# Ort: Nisida-Steppe (Vulkangebirge Kerbas), Thassos IV # Zeit: MD 8.1230 # Team Vulkan: C. Ruthven, Geary, Enovo, PO Greene
> „Ich glaube es hat uns entdeckt!“ mischte sich nun Nik ein und riss den > Dichter aus seinen Gedanken und die Frauen aus der angeregten Diskussion. > > „Scheint als müssten wir ihren Plan schneller umsetzen als gedacht Ms. > Greene.“ erklärte Claudia daraufhin.
Dak Arouraia schaltete am schnellsten. Sie brachte ihr Reittier mit einem harschen Ruck am Zügel zum Stehen, sprang noch im selben Moment aus dem Sattel und rannte los. Sie hielt auf Pararthma Sithon zu, der das eine Packtier am Zügel führte. In seiner sparsamen Art machte er nur eine abwehrende Geste und rief:
„Das andere! Meins hat die Lavakessel.“
Arouraia verstand, und lief nun auf John zu. Die Lavakessel waren ihr wichtigster Ausrüstungsgegenstand, denn ohne diese hatten sie keine Chance die Lava sicher zu transportieren.
Über ihnen war ein Zischen zu hören. Claudia sah, dass der Prix in die Kurve gegangen war. Er hatte sie eindeutig entdeckt und schien noch unsicher zu sein, wie gefährlich sie waren und wie er sie angreifen sollte.
Welchen Grund hatte er überhaupt, sie anzugreifen? Die meisten Tiere, egal ob irdisch oder außerirdisch, wurden aggressiv wenn sie ihr Nest verteidigten oder Hunger hatten. Wenn es das Nest war, würde er sie wohl nur in die Flucht schlagen wollen. Bei Hunger allerdings hatten sie schlechte Karten.
Inzwischen war die ganze Gruppe stehen geblieben. Dak Arouraia war auf Johns Packtier geklettert und warf in fieberhafter Eile die Taschen aus den Tragekörben zu Boden, ohne groß darüber nachzudenken was drin war. Wenn alles gut ging, konnten sie sie später wieder einsammeln.
Claudia bemerkte, dass Trish und John Anstalten machten, ebenfalls abzusteigen und der Kikonin zu helfen. „Bleibt im Sattel!“, kommandierte sie. „Gleich zählt jede Sekunde!“
Aus dem Augenwinkel bemerkte sie, dass der Prix-Drache in den Sturzflug übergegangen war. Er schien Pararthma Sithon als leichtestes Ziel auserkoren zu haben, vielleicht weil dieser am weitesten hinten zum Stehen gekommen war. Wie ein Kampfjet raste das große Tier über die karge Steppe. Seine Klauen blitzten gefährlich. Der Kikone saß auch noch hochaufgerichtet im Sattel, als ob er ein besonders leichtes Ziel bieten wollte. Was sollte das? Claudia spannte unwillkürlich alle Muskeln an, als ob sie damit den Angreifer aus seiner Flugbahn lenken könnte.
In letzter Sekunde glitt Sithon in einer fließenden Bewegung nach unten, hing einen Augenblick neben seinem Reittier. Nur Zentimeter über ihm durchschnitten die Klauen des Prix die Luft. Kaum war er vorbei, setzte der Kikone sich wieder auf. Claudia pfiff anerkennend.
„Los, los, Bewegung!!“ brüllte Dak Arouraia. Sie war inzwischen aus dem Tragekorb gesprungen und hatte ihr Schwert gezogen. Mit der flachen Seite der Klinge gab sie dem Lasttier einen Hieb auf den Hintern, der knallte wie ein Peitschenschlag. Verstört blökte das Tier auf und rannte davon.
„Mir nach“, rief Kalokairi Kataigida. Sie schlug ihrem Theropoden die Fersen in die Seite. Der Rest der Gruppe tat es ihr gleich. Dak Arouraia sprintete zu ihrem Tier (aus Solidaritätsgefühl war es ebenfalls losgelaufen) und hievte sich im Laufen in den Sattel.
So weit so gut. Gleich würde sich zeigen, ob der improvisierte Plan funktioniert hatte. Nachdem sie sich vergewissert hatte, dass ihr Reittier Kataigida folgte, drehte Claudia sich vorsichtig um. Das war gar nicht so einfach, denn der Sattel in dem sie saß, hüpfte im schnellen Lauf auf und ab, während die rote Steppe in beängstigendem Tempo vorüberflog.
Schließlich schaffte sie es den Kopf nach hinten zu drehen. Was sie sah war nicht gut. Das erste was sie wahrnahm war das Prix-Männchen, das wieder zum Sturzflug ansetzte. Wen es im Visier hatte, war bei diesem rasenden Ritt nicht zu erkennen. Ihre Kameraden waren durch die roten Staubwolken, die sie aufwirbelten nur schemenhaft zu erkennen. Was sie aber deutlich sehen konnte, war, dass obendrein das verscheuchte Reittier seinem Herdentrieb gehorchend ihnen hinterherrannte.
„Verflixt!“, fluchte sie. „Noch irgendwelche schlauen Ideen!?“
„Abschießen“, hörte sie Trishs Stimme.
„Niemals“, protestierte Kataigaida sofort. „Besser wir alle sterben als dieser Prix!“
Sie klang so entschlossen, dass niemand es wagte zu widersprechen. Der ferne Berghang mit den angeblich darin befindlichen Höhlen kam quälend langsam näher. Hinter ihnen war wütendes Fauchen zu hören. Dann war der Prix heran und sauste über sie hinweg. Er hätte Trish erwischt, hätte ihr Theropode nicht in diesem Moment in einer Art übersinnlicher Vorahnung einen Ausfallschritt nach rechts gemacht.
„Vielleicht können wir es mit genug Krach verscheuchen?“, rief Claudia.
„Ich weiß nicht…“, rief Kataigida zurück.
Vor ihnen zog der Prix eine langgezogene Schleife, erkennbar mit dem Ziel einen neuen Anflug von vorne zu wagen. Nach wie vor galoppierten sie so schnell sie konnten.
„Ich hab was“, rief Dak Arouraia, die inzwischen zur Spitzengruppe aufgeschlossen hatte. Sie nestelte an ihrem Gürtel und zog einen kleinen silbernen Gegenstand aus einem Beutel. „Ohren zuhalten!“ brüllte sie. Enovo und Trish gaben die Anweisung nach hinten weiter.
Einen Moment dauerte es noch. Kataigida zügelte das Tempo etwas, da in langsamerem Lauf besser zu erkennen war was der Gegner tat, und man auch besser reagieren konnte. Mit einem wütenden Kampfschrei ging der Prix ein drittes Mal zum Angriff über. Dak Arouraia ließ ihn herankommen. Erst als er nur noch Sekunden entfernt war, warf sie den silbernen Gegenstand in die Luft.
Augenblicklich sendete dieser ein ohrenbetäubend lautes Geräusch aus. Es klang etwa wie das Kreischen von tausend Gabeln, die über tausend Teller kratzten, begleitet vom Scheppern eines abstürzendes Topfschranks in der Lautstärke eines Rockkonzerts. Obwohl alle der Anweisung gemäß die Ohren zugehalten hatten, war es kaum zu ertragen.
Das fand auch der Prix. Wild mit den Flügeln schlagend, brach er den Anflug ab und stieg wieder in die Höhe, nicht ohne ein missgelauntes Fauchen von sich zu geben. Dak Arouraia fing den silbernen Ball wieder auf, behielt in aber in der Hand.
„Welch wundersame Errettung!“, rief der Dichter von hinten. „Wahrlich, selten sah ich solchen Mut, solche Kaltblütigkeit!“
„Gerettet sind wir noch lange nicht“, rief Claudia zurück und deutete nach oben. Der Prix war dazu zurückgekehrt über ihnen zu kreisen, traute sich aber anscheinend für den Moment nicht mehr näherzukommen. „Sehen wir zu dass wir diese Höhlen finden!“
# Ort: Nisida-Steppe (Vulkangebirge Kerbas), Thassos IV # Zeit: MD 8.1230 Team Vulkan versucht dem Prix zu entkommen.
**submitted by Johannes a.k.a. Fabien LaGroille
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