{"id":8623,"date":"2024-06-09T19:10:29","date_gmt":"2024-06-09T17:10:29","guid":{"rendered":"https:\/\/www.sf-germany.org\/einheiten\/uss-hephaistos\/sfg-joint-venture-im-blauen-dunst-der-realitaet\/"},"modified":"2024-06-09T19:10:29","modified_gmt":"2024-06-09T17:10:29","slug":"sfg-joint-venture-im-blauen-dunst-der-realitaet","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.sf-germany.org\/einheiten\/uss-hephaistos\/sfg-joint-venture-im-blauen-dunst-der-realitaet\/","title":{"rendered":"SFG Joint Venture &#8211; Im blauen Dunst der Realit\u00e4t"},"content":{"rendered":"<div><a href=\"https:\/\/sfg.groups.io\/g\/jv1\/message\/91\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\"><br \/>\n\t\t\t\t\tIm blauen Dunst der Realit\u00e4t<br \/>\n\t\t\t\t<\/a><\/p>\n<p>\t\t\t\tBy Daniel_Maximini@&#8230; (Daniel Maximini)<\/p>\n<p>\t\t\tHeya<\/p>\n<p>Sooo, das lief schon l\u00e4nger, aber hier endlich das Copo von Mo und mir,<br \/>wer also Spa\u00df um tiefgehende Moraldebatten hat, d\u00fcrfte hier auf seine<br \/>Kosten kommen. \ud83d\ude09<\/p>\n<p>&lt;RPG&gt;<br \/># Ort: USS Artemis, Offiziermesse<br \/># Zeit: MD -21.1342 (ist noch aus der Soapphase)<\/p>\n<p>In der Offiziermesse der USS Artemis herrschte nach dem Ende der<br \/>offiziellen Ansprachen und Toasts immer noch eine lebhafte Atmosph\u00e4re.<br \/>Einige Offiziere hatten bereits die Messe verlassen, um ihren Pflichten<br \/>nachzugehen, w\u00e4hrend andere noch in Gruppen zusammen standen, angeregte<br \/>Gespr\u00e4che f\u00fchrten oder ihre Gl\u00e4ser leerten.<\/p>\n<p>Gaspar Toussaint sa\u00df an einem der eleganten Tische, an dem sich noch<br \/>einige wenige Offiziere aufhielten. Ein paar verstreute Gl\u00e4ser und<br \/>halbvolle Tellern zeugten davon, dass nicht alle bereits gegangen waren.<br \/>Ein leichter Hauch von Erwartung lag in der Luft, da die Crew sich auf<br \/>den bevorstehenden geheimen Einsatz vorbereitete.<\/p>\n<p>In einer Ecke des Tisches sa\u00df Dr. Liyun Corapara, einen halb gegessenen<br \/>Teller vor sich. Seine Gedanken schienen weit weg zu sein, w\u00e4hrend er in<br \/>sein Essen starrte und \u00fcber die bevorstehende Mission nachdachte. Gaspar<br \/>bemerkte dies. Es war ein merkw\u00fcrdiger Anblick. Liyun wirkte sehr in<br \/>sich gekehrt, als w\u00fcrde er sein Umfeld gerade gar nicht wirklich<br \/>wahrnehmen. \u201cDoktor? Alles in Ordnung?\u201d fragte der Captain dann doch nach.<\/p>\n<p>Dessen Reaktion verriet, dass er sein Umfeld sehr wohl wahrgenommen<br \/>hatte. Es war kein schreckhaftes Erwachen, sein K\u00f6rper schien gar nicht<br \/>darauf zu reagieren, dass er nun in ein Gespr\u00e4ch geraten war. Weiter<br \/>blickte er in sein Essen. Und dennoch antwortete er. \u201cIch machte mir<br \/>meine Gedanken, Captain. Ich habe auf der USS Cerritos das ein oder<br \/>andere mal gef\u00e4hrliche Situationen erlebt, aber johlende Marines, die<br \/>einen bevorstehenden Konflikt mit den Klingonen beklatschen, das ist neu<br \/>f\u00fcr mich.\u201d Erst jetzt blickte er auf und zum Captain. \u201cIch wei\u00df, es sind<br \/>mutige Frauen und M\u00e4nner und die Aussicht, diesen Krieg mit solch einer<br \/>Mission ein St\u00fcck schneller beenden zu k\u00f6nnen, ist etwas gutes. Aber<br \/>irgendwie h\u00e4tte ich an der Stelle etwas mehr Demut erwartet.<br \/>\u201cDemut?\u201d fragte Gaspar nach.<\/p>\n<p>\u201cJetzt jubeln sie. Die meisten Opfer solcher Momente, die sp\u00e4ter dann in<br \/>meiner Krankenstation erscheinen, jubeln nicht mehr. Sie f\u00fcrchten sich<br \/>mehr um ihr Leben. Und hier und da werde ich es nicht mehr retten<br \/>k\u00f6nnen.\u201d erkl\u00e4rte Liyun seine Gedanken.<br \/>\u201cSie sind f\u00fcr solche Momente ausgebildet worden. M\u00f6gliche Verletzungen<br \/>oder der Tod im Einsatz geh\u00f6ren zu solchen Situationen dazu. Die USS<br \/>Artemis ist eben kein Forschungsschiff. Sie haben damit doch kein Problem?\u201d<\/p>\n<p>Der Bolivianer sch\u00fcttelte den Kopf. \u201cNon. Ich bin vorbereitet. Ob ein<br \/>Patient nun eine Schusswunde, eine Plasmaverbrennung, gebrochene Knochen<br \/>oder Chlamydien hat, das macht f\u00fcr mich keinen Unterschied. Aber jubeln<br \/>werde ich deswegen trotzdem nicht. Ein Kampfeinsatz bedeutet immer auch<br \/>Leid, nicht f\u00fcr f\u00fcr das Opfer, sondern auch f\u00fcr dessen Freunde und<br \/>Familien. Vor allem aber auch f\u00fcr die Leute, die auf solche Situationen<br \/>nicht eingestellt sind. Davon haben wir ein paar an Bord. Um die mache<br \/>ich mir eigentlich gerade mehr Sorgen. Von daher sehen sie also eher<br \/>gerade einen gr\u00fcbelnden Counselor.\u201d<\/p>\n<p>Gaspar Toussaint lehnte sich in seinem Stuhl zur\u00fcck und beobachtete Dr.<br \/>Corapara f\u00fcr einen Moment, bevor er nickte. \u201cIch verstehe Ihre Bedenken,<br \/>Doktor. Krieg ist niemals eine leichte Angelegenheit, und selbst die<br \/>besten Krieger k\u00f6nnen den emotionalen Tribut, den er fordert, nicht<br \/>immer vermeiden.\u201d<\/p>\n<p>Er schob sein Glas ein St\u00fcck zur Seite und beugte sich vor, seine Stimme<br \/>leiser und eindringlicher. \u201cWissen Sie, es gibt da diese Tradition. Vor<br \/>jedem Einsatz erinnern wir uns an die Menschen, f\u00fcr die wir k\u00e4mpfen. Die<br \/>Familien, die Freunde, die uns erwarten, wenn wir zur\u00fcckkehren. Es ist<br \/>eine Art, unsere Menschlichkeit zu bewahren, auch wenn wir uns in den<br \/>Krieg st\u00fcrzen.\u201d<\/p>\n<p>Dr. Corapara hob eine Augenbraue und lehnte sich ebenfalls vor. \u201cUnd was<br \/>ist mit denjenigen, die diese Menschlichkeit nicht bewahren k\u00f6nnen?<br \/>Diejenigen, die den psychischen Druck nicht aushalten? Es gibt immer ein<br \/>paar, die unter dem Gewicht des Krieges zerbrechen.\u201d<\/p>\n<p>Gaspar nickte langsam. \u201cJa, das gibt es. Und genau deshalb sind Sie so<br \/>wichtig, Doktor. Nicht nur um die physischen Wunden zu heilen, sondern<br \/>auch um den mentalen und emotionalen Schaden zu lindern. Ihre Rolle geht<br \/>\u00fcber die eines einfachen Mediziners hinaus. Sie sind auch ein Ankerpunkt<br \/>f\u00fcr die Crew, jemand, der ihnen hilft, ihre \u00c4ngste und Sorgen zu<br \/>verarbeiten.\u201d<\/p>\n<p>\u201cNa Gro\u00dfartig, der Captain erinnert mich an meine Pflichten und baut<br \/>gleich noch ein wenig Druck auf. Auf dass ich nicht vergesse, warum ich<br \/>hier bin.\u201d gab Liyun sarkastisch zur\u00fcck, wenn auch mit einem sanften<br \/>L\u00e4cheln, um darzustellen, dass seine Reaktion auch selbstironisch zu<br \/>verstehen war. \u201cSie sind sich im Klaren, dass sie mir gerade eine<br \/>scheinbar unl\u00f6sbare Aufgabe zumuten?\u201d<\/p>\n<p>Gaspar l\u00e4chelte und klopfte ihm freundschaftlich auf die Schulter. \u201cDas<br \/>wei\u00df ich, Doktor. Und jetzt, bevor die n\u00e4chste Mission beginnt, sollten<br \/>wir vielleicht noch ein paar von diesen verstreuten Gl\u00e4sern leeren und<br \/>uns gegenseitig Mut zusprechen. Die Zeit, die vor uns liegt, wird hart.<br \/>Aber wir sind gut vorbereitet, und wir werden es gemeinsam durchstehen.\u201d<\/p>\n<p>\u201cSi. \u00c4ngste und Sorgen, to do bien.Dass man einen Geist heilen muss,<br \/>nachdem er auf Grund der Perversion seines Umfeldes Schaden genommen<br \/>hat, das ist etwas, womit ich auch arbeiten kann. Daf\u00fcr wurde ich<br \/>ausgebildet. Und dennoch sorgt es mich, wenn mein Umfeld in Erwartung<br \/>des Chaos diesem freudig zujubelt, bevor es \u00fcberhaupt eintrifft\u2026 da<br \/>kommen wir dann in den Bereich des generellen Charakters. Da wird es<br \/>richtig schwer, denn es wird einigen Crewmitgliedern darum gehen, wie<br \/>man seinen pers\u00f6nlichen Umfeld noch entgegentreten kann, wenn sich deren<br \/>pers\u00f6nlichen Ideale so diametral gegen\u00fcber stehen.\u201d<br \/>\u201cSind das jetzt Prognosen \u00fcber Probleme, die auf dem Schiff auftreten<br \/>k\u00f6nnen oder Prognosen \u00fcber Probleme, die sie pers\u00f6nlich haben werden?\u201d<br \/>wollte Gaspar sichergehen, dass sein Counselor nicht gerade nur jammerte.<\/p>\n<p>\u201cWie gesagt, um mich m\u00fcssen sie sich keine Gedanken machen. Ich bin<br \/>nicht so naiv zu glauben, dass meine pazifistische Ideologie \u00fcber den<br \/>notwendigen Idealen der Sternenflotte stehen k\u00f6nnte. Es ist Krieg, da<br \/>wird es ruppig. Meine Aufgabe ist dann, vorzuleben, dass es noch etwas<br \/>anderes gibt. Das ist die Verantwortung meines Amtes. Doch frenetischer<br \/>Beifall\u2026 es ist eben ein schmaler Grad von dahin bis zu tosenden<br \/>Jubelgesang, weil einer der Anf\u00fchrer seine Meute fragt, ob sie einen<br \/>totalen Krieg wollen.\u201d w\u00e4hlte Liyun eine recht heftige Geschichte<br \/>Referenz aus dem 20sten Jahrhundert.<\/p>\n<p>\u201cNa. Soweit sind wir ja nun wirklich noch nicht.\u201d sch\u00fcttelte der Captain<br \/>den Kopf.<br \/>\u201cDas denke ich auch nicht. Und dennoch sollten wir alle sehr fr\u00fch ein<br \/>Auge darauf haben, dass sich jeder hier seinen moralischen Kompass<br \/>bewahrt. Und dazu geh\u00f6rt meiner Meinung nach, dass man eben jene Demut<br \/>zeigt und sich klar macht, dass auch die noble Absicht unserer Mission<br \/>nicht dar\u00fcber hinwegt\u00e4uscht, dass wir etwas sehr grausames erleben und<br \/>teilweise auch ausf\u00fchren werden. Noch ist es nur ein Klatschen.<\/p>\n<p>Aber daraus kann sich eben schnell Fanatismus entwickeln und da liegt<br \/>auch die Gefahr inne, dass der Gegen\u00fcber in seiner Freude der Stimme der<br \/>Vernunft irgendwann nicht mehr zuh\u00f6ren kann. Dann kann ich reden und<br \/>tun, wie ich will, ich w\u00e4re nur die eine Stimme, die etwas kaputt machen<br \/>will, was einem ein seltenes gutes Gef\u00fchl gibt. Man muss, um so etwas zu<br \/>verhindern, vorher bereits klar machen, welches Verhalten man belohnt<br \/>und welches nicht. Und das betrifft dann alle F\u00fchrungsoffiziere.<br \/>Verstehen sie, was ich meine?\u201d<\/p>\n<p>Gaspar Toussaint lehnte sich in seinem Stuhl zur\u00fcck und blickte Liyun<br \/>nachdenklich an. \u201eEhrlich gesagt, Doktor, bin ich mir nicht sicher, ob<br \/>ich Ihnen komplett folgen kann. Ich sehe mich selbst als Soldat, jemand,<br \/>der Befehle ausf\u00fchrt&#8220;, stellte der Kanadier klar und lie\u00df sein Blick<br \/>einmal durch den Raum schweifen. Bevor Corapara antworten konnte fuhr er<br \/>aber fort:<br \/>&#8222;Das hei\u00dft nicht, dass ich ihre Haltung zu den Begleiterscheinungen des<br \/>Krieges nicht teile. Aber ich bin der \u00dcberzeugung, dass ich es mir<br \/>selbst sehr leicht machen w\u00fcrde, wenn ich dieser Situation an der Front<br \/>einfach aus dem Weg gehen w\u00fcrde&#8220;, sagte er und schwieg erneut.<\/p>\n<p>&#8222;Der Zustand der Gesellschaft in der Vereinten F\u00f6deration der Planeten<br \/>ist ein Privileg, f\u00fcr das Menschen und Wesen seit vielen hundert Jahren<br \/>hart gearbeitet haben. Zusammen haben wir mit viel Diplomatie und<br \/>Scharfsinn einen Zustand erreicht, der einem gewissen Idealzustand sehr<br \/>nahe kommt. Ist es also nicht wert, f\u00fcr diese Ideale und f\u00fcr diesen<br \/>Zustand zu k\u00e4mpfen?&#8220;<\/p>\n<p>Liyuns Finger spielten nachdenklich mit dem Rand seines Glases.<br \/>\u201eNat\u00fcrlich ist es das wert, Captain. Wir alle haben uns der<br \/>Sternenflotte angeschlossen, um diese Ideale zu verteidigen. Aber es ist<br \/>ein schmaler Grat zwischen dem Schutz unserer Werte und dem Verlust<br \/>unserer Menschlichkeit im Prozess. Die Gefahr liegt darin, dass wir,<br \/>wenn wir nicht wachsam sind, selbst zu dem werden, was wir bek\u00e4mpfen.\u201c<\/p>\n<p>Gaspar nickte erneut, w\u00e4hrend er innerlich ganz froh war noch nicht mehr<br \/>getrunken zu haben. Die intellektuelle Qualit\u00e4t ihres Gespr\u00e4chs war<br \/>nichts f\u00fcr einen dumpfen Kopf.<\/p>\n<p>\u201eIch stimme Ihnen zu Doktor. Es ist wichtig, den moralischen Kompass zu<br \/>behalten. Aber in den hitzigen Momenten des Gefechts, wenn alles um uns<br \/>herum explodiert, ist es schwer, an Philosophie und Ethik zu denken. Da<br \/>z\u00e4hlt nur das \u00dcberleben und das Erf\u00fcllen der Mission.\u201c<\/p>\n<p>\u201eDas ist wahr,\u201c stimmte Liyun zu. \u201eUnd gerade deshalb ist es so wichtig,<br \/>diese Gespr\u00e4che im Vorfeld zu f\u00fchren. Wenn wir jetzt dar\u00fcber nachdenken<br \/>und uns selbst bewusst machen, wof\u00fcr wir k\u00e4mpfen und was wir bewahren<br \/>wollen, dann haben wir eine bessere Chance, diese Prinzipien auch in den<br \/>dunkelsten Stunden aufrechtzuerhalten.\u201c<\/p>\n<p>Innerlich staunte Gaspar. Diese Diskussion ging weit \u00fcber das hinaus,<br \/>was er erwartet hatte. Nun war es Zeit f\u00fcr einen wichtigen Test. &#8222;Ich<br \/>habe eine Frage auf der Seele liegen.&#8220;, begann er.<br \/>&#8222;Was kann ich f\u00fcr sie tun?&#8220;, wollte Corapara wissen.<\/p>\n<p>&#8222;Wie stehen sie zum Genuss einer orientalischen Wasserpfeife?&#8220;<\/p>\n<p>\u201cAls Arzt oder als Person.\u201d grinste Liyun.<\/p>\n<p>\u201cSagen wir beides?\u201d L\u00e4chelte auch der Captain.<br \/>\u201cAls Arzt sage ich nat\u00fcrlich nur Pfui-Bah, ihre armen Lungen, ihre arme<br \/>Kondition, ihr armer Bluthochdruck, ihre armen Z\u00e4hne, ihr<br \/>bemitleidenswerter Herz-Kreislauf, aber was ein Gl\u00fccksfall f\u00fcr die<br \/>chronisch obstruktive Bronchitis. Als Mensch\u2026 wenn die Maya uns eine<br \/>n\u00fctzliche Sache gebracht haben, dann Damiana. Dagegen hat sich nicht mal<br \/>mein Volk gew\u00e4hrt. Auch hier nat\u00fcrlich nur zu besonderen Anl\u00e4ssen. Es<br \/>hat ein wenig Zigarrencharakter. Aber in Notf\u00e4llen darf es zum passenden<br \/>gesellschaftlichen Anlass nat\u00fcrlich auch mal eine Wasserpfeife sein.<br \/>Darf ich das als Einladung verstehen?\u201d<\/p>\n<p># Ort: USS Artemis, Bereitschaftsraum des Captains<br \/># Zeit: MD 8.2038<\/p>\n<p>In wenigen Stunden w\u00fcrde die Artemis die Station K7 verlassen, das Ziel:<br \/>Xarantine. Die Crew bereitete sich auf den bevorstehenden Einsatz vor,<br \/>und inmitten dieses Chaos suchte der Captain einen seltenen Moment der<br \/>Entspannung. Der T\u00fcrsummer ert\u00f6nte. Liyun betrat den Bereitschaftsraum,<br \/>seine Haltung entspannter als bei ihrer letzten Begegnung zu zweit. \u201eIch<br \/>hoffe, ich st\u00f6re nicht?\u201c fragte er mit einem leichten L\u00e4cheln.<\/p>\n<p>Der Raum war mit eleganten, aber funktionalen M\u00f6beln ausgestattet. In<br \/>einer Ecke stand ein gro\u00dfes, ergonomisches Pult, das Gaspars<br \/>Schreibtisch bildete. Der Schreibtisch selbst war aus dunklem Holz<br \/>gefertigt, mit einer glatten, gl\u00e4nzenden Oberfl\u00e4che, die nur von einem<br \/>holographischen Computerdisplay und einigen sorgf\u00e4ltig platzierten PADDs<br \/>unterbrochen wurde. Neben dem Schreibtisch befand sich ein kleiner,<br \/>silberner Tisch, auf dem Gaspars persische Wasserpfeife thronte.<\/p>\n<p>\u201eKeineswegs, Doktor. Setzen Sie sich, die Kohle gl\u00fcht schon\u201c, sagte der<br \/>Captain und deutete auf den Sessel gegen\u00fcber. Liyun setzte sich und<br \/>betrachtete die Pfeife mit einem anerkennenden Nicken. Die Wasserpfeife<br \/>war ein kunstvolles St\u00fcck Handwerkskunst. Der gl\u00e4serne K\u00f6rper war mit<br \/>filigranen Mustern verziert, die in Gold und Blau gehalten waren und an<br \/>traditionelle persische Designs erinnerten. Der Kopf der Pfeife war aus<br \/>poliertem Messing, und der Schlauch, der zu Gaspars Platz f\u00fchrte, war<br \/>aus weichem, dunkelblauem Leder mit goldenen Akzenten.<\/p>\n<p>\u00a0\u201eEs ist selten, ein solches Angebot zu bekommen, danke f\u00fcr die<br \/>Einladung&#8220;, sagte Corapara aber der Kanadier winkte ab.<\/p>\n<p>&#8222;Der Dank ist ganz auf meiner Seite.&#8220;, sagte Gaspar mit einem<br \/>freundlichen L\u00e4cheln. Neben der Wasserpfeife stand ein kleiner,<br \/>silberner Kohlenbeh\u00e4lter, der die gl\u00fchenden Kohlen bereit hielt, die den<br \/>Tabak erhitzten. Ein eleganter Kohlenzange lag daneben, wonach Gaspar in<br \/>diesem Moment griff und ein neues St\u00fcck Kohle auf das Tabakk\u00f6pfchen<br \/>legte. Der Duft von frischem Tabak und exotischen Kr\u00e4utern erf\u00fcllte den<br \/>Raum, eine angenehme, beruhigende Atmosph\u00e4re schaffend.<\/p>\n<p>Eine Wand des Bereitschaftsraums bestand fast vollst\u00e4ndig aus einem<br \/>gro\u00dfen Fenster, das den Blick auf das unendliche All freigab. Der<br \/>Sternenhimmel bot eine beruhigende Kulisse, und manchmal konnte man weit<br \/>entfernte Nebel und Galaxien sehen, die in leuchtenden Farben<br \/>erstrahlten. Viel zu friedlich, wenn man bedachte, auf was sich die<br \/>Artemis gerade zubewegte.,<\/p>\n<p>Neben dem Fenster standen einige Pflanzen, die mit ihrem satten Gr\u00fcn<br \/>einen Kontrast zur technologischen Umgebung bildeten und dem Raum eine<br \/>lebendige Note verliehen.<br \/>In einer Ecke des Raumes befand sich ein kleiner Schrank, der mit<br \/>verschiedenen Getr\u00e4nken und Gl\u00e4sern best\u00fcckt war. Neben den typischen<br \/>Lieblingsgetr\u00e4nken des Captains befanden sich auch ein paar Flaschen<br \/>seines aktuellen Jahrgangs hier, Gap\u2019s Long Oak.<\/p>\n<p>Gaspar nahm einen Zug und reichte Liyun den zweiten Schlauch weiter.<br \/>Dieser nahm einen tiefen Zug und lie\u00df den Rauch langsam ausstr\u00f6men. \u201eDas<br \/>ist wirklich angenehm,\u201c sagte er und lehnte sich zur\u00fcck. \u201eUnsere letzte<br \/>Unterhaltung hat mir viel Stoff zum Nachdenken gegeben. Wie stehen Sie<br \/>jetzt zu den Themen, die wir damals besprochen haben?\u201c<\/p>\n<p>Gaspar nahm selbst einen Zug und nickte nachdenklich. \u201eIch habe viel<br \/>\u00fcber Ihre Worte nachgedacht. Die Balance zwischen dem Schutz unserer<br \/>Werte und dem Erhalt unserer Menschlichkeit ist eine Herausforderung.<br \/>Besonders in den letzten Tagen vor unserem Aufbruch.\u201c<\/p>\n<p>Liyun nickte. \u201cEs ist ein sensibles Thema, ja. Und wie ich schon sagte,<br \/>es l\u00e4sst sich nicht einfach komplett auf den Counselor abw\u00e4lzen. Unsere<br \/>Innung hat leider den Ruf, vor allem dann gebraucht zu werden, wenn man<br \/>eine Schulter zum Ausweinen braucht. Wir werden gerne verwechselt und<br \/>statt dem moralischen Berater sieht man uns stattdessen den emotionalen<br \/>Seelenklempner, der nur dazu da ist, einem auf den Kopf zu t\u00e4tscheln und<br \/>zu sagen \u201cOh, du armes Putput.\u201d Mit dem Ergebnis, dass man uns nicht so<br \/>ernst nimmt wie andere, wenn wir ernste Kritik \u00e4u\u00dfern. Mit \u00c4rzten ist es<br \/>\u00fcbrigens genau so. Wenn wir unseren Patienten sagen, wie sie gesund<br \/>werden k\u00f6nnen und worauf sie deswegen verzichten m\u00fcssen, ist es, als<br \/>w\u00fcrden wir den Leuten eine Versicherung verkaufen und risikofreudiges<br \/>Ignorieren dessen, was einem gesagt wurde, w\u00e4re eine reelle Option. Dass<br \/>hinter Psychologie und Medizin eine Jahrtausend alte Wissenschaft<br \/>steckt, wird dabei selten anerkannt. Und deswegen k\u00f6nnte ich vor dem<br \/>Start der Mission zwar noch einmal breit gef\u00e4chert daran erinnern, dass<br \/>wir aktuell mit den Klingonen im Krieg liegen, aber dass dies auch schon<br \/>anders war und der Tag auch wieder kommen w\u00fcrde, wo man miteinander im<br \/>Universum leben k\u00f6nnte. Aber im Ernstfall ginge das, was sie h\u00f6rten, aus<br \/>dem anderen Ohr wieder raus.\u201d Er nahm einen weiteren Zug aus der Pfeife<br \/>und blickte seinen Captain erwartungsvoll an.<\/p>\n<p>\u201cWie w\u00fcrden Sie das Thema denn in so einem Fall an die Person bringen,<br \/>sodass eben das nicht gesch\u00e4he?\u201d fragte der Kanadier, der Interesse<br \/>halber nach.<\/p>\n<p>\u201cDie Zeit gibt es jetzt vermutlich nicht mehr her. Ich h\u00e4tte ein<br \/>Pflichtprogramm f\u00fcr alle Einsatzpersonen vorbereitet, welches<br \/>haupts\u00e4chlich dazu da gewesen w\u00e4re, die Werte der F\u00f6deration und ihre<br \/>Vorz\u00fcge erlebbar zu machen. Wir stehen f\u00fcr Kooperation, f\u00fcr Toleranz<br \/>gegen\u00fcber Bewohner anderer Planeten, f\u00fcr ein freies Ausleben von Kultur<br \/>und Religion, wir sind von unserer Natur her uneigenn\u00fctzige Forscher,<br \/>keine Soldaten. Unsere Triebfeder ist Gemeinsamkeit. Dieses Programm<br \/>h\u00e4tte ein jeder durchgehen d\u00fcrfen, um sich danach besser zu f\u00fchlen, um<br \/>sich daran zu erinnern, wof\u00fcr wir k\u00e4mpfen und eintreten und warum das<br \/>etwas gutes ist. Nur um direkt danach einen Strafenkatalog zu<br \/>pr\u00e4sentieren, welches Verhalten wir auch in Kampfsituationen gegen\u00fcber<br \/>dem Feind auf keinen Fall zeigen und welches wir selbst bestrafen<br \/>werden, egal, wie viele Leben wir damit retten. Der Zweck heiligt<br \/>niemals die Mittel. Und deswegen d\u00fcrfen Brutalit\u00e4t, Sadismus, Hass,<br \/>Rassismus, Erniedrigung oder Ignoranz niemals das Mittel unserer Wahl<br \/>werden. Wir sind besser als das. Aber naja\u2026 wie gesagt, ich bin halt der<br \/>idealistische Counselor. Wenn ich mit sowas komme, bin ich der<br \/>Traumt\u00e4nzer, der ja nicht wei\u00df, wie es da drau\u00dfen ist. Von daher erlaube<br \/>ich mir die Frage &#8211; wie w\u00fcrden sie das Thema an die Person bringen?\u201d<\/p>\n<p>Gaspar nahm einen weiteren Zug von der Wasserpfeife und lie\u00df den<br \/>aromatischen Rauch langsam entweichen, w\u00e4hrend er nachdachte. Dann sah<br \/>er Liyun an und sagte: \u201eIch verstehe Ihre Perspektive, und ich sch\u00e4tze<br \/>Ihre Ideale. Wir brauchen Menschen wie Sie, die uns daran erinnern,<br \/>wof\u00fcr wir stehen. Aber ich glaube auch, dass es Zeiten gibt, in denen<br \/>wir pragmatischer sein m\u00fcssen. Manchmal erfordert der Schutz unserer<br \/>Werte, dass wir schwierige Entscheidungen treffen.\u201c<\/p>\n<p>Liyun war nicht entgangen, dass das eigentlich keine richtige Antwort<br \/>auf seine Frage war, aber er wollte auch nicht zu penetrant erscheinen,<br \/>daher gab er sich damit erstmal zufrieden. Der Bolivianer nickte, sein<br \/>Gesichtsausdruck zeigte Verst\u00e4ndnis. \u201eDas ist ein legitimer Standpunkt.<br \/>Es ist wichtig, dass wir diese Diskussionen f\u00fchren und unterschiedliche<br \/>Ansichten ber\u00fccksichtigen.\u201d<\/p>\n<p>Gaspar reichte Liyun den Schlauch der Wasserpfeife zur\u00fcck und lehnte<br \/>sich in seinem Sessel zur\u00fcck. \u201eIch bin froh, dass wir dieses Gespr\u00e4ch<br \/>f\u00fchren konnten. Es gibt mir viel zum Nachdenken, auch wenn wir nicht<br \/>immer einer Meinung sind.\u201c<\/p>\n<p>Liyun l\u00e4chelte leicht und nahm einen letzten tiefen Zug von der<br \/>Wasserpfeife. \u201eDas Gef\u00fchl beruht auf Gegenseitigkeit, Captain.Ich danke<br \/>Ihnen f\u00fcr Ihre Offenheit. Und bin jetzt auch zuversichtlich, dass dieser<br \/>konstruktive Umgang zwischen uns sicher auch noch stattfinden wird, wenn<br \/>ich Sie mit meiner Ideologie und konditionsstarken Diskutierfreude so<br \/>richtig zur Wei\u00dfglut bringe.\u201c<\/p>\n<p>Der Kanadier hob eine Augenbraue. \u201cSie geben zumindest nicht schnell<br \/>nach, das ist mir schon aufgefallen. Sie wissen nat\u00fcrlich schon, dass<br \/>ich manchmal die unpopul\u00e4ren Entscheidungen zum Wohl der Mehrheit<br \/>treffen muss? Und dass das dann auch irgendwann ihre Ideologische<br \/>Einstellung treffen wird?\u201d<br \/>\u201cDamit habe ich gar kein Problem, solange es eben Argumente gibt. Die<br \/>wirkliche Gefahr besteht eigentlich nur, sollten sie anfangen, sich wie<br \/>meine Exfreundin zu verhalten.\u201d zwinkerte der Arzt dem Captain zu. Beide<br \/>g\u00f6nnten sich eilig einen weiteren Zug aus der Pfeife.<\/p>\n<p>Gaspar nickte zustimmend und blickte aus dem gro\u00dfen Fenster in den<br \/>Weltraum. Die leuchtenden Sterne und fernen Galaxien bildeten einen<br \/>friedlichen Kontrast zu den Herausforderungen, die vor ihnen lagen. \u201eDie<br \/>Ruhe vor dem Sturm,\u201c sagte er leise, mehr zu sich selbst als zu Liyun.<\/p>\n<p>Der Counselor folgte Gaspars Blick und lie\u00df den Moment auf sich wirken.<br \/>Dann stand er auf und l\u00e4chelte. \u201eIch werde jetzt gehen und den Rest der<br \/>Crew auf den bevorstehenden Einsatz vorbereiten. Danke f\u00fcr die<br \/>Einladung, Captain.\u201c<\/p>\n<p>Gaspar erhob sich ebenfalls und begleitete Liyun zur T\u00fcr. \u201eVielen Dank,<br \/>Doktor. Bis sp\u00e4ter..\u201c<\/p>\n<p>Liyun verlie\u00df den Bereitschaftsraum, und Gaspar schloss die T\u00fcr hinter<br \/>ihm. Er setzte sich wieder an seinen Schreibtisch und nahm noch einen<br \/>letzten Zug von der Wasserpfeife, bevor er sie beiseite stellte. Der<br \/>Duft des Tabaks hing noch in der Luft, w\u00e4hrend er aus dem Fenster in die<br \/>Weiten des Alls blickte und sich auf die kommenden Herausforderungen<br \/>vorbereitete.<\/p>\n<p>&lt;\/RPG&gt;<\/p>\n<p>&lt;SUM&gt;<\/p>\n<p># Ort: USS Artemis, Offiziermesse<br \/># Zeit: MD -21.1342<\/p>\n<p>Nach einer Einsatzbesprechung kommt der CNS \u00fcber das Verhalten einiger<br \/>anderern ins Gr\u00fcbeln und kommt so mit dem Captain ins Gespr\u00e4ch. Dieser<br \/>l\u00e4dt ihn zu einer Wasserpfeife ein, um das n\u00e4her zu besprechen.<\/p>\n<p># Ort: USS Artemis, Bereitschaftsraum des Captains<br \/># Zeit: MD 8.2038<\/p>\n<p>Es wird Zeit f\u00fcr Moral und Realismus im Zeichen der Wasserpfeife.<\/p>\n<p>&lt;\/SUM&gt;\n<\/p>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Im blauen Dunst der Realit\u00e4t By Daniel_Maximini@&#8230; (Daniel Maximini) Heya Sooo, das lief schon l\u00e4nger, aber hier endlich das Copo von Mo und mir,wer also Spa\u00df um tiefgehende Moraldebatten hat, d\u00fcrfte hier auf seineKosten kommen. \ud83d\ude09 &lt;RPG&gt;# Ort: USS Artemis, Offiziermesse# Zeit: MD -21.1342 (ist noch aus der Soapphase) In der Offiziermesse der USS Artemis&#8230;<\/p>\n<p class=\"more-link-wrap\"><a href=\"https:\/\/www.sf-germany.org\/einheiten\/uss-hephaistos\/sfg-joint-venture-im-blauen-dunst-der-realitaet\/\" class=\"more-link\">Read More<span class=\"screen-reader-text\"> &ldquo;SFG Joint Venture &#8211; Im blauen Dunst der Realit\u00e4t&rdquo;<\/span> &raquo;<\/a><\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[7],"tags":[],"class_list":["post-8623","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-archiv"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.sf-germany.org\/einheiten\/uss-hephaistos\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/8623","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.sf-germany.org\/einheiten\/uss-hephaistos\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.sf-germany.org\/einheiten\/uss-hephaistos\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.sf-germany.org\/einheiten\/uss-hephaistos\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.sf-germany.org\/einheiten\/uss-hephaistos\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=8623"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.sf-germany.org\/einheiten\/uss-hephaistos\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/8623\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.sf-germany.org\/einheiten\/uss-hephaistos\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=8623"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.sf-germany.org\/einheiten\/uss-hephaistos\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=8623"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.sf-germany.org\/einheiten\/uss-hephaistos\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=8623"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}