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USS Hephaistos

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[USS-Hephaistos] [Srday] A Long Sleep I – Revelations

Posted on 27. Februar 202027. Februar 2020 By Effi
<NRPG>
Hallo liebe Spieler,

dieses RPG und jene, die aus der Reihe "A Long Sleep", die noch folgen werden, – ja, mehrere – sind sicherlich etwas ungewöhnlich.  Daher lasst mich kurz erklären, wie es zu diesen kommt:
   
Als ich vor Jahren bei der SFG anfing, belebte ich mit meinem zweiten Charakter eine Spezies wieder, die bis dato in den Archiven der SFG geschlummert hatte – die Srday. Spielte ich diesen Charakter zunächst nur einzeln auf der USS Vampire, entwickelte sich im Laufe der Jahre ein Metaplot über mehrere Einheiten hinweg, an dem nicht nur viele verschiedene Spieler mit ihren Charakteren teil nahmen, sondern der auch Eingang in die damalige SFG-Zeitlinie fand.
Zu den besten Zeiten waren wir gut zwei Dutzend Spieler, die an diesem Plot aktiv mitschrieben, darunter auch mehrere mit Srday Charakteren.
Wie das Leben aber so spielt, musste ich die SFG irgendwann verlassen… und irgendwann später schlief auch der Plot ein.

Als ich nun vor einigen Monaten zurück kam, entdeckte ich, dass die Spezies der Srday noch in die "überarbeitete" SFG übernommen worden war, wenngleich auch unbespielt. Doch viele andere Elemente, die den Plot damals so spannend gemacht hatten, sind verschwunden – und mit ihnen die SFG-Zeitlinie, die ja irgendwann zu Gunsten der SFO-Zeitlinie aufgegeben wurde.
Sollte ich also mit einem uralten Charakter an eine über Jahre bespielte und dann eingeschlafene Plotlinie anknüpfen? Sollte ich einfach weiter machen? Ich kam zu dem Schluss, dass das keine gute Idee wäre. Bis auf einige wenige Ausnahmen wurde keiner der alten Charaktere mehr bespielt, die meisten Spieler hatten die SFG auch verlassen oder sind nur noch passiv dabei.

Die Meisten, aber nicht alle.

Und so habe ich hinter den Kulissen noch einmal Absprachen getroffen und mich fleißig mit aktiven, inaktiven und wieder aktiven Spielern besprochen, um dem, was vor so vielen Jahren begonnen wurde, nun zu einem – hoffentlich – würdigen Abschluss zu verhelfen.
Das Ergebnis dieser Bemühungen habt ihr nun vor euch. Wir – die Schreibenden – haben uns bemüht, viele Erklärungen einzufügen und Referenzen aufzulösen, aber vermutlich ist nicht für alle alles verständlich. Wir hoffen dennoch, dass das Lesen dieser RPGs euch Spaß macht.

An alle (ehemaligen) Srday-Spieler dort draußen,
an all jene, die damals wie heute etwas zu dieser phantastischen Geschichte beigetragen haben
und an alle, die sich erinnern: Vielen Dank für den wilden Ritt.
Nun wird es Zeit, ein altes Kapitel zu schließen.

Liebe Grüße
Effi

mit Dank an Mac, ela, auri und Liz für ihre Ideen und Beiträge.

</NRPG>

<Konvention>
Wörtliche Rede wird mit "…" und Gedanken werden mit // … // gekennzeichnet, wie gehabt.

Wörtliche Rede in Gedanken schreibe ich mit //". … "//. Wieso wörtliche Rede in Gedanken? Weil Träger eines Srday mit ihrem Geistbruder beziehungsweise ihrer Geistschwester in Gedanken reden können.
Srday verwenden übrigens >>" … "<< für gedankliche Rede und >> … << für reine Gedanken.

</Konvention>

<RPG>

Viele Wesen stellen sich eine angenehme Welt hell und geordnet vor.
Chaos ist für viele etwas böses, wie auch die Furcht vor der Dunkelheit in vielen tief verwurzelt ist.
Doch vergessen wir nur zu leicht, wie wichtig die Entropie ist:
Nicht nur als physikalische Größe oder zur Stabilisierung chemischer Systeme, auch zur Weitergabe von Informationen und vielem mehr.
Entropie gibt vielem erst Bedeutung.
Und so ist sie eine der wahren Bausteine der Schöpfung.

# Ort: USB Ganymed, Sol-System
# Zeit: 30.12.2415, 05:43 Uhr

<NRPG>Und gleich noch eine Hommage – damals, als die USB Ganymed noch bespielt wurde, war Flt. Cpt. Tonmo Goodman ebenfalls ein Charakter von mir</NRPG>

["Flugleitstelle an Captain Goodman, Lieutenant Bradley spricht."]

Fleet Captain Tonmo Goodman seufzte und stellte die Kaffeetasse auf dem Glastisch seines Quartiers ab. Vermutlich sollte er in diesen Tagen nicht darauf offen, morgens noch in Ruhe frühstücken zu können. Er betätigte den Kommunikator an seiner noch offenen Uniformjacke.
"Goodman für Flugleitstelle. Was gibt es denn, Lieutenant?"

["Wir haben soeben eine Subraum-Nachricht erhalten, dass die 'Corenne' im Sol-System ankündigt. Die übermittelten Daten sind identisch mit dem diplomatischen Kreuzer der Srday. Daher informiere ich sie."] erklärte der Lieutenant – denn immerhin galt das Protokoll, dass der kommandiere Offizier sofort zu informieren war, wenn sich diplomatischer Besuch ankündigte.

"Das ist das Schiff des Botschafters Simarian" runzelte Tonmo die Stirn.

["Sir – ist Botschaftern Simarian nicht hier?"] fragte der Lieutenant – was den CO daran erinnerte, dass Bradley erst seit Kurzem auf Ganymed war.

"Sie sprechen von Botschafterin Shanya Duunar Simarian. An Bord dürfte sich Botschafter Dosho Jumaaj Simarian befinden, ihr Bruder. Zweieiige Zwillinge, um genau zu sein."

["Ich verstehe, Sir. Soll ich dann die üblichen Protokolle veranlassen?"]

"Ja, Lieutenant. Und beeilen Sie sich besser. Wenn die Corenne sich gemeldet hat, ist sie gleich hier." Während er das sagte, erhob sich der Fleet Captain bereits um zum Schrank zu gehen und die Uniform zu wechseln.

["Sir? Die Sensoren haben noch keinen Anflug gemeldet. Die Corenne ist also noch mindestens… WAS?"]

Tonmo musste kein Hellseher sein um zu wissen, dass die Corenne just in diesem Moment in das System gesprungen war.

***

# Ort: USB Ganymed, Sol-System – Habitatring, Sektion der Botschafter, Wohnquartier von Botschafterin Simarian.
# Zeit: 30.12.2415, 06:32 Uhr

"Also haben Sie sich entschieden" Das war keine Frage, die dort aus Shanyas Mund kam. Sie trug noch einen creme-weißen, seidigen, halb durchsichtigen Morgenmantel, der viel von ihren langen Beinen frei ließ, während sie ihrem Bruder einen heißen Tee servierte. Dieser war eher konservativ gekleidet, in eine Art schwarze, traditionelle Uniform mit silbernen Knöpfen, die seine Würde als Botschafter unterstreichen sollte. Er hatte sich mittlerweile an das privat eher freizügige Auftreten seiner Schwester gewöhnt – was nicht hieß, dass er es guthieß. In den letzten Jahren _hatte_ sie sich verändert. Aber er wohl auch.

"Ich bin hier, um die Föderation über diese Entscheidung in Kenntnis zu setzen und die Formalien zu erledigen."

"Dann ist es wohl gut, dass wir nie formal Mitglied der Föderation wurden, sondern nur Verbündete" sagte Shaya und setze sich mit einem Knie zuerst auf eine der Couches, zog das andere Bein nach und räkelte sich dann förmlich, so dass man es knacken hörte. Die zierliche Blondine mit den grünen Augen drehte leicht den Kopf, als wolle sie eine Verspannung im Nacken lösen.

"Ich hoffe, dass wir morgen Abend zurück fliegen können. Haben Edwin und Shakrat alles vorbereiten können?" wollte ihr hochgewachsener, dunkelhaariger Bruder wissen. Wo seine Schwester mehr wie die unbefleckte, lockende Unschuld wirkte, besaß der Botschafter ein dunkles, anziehendes Charisma, dass sich gut mit einer Aura des Geheimnisvollen vertrug.
Edwin Shakrat Balwer war offiziell der Adjutant von Shaya, aber inoffiziell der Geheimdienstkoordinator der Srday – während der offizielle Geheimdienstkoordinator, Sevrim Ensaraan Khaled, in Wahrheit für Balwer arbeitete. Shakrat war einer von nur drei bekannten Traumwebern – Srday, die sich nicht nur im Tel'aran'rhiod – der 'Traumwelt' und urtümlichen Heimat der Srday – bewegen, sondern sie auch frei verändern konnten. Und nur einer von zwei ausgebildeten ebensolchen. Shakrats ehemaliger Mentor war gleichzeitig der mächstigste lebende Traumweber wie auch der 'Verräter' Averon, welcher die Srday zurück in die Finsternis hatte führen wollen. Zurück deswegen, da die Srday früher ein Volk der 'Finsternis' – der Entropie, des Verfalls und des Wandels – gewesen waren, welche sich irgendwann dazu entschieden hatte, zu 'Schatten' zu werden, um sich zwischen Licht – Wachstum, Ordnung, Stabilität und Stillstand – zu stellen und dem ewigen Kampf dieser Mächte und ihrer Völker Einhalt zu gebieten. Averons Ansinnen hatte zu einer Art 'kalten Bürgerkrieg' geführt, der aber letztendlich gelöst worden war – auf eine Art und Weise, mit der vorher niemand gerechnet hatte.

"Du kennst die beiden doch. Sehr gewissenhaft. Mir wurde versichert, es wäre alles bereit" lächelte Shaya. "Allerdings… Dunaar und ich werden nicht mitkommen." Ihre Mimik hatte etwas von der üblichen Leichtigkeit verloren, war ernst und auch irgendwie traurig geworden. Doch konnten Dosho und Jumaaj auch Entschlossenheit wahrnehmen.

"Was? Aber… Du willst hier bleiben?" war Dosho verblüfft. Und auch seine Geistschwester war überrascht. //"Wie meinen sie das?"//
Genauso wie Dosho und Shaya Zwillinge waren, waren Jumaaj und Dunaar Geschwister – etwas sehr Seltenes bei den Srday. Jumaaj ergänzte Dosho, genau wie ihr Bruder seine Schwester komplettierte. Zu viert waren sie die perfekte Balance.

***

# Ort: Erde, Büro der Präsidentin der Föderation
# Zeit: 30.12.2415, 12:08 Uhr

<NRPG> Zur Präsidentin der Föderation siehe https://www.sf-germany.com/wiki/index.php?title=Portal:Pr%C3%A4sidentschaftswahl </NRPG>

"Danke, dass Sie so kurzfristig Zeit für mich haben, Frau Präsidentin" Dosho trug seine offizielle, dunkelgraue Botschafter-Uniform, die ihn – so hatten schon viele gesagt – schneidig wirken ließ. Zwei 'Geflügelte' – Srday Elitegardisten – hatten ihn auf die Erde begleitet, warteten aber draußen, kritisch beäugt durch die Sternenflottensicherheit.

"Die Bitte um einen so kurzfristigen Termin ist mindestens…ungewöhnlich" entgegnete Chiyo Yokinobu kühl und erweckte den Anschein, dass der Charme des Botschafters wirkungslos von ihr abprallte.
"Allerdings haben meine Berater mir geraten, Sie zu empfangen. Bisher wollten die Srday ja auch nur zweimal einen Termin, soweit mir berichtet wurde – den ersten, um ein Bündnis vorzuschlagen und den zweiten während der Konflikte mit den Sept'arin und den Mani'Pas. Was ist es dieses Mal?" Sie deutete auf den Stuhl vor ihrem Tisch. Eine Geste, die der Botschafter geflissentlich übersah.

"Ja, das dritte Mal" sinnierte Dosho. "Das erste Gespräch führte meine Schwester. Das zweite führten sie und ich gemeinsam. Und nun bin ich es, der alleine hier steht…"

Die Asiatin hinter dem Schreibtisch runzelte die Stirn. Sie hatte weder Zeit noch Lust für Sentimentalitäten noch für philosophische Debatten. Zumal der Botschafter so aussah, als wäre er noch ein Knabe gewesen, als der Vertrag mit den Srday geschlossen worden war.
"Kommen Sie bitte auf den Punkt, Botschafter Simarian."

Der Blick des Angesprochenen wurde kälter und härter.
"Wir kamen einst, um der Föderation die Hand zu reichen. Wir kamen einst, als sie der Galaxie Frieden brachte und davon bedroht war, zwischen zwei uralten Mächten zu zerschellen. Sie war das Mädchen, auf den wir unsere Hoffnungen setzten und der Knabe, den wir schützen wollten. Nun ist die Zeit gekommen, dass wir uns erneut zurück ziehen und uns um unseren eigenen Frieden kümmern. Um unsere Kinder.."
Er lächelte schief und öffnete die Diplomatenmappen, die er bei sich trug. Aus dieser holte er einige Dokumente und legte sich Yokunobu auf den Tisch. "Mit Wirkung um 01.01.2416, 0:00 Uhr, werden die Srday alle Bündnis- und Unterstützungsverträge mit der Föderation. ruhen lassen. Einzige Ausnahme sind die Handelsverträge, die mit der Bevölkerung von Lundraja IV, ohne direkte oder indirekte Begünstigung des Rats der Srday, geschlossen wurden. Gleichsam gehen wir davon aus, dass sämtliche noch in der Sternenflotte verbliebene Geistgeschwister eines Srday ihren Dienst quittieren werden oder dies schon haben."

Die Präsidentin sah die Dokumente gar nicht an, sondern blickte dem Botschafters ins Gesicht. Ihre Züge waren in diesem Moment wie ein Eisberg: hart, kalt und scharfkantig.
"Wir haben aktuell Krieg mit den Klingonen – und nun ziehen sie sich zurück? Ist das ihr Verständnis von 'Bündnis'? Jetzt, wo sie an unserer Seite kämpfen sollten? Was ist denn mit der hochentwickelten Technologie der Srday, von der ich immer hörte? Alles nur leere Gerede?"

"Wir haben gekämpft, Frau Präsidentin. Wir haben viele Schlachten geschlagen und den Preis bezahlt. Nicht nur für die Föderation, sondern für alle bekannten Völker in diesen Quadranten" Er schüttelte den Kopf. "Ihr aktueller Konflikt mit den Klingonen ist wie der Streit zweier Kinder, die zusammen aufwuchsen und einander doch fremd sind."

"Welche hochnäsige Ansicht. Was ist, wenn ihr Volk das nächste ist? Wenn es von den Klingonen angegriffen wird? Vielleicht treten wir einfach beiseite?"

"Mein Volk wird nicht in Gefahr sein. Wir werden uns zurückziehen und eine Phase des langen Schlafes begehen. Die Srday werden für eine ganze Weile verschwunden sein – vielleicht sogar so lange, bis die Erinnerung an uns nur noch Legenden sind."

"Sie wollen sich schlafen legen? Das heißt nur, dass ihr Planet schuztlos ist. Und da kündigen sie uns die Verträge? Wäre es nicht klüger, uns mit Technologie zu versorgen, um sie zu schützen?" hakte die Präsidentin mit blitzenden Augen nach.

"Die Föderation ist noch nicht bereit für das, was wir haben" entgegnete Dosho kühl. "Und schutzlos sind wir nicht. Ein jeder, der uns stört, der uns anzugreifen wagt, wird die Konsequenzen tragen."

"Drohen Sie uns etwa?"

"Nein. Ich warne lediglich davor, dass jeder, der versucht, unsere scheinbare Abwesenheit im Lundraja System auszunutzen, feststellen wird, dass wir die alten Tempel stets und immer beschützen werden. Das Lundraja-System ist ein Ort des Friedens und kein Ort für kriegerische Handlungen. Das sollten Sie in den Sternenkarten vermerken."
Er holte ein weiteres Dokument hervor.
"Im Übrigen wird Lundraja IV auch kein guter Ort für Telepathen und Empathen mehr sein. Wir haben allen entsprechenden Personen auf dem Planeten bereits empfohlen, diesen bis heute um Mitternacht zu verlassen. Ich möchte Sie bitte, ebenfalls eine entsprechende Quarantänezone in ihren Datenbanken zu vermerken."

Die Asiatin wirkte nun ärgerlich und rang sichtlich mit der Fassung.
"Sonst noch etwas, Botschafter?"

"Ich danke Ihnen für Ihre Zeit, Frau Präsidentin. Leben Sie wohl – wir werden uns vermutlich nicht wieder sehen. Mögen Sie Ihren Pfad stets zwischen Licht und Finsternis finden."
Damit senkte er respektvoll den Kopf – und ging. Was getan werden musste, war getan worden.

***

# Ort: USB Ganymed, Sol-System – Habitatring, Sektion der Botschafter, Wohnquartier von Botschafterin Simarian.
# Zeit: 30.12.2415, 21:06 Uhr

"Ich kann es noch immer nicht fassen!" Dosho saß auf der Couch und schüttelte den Kopf.
"Warum?" fragte er seine Schwester – und den Geistbruder seiner Geistschwester gleich mit.

"Weil es der richtige Weg ist. Du bist die Finsternis im Rat – und ich das Licht in der Dunkelheit. Oder vielleicht bin ich auch schwärzer als die tiefste Nacht und du die Kerze, die den Weg erhellt. Irgendwie ist beides richtig."

"Wir können uns nicht trennen, wir…"

"Wir gehören zusammen? Weil wir zweimal Zwillinge sind?" Shanya lachte.
"Vermutlich sagt dir Jumaaj gerade, wie lächerlich das ist."
Die schlanke Frau trat an ihren Bruder heran und fuhr ihm durch das Haar.
"Gerade weil wir Zwillinge sind, müssen wir uns trennen. Wir sind zwei Seiten der selben Medaillie, genau wie unser Volk am Ende eins ist, auch wenn wir uns an zwei verschiedenen Orte befinden werden" sagte sie Sanft.
"Die Träumer werden die Verbindung zu unserer Wiege wieder herstellen und dafür sorgen, dass wir erneut wachsen können. Es müssen zweimal zwölf sein – und sie waren nur zweimal elf. Wir werden uns immer wieder finden, kleiner Bruder – und so wird sich auch unser Volk wiederfinden…"

Das Piepsen des Interkomms unterbrach das Gespräch.
["Ganymed Flugleitkontrolle an Botschafterin Simarian."]

"Die Botschafterin und der Botschafter hören. Was gibt es, Flugleitkontrolle?

["Ma'am… noch ein Kreuzer der Srday"] Die Stimme der Frau wirkte unsicher.
["Die 'Schwert der Finsternis' meldet dass sie gleich hier sein wird und bat uns, Sie zu benachrichtigen."]

"Danke, Flugleitkontrolle. Der Kreuzer wird erwartet. Bitte weisen Sie ihm Zielkoordinaten zu."

["Ja, natürlich, Ma'am. Ich werde mich.."]

Die Meldung brach ab und wurde durch eine andere überlagert.
["Hier spricht Colin Averon."]

"Ihr seid früh" bemerkte Shanya spitz, drückte Dosho – der auffahren wollte – wieder in den Sessel.

["Wir wollten euch ausreichend Zeit geben, Shanya, Duunar."] wandte sich die tiefe Stimme an die Botschafterin und ihren Geistbruder.
["Wir werden um Mitternacht aufbrechen. Vorher haben wir auch noch etwas zu erledigen."]

"Ich verstehe. Ich werde bereit sein."
["Wir wissen."] Damit brach die Verbindung ab.

Die Botschafterin löste sich von ihrem Bruder. "Dann heißt es jetzt wohl Abschied nehmen, Geschwister…"

***

# Ort: Quartier Careen, Schottland, Erde
# Zeit: 30.12. 2415, 21:30
   
 <NRPG>Und hier das inoffizielle Thema der betroffenen Charaktere: Helen Jane Long – "The Aviators"  https://www.youtube.com/watch?v=Oug2c6gTvX4 </NRPG>   

   
Elli schrak zusammen, als es mit einem Mal stockfinster in ihrem Quartier wurde. Nun, mit einem Mal stimmte nicht ganz – den für einen kurzen Moment flackerte das Licht, ehe die Lampen zwar weiter leuchteten, aber nichts mehr beleuchteten. Unwillkürlich sprangen ihre Augen auf rot, als die Implantate die Infrarotsicht aktivierten. Sie konnte förmlich ihren Herzschlag in ihren eigenen Ohren hören, während ihr Atem stockte. Ihre blasse Haut wurde kühl, die Hand zitterte leicht. Langsam tastete sie nach dem Typ I Phaser, den sie noch irgendwo hatte.

"Elisa?" Die tiefe, männliche Stimme ließ die Texanerin inne halten. Sie kannte diese Stimme, doch schien sie ihr wie aus einem anderen Leben.
Wieder flackerte das Licht – dann zog sich die Dunkelheit zusammen, konzentrierte sich auf einen einzigen Punkt im Raum. Dieser Punkt war der Knauf eines Schwertes an der Seite eines schwarz gekleideten Mannes, der in der Mitte des Raumes stand und sich augenscheinlich sehr konzentrierte.
Elisas Augen verdunkelten sich im gleichen Maße, wie sich der Raum erhellte. Ihr Blick glitt prüfend über die kantigen Gesichtszüge, über das kurze schwarze Haar mit der weißen Stirnsträhne, die athletische Gestalt in der schwarzen, unbekannten Uniform ohne Abzeichen. Es schien, als habe sich der Mann in all den Jahren nicht verändert – und doch war es irgendwie ein ganz anderer, der vor ihr stand.
"Colin…" entkam nun sein Name mit deutlicher Verspätung ihren Lippen. Sie sprach nicht laut, das Wort glich mehr einem Hauch.

Der Mann mit den dunklen, ja schwarzen, Augen blickte in die grünen der Sternenflottenoffizierin.
"Ja…." bestätigte er. Die Spannung im Raum war fast greifbar.

Elisa atmete durch und trat auf Colin zu, der sich nicht rührte. Dann…
Das Klatschen der Ohrfeige hallte laut durch den Raum.

"Jetzt kommst du zurück?!? Nach all den Jahren?"  fragte Elisa bebend. Sie hatte die Hände in die Hüften gestemmt und funkelte den ehemaligen Sicherheitsoffizier an. In diesem Augenblick wirkte sie irgendwie größer und furchteinflössender als sonst. "Nachdem du einfach so gegangen bist?! Ohne ein Wort!"

>>"Ich habe es dir doch gesagt…"<<
Colin rieb sich die linke Wange. "Das habe ich wohl verdient…" murmelte er.
"Ich wollte dich sehen… wenigstens diesmal wollte ich mich verabschieden" sagte er dann, leise.

Vielleicht waren es die Worte oder der Tonfall – irgend etwas ließ Elisa inne halten.
"Du bist her gekommen, um… dich zu verabschieden?" Das ergab im ersten Augenblick keinen Sinn. Und auch beim zweiten Nachdenken war es schwer zu verstehen. Der dritte Gedanke führte hingegen zu einer Schlussfolgerung, die sie nicht denken wollte.

"Ja. Und um mich zu entschuldigen" gestand er. "Ich hätte mir damals gewünscht, bleiben zu können. Aber das war nicht möglich."

"Ausreden!" antwortete Eli, mit zittrigerer Stimme, als sie es wollte. "Es wäre sicher möglich gewesen, wenn du es nur versucht hättest"

"Nein" sagte Colin, schlicht. "Ich bin jede Möglichkeit durchgegangen, hunderte Male. Am Ende stand nur der Tod. Dein Tod. Manchmal durch Srday, im Traum. Andere Male durch die Mani'Pas, die Sept'arin oder Agenten… anderer. In manchen Varianten durch Averon – oder durch mich selbst." Er atmete tief durch. "Nur, indem ich verschwand… indem ich ging, ohne mich auch nur einmal umzudrehen… indem ich tat, als würdest du mir nichts bedeuten und alle Brücken abbrach, konnte ich hoffen, dein Leben zu schützen."

"Und doch bist du jetzt zurück…" sagte Eli leise, lies die Arme herab fallen.
"Nach all den Jahren, in denen ich Zeit hatte zu vergessen… gerade jetzt… warum?" Sie schüttelte den Kopf. "Bringst du mich nun nicht in Gefahr?"

"Es ist vorbei" Colin legte die Hände aufeinander. "Der Krieg. Die Rebellion. Die Flucht. Wir haben gewonnen. Und verloren. Am Ende war der Weg das Ziel. Doch… eines gibt es noch zu tun. Und dafür muss ich gehen…"

"… wohin?"
Es gab so viele Frage. Tausende Fragen. Fragen zu Möglichkeiten. Dazu, ob es nicht doch andere Möglichkeiten gegeben hätte. Dazu, wo er gewesen war und was er getan hatte. Wie er das meinte, wenn er sagte, der Krieg sei vorbei. Ja selbst, ob er jemanden gefunden hatte, der an seiner Seite war. Doch tatsächlich war es wohl diese eine Frage, die wirklich Bedeutung hatte. Die Frage, an der sich die Zukunft entschied. Dieser kleine Schalter im großen Schaltkreis des Lebens, des Universums – und des ganzen Rests.

"Jenseits des Traums. Zum Ursprung und zum Ende…" Colin rang selbst mit den Worten. Es klang alles so sehr nach dramatischer Plattitüde – doch, wie sollte er es erklären? Er holte Luft und versuchte aus neu.
"Der Krieg wurde beendet, weil das Gleichgewicht wieder hergestellt wurde. Aber die Srday werden aussterben, wenn ihre Verbindung zu ihrer Herkunft nicht wieder gestärkt wird. Viele nennen das 'Finsternis', aber in Wahrheit ist es der Ort größtmöglichster Unordnung. Dort wo entropische Kräfte jede Ordnung einreißen und nur der bloße Gedanke bleibt. Das was war, bevor alles wahr – der Traum von Möglichkeiten, der Traum vom Universum, von der Schöpfung." Er lächelte schief. "Ich gehe also dorthin, wo noch nie zuvor ein Mensch gewesen ist… und wo vermutlich auch so schnell niemand mehr hinkommt."

"Du… und Averon? Ihr geht alleine?" wollte sie wissen, versuchte diese Offenbarung noch zu verarbeiten.

"Nein. Wir sind Zwölf. Oder zweimal Zwölf, um genauer zu sein. "

"Und was werdet ihr dort tun? Götter spielen?"

Der schwarzhaarige Mann mit der weißen Strähne schnaubte belustigt. "Nein, Elisa – Gottkomplexe hege ich nicht. Und Averon ist so gesehen schon einer." Er knetete etwas nervös die eigenen Finger. Ein seltsames Detail, wie Elli fand – sie hatte Colin als Mann kennen gelernt, der nicht gezögert hatte, dass All nach ihr zu durchkämmen. Der sich Tod und Zerstörung stellte, der nicht aufgab und sogar von den Fast-Toten zurück gekehrt war. Und nun stand er hier, vor ihr, und hatte etwas von einem Schuljungen an sich.
"Wir werden… schlafen? Ja, so könnte man wohl sagen: Schlafen in der Finsternis. Wir werden der Akkumulator und das Tor sein, damit die Srday erneut wachsen können. Ende und Neubeginn."

"Schlafen? Das klingt, als würdet ihr auch irgendwann wieder aufwachen?"

"Ja, vielleicht. Vermutlich. Irgendwann. Wenn der neue Zyklus da ist, vielleicht."

"Aber.. hast du mir nicht damals erklärt, dass so ein Zyklus 997,347 Standardjahre dauert, plus / minus ein paar Minuten? "

Er nickte nur. "_Deswegen_ wollte ich mich wenigstens diesmal von dir verabschieden."

"Du fragst mich gar nicht, ob ich mit will?" fragte Elli nun spitz, blickte ihn ernst an.

"Nein. Warum sollte ich?" sagte er, mit ebenso ernstem Blick. "Du bist verheiratet, hast dir – wie es aussieht – ein gutes Leben aufgebaut. Ich wünsche dir, dass du ein langes, glückliches, erfülltes Leben hast und in hohem Alter zufrieden einschläfst" Tatsächlich kam dieser Wunsch von Herzen.

Und gerade diese Aufrichtigkeit war es, die in Elisa selten gekannten Zorn weckte. Außerdem musste sie so nicht darüber nachdenken, wie weh ihr diese Unterstellung tat. Ja, sie war verheiratet, aber es war doch anders als er dachte! Doch diesen Gedanken schob sie fürs Erste beiseite. "Und du schulterst mal wieder die Last des gesamten Universums?" Sie wurde lauter, als sie beabsichtigt hatte. "Bist der einsame Ritter, der sich alleine dem Drachen stellt, damit wir alle beschützt werden – ohne zu fragen, ob wir das überhaupt wollen? Denkst du auch mal an dich? Und daran, dass du jemandem fehlen könntest, verdammt? " Sie trat dicht an ihn heran.
"War da nicht diese Lieutenant? Sofia Yori? Sie hast du gehen lassen, weil du nicht gut wärst, oder? Und was war mit dieser Commander K'lao? Bist du nicht da auch weggelaufen, bevor etwas hätte werden können? Wie auch vor mir…" Ihr ganzer Körper bebte. "Und nun reicht es dir nicht mehr vor einzelnen Personen davon zu laufen – nun läufst du vor dem Universum davon!?!"

"Ich rette ein Volk. Und nebenbei hat das dafür gesorgt, dass die Mani'Pas und die Sept'arin nicht mal eben den gesamten Alpha-Quadranten in ihrem alten Krieg verbrannt haben" entgegnete Colin. "Ich finde, dafür kann man schon mal zurück stecken" Er klang trockener als er wollte. "Aber ich bin auch nicht gekommen um darüber mit dir zu diskutieren. Ich wollte dich eigentlich nur sehen und dir etwas geben – aber vermutlich war das eine blöde Idee"
So, wie sie den Abstand verringert hatte, vergrößerte er ihn mit einem Schritt nach hinten wieder.

"Nein, ich… " Elisa atmete durch. "Was wolltest du mir geben? Ich bin nicht der Mensch für romantische Geschenke" sagte sie dünn.
"Ich weiß" antwortete Colin, überlegte einige Momente. "Aber du bist einer der wenigen, denen ich vertraue – und so wollte ich, dass du etwas für mich… für uns aufbewahrst." Er griff in eine Tasche an seinem Gürtel und holte etwas hervor, dass wir ein alter Kompass aus Kupfer und Kristall aussah. Das Design war fremdartig, wie es auch die Zeichen waren, und doch wirkte es sofort wie ein Kompass. Er war nicht unbedingt groß, passte auf Colins Handteller und auch eher flach. "Es sollte nicht bekannt werden, dass du ihn hast. Auch nicht Shay – gerade nicht er" sagte er ernst. "Aber er sollte weiter gegeben werden und am Ende auffindbar sein."

"Ist das… Das ist einer der Teile, die man brauchen wird, um euch zu wecken, oder?"

"Ja, das ist es" nickte er dann. "Vor dir kann man das aber auch nicht verbergen. Und deswegen musst du mir bitte versprechen, dass du es nicht versuchen wirst – also uns zu wecken. Nicht vor der Zeit."

"Sie zögerte" Und was, wenn wir dich brauchen?

"Ich hoffe nicht, dass das in den nächsten 990 Jahre irgendwie der Fall sein wird" sagte er.

"Nun gut" Sie seufzte. "Ich kann dich nicht abhalten. Und wenn ich es nicht tue, verschwindest du und gibst es irgendwem anderen… der nicht deine erste Wahl war. Und wer weiß, was dann passiert…" Und dann, leiser. "So habe ich immerhin ein Andenken" Sie streckte die Hand aus.

Colin wirkte überrascht, dass sie so schnell einwilligte, nickte dann aber erleichtert und lächelte wieder leicht, als er den Kompass in ihre Hand gab. "Danke"

Sie nickte nur. "Du bist ein Idiot, Colin Azzrael Shamar. Das weißt du. Aber ich kann dich nicht aufhalten. Das kann niemand."

"Sonst wäre ich nicht hier" sagte er schlicht. Er ging auf die Beleidigung nicht weiter ein – denn er wusste genau, was sie eigentlich hatte sagen wollen. Ob es wohl in einer anderen Zeit, unter anderen Umständen anders gelaufen wäre?
"Nun denn…" Er zögerte. Es schien so, als würde der Abschied nahen.

"Warst du schon bei meinem Ehemann – oder fliegst du noch zu ihm?" fragte Elisa da plötzlich.

"Zu Commander Ruthven?" Colin wirkte verblüfft. "Ich wollte als nächstes zu ihm."

"Er ist seit Kurzem Captain" korrigierte sie Colin – und irgendwie spitzbübisch erfreut, dass sie einmal besser informiert war als der Mann vor ihr.
"Nimmst du mich mit? Bitte." So käme sie zurück auf die Hephaistos – und hätte zumindest noch ein paar Stunden mehr, um sich von Colin zu verabschieden… oder sich darüber im Klaren zu werden, was dies alles bedeutete und was sie wollte.

Colin zögerte, nickte dann aber. "Du solltest packen. Wir fliegen um Mitternacht ab."

Elisa nickte. Sie konnte, wenn es sein musste, schnell aufbrechen. Das war einfach. Sie wollte sowieso die Erde verlassen. Sie zögerte kurz und schluckte. Dann gab sie sich einen Ruck:
"Colin… " setzte sie an. Sie wollte ihn ansehen und wagte es nicht. "darf…" Elisa biss sich auf die Lippen, unschlüssig, ob sie ihren Gedanken aussprechen sollte. Dann schloss sie kurz die Augen und holte tief Luft "Darf ich dich ein letztes mal küssen?" Sie fürchtete seine Reaktion und hatte sowohl Angst vor einem Nein, wie vor einem Ja.

Colin war schon wieder dabei gewesen, sich umzudrehen und die Finsternis zuzulassen. Nun stockte er und die Dunkelheit umgab sie beide mit schwarzen Schwingen, die Mitte – dort wo Elisa stand – noch nicht berührend.
"Hältst du das.. für klug?" Er schien selbst zu zögern, schien sich selbst unsicher. Ein Riss in der harten Schale, die ihn sonst so umgab. Tatsächlich würde er sie gerne küssen. Teile seines Selbst sehnten sich danach, sie in den Arm zu nehmen und nicht wieder los zu lassen. Nicht umsonst war er hierher gekommen. Doch nun war alles noch schwerer als gedacht.

Sie öffnete vorsichtig ihr Augen und blickte ihn an. Sie erschauerte als sie sah, wie er sie eindringlich musterte. Sein Blick schien den Ihren festzuhalten. Zögerlich nickte sie und räusperte sich. "ich glaube schon. Ich weiß nicht wie es für dich sein wird… zu schlafen meine ich. Wirst du da fühlen, … denken? Wirst du es bewusst erleben?" Die Vorstellung klang für sie nicht erstrebenswert und umso mehr sorgte sie sich um Colin wegen dem was vor ihm lag. Sie biss sich wieder auf die Unterlippe. "Aber ich würde es den Rest meines Lebens bereuen, wenn ich nicht gefragt hätte. Auch wenn der Rest nur wenige Jahrzehnte dauern wird, nicht Jahrhunderte!" Nun wirkte ihr Blick fest und schien den seinen festzuhalten. Sie war sich ihrer Sache sicher "Ich kann dich nicht aufhalten, ich kann nicht verhindern, was vor dir liegt… aber ich… würde dich tatsächlich gern küssen, wenigstens ein letztes mal – Ohne Angst vor dem was vor uns liegt… einfach nur für den Moment." Sie seufzte "Aber wenn es dir unangenehm ist oder… " sie brach ab. "Darum frage ich dich, darf ich dich ein letztes mal küssen?"

"Du dürftest mich ein Dutzend Mal küssen. Hunderte Male" sagte er dann, nach einer langen Pause, in der die Zeit fast stillgestanden hatte.
Er trat wieder auf sie zu. "Es ist Averons Schicksal. Es braucht einen Traumweber. Und den Schwertträger. Also ist es auch mein Schicksal" Er stand vor ihr, hob langsam die Hände. "Ohne Averon wäre ich bereits zweimal gestorben. Ich lebe mit geborgter Zeit…" Seine Hände legten sich an ihre Oberarme, hielten sie fest. Das was er zu sagen hatte war wenig romantisch. Doch Elisa war schon immer eine Frau gewesen, die die Wahrheit wissen, die Fakten wollte.
"Dort, in der jenseitigen Tiefe des Traums, kann ich nicht überleben. Nicht so. Also werde ich erneut fast sterben. Averon und ich – wir werden die Plätze tauschen… "
Er lächelte schief. "Also ja. Küss mich. Lass mich diese Erinnerung mit nehmen in den Traum, auf dass sie tausend Jahre überdauere!"

Erleichtert, beunruhigt und verwirrt trat Elisa näher. Die Hände auf ihren Armen fühlten sich warm an. Verlegen sah sie Colin an. "Kann Averon nicht allein gehen?" seufzte sie " und dich freigeben? Wenn du nicht überleben kannst meine ich." Sie hob sacht ihrerseits ihre Arme und legte sie auf seine Hüfte.

Er schüttelte den Kopf. "Du weißt, dass es eine Symbiose ist. Im Traum sterbe ich nur fast. Wenn wir hier getrennt werden bleiben mir allenfalls noch Minuten. Und ihm auch, ohne neuen Geistbruder. Aber selbst dann wäre dieser kein Schwertträger. Die Finsternis ist körperlich  – also an mich gebunden. Nur zusammen konnten wir soweit kommen. Und nur gemeinsam können wir den letzten Schritt gehen."
Er zog die Texanerin eng an sich.

Elisa nickte bedauernd. Sie verstand und ließ es geschehen, dass sie nun direkt vor ihm stand. Sie sah zu ihm auf. Dann hob sie ihren Kopf unsicher, wie sie ihn küssen sollte. Sie hatte gefragte ob sie ihn küssen durfte. Es war nie die Rede davon gewesen ob Colin einen Kuss erwidern würde. Kurz flackerte ihre Unsicherheit auf. Dann rang sie sich dazu durch und wischte ihre Angst weg. Ihr Mund näherte sich seinem. Schnell wollte sie ihn küssen, ehe er es sich anders überlegen konnte.

Während sich Elisa zu ihm hoch streckte, beugte er sich zu ihr hinunter. Seine kühlen, rauen Lippen pressten sich auf ihre. Erst zaghaft, dann intensiver. Und während sie sich küssten, hielt  er sie fest, drückte sie an sich, als gäbe es kein Morgen.

— Fortsetzung folgt —

</RPG>

<SUM>
# Ort: USB Ganymed, Sol-System
# Zeit: 30.12.2415, 05:43 Uhr 
Der Srday-Kreuzer 'Corenne' springt in das Sol-System. An Bord befindet sich der Botschafter der Srday, Dosho Jumaaj Simarian.
***
# Ort: USB Ganymed, Sol-System – Habitatring, Sektion der Botschafter, Wohnquartier von Botschafterin Simarian.
# Zeit: 30.12.2415, 06:32 Uhr  
Der Botschafter sucht seine Zwillingsschwester auf und informiert sie über die Entscheidung des Rats der Srday. Doch auch 
Shanya Duunar Simarian, die Botschafterin, hat Neuigkeiten.
***  
# Ort: Erde, Büro der Präsidentin der Föderation
# Zeit: 30.12.2415, 12:08 Uhr 
Dosho erhält einen sehr kurzfristigen Termin bei der Präsidentin der UFP und erklärt dieser, dass die Srday alle Verträge mit der Föderation ruhen lassen und sich auf unbestimmte Zeit zurückziehen werden.
Präsidentin Chiyo Yokinobu nimmt die Nachricht nicht gänzlich gut auf.
***    
# Ort: USB Ganymed, Sol-System – Habitatring, Sektion der Botschafter, Wohnquartier von Botschafterin Simarian.
# Zeit: 30.12.2415, 21:06 Uhr
Ein zweiter Kreuzer der Srday, die 'Schwert der Finsternis' springt ebenfalls in das Sol-System. Colin A. 'Averon' Shamar informiert die Botschafterin darüber, dass sie um Mitternacht abfliegen werden. Derweil versucht diese ihrem Bruder zu erklären, warum sie gehen muss.
***
# Ort: Quartier Careen, Schottland, Erde
# Zeit: 30.12. 2415, 21:30 
Elli erhält überraschend Besuch von einer alten Liebe. 
</SUM>
übermittelt von
Effi
aka
Colin A. "Averon" Shamar (MiA)
Schwertträger, Verräter, Prophet und Traumweber
und
elamatrix
aka
Cmdr. Elisa Careen
mit schmerzendem Herz
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