<NRPG>
Hallo ihr Lieben,
anbei ein kleines Post zur Charakterentwicklung – da es inhaltlich mit der Galathea zusammenhängt und die Gala und die Heph aktuell etwas zeitversetzt unterwegs sind, hat es (abgestimmt mit Mac) einen undefinierten Zeitstempel – macht aber glaube ich nichts aus, da nicht missionsrelevant.
Denjenigen von euch, die auf beiden Schiffen spielen, dürften ein paar Sätze entsprechend bekannt vorkommen – außer ihr lest dieses Post zuerst :D.
Viel Spaß beim Lesen 😊
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<RPG>
Zeit: MD XX.0945
Ort: Quartier Nari Mando, T’Vala, Wuhkuh und Dahkuh
Nari Mando lag kopfüber auf dem kleinen Sofa in dem Quartier, das sie sich mit T’Vala teilte. Die Vulkanierin war unterwegs und Nari war langweilig. Sie hatte heute die Nachtschicht und so hingen ihre Füße aktuell über die Sofalehne, während ihr Kopf nach unten hing. Alle paar Sekunden warf sie einen kleinen Ball hoch, den sie prompt wieder auffing. Sie hatte nicht gedacht, dass das mit den beiden Katzenbären im Raum gehen würde, aber Wuhkuh und Dahkuh hielten anscheinend gerade Schönheitsschlaf und so konnte Nari weiter sinnieren.
In den letzten Wochen hatte sie immer mal wieder mit ihrem Bruder und dessen Freund Matthew gesprochen und war froh gewesen zu sehen, dass diese Beziehung nun schon wirklich lange hielt. Und weil sie das so freute und sie dieser Freude Ausdruck verleihen wollte, wollte sie die beiden mit irgendetwas überraschen. Und genau da lag das Problem. Irgendwas. Ihr fiel einfach nicht das richtige ein. Wobei…
Nari hatte gerade den Ball wieder hochgeworfen, als ihr der Geistesblitz schlechthin kam. Sportlich und geübt zogen ihre Bauchmuskeln sie in den aufrechten Sitz – leider genau in dem Moment, als Dahkuh anscheinend beschlossen hatte, sich dem Ballspiel anzuschließen. Der gar nicht mal so kleine Katzenbär kollidierte mit vollem Gewicht mit Naris Gesicht, als die Mindani ins Sitzen kam und beförderte sie mit einem lauten Krachen von der Couch. Einen Moment lang saßen Nari und Dahkuh etwas verwirrt auf dem Boden, während Wuhkuh von seiner Position auf dem Wandregal beim Gähnen gelangweilt die Eckzähne zeigte. Der Ball fiel Nari auch noch auf den Kopf, aber das änderte nichts an ihrer Euphorie.
Dahkuh zur Seite schiebend zog sie sich wieder auf die Couch und aktivierte den kleinen Bildschirm auf dem Couchtisch. Sie hatte ein Telefonat zu führen. Wie meistens dauerte es nicht länger, als jemand brauchte um tief durchzuatmen und mit den Augen zu rollen, bis das Bild einer blonden Frau erschien, die gerade die Jacke ihrer medizinischen Uniform zuknöpfte.
[Nari. Was willst du?]
Nari lachte kurz auf und schenkte ihrer Gegenüber ein strahlendes Lächeln – die sicherste Variante, Grace Fraser auf die Palme zu bringen. Wie üblich schien die sCM der USS Galathea nicht gerade erfreut darüber, Nari zu sehen, aber Nari war sich auch nicht sicher, ob die Frau physisch in der Lage war, sich zu freuen oder zu lächeln oder was auch immer Menschen sonst noch taten, um positiven Gefühlen Ausdruck zu verleihen.
„Hallo Sonnenschein! Schön dich zu sehen!“
Unbeeindruckt winkte Nari in die Kamera.
[Was willst du, Nari?] wiederholte Grace ihre Frage und die Mindani rollte ein wenig die Augen.
„Du bist wirklich die Königin des Smalltalks, Gracie. Hast du dir schonmal überlegt, dich darin schulen zu lassen? Oder untersuchen? Vielleicht fehlt dir ein Gen… das ‚Normal-mit-netten-Leuten-umgehen-Gen‘.“
Sehr clever, lobte Nari sich innerlich selbst. Der Ärztin irgendwas mit Genen entgegenzuwerfen, dürfte doch irgendeine Reaktion hervorrufen. Aber anscheinend hatte Grace heute einen einigermaßen angenehmen Tag und reagierte nicht groß. Dann halt nicht, eigentlich hatte Nari ja auch ausnahmsweise mal tatsächlich einen Grund, die Schottin anzurufen.
„Ok, ok. Du bist bockig wie immer, macht nichts. Hör zu, ich brauche deine Hilfe. Ich habe DIE Idee!“
Nari konnte sehen, dass Grace mit ihrer tollen Idee nichts zu tun haben wollte, obwohl sie sie noch nichtmal gehört hatte. Unverschämt, aber egal.
„Also, folgendes. Ich hab gedacht, wir planen Jax und Matthew eine Tour. So eine richtig coole. Schottland, Mindan und noch irgendwas dazwischen, was beiden gefällt. Die haben jetzt drei Monate frei, was meinst du wie die sich freuen, vor allem wenn wir das gemeinsam ausklügeln. Erst fallen sie vom Glauben ab, und dann freuen sie sich wie sonstwas. Sie können sich gegenseitig ihre Heimat zeigen, ein bisschen was erleben…“
Warum schaute die Ärztin so verwirrt?
[Du willst Jax und Matthew eine Tour schenken? Jax, deinem Bruder und Matthew…] Grace ließ das Ende offen und machte mit der rechten Hand eine kreisende Handbewegung. Nari hob eine Augenbraue. War die jetzt total verblödet?
„…Matthew. DEINEM Bruder, bist du irgendwie schwer von Verstand?“
Das schien nicht gerade für Klarheit zu sorgen.
[Warum zum Teufel sollten wir deinem Bruder und meinem Bruder eine gemeinsame Reise planen? Warum sollten die sich gegenseitig ihre Heimat zeigen wollen? Ich habe Jax weiß Gott oft genug gesagt, er soll sich aus Schottland fern halten, wenn ihm sein Seelenheil lieb ist.]
Die kleinen Rädchen in Naris Gehirn drehten sich munter um sich selbst, aber sie wollten keinen Sinn aus den Fragen der Schottin machen.
„Äh… weil die jetzt seit gut einem halben Jahr zusammen sind? Das muss man doch irgendwie feiern, oder? Ich meine, wenn das so weiter geht heiraten die irgendwann und dann wollen die bestimmt, dass wir zwei uns verstehen, wir sind ja dann quasi fast schon Schwestern und wie könnten wir ihnen das besser zeigen, als wenn wir zusammen…“
Nari erstarrte, als sie sah, wie Grace sie durch den Bildschirm anstarrte. Der sonst so neutrale bis verärgert-genervte Gesichtausdruck der Ärztin war einem fassungslosen Blick gewichen, als die Puzzleteile sich offensichtlich endlich zu einem Bild zusammengefügt hatten. Naris Herz begann schneller zu schlagen. Nein, nein, nein. Die hatten ihr das immer noch nicht gesagt?
„Grace, bitte sag mir nicht, dass du das noch nicht wusstest.“
Die ausbleibende Antwort war Antwort genug und leichte Panik machte sich in Nari breit. Jax und Matthew hätten nicht klarer sein können in ihren Anweisungen, Grace nichts zu sagen, weil sie das selbst übernehmen wollten. Und das war ja auch wochenlang kein Ding gewesen, aber sie hatten ihr IMMER NOCH NICHTS gesagt? Nari war sich sicher gewesen, das wäre inzwischen eine sichere Sache, aber anscheinend hatte die Ärztin immer noch nichts gewusst.
„Gracie, es tut mir echt leid, ich war sicher sie hätten dir das inzwischen gesagt, das ist ja jetzt schon so lange ein Thema und…“ Das machte es nicht besser und wahrscheinlich wäre es das Beste, jetzt den Mund zu halten, aber es lag nicht in Naris Natur, still zu sein und die aufkeimende Panik machte es nicht besser.
„Grace, es tut mir leid. Es stand mir nicht zu, dir das zu sagen und…“
Diesmal unterbrach Grace die Mindani mit einer hochgehobenen Hand.
[Schon gut.] antwortete sie und Nari bekam ein Lächeln zu sehen, an dem die Schottin definitiv noch arbeiten musste, wenn es überzeugen sollte.
[Danke, dass du mir Bescheid gegeben hast. Und deine Idee ist gut. Ich mache mir ein paar Gedanken und sende sie dir zu. Ich muss los.]
Bevor Nari noch etwas erwidern konnte, wurde die Verbindung gekappt. Nari starrte bestürzt auf den Bildschirm. Sie wusste nicht genau, warum Matthew und Jax so ein Thema daraus machten, Grace nicht zu informieren, aber sie wusste, dass es nicht durch sie hätte erfolgen sollen. Sie schluckte, als sie zögerlich den Anrufsbutton erneut drückte.
Diesmal dauerte es einen Moment, bevor das Gesicht ihres Bruders auf dem Bildschirm erschien. Jax freute sich offensichtlich, sie zu sehen, aber Nari wusste, dass sie nicht gerade gut darin war, ihre Gefühle zu verbergen und sein Gesicht wurde schnell ernst.
[Nari, ist alles in Ordnung?]
Nari schluckte nochmal und drehte nervös eine Haarsträhne um den Finger.
„Ähm… ich… ich muss dir was sagen. Oder euch. Ich…“
Jax sah sie besorgt durch den Bildschirm an.
[Ist etwas passiert?]
Die Mindani atmete tief durch. Es half ja nichts…
„Ich hab heute mit Grace gesprochen. Ähm… nur so zwischendurch. Weißt du noch, als ihr gesagt habt, ich sollte erst mit ihr über euch sprechen, wenn ihr mit ihr gesprochen habt?“
[Ja…..]
Nari wand sich innerlich, aber sie war nicht zum Lügen und auch nicht zur Feigheit erzogen worden, also atmete sie nochmal tief durch und ließ es dann heraus.
„Ich hab wirklich gedacht, ihr hättet inzwischen mit ihr gesprochen und deswegen hab ichs angesprochen und dann hab ich gemerkt, dass sie es noch nicht wusste und es tut mir wirklich, wirklich leid, aber ich glaub es ist in Ordnung, sie war eigentlich ganz ruhig, aber es tut mir wirklich leid.“
Im Hintergrund ihres Bruders hörte Nari, wie etwas zu Bruch ging, dann tauchte das Gesicht ihres Schwagers neben dem ihres Bruders auf.
[Was?]
„Es tut mir wirklich leid.“
Zum zweiten Mal innerhalb kürzester Zeit wurde die Verbindung von einem Mitglied der Familie Fraser kommentarlos unterbrochen und Nari senkte bedrückt den Kopf. Das hatte sie wirklich nicht gewollt. Wie konnte sie das wieder kitten? Komplizierte familiäre Situationen kannte sie nicht – in ihrer eigenen Familie war bisher immer alles maximal unkompliziert gewesen. Vielleicht konnte die Counselor ihr helfen.
<NRPG> kleiner Ball an Deborah, gerne auch als Copost wenn du Lust hast </NRPG>
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Zeit: MD XX.0945
Ort: Quartier Nari Mando, T’Vala, Wuhkuh und Dahkuh
Nari hat DIE Idee schlechthin, was leider dazu führt, dass sie unbeabsichtigt ein Versprechen bricht.
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