Wenn die Dämme brechen

Hi Ihr,

ein weiteres Post das Euch vielleicht hilft ein Bild von Jennifer zu bekommen. Ich mag es, auch wenn es eher wieder traurig ist.
Für Sunny habe ich mal einen ersten Hinweis auf den Täter reingepackt. Bin gespannt was ihr daraus macht. 🙂
Liebe Grüße
Friddi
<RPG>
Ort: Büro des CNS
Zeit: MD 23.1615
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Der Italiener deutete auf verschiedene kleinere Behältnisse am Rande des
Tisches. Alle waren beschriftet. Er nahm eine der Kapseln, las das
Etikett und legte es dann in einen der Behälter.
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Irritiert blickte Jenn auf den Behälter und die Kapseln. War das sein Ernst? Ihre Augen zogen sich zusammen. Was führte der Italiener hier im Schilde? Sie würde ganz bestimmt nicht die Kapseln sortieren. Das der CNS und seine Frau eine Beziehung zu Pflanzen hatte, war auch an Jennifer nicht vorbei gegangen. Doch im Moment kam es ihr spanisch vor, nein, eher italienisch.
Langsam nahm Jennifer eine der Kapseln in die Hand und drehte diese zwischen ihren Fingern. Ja, es funktionierte. Ein Lächeln zauberte sich auf Jenns Gesicht.
Ettore blickte vom Behältnis auf und sah wie Jennifer die Packung zwischen den Fingern wirbelte. Er blickte auf das Chaos vor sich und dann auf Jenn. „Äh, es wäre hilfreich…“
„Sie sagten Sie finden das entspannend. Nun, ich finde es eher entspannend etwas in den Fingern zu haben. Haben Sie schon einmal getrocknete Salatblätter geraucht?“ fragte Jenn harmlos.
Ettore schüttelte den Kopf. Er hatte nicht geraucht und schon gar nicht Salat. Was für eine abwegige Idee.
„Ich auch nicht. Frage mich gerade ob man das rauchen kann. Klein Emily wüsste das bestimmt.“ Dabei dachte Jenn an die Kräuterzigaretten die ihr vom Hologramm untergeschoben worden waren.
„Klein Emily?“ fragte nun Ettore, das brachte ihm um aufhorchen. 
„Lange Geschichte…“ lautete Jenns Antwort. Wenn der CNS dachte, sie würde sich an der Sortieraktion beteiligen dann hatte er sich geschnitten. 
„Nun, deshalb sind wir hier, oder?“ Ettore lächelte zuversichtlich.
Jenn schmunzelte. „Welche Geschichte würden Sie denn dann gerne hören?“
<NRPG> Ball zurück, bin mal gespannt was Ettore nun wissen will, Kim. </NRPG>
Ort: USS Hephaistos, Gang
Zeit: SpD 2.1630
Shay und Jenn liefen gemeinsam durch die Hephaistos. Tatsächlich war die OPS erleichtert wieder Uniform zu tragen. Sie liefen schweigend nebeneinander. Jenn hatte viel zu verarbeiten. Es kam für sie einem Wunder gleich dass man offensichtlich auf der Hephaistos einiges in Gang gesetzt hatte um sie zu ‚retten‘. So etwas hatte sie in ihrem Leben eher selten erlebt. Es gab Ausnahmen, die gab es immer. Einige Lehrer im Internat, ein paar Ausbilder auf der Akademie und Samantha DeCoster, die aus irgendeinem Grund viel daran gesetzt hatte Jennifer in der Sternenflotte zu halten.
Doch hier auf der Hephaistos war alles irgendwie ganz schnell, ganz anders geworden. Und nun, nun hatte diese Crew sie aus der Zelle auf der Sternenbasis herausgeholt. Dabei war Jennifer zu sehr Realistin, als das sie wusste das sie nun das Lieblingskind der Hephaistos war. Sicherlich war nicht jeder von ihr begeistert und sicherlich gab es einige hier an Bord die mit ihr Schwierigkeiten hatten. Doch am Ende der Rechnung stand nun erst einmal die Tatsache das der CO persönlich sie aus dem Arrestbereich geholt hatte. Das Shay LtCmdr. Tully rund gemacht hatte. Das er für sie, Jennifer Larson, gekämpft hatte. Eigentlich war es immer so, dass Jennifer Larson für sich selber kämpfen musste. Das die junge Frau auch manchmal für andere kämpfte. Dies arbeitete in ihrem Kopf. Irgendwie hatte sich ihre Realität verändert. Da waren noch genug Vorwürfe gegen sie und Jenn hatte kein Problem damit das eine oder andere krumme Ding zu drehen. Doch nun hatte sie so das Gefühl das es womöglich mehr als Hoffnung gab. Das es tatsächlich die Möglichkeit gab dass sie eine Familie, eine Heimat finden konnte.
Vor ihnen tauchte eine Tür auf. Shay blieb davor stehen. Auch Jenn, diese runzelte allerdings verwirrt die Stirn. Das war nicht das Quartier von Emily. 
„Ens. Connor hat uns verlassen,“ begann Shay und tippte einen Code in das Bedienfeld der Tür, „wenn Sie möchten ist es Ihr Quartier. Ich dachte, nach alldem möchten Sie vielleicht einen Rückzugsort haben, der nur Ihnen gehört!“
Erstaunt blickte Jenn auf ihren CO, und ja, tatsächlich dachte sie das erste Mal in genau diesen Worten. „Woher…“
Shay unterdrückte ein Schmunzeln, er wusste das es jetzt besser war Ernst zu bleiben. „Ich wusste es einfach.“
„Danke.“ Jenn sagte es leise, sehr leise. Es war kein Wort welches sie einem vorgesetzten Offizier gegenüber oft über die Lippen brachte. Vor allem nicht ohne einen Flaps. 
Die Tür öffnete sich und Shay drehte sich um, er nickte noch kurz und wollte schon gehen, als Jenn ihn aufhielt. „Skipper? Keine mahnenden Worte? Keine Erklärungen?“
Die Augen des COs ruhten auf Jennifer. Dieser wurde es schon leicht unwohl. Sein Blick drückte so viel aus, was er gar nicht sagen musste. „Ens. Larson, ich habe immer noch ihr Wort, oder?“
„Ja Sir.“ kam es wieder leise von Jennifer.
„Ich weiß, dass Sie alles was in Ihrer Macht steht unternehmen werden um sich zu entlasten. Doch es muss von diesem Quartier aus passieren. Ich werde keine Wache aufstellen, denn ich hoffe das dies nicht nötig ist.“
Nun blickte Jenn auf den Boden. Sie konnte dem Skipper nicht mehr in die Augen sehen. Also nickte sie nur. „Sie haben mein Wort!“
„Gut.“ Shay überlegte einen Moment noch ob er noch etwas sagen sollte, ob er Jennifer in den Arm nehmen sollte oder ihr aufmunternd auf die Schultern klopfen sollte, doch er ließ es. Es fühlte sich so richtig an.
Die dunkelhaarige OPS blickte ihrem CO noch lange hinterher. Erst als er um eine Ecke des Ganges bog und dadurch ihren Augen entschwand machte sie einen Schritt in ihr Quartier. Die Tür schloss sich hinter ihr. Langsam drehte sich Jennifer um und sank an der Tür zu Boden. Das Quartier war dunkel. Genau das brauchte sie im Moment. Ein erster Schluchzer entrang sich ihrer Kehle, dann ein zweiter. Dann öffneten sich alle Dämme. Die ganze letzte schreckliche Nacht zog vor ihren Augen wieder vorbei. Die Behandlung und dieser Hass der ihr entgegengeschlagen war. Jenn fühlte sich einsam und verloren. Und das, obwohl sie zum allerersten Mal wusste das es Personen auf diesem Schiff gab, die für sie Himmel und Hölle in Bewegung gebracht hatten. Womöglich war es dieses Gefühlswirrwarr aus Glück und Einsamkeit, aus Hoffnung und Schmerz welches ihre Dämme einriss. 
Die Sterne zogen am Fenster vorbei, begleitet von einem traurigen Lied, welches aus großem Schmerz bestand.
Ort: Fremdes Schiff an K7 angedockt.
Zeit: SpD 2.1802
„Hat er unsere Botschaft verstanden?“ fragte eine eklige, hässliche Stimme.
„Ja, er weiß das er nicht sicher ist und wir alles von ihm fordern können was wir wollen. Allerdings ist es mir nicht gelungen die Botschaft an Larson auszurichten. Sie befand sich nicht mehr im Gewahrsam der Station.“ Diese Stimme war unterwürfig, ja fast schon ängstlich.
Eine Faust schlug auf die Lehne. „Verdammt. Diese Hexe, sorge dafür dass die Beweise eindeutig sind!“ Ein hässliches Lachen erklang. Diese Frau hatte sich eindeutig mit dem Falschen angelegt, dass würde auch sie noch lernen.
</RPG>
<SUM>
Ort: Büro des CNS
Zeit: MD 23.1615
Jenn benutzt die Kapseln und Tütchen für ihre Zwecke. Anscheinend möchte Ettore Geschichten hören.
Ort: USS Hephaistos, Gang
Zeit: SpD 2.1630
Shay bringt Jenn zu ihrem neuen Quartier. Es sind nicht viele Worte nötig. Jenn ist sehr dankbar. Als die Tür sich hinter ihr schließt, öffnen sich die Dämme ihrer Verzweiflung und ihres Schmerzes.
Ort: Fremdes Schiff an K7 angedockt.
Zeit: SpD 2.1802
Ein böser Drahtzieher schmiedet weiter seine Pläne.
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submitted by
Friddi
aka
Ens. Jennifer Larson
OPS USS Hephaistos