Teil 1 des Weihnachts-RPGs
Teil 2 folgt in Kürze
Teil 2 folgt in Kürze
<RPG>
=/\= Vorspann =/\=
# Zeit: kurz vor Weihnachten
# Ort: New Age Filmstudios
Fabien betrat nach einer langen Schicht seine Zelle. Er fühlte sich abgespannt und müde und fragte sich warum er ausgerechnet diesen Job als Gefangener auf dem Klingonenkahn angenommen hatte.
Er brummte missmutig, als er das rote Leuchten der Prioritätsnachricht auf dem Interkom sah. Er wollte ins Bett und hatte keine Lust darauf jetzt noch eine Nachricht zu lesen. Andererseits – die Nachricht schien wichtig. Mit einem abwesenden Murren betätigte er das Terminal und plötzlich regnete es silberner Glitter von der Decke auf ihn hernieder.
Aus den Lautsprechern drang leises Glockengeläut, Musik und ein Chor begann zu singen. < https://www.youtube.com/watch?v=eZrjtdRkwDA >
Fabien stöhnte auf. War es tatsächlich schon wieder diese Zeit? Es kam ihm vor als wäre das letzte Weihnachten gerade erst gewesen. Auf dem Terminal tanzte ein regenbogenbuntes Einhorn mit roter Zipfelmütze an deren Ende ein weißer Bommel baumelte im Takt des Liedes. Gegen ihren Willen war Fabien tatsächlich ein wenig davon fasziniert. Nachdem das Lied beendet war kam auch das Einhorn zur Ruhe und piekste mit seinem Horn ein Blatt Papier vom digitalen Boden auf und hielt es in Fabiens Richtung. Die Schrift war schnörkelig aber lesbar. „Hallo Fabien, es weihnachtet wieder und wie jedes Jahr um diese Zeit darf ich dir verkünden wen du bewichteln darfst. Dein Wichtel wird dieses Mal Ajur, Sohn des Nedeks sein.“
Er las die Nachricht ein weiteres Mal und fragte sich warum er eigentlich immer die schwierigen Wichtel zugelost bekam. So schnell wie der Spuk begonnen hatte war er dann aber auch beendet. Das Terminal wurde schwarz und der holographische Glitter verschwand aus der Zelle.
Nun galt es also nur noch ein Geschenk zu finden.
LaGroille warf einen bedauernden Blick auf sein Bett. Aber es half ja auch nichts es aufzuschieben.
Plötzlich rief eine laute Stimme. „Cuut!! Den Take nehmen wir!“
Erleichtert atmete Fabièn auf. Müdigkeit zu spielen war einfach nicht sein Ding. Man sollte meinen es wäre eine ganz einfache Szene, aber sie hatten sie bestimmt ein dutzend mal wiederholt. Er seufzte zufrieden. Auch das Einhorn stampfte erleichert mit den Hufen und kam hinter dem Bildrahmen hervorgelaufen. Harte Schatten wanderten über die Wände, als es durch das grelle Licht der Scheinwerfer spazierte.
Fabi kam mit bedächtigen Schritten aus der Kulisse und ließ sich auf den bereitstehenden Klappstuhl nieder. Ringsumher herrschte emsige Geschäftigkeit, Kabel wurden aufgerollt und neu verlegt, ein Tonassistent versuchte die Ausrichtung seiner Tonangel zu optimieren, und so weiter. Von einem der Assistenten bekam Fabien einen warmen, duftenden Kaffee gereicht. Hmmm!
Neben ihm saß Magho und rieb sich die juckenden Stirnwülste. „Etwas ausdrucksvoller hätte es schon sein dürfen“, kritisierte er launisch.
„Pff, machs erstmal besser“, wehrte Fabièn ab. „Nicht jeder Franzose ist ein guter Pantomime.“ Er schlürfte genussvoll aus seinem Kaffeebecher. Der Regisseur rief den Kulissenbauern irgendwelche Anweisungen zu. Fabi sah einen Moment zu wie die nächste Szene vorbereitet wurde, während Magho seinen Text hervornahm und ein letztes Mal repetierte. Doch er wurde unterbrochen, als Fabièn fragte:
„Hm… sag mal hast du eigentlich auch einen Wichtelpartner bekommen?“
„Nein wo denkst du hin“, meinte Magho gespielt-entrüstet. „Du weißt doch, ich bin nur ein NPC. Ich wüsste auch gar nicht was ich einem verweichlichten Föderationsmitglied schenken sollte.“
„Ja, kann ich verstehen“, stimmte Fabi zu. „Ich hab auch so meine Mühe mit Ajur. Bei jedem anderen Klingonen hätte ich einfach irgendwas mit ’ner scharfen Klinge gesucht. Aber bei ihm… weiß nicht so recht.“
„Ajur … Ajur“, Magho sinnierte. „Ich glaube er liest gerne. Ein Buch vielleicht?“
„Schon ein Anfang, aber welches?“ erwiderte Fabièn.
Magho klopfte ihm auf die Schulter. „Tja, da kann ich dir auch nicht weiterhelfen. Bestimmt fällt dir was ein. Muss erstmal zum Abendessen mit Emily.“
„Hau rein“, verabschiedete Fabièn ihn. Als er gegangen war, meldete sich ein anderer Klingone hinter ihm. „Ich hätte vielleicht einen Vorschlag…“
Fabi nahm einen Schluck vom Kaffee und sah zu, wie der Regisseur mit Emily und Magho die nächste Szene besprach. „Ja, bin ganz Ohr?“
# Zeit: SD 251201
# Ort: diverse Quartiere
Es weihnachtete auf der Hephaistos. Zumindest bei denen die dieses Fest feierten. An verschiedenen Quartieren hingen geschmückte Kränze, Trish versorgte den halben Maschineneraum mit frischgebackenen Plätzchen und Lebkuchen.
Im Elysion hatte sich Nick dazu breitschlagen lassen einen kleinen Weihnachtsbaum aufzustellen und das eine oder andere Quartier war mit Lichterketten und anderem Kram dekoriert den man allgemein mit dem irdischen Weihnachten verband.
Das dies hauptsächlich bei der menschlichen Besatzung war ließ so manche Vulkanierbraue in die Höhe schnellen, besonders da diese irdische und sehr menschliche Brauch ganz offensichtlich auch auf so manchen Nicht-Menschen über zu schwappen schien.
So sah man zum Beispiel die Caitianerin S’eerrin mit einer roten Nikolausmütze oder den Denobulaner Rhixx der mit mehreren Rollen Geschenkpapier in seinem Quartier verschwand.
Man könnte beinah meinen es sei eine Art Seuche.
Andererseits, es war Krieg und etliche an Bord hatten bereits viel erlebt. Die Moral an Bord brauchte diese altmodische Fest des Schenkens und Beschenkt Werdens.
Und so flogen die Finger über die Kontrollen und ein zufriedenes lächeln erstrahlte nachdem der Computer die letzten Befehle bestätigt hatte.
Sam betrat nach einer l ihr Quartier und brummte missmutig als sie das rote Leuchten der Prioritätsnachricht auf ihrem Terminal sah. Sie wollte ins Bett und hatte keine Lust darauf jetzt noch eine Nachricht zu lesen.
Andererseits – die Nachricht schien wichtig.
Mit einem abwesenden Murren betätigte sie das Terminal und plötzlich regnete es silberner Glitter von der Decke auf sie hernieder. Aus den Lautsprechern drang leises Glockengeläut, Musik und ein Chor begann zu singen. < https://www.youtube.com/watch?v=eZrjtdRkwDA >
Sam stöhnte auf. War es tatsächlich schon wieder diese Zeit? Es kam ihr vor als wäre das letzte Weihnachten gerade erst gewesen. Auf dem Terminal tanzte ein regenbogenbuntes Einhorn mit roter Zipfelmütze an deren Ende ein weißer Bommel baumelte im Takt des Liedes. Gegen ihren Willen war Sam tatsächlich ein wenig davon fasziniert. Nachdem das Lied beendet war kam auch das Einhorn zur Ruhe und piekste mit seinem Horn ein Blatt Papier vom digitalen Boden auf und hielt es in Sams Richtung.
Die Schrift war schnörkelig aber lesbar.
„Hallo Sam, es weihnachtet wieder und wie jedes Jahr um diese Zeit darf ich dir verkünden wen du an Bord bewichteln darfst.
Dein Wichtel wird dieses Mal Tine Jenkins sein.“
Sie las die Nachricht ein weiteres Mal und fragte sich warum sie eigentlich immer die schwierigen Wichtel zugelost bekam. So schnell wie der Spuk begonnen hatte war er dann aber auch beendet.
Das Terminal wurde schwarz und der holographische Glitter verschwand aus dem Quartier. Nun galt es also nur noch ein Geschenk zu finden.
Sam grübelte angestrengt nach. Weihnachtsgeschenke waren immer wieder eine Herausforderung. Und nun war sie auch erst so kurz an Bord der Hephaistos, dass sie viele in der Besatzung nicht kannte. Der CO wäre für sie ein leichtes gewesen, doch mit Tine hatte sie bisher fast nichts zu tun gehabt. Über die junge Frau wusste sie gerade mal, dass sie TO war. Immerhin, die TO fand sie einfacher als den CSO oder Counselor. Da konnte sie zumindest vermuten, dass sie eine ähnliche Wellenlänge hatten, schließlich war sie selbst ja auch mal TO gewesen, irgendwann in einem früheren Leben.
Die Zeit reichte nicht, um – in Kriegszeiten – groß etwas besorgen zu können, was nicht einfach mit Bordmitteln herstellbar war, trotzdem setzte sie sich hin und rief nozama.fö auf. Vielleicht konnte sie sich ja zumindest ein paar Anregungen holen. Sie stöberte nachdenklich durch die aktuellen Trends der blinkenden Weihnachtsbäume und Elfenkitsch. Sie staunte nicht schlecht über den Unfug, der sich da vor ihr auftat. Ein 25m großer Weihnachtsmann – blinkend – als Gallionsfigur? Sam stellte sich das Gesicht von Shay vor, wenn jemand auf die Idee kam, diesen am Schiff zu befestigen. Dazu ein Holoprojektor, der auf der Außenhülle rieselnden Schnee imitierte?
Sie nahm das mal mit auf ihre Liste. Das waren keine Geschenke, die für Tine geeignet waren, aber zumindest Shay konnte sie damit eine Freude(??) machen – oder ihm ein Lächeln entlocken. Ob es diesen Weihnachtsmann wohl auch im Schottenrock gab? Shay würde somit wohl ein zusätzliches Geschenk unter dem Baum finden. Sie musste nur überlegen, wie sie diese Figur unter den Baum bekommen sollte. Vielleicht konnte sie diese als Gummipuppe herstellen – aufblasbar. Das Paket würde aber wohl eine Monstergröße bekommen. Sam dachte nach, ob ein Würfel mit Kantenlänge von 1m reichen würde? Nun sie würde sehen. Gummipuppe und Projektor waren schonmal notiert. Darum würde sie sich später kümmern, denn momentan half ihr das bei ihrem originären Problem kein Stück weiter. Sie scrollte weiter durch die Tipps bei nozama. Sie seufzte. Das Geschenk für Claudia war mitsamt der Ainama explodiert. Wobei ihre frühere CO sich vermutlich inzwischen auch nicht mehr würde darüber freuen können. Ein Puzzle der Ainama – in 1000 Teilen. Nachdem das ganze Schiff nun den Status eines gigantischen Puzzles hatte, fürchtete Sam, die CO des zerstörten Schiffes würde dieses Geschenk nicht mögen. Also war es wohl gut, dass Puzzle und Schiff gemeinsam explodiert waren.
Aber da kam ihr eine ganz andere Idee. Etwas, was sie in Jugendzeiten gern gemacht hatte, war ihr eingefallen. Bedauerlicherweise hatte sie hier an Bord keine Werkstatt auf die sie dafür einfach zugreifen konnte, als würde sie das meiste replizieren müssen.
*** ein paar Tage später ***
Samantha hatte alles vor sich ausgelegt und betrachtete die Elemente stirnrunzelnd. Hatte sie an alles gedacht? Nachdenklich schaute sie die kleinen Sensorelemente an und beschloss lieber auf Nummer sicher zu gehen und ihr Geschenk selbst auszuprobieren. Also befestigte sie die einzelnen Sensoren an ihrem Körper. Anschließend startete sie auf dem Bildschirm ihres Quartiers das dazugehörige Programm. Sie sah vor sich einen dunklen Raum. Aus ihren Händen schienen 2 Laserschwerter zu kommen. Sam machte sich bereit und spannte ihren Körper an und als die erste Note erklang schien auf sie eine weiße Box zuzufliegen. Mit der rechten Hand fegte sie sie beiseite, doch da erschien bereits eine zweite, andersfarbige Box, welche sie mit der linken Hand beiseite schob. Die Musik nahm an Tempo zu. Plötzlich näherte sich ihr ein ganzer Schwarm dieser Kisten und sie kam so langsam ins Schwitzen. Dabei hatte sie schon nur auf halbe Geschwindigkeit gestellt. Sam bewegte sich automatisch im Rhythmus der Musik mit, die Schwerter in ihren Händen zuckten fast automatisch um die sich nähernden Boxen im rechten Moment zu zerschlagen. Sie hatte noch keine halbe Minute gespielt, sie schwitzte und fühlte sich bereits völlig fertig, da verfehlte sie die erste Box. Erschöpft beendete sie das laufende Lied. Ja, die Technik funktionierte. Nur sie selbst fühlte sich soeben furchtbar alt. Früher hatte sie das stundenlang spielen können. Nunja, vielleicht nicht ganz Stunden, aber nach einer Minute war sie damals noch nicht derart aus der Puste gewesen. Sie fühlte sich gerade so richtig…. alt!
Zufrieden mit dem eschenk entfernte Samantha alle Sensoren und packte alles in eine Box. Dann schrieb sie noch einen Zettel und legte diesen in die Box.
„Ich hoffe Sie finden Gefallen an diesem Spiel. Man kann es allein, aber auch gemeinsam mit Freunden spielen. Letzteres ist ziemlich lustig.
Frohe Weihnachten! Der Wichtel.“
# Zeit: 251202
# Ort: Hephaistos – Emilys Quartier
Die Menschen hatten mitunter seltsame Traditionen, das Spektakel um Weihnachten war der Trill ja nicht gerade fremd, ihre Väter hatten es immer feiern wollen und auch hier auf dem Schiff kehrte der liebe Cola – Man…. Ahm ne Weihnachtsmann auch alle Jahre wieder ein. Warum der Typ allerdings Weihnachtsmann hieß, wo seine Vorfahren doch dieses ultrasüße Zeug namens Cola war und seine Geschwister Sprite und Fanta, das hatte sie bis heute nicht verstanden, auch nicht wie ein Mann von einem Getränk abstammen konnte, ABER… es war die Geschichte der Erde und wenn die Menschen das Fest der Getränke noch heute feierten, dann war es ja nicht ihr Problem, zumindest so lange nicht wie sie jedes Jahr ein Geschenk bekam!
Außerdem musste an so einer Mythe auch irgendetwas Wahres dran sein…. Was das in diesem speziellen Fall war, hätte sie dann doch interessiert. Ihre Schwester war ja auch nicht das Glas Apfelsaft was seit drei Tagen auf der Theke der Küche stand und was Trish aus irgendeiner erzieherischen Maßnahme heraus noch nicht weggeräumt hatte. Früher hatte sich ihre Mitbewohnerin viel früher vor so etwas geekelt und weggeräumt, aber mittlerweile ließ sie nach.
Gedanklich fokussierte Em wieder die Sache mit den Geschenken, sie bekam nur eines, wenn sie auch eines hergab. Das allein war schon eine Unverschämtheit und wiedersprach der ferengischen Erziehung in ihr voll und ganz.
Dieses Weihnachten war das Fest der Liebe und des Gebens, genau das hatte Trish ihr beim Backen noch mal versucht zu erklären. Wenn man diese Sitte also richtig übersetzte, dann hieß das so viel wie, wenn du was haben willst, dann musst du was schenken und nur wenn du was gibst und annimmst darfst du an dem Brauch teilhaben und dich mit so vielen Plätzchen vollstopfen wie du nur kannst, dass auch schon ein paar Wochen vorher denn irgendwer lagt immer Plätzchen nach. Das ganz große Fressen endete dann am Weihnachtsabend, da gingen dann auf einmal Unmengen von Plätzchen, Süßigkeiten, sowie deftige Speisen. Und sonst guckten immer alle wenn sie so viel aß wie alle anderen es zum Weihnachtsessen taten.
Ganz klar, die Menschen hatten einen versteckten Supermagen, den sie zu Weihnachten füllten und von dem sie dann das ganze Jahr über zehrten! Das würde auch erklären, warum sie über das Jahr mit so wenig Nahrung auskamen und andere Wesen die nicht das Glück hatten das das Christkind ihnen einen Supermagen beschert hatte, die wurden dann runtergemacht oder im besten Fall seltsame beäugt.
Diese Supermagenbesitzer mobbten sie einfach – Unverschämtheit.
Okay, für dieses Jahr nahm Em sich vor, sich einen Supermagen zu wünschen. Diese grandiose Idee brachte sie in dem alljährigen Fluch, den jeder der Weihnachten feiern wollte befiel auch nicht weiter…. Was würde sie ihrem Wichtel schenken?!
Ihre Väter waren in der Vorweihnachtszeit oft so gestresst, dass sie am Abend eine Flasche Rotwein leerten und dann mit dem entsprechenden Alkoholspiegel, hatten sie oft die aller besten Ideen was man der buckligen Verwandtschaft schenken konnte, sie hatten eine Liste mit Hobbys, Vorlieben und Abneigungen von allen Geschwistern, Tanten und Onkeln angefertigt, nur um das ultimative Geschenk zu finden und in 20facher Ausfertigung in hübsche Geschenkpapierunfälle zu verpacken – SOCKEN! Socken waren also das Weihnachtsgeschenk schlecht hin, ALLERDING hatte ihr Wichtel ja sehr gern NICHTS an, auch keine Socken…… das war jetzt dann irgendwie auch wieder doof.
Emily hatte echt viel Zeit damit vertan sich Gedanken über ein Geschenk für ihre Freundin… oder besser fast Freundin zu machen, der Beziehungsstatus war leider noch immer nicht final geklärt worden. Trotzdem hatte sie noch nie so viel Zeit damit zugebracht für irgendeine Person ein Geschenk zu zerdenken.
Irgendwann hatte sie dann die zündende Idee. Jeder wollte doch ein Haustier. Jeder wollte einen kleinen flauschigen Freund, der einen mit seiner bedingungslosen liebe umgarnte und dem man all seine Sorgen erzählen konnte, der einen immer verstand und immer für einen da war. Selbst Cat wollte genau DAS. Allerdings wusste sie selbst sicher noch gar nichts von diesem geheimen Verlangen und so war das Wichteln vielleicht doch ein Segen!
Emily würde Cat ein Haustier besorgen, eine Ratte? Ne, sie selbst hatte ja schon Elvis. Einen Hund? Die wirkten oft ein wenig dümmlich auf die Trill…. Eine Katze! Ja, Cat war sicher der Katzenmensch. Wenn die Trill sich ihre Freundin in alt vorstellte, also so knapp alles jenseits von 45, dann saß sie in einem Schaukelstuhl auf einer irdischen Veranda, mit einer Wolldecke über die Beine geschlungen und knapp 25 Katze im Hintergrund.
Ja, mit dieser Vorstellung und ihrem Gedankengang war Emily zufrieden. Nur langsam ebbten jedoch andere Tatsachen in ihr Bewusstsein:
- Cat würde sicher kein Katzenklo reinigen wollen (sie selbst im Übrigen auch nicht)
- Katzenhaar auf der knappen und edlen privaten Kleidung oder der Uniform kamen sicher auch nicht sonderlich gut an
- Wenn das Tier mal den Weg über die Regenbogenbrücke antrat, dann… ja dann waren alle traurig und sie war schuld daran weil sie das Tier verschenk hatte
Das alles waren Tragödien und Dramen an denen sie nicht beteiligt sein wollte, also tat Emily das einzige was in diesem Moment logisch erschien…. Sie klonte ein Einhorn… NEIN! Sie baute eine mechanische Katze, sie so nah wie möglich an das Original heran kam, jedoch würde das Fell nicht ausfallen, sie würde kein Katzenklo benötigen und sie würde niemals sterneben, denn selbst wenn der Körper zerstört würde, dann gab es ein tägliches Update der KI auf die Cloud und man konnte es in einen anderen Körper wieder hochladen oder vorrübergehend bis man einen neuen gebaut hatte, in einer Alexa zwischenspeichern, dann konnte man das nervige miauen immer dann vernehmen, wenn die Katze Aufmerksamkeit verlange – jede Nacht um zwei Uhr.
Natürlich hätte sie Dinge wie das Verständnis das man an Möbeln nicht kratzte einprogrammieren könne, aber dann war das Leben mit einem Katzenbot doch gleich viel unlustiger.
# Zeit: SD 251201
# Ort: Jetsuns und Ileytis‘ gemeinsames Quartier
„Was war DAS denn?“ erklang eine Stimme von hinter ihr. Jetsun lächelte unwillkürlich und drehte sich zu Ileytis um, die im Türrahmen zu ihrem gemeinsamen Schlafzimmer stand.
„DAS… war eine Nachricht, dass Weihnachten vor der Tür steht und ich mich um ein Geschenk für meinen Wichtel kümmern sollte.“ erklärte die Bhutanerin.
Der Liduuri stand das Fragezeichen geradezu auf die Stirn geschrieben. „Wer steht vor der Tür? Und wer oder was ist ein Wichtel? Ich meine, ich habe den Begriff schon irgendwie einmal mitbekommen, kann ihn aber absolut nicht einordnen.“
Jetsun grinste breit. „Weihnachten ist kein ‚wer‘. Es ist ein Tag. Oder besser eine Tagesfolge, die einen höchst wichtigen Zeitraum in der irdischen christlichen Mythologie umfasst. Diese Tage werden dann gern festliche begangen. Wer religiös ist, feiert sie entsprechend, doch der Großteil der Menschen sieht in dem Weihnachtsfest eher eine Art fröhliches Beisammensein mit gutem Essen, Liedern und eben dem Austausch von Geschenken.“
„Ah!“ Ileytis nickte. Die Bedeutung von Religion und Mythologie verstand sie nur zu gut. Und auch die Degeneration derselben. „Und das Wichtel?“
„Das ist nur eine Umschreibung. Eigentlich ist ein Wichtel ein sehr kleines menschliches Wesen dem man gewisse mythische Fähigkeiten zuspricht. Hier aber wurde der Begriff einfach verfremdet. Bei diesem… nennen wir es ‚Spiel’… nun, hier ist der Wichtel der Geschenkepartner. Weißt Du, es wäre einfach zu aufwändig und unpraktisch, jedem, der einem wichtig ist ein separates Geschenk zu machen. Und außerdem könnte es vorkommen, dass vielleicht jemand übrig bleibt, der dann gar kein Geschenk bekommt. Von daher wurde unter der Crew der Hephaistos abgemacht, dass per Zufallsprinzip jeder genau einen eben sogenannten Wichtel zu beschenken hat. Dabei soll der Schenker unerkannt bleiben.“
Das begriff Ileytis. „So bleibt eine eventuelle Missstimmung aus.“
„Ganz genau.“
„Aber ich bin nicht dabei?“
„Du gehörst nicht zur Crew. Du bekommst von mir unabhängig davon ein Geschenk.“
„Oh! Was denn?“
„Das verrate ich nicht. Eigentlich wollte ich gar nichts darüber erzählen und Dich dann wundern lassen, wenn auch Dein Name bei der Verteilung der Geschenke genannt wird. Aber das wäre vielleicht schief gegangen.“
„Dann sollte ich mir vielleicht auch Gedanken über eine Gegengabe an Dich machen.“
„Wenn Du magst…“
Ileytis lächelte nun hintergründig. „Ich werde darüber nachdenken. Doch nun komm doch ins Bett. Du wirkst müde. Ich werde Dich massieren und dann dafür sorgen, dass Du süße Träume hast.“
Jetsun seufzte tief. Das würde noch weniger Schlaf bedeuten. Allerdings war es das wert. Jedes Mal.
# Zeit: SD 251202
# Ort: Jetsuns und Ileytis‘ gemeinsames Quartier
Buddha!
Jetsun erinnerte sich noch an das riesen Problem, welches sie das letzte Mal hatte, als sie ein Geschenk zu machen hatte. Vor allem an den Misserfolg damit. Der Counselor hatte mit der antiken Schreibtischuhr so gar nichts anfangen können. Jetsun wusste nicht einmal, ob er sie überhaupt irgendwo aufgestellt hatte. Auf seinem Arbeitstisch stand sie jedenfalls nicht.
Sie dagegen hatte sich über den bhutanischen Langbogen sehr gefreut und ihn schon häufiger zum Training genutzt. Die Waffe war wirklich schön, wenngleich sie feststellen musste, dass sie genauso schlecht schoss wie die Bögen, die sie in ihrer Jugend immer wieder benutzt hatte. Sie waren eben einfach. Das machte natürlich einen sportliches Reiz aus, änderte aber nichts an der Tatsache, dass sie viel lieber mit einem guten Recurvebogen schoss.
Egal. Sie würde nie wieder den Fehler machen, Irgendwelche Dinge zu verschenken, von denen sie selber nicht überzeugt war. Am ehesten sollte man ja verschenken, was man selber gern mochte.
Jetsun lächelte. Commodore Claudia Ruthven. Die junge Offizierin im Stabsrang. Streng. Tough. Jedenfalls gab sie sich so. Und sehr gerecht. Jetsun hatte sie behandelt und sie für nur bedingt dienstbereit geschrieben. Das hatte der Commodore gar nicht gefallen, aber sie hatte sich nie in irgendeiner Weise unfair darüber geäußert. Oder beklagt. Ihre einzige Reaktion war, dass sie darauf bestand, von ihr, Jetsun, entsprechend behandelt zu werden. Die Behandlung war dann nicht lustig gewesen, doch Claudia hatte sie stoisch ertragen und ihre Anweisungen anstandslos befolgt. Und war dementsprechend auf dem Weg der Besserung.
Seltsam, aber Jetsun mochte die Commodore ausgesprochen gern.
Und das war nun schwierig, weil sie der Frau nun gern ein wirklich ansprechendes Geschenk machen wollte.
Nur was schenkte man einer Vollblut-Offizierin, die weit von zuhause ist und von der man eigentlich kaum etwas weiß. Etwas Persönliches geht nicht, da sie über Claudias Persönlichkeit nicht wirklich etwas wusste. Aber etwas Unpersönliches ging gar nicht.
Hm. Claudia war eine Frau. Offizierin natürlich, aber dennoch eine Frau. Was schenkte man einer Frau, der man keine materiellen Dinge schenken wollte. Etwas Immaterielles… Was mochte sie selber denn gern? Zeit. Sicher, sie liebte das Zusammensein mit Ileytis. Ihre Liduuri-Freundin hatte sich als sehr geschickte Geliebte herausgestellt und ihr die Freude am Sex zurückgegeben. Und irgendetwas musste noch mehr an ihr dran sein, denn die Ekstase, die sie in deren Armen fand, war so viel intensiver als alles, was sie zuvor jemals erlebt hatte.
Doch natürlich konnte sie so etwas nicht verschenken. Als vielerlei Gründen. Nicht zuletzt hatte sie sich ja nicht in Claudia verliebt oder so.
Aber… medizinisch gesehen, wäre eine Art Zuwendung vielleicht angemessen. Zeit. Massagen. Wellness. So etwas in der Art. Schließlich war sie ja nicht ungeschickt darin. War sie vielleicht auch keine wirklich gut ausgebildete Ärztin (auch wenn sie sich inzwischen sehr viel dazu angeeignet hatte), so war sie dennoch recht gut darin, Verspannungen und Verhärtungen aus einem Körper heraus zu kneten und überhaupt dem Körper die möglicherweise fehlende Entspannung zu schenken.
Vielleicht zusammen mit Ileytis. Allerdings müsste sie ihre Freundin dazu fragen.
Hmm. War das aber zu wenig? Sollte vielleicht irgendetwas dazu kommen?
Andererseits… kam es auf die Menge an? Oder auf den finanziellen Gegenwert?
Jetsun beschloss, über die Idee noch ein-zwei Tage herumzudenken. Sie hatte ja noch jede Menge zu tun.
# Ort: Quartier della Scala/Loona
# Zeit: SD 251201
Ettore stöhnte noch einmal. Dann ließ er sich resigniert auf die Couch fallen.
Melody steckte ihren Kopf vom Bad in den Wohnbereich des Quartiers. „Was ist denn los?“, erkundigte sie sich.
„Oh, es ist schon wieder Weihnachten. Gerade kam die Nachricht, wen ich zu beschenken habe.“
Nur mit einem Handtuch um den Körper geschlungen, das aber alles sittsam verdeckte, kam sie rüber zur Couch und setzte sich neben Ettore. Mit einer gekonnt affektierten Bewegung des Kopfes war sie ihr noch feuchtes Haar nach hinten. „Was die Leute nur immer mit diesem komischen christlichen Fest haben. Weihnachten, Weihnachten, Weihnachten. Die Tradition einer Gruppe Menschen, die ja hier an Bord auch nur eine Gruppe von vielen sind“, echauffierte sich die Irin in gekonnter Manier.
Ettore war gleich besser gelaunt und musste lachen.
„Komm, Du magst das Miteinander bei dieser Gelegenheit doch auch immer gerne. Und die wenigsten werden es aus religiösen Gründen feiern, sondern eben wegen des Zusammenseins. Und ich verspreche Dir, dass ich auch dieses Jahr an Yule die Nacht mit Dir durchwachen werde.“ Er beugte sich vor und gab ihr einen Kuss auf die Stirn.
Melody fasste sich an die Stirn und rieb sich die Stelle, die eben noch von Ettores Lippen berührt worden waren. Vielleicht war es Einbildung, aber es schien, als würde der eintätovierte liegende Mond bei der Berührung etwas angefangen zu haben zu jucken.
Sie kuschelte sich näher an ihn. „Versprochen?“
– „Aber ja.“
„Und wen sollst Du dieses Mal bewichteln?“, erkundigte sie sich.
„Mr. LaGroille“, antwortete Ettore knapp. „Hast Du eine Idee?“
„Hmm.“ Mel schürzte die Lippen.
„Franzosen mögen doch Mode und legen Wert auf Ihr Äußeres…. vielleicht ein Seidenschal, Pomade für den Bart oder eine Bartbinde“, schlug sie vor.
Ettore guckte, als hätte er in eine saure Zitrone gebissen.
„Nein, ich glaube mit Mode kenne ich mich zu wenig aus, als dass ich das was Modisches finden würde, das seinen Ansprüchen genügte“, erklärte er entschieden.
Mel kicherte leise. „Daran habe ich nicht gedacht, aber wo Du recht hast, hast Du Recht.“
„Und mit der Pomade… vielleicht denkt er, wir würden ihm das tiefe schwarz der Barthaare nicht als natürlich abnehmen. Und eine Bartbinde ist doch ein sehr intimer Gegenstand. Das sollte man nicht einem Fremden schenken. Wer weiß, ob er überhaupt eine benutzt, dass die antiquiert sind, weiß ja selbst ich.“
Mel lachte. Sie gab der einen Seite von Ettores Schnurrbart mit dem Finger einen leichten Stups.
„Na dann vielleicht ein Präsentkorb. Der Mann sieht aus, als wäre er ein guter Esser. Außerdem würdest Du Dir damit das jährliche Drama um die Geschenkschleife sparen“, spielte sie auf Ettores jährlichen verzweifelten Hilferuf an, wenn es darum ging, ein Geschenk mit einer Schleife zu versehen.
„Das ist eine gute Idee. Man sagt den Franzosen ja nach sie hätten Geschmack. Lass uns mal nachdenken“, er schürzte die Lippen.
„Also mit etwas Irischem brauche ich ihm sicher nicht kommen, dem Herren Franzos, außer Whiskey gibt es sicher nur Dinge, über die er die Nase rümpfen würde. Aber beim Stichwort Whiskey fällt mir ein, dass ich eine Idee für Shay habe…“ Sie richtete sich auf und zupfte das Handtuch zurecht.
„Nun lass und erst mal bei dem Präsentkorb bleiben…“, unterbrach Ettore sie, „hmmm Olio di Olive extra vergine, Salame toscane di cinghiale, Pesto alla genovese, Crema di pistacchio, Aceto balsamico stagionat, Pasta trafilata al bronzo, Barolo, Prosecco di Asti… wobei meinst Du, die Franzosen trinken was anderes, als Champagner?“
„Na und wenn nicht… es ist doch ein Geschenk. Ich denke die Intention wird er verstehen. Auch wenn sich dann vielleicht jemand anderes über den Wein freut.“
# Ort: USS Hephaistos, Ajurs Quartier
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[„Hallo Ajur, es weihnachtet wieder und wie jedes Jahr um diese Zeit darf ich dir verkünden wen du an Bord bewichteln darfst. Dein Wichtel wird dieses Mal Emily Wells sein.“]
Er las die Nachricht ein weiteres Mal und fragte sich warum er eigentlich immer die schwierigen Wichtel zugelost bekam. So schnell wie der Spuk begonnen hatte war er dann aber auch beendet.
Das Terminal wurde schwarz und der holographische Glitter verschwand aus dem Quartier. Nun galt es also nur noch ein Geschenk zu finden.
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Zum Glück hatte der Klingone so etwas schon geahnt und sich in den letzten Wochen und Monaten vorbereitet. Immerhin stand der Weihnachtstermin ja bereits weit im Voraus fest – und Vorbereitung war alles. So trat er an das Terminal und rief sein persönliches Verzeichnis auf, wo er den Ordner „Weihnachtsgeschenke“ Aufruf und unter den vielen Dateien jene raus suchte, die er für Emily angelegt hatte.
Er hatte immer dann, wenn ihm ein passendes Geschenk für jemanden eingefallen war, dies in einer entsprechenden Datei notiert. Gut, manche Dateien waren zugegebenermaßen länger als andere – aber das war wohl normal. Emilys Datei war eher so … mittellang.
„Abspielen“ befahl er und ging langsam ein paar Meter über die geflochtenen Matten, die ihm als Bodenbelag dienten, um sich im Schneidersitz niederzulassen und zuzuhören.
[…
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…]
Während die Computerstimme über Ajur hinweg spülte und ihn mit Geschenkideen versorgte, wägte er verschiedene Aspekte ab. So wollte er nicht einfach etwas replizieren, er musste aber auch Transportwege und Haltbarkeiten in Betracht ziehen. Gar nicht so einfach – aber auch diese Schlacht würde er gewinnen…
# Zeit: SD 251201
# Ort: USS Hephaistos, Trishs Quartier
Trish lächelte. Ja, es war wieder diese Zeit. Und schön, dass manche Bräuche beibehalten wurden.
Fasziniert besah sich sich das regenbogenbunte Einhorn mit roter Zipfelmütze, an deren Ende ein weißer Bommel baumelte, welches im Takt des Liedes auf der Konsole tanzte. Das hatte doch bestimmt Emily programmiert.
Nachdem das Lied beendet war kam auch das Einhorn zur Ruhe und piekste mit seinem Horn ein Blatt Papier vom digitalen Boden auf und hielt es in Trishs Richtung. Die Schrift war schnörkelig aber lesbar. Also nicht Emilys Schrift.
[„Hallo Trish, es weihnachtet wieder und wie jedes Jahr um diese Zeit darf ich dir verkünden wen du an Bord bewichteln darfst. Dein Wichtel wird dieses Mal Samantha DeCoster sein.“]
„Uff!“ Das war unerwartet und auch irgendwie fies. Einen Offizier zu bewichteln war für einen Unteroffizier immer schon nicht einfach – und nun hatte sie auch noch einen Offizier bekommen, der eigentlich auf ein anderes Schiff gehörte. Wollte Shay – der ganz sicher hinter dieser Wichtelei steckte – sie ärgern? Das konnte doch kein Zufall sein! Andererseits falls Emily das Programm geschrieben hatte – vermutlich doch.
# Ort: Quartier Tine Jenkins
# Zeit: SD 251201
Eigentlich hatte Tine ja nichts gegen Wichteln an sich. Mit einem grinsen im Gesicht dachte sie an ihre Akademiezeit zurück. Mehrere Male hatte sie mit ein paar Kumpeln zusammen gewichtelt – streng nach der Devise: ‚verwichtele etwas Unpraktisches und der Abend wird noch lange in Erinnerung bleiben! ‘So war es wohl auch zu diesem intensiv bunten Raumschiffmodell gekommen, das auf einer Ablage in der Ecke ihres Quartiers stand. Aber das war damals auch ein Spaß unter Freunden, lange Abende, genug zum trinken und komplett unpraktische bis peinliche Wichtelpäckchen.
Aber all dies brachte sie wenig – nein eigentlich gar nicht – voran. Denn dieses Mal war es der Captain eines Raumschiffes den sie beschenkte und anwesend ist wohl die gesamte Crew. Da konnte sie auf gar keinen Fall irgendwas nehmen, was irgendwie peinlich werden konnte. Natürlich würde immer die Notlösung Alkohol oder etwas Süßes funktionieren, aber das war wiederrum extrem einfallslos. Kurz kam ihr in den Sinn Emily um Rat zu fragen – sie hätte bestimmt eine Idee binnen einiger Sekunden – aber diskret wäre das sicher nicht.
Gegen ihren Willen setzte sie sich also noch einmal an ihren Schreibtisch und begann die Datenbank des Schiffs durchforsten. Zuerst die Akte des Captains. Aufgewachsen war er auf der Erde, Europa, Schottland. Also war ihr nächster Suchbefehl ‚traditionelle europäische Weihnachtsdeko‘. Bilder von Tannenbäumen, verschiedensten Plätzchen, kompliziert aussehnende Faltsternen, Lichterketten und allerlei leuchtendenden Krimkrams tauchten auf dem Bildschirm auf. Aber die Leuchtende Idee war da wahrlich nicht dabei.
# Zeit: SD 251206
# Ort: Geary´s Quartier
Ausgerechnet Jetun Pema….
Er hatte eine Spionin am Boden, eine KeineAhnungwas an Bord und von dem Blip hatte er auch schon gehört.
John vermutete hinter diesem ein Klingonenschiff.
Es war üblich für die Klingonen ein Ziel erstmal zu beobachten und dann im richtigen Moment anzugreifen.
Aber auch dafür hatte er einfach nicht genug Daten.
Der CSO war versucht, einen kurzen, aktiven Scan zu erbitten, doch das könnte die Diplomatie erheblich stören. Also verwarf er diesen Gedanken wieder und starrte auf das schwarze Display…
Mit einem kurzen Befehl gab das Terminal die Personalakte der CM frei.
Diesmal suchte er nicht nach Auffälligkeiten, sondern konzentrierte sich auf ihre Interessen und Hobbys….
Nach einer Weile huschte ein leichtes Grinsen über sein Gesicht, denn er hatte das passende gefunden.
Das Problem war nun es hier her zu bekommen und zwar rechtzeitig.
„Computer. Zeige mir eine Darstellung des Alphaquadranten“
Der Schirm vor Ihm erhellte sich und gab das gewünschte Bild frei.
„Jetzt zeige mir alle Hochgeschwindigkeitstransporter in Erdnähe.“
Der Alphaquadrant wurde plötzlich durch eine Darstellung des Sonnensystems der Erde ausgetauscht und mehrere Punkte leuchteten auf.
Einer interessierte ihn besonders.
Er tippte auf den Punkt und erhielt eine grafische Darstellung des Schiffes und die technischen Daten, sowie den Flugplan.
„Computer stelle eine Verbindung zur Mother Ann her“
Es dauerte einige Sekunden und das Gesicht seines alten Freundes erschien.
„John! Bist Du das?“
John grinste: „Eben war ich es noch“
„Sternenflottenuniform… Bist wohl in die Oberliga aufgestiegen?“
„Es war die richtige Entscheidung, aber ich rufe Dich, weil ich Dich brauche…“
Die beiden tauschten noch eine Weile alte Geschichten aus und dann kam John zum Punkt:
„Ich brauche etwas von zu Hause. Du kennst doch das Schwert, das über dem Kamin hängt?“
Sein Gegenüber nickte: Klar, aber was willst Du damit?“
„Es soll ein Geschenk werden, wir veranstalten hier so eine Weichnachtswichtelei“
„Ein Geschenk? Das Ding ist bestimmt 300 Jahre alt! Junge wenn Du das weg gibst, hast Du mal wieder ordentlich Mist gebaut, stimmts?“
Geary nickte zerknirscht: “So in etwa. Also wann kannst Du hier sein.“
Der Captain des Frachters dachte kurz nach:
„Ihr seid weit draußen und das wäre ein ganz schöner Umweg…“
„Du schuldest mir was“
„Ja Du hast Recht. Aber ich bat euch damals uns zu befreien und nicht die halbe Piratenbasis zu sprengen.
Aber Du hattest ja immer schon eine Vorliebe für donnernde Auftritte….
Also gut, wann brauchst Du es?“
„Hol aus dem alten Eimer raus was geht.“
„Alter Eimer? Hey ich hab sogar schon die Sternenflotte abgehängt… Gut es war ein altes Schiff, aber das muss man ja nicht erwähnen.“ grinste Johns Gegenüber:
„Also schön, wir werden die alte Dame mal auf Trab bringen…. aber das kostet Dich eine Kleinigkeit.“
„Schau mal in den Keller, neben der Werkbank ist eine kleine Tür, aber nimm nicht gleich alles mit.“
Damit verabschiedete sich Geary und machte sich am Replikator zu schaffen. Es würde erstmal eine Nachbildung sein, aber ihm fehlte einfach die Zeit.
In Jetsuns Heimatsprache ließ er noch die Worte „Original ist auf dem Weg“ eingravieren. Zumindest hoffte er das der Universalübersetzer das richtig machte.
Das ganze verpackte er schließlich und machte sich auf den Weg.
Er war mal wieder spät dran…..
# Zeit: SD 251208
# Ort: Quartier Tine Jenkins
Nachdem sich Tine die halbe Nacht den Kopf zerbrochen hatte, war ihr wenigstens eine ganz gute Idee gekommen. Eine kleine, personalisierte, Weihnachtsdeko und als Verpackung dafür ein kleines Körbchen Als erstes musste natürlich der Korb her, fast sofort kam ihr ein Weidenkorb in den Sinn. Stirnrunzelnd ging sie zum Replikator und begann zu programmieren. Der erste Versuch wirkte viel neu, so würde sie nie eine weihnachtliche und nostalgische Atmosphäre schaffen. Der zweite war viel besser. Zusätzlich replizierte sie einige Tannenzweige, die sie um den Henkel flocht. Daran befestigte sie noch einige Papiersternchen. Die Basis war schon einmal geschaffen.
Von den verschiedenen Bildern mit Weihnachtsschmuck waren ihr vor allem Weihnachtsbaumkugeln in Erinnerung geblieben: glänzende Kugeln in rot, gold oder silber. Oder auch in der Form einfacher Sterne. Also warum nicht in einer ganz verrückten Form? Vielleicht in einer Raumschiffform? Sie rief sich ein Modell der Hephaistos auf den Bildschirm. Das hatte natürlich noch nicht wirklich viel mit weihnachtlicher Stimmung zu tun. Aber mit ein paar Veränderungen war das doch schnell gebracht. Die Farbe der Außenhülle ein bisschen ins matte verändern, und noch ein bisschen Schnee mit einer weißen Struktur abbilden und natürlich noch eine Aufhängung… Irgendwie ging das ganze leichter als gedacht, nachdem sie erst einmal die Idee hatte. (daran habe ich dabei gedacht: https://www.thespaceshop.com/santashuttle.html)
# Zeit: In der Adventszeit
# Ort: USS Hephaistos, Mensa
„Darf ich mich dazu setzen?“
Der junge Mann, der gerade an einem der Tische aß, blickte hoch, als er die weibliche Stimme vernahm – und war gefangen. Das rotgelockte Haar umschmeichelte das freundliche Gesicht der in ein gelbes, kurzes Uniformkleid gewandeten Frau, während die grünen Augen ihn wie Smaragde anblinkten und sich in ihrer Wärme mit dem Lächeln auf ihren vollen Lippen vereinten.
„Klar, äh… Petty Officer“
„Trish“ sagte sie. „Ich bin Trish. Aus der Technik.“
„Ähm… freut mich. ….. Oh – Meyers. Steven Meyers.“
„Freut mich ebenfalls“ antwortete Trish. Steve fand, dass diese Frau allein durch ihre bloße Anwesenheit Eisberge zum Schmelzen bringen konnte.
„Dann guten Appetit.“
„Was? Äh ja, danke. Ihnen auch!“ wünschte Steve, dachte aber vorerst gar nicht ans weiteressen.
„Sie… sie sind doch auch die Barfrau von dieser.. irischen Holodeck-Kneipe, oder?“
„Ah, Sie haben bereits den ‚Topf voll Gold‘ besucht? Ja, die bin ich. Und Sie stammen von der Ainama, oder?“
„Ja, genau.“
„Sagen Sie mal… was können Sie mir über ihre EO, Commander DeCoster, berichten?“
# Zeit: In der Adventszeit
# Ort: USS Hephaistos, Quartier Ajur
Der Klingone kniete auf der geflochtenen Matte in seinem Quartier und besah sich die Materialien, die er fein säuberlich vor sich ausgelegt hatte. Er hatten den Grundstock zwar repliziert, würde die modifizierenden Arbeiten jedoch selbst vornehmen. Das würde eine gute Übung für seine handwerklichen Fähigkeiten sein und dem Geschenk zudem eine persönliche Note geben.
Er erinnerte sich noch gut an die langen Arbeitsstunden im Kloster. Diese hatten ihm geholfen, seine innere Mitte zu finden und Geduld zu entwickeln. Vielleicht war es also gar nicht so verkehrt, wieder einmal etwas mit eigenen Händen zu schaffen…
„Ha‘“ verkündete er dem leeren Raum – und griff nach dem Werkzeug…
# Quartier des CO
# kurz vor Weihnachten
Mosley betrat das Quartier wie es es jeden Tag um diese Zeit tat und blieb wie angewurzelt stehen. Was er sah ließ ihn eine Augenbraue heben und an seinem Verstand zweifeln. Aus den Lautsprechern des Quartiers erklang die Stimme von Johnny Cash und mitten im Raum stand ein Tannenbaum. Ein Tannenbaum der sehr gekonnt von von Shay geschmückt wurde während er zusammen mit Johnny irgendwas über Diamonds in the Sky sang. Der Außeneinsatz bei diesem merkwürdigen Volk schien ihm offensichtlich nicht gut getan zu haben.
„Ah! Mosley, gut das sie da sind, ich brauche ihre Hilfe für die Lichterkette. Halten sie mal.“ erklärte Shay und drückte seinem Steward besagte Lichterkette in die Hand während Shay selbst auf einen Stuhl stieg um die erste Lampe sehr weit oben am Baum zu befestigen. Für einen kurzen Moment sah es so aus als ob der CO gleich in den Baum fallen würde aber wie durch ein Wunder konnte er das Gleichgewicht halten und die Lampe saß dort wo er sie hatte haben wollen. Das Lied und der Sänger wechselten von Johnny Cash zu Brad Paisley und Shay stieg wieder vom Stuhl runter.
„Ja, so passt das.“ nickte der Schotte zufrieden und nahm Mosley den Rest der Lichterkette ab.
„Darf ich fragen was sie hier tun, Sir?“ sah sich Mosley nun doch gezwungen zu fragen und Shay grinste breit. „Well, ich habe heute meinen Wichtelpartner bekommen und brauchte etwas Inspiration. Außerdem haben wir Weihnachten auf dem Anwesen immer mit Baum gefeiert und nun da meine Schwester da ist …“ begann er und schwieg dann. Das er im Moment gerade furchtbares Heimweh hatte und sich tatsächlich irgendwas mit Pferdezucht statt dem CO Posten wünschte verschwieg er besser. Er wusste selbst nur zu gut das dies eine Phase war – vermutlich gerade wegen Weihnachten.
„Verstehe. Haben sie schon ein Geschenk für ihre Schwester?“ fragte Mosley dann und Shay schüttelte den Kopf. „Nein, noch nicht. Aber ich hab eins für Elli.“ meinte er dann „Und für meinen Wichtel. Ich bekomme das hin. Wenn nicht weiß ich wo ich sie finde Mosley. Wieso genießen sie nicht einen freien Nachmittag und tun etwas das ihnen Spaß macht. Es sei den sie möchten mir mit dem Baum helfen.“ meinte Shay und Mosleys Gesichtsausdruck sagte mehr als tausend Worte.
„Ein freier Tag passt in der Tat in meine Pläne, Sir. Danke.“ erklärte dieser und Shay unterdrückte das Grinsen. „Dann viel Spaß Mosley.“ wünschte er während die Musik erneut wechselte zu leicht schwermütigen Lied über irgendein Feuer in einer Fabrik.
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