Recollection
| Betreff: Recollection |
| Von: MacKyMacKenzie@googlemail.com |
| Datum: 06.06.2019, 19:57 |
| An: |
Moin, ich habe mich zusammen mit Kim mal dran gemacht und versucht Claudias Gefangenschaft bei den Klingonen zu beschreiben. Der Text enthält also gewisse Gewaltszenen und ist nicht wirklich Missionsrelevant sondern soll einfach nur einen Einblick geben in das was sie erlebt hat. Außerdem ist er ebenfalls sehr lang, wer also keine Lust drauf hat muss ihn nicht lesen – es sind keine Bälle drin und wie gesagt nicht relevant für die Mission. Allen anderen wünsche ich dennoch viel Spaß beim lesen. Und an Kim ein Danke das du du das mit mir durchgezogen hast auch wenn es sehr langwierig war und doppeltes Danke für die Schreibfehler und Grammatik Korrektur 😉 Gruß Mac <RPG> # Zeit: MD 03.2130 # Ort: Gästequartier Claudia Ruthven Das Licht im Quartier war gedimmt, sodass der bunte Schein der Lavalampe die meiste Helligkeit spendete und besser zu Geltung kam. Warum ihr Bruder auf die Idee gekommen war, die Lampe könnte ihr helfen, erschloss sich ihr nicht ganz, aber sie musste zugeben, dass es eine beruhigende Wirkung auf sie hatte. Ihre Gedanken kreisten um ihre Crew, wieder einmal, und um die Klingonen. Vor allem um M’Kor. Ihr Gefühl sagte ihr, dass er jemand war, den man nicht unterschätzten sollte und das war auch etwas das er ihr mehr als einmal während ihrer Gefangenschaft unter Beweis gestellt hatte. Ihr Gefangenschaft – das nächste große Thema. Claudia griff nach ihrem Glas Whiskey und nahm einen großen Schluck daraus, ehe sie es wieder abstellte, dann setzte sie sich so entspannt wie möglich hin und schloss die Augen. Der Alkohol half beim entspannen und sie genoss die Wärme, die sich in ihrem Magen durch ihn ausbreitete. „Computer, starte neuen Eintrag im persönlichem Logbuch Claudia Ruthven“, befahl sie und wartete auf die Bestätigung der Maschine. Durch ihre geschlossenen Lider konnte sie immer noch das wabernde Licht der Lavalampe ausmachen. Sie brauchte etliche Atemzüge, bis sie bereit war, zu beginnen. Hinabzutauchen in ihre eigenen Erinnerungen. Zulassen das die Gefühle und Empfindungen wieder hervorkamen. Dinge die sie teilweise sehr tief vergraben hatte wieder heraus zu holen. Sich zu erinnern und alles noch einmal durchleben. ### Als sie erwachte, waren ihre Gedanken unklar. Sofort bemerkte sie die schwere, schwüle Luft und den gammeligen Gestank, der es ihr fast unmöglich machte zu atmen. Ganz gezielt musste sie sich beruhigen und auf die Atmung konzentrieren, um nicht einem Würgen nachzugeben: // Ich habe bisher geatmet, also werde ich auch weiter atmen. Die Luft ist für mich atembar, ich muss es nur tun. Alles weitere ist unwichtig // Sie versuchte, etwas zu erkennen, aber obwohl sie die Augen weit aufriß, konnte sie in der Dunkelheit nichts ausmachen. Es war und blieb Dunkel. War das eine leichte Vibration? War sie auf einem Schiff? Langsam machte sie eine weitere Bestandsaufnahme. Sie lag auf einer Pritsche, konnte sich aber nicht aufrichten. Jegliche Versuche, dies zu tun, scheiterten. Eine unsichtbare Kraft schien sie genau dort zu fixieren. Nein, die Zehen konnte sie noch spüren, mit den Fingern konnte sie die Pritsche ertasten. Also funktionierte ihr Körper noch. Was anderes konnte es sein? War sie an die Pritsche fixiert? Langsam versuchte ihr Geist, die Lethargie abzuschütteln. Sie versuchte, sich zu erinnern. Wo war sie und was war geschehen? Langsam kamen die Erinnerungen zurück. Der rote Alarm, der Angriff der Klingonen. Die explodierenden Konsolen. Ihr Schiff hatte schwere Schäden einstecken müssen und sie hatte den Evakuierungsalarm gegeben. Der Rauch der in ihre Nase biß war abscheulich. Verschmorte Kabel, Qualm. Ihre TAK, die ihr sagte, das sie nun ebenfalls gehen musste. Der flackernde Schirm, auf dem die Rettungskapseln zu sehen waren. Rettungskapseln die im kalten Weltraum schwebten und zwischen den Trümmern, die einmal ein Sternenflottenschiff gewesen waren, hindurchmanövrierten. Nicht jede Kapsel schaffte es – einige wurden zerstört, weil sie mit Trümmerteilen kollidierten oder schlicht in der Schussbahn der Klingonen waren. Andere wurden mit Traktorstrahlen eingefangen. Einige wenige, die offenbar entkamen. Was würde aus ihren Leuten werden? Klingonische Gefangenschaft relativ zu Beginn eines Kriegs war keine sehr hoffnungsfrohe Aussicht. Sie war Commodore, die Ainama war ihr Schiff. Sie würde damit untergehen, wie es sich gehörte. Ihr Vater wäre vielleicht dann endlich stolz auf sie. Ein wenig schade fand sie es, dass sie Shay nicht noch mal begegnen würde. Es gab so viel, das sie ihm noch hatte an den Kopf werfen wollen …. Sie erinnerte sich daran, die Selbstzerstörung aktiviert zu haben. Das würde also ihr Ende werden – nur das es das eben nicht war. Sie war hier. Hatte überlebt – nur – wie? Der Nebel in ihrem Kopf lichtete sich langsam, was man von der schwarzen Umgebung nicht sagen konnte. Das Enterkomando. Sie erinnerte sich. Klingonen hatten sich auf der Brücke materialisiert. Zu spät, um die Selbstzerstörung noch zu verhindern -aber nicht zu spät, um noch eine Commodore zur Gefangenen zu machen. Der Kampf war kurz gewesen, etwas hatte sie am Hinterkopf getroffen und … sie musste ohnmächtig geworden sein. Bis jetzt. Wo war sie? Was wollte man von ihr? Wieso konnte sie sich nicht bewegen? Fragen auf die sie keine Antwort fand. Sie lauschte in die Dunkelheit, doch abgesehen von dem beinah unbemerkten Vibrieren konnte sie keine Geräusche wahrnehmen. Sie schloss bewusst die Augen – nicht das es in der Dunkelheit einen Unterschied gemacht hätte. Dennoch war die Dunkelheit nichts Neues. Sie hatte einmal 3 Tage in einer unterirdischen Höhle ohne Licht zugebracht – Dunkelheit war ihr nicht fremd. Sie kontrollierte ihren Atem und lauschte bewusster als zuvor. Sie spürte das Vibrieren und war sich nicht sicher, ob sie auch ein leises Schleifen hörte. Vielleicht bildetete sie es sich nur ein, vielleicht auch nicht. Erneut versuchte sie, sich zu bewegen doch es gelang ihr nicht – egal wie sehr sie es versuchte. Was ihr blieb, war warten. Warten auf was immer folgen würde. Claudia versuchte, sich an irgendetwas in ihrer Ausbildung zu erinnern, was ihr in dieser Situation hätte helfen können. Aber selbst im Kommandolehrgang hatte man ihr nichts Konkretes beigebracht, was ihr nun hilfreich erscheinen würde. Nach einer gefühlten Ewigkeit ging die Tür auf. Sie wurde mit einer kleinen Leuchte angeleuchtet, sodass sie blinzeln musste, weil Ihre Augen sich nicht schnell genug an das Licht gewöhnen konnten. Dann merkte sie, wie zwei Gestalten auf sie zu kamen. Außerhalb ihres Gesichtsfeldes hörte sie das akustische Signal einer Konsole und wie von Zauberhand schien das Gewicht, das sie auf die Pritsche gedrückt hatte, verschwunden. Ein Kraftfeld also. Sie spannte ihre Muskeln an und machte sich bereit. Kaum das der Klingone nach ihr griff, um sie hoch zu ziehen, schnappte sie seine Hand und drehte es in unnatürlichem Winkel. Er schrie auf, als das Handgelenk mit einem schnappenden Geräusch brach. Allerdings stachelte der Schmerz auch seine Wut an und die Faust der anderen Hand bohrte sich hart in Claudias Magen. Sie schnappte nach Luft und sah Sterne vor ihren Augen tanzen. „Das Weibchen will spielen – dann tun wir ihr doch den Gefallen“, knurrte der zweite Klingone und obwohl Claudia den ersten Hieb abwehren konnte, war sie auf den zweiten nicht vorbereitet. Die Faust brach ihre Nase und im nächsten Moment fand sie sich auf dem Boden liegend vor. Nur noch bemüht die Tritte, mit denen die Klingonen sie bedachten halbwegs abzuwehren, war an so etwas wie Verteidigung oder gar Gegenangriff nicht zu denken, Ein dumpfes Grollen ertönte plötzlich und einer der beiden Klingonen krachte knapp neben Claudia zu Boden. „Bringt dieses Stück Scheiße raus“, knurrte der hinzugetretene Klingone, der – obgleich er die anderen nicht überragte – wohl Respekt genoss, der auf Angst fußte. Bei diesen Worten deutete er auf den klingonischen Soldaten, der nun neben Claudia auf dem Boden lag und es gewagt hatte, sich an seiner Gefangenen zu vergreifen. Der am Boden liegende wurde nach draußen gezogen. Es war der, dem sie selbst das Handgelenk gebrochen hatte und eine leise Genugtuung erfüllte sie bei diesem Anblick. Dann wurde auch Claudia grob gepackt und auf die Beine gestellt. Diesmal wehrte sie sich nicht. Jeder Zentimeter ihres Körpers schmerzte. Halb selber gehend, halb abgeschleppt eskortierte man sie einen schwach erleuchteten Gang entlang. Als sie an einer Tür vorbei kamen, konnte sie am Türschild noch Schriftzeichen erkennen. Sie hatte deutlich das Wort ‚Müll‘ erkennen können. Das erklärte wenigstens den Gestank, der in diesem Raum war und der zweifelsohne auch an ihr haftete. Dass es keine eigene Arrestzelle gab, sprach dafür, dass es sich um ein kleines Schiff handeln musste oder aber um einen Stützpunkt, der für diese Zwecke nicht eingerichtet war. Das könnte sich noch als Pluspunkt für sie herausstellen. Während sie stolpernd durch die Gänge geführt wurde, versuchte sie die Umgebung wahrzunehmen und sich einzuprägen. Aber nichts deutete auf ihren Aufenthaltsort hin. Eine Tür wie die andere. Die Gänge reihten sich aneinander. Sie versuchte, ihrer Bewacher einzuordnen. Es waren Klingonen, die mit stoischem Blick nach vorne guckten. Der dritte ging voraus, und schien den kleinen Trupp nicht weiter zu beachten. Stolperte sie, so zerrten sie weiter an ihr, ohne ihren Schnittrhythmus auch nur ein wenig zu verändern. Sie würdigten sie keines Blickes und sie selber konnte zu wenig erkennen. Nur die roten Tupfen auf ihren Uniformen prägten sich ihr ein. Zuerst hatte sie es für normale Blutflecken gehalten, aber dann stellte sie fest, dass diese ein Muster bildeten und das dieses auf allen Uniformen gleich war. Schließlich glitt ein großes Schott auf und zu ihrer Überraschung befand sich dahinter ein Transporterraum. Ohne Umschweife wurde sie auf eine der Plattformen gestellt und spürte das bekannte Prickeln eines Beamvorgangs. Als sie ihre Umgebung wieder wahrnahm, befand sie sich in einem kargen Raum mit einem Tisch und zwei Stühlen. Ihre Bewacher gaben ihr einen kräftigen Schubser, sodass sie erst nach vorne strauchelte und dann der Länge nach hin fiel. Aus dem Augenwinkel sah sie einen Stiefel und während sie versuchte, sich aufzurichten spürte sie den zweiten Stiefel in ihrem Rücken, der sie zwang, am Boden liegen zu bleiben. „Sie haben sich gefangen nehmen lassen wie ein ehrloser Hund. Den Rang Commodore haben sie nicht verdient. Wenn die Sternenflotte nur mit solchen Leuten kämpft, wird der Krieg bald gewonnen sein“, erklärte der ältere Klingone mit einem verachtenden Unterton und verstärkte sein Gewicht, sodass Claudia härter gen Boden gepresst wurde. Sie spuckte das Blut, das sich in ihrem Mund gesammelt hatte aus und hatte nur ein „Screw you.“ für den Mann übrig. Ein kehliges Auflachen erklang und der Stiefel in ihrem Rücken entfernte sich. Dennoch wagte sie noch nicht, sich zu erheben. Die Prügel, die sie zuvor bezogen hatte, waren ihr noch zu lebhaft in Erinnerung. Sie schniefte, spürte das Blut, das ihr aus der Nase rann und nach unten tropfte. Der metallische Geschmack breitete sich in ihrem Mund aus. Sie hätte sonst was für einen Schluck Wasser und ein Taschentuch gegeben aber sie wusste auch, dass sie sich ihrem Gegenüber keine Blöße geben durfte. „Sieh zu, dass du die Informationen bekommst, die wir brauchen, M’Kor. Ich bin wieder auf der Brücke“, knurrte der ältere Klingone nun und schien den Raum zu verlassen. Der anderen, der den der Alte mit M’Kor angesprochen hatte (und den sie als jenen wieder erkannte, der den Tritten Einhalt geboten hatte), trat nun zu ihr und zog sie in die Höhe um sie schließlich auf den bereitgestellten Stuhl zu setzen. Ihre Arme wurden nach hinten gezogen und gefesselt. Er ging dabei nicht unbedingt zart oder zimperlich mit der Gefangenen um – aber er bezeugte einen gewissen Respekt, der darin lag, dass er sie nicht am Boden liegen ließ. Und die Fesseln deuteten darauf hin, dass er offenbar kein Risiko eingehen wollte. Dann nahm er ebenfalls Platz, ihr gegenüber. Claudia blies sich eine Haarsträhne aus dem Gesicht und bewegte ihren schmerzenden Kiefer, während sie den klingonischen Offizier mit den seltsamen roten Sprenkeln auf den Uniform-Schultern anfunkelte. Dieser ließ sich davon aber nicht beirren, sondern zog ein Messer. Nicht den Zeremoniendolch, sondern ein kleines, leicht gebogenes, scharfes Messer. Es war die Beiläufigkeit dieser Geste, die Claudias Atem innehalten ließ. Hätte er eine große Geste daraus gemacht, drohend geknurrt und sie angestarrt – sie hätte gewusst, dass es ein Versuch wäre, sie einzuschüchtern. Doch diese Selbstverständlichkeit, mit der der Klingone das Messer plötzlich in der Hand hielt, konnte einem Angst machen. Hatte er sie vor der Prügelattacke gerettet, um sie jetzt zu töten? Vermutlich nicht. Aber es gab viele unangenehme Dinge, die man mit einem Messer tun konnte und die einen Menschen nicht umbrachten. Jedenfalls nicht sofort. Fast schon verblüfft nahm sie wahr, wie der Klingone eine ovales Päckchen aus einer Tasche zog, das Papier auffaltete und darunter eine blutrote, eher eiförmige Frucht zum Vorschein kam, die er in aller Seelenruhe zu schälen begann. „Verzeihen Sie den Ausbruch meines Untergebenen“, ließ er sie im akzentuierten Sternenflottenstandard wissen. Die Tonlage seiner Stimme war ein emotionaler Bass. „Wir sind keine unbeherrschten Tiere, auch wenn manche unserer Feinde das wohl glauben wollen“ Er sprach ruhig und gesittet, wie ein Mann mit Bildung. „Oh – und damit wir uns nicht missverstehen: Natürlich sind sie eine Kriegsgefangene und das Zufügen von Schmerzen gehört zu unserer Kultur. Es ist quasi ein Zeichen der Ehrerbietung“ Er lächelte kühl. „Also werde auch ich ihnen Schmerzen zufügen. Mindestens so lange, bis sie mir die Dinge sagen, die ich wissen will, denn ich weiß, dass ihr Menschen ein ganz anderes Verhältnis zu Schmerzen habt wie wir – aber das muss ja nicht ungesittet geschehen.“ „Diese Nettigkeiten können Sie sich sparen, Sie…“, brauste Claudia auf, nur um auf einen beiläufigen Wink von M’Kor hin von Schmerzen durchzuckt zu werden, wie sie nur ein klingonischer Schmerzstab verursachen konnte. „hnggghhhh“ keuchte sie und ihr standen mit einem Mal Tränen in den Augen. „Das war Einstellung 6 von 15“ informierte sie M’Kor. „Normalerweise fangen wir bei Menschen niedriger an“, ließ er sie wissen. „Aber sie sind Commodore. Eine Flagoffizierin, nicht wahr? Also sollen sie auch entsprechend ihres Rangs behandelt werden.“ Claudia rang noch zu sehr nach Luft, um antworten zu können. Vor ihren Augen tanzten Sterne. „Sehen Sie, Commodore – für viele Klingonen sind sie vor Allem eine Frau. Eine Menschenfrau noch dazu. Doppelt schwach. Man könnte sie versuchen zu vergewaltigen. Oder noch schlimmer – nicht ernst nehmen.“ Claudia benötigte etliche Atemzüge ehe sie fähig war zu antworten. „Was wollen sie?“ brachte sie krächzend hervor. Stufe 6 von 15 – bei allen Göttern und Heiligen. Sie wollte sich gar nicht ausmalen, wie die restlichen Stufen sich anfühlten. M’Kor schien über die Frage beinah enttäuscht zu sein, lächelte aber, ehe er sich eine Scheibe der Frucht gönnte und genüsslich aß. „Informationen natürlich. Was will die Flotte hier direkt vor unserer Haustür? Einen Stützpunkt aufbauen?“, fragte er dann. „Wir haben lediglich Föderationsbürger evakuiert, ehe sie zwischen die Fronten geraten“, beharrte Claudia und zuckte im nächsten Moment erneut unter dem Schmerzstab zusammen. Schweiß lief ihr über die Stirn, ihr Puls raste, schwarze Flecken tanzen vor ihren Augen und sie musste sich zwingen dringend benötigten Sauerstoff in ihre brennenden Lungen zu füllen. „Halten sie mich nicht für dumm, Commodore. Man schickt keinen Flagoffizier für solch ein Aufgabe.“ meinte M’Kor gelangweilt. „Was ist ihre wirkliche Mission in diesem Sektor?“ wiederholte er seine Frage. Claudia zog röchelnd die Luft ein und spuckte erneut Blut. „Ich war zufällig in der Nähe“, krächzte sie und ein Nicken von M’Kor ließ den Stab erneut zum Einsatz kommen. Diesmal verlor sie jedoch tatsächlich das Bewusstsein. ### Wie viel Zeit vergangen war, konnte sie nicht sagen. Es war eine Abfolge ewigen Dunkels gewesen. Schon schien die Begegnung mit M’Kor nur noch eine fast unwirkliche Erinnerung. Sie war allein mit ihren Gedanken. Zu viele Gedanken für eine einzige Person. Die Gedanken konnten rasen, machten Sprünge, dehnten sich aus und doch drehten sie sich immer wieder im Kreis: Was war mit ihrer Crew passiert und wie lange würde sie dieser Befragung noch standhalten können? Ihre einzige Hoffnung auf einem kleinen Schiff zu sein hatte sich inzwischen in Luft aufgelöst. Auch wenn sie nicht viel auf dem Weg von ihrer Zelle bis zum Befragungsraum erkannte, so war sie inzwischen auf einem deutlich größeren Schiff. Ihre Zelle hatte sogar sanitäre Anlagen, auch wenn sie vermutete, dass sie den ursprünglichen Geruch niemals wieder aus der Nase bekommen würde. An eine Flucht war hier nicht zu denken. Selbst wenn es ihr gelang, aus der Zelle zu entkommen, würde sie es niemals bis in einen Hangar schaffen oder gar ein Shuttle stehlen können. Ihr wäre es lieber gewesen, wenn es ein schnelles Ende gegeben hätte – so oder so. Sie mochte es sich nicht eingestehen. Aber dieses Hinhalten machte sie langsam mürbe. Dieses Existieren im zeitlichen Nirgendwo war nichts für Sie. Ein Flagoffizier der Sternenflotte war nicht dazu ausgebildet, nur zu existieren. Er war dafür ausgebildet, die Führung zu übernehmen. Die Kontrolle zu haben. Aber hier hatte sie keine Kontrolle. Es gab auch keine Situation, über die man Kontrolle haben konnte. Es gab nichts, nur die Dunkelheit und das Surren des schwach erleuchteten Kraftfeldes ihrer Zelle. Manchmal versuchte sie, sich in Gedanken zu etwas Schönem zu flüchten. Etwas, für das es sich zu Leben lohnte. Sie wusste, sie brauchte so etwas. Etwas an dem sie sich festhalten konnte, zu dem sie sich geistig flüchten konnte, wenn die nächste Befragung begann. Die Fragen, die er ihr stellte, hatten sich verändert. Fast schien es als wüsste er bereits mehr und wollte nur noch eine Bestätigung durch sie. War das möglich? Konnte es sein, dass andere Gefangene ihrer Crew den Befragungen nicht standgehalten hatten? Nein, niemand außer ihr war eingeweiht gewesen. Nicht einmal ihr XO hatte alle Einzelheiten gekannt und der war tot. Sie schüttelte den Kopf und glitt von der Pritsche. Es half nichts, sich über solche Dinge Gedanken zu machen. Sie sollte bei Kräften bleiben. Eine Fluchtmöglichkeit finden. Sie begann mit Liegestütz, auch wenn ihr Körper schmerzte. Sie biss die Zähne zusammen und versuchte den Schmerz zu ignorieren. Immerhin das dies ein Zuckerschlecken im Vergleich zum Schmerzstab den M’Kor an ihr benutzte. ### Irgendwann kam jemand und holte sie ab. Wieder wurde sie auf beiden Seiten eskortiert. Dann brachte man sie in eine Art Frachtraum. Dort fesselte man sie an eine solide Säule, sodass sie so aufrecht stehen musste, dass es ihr im Rücken wehtat. Vermutlich sollte sie zu einem anderen Ort gebracht werden und musste hier nun warten. Aber dann erkannte sie, dass vor ihr eine sehr mitgenommene Rettungskapsel der Ainama stand. Die Kennung war nur noch zu erahnen. Aber sie konnte es fühlen, dass es ein Teil von dem Schiff war, dass sie einmal befehligt hatte. Verwundert stellte sie fest, dass die Begleiter sie alleine ließen. Noch bevor die Tür zuglitt, hörte sie M’Kors ruhige Stimme. “Ihre letzte Möglichkeit, Commodore. Was will die FLotte in diesem Sektor? Wen sie das Leben ihrer Leute retten wollen, antworten sie mir jetzt.“ Claudia schluckte und sah zur Rettungskapsel. Sie wusste nicht, wer drin war. Ob überhaupt jemand drin war. Sie spürte die inneren Zweifel. „Ihre Antwort Commodore!“, forderte M’Kor und riss Claudia aus ihren finsteren Gedanken. „Ist die Gleiche wie immer. Wir wollten nur unsere Bürger aus dem Frontgebiet evakuieren. Ich kann ihnen keine andere Antwort geben, weil es keine andere gibt“, beharrte sie und wusste, dass das Schicksal der Insassen der Kapsel damit besiegelt war. In diesem Moment glitt das Schott auf der anderen Seite des Frachtraums ohne Vorwarnung auf. Sämtlicher Sauerstoff und aller Inhalt des Raums wurden in den Weltraum gesogen. Und wäre Claudia nicht an der Säule festgebunden gewesen, so wäre auch sie mit hinausgezogen worden. So aber sah sie zu ihrem Entsetzen, wie die Rettungskapsel in der Unendlichkeit des Weltraums verschwand. Noch immer war das Schott geöffnet. Sie hatte vor lauter Überraschung eingeatmet, das war ihr Glück gewesen, denn so hatte sie ein paar wertvolle Sekunden gewonnen. Was wollten die Klingonen von ihr, wenn sie sie hier einfach ersticken lassen wollten? Jetzt war unweigerlich der Moment gekommen, an dem sie den Reflex zu Atmen nicht länger unterdrücken konnte. Sie wusste, sie würde nichts Einatmen. Noch mit einer letzten Anstrengung versuchte sie, den Moment hinauszuzögern. Doch dann passierte es und als sie den Mund öffnete, füllten sich ihre Lungen nicht, sondern die Leere schien sich noch weiter in ihr auszubreiten. Der Atemreflex ließ sie immer wieder nach Luft schnappen. Langsam sickerte die Gewissheit in ihr Bewusstsein, dass sie hier einen qualvollen Erstickungstod erleiden würde. ### Als sie erwachte, war sie erneut in ihrer alt bekannten Zelle. Sie war nicht tot. Noch nicht. Die Klingonen… M’Kor war also immer noch nicht mit ihr fertig. Die Fesseln hatten sich tief in ihre Haut gegraben, während das Universum versucht hatte, sie aus jenem Frachtraum zu ziehen. Der Schmerz der ihren Körper erfüllte war ihr bekannt. Zu gut bekannt. Sie versuchte, sich daran zu erinnern, wie ein Leben ohne Schmerzen aussah. Die Leute in der Rettungskapsel würden nun keine Schmerzen mehr haben. Nie wieder Schmerzen haben. Sie waren tot, während sie selbst noch immer lebte. Die Erinnerung daran sorgte dafür das ihr Magen rebellierte und sie er gerade noch schaffte, sich zur Seite zu drehen. Der Geruch ihres eigenen Erbrochenen stieg in ihre Nase und verstärkte den Würgreflex nur noch. Müde und durch die Anstrengung verschwitzt ließ sie sich wieder auf die Pritsche sinken. Dunkler Schlaf übermannte sie und sie ließ einfach darin fallen. ### Der Aufprall war heftig und irgend was schien gebrochen zu sein. Der heiße Schmerz, der ihren Körper durchfuhr, begann an ihrer Hüfte und strahlte über den gesamten Körper. Sie versuchte, sich aufzurichten, ließ es jedoch schnell bleiben. Die Art wie sich der Untergrund bewegte sagte ihr, dass dieses Schiff in einem Gefecht war. Leise Hoffnung keimte in ihr auf. Vielleicht würde all dies nun ein Ende haben? Das Letzte was sie wollte, war ausgerechnet auf einem klingonischen Kreuzer sterben, aber inzwischen befand sie sich in einem Stadium, in dem sie den Tod als solches durchaus willkommen hieß. Plötzlich deaktivierte sich das Kraftfeld ihre Zelle und einer der Wächter trat hektisch ein. Es schien Ironie des Schicksals zu sein, dass jetzt, da sie mit einem Wächter allein war, sie außer Stande war, sich irgendwie zu wehren. Stattdessen schrie sie vor Schmerzen auf, als dieser sie grob packte und sie hochzog. Ihr wurde schwarz vor Augen. Ihre Hüfte war eindeutig gebrochen. Das nächste was sie wahrnahm, waren blinkende Lichter und klingonische Hektik, die sich in lautstarken Flüchen äußerte. Ihr Wächter hatte sie kurzer Hand über seine Schulter geworfen und ließ sie nun erneut zu Boden fallen. Diesmal brachte sie lediglich ein kurzes Wimmern zustande, ehe M’Kor seine Hand in ihre Haare grub und ihren Kopf nach oben riß. Der Schmerz ließ sie für einen Augenblick vieles in absoluter Klarheit sehen. Sie erkannte, dass sie auf der Brücke des Kreuzers war, dass diese schon bessere Zeiten gesehen hatte – und dass ihr Bruder Shay ihr mit versteinerter Mine über den Hauptschirm entgegenblickte. Ihre Gedanken rasten und stolperten zeitgleich, während sie versuchte, der Unterhaltung zu folgen. <QUOTE> „Folgen Sie uns – oder retten Sie sie. Ihre Wahl. Wir sind auf jeden Fall mit ihr fertig“ sagte der Klingone grimmig. </QUOTE> Der Schirm erlosch und Claudia spürte wie M’Kor seinen Griff in ihren Haaren löste. „Sie waren eine ausgezeichnete Gefangene. Viel widerstandsfähiger, als Kaybok erwartet hatte. Sie haben ihren Rang zu Recht. Leben Sie wohl – und sterben Sie gut… an einem anderen Tag“ Sie konnte spüren, dass er es ernst meinte. Die Emotionen des bärtigen Klingonen lagen deutlich in seiner Stimme – auch wenn dies nichts mit Sentimentalität zu tun hatte. „Ach – und verzeihen Sie bitte die Sache mit der Kapsel. Das war nicht meine Idee – ich mache Dinge richtig.“ Im nächsten Moment spürte Claudia das bekannte Kribbeln des Transportvorgangs – und fand sich im nächsten Augenblick in der Schwärze des Alls wider. Die erbarmungslose Kälte des Weltraums, in dem sie nun schwebte,trieb ihr die letzte verbliebene Luft aus ihren Lungen. Ein kleiner Teil ihres Gehirns sagte ihr, dass der Ort wohl kalkuliert gewesen sein musste, denn weder erstarrte sie sofort zu Eis, noch wurde sie von der Strahlung des Sterns gebraten. Aber was bedeutete das schon? Sie riss die Augen auf, die aus den Augenhöhlen hervorzutreten drohten. Lichter tanzten vor ihren schmerzenden Augen und sie wusste nicht, ob das Raumschiffe waren und nur eine Einbildung. Aber irgendwie, schien das Flimmern um sie herum einer Transportererfassung zu ähneln. Dann hüllte völlige Dunkelheit sie ein. #### Claudia atmete tief durch und starrte auf die Lavalampe. Erneut benötigte sie Zeit, um sich zu sammeln. Die Gedanken wieder zu ordnen. „Als ich wieder erwachte, befand ich mich auf der Krankenstation der Hephaistos, wie mir gesagt wurde. Man hatte – Shay – hatte also die Verfolgung der Klingonen tatsächlich abgebrochen, um mich zu retten. Die Tatsache, dass ich ausgerechnet ihm mein Leben verdanke ist schon eine bittere Ironie des Schicksals. Schließlich war er es, der damals meinen Traum von einer Familie platzen ließ. Und nun … nun hat er alles, was ich jemals wollte. Ein Kommando, einen Ehepartner und nun sogar ein Kind. Zwar nur ein Pflegekind aber dennoch …. Er lebt meinen Traum … “ Sie stockte, als sie spürte, wie die alte Wut auf ihren Bruder hochkochte. Während ihrer Gefangenschaft hatte sie sich geschworen sich mit Shay auszusprechen wenn sie überlebte und die Chance dazu bekam und nun … nun waren sie beide hier und sie hatte nicht den Mut dazu. „Computer, persönliches Logbuch schließen.“ befahl sie schließlich und räusperte sich anschließend. Ihre Stimme klang rau und belegt. Der Computer quittierte den Befehl mit einem bestätigenden Piepsen. Sie verspürte eine innere Ruhe und musste zugeben, dass Shays Idee mit der Lampe vielleicht doch nicht so schlecht gewesen war. Einige Male hatte sie bereits versucht, die Geschehnisse in ihrem persönlichen Logbuch aufzuzeichnen und war bislang immer gescheitert. Die Erinnerungen waren frisch, zu frisch vielleicht, andererseits fühlt es sich nun, da sie alles verbal losgeworden war, sehr viel besser an. Sie fühlte sich ruhiger und entspannter. Vielleicht würden nun auch die Albträume aufhören oder zumindest weniger werden. Falls nicht blieb ihr immer noch der Weg zu einem Psychologen. Blieb noch die Aussprache mit Shay. Mit einem Seufzen erhob sie sich und griff nach der Lampe. Sie würde sie ihm zurückbringen und dann … So ganz konnte sie sich Shay nicht dabei vorstellen sie zu benutzen, andererseits machte er seit neustem auch Yoga Übungen. Es war also nicht so weit her geholt und nach den aktuellen Ereignissen um seine Chefingenieurin würde er die Lampe vielleicht selbst brauchen. </RPG> <SUM> # Zeit: MD 03.2130 # Ort: Gästequartier Claudia Ruthven Claudia versucht sich mit Hilfe von Shays Lavalampe zu entspannen und die Gefangenschaft bei den Klingonen aufzuarbeiten </SUM> — submitted by Kim & Mac [Die Teile dieser Nachricht, die nicht aus Text bestanden, wurden entfernt]