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USS Hephaistos

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[Srday] A Long Sleep I – Revelations

Posted on 14. Oktober 2020 By admin
<NRPG>
Hallo liebe Spieler,
dieses
RPG und jene, die aus der Reihe „A Long Sleep“, die noch folgen werden,
– ja, mehrere – sind sicherlich etwas ungewöhnlich.  Daher lasst mich
kurz erklären, wie es zu diesen kommt:
    
Als
ich vor Jahren bei der SFG anfing, belebte ich mit meinem zweiten
Charakter eine Spezies wieder, die bis dato in den Archiven der SFG
geschlummert hatte – die Srday. Spielte ich diesen Charakter zunächst
nur einzeln auf der USS Vampire, entwickelte sich im Laufe der Jahre ein
Metaplot über mehrere Einheiten hinweg, an dem nicht nur viele
verschiedene Spieler mit ihren Charakteren teil nahmen, sondern der auch
Eingang in die damalige SFG-Zeitlinie fand.
Zu
den besten Zeiten waren wir gut zwei Dutzend Spieler, die an diesem
Plot aktiv mitschrieben, darunter auch mehrere mit Srday Charakteren.
Wie das Leben aber so spielt, musste ich die SFG irgendwann verlassen… und irgendwann später schlief auch der Plot ein.
Als
ich nun vor einigen Monaten zurück kam, entdeckte ich, dass die Spezies
der Srday noch in die „überarbeitete“ SFG übernommen worden war,
wenngleich auch unbespielt. Doch viele andere Elemente, die den Plot
damals so spannend gemacht hatten, sind verschwunden – und mit ihnen die
SFG-Zeitlinie, die ja irgendwann zu Gunsten der SFO-Zeitlinie
aufgegeben wurde.
Sollte
ich also mit einem uralten Charakter an eine über Jahre bespielte und
dann eingeschlafene Plotlinie anknüpfen? Sollte ich einfach weiter
machen? Ich kam zu dem Schluss, dass das keine gute Idee wäre. Bis auf
einige wenige Ausnahmen wurde keiner der alten Charaktere mehr bespielt,
die meisten Spieler hatten die SFG auch verlassen oder sind nur noch
passiv dabei.
Die Meisten, aber nicht alle.
Und
so habe ich hinter den Kulissen noch einmal Absprachen getroffen und
mich fleißig mit aktiven, inaktiven und wieder aktiven Spielern
besprochen, um dem, was vor so vielen Jahren begonnen wurde, nun zu
einem – hoffentlich – würdigen Abschluss zu verhelfen.
Das
Ergebnis dieser Bemühungen habt ihr nun vor euch. Wir – die
Schreibenden – haben uns bemüht, viele Erklärungen einzufügen und
Referenzen aufzulösen, aber vermutlich ist nicht für alle alles
verständlich. Wir hoffen dennoch, dass das Lesen dieser RPGs euch Spaß
macht.
An alle (ehemaligen) Srday-Spieler dort draußen,
an all jene, die damals wie heute etwas zu dieser phantastischen Geschichte beigetragen haben
und an alle, die sich erinnern: Vielen Dank für den wilden Ritt.
Nun wird es Zeit, ein altes Kapitel zu schließen.
Liebe Grüße
Effi
mit Dank an Mac, ela, auri und Liz für ihre Beiträge.
</NRPG>
<Konvention>
Wörtliche Rede wird mit „…“ und Gedanken werden mit // … // gekennzeichnet, wie gehabt.
Wörtliche
Rede in Gedanken schreibe ich mit //“. … „//. Wieso wörtliche Rede in
Gedanken? Weil Träger eines Srday mit ihrem Geistbruder beziehungsweise
ihrer Geistschwester in Gedanken reden können.
Srday verwenden übrigens >>“ … „<< für gedankliche Rede und >> … << für reine Gedanken.
</Konvention>
<RPG>
Viele Wesen stellen sich eine angenehme Welt hell und geordnet vor. 
Chaos ist für viele etwas böses, wie auch die Furcht vor der Dunkelheit in vielen tief verwurzelt ist.
Doch vergessen wir nur zu leicht, wie wichtig die Entropie ist:
Nicht
nur als physikalische Größe oder zur Stabilisierung chemischer Systeme,
auch zur Weitergabe von Informationen und vielem mehr.
Entropie gibt vielem erst Bedeutung.
Und so ist sie eine der wahren Bausteine der Schöpfung.
# Ort: USB Ganymed, Sol-System
# Zeit: 30.12.2415, 05:43 Uhr
<NRPG>Und
gleich noch eine Hommage – damals, als die USB Ganymed noch bespielt
wurde, war Flt. Cpt. Tonmo Goodman ebenfalls ein Charakter von
mir</NRPG>
[„Flugleitstelle an Captain Goodman, Lieutenant Bradley spricht.“]
Fleet
Captain Tonmo Goodman seufzte und stellte die Kaffeetasse auf dem
Glastisch seines Quartiers ab. Vermutlich sollte er in diesen Tagen
nicht darauf offen, morgens noch in Ruhe frühstücken zu können. Er
betätigte den Kommunikator an seiner noch offenen Uniformjacke.
„Goodman für Flugleitstelle. Was gibt es denn, Lieutenant?“
[„Wir
haben soeben eine Subraum-Nachricht erhalten, dass die ‚Corenne‘ im
Sol-System ankündigt. Die übermittelten Daten sind identisch mit dem
diplomatischen Kreuzer der Srday. Daher informiere ich sie.“] erklärte
der Lieutenant – denn immerhin galt das Protokoll, dass der kommandiere
Offizier sofort zu informieren war, wenn sich diplomatischer Besuch
ankündigte.
„Das ist das Schiff des Botschafters Simarian“ runzelte Tonmo die Stirn.
[„Sir
– ist Botschaftern Simarian nicht hier?“] fragte der Lieutenant – was
den CO daran erinnerte, dass Bradley erst seit Kurzem auf Ganymed war.
„Sie
sprechen von Botschafterin Shanya Duunar Simarian. An Bord dürfte sich
Botschafter Dosho Jumaaj Simarian befinden, ihr Bruder. Zweieiige
Zwillinge, um genau zu sein.“
[„Ich verstehe, Sir. Soll ich dann die üblichen Protokolle veranlassen?“]
„Ja,
Lieutenant. Und beeilen Sie sich besser. Wenn die Corenne sich gemeldet
hat, ist sie gleich hier.“ Während er das sagte, erhob sich der Fleet
Captain bereits um zum Schrank zu gehen und die Uniform zu wechseln.
[„Sir? Die Sensoren haben noch keinen Anflug gemeldet. Die Corenne ist also noch mindestens… WAS?“]
Tonmo musste kein Hellseher sein um zu wissen, dass die Corenne just in diesem Moment in das System gesprungen war.
***
# Ort: USB Ganymed, Sol-System – Habitatring, Sektion der Botschafter, Wohnquartier von Botschafterin Simarian.
# Zeit: 30.12.2415, 06:32 Uhr
„Also
haben Sie sich entschieden“ Das war keine Frage, die dort aus Shanyas
Mund kam. Sie trug noch einen creme-weißen, seidigen, halb
durchsichtigen Morgenmantel, der viel von ihren langen Beinen frei ließ,
während sie ihrem Bruder einen heißen Tee servierte. Dieser war eher
konservativ gekleidet, in eine Art schwarze, traditionelle Uniform mit
silbernen Knöpfen, die seine Würde als Botschafter unterstreichen
sollte. Er hatte sich mittlerweile an das privat eher freizügige
Auftreten seiner Schwester gewöhnt – was nicht hieß, dass er es guthieß.
In den letzten Jahren _hatte_ sie sich verändert. Aber er wohl auch.
„Ich bin hier, um die Föderation über diese Entscheidung in Kenntnis zu setzen und die Formalien zu erledigen.“
„Dann
ist es wohl gut, dass wir nie formal Mitglied der Föderation wurden,
sondern nur Verbündete“ sagte Shaya und setze sich mit einem Knie zuerst
auf eine der Couches, zog das andere Bein nach und räkelte sich dann
förmlich, so dass man es knacken hörte. Die zierliche Blondine mit den
grünen Augen drehte leicht den Kopf, als wolle sie eine Verspannung im
Nacken lösen.
„Ich
hoffe, dass wir morgen Abend zurück fliegen können. Haben Edwin und
Shakrat alles vorbereiten können?“ wollte ihr hochgewachsener,
dunkelhaariger Bruder wissen. Wo seine Schwester mehr wie die
unbefleckte, lockende Unschuld wirkte, besaß der Botschafter ein
dunkles, anziehendes Charisma, dass sich gut mit einer Aura des
Geheimnisvollen vertrug.
Edwin
Shakrat Balwer war offiziell der Adjutant von Shaya, aber inoffiziell
der Geheimdienstkoordinator der Srday – während der offizielle
Geheimdienstkoordinator, Sevrim Ensaraan Khaled, in Wahrheit für Balwer
arbeitete. Shakrat war einer von nur drei bekannten Traumwebern – Srday,
die sich nicht nur im Tel’aran’rhiod – der ‚Traumwelt‘ und urtümlichen
Heimat der Srday – bewegen, sondern sie auch frei verändern konnten. Und
nur einer von zwei ausgebildeten ebensolchen. Shakrats ehemaliger
Mentor war gleichzeitig der mächtigste lebende Traumweber wie auch der
‚Verräter‘ Averon, welcher die Srday zurück in die Finsternis hatte
führen wollen. Zurück deswegen, da die Srday früher ein Volk der
‚Finsternis‘ – der Entropie, des Verfalls und des Wandels – gewesen
waren, welche sich irgendwann dazu entschieden hatte, zu ‚Schatten‘ zu
werden, um sich zwischen Licht – Wachstum, Ordnung, Stabilität und
Stillstand – zu stellen und dem ewigen Kampf dieser Mächte und ihrer
Völker Einhalt zu gebieten. Averons Ansinnen hatte zu einer Art ‚kalten
Bürgerkrieg‘ geführt, der aber letztendlich gelöst worden war – auf eine
Art und Weise, mit der vorher niemand gerechnet hatte.
„Du
kennst die beiden doch. Sehr gewissenhaft. Mir wurde versichert, es
wäre alles bereit“ lächelte Shaya. „Allerdings… Dunaar und ich werden
nicht mitkommen.“ Ihre Mimik hatte etwas von der üblichen Leichtigkeit
verloren, war ernst und auch irgendwie traurig geworden. Doch konnten
Dosho und Jumaaj auch Entschlossenheit wahrnehmen.
„Was?
Aber… Du willst hier bleiben?“ war Dosho verblüfft. Und auch seine
Geistschwester war überrascht. //“Wie meinen sie das?“//
Genauso
wie Dosho und Shaya Zwillinge waren, waren Jumaaj und Dunaar
Geschwister – etwas sehr Seltenes bei den Srday. Jumaaj ergänzte Dosho,
genau wie ihr Bruder seine Schwester komplettierte. Zu viert waren sie
die perfekte Balance. 
***
# Ort: Erde, Büro der Präsidentin der Föderation
# Zeit: 30.12.2415, 12:08 Uhr
<NRPG> Zur Präsidentin der Föderation siehe https://www.sf-germany.com/wiki/index.php?title=Portal:Pr%C3%A4sidentschaftswahl </NRPG>
„Danke,
dass Sie so kurzfristig Zeit für mich haben, Frau Präsidentin“ Dosho
trug seine offizielle, dunkelgraue Botschafter-Uniform, die ihn – so
hatten schon viele gesagt – schneidig wirken ließ. Zwei ‚Geflügelte‘ –
Srday Elitegardisten – hatten ihn auf die Erde begleitet, warteten aber
draußen, kritisch beäugt durch die Sternenflottensicherheit.
„Die
Bitte um einen so kurzfristigen Termin ist mindestens…ungewöhnlich“
entgegnete Chiyo Yokinobu kühl und erweckte den Anschein, dass der
Charme des Botschafters wirkungslos von ihr abprallte.
„Allerdings
haben meine Berater mir geraten, Sie zu empfangen. Bisher wollten die
Srday ja auch nur zweimal einen Termin, soweit mir berichtet wurde – den
ersten, um ein Bündnis vorzuschlagen und den zweiten während der
Konflikte mit den Sept’arin und den Mani’Pas. Was ist es dieses Mal?“
Sie deutete auf den Stuhl vor ihrem Tisch. Eine Geste, die der
Botschafter geflissentlich übersah.
„Ja,
das dritte Mal“ sinnierte Dosho. „Das erste Gespräch führte meine
Schwester. Das zweite führten sie und ich gemeinsam. Und nun bin ich es,
der alleine hier steht…“
Die
Asiatin hinter dem Schreibtisch runzelte die Stirn. Sie hatte weder
Zeit noch Lust für Sentimentalitäten noch für philosophische Debatten.
Zumal der Botschafter so aussah, als wäre er noch ein Knabe gewesen, als
der Vertrag mit den Srday geschlossen worden war.
„Kommen Sie bitte auf den Punkt, Botschafter Simarian.“
Der Blick des Angesprochenen wurde kälter und härter.
„Wir
kamen einst, um der Föderation die Hand zu reichen. Wir kamen einst,
als sie der Galaxie Frieden brachte und davon bedroht war, zwischen zwei
uralten Mächten zu zerschellen. Sie war das Mädchen, auf den wir unsere
Hoffnungen setzten und der Knabe, den wir schützen wollten. Nun ist die
Zeit gekommen, dass wir uns erneut zurück ziehen und uns um unseren
eigenen Frieden kümmern. Um unsere Kinder..“
Er
lächelte schief und öffnete die Diplomatenmappen, die er bei sich trug.
Aus dieser holte er einige Dokumente und legte sich Yokunobu auf den
Tisch. „Mit Wirkung um 01.01.2416, 0:00 Uhr, werden die Srday alle
Bündnis- und Unterstützungsverträge mit der Föderation ruhen lassen.
Einzige Ausnahme sind die Handelsverträge, die mit der Bevölkerung von
Lundraja IV, ohne direkte oder indirekte Begünstigung des Rats der
Srday, geschlossen wurden. Gleichsam gehen wir davon aus, dass sämtliche
noch in der Sternenflotte verbliebene Geistgeschwister eines Srday
ihren Dienst quittieren werden oder dies schon haben.“
Die
Präsidentin sah die Dokumente gar nicht an, sondern blickte dem
Botschafters ins Gesicht. Ihre Züge waren in diesem Moment wie ein
Eisberg: hart, kalt und scharfkantig.
„Wir
haben aktuell Krieg mit den Klingonen – und nun ziehen sie sich zurück?
Ist das ihr Verständnis von ‚Bündnis‘? Jetzt, wo sie an unserer Seite
kämpfen sollten? Was ist denn mit der hochentwickelten Technologie der
Srday, von der ich immer hörte? Alles nur leere Gerede?“
„Wir
haben gekämpft, Frau Präsidentin. Wir haben viele Schlachten geschlagen
und den Preis bezahlt. Nicht nur für die Föderation, sondern für alle
bekannten Völker in diesen Quadranten“ Er schüttelte den Kopf. „Ihr
aktueller Konflikt mit den Klingonen ist wie der Streit zweier Kinder,
die zusammen aufwuchsen und einander doch fremd sind.“
„Welche
hochnäsige Ansicht. Was ist, wenn ihr Volk das nächste ist? Wenn es von
den Klingonen angegriffen wird? Vielleicht treten wir einfach
beiseite?“
„Mein
Volk wird nicht in Gefahr sein. Wir werden uns zurückziehen und eine
Phase des langen Schlafes begehen. Die Srday werden für eine ganze Weile
verschwunden sein – vielleicht sogar so lange, bis die Erinnerung an
uns nur noch Legenden sind.“
„Sie
wollen sich schlafen legen? Das heißt nur, dass ihr Planet schuztlos
ist. Und da kündigen sie uns die Verträge? Wäre es nicht klüger, uns mit
Technologie zu versorgen, um sie zu schützen?“ hakte die Präsidentin
mit blitzenden Augen nach.
„Die
Föderation ist noch nicht bereit für das, was wir haben“ entgegnete
Dosho kühl. „Und schutzlos sind wir nicht. Ein jeder, der uns stört, der
uns anzugreifen wagt, wird die Konsequenzen tragen.“
„Drohen Sie uns etwa?“
„Nein.
Ich warne lediglich davor, dass jeder, der versucht, unsere scheinbare
Abwesenheit im Lundraja System auszunutzen, feststellen wird, dass wir
die alten Tempel stets und immer beschützen werden. Das Lundraja-System
ist ein Ort des Friedens und kein Ort für kriegerische Handlungen. Das
sollten Sie in den Sternenkarten vermerken.“
Er holte ein weiteres Dokument hervor.
„Im
Übrigen wird Lundraja IV auch kein guter Ort für Telepathen und
Empathen mehr sein. Wir haben allen entsprechenden Personen auf dem
Planeten bereits empfohlen, diesen bis heute um Mitternacht zu
verlassen. Ich möchte Sie bitte, ebenfalls eine entsprechende
Quarantänezone in ihren Datenbanken zu vermerken.“
Die Asiatin wirkte nun ärgerlich und rang sichtlich mit der Fassung.
„Sonst noch etwas, Botschafter?“
„Ich
danke Ihnen für Ihre Zeit, Frau Präsidentin. Leben Sie wohl – wir
werden uns vermutlich nicht wieder sehen. Mögen Sie Ihren Pfad stets
zwischen Licht und Finsternis finden.“
Damit senkte er respektvoll den Kopf – und ging. Was getan werden musste, war getan worden.
***
# Ort: USB Ganymed, Sol-System – Habitatring, Sektion der Botschafter, Wohnquartier von Botschafterin Simarian.
# Zeit: 30.12.2415, 21:06 Uhr
„Ich kann es noch immer nicht fassen!“ Dosho saß auf der Couch und schüttelte den Kopf.
„Warum?“ fragte er seine Schwester – und den Geistbruder seiner Geistschwester gleich mit.
„Weil
es der richtige Weg ist. Du bist die Finsternis im Rat – und ich das
Licht in der Dunkelheit. Oder vielleicht bin ich auch schwärzer als die
tiefste Nacht und du die Kerze, die den Weg erhellt. Irgendwie ist
beides richtig.“
„Wir können uns nicht trennen, wir…“
„Wir gehören zusammen? Weil wir zweimal Zwillinge sind?“ Shanya lachte.
„Vermutlich sagt dir Jumaaj gerade, wie lächerlich das ist.“
Die schlanke Frau trat an ihren Bruder heran und fuhr ihm durch das Haar.
„Gerade
weil wir Zwillinge sind, müssen wir uns trennen. Wir sind zwei Seiten
der selben Medaillie, genau wie unser Volk am Ende eins ist, auch wenn
wir uns an zwei verschiedenen Orte befinden werden“ sagte sie Sanft.
„Die
Träumer werden die Verbindung zu unserer Wiege wieder herstellen und
dafür sorgen, dass wir erneut wachsen können. Es müssen zweimal zwölf
sein – und sie waren nur zweimal elf. Wir werden uns immer wieder
finden, kleiner Bruder – und so wird sich auch unser Volk
wiederfinden…“
Das Piepsen des Interkomms unterbrach das Gespräch.
[„Ganymed Flugleitkontrolle an Botschafterin Simarian.“]
„Die Botschafterin und der Botschafter hören. Was gibt es, Flugleitkontrolle?
[„Ma’am… noch ein Kreuzer der Srday“] Die Stimme der Frau wirkte unsicher.
[„Die ‚Schwert der Finsternis‘ meldet dass sie gleich hier sein wird und bat uns, Sie zu benachrichtigen.“]
„Danke, Flugleitkontrolle. Der Kreuzer wird erwartet. Bitte weisen Sie ihm Zielkoordinaten zu.“
[„Ja, natürlich, Ma’am. Ich werde mich..“]
Die Meldung brach ab und wurde durch eine andere überlagert.
[„Hier spricht Colin Averon.“]
„Ihr seid früh“ bemerkte Shanya spitz, drückte Dosho – der auffahren wollte – wieder in den Sessel.
[„Wir
wollten euch ausreichend Zeit geben, Shanya, Duunar.“] wandte sich die
tiefe Stimme an die Botschafterin und ihren Geistbruder.
[„Wir werden um Mitternacht aufbrechen. Vorher haben wir auch noch etwas zu erledigen.“]
„Ich verstehe. Ich werde bereit sein.“
[„Wir wissen.“] Damit brach die Verbindung ab.
Die Botschafterin löste sich von ihrem Bruder. „Dann heißt es jetzt wohl Abschied nehmen, Geschwister…“
***
# Ort: Quartier Careen, Schottland, Erde
# Zeit: 30.12. 2415, 21:30
    
 <NRPG>Und hier das inoffizielle Thema der betroffenen Charaktere: Helen Jane Long – „The Aviators“  </NRPG>   
    
Elli
schrak zusammen, als es mit einem Mal stockfinster in ihrem Quartier
wurde. Nun, mit einem Mal stimmte nicht ganz – den für einen kurzen
Moment flackerte das Licht, ehe die Lampen zwar weiter leuchteten, aber
nichts mehr beleuchteten. Unwillkürlich sprangen ihre Augen auf rot, als
die Implantate die Infrarotsicht aktivierten. Sie konnte förmlich ihren
Herzschlag in ihren eigenen Ohren hören, während ihr Atem stockte. Ihre
blasse Haut wurde kühl, die Hand zitterte leicht. Langsam tastete sie
nach dem Typ I Phaser, den sie noch irgendwo hatte.
„Elisa?“
Die tiefe, männliche Stimme ließ die Texanerin inne halten. Sie kannte
diese Stimme, doch schien sie ihr wie aus einem anderen Leben.
Wieder
flackerte das Licht – dann zog sich die Dunkelheit zusammen,
konzentrierte sich auf einen einzigen Punkt im Raum. Dieser Punkt war
der Knauf eines Schwertes an der Seite eines schwarzgekleideten Mannes,
der in der Mitte des Raumes stand und sich augenscheinlich sehr
konzentrierte. 
Elisas
Augen verdunkelten sich im gleichen Maße, wie sich der Raum erhellte.
Ihr Blick glitt prüfend über die kantigen Gesichtszüge, über das kurze
schwarze Haar mit der weißen Stirnsträhne, die athletische Gestalt in
der schwarzen, unbekannten Uniform ohne Abzeichen. Es schien, als habe
sich der Mann in all den Jahren nicht verändert – und doch war es
irgendwie ein ganz anderer, der vor ihr stand.
„Colin…“ entkam nun sein Name mit deutlicher Verspätung ihren Lippen. Sie sprach nicht laut, das Wort glich mehr einem Hauch.
Der Mann mit den dunklen, ja schwarzen, Augen blickte in die grünen der Sternenflottenoffizierin. 
„Ja….“ bestätigte er. Die Spannung im Raum war fast greifbar.
Elisa atmete durch und trat auf Colin zu, der sich nicht rührte. Dann…
Das Klatschen der Ohrfeige hallte laut durch den Raum.
„Jetzt
kommst du zurück?!? Nach all den Jahren?“  fragte Elisa bebend. Sie
hatte die Hände in die Hüften gestemmt und funkelte den ehemaligen
Sicherheitsoffizier an. In diesem Augenblick wirkte sie irgendwie größer
und furchteinflößender als sonst. „Nachdem du einfach so gegangen
bist?! Ohne ein Wort!“
>>“Ich habe es dir doch gesagt…“<<
Colin rieb sich die linke Wange. „Das habe ich wohl verdient…“ murmelte er.
„Ich wollte dich sehen… wenigstens diesmal wollte ich mich verabschieden“ sagte er dann, leise.
Vielleicht waren es die Worte oder der Tonfall – irgend etwas ließ Elisa inne halten.
„Du
bist her gekommen, um… dich zu verabschieden?“ Das ergab im ersten
Augenblick keinen Sinn. Und auch beim zweiten Nachdenken war es schwer
zu verstehen. Der dritte Gedanke führte hingegen zu einer
Schlussfolgerung, die sie nicht denken wollte. 
„Ja. Und um mich zu entschuldigen“ gestand er. „Ich hätte mir damals gewünscht, bleiben zu können. Aber das war nicht möglich.“
„Ausreden!“
antwortete Eli, mit zittrigerer Stimme, als sie es wollte. „Es wäre
sicher möglich gewesen, wenn du es nur versucht hättest“
„Nein“
sagte Colin, schlicht. „Ich bin jede Möglichkeit durchgegangen,
hunderte Male. Am Ende stand nur der Tod. Dein Tod. Manchmal durch
Srday, im Traum. Andere Male durch die Mani’Pas, die Sept’arin oder
Agenten… anderer. In manchen Varianten durch Averon – oder durch mich
selbst.“ Er atmete tief durch. „Nur, indem ich verschwand… indem ich
ging, ohne mich auch nur einmal umzudrehen… indem ich tat, als würdest
du mir nichts bedeuten und alle Brücken abbrach, konnte ich hoffen,
dein Leben zu schützen.“
„Und doch bist du jetzt zurück…“ sagte Eli leise, lies die Arme herab fallen.
„Nach
all den Jahren, in denen ich Zeit hatte zu vergessen… gerade jetzt…
warum?“ Sie schüttelte den Kopf. „Bringst du mich nun nicht in Gefahr?“
„Es
ist vorbei“ Colin legte die Hände aufeinander. „Der Krieg. Die
Rebellion. Die Flucht. Wir haben gewonnen. Und verloren. Am Ende war der
Weg das Ziel. Doch… eines gibt es noch zu tun. Und dafür muss ich
gehen…“
„… wohin?“ 
Es
gab so viele Frage. Tausende Fragen. Fragen zu Möglichkeiten. Dazu, ob
es nicht doch andere Möglichkeiten gegeben hätte. Dazu, wo er gewesen
war und was er getan hatte. Wie er das meinte, wenn er sagte, der Krieg
sei vorbei. Ja selbst, ob er jemanden gefunden hatte, der an seiner
Seite war. Doch tatsächlich war es wohl diese eine Frage, die wirklich
Bedeutung hatte. Die Frage, an der sich die Zukunft entschied. Dieser
kleine Schalter im großen Schaltkreis des Lebens, des Universums – und
des ganzen Rests.
„Jenseits
des Traums. Zum Ursprung und zum Ende…“ Colin rang selbst mit den
Worten. Es klang alles so sehr nach dramatischer Plattitüde – doch, wie
sollte er es erklären? Er holte Luft und versuchte aus neu.
„Der
Krieg wurde beendet, weil das Gleichgewicht wieder hergestellt wurde.
Aber die Srday werden aussterben, wenn ihre Verbindung zu ihrer Herkunft
nicht wieder gestärkt wird. Viele nennen das ‚Finsternis‘, aber in
Wahrheit ist es der Ort größtmöglichster Unordnung. Dort wo entropische
Kräfte jede Ordnung einreißen und nur der bloße Gedanke bleibt. Das was
war, bevor alles wahr – der Traum von Möglichkeiten, der Traum vom
Universum, von der Schöpfung.“ Er lächelte schief. „Ich gehe also
dorthin, wo noch nie zuvor ein Mensch gewesen ist… und wo vermutlich
auch so schnell niemand mehr hinkommt.“
„Du… und Averon? Ihr geht alleine?“ wollte sie wissen, versuchte diese Offenbarung noch zu verarbeiten.
„Nein. Wir sind Zwölf. Oder zweimal Zwölf, um genauer zu sein. „
„Und was werdet ihr dort tun? Götter spielen?“
Der
schwarzhaarige Mann mit der weißen Strähne schnaubte belustigt. „Nein,
Elisa – Gottkomplexe hege ich nicht. Und Averon ist so gesehen schon
einer.“ Er knetete etwas nervös die eigenen Finger. Ein seltsames
Detail, wie Elli fand – sie hatte Colin als Mann kennen gelernt, der
nicht gezögert hatte, dass All nach ihr zu durchkämmen. Der sich Tod und
Zerstörung stellte, der nicht aufgab und sogar von den Fast-Toten
zurück gekehrt war. Und nun stand er hier, vor ihr, und hatte etwas von
einem Schuljungen an sich.
„Wir
werden… schlafen? Ja, so könnte man wohl sagen: Schlafen in der
Finsternis. Wir werden der Akkumulator und das Tor sein, damit die Srday
erneut wachsen können. Ende und Neubeginn.“
„Schlafen? Das klingt, als würdet ihr auch irgendwann wieder aufwachen?“
„Ja, vielleicht. Vermutlich. Irgendwann. Wenn der neue Zyklus da ist, vielleicht.“
„Aber.. hast du mir nicht damals erklärt, dass so ein Zyklus 997,347 Standardjahre dauert, plus / minus ein paar Minuten? „
Er nickte nur. „_Deswegen_ wollte ich mich wenigstens diesmal von dir verabschieden.“
„Du fragst mich gar nicht, ob ich mit will?“ fragte Elli nun spitz, blickte ihn ernst an.
„Nein.
Warum sollte ich?“ sagte er, mit ebenso ernstem Blick. „Du bist
verheiratet, hast dir – wie es aussieht – ein gutes Leben aufgebaut. Ich
wünsche dir, dass du ein langes, glückliches, erfülltes Leben hast und
in hohem Alter zufrieden einschläfst“ Tatsächlich kam dieser Wunsch von
Herzen.
Und
gerade diese Aufrichtigkeit war es, die in Elisa selten gekannten Zorn
weckte. Außerdem musste sie so nicht darüber nachdenken, wie weh ihr
diese Unterstellung tat. Ja, sie war verheiratet, aber es war doch
anders als er dachte! Doch diesen Gedanken schob sie fürs Erste
beiseite. „Und du schulterst mal wieder die Last des gesamten
Universums?“ Sie wurde lauter, als sie beabsichtigt hatte. „Bist der
einsame Ritter, der sich alleine dem Drachen stellt, damit wir alle
beschützt werden – ohne zu fragen, ob wir das überhaupt wollen? Denkst
du auch mal an dich? Und daran, dass du jemandem fehlen könntest,
verdammt? “ Sie trat dicht an ihn heran.
„War
da nicht diese Lieutenant? Sofia Yori? Sie hast du gehen lassen, weil
du nicht gut wärst, oder? Und was war mit dieser Commander K’lao? Bist
du nicht da auch weggelaufen, bevor etwas hätte werden können? Wie auch
vor mir…“ Ihr ganzer Körper bebte. „Und nun reicht es dir nicht mehr
vor einzelnen Personen davon zu laufen – nun läufst du vor dem Universum
davon!?!“
„Ich
rette ein Volk. Und nebenbei hat das dafür gesorgt, dass die Mani’Pas
und die Sept’arin nicht mal eben den gesamten Alpha-Quadranten in ihrem
alten Krieg verbrannt haben“ entgegnete Colin. „Ich finde, dafür kann
man schon mal zurück stecken“ Er klang trockener als er wollte. „Aber
ich bin auch nicht gekommen um darüber mit dir zu diskutieren. Ich
wollte dich eigentlich nur sehen und dir etwas geben – aber vermutlich
war das eine blöde Idee“
So, wie sie den Abstand verringert hatte, vergrößerte er ihn mit einem Schritt nach hinten wieder.
„Nein,
ich… “ Elisa atmete durch. „Was wolltest du mir geben? Ich bin nicht
der Mensch für romantische Geschenke“ sagte sie dünn.
„Ich
weiß“ antwortete Colin, überlegte einige Momente. „Aber du bist einer
der wenigen, denen ich vertraue – und so wollte ich, dass du etwas für
mich… für uns aufbewahrst.“ Er griff in eine Tasche an seinem Gürtel
und holte etwas hervor, dass wir ein alter Kompass aus Kupfer und
Kristall aussah. Das Design war fremdartig, wie es auch die Zeichen
waren, und doch wirkte es sofort wie ein Kompass. Er war nicht unbedingt
groß, passte auf Colins Handteller und auch eher flach. „Es sollte
nicht bekannt werden, dass du ihn hast. Auch nicht Shay – gerade nicht
er“ sagte er ernst. „Aber er sollte weiter gegeben werden und am Ende
auffindbar sein.“
„Ist das… Das ist einer der Teile, die man brauchen wird, um euch zu wecken, oder?“
„Ja,
das ist es“ nickte er dann. „Vor dir kann man das aber auch nicht
verbergen. Und deswegen musst du mir bitte versprechen, dass du es nicht
versuchen wirst – also uns zu wecken. Nicht vor der Zeit.“
„Sie zögerte“ Und was, wenn wir dich brauchen?
„Ich hoffe nicht, dass das in den nächsten 990 Jahre irgendwie der Fall sein wird“ sagte er.
„Nun
gut“ Sie seufzte. „Ich kann dich nicht abhalten. Und wenn ich es nicht
tue, verschwindest du und gibst es irgendwem anderen… der nicht deine
erste Wahl war. Und wer weiß, was dann passiert…“ Und dann, leiser.
„So habe ich immerhin ein Andenken“ Sie streckte die Hand aus.
Colin
wirkte überrascht, dass sie so schnell einwilligte, nickte dann aber
erleichtert und lächelte wieder leicht, als er den Kompass in ihre Hand
gab. „Danke“
Sie nickte nur. „Du bist ein Idiot, Colin Azzrael Shamar. Das weißt du. Aber ich kann dich nicht aufhalten. Das kann niemand.“
„Sonst
wäre ich nicht hier“ sagte er schlicht. Er ging auf die Beleidigung
nicht weiter ein – denn er wusste genau, was sie eigentlich hatte sagen
wollen. Ob es wohl in einer anderen Zeit, unter anderen Umständen anders
gelaufen wäre?
„Nun denn…“ Er zögerte. Es schien so, als würde der Abschied nahen.
„Warst du schon bei meinem Ehemann – oder fliegst du noch zu ihm?“ fragte Elisa da plötzlich.
„Zu Commander Ruthven?“ Colin wirkte verblüfft. „Ich wollte als nächstes zu ihm.“
„Er
ist seit Kurzem Captain“ korrigierte sie Colin – und irgendwie
spitzbübisch erfreut, dass sie einmal besser informiert war als der Mann
vor ihr.
„Nimmst
du mich mit? Bitte.“ So käme sie zurück auf die Hephaistos – und hätte
zumindest noch ein paar Stunden mehr, um sich von Colin zu
verabschieden… oder sich darüber im Klaren zu werden, was dies alles
bedeutete und was sie wollte.
Colin zögerte, nickte dann aber. „Du solltest packen. Wir fliegen um Mitternacht ab.“
Elisa
nickte. Sie konnte, wenn es sein musste, schnell aufbrechen. Das war
einfach. Sie wollte sowieso die Erde verlassen. Sie zögerte kurz und
schluckte. Dann gab sie sich einen Ruck:
„Colin…
“ setzte sie an. Sie wollte ihn ansehen und wagte es nicht. „darf…“
Elisa biss sich auf die Lippen, unschlüssig, ob sie ihren Gedanken
aussprechen sollte. Dann schloss sie kurz die Augen und holte tief Luft
„Darf ich dich ein letztes mal küssen?“ Sie fürchtete seine Reaktion und
hatte sowohl Angst vor einem Nein, wie vor einem Ja.
Colin
war schon wieder dabei gewesen, sich umzudrehen und die Finsternis
zuzulassen. Nun stockte er und die Dunkelheit umgab sie beide mit
schwarzen Schwingen, die Mitte – dort wo Elisa stand – noch nicht
berührend.
„Hältst
du das.. für klug?“ Er schien selbst zu zögern, schien sich selbst
unsicher. Ein Riss in der harten Schale, die ihn sonst so umgab.
Tatsächlich würde er sie gerne küssen. Teile seines Selbst sehnten sich
danach, sie in den Arm zu nehmen und nicht wieder los zu lassen. Nicht
umsonst war er hierher gekommen. Doch nun war alles noch schwerer als
gedacht.
Sie
öffnete vorsichtig ihr Augen und blickte ihn an. Sie erschauerte als
sie sah, wie er sie eindringlich musterte. Sein Blick schien den Ihren
festzuhalten. Zögerlich nickte sie und räusperte sich. „ich glaube
schon. Ich weiß nicht wie es für dich sein wird… zu schlafen meine
ich. Wirst du da fühlen, … denken? Wirst du es bewusst erleben?“ Die
Vorstellung klang für sie nicht erstrebenswert und umsomehr sorgte sie
sich um Colin wegen dem was vor ihm lag. Sie biss sich wieder auf die
Unterlippe. „Aber ich würde es den Rest meines Lebens bereuen, wenn ich
nicht gefragt hätte. Auch wenn der Rest nur wenige Jahrzehnte dauern
wird, nicht Jahrhunderte!“ Nun wirkte ihr Blick fest und schien den
seinen festzuhalten. Sie war sich ihrer Sache sicher „Ich kann dich
nicht aufhalten, ich kann nicht verhindern, was vor dir liegt… aber
ich… würde dich tatsächlich gern küssen, wenigstens ein letztes mal –
Ohne Angst vor dem was vor uns liegt… einfach nur für den Moment.“ Sie
seufzte „Aber wenn es dir unangenehm ist oder… “ sie brach ab. „Darum
frage ich dich, darf ich dich ein letztes mal küssen?“
„Du
dürftest mich ein Dutzend Mal küssen. Hunderte Male“ sagte er dann,
nach einer langen Pause, in der die Zeit fast stillgestanden hatte.
Er
trat wieder auf sie zu. „Es ist Averons Schicksal. Es braucht einen
Traumweber. Und den Schwertträger. Also ist es auch mein Schicksal“ Er
stand vor ihr, hob langsam die Hände. „Ohne Averon wäre ich bereits
zweimal gestorben. Ich lebe mit geborgter Zeit…“ Seine Hände legten
sich an ihre Oberarme, hielten sie fest. Das was er zu sagen hatte war
wenig romantisch. Doch Elisa war schon immer eine Frau gewesen, die die
Wahrheit wissen, die Fakten wollte.
„Dort,
in der jenseitigen Tiefe des Traums, kann ich nicht überleben. Nicht
so. Also werde ich erneut fast sterben. Averon und ich – wir werden die
Plätze tauschen… „
Er
lächelte schief. „Also ja. Küss mich. Lass mich diese Erinnerung mitnehmen in den Traum, auf dass sie tausend Jahre überdauere!“
Erleichtert,
beunruhigt und verwirrt trat Elisa näher. Die Hände auf ihren Armen
fühlten sich warm an. Verlegen sah sie Colin an. „Kann Averon nicht
allein gehen?“ seufzte sie “ und dich freigeben? Wenn du nicht überleben
kannst meine ich.“ Sie hob sacht ihrerseits ihre Arme und legte sie auf
seine Hüfte. 
Er
schüttelte den Kopf. „Du weißt, dass es eine Symbiose ist. Im Traum
sterbe ich nur fast. Wenn wir hier getrennt werden bleiben mir
allenfalls noch Minuten. Und ihm auch, ohne neuen Geistbruder. Aber
selbst dann wäre dieser kein Schwertträger. Die Finsternis ist
körperlich  – also an mich gebunden. Nur zusammen konnten wir soweit
kommen. Und nur gemeinsam können wir den letzten Schritt gehen.“
Er zog die Texanerin eng an sich.
Elisa
nickte bedauernd. Sie verstand und ließ es geschehen, dass sie nun
direkt vor ihm stand. Sie sah zu ihm auf. Dann hob sie ihren Kopf
unsicher, wie sie ihn küssen sollte. Sie hatte gefragte ob sie ihn
küssen durfte. Es war nie die Rede davon gewesen ob Colin einen Kuss
erwidern würde. Kurz flackerte ihre Unsicherheit auf. Dann rang sie sich
dazu durch und wischte ihre Angst weg. Ihr Mund näherte sich seinem.
Schnell wollte sie ihn küssen, ehe er es sich anders überlegen konnte.
Während
sich Elisa zu ihm hoch streckte, beugte er sich zu ihr hinunter. Seine
kühlen, rauen Lippen pressten sich auf ihre. Erst zaghaft, dann
intensiver. Und während sie sich küssten, hielt  er sie fest, drückte
sie an sich, als gäbe es kein Morgen.
</RPG>

<SUM>

# Ort: USB Ganymed / Erde, Sol-System
# Zeit: 30.12.2415

Ein Raumkreuzer der Srday erscheint im Sol-System. Nach einer kurzen Visite bei seiner Zwillingsschwester trifft sich der Botschafter der Srday mit der Präsidentin der Föderation, um diese darüber zu informieren, dass die Srday alle Verträge mit der Föderation ruhen lassen und sich zurück ziehen werden.

***

# Ort: Quartier Careen, Schottland, Erde
# Zeit: 30.12. 2415, 21:30


Elisa Careen, Ehefrau von Shay Ruthven, trifft während ihres Heimaturlaubs auf der Erde unerwartet einen alten Bekannten.

</SUM>

übermittelt von
Effi
aka
Colin A. Averon Shamar
fahnenflüchtiger Offizier der Sternenflotten
Träger des Schwert der Finsternis
Rebell, Geliebter, Traumweber
Teufel & Messias
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