Die Frage mit dem MHN.
| Betreff: Die Frage mit dem MHN. |
| Von: Jetsun.Pema@gmx.org |
| Datum: 03.06.2019, 13:39 |
| An: |
Hallo! Endlich komme ich mal wieder zu was. Soviel zu ‚ich habe Zeit‘. Naja. Sollte jetzt wieder besser gehen. <RPG> Ort: Raum des CO Zeit: MD -2.0830 Captain Ruthven wusste ja, dass die Führung eines Sternenschiffes der Föderation nicht einfach nur ein drahtiges Auftreten und der ausdrucksstarke Ausruf „Energie!“ oder „Machen Sie es so!“ bedeutete. Dass aber eine derartige Menge Papier- bzw. Silikonkram dazu gehörte, das hatte er so nicht wirklich erwartet. Manchmal wünschte er sich den Job eines Yeomans zurück, der ihm diese Kleinteiligen Sachen abnahm. Vielleicht wäre das ja auch eine weitere Aufgabe, die an die OPS delegiert werden könnte. Wenn die dann auch in seinem Sinne erledigt werden würde. Da war er nicht unbedingt so sicher. Ein persönlicher Assistent, Yeoman eben, wäre da schon gut. Theoretisch wäre das auch eine Aufgabe für die EO doch Sureya wollte er mit sowas nicht auch noch überhäufen. Nun, er würde sich das mit dem Yeoman nochmal durch den Kopf gehen lassen.War ja immerhin auch Tradition. Der Summer erklang und die Tür ging automatisch auf, nachdem er „Herrein!“ gerufen hatte. Herrein trat die junge Chefmedizinerin, Ensign Jetsun Pema. Wie letztens auch wirkte sie ein wenig eingeschüchtert auf Shay, was er nicht besonders schätzte. Wenn junge und neue Crewmitglieder so nervös waren, war das sicher verständlich, doch seine Abteilungsleiter sollten das nicht sein. Dann aber fiel ihm ein, dass Jetsun auch noch sehr neu an Bord war. Gerade ab von der Akademie. Und, wenn er sich richtig erinnerte, die Leitung der medizinischen Abteilung auch mehr oder weniger geerbt hatte. Noch war sie auch nur Interims-CM, wenngleich Shay dazu tendierte, ihr den Posten auf Dauer zu überlassen. Auch wenn sie keinen Doktortitel hatte, machte sie ihren Job ganz anständig. Und der Leiter eines Krankenhauses beispielsweise musste auch kein Medizinexperte sein. Er musste nur gute Leute haben. Shay erinnerte sich an eine historische Sache, die so ähnlich war. Bei der Schlacht um die Insel Midway im zweiten Weltkrieg damals, da war der Kommandeur einer Trägerkampfgruppe auch nur ein Kreuzerkommandant gewesen. Er hatte keine Ahnung von Flugzeugen oder Flugzeugträgern gehabt, konnte sich aber auf seine Kapitäne und Geschwaderkommandanten verlassen. Er musste nur das Große und Ganze im Auge behalten. Naja. Erstmal egal. Shay nickte der Ensign freundlich zu. „Ensign Jetsun Pema!“ Shay freute sich, dass er es immer gut hinbekam, seine Leute mit dem richtigen Namen anzusprechen. Und die CM mochte es mit Vor- und Nachnamen angeredet zu werden, da es in ihrer Kultur gar keine Vor- und Nachnamen gab. Nur Namen eben. Pema konnte beispielsweise Vor- oder Nachname sein. „Was kann ich für Sie tun?“ „Sir, ich…ich komme wegen des MHN.“ Sehr viel lockerer wirkte Jetsun noch nicht auf ihn. „Ah, ja. Ich habe davon gehört. Das MHN hatte eine… Fehlfunktion?“ „So konnte man es nennen, Sir. Ja. Es hat, wie Lieutenant Wells es nannte, seine Programmierung selbstständig erweitert. Es schaltet sich nach eigenem Gutdünken ein und aus, taucht auch außerhalb der Krankenstation einfach so auf und vor allem es… äh… es hat mir gegenüber gesagt, dass es sich in mich verliebt habe.“ „Wie bitte?“ Shay hatte etwas von einer Kündigung gehört. Er hatte das nicht wirklich ernst genommen. Vor allem, weil zu diesem Zeitpunkt so einiges anderes wirklich wichtiger war. „Ja, Sir. Und es hat Lt. Wells und mich belauscht. In der Krankenstation, auf dem Gang im Schiff und zuletzt im Elysium. Sir, ich werde das MHN nicht mehr benutzen. Ich möchte, dass es entweder abgeschaltet und ersetzt wird oder auf Werkseinstellungen zurückgesetzt wird. Besser aber wäre es, wenn wir beim nächsten Werftaufenthalt das ganze Programm komplett erneuern würden.“ „Sie wissen schon, Ensign, dass damit möglicherweise auch individuelle Erfahrungswerte des MHN verloren gingen! Werte, die das MHN in seiner Effizienz steigern.“ „Ja, Sir. Aber nicht die Patientendaten. Es wäre nur die gewisse Individualität des MHN, die verschwinden würde. Und genau diese Individualität wäre es, die das MHN in meinen Augen gefährlich macht.“ „Gefährlich?“ Jetzt horchte Shay auf. „Erläutern sie das!“ „Sir, wenn das MHN beginnt, sich irrational zu verhalten, dann ist das in meinen Augen gefährlich. Es behauptet, zu empfinden. Es hat mir vorgeschlagen, mit ihm Strip-Poker zu spielen. Es beobachtet mich. Mag sein, dass das vielleicht nur ein Streich eines anderen Crewmitglieds ist, doch wenn dieses Crewmitglied an der Programmierung des MHN herumgepfuscht hat, dann ist das sehr gefährlich. Solch einer Software werde ich unsere Patienten in der KS nicht anvertrauen. Was, wenn es beispielsweise einen Borg verabscheut?“ Jetsun hatte sich in Rage geredet. Jetzt war nichts mehr von Schüchternheit zu bemerken, was Shay unwillkürlich lächeln ließ. Natürlich gab es Sicherheitsprotokolle. Die würden greifen, bevor das MHN wirklich Gefährliches tat. Aber Jetsun hatte schon Recht. Das Vertrauen in das MHN war massiv erschüttert. Strip Poker? Shay schüttelte den Kopf. Und die CM zu beobachten, auch außerhalb der KS, das war unmöglich. Das war Stalking. Ein massiver Eingriff in die Privatsphäre der CM. So etwas konnte und durfte er nicht zulassen. „Haben Sie das schriftlich, Ensign?“ fragte er. „Ja, Sir. Hier ist ein ausführlicher Bericht.“ Und sie reichte ihm ein PADD. „Gut. Ich werde das mit der EO besprechen. Vielleicht werde ich noch einmal auf Sie oder auf Lt. Wells zukommen. Aber wahrscheinlich werde ich Ihrer Empfehlung folgen. Eine Modernisierung der KS in Folge einer komplett5en Reparatur wäre sicher auch sinnvoll, nicht wahr? Lassen sie das MHN deaktiv so lange Sie können. Andere medizinische Subsysteme sidn davon ja nicht betroffen. Danke Ensign!“ Jetsun machte keine Anstalten wegzutereten. „Noch eine Frage, Sir.“ „Ja?“ „Es betrifft die Patientin Ileytis von Las’Tor.“ „Ah, Ihre EBE. Was ist mit ihr?“ „Ich kann und möchte sie gerne aus der Krankenstation entlassen, Sir.“ „So schnell?“ „Ja, Sir. Sie ist immens schnell geheilt. Wohl auch wegen ihres VERM.“ „VERM?“ „Ja, Sir. Sie trug einen spezialisierten VERM unter ihrer Haut. Ich habe das Gerät auf ihr ersuchen herausoperiert. Die OP-Wunde hat sich innerhalb von 30 Minuten geschlossen und ist heute früh schon vollständig verheilt. Sie trägt das Gerät jetzt an einer Kette um den Hals.“ „Ist das aus medizinischer Sicht in Ordnung? Meines Wissens sind diese Geräte in Privatbesitzt nicht zulässig.“ „Das ist korrekt, Sir. Sie machen körperlich abhängig. Miss von Las’Tor ist auf jeden Fall davon betroffen. Das ändert aber nichts an ihrem medizinischen Zustand.“ „Und ihre geistige Gesundheit?“ „Aus meiner Sicht ist sie soweit gesund. Das letzte Wort dazu aber hat der Counsellor.“ „Gut. Wenn Sie keine Einwände haben, können Sie die Dame entlassen. Sie ist bis auf weiteres Gast an Bord. Mit den entsprechenden Sicherheitsbeschränkungen. Aber beobachten Sie sie weiterhin. Medizinisch meine ich.“ „Alles klar, Sir. Danke!“ <NRPG: Mac, noch Anmerkungen?> Ort: USS Hephaistos, Krankenstation Zeit: MD -2.0905 Ausgesprochen zufrieden betrat die CM ‚ihre‘ Krankenstation. Die Aufräum- und Reparaturaufgaben waren weitgehend abgeschlossen und die KS wieder voll in Betrieb. Und alle Patienten waren von der sekundären KS hierher verlegt worden. Dass es hier vor ein paar Tagen eine verheerende Explosion gegeben hatte, war rein äußerlich nicht mehr zu erkennen. Nur einige Geräte, die nicht zu ersetzen oder zu reparieren gewesen waren fehlten halt. Aber es waren nur wenige Teile und der nächste Werftaufenthalt würde, wie der Captain sagte, eine Komplettüberholung und Modernisierung bedeuten. Vielleicht, wenn die Zeit reichte, würde sie selber einen Lehrgang machen. Das wäre bestimmt nicht falsch. Jetsuns erster Blick fiel auf Lt. Thomas. Sein ‚Schicksal‘ hatte sie beim CO nicht angesprochen. Das müsste auch mit der Sicherheit geklärt werden. Und mit jemanden, der spezielle Ahnung von Borg-Technologie hatte. Und… Lt. Thomas hatte wirklich außergewöhnliche Borg-Elemente an und in sich. Das würde nicht einfach werden. Dann schaute Jetsun zu der Liege auf die Ileytis lag. Die Liduuri schlief. Jetsun war sich sicher, dass sie das nicht musste, aber was sollte sie auch sonst hier tun? Vielleicht lesen und sich fortbilden. Nun, dazu würde ihr noch viel Zeit bleiben. Jetsun überlegte, die junge Frau zu wecken, als sie bemerkte, dass weiter hinten Bewegung war. Andere Patienten? Oder war es ihr MTA? Sie ließ Ileytis weiter schlafen und ging ebenfalls nach hinten. Es war SCPO Te-Aboshanai, ihr MTA. Und er verabreichte Commodore Ruthven gerade Augentropfen. Jetsun warf schnell einen Blick auf ihre Armbanduhr. Sie hatte sich länger beim Captain aufgehalten, als sie gedacht hatte. Jetsun wartete, bis Te-Aboshanai die Commodore getropft hatte, dann begrüßte sie sie. „Guten Tag, Commodore Ruthven!“ „Ensign Pema. Schön, dass Sie es einrichten konnten!“ erwiderte diese den Gruß. Ein klein wenig eisig, wie Jetsun fand. „Bitte entschuldigen Sie meine Verspätung!“ sagte Jetsun. „Ich war eben noch beim Captain und das hatte ein wenig länger gedauert als ich erwartet hatte.“ „Schon in Ordnung. Ich bin sicher, es war wichtig.“ „Lebenswichtig, in der Tat.“ erwiderte Jetsun ernsthaft, was Claudia aufmerken ließ. War Shay ernsthaft krank? Sie wollte aber nicht neugierig wirken und fragte daher nicht nach. „Wollen Sie meine Behandlung übernehmen?“ fragte sie stattdessen. „Wenn Sie das wünschen, sicher. Gern. Ich hatte es Ihnen ja auch so angeboten.“ Jetsun wartete freundlich lächelnd ab. Claudia überlegte. Ernsthaft. Das war jetzt wieder eine psychologische Sache. Irgendwie reizte sie diese junge Frau, regte sie auf. Sie konnte den Finger nicht darauf legen, was es war, was sie irritierte, aber… Nein, das war dumm. Unprofessionell. Die CM hatte sie sicherlich nicht teilweise diensttauglich geschrieben um sie zu ärgern, sondern entweder, weil sie das wirklich so sah – und das war ihr Job – oder aber Shay hatte sie dazu angestiftet. Das traute sie ihm durchaus zu. Aber dann müsste sie sich eher an ihren Bruder wenden als an dieses junge Ding. Claudia atmete tief durch. „Ich danke Ihnen, Ensign. Wenn Chief Te-Aboshanai die Behandlung vornehmen kann, dann lassen wir ihn seine Arbeit tun. Er hat damit begonnen, lassen wir ihn das auch bis zu Ende durchführen. Sie haben sicher ja noch andere Patienten um die Sie sich kümmern müssen.“ Jetsun nickte. Die Commodore hatte sicher Recht. Es wäre außerdem auch unfair, Chief Te-Aboshanai ohne ersichtlichen Grund abzulösen. „Gut!“ sagte sie. „Ich bin vorne.“ <NRPG: Die Therapie ist in MP 563 beschrieben.> # Zeit: MD 1.0630 # Ort: USS Hephaistos, Messe Viele Freunde hatte Jetsun noch nicht auf diesem Schiff gefunden. Aber Emily gehört auf jeden Fall dazu. Es war auch schwer, die quirlige Ingenieurin nicht zu mögen, auch wenn sie so unglaublich unterschiedlich waren. Emilys ganzes Wesen war so bunt wie ihre Freizeitkleidung und das war etwas, was vielleicht nicht jeder mochte, dem er sich aber nur schwer entziehen konnte. Jetsun mochte das, auch wenn sie es nicht teilte. Emily war einfach ein absolut liebenswerter Mensch. Sicher gab es Tage, an denen Jetsun lieber Ruhe hätte. Wo sie den Tag gern entspannt und friedlich begann. Aber solche Tage waren eher selten. In aller Regel war Jetsun auch bei Tagesanbruch gut gelaunt. Und so hatte sie auch heute früh die Messe angesteuert, sich erst einmal einen Tee geholt und zu Emily gesetzt. Essen konnte sie immer erst nach acht Uhr. Früher bekam sie selten mal was herunter. Und dann kam Emily mit der Halloween-Party! Und sie wurde prompt eingeladen. Im Grunde war Jetsun entzückt. Eingeladen zu werden zu solch einer Feier war schon eine Art von Auszeichnung. Allerdings hatte sie keine klare Ahnung davon, was sie dort anziehen und wie sie sich verhalten sollte. „Also Kostüme, ja? Ich… habe bloß keines. Ich muss mal sehen, was ich finde. Oder ob ich was replizieren kann. Meinst Du, meine Kira könnte da reichen?“ „Kira?“ „Das Gewand. Was ich von zuhause mitgebracht habe.“ „Das ist aber nicht gruselig. Gar nicht.“ Emily schürzte die Lippen. „Aber wenn Du nichts Gruseliges findest, dann natürlich. Hauptsache, es ist nicht die Uniform.“ Jetsun nickte. „Nein. Die ganz bestimmt nicht.“ # Ort: USS Hephaistos, Besprechungsraum I # Zeit: MD (neu) 1.0820 Kikonen! Jetsun hatte noch nie zuvor von diesem Volk gehört. Das klang spannend. Jetsun lächelte unwillkürlich. Und verfolgte mit einem leichten Vergnügen die Diskussion, die von Botschafter Jared ausgesprochen souverän geführt wurde. In diesem Augenblick bewunderte sie den Botschafter. Ihr war klar, weshalb er so sprach und sie genoss seine Aussprache ebenso wie seine ganze Ausstrahlung. Und zuckte zusammen, als er sie plötzlich direkt ansprach. Sie sollte ihm weiterhin als Attaché assistieren? „Sicher, Sir.“ erwiderte sie. „Das heißt, wenn mir mein Dienst auf der Krankenstation die Zeit und die Möglichkeit dazu lässt. Ich stehe unter dem Befehl der Sternenflotte und damit unter dem Kommando von Captain Ruthven. Es obliegt ihm, mich für andere Aufgaben frei zu stellen.“ Sie sah den CO an. „Wenn Sie die Dienste von Ensign Jetsun Pema benötigen, Herr Botschafter, und ihr Fernbleiben auf der Krankenstation kein unlösbares Problem darstellt, dann natürlich. Letztendlich wurde die Ensign ja auch für Sie zur Verfügung gestellt und kam mit den entsprechenden Befehlen an Bord. Daran hat sich nichts geändert.“ </RPG> <SUM> Ort: Raum des CO Zeit: MD -2.0830 Jetsun meldet Captain Ruthven die Probleme mit dem MHN. Es wird überlegt, das MHN zukünftig entweder zu resetten oder, was die schlauere Überlegung ist, es im Rahmen einer Grundüberholung auszutauschen. Gleichzeitig wird Ileytis Status als Gast auf der Hephaistos bestätigt. Ort: USS Hephaistos, Krankenstation Zeit: MD -2.0905 Commodore Claudia Ruthven wird verarztet. # Zeit: MD 1.0630 # Ort: USS Hephaistos, Messe Jetsun nimmt Emilys Einladung für die Halloweenparty dankbar an, auch wenn sie noch keine Vorstellung davon hat, wie sie dort hingehen und sich verhalten soll. # Ort: USS Hephaistos, Besprechungsraum I # Zeit: MD (neu) 1.0820 Captain Ruthven stellt Jetsun für die diplomatischen Verhandlungen als Attaché für den Botschafter frei. </SUM> submitted by Isabelle a.k.a. Ens. Jetsun Pema (i)CM USS Hephaistos[Die Teile dieser Nachricht, die nicht aus Text bestanden, wurden entfernt]