Hallo!
Weiter bei den Rebellen. Ich habe eine längere QUOTE mit aufgenomen, damit wir uns daran erinnern, wer die Rebellen hier noch sind und was sie wollten. Ich habe auch die bisherigen fünf Hauptpersonen der Rebellen auch gleich zu deren lokalen Anführern hier vor Ort gemacht.
Carpianis Tibiscum Charis sah sich nach ihrer Gefährtin, Carpianis Thoas Isidora, um. Beide Kikoninnen trugen lange, vergleichsweise eng anliegende Kleidung in Grüntönen. Sie stammten beide aus der Sippe Carpianis, die an der Küste auf der anderen Seite der Meerenge zu dieser Insel siedelte. Ihrer Geschichte nach waren sie einst ein stolzes Volk, das aber schon vor Jahrhunderten unterworfen und ihrer führenden Familie beraubt worden waren. Seitdem arbeiteten die Frauen der Sippe als Fischer und Jäger, Kürschner, Holzfäller, Pflanzer, Weber und in Küchen. Prestigeträchtigere Gewerbe wie der Bootsbau oder das Schneiderhandwerk war ihnen von alters her verboten und sorgte für eine Abhängigkeit der Sippe von anderen. Natürlich sorgte dies dafür, dass man unzufrieden war – doch da nur wenige Carpianis in den Militärdienst aufgenommen wurden, hatten sie auch kaum die Mittel sich zu wehren. Dachten die hohen Familien zumindest. Charis und Isidora gehörten zu den ‚Rebellen‘, wie manche sie nannten. Sie sahen sich als Freiheitskämpfer, die für eine gerechtere Ordnung und die Abkehr von der Ständegesellschaft ein traten. Für die herrschende Klasse waren sie natürlich Terroristen. Und auch Charis und Isidora würden wohl ohne große Umschweife angeklagt und hingerichtet werden, wenn man sie fände – schließlich trugen sie militärische Schildgeneratoren und Waffen, die nicht für ihre Hände bestimmt waren.
Melissa und Elpis waren zwei weitere Frauen die zu ihrer Gruppe gehörten. Melissa gehörte ebenfalls der Carpianis-Sippe an, Aristotle war ihr Bruder – ein Poet und Sänger. Elpis hingegen stammte aus dem Landesinneren, von der Sippe der Sepitalas, die ebenfalls seit Generationen nicht mehr waren als Dienstboten für die mächtigen Frauen des Planeten.
Wenn sie etwas ändern wollten, würden sie Unterstützung benötigen. Doch ohne Zugang zu Raumschiffen, ohne die Möglichkeit zur interstellaren Kontaktaufnahme (einfach, weil die entsprechenden Anlagen für sie nicht zugänglich waren) waren sie auf Gelegenheiten wie diese angewiesen. Seit Jahrhunderten war das Sozialgefüge auf Thyene starr geregelt und aufgeteilt – in Familien die herrschten und jene, die dienten. Das wollten sie so nicht mehr hinnehmen!
# Ort: Verstecktes Rebellenlager, Kommandohütte # Zeit: MD 9.09:50
# Carpianis Thoas Isidora atto Thermidava – Kikonische Freiheitskämpferin # Carpianis Tibiscum Charis – Kikonische Freiheitskämpferin # Carpianis Antheia Melissa – Kikonische Freiheitskämpferin # Carpianis Aniketos Aristotle – Melissas Bruder, Poet und Sänger # Sepitalas Briseis Elpis – Kikonische Freiheitskämpferin
*Klatsch*
Elpis, also eigentlich Sepitalas Briseis Elpis, Freiheitskämpferin aus der Sippe der Sepitalas und in ihren eigenen Augen stolze Kriegerin, landete auf ihrem Hinterteil und hielt sich ihre schmerzende Wange, die sich schnell rötete. „Was..?“ brachte sie hervor. Sie hatte ja mit einer ganzen Menge gerechnet, nicht aber mit einer derart furiosen Ohrfeige.
„Du dumme… irre… wahnsinnige… völlig realitätsfremde… ach verdammt!“ Charis war ihr Temperament durchgegangen. Selbst die eher besonnenere Isidora und deren Schwester Melissa starrten Charis an, während Aristotele sich beide Hände vor das Gesicht hielt und ein paar Schritte rückwärts machte. So schnell, wie sie aufgebraust war, so schnell hatte Charis sich aber wieder in der Gewalt. Dennoch! Bereuen tat sie ihren Schlag nicht. Elpis hatte ihn verdient. Hatte weitaus mehr als nur dies hier verdient. Ihr Götter!
„Charis! Reiß Dich zusammen. Wenn uns die Föderierten so sehen…“ brachte Isidora alle Anwesenden wieder auf den Teppich zurück.
„Was wenn? Die sind in ihren Hütten. Unseren Hütten. Und selbst wenn…“ gab Charis bissig zurück.
„Lasst das jetzt!“ kam, etwas überraschend, von Melissa die Aufforderung. „Kommt mit rein. Wir müssen und unbedingt besprechen. Jetzt.“
Die fünf Kikonen – vier Frauen und ein Mann – waren die mehr oder weniger homogene Führungsspitze der Rebellen hier. Jedenfalls dieser Gruppe. Natürlich… oder auch nicht… gab es noch einige andere Gruppen, doch diese… nun, sie hatten eine gewisse Eigendynamik entwickelt und wollten nicht einfach nur mehr abwarten und auf den wachsenden Druck im Kessel warten bis dieser überkocht. Zumal das mit dem Druck irgendwie nicht funktionieren wollte. Jedenfalls stieg der Druck nicht an sondern stagnierte… bestenfalls. Und das gefiel ihnen so gar nicht.
Die fünf betraten die kleine Hütte im Zentrum des auf rund zwei Dutzend Unterkünften bestehenden Lagers und schlossen die Tür hinter sich. Ein paar Niedrigenergielampen spendeten ausreichend Licht und Aristotele machte sich daran, Tee zuzubereiten. Er wusste genau, dass die Frauen den jetzt rauchen würden. Er war schon immer die Stimme der Besonnenheit hier gewesen und war sich im Klaren darüber, dass er, abgesehen von dem revolutionären Gedanken, als Mann eine mehr als nur beratende Funktion innezuhaben vor allem deshalb hier in der Führungsriege saß.
Erst nachdem er fünf Becher mit heißer, aromatisch dampfender Flüssigkeit ausgeteilt hatte und alle daran genippt hatten, ergriff Melissa das Wort. Etwas zu früh dennoch und das brachte ihr einen irritierten Blick Isidoras ein. Doch es gab, anders als im Palast der Prinkipax hier im Lager keine feste zeremonielle Ordnung. Das war nicht gewünscht. Dass die Fünf, ähnlich wie alle anderen Kikonen, nicht aus ihrer Haut konnten und dennoch an einer solchen Ordnung festhielten, war etwas Anderes.
„Also… wieso musste diese Kriegerin, diese Cyra sterben?“ fragte Melissa in die Runde, sah aber vor allem Isidora an.
„Das hat uns…“ begann Charis, wurde jedoch durch eine erhobene Hand Isidoras gestoppt und biss sich auf die Unterlippe.
Isidora seufzte. „Es war eine taktische Entscheidung.“
Jetzt hielt es Charis nicht mehr aus. „Du hast das entschieden?“
„Ich. Jawohl. Und ich verantworte es auch. Allein.“ gab Isidora betont selbstsicher zurück.
„Allein?“ Charis lachte höhnisch… oder eher frustriert auf. „Die Streitkräfte der Prinkipax werden sich wohl kaum darauf beschränken, Dich zur Rechenchaft zu ziehen. Vor allem, nachdem sie glauben, dass wir auch die Insel in Brand gesteckt haben. Ihr Götter, die werden uns jagen. Und dann haben wir noch die Prinkipaxillis hier. Arsinoe. Ausgerechnet sie. Eine Medizinerin. Nicht mal eine Kriegerin. Wir haben uns nicht in die Nesseln gesetzt, wir haben uns in alle Nesseln gelegt, die überhaupt zu finden sind. Oh, M…“
„Bist Du fertig?“ unterbrach diesmal Elpis. Charis sah sie verblüfft an.
Isidora atmete geräuschvoll ein, was die Aufmerksamkeit aller wieder auf sie selbst lenkte. „Es war eine taktische Entscheidung. Wir waren nur zu fünft und wir mussten unbedingt eine Konfrontation vermeiden. Ruhe! Ich bin noch nicht fertig! Ihr habt gesehen, wie aggressiv Arsinoe schon reagiert hatte. Und die hatte nur ein kleines Xiphos (Kurzschwert). Diese Kriegerin dagegen war viel stärker und trainierter und stellte eine gewisse Gefahr dar. Eine Bedrohung, derer wir uns entledigen mussten.“
Die hätte uns niemals besiegen können!“ warf Charis ein und Melissa stimmt ihr nickend zu. „Das stimmt. Außerdem wäre dann die Aggression auf deren Seite gewesen.“
„Mag sein.“ Gab Isidora zurück. „Aber erstens wissen wir nicht, wie die Föderierten reagiert hätten. Was, wenn sie die Partei ihrer Gastgeber ergriffen hätten? Unsere Chance, uns mit ihnen zu verständigen wäre ungleich geringer geworden. Und selbst wenn nicht… wäre es zu einem Kampf gekommen, wäre Blut geflossen. Und Gewalt wäre genau das, was wir den Föderierten nicht bieten wollten. Auch keinen Kampf, den wir gewonnen hätten. Vielleicht hätte es Opfer gegeben. Tote oder zumindest Verletzte, die wir hätten transportieren müssen. Wohlmöglich hätten dann die Föderierten darauf bestanden, doch auf die Feuerkämpfer und andere Rettungskräfte zu warten. Nein, das durften wir unter keinen Umständen riskieren.“
Charis seufzte tief. „Also sind wir jetzt wirklich Mörder.“
„Nein!“ warf Melissa ein. „Wir sind Krieger. Soldaten. Freiheitskämpfer. Wir bringen Opfer und tun, was nötig ist, um unsere Freiheit zu erringen. Auch wenn es manchmal nicht schön ist.“
„Charis!“ fügte Elpis hinzu. „Wir sind in einem Krieg. In einem Krieg, den wir nicht gewollt haben, den wir aber jetzt nun einmal führen müssen. Und wir müssen eben manchmal auch kämpfen und nicht nur Resolutionen verfassen und Zettelchen überbringen. Begreif das endlich mal. Himmel!“
Charis sah Elpis verabscheuend an. „Mag ja sein. Aber das ist dann eben eine Art Krieg, den ich nicht mag.“
„Steigst Du aus?“ entfuhr es Melissa.
Charis sah sie einige Augenblicke lang an, dann schüttelte sie den Kopf. „Aussteigen? Nein. Aber ich bin desillusioniert. Ich frage mich, ob diese Art der Revolution die Richtige ist. Wenn wir das Ziel über die Mittel stellen, dann wird uns irgendwann auffallen, dass die Mittel zum Ziel wurden.“
Isidora lächelte und streckte ihre Hand aus um Charis an der Schulter zu berühren. „Eben deswegen brauchen wir Dich. Ebenso wie Aristotele. Frauen wir Du und… Männer wie er sind es, die uns immer wieder daran erinnern müssen, dass wir besser sind als die Damen oben in ihren Palästen. Es ist gut, dass Du uns daran erinnerst, dass wir die Moral auf unserer Seite haben.“
„Aber haben wir das noch?“ fragte Charis zurück.
Isidora und Elpis nickten deutlich. Melissa zögerte. Charis‘ Worte hatten sie getroffen. Sie warf einen kurzen Seitenblick zu Aristotele. Dieser atmete tief ein und aus, machte aber sonst keine weitere Geste. Offenbar hatte auch er jetzt seine Zweifel bekommen.
Das war alles irgendwie gar nicht gut.
Aristotele riss alle aus ihren Gedanken. „Und wie wollen wir nun weiter gegenüber den Föderierten auftreten?“
Isidora nahm den Faden auf. „Wir suchen das Gespräch mit ihnen. Wir schildern unsere Situation und bitten sie um Verständnis. Und Unterstützung. Vor allem indem sie uns Kommunikationsmittel zur Verfügung stellen.“
„Das ist doch illusorisch.“ Charis war eindeutig furchtbarer Stimmung. „Die sind Gäste der Prinkipax. Wurden von der zusammen mit deren Tochter auf eine heilige Queste geschickt. Und wir sind die Störer…“
„Wir sind deren Retter.“ warf Elpis ein. „Wir haben auch der Prinkipaxilis das Leben gerettet! Nicht vergessen!“
„Dieser föderierte Kommandant hat das auch so bestätigt.“ bestätigte Melissa, die ihren Mut zurück gewann.
„Gut. Treten wir genau so an die Föderierten heran. Wir haben kaum etwas zu verlieren aber sehr viel zu gewinnen.“ riet Isidora.
„Nehmt mich besser nicht mit.“ meinte Charis düster.
Melissa hob ihre Hand. „Doch! Wir treten gemeinsam auf. Dein Rat ist wichtig und teuer. Aber Du magst ja etwas im Hintergrund bleiben.“
„Hat noch jemand Einwände?“ fragte Isidora. Ihr Gesicht deutete an, dass sie keine wünschte.
Es gab keine.
# Ort: Verstecktes Rebellenlager, # Zeit: MD 9.10:00
# Myzen Elektryon Arsinoe Xanthia Solange atto Myzen, Prinkipaxilis (Fürstentochter) # Jetsun Pema Wangchuck atto Bhutan, ihre Geleiterin, # Berenike – junge kikonische Freiheitskämpferin
„Woran denkst Du?“
Arsinoe, also eigentlich Myzen Elektryon Arsinoe Xanthia Solange atto Myzen, die Prinkipaxilis, also Fürstentochter, sah auf. Jetsun, also Jetsun Pema Wangchuck atto Bhutan, ihre Geleiterin, war wieder zurückgekommen vom Gespräch mit ihrer… ihrem Führungsoffizier. Kurz lächelte sie auf bei dem Gedanken an einen männlichen FO, doch dann bewölkte sich wieder ihr Gemüt. „Ich dachte an Lochagis Cyra Nephele atto Akragas.“
„Cyra. Ja.“ Jetsun trat gar nicht erst zu ihrer eigenen Lagerstatt sondern setzte sich einfach neben die Kikonin auf deren Bett. Das war, ebenso wie das ganze Zelt und die Inneneinrichtung nicht etwa ein rustikales Teil Marke Eigenbau sondern hochmoderne Technologie. Die Zeltwand bestand aus einer Art Nanogewebe, Wetter- und feuerfest aber Luftdurchlässig. Und das Bett war eine Feldliege, die einen Vergleich zu Sternenflottenstandards nicht zu scheuen brauchte. Daher knirschte es auch nicht, als sie sich neben Arsinoe setzte. „Ich habe eben mit dem Captain über sie gesprochen.“
„Und? Wird er sich wenigstens um ihr Opfer Willen von diesen Verbrechern hier distanzieren?“ Arsinoes Stimme war anzumerken, dass sie sehr betroffen war. Jetsun biss die Lippen aufeinander. „Er… will kein Urteil fällen ohne exakte Beweise zu haben. Auch wenn es so aussieht, als ob diese Leute hier ihre Hand im Spiel haben, können wir es nicht wirklich wissen.“
Arsinoes Kopf fuhr zu Jetsun herum und sie sah der Terranerin in die Augen. „Und… was denkst Du?“
Jetsun nickte leicht. „Ich glaube Dir. Ich glaube nämlich auch, dass Du keine vorschnellen Urteile fällst. Das ändert nichts daran, dass wir um Cyra trauern. Und dass wir wissen, dass diese Leute hier gegen geltendes Recht verstoßen. Aber ich frage mich eines…“ Sie schwieg.
Arsinoe seufzte tief. Dann nickte sie ihrerseits. „Ja?“
Jetsun überlegte kurz. Das war nicht einfach jetzt. Sie musste ihre Worte mit Bedacht wählen. „Bei uns auf der Erde gab es immer wieder mal Terroranschläge. Der verschiedensten Arten. Meist waren das politisch oder religiös motivierte Taten. Manchmal aber auch einfach nur die Taten äußerst frustrierter Einzeltäter, die keinen anderen Hintergrund hatten als ihre eigene Aussichtslosigkeit oder Verzweiflung. Das ändert natürlich nichts daran, dass es im höchsten Maße verwerflich ist, deshalb anderen Leuten Schaden zuzufügen. In meinen Augen rechtfertigt nichts, aber auch gar nichts Gewalt, es sei denn um Gewalttaten zu verhindern. Aber dennoch ist es immer bedeutsam, die Ursache solcher Anschläge zu erkennen. Es gab beispielsweise mehr als einmal sogenannte Amokläufe. Da hatte dann ein oder mehrere Täter wahllos und völlig willkürlich auf andere Personen geschossen. Ein furchtbares Verbrechen. So etwas darf einfach nicht passieren und es muss alles getan werden, damit so etwas nicht wieder geschieht. Doch die politische Führung damals hatte das einfach nicht begriffen. Da wurden Beileidbekundigungen und wilde Verurteilungen vorgelesen, einfach nur Wort für Wort vom Blatt. Keine Emotionen. Kein Mitgefühl. Aber vor allem überhaupt kein Verstehen der Situation. Denn tatsächlich hatte die politische Führung diese fatale Situation selbst hervorgerufen, indem sie für die Verhältnisse im Land verantwortlich waren, die diese Täter erst zu ihren Taten veranlassten. Es benötigte tatsächlich einen politischen Wechsel im Land, der eine neue Regierung ins Amt brachte, welche dann auf die Bedürfnisse der Bevölkerung einging. Dann erst wurde die Lage wieder besser.“
Arsinoe sah Jetsun an. „Das war in Deinem Land passiert?“
„Nein. In einem Anderen.“
„In Deinem Land hat doch Deine Familie regiert. Dort gab es also keine solchen Anschläge?“
„Nein. Der König hat immer gern direkt mit der Bevölkerung gesprochen. Er wanderte tatsächlich zu Fuß durchs Land und redete mit den einfachen Leuten in deren Häusern. Er trank Tee mit ihnen und hörte sich deren Sorgen an.“ Jetsun lächelte bei der Erinnerung, auch wenn sie diese nur aus Geschichtsbüchern hatte. „Der König war bei der Bevölkerung so beliebt, dass als er freie Wahlen einführte, die seine eigene Macht beschnitten, die Leute ihn baten ihnen doch zu sagen, was sie denn bitte wählen sollten.“
Auch Arsinoe lächelte. „Ich vermute, dass das Land nicht wirklich sehr groß war, nicht wahr?“
„Nein!“ Jetsun schüttelte den Kopf. „Es hatte gerade einmal siebenhundertfünfzigtausend Einwohner. Bei 40.000 Quadratkilometern Fläche.“
„Oh. So klein hatte ich mir das Land dann noch nicht vorgestellt.“ Arsinoe lächelte nun breit. Doch dann schürzte sie ihre Lippen. „Ich vermute, Du hast mir von diesen Anschlägen erzählt, um eine Analogie zu den Verhältnissen hier herzustellen. Du implizierst damit, dass auch unsere Regierung, oder gar unsere Gesellschaftsform für die Unzufriedenheit mitverantwortlich ist.“
„Nein!“ Jetsun schüttelte ihren Kopf. „Dazu kenne ich weder eure Gesellschaftsform noch die Situation in der Bevölkerung hier. Ich wollte nur darstellen, dass es so etwas bei uns eben auch gegeben hatte. Und welches die Ursachen da waren. Das muss auf die Situation hier gar nicht zutreffen. Das ist sogar wahrscheinlich. Denn das Land damals war eine parlamentarische Demokratie. Also sehr anders als hier. Was ich aber sagen wollte war, dass es gut wäre, die Ursache der Probleme zu suchen. Also zu forschen, was die Leute bewegte, so zu handeln. Und es nicht einfach nur als Wahnsinnstat abzutun, auch wenn es eine solche war. Das hat man bei uns damals einfach ignoriert. Und das war grundfalsch.“
Arsinoe atmete tief durch. „Cyra… Die Verbrecher werden dadurch aber nicht schuldlos.“
„Nein.“ Jetsun schüttelte den Kopf. „Werden sie nicht. Keinesfalls. Über sie muss ein Gericht entscheiden. Möglichst unter Berücksichtigung aller Fakten und Umstände.“
Arsinoe nickte. „Ja. Unter Berücksichtigung aller Fakten und Umstände. Hier muss Gerechtigkeit walten. Sonst wird so etwas nie ein Ende haben.“ Sie seufzte tief. „Jetsun, ich bin furchtbar traurig. Cyra… unsere Queste… das alles hätte ein schönes Fest werden sollen. Etwas Wundervolles. Und jetzt endet es so. Mit Blutvergießen. Die heilige Insel in Flammen. All die Tiere, die qualvoll sterben. Das tut so weh!“
Jetsun legte ihren Arm um Arsinies Schulter und zog die Kikonin an sich heran, so dass deren Kopf an ihrer Halsbeuge lag. Sie fühlte die warme Feuchtigkeit von Arsinoes Tränen auf ihrer Haut. Sie schloss die Augen und wiegte die junge Frau ein wenig hin und her. Sie konnten wenigstens einander etwas Kraft geben.
Dabei vergaßen beide Frauen völlig, dass sie gar nicht alleine im Zelt waren!
Berenike, die andere Kikonin, die junge Rebellin, musste schwer schlucken und das versuchte, so leise wie möglich zu tun. Sie fühlte sich irgendwie wie ein Eindringling und wäre am liebsten jetzt aus dem Zelt heraus geschlichen um die beiden Frauen alleine zu lassen, doch ihre Befehle ließen das nicht zu. Also verhielt sie sich einfach so leise wie möglich. Dennoch gingen ihr viele, viele Gedanken im Kopf herum.
# Ort: Verstecktes Rebellenlager, Kommandohütte # Zeit: MD 9.09:50
Die fünf Anführer der lokalen Rebellengruppe treffen sich. Es kommt zu einer verbalen Auseinandersetzung in deren Verlauf Isidora ihre Handlungsweise erklärt. Dabei werden nicht alle Meinungsverschiedenheiten geklärt. Dennoch einigen sie sich auf ein gemeinsames weiteres Vorgehen gegenüber der Sternenflotte.
# Ort: Verstecktes Rebellenlager, Unterkunft von Arsinoe, Jetsun und Berenike # Zeit: MD 9.10:00
Entgegen ihrer Aussage gegenüber Captain Ruthven beginnt Jetsun ein Gespräch mit Arsinoe um diese gegenüber der Situation der Rebellen zu sensibilisieren. Dies gelingt aber nur teilweise, wenn überhaupt. Arsinoe ist viel zu sensibler Stimmung und die beiden jungen Frauen müssen einander erst einmal gegenseitig Kraft geben.
Submitted by Isabelle Ens. Jetsun Pema, (i)CM USS Hephaistos
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