin-top: 0pt;\">Cpt. Sureya Bateh<\/p>\n<p dir=\"ltr\" style=\"margin-top: 0pt;\">CO USS Nemesis<\/p>\n<p dir=\"ltr\" style=\"margin-top: 0pt;\">\u00a0<\/p>\n<p dir=\"ltr\" style=\"margin-top: 0pt;\">und<\/p>\n<p dir=\"ltr\" style=\"margin-top: 0pt;\">\u00a0<\/p>\n<p dir=\"ltr\" style=\"margin-top: 0pt;\">Lt. jg. Ajur, Sohn des Nedek<\/p>\n<p dir=\"ltr\" style=\"margin-top: 0pt;\">TAK USS Hephaistos<\/p>\n<div style=\"\">\u00a0<\/div>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>&lt;NRPG&gt;Da Mac sich ja im Chat dar\u00fcber &#8218;beschwerte&#8216;, dass wir diesen Monat noch nicht so viele Postings haben (:P) &#8211; und da wir uns ja bis Ostern sputen sollten &#8211; hier noch ein CoPo von Debora und mir. Irgendwie auch \u00f6sterlich &#8211; immerhin geht es um den Frieden. Wir hoffen, das Thema ist euch nicht&#8230;<\/p>\n<p class=\"more-link-wrap\"><a href=\"https:\/\/www.sf-germany.org\/einheiten\/uss-hephaistos\/den-sturm-zu-zaehmen\/\" class=\"more-link\">Read More<span class=\"screen-reader-text\"> &ldquo;Den Sturm zu z\u00e4hmen&rdquo;<\/span> &raquo;<\/a><\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[7],"tags":[],"class_list":["post-8172","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-archiv"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.sf-germany.org\/einheiten\/uss-hephaistos\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/8172","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.sf-germany.org\/einheiten\/uss-hephaistos\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.sf-germany.org\/einheiten\/uss-hephaistos\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.sf-germany.org\/einheiten\/uss-hephaistos\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.sf-germany.org\/einheiten\/uss-hephaistos\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=8172"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.sf-germany.org\/einheiten\/uss-hephaistos\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/8172\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.sf-germany.org\/einheiten\/uss-hephaistos\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=8172"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.sf-germany.org\/einheiten\/uss-hephaistos\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=8172"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.sf-germany.org\/einheiten\/uss-hephaistos\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=8172"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}