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Mich juckt es gerade so in in den Fingern und ich kann nicht anders. Ich musste mich mal der Kikonen bedienen. Nicht direkt Questrelevant, könnte aber Missionsrelevant werden. Hehe.
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Ort: Thyene (Thassos IV), Region Myzen
Zeit: MD 9.1001
Dagon Allatrix Ismara Tabitha atto Myzen schloss die Tür ihres Hauses hinter sich. Gerade hatte sie sich von ihrem liebenden Gatten Allatrix Plutark Tomasi atto Myzen verabschiedet. Sie war glücklich, niemand hatte so einen liebevollen und guten Mann wie sie. Mit großer Zärtlichkeit hatte er ihr einen heißen Isawia zubereitet. Sie liebe die belebende Wirkung dieses Getränks. Seitdem Tabitha die Stelle bei der Prinkipax bekommen hatten, konnten sie sich das viel öfters leisten. Dankbar hob sie ihre Nase über ihren Becher, in welchem die heiße Flüssigkeit hin und her schwappte. Es war ihrer Tante zu verdanken, dass sie den Sprung in das Gefolge der Prinkipax geschafft hatte. Die Dagons waren eine Sippe, welche sich schon seit vielen Generationen darum bemühte ihren Einfluss in der kikonischen Gesellschaft zu vermehren. Das große Ziel war es einen aus ihrer Sippe mit der Sippe der Myzen zu verbinden. Dies wäre der ultimative Einfluss. Tabitha wusste, dass dies in ihrer Generation noch nicht möglich und denkbar war. Doch sie konnte für ihre Sippe hier schon gute Grundsteine legen.
„Guten Morgen Dagon Allatrix Ismara Tabitha atto Myzen!“ erscholl es plötzlich neben Tabitha.
Diese zuckte zusammen und hätte fast ihren Isawia über ihr schönes neues, weißes Gewand geschüttet. Die braunen Flecken wären zudem äußerst schlecht aus dem teuren Stoff herausgegangen. Ein weiterer Vorteil ihres gesellschaftlichen Aufstieges war die Tatsache dass sich Tabitha Gewänder leisten konnte, von denen ihrer Mutter nur geträumt hatte. Widerwillige grüßte sie ihre Nachbarin, die äußerst neugierig war und auch äußerst neidisch auf Tabithas Aufstieg.
„Guten Morgen Meosi Atreides Farfalla Theodora atto Myzen, ich hoffe Du hast gut geschlafen. Dein Mann hat heute Nacht zumindest nicht viel Schlaf gefunden!“ Es war ein ungeschriebenes Geheimnis das Theodora seit langer Zeit versuchte mit ihrem Mann endlich Nachwuchs zu zeugen. Doch es wollte ihnen leider nicht gewinnen. Theodora entschied dabei nach jedem Liebesspiel, ob ihr Mann sich genug angestrengt hatte oder nicht. War sie mit ihm nicht zufrieden musste er die Nacht im Garten verbringen. Natürlich hatte die Nachbarschaft das schon längst herausgefunden und so lebte der Tratsch und Klatsch von diesem Ehepaar.
Theodora ging über solche spitzen Bemerkungen gekonnt hinweg. Auch wenn es sie in Wahrheit traf. Doch eine Atreides zeigte ihren Schmerz nicht. „Nein, er musste etwas im Garten erledigen. Du weißt ja wie die Männer sind, wenn die Muse sie küsst…“
Tabitha schüttelte den Kopf. Doch sie hatte eigentlich keine Zeit für den Klatsch und Tratsch der Woche. Sie wurde im Palast Myzia erwartet. Es ging bestimmt um die Queste. Mit Sorge hatte Tabitha in den Nachrichten das Feuer verfolgt. Stand die Queste unter keinem guten Stern mehr? Oder würden die Questenden gestärkt und Siegreich daraus hervorgehen? Einige der Männer atto Föderation sahen äußerst gut aus. Besonders in den würdevollen Gewändern ihres Volkes. So mancher Gedanke hatte sich dabei in Tabithas Kopf wiedergefunden. Diesen Cpt. Ruthven Shay atto Föderation würde sie definitiv nicht von ihrer Bettkante stoßen, wenn er sich zu ihr in Oíkos verirren würde. Natürlich müsste Tomasi dann einige Nächte ausquartiert werden, doch er wollte ja schon lange mal wieder seine Familie besuchen gehen. Dies wäre ein guter Anlass. Ein verschmitztes Grinsen zog sich über ihr Gesicht.
„Na, träumst Du auch von diesem stattlichen Mann atto Föderation. Der ist aber auch ein Hingucker, oder?“ plauderte Theodora weiter und nun musste sie Grinsen, als sie bemerkte wie Tabitha für einen kurzen Moment erbleichte, bevor sie sich wieder im Griff hatte.
„Du weißt doch dass ich nur Augen für Tomasi habe. Er ist so ein guter Ehemann. Erst letztens hat mich die Direktorin unserer Schule vor allen Anwesenden für die kunstvolle Interpretation der Ullias Geschichte gelobt, welche Tomasi zum Besten gegeben hat. Sogar die Prinkipax hatte mich am nächsten Tag darauf angesprochen.“ Tabitha prüfte ihre Fingernägel. Entsprachen diese auch dem genauen Auge der Domina des Palastes? Wann endlich würde Theodora sie in Ruhe lassen?
„Ja, ich habe auch gehört wie gekonnt er die Ullias interpretiert hat. Hach, was wären wir ohne unsere liebevollen Gatten, oder?“
„Verzeih mir, doch ich werde im Palast erwartet und kann leider nicht mehr mit Dir reden“, sagte Tabitha bestimmt und beschleunigte dann ihre Schritte.
Doch Theodora dachte nicht daran Tabitha entkommen zu lassen. Sie eilte der Nachbarin hinterher und hatte schnell wieder aufgeschlossen. „Wie gut dass Du Deine Arbeit ansprichst. Wie Du weißt, haben wir eine neue Lieferung erhalten. Ich habe auch schon ein erstes Angebot der Prinkipax Crobyzes Parathma Itira Reza atto Crobyzes erhalten. Sie ist ja soooo großzügig. Doch ich muss Dir ehrlich sagen, ich bin aus Myzen und mein Herz schlägt für Myzen. Ich kann dieses Angebot nicht annehmen ohne nicht vorher mit der Prinkipax Myzen darüber gesprochen zu haben. Das geht einfach nicht, weißt Du wie das ist?“
„Verdammt…“, entfuhr es Tabitha. Daher wehte also der Wind. Theodora war eine einfluss- und erfolgreiche Handelsfrau. Ihre Güter waren leider wirklich immer erstklassig und nun wollte sie einen guten Handel abschließen. Dafür wollte sie den neuen Einfluß von Tabitha nutzen. Ihre Tante hatte sie davor gewarnt. Das Ziel der Sippe war seit Generationen klar definiert. Noch nie war eine Dagon soweit gekommen wie sie. Doch dafür musste Tabitha auch Opfer bringen. Die Ehe mit Tomasi war gezielt arrangiert. Sie diente dem großen Ziel. Tomasi war ein guter Mann. Seiner Familie und dem Einfluss den ihrer Tante dadurch gewonnen hatte, war es unter anderem zu verdanken, das Tabitha die Stelle im Palast bekommen hatte. Ein wichtiger und lang geplanter Schritt. Doch niemand hatte ahnen können, das Tomasi nicht nur „Hausmann“ sein wollte. Er träumte davon die Welt zu bereisen. Er wollte Abenteuer erleben. Am liebsten wäre er sogar Pilot geworden. Das war einfach undenkbar. Es hatte Tabitha viel abgefordert ihren Mann immer wieder zu lenken und ihm klar zu machen, dass er als Mann nie die Chancen haben würde. Dass es ihm aber so gut ging, wie kaum einem anderen Mann. Gerade Zuhause durfte Tomasi viel. Er bekam viele Bücher von Tabitha, welche sich mit Technik befassten und welche ihm seinen Traum das Weltall zu sehen zumindest auf wissenschaftlicher und literarischer Ebene extrem Nahe brachten.
Doch eine falsche Entscheidung und genauso so einen konnte das Ansinnen von Theodora sein, würde die ganze mühevolle Arbeit im Nichts verpuffen lassen. So langsam man in der kikonischen Gesellschaft aufsteigen konnte, so schnell konnte man fallen. Ein schlechtes Geschäft, eine schlechte Empfehlung, verdorbene Ware. Wenn Tabitha mit ihrem Namen und dem ihrer Sippe dafür gebürgt hatte, dann war sie Teil des Problems. Andererseits würde ein gutes Geschäft ihr helfen. Es würde ihre Rolle im Palast stärken und auch gegenüber der Domina würde sie an Ansehen gewinnen. Es half nichts, sie musste eine Entscheidung treffen.
Versonnen blieb Tabitha deswegen vor einem der großen Holoschirme in der Stadt stehen. Sie waren perfekt eingepasst in die Architektur der Kikonen. Überall konnte man Nachrichten sehen. Und diese Nachrichten waren voll von den fremden Besuchern und der heiligen Quest. Es gab kaum ein anderes Gesprächsthema in Myzen. Das nächtliche Feuer überschattet das ganze Geschehen im Moment etwas. Doch die Außerweltlichen Besucher waren immer noch ein beliebtes Thema. „Du hast recht Meosi Atreides Farfalla Theodora atto Myzen, es wäre äußerst ungeschickt wenn unsere Prinkipax Myzen, die Götter haben sie selig, nicht einen Blick auf deine…“
In diesem Moment blieb ihr das Wort im Mund stecken. Auf einem der Holoschirme war Tomasi zu sehen. Eine Reporterin interviewte ihn zu den aktuellen Ereignissen. Es war ein Sender aus Crobyzes. [Sagen Sie uns doch bitte nochmal ihren Namen, ehrenwerter Bürger!]
[Aber gerne doch], sagte Tomasi zu der Frau [ich heiße Dagon Allatrix Plutark Tomasi atto Myzen].
[Und sie sind also ganz begeistert von dem Besuch der Außerweltler?]
[Aber natürlich, sie sind großartig. Männer die im Weltall fliegen. Verstehen Sie nicht was das für eine Botschaft für uns ist? Wir Männer können unsere Träume leben], Tomasi erhob ein Buch, welches er gerade las, [bisher war ich darauf beschränkt vom All zu lesen, doch nun weiß ich, es ist möglich dass auch ein Mann es bereisen kann, dass er Aufgaben wie die eines Piloten übernehmen kann. Ist das nicht wunderbar?] Tomasi strahlte in die KAmera, man konnte seine Freude regelrechte spüren.
Die Einstellung schwenkte auf eine Nachrichtensprecherin aus Crobyzes [Sie sehen meine sehr verehrten Damen und Herren was dieser Besuch schon für Auswirkungen hat. Unsere Wälder, unsere heiligen Wälder stehen in Flammen, von der Technik dieser Außerweltler ausgelöst und unsere Männer haben Ideen, welche nicht zu ihrem Geschlecht und ihrer Stellung in unserer Kultur passen, ich muss mich fragen, was noch auf uns alle zukommt…]
Tabithas Becher war zu Boden gefallen, der Isawia hatte sich über den Boden und ihr Kleid verteilt. Theodora nahm Abstand von Tabitha. „Ach verzeih meine Liebe, ich habe Dich ja wirklich über die Maßen belästigt, ich werde ein anderes MAl…“ und mit diesen Worten war sie auch schon verschwunden.
Die Zurückgebliebene schaute verzweifelt auf den Bildschirm. Was hatte ihr Mann da nur angestellt? Was hatten diese Außenweltler angestellt? Dann eilte sie in Richtung Palast, sie hegte die Hoffnung noch etwas retten zu können. Doch vielleicht war alles verloren.
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Ort: Thyene (Thassos IV), Region Myzen
Zeit: MD 9.1001
Dagon Allatrix Ismara Tabitha atto Myzen denkt über ihre Zukunft nach und versucht sich einer penetranten Nachbarin zu entziehen, welche ihre Stellung am Palast ausnutzen will. Doch dann verändert sich alles durch ein Interview ihres Mannes. Verändert sich die Gesellschaft der Kikonen bereits?
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submitted by
Friddi
aka
Dagon Allatrix Ismara Tabitha atto Myzen – bald ohne Rang und Namen?