{"id":9008,"date":"2025-06-17T18:39:36","date_gmt":"2025-06-17T16:39:36","guid":{"rendered":"https:\/\/www.sf-germany.org\/einheiten\/uss-hephaistos\/kompliziert\/"},"modified":"2025-06-17T18:39:36","modified_gmt":"2025-06-17T16:39:36","slug":"kompliziert","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.sf-germany.org\/einheiten\/uss-hephaistos\/kompliziert\/","title":{"rendered":"Kompliziert"},"content":{"rendered":"<div>Moin,<\/p>\n<p>hier noch mal ein Wiederaufgreifen eines alten Plots, den Ela und ich neulich schon etwas weiter getragen hatten.<\/p>\n<p>Diesmal als Tripost mit Mac und Ela (als Bonus).<\/p>\n<p>Vielen Dank Euch, hat gro\u00dfen Spass gemacht, das intensive Charbuilding &lt;3<\/p>\n<p>&lt;RPG&gt;<\/p>\n<p># Ort: Sherman, nord\u00f6stliche Provinz, kleines Lokal mit gro\u00dfer Panorama-Terrasse<br \/># Zeit: SpD 4.1153<br \/>    Es war sp\u00e4ter Vormittag. Bald w\u00fcrden hier G\u00e4ste zum Mittag eintreffen. Aber die Panorama-Terrasse war derzeit noch quasi leer.<\/p>\n<p>Am \u00e4u\u00dfersten Ende hatten sich Sam und Ettore ein Pl\u00e4tzchen gesucht. W\u00e4hrend Sam einen aus mehreren Farben montierten Saft vor sich hatte, wirkte der Kr\u00e4utertee in Ettores Tasse fast blass dagegen.<\/p>\n<p>&#8222;Ein flaues Gef\u00fchl im Magen?&#8220; Sam deutete auf den Tee.<\/p>\n<p>&#8222;Ja, man wei\u00df ja nie&#8230; das beruhigt jedenfalls&#8220;, meinte Ettore. &#8222;Und danke, dass Du Dich f\u00fcr dieses Treffen eingesetzt hast, Samantha. Das wei\u00df ich sehr zu sch\u00e4tzen.&#8220; Er zupfte von seinem Pullover ein kleines Blatt weg, das dorthin geweht war. Wieder einmal hatte er sich f\u00fcr den von seiner Schwiegermutter gestrickten Irischen Pullover entschieden. Zwar verdeckte der in keine Weise den nicht vorhandenen Arm, aber er f\u00fchlte sich darin rundum wohl. Dazu hatte er graue Flanellhosen gew\u00e4hlt. Privater konnte es nicht werden. Und gleichzeitig auch nicht authentischer. Darum ging es doch in diesem Treffen.<\/p>\n<p>&#8222;Wie bist Du eigentlich auf diesen Ort gekommen? So touristisch ist er ja nicht&#8220;, erkundigte sich Sam, die nichts weiter gesagt hatte, als dass der Ort und eine Stunde sp\u00e4ter bei Claudia passen w\u00fcrden.<\/p>\n<p>&#8222;Mel wollte in der N\u00e4he campen gehen mit der Familie.&#8220; Er deutete vage in Richtung eines kleinen Flusses, den man von der leicht erh\u00f6hten Terrasse gut sehen konnte. &#8222;Irgendwo dort. Sie war mit den Kindern hier schon mal und hat von der Aussicht geschw\u00e4rmt. Es sollte doch etwas nat\u00fcrliche Umgebung sein. Nichts, das an Dienst oder Sternenflotte erinnert.&#8220;<\/p>\n<p>Samantha nickte leicht und blickte zum Eingang der Terrasse. Sie hatte w\u00e4hrend Ettores Erz\u00e4hlung bereits bemerkt das jemand gekommen war und doch musste Sam zweimal hin sehen um zu glauben, dass dies tats\u00e4chlich Claudia war.<\/p>\n<p>Statt in der gewohnten Uniform war Claudia heute mit einer sehr engen, figurbetonten beigen Hose die knapp \u00fcber den Kn\u00f6cheln endete, gekleidet. Dazu trug sie ein wei\u00dfes lang\u00e4rmliges Oberteil das in der Halsmitte einen Rei\u00dfverschluss hatte der halb offen stand und dazu wei\u00dfe Sneaker. Die blonden Haare, die bereits einen ersten Anflug von grau zeigten, waren offen und nicht wie so oft zusammen gebunden oder hochgesteckt.<\/p>\n<p>Ettore der Samathas Blick gesehen und sich umgedreht hatte erhob sich von seinem Stuhl um Claudia zu begr\u00fc\u00dfen.<\/p>\n<p>Diese nahm die Geste wohlwollend zur Kenntnis &#8211; Manieren hatte der Mann, das hatte sie aber auch nicht bezweifelt &#8211; und winkte dann ab w\u00e4hrend sie sich den Stuhl heranzog und sich setze ehe Ettore ihr zuvor kommen konnte.<\/p>\n<p>&#8222;Entschuldigt meine kleine Versp\u00e4tung, wie ich sehe habt ihr schon bestellt, sehr gut&#8220;, begr\u00fc\u00dfte sie die beiden, nachdem sie sich gesetzt hatte, und winkte dem Kellner, der sich ohnehin gerade auf den Weg gemacht hatte.<\/p>\n<p>&#8222;Einen alkoholfreien Aperol und die Speisekarte bitte&#8220;, bestellte sie ehe der arme Mann \u00fcberhaupt zu Wort kam.<\/p>\n<p>Sam war beruhigt, das war eindeutig Claudia auch wenn sie diesen Kleidungsstil bei ihr bislang noch nicht gesehen hatte.<\/p>\n<p>Kaum war der Kellner weg fokussierte Claudia Ettore. Immerhin war er der &#8218;Gastgeber&#8216;.<\/p>\n<p>&#8222;Nun \u00fcber was m\u00f6chten sie sprechen, Mister della Scala&#8220;, schoss sie auch schon los.<\/p>\n<p>&#8222;Erst einmal m\u00f6chte ich Ihnen danken, dass Sie sich bereit erkl\u00e4rt haben, zu diesem Gespr\u00e4ch zu kommen.&#8220; Er r\u00e4usperte sich einmal, um sich seine Worte zurecht zu legen. &#8222;Ich habe das Gef\u00fchl, dass immer, wenn wir uns begegnen, eine gewisse Art von Befangenheit vorherrscht. So als w\u00fcrde es da Erinnerungen oder \u00e4hnliches geben. Auch neulich, als Sie Shay die traurige Mitteilung machen mussten, Sie haben mich da so seltsam angesehen. Und glauben Sie mir. Ich wurde schon oft seltsam angeguckt. Ihr Blick ist &#8230; speziell. Sehr durchbohrend, und doch, als w\u00fcrden Sie nicht alles wahrnehmen oder wahrnehmen wollen.&#8220; Er machte eine kurze Pause, als der Kellner die Speisekarten verteilte. Sein beruflicher Hintergrund vermutete, dass sie irgend etwas aus ihrem Leben auf ihn projizierte. Sein Tipp waren Verlust\u00e4ngste. Aber nat\u00fcrlich w\u00e4re er gerne davon \u00fcberzeugt, wenn es einfach nur die falsche Haarfarbe oder der falsche F\u00e4rbung im Standard w\u00e4re. Aber so leicht w\u00fcrde es vermutlich nicht sein.<\/p>\n<p>&#8222;Ich m\u00f6chte Ihnen nat\u00fcrlich in keinster Weise etwas unterstellen. Aber ich werde das Gef\u00fchl nicht los, dass es da etwas gibt. Es spiegelt sich auch in den Reaktionen ihres Bruders, wenn wir alle zusammen in einem Gespr\u00e4ch sind, also ohne Ausnahmesituation meine ich.&#8220; Ettore hielt kurz inne, und wischte ein unsichtbares Staubk\u00f6rnchen vom Tisch.<\/p>\n<p>&#8222;Und so dachte ich, es w\u00e4re vielleicht besser, einmal in Ruhe dar\u00fcber zu sprechen, bevor wir dieses Hindernis weiter vor uns herschieben und es immer gr\u00f6\u00dfer wird. Wir haben einmal mehr vorgef\u00fchrt bekommen, dass es manchmal kein Wiedersehen gibt. Da w\u00e4re es bedauerlich, wenn irgendwas einen Schatten wirft. Ich hoffe, Sie k\u00f6nnen meinen Ausf\u00fchrungen folgen?&#8220;, er nippte an seinem Kr\u00e4utertee.<\/p>\n<p>Claudia hob den Kopf etwas an und streckte das Kinn vor. Sam kannte diese Geste und spannte sich leicht an.<\/p>\n<p>&#8222;Ich bin kein Fan davon, dass man mir unterstellt, ich w\u00fcrde andere Personen mit meinen Blicken analysieren.&#8220; kam es dann auch schon von Claudia.<\/p>\n<p>\u201eIch bin mir allerdings auch bewusst, dass mein Auftreten gelegentlich&#8230; irritierend wirken kann.&#8220; fuhr sie fort und Sam h\u00e4tte sich fast an ihrem Saft verschluckt.<\/p>\n<p>Sie erinnerte sich daran das Claudia erw\u00e4hnt hatte, dass sie zu einem Counselor ging. Was auch immer dieser tat, es schien bei Claudia anzuschlagen.<\/p>\n<p>Diese sah nun wieder Ettore an. Ohne Aggression aber mit einer gewissen H\u00e4rte im Blick: \u201eIch halte es f\u00fcr eine St\u00e4rke, Dinge voneinander trennen zu k\u00f6nnen \u2013 nicht jeder kommt damit zurecht und wie die Vergangenheit gezeigt hat gibt es Situationen in denen es auch mir selbst ebenfalls nicht gelingt.&#8220;<\/p>\n<p>Claudia atmete ruhig ein, fuhr dann aber ohne erkennbare Emotion und ohne Ettore die Chance zu einer Antwort zu geben, fort:<br \/>&#8222;Sie scheinen den Eindruck zu haben, dass ich Ihnen mit Vorbehalt begegne. Vielleicht stimmt das in gewissem Ma\u00df. Nicht wegen Ihres Arms, falls das Ihre Sorge ist. Sondern weil ich misstrauisch bin, wenn man sich zu sehr bem\u00fcht, &#8218;Verstehen&#8216; herzustellen. Sam wird ihnen best\u00e4tigen das ich Personen nach Leistung, nicht nach Sympathie bewerte. Und Sie, Mr della Scala, leisten Ihre Arbeit \u2013 tadellos&#8220;, erkl\u00e4rte sie dann und nahm den Aperol entgegen den der Kellner in diesem Moment brachte.<\/p>\n<p>Samantha, die gerade ihr Glas in die Hand genommen hatte, um von ihrem Saft zu nippen, stellte dieses wieder ab und nickte best\u00e4tigend. Claudia war grunds\u00e4tzlich fair, aber streng. Was ihr gerade aber nicht gefiel war, dass sie soeben das Gef\u00fchl bekam, zwischen den Fronten zu sitzen. Wenn sie best\u00e4tigte, dass Claudia fair war, hie\u00df das dann auch automatisch, dass Sie Ettore seinen Eindruck absprach, dass Claudia ihn \u00fcberkritisch betrachtete? Und w\u00fcrde Ettore nun aus dem letzten Satz heraush\u00f6ren, dass Claudia ihn nicht mochte?<\/p>\n<p>Sie wurde kurzfristig einer Antwort enthoben, als der Kellner nach ihren Essensw\u00fcnschen fragte. Entschuldigend blickte sie diesen an. &#8222;Ich glaube wir brauchen noch einen kleinen Moment.&#8220;<\/p>\n<p>&#8222;Nein, nein, machen Sie ruhig&#8220;, meinte Ettore. Eine kurze Unterbrechung schadete nicht. er \u00fcberlegte, ob er es auch wagen sollte, etwas zu bestellen, oder ob er sich lieber auf das Gespr\u00e4ch konzentrieren sollte. Er traute dem Frieden nicht so recht. Vielleicht w\u00e4re es besser, beim Tee auszuharren.<\/p>\n<p>Claudia hatte nicht einmal einen Blick in die Speisekarte geworfen. Wie erw\u00e4hnt war das Restaurant in der N\u00e4he ihres Reitstalls und sie war hier schon einige Male zum essen gewesen.<\/p>\n<p>Ihr entging nicht der kurze \u00fcberraschte Blick von Ettore, als sie sich Spaghetti alle vongole bestellte.<\/p>\n<p>Als Claudia ihre Bestellung aufgegeben hatte, trafen sich Ihre Blicke wieder.<\/p>\n<p>Ettore hatte seine Zweifel, dass sie so stark war, wie sie tat. Dann h\u00e4tte es die Entgleisung von damals nicht geben d\u00fcrfen. Und auch nicht, warum sich Shay f\u00fcr ihre Freundschaft seiner Schwester gegen\u00fcber hatte rechtfertigen m\u00fcssen, wie er mal erw\u00e4hnt hatte, als der Whiskey schon ein paar Gl\u00e4ser lang geflossen war. Freundschaft konnte man nicht in nach festen Ma\u00dfst\u00e4ben beurteilen wie Leistungen. Sie entstand im gemeinsame Miteinander. War vielleicht das das Problem, dass es keine handfesten Kriterien daf\u00fcr gab? Aber warum war dann Rechtfertigung n\u00f6tig? Oder war es Neid, dass Shay Freunde gefunden hatte, jetzt, da sie in seiner N\u00e4he war?<\/p>\n<p>Wenn Samantha Recht hatte in ihrer Einsch\u00e4tzung, dann w\u00e4re es viel zu viel Kontrolle, die sie bei so etwas aufgab. Er war froh, nicht der Counselor f\u00fcr sie sein zu m\u00fcssen, aber er erkannte auch ein Trauma, wenn er eins sah. Irgendwo war an jedem Ger\u00fccht ein Funken Wahrheit. Und wenn er nicht der einzige war, der dieses Blick-Gef\u00fchl hatte, dann war da wahrscheinlich auch irgendwo etwas dran. Aber er w\u00fcrde sie da nicht weiter bedr\u00e4ngen. Denn ohne Zweifel war, dass sie das, was sie sagte,wirklich glaubte und so wahrnahm.<\/p>\n<p>&#8222;Es freut mich, wenn Sie mit meiner Arbeit zufrieden sind. Und ich habe gar nichts dagegen, wenn ich mich t\u00e4uschen sollte, wie Sie gerade meinten&#8220;, beeilte er sich zu sagen und l\u00e4chelte ihr verbindlich zu, wurde aber sofort wieder ernst. &#8222;Sie m\u00fcssen allerdings zugegeben, dass das nach unserer ersten Begegnung eher naheliegend ist, auf eine gewisse Voreingenommenheit zu tippen.&#8220; Er r\u00e4usperte sich kurz und widerstand der Versuchung, sich an seine linke Schulter zu fassen und zupfte stattdessen an seinem Pullover.<\/p>\n<p>Kurz wallte \u00c4rger in Claudia auf. Sie hatte sich doch bereits daf\u00fcr entschuldigt, wieso musste man das jetzt wieder rausholen?<\/p>\n<p>Allerdings hatte sie sich auch schnell wieder im Griff. Sie wusste das sie damals falsch gehandelt und Dinge gesagt hatte die sie bereute. Sie war immer stolz darauf gewesen ihre Emotionen im Griff zu haben. Etwas das ihr in letzter Zeit immer schwerer fiel.<\/p>\n<p>Ihr Arzt schob es auf Hormone, der Counselor auf ihre Gefangenschaft bei den Klingonen, ihren Beinah-Tod und nat\u00fcrlich auf den Verlust der Ainama. Vermutlich hatten beide Recht und es kam einfach alles zusammen.<\/p>\n<p>Deshalb hatte sie auch wieder mit dem Reiten angefangen. Um den Stress abzubauen.<\/p>\n<p>Schlie\u00dflich nickte sie leicht.<\/p>\n<p>&#8222;Das war keine meiner Sternstunden und ich bedauere den Vorfall immer noch, daher bem\u00fche ich mich seitdem sie tats\u00e4chlich nur nach ihrer Leistung zu beurteilen und wie bereits erw\u00e4hnt, diese ist tadellos. Besonders w\u00e4hrend der letzten Mission. Das war herausragende Arbeit -&#8220; Claudia stockte und warf dann Sam einen kurzen Blick zu.<\/p>\n<p>&#8222;- von euch beiden.&#8220; erg\u00e4nzte sie.<\/p>\n<p>Tats\u00e4chlich hatte sie den Bericht mehrmals gelesen und auch die Aussagen der Crew dazu. Beide hatten in einer au\u00dfergew\u00f6hnlichen Situation ebenfalls au\u00dfergew\u00f6hnlich und sehr erfolgreich gehandelt.<\/p>\n<p>Sam schien \u00fcberrascht \u00fcber das Lob w\u00e4hrend Ettore nur wieder leicht nickte.<\/p>\n<p>&#8222;Dann m\u00fcssen Sie mir etwas \u00fcber Ihren Bruder erz\u00e4hlen.&#8220;, sagte Ettore schlie\u00dflich.<\/p>\n<p>Nun guckte Claudia \u00fcberrascht auf. Dieser pl\u00f6tzliche Themenwechseln schien nicht zu dem vorherigen Gespr\u00e4ch zu passen. Ettore lehnte sich entspannt zur\u00fcck: &#8222;Das Verhalten Ihres Bruders hat bei Begegnungen und in Gespr\u00e4chen die zuerst erw\u00e4hnte Interpretation der Situation unterst\u00fctzt. Kommentare, Abwinken und so weiter. Und wenn es um &#8218;Verstehen&#8216; geht und Sie meinen, bei Ihnen als Person sollte dies nicht angewandt werden, dann helfen Sie doch mir bitte, diese Diskrepanz bei diesem Sachverhalt zu verstehen.&#8220;<\/p>\n<p>War das der eigentliche Grund f\u00fcr dieses Gespr\u00e4ch? Wollte er sie \u00fcber Shay ausfragen?<\/p>\n<p>Claudia z\u00f6gerte.<\/p>\n<p>&#8222;Das Verh\u00e4ltnis zwischen mir und meinem Bruder ist &#8211; kompliziert&#8220;, begann sie langsam und vorsichtig. Sie w\u00fcrde sicherlich keine dreckige W\u00e4sche hier vor della Scala ausbreiten, wusste aber auch nicht was Shay ihm bereits erz\u00e4hlt hatte.<\/p>\n<p>&#8222;Soviel war mir bereits klar&#8220;, best\u00e4tigte Ettore und Claudia atmete tief durch. Es war offensichtlich das sich der Italiener nicht damit abspeisen lassen w\u00fcrde.<\/p>\n<p>Claudia z\u00f6gerte.<\/p>\n<p>&#8222;Mein Bruder war schon immer \u2026 impulsiver als ich. Emotionaler.&#8220; Sie sprach kontrolliert, aber langsamer, als gew\u00f6hnlich \u2013 sie w\u00e4hlte die Worte sehr bewusst:<\/p>\n<p>&#8222;Er hat vor sehr langer Zeit etwas getan, das mein Vertrauen in ihn nachhaltig zerst\u00f6rt hat. Ich bin jemand, der nicht leicht vergisst oder vergibt.<\/p>\n<p>Shay hingegen &#8230; ist jemand, der gerne vergisst, dass andere das nicht k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Jemand der anderen gern eine zweite oder dritte Chance gibt.<\/p>\n<p>Dummerweise bin ich aktuell nicht nur seine Schwester sondern auch seine Vorgesetzte und das beeinflusst unweigerlich auch unsere Zusammenarbeit.<\/p>\n<p>Dass ich ihn auch noch \u00fcber den Tod seines Sohnes informiert habe, ist hierbei sicherlich nicht hilfreich.&#8220;<\/p>\n<p>Tats\u00e4chlich fragte sie sich ob er ihr vorwerfen w\u00fcrde, dass sie es ihm gesagt hatte oder vielleicht auch, dass sie es ihm nicht fr\u00fcher gesagt hatte. Er war verschwunden ehe sie das herausfinden konnte.<\/p>\n<p>&#8222;Ich hatte gehofft, er w\u00fcrde zur\u00fcckkommen, sobald er sich gesammelt hat. Aber mit jedem Tag&#8230;&#8220; Sie sch\u00fcttelte leicht den Kopf und griff nach dem Glas Aperol.<\/p>\n<p>Einerseits wollte sie Shay suchen und andererseits ihm auch Zeit geben, sich zu fangen. Sie konnte nicht leugnen, dass sie sich Sorgen um ihn machte &#8211; was auch immer zwischen ihnen vorgefallen war &#8211; er war immer noch ihr Bruder.<\/p>\n<p>&#8222;Hmm&#8220;, sagte Ettore. Er lie\u00df den Blick von Claudia in die Ferne schweifen und strich sich tief in Gedanken versunken durch den Bart, als er sich das Gesagte durch den Kopf gehen lie\u00df. Es vergingen einige Augenblicke, bis er sich wieder ihr zuwandte.<\/p>\n<p>&#8222;Wenn ich Sie nun richtig verstanden habe, so geht es also eher um einen Konflikt zwischen ihrem Bruder und Ihnen. Ein Konflikt, der sich ab und an auf andere Personen \u00fcbertr\u00e4gt oder spiegelt. So, wie ich das Gef\u00fchl hatte, dass wir&#8220;, und damit zeigte er mit dem Finger auf sie beide, &#8222;in einer Art von Konflikt sind? Aber eigentlich bin ich dies nur \u00fcber Shay und weil er mit uns beiden interagiert, so k\u00f6nnte es auch jeder andere sein?&#8220;<\/p>\n<p>Claudia nickte lediglich nachdenklich.<\/p>\n<p>&#8222;Nun, dann ist das ja nun endg\u00fcltig gekl\u00e4rt.&#8220; Ettore war f\u00f6rmlich aufgestanden und streckte Claudia die Hand entgegen.<\/p>\n<p>Sie kam der Geste \u00fcberrascht und etwas z\u00f6gernd nach.<\/p>\n<p>&#8222;Es ist doch immer sch\u00f6n, reinen Tisch bei einer Sache gemacht zu haben.&#8220; Er nickte Claudia freundlich zu und setzte sich wieder.<\/p>\n<p>&#8222;Vielen Dank auch f\u00fcr die Unterst\u00fctzung. Manche Sachen sind doch leichter, wenn man etwas Hilfe bekommt.&#8220; Er reichte auch Sam die Hand. Es f\u00fchlte sich gut an, den latent vorhandenen Konflikt beendet zu haben, indem einmal Klartext gesprochen wurde.<\/p>\n<p>&#8222;Und nun&#8220;, er klopfte einmal kurz auf die Tischplatte und richtete sich gerade auf, &#8222;da wir feststellten, dass wir vorbehaltlos miteinander sprechen k\u00f6nnen, sollten wir uns zusammen \u00fcberlegen, wie wir den &#8218;Ausrei\u00dfer&#8216; wieder nach Hause bekommen. Dramatischer Auftritt von mir aus gerne inklusive. Ich gehe mal davon aus, dass wir dienstliche und private Interessen haben, ihn baldm\u00f6glichst wieder auf der B\u00fchne des Geschehens zu haben.&#8220;<\/p>\n<p>Er winkte dem Kellner, um eine weitere Bestellung aufzugeben.<\/p>\n<p>&#8222;Ich habe ein paar &#8230; unserer Leute gebeten, nach ihm Ausschau zu halten.&#8220; Samantha hatte nicht viel zu dem Gespr\u00e4ch beigetragen, doch nun meldete sie sich zu Wort, was ihr einen nachdenkliche Geste von Claudia einbrachte. Manchmal war es unheimlich, wie \u00e4hnlich sie und Shay sich doch waren.<\/p>\n<p>&#8222;Wir hatten besprochen, ihm erst mal seinen Freiraum zu lassen. Er hat Urlaub eingereicht und Du kannst nicht einfach die Ressourcen Eures Schiffes&#8230;&#8220; Claudia musterte Sam und wurde dann von ihr unterbrochen.<\/p>\n<p>&#8222;Ich werde niemandem vorschreiben, ob jemand in seinem Urlaub oder bei einem Testflug die Augen offen h\u00e4lt.&#8220;<\/p>\n<p>Samanthas Mine wirkte unbeteiligt, doch Claudia kam nicht umhin festzustellen, dass ihre fr\u00fchere regeltreue erste Offizierin sich ver\u00e4ndert hatte.<\/p>\n<p>&lt;\/RPG&gt;<\/p>\n<p>&lt;SUM&gt;<\/p>\n<p># Ort: Sherman, nord\u00f6stliche Provinz, kleines Lokal mit gro\u00dfer Panorama-Terrasse<br \/># Zeit: SpD 4.1153<br \/>Claudia, Ettore und Samantha treffen sich auf Sherman f\u00fcr das vereinbarte Gespr\u00e4ch. Der \u00fcberraschend offene Austausch r\u00fcckt Verschiedenes in anderes Licht und bringt neue Erkenntnisse \u00fcber den anderen mit sich.<\/p>\n<p>&lt;\/SUM&gt;<\/p>\n<p>Mac, Ela und Kim<br \/>aka<br \/>Claudia Ruthven, Samantha DeCoster, Ettore L. della Scala<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Moin, hier noch mal ein Wiederaufgreifen eines alten Plots, den Ela und ich neulich schon etwas weiter getragen hatten. Diesmal als Tripost mit Mac und Ela (als Bonus). 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