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Retrospektiven

Posted on 27. September 2020 By admin
<RPG>

# Zeit: MD 14.1110
# Ort: Thassos IV

<quote>
„Diese Gegend erinnert mich ein wenig an meine Heimat.“ meinte Fabièn dann.
„Meine Großeltern hatten einen kleinen Gutshof. Natürlich hatten sie
keine Dinosaurier auf den Weiden. Eher Kühe. Und ein paar Pferde.“
Er seufzte. „Ich wünschte, wir hätten jetzt einen Korb mit Brot, Käse
und Wein dabei. Das wäre toll.“
 
„Wein haben wir nicht,“ meinte Ilali „aber wenigstens ein paar
Käsecräcker. Und Fruchtsaft.“
Sie öffnete ihre Tasche. „Möchten Sie etwas davon?“
</quote>

„Oh ja, das klingt gut“, willigte der Franzose ein. Sie ließen sich auf
der Parkbank nieder, wobei er nicht umhin konnte, über sich selbst den
Kopf zu schütteln. Alte Leute die den ganzen Tag auf der Parkbank saßen
– dass er einmal so enden würde… es fehlten jetzt nur noch ein paar
Enten zum Füttern. Er konnte ja nachher auf dem Schiff mal Emilys Hühner
besuchen.

Ilali reichte ihm die Schachtel mit den Crackern, und er fischte sich
eine Handvoll heraus. Die Renao verzichtete, goß aber zwei Becher Saft ein.

„Ich war ewig nicht mehr auf einem Planeten“, erzählte Fabièn. „Wann war
eigentlich das letzte Mal? Eigentlich nicht mehr seit wir mit der
Humboldt los sind. Obwohl, da war diese Mission auf Hades-III… aber
das war ne felsige Wüste, der zählt nicht.“

Er beobachtete ein großes, graziles Fluginsekt, das sich gerade von
einem Riesenfarnblatt erhob. Wenn die Biester so groß waren, waren sie
irgendwie viel weniger eklig. Es drehte eine unentschlossene Runde um
den Farn und entschwirrte dann in die Ferne.

„Frankreich, ich sag’s ihnen, da ist es einfach am allerschönsten. Wenn
im Sommer der Lavendel blüht… abends bei einem Weinchen den Hummeln
zusehen… „

„Warum sind Sie dann zur Sternenflotte gegangen?“ fragte Ilali spontan.
Fabièn wandte den Blick von der Landschaft ab und sah seine Begleiterin an.

„Zur Sternenflotte? Gute Frage. Am ehesten könnte man wohl sagen… aus
Überzeugung. All die Klingonen, Romulaner, Cardassianer und wie sie alle
heißen, die vom galaxisweiten Imperium träumen… jemand muss doch was
dagegensetzen. Zeigen wie man *miteinander* leben kann, ohne dass eine
Kultur alles beherrscht.“

„Hm. Solche Ideen gibt es in meinem Volk auch…“ erwiderte Ilali. Fabi
stellte fest, dass die Aura, die er bei ihr wahrnahm, sich veränderte,
sie schien .. blasser zu werden. Er wartete dass sie weitersprach, aber
sie sagte nichts mehr.

„Welchem Volk gehören Sie denn an wenn ich fragen darf?“ fragte er.

„Ich bin eine Renao.“ Ein subtiler Unterton von Trotz und Resignation
lag in ihrer Stimme. In seiner üblichen Art überging Fabièn das einfach.

„Nie gehört. Sie trifft man nicht so oft in der Föderation oder?“

„Die reinigende Flamme? Lembatta-Cluster?“ Während sie die Worte
aussprach, wurde ihr bewusst dass die ganze Geschichte schon dreißig
Jahre her war.

„Ahso“, nickte Fabièn, auch wenn er eigentlich nicht genau wusste, was
da gewesen war. Irgendeine Krise, in die ein Föderationsschiff und
irgendwelche Klingonen verstrickt waren, und … ja genau, ein Volk
namens Renao.

„Bei uns sind noch genug übrig, die die alten Ideen m Grunde für richtig
halten. Ich nicht. Deswegen bin ich hier.“

Ilalis Tonfall ließ deutlich werden, dass sie keine Lust auf weitere
Erklärungen hatte. Gut, wenn es der Frau unangenehm war darüber zu
sprechen, dann wollte Fabi mal die alten Geschichten auf sich beruhen
lassen.

„… jedenfalls, bin ich vor zwei Jahren nach längerer Auszeit wieder in
die Sternenflotte eingetreten. Da hab ich noch nicht geahnt wie sich das
mit den Klingonen entwickeln würde… un grande tas de fumier, wenn Sie
mich fragen. Ich hab mich schon oft zurückgewünscht nach Lyon.“

Er stand wieder auf. „Kommen Sie, ich will noch was von Thyene sehen.“

# Zeit: MD 14.1930
# Ort: Topf voll Gold

<quote>
„Wie habt ihr beide euch eigentlich kennengelernt?“ fragte Shay dann in
Samanthas und Fabis Richtung während er kurz darauf ein Guiness bei
Shawn bestellte.
</quote>

„Auch ein Guiness“, bestellte Fabièn zunächst bei Shawn. Bier war
eigentlich nicht so sein Ding. Aber in einem Irish Pub Wein trinken, das
verbot sich ja wohl von selbst. Umgehend wurde ihm ein Glas des
goldgelben Gebräus auf die Theke gestellt.

„Wir haben zusammen auf der USS Marie Curie gedient“, erklärte er dann.
„Sie als Erster Offizier, ich als Zweiter. Das war vor ..hm… sind das
echt schon 15 Jahre!?“

Sam überlegte kurz und nickte. „Doch, ja.“

„Boah sind wir alt geworden.“ entfuhr es dem Franzosen. Nur um gleich
darauf zurückzurudern: „Äh, ich meine natürlich, ich bin alt geworden.
Du hast dich super gehalten Sam. Äh…“

Irgendwie wurde es davon nicht besser. Er hielt lieber die Klappe und
nahm den ersten Schluck von seinem Guiness. Dann warf er einen
vorsichtigen Blick auf Sam, doch die schien es nicht übel zu nehmen und
grinste.

Fabièn bekam ein wenig ein schlechtes Gewissen, als ihm bewusst wurde
dass er Sam damals nicht unter den glücklichsten Umständen
zurückgelassen hatte. Und sich auch hinterher wenig um ihr Schicksal
bekümmert hatte… wobei er ja auch genug eigene Probleme gehabt hatte.
Erst nach seinem Wiedereintritt hatte er mal nachgeforscht, aber nur
herausgefunden dass sie auf einer USS Ainama unterwegs war.

„Wie geht es Permin?“ versuchte er das Gespräch wieder auf unvermintes
Gelände zu führen.

„Oh, gut“, antwortete Sam. „Er kann sich anscheinend noch nicht so recht
entscheiden, ob er Emily oder mich lieber mag. Zum Glück teilen wir uns
dasselbe Quartier. Vorerst jedenfalls.“

„Du bist mit Emily im selben Quartier!?“ staunte Fabi.

„Ja, ähm..“ es war Sam ein wenig peinlich das zuzugeben – „ich habe es
übergangsweise bekommen, als sie … abwesend war.“

„… aber ihr kanntet euch vorher nicht oder?“ fragte Fabi nun neugierig.

„Nein, und ich glaube eine Bekanntschaft mit Emily würde man wohl kaum
wieder vergessen“, erwiderte Sam.

„Ganz sicher nicht“ bestätigte Fabièn. „Aber ihr kennt euch schon länger
vermute ich“, nickte er in Richtung Shay. Der CO war schon halb dabei
gewesen, diskret den Rückzug anzutreten. Er ließ sich wieder auf dem
Barhocker nieder.

„In der Tat“, erklärte Sam. Sie dachte zurück an die Zeit, in der sie
Shay kennengelernt hatte. Damals hatte sie eine schwierige Zeit hinter sich.

<NRPG: hepp Ball an Mac oder Dani>

# Ort: Büro des CNS
# Zeit: MD 15.1101

<quote>
„Das ist natürlich Ihre Sache, aber sie könnten z. B. mir erzählen, wie
es Ihnen in der klingonischen Gefangenschaft ergangen ist, oder welche
Gefühle Sie hatten, als Sie ihr Augenlicht verloren, oder was Sie
empfanden.“ Ihr Tonfall war ruhig.

Eigentlich waren das Dinge, über die Fabien nicht gerne sprechen wollte.
Er seufzte und blickte nochmal in die künstliche Weite. „Und wo fange
ich an?“

„Am besten mit dem, was Ihnen am wichtigsten ist oder chronologisch, wie
es für Sie sich „richtig“ anfühlt.“ Renal lächelte dem Franzosen
aufmunternd zu.
</quote>

LaGroille zögerte. So nett diese Romulanerin auch auftrat, konnte er
doch nicht verdrängen dass er für sie nur einer von vielen Terminen war.
Bestimmt liefen auf diesem Schiff seelische Ruinen rum, die viel
dringender einen Seelenklempner gebrauchen konnten. Außerdem hatte er
immer noch keine Ahnung, was er erzählen sollte.

„Hören Sie. Ich hab schon einiges erlebt. So ein paar Tage im Knast
verkrafte ich schon. Ich komm schon klar.“

Renal faltete geruhsam die Hände im Schoß. Dieser Franzose war bei
weitem nicht die erste Nuss, die sie knacken musste.

„Wie kam es denn überhaupt zu Ihrer Gefangennahme?“

„Ja, also…“, natürlich hatte LaGroille nicht im Ernst erwartet das man
ihn hier vom Haken lassen würde. Er dachte zurück an die Mission. Kaum
zu glauben dass das erst etwa drei Wochen her war.

„Wir waren auf Außenmission. Die Humboldt ist ja eigentlich ein
Forschungsschiff. Kaum Bewaffnung oder Schilde. Deswegen sind wir immer
möglichst unter dem Radar geflogen. Klassische Vorwärtsaufklärung. War
eigentlich klar dass das irgendwann in die Hose geht…“

Nachdem er den Anfang gefunden hatte, war das Weitererzählen
überraschenderweise ganz einfach.

„Damals haben wir gerade ein Versorgungsdepot bei Bepi-113 inspiziert.
Eigentlich nur ein größerer Lagerraum in einem Asteroiden. Dummerweise
haben sie uns diesmal erwischt.“

Vor seinen Augen zogen die Erinnerungen vorbei. Von dem Raumkampf, wenn
man es denn so nennen durfte, hatten sie im Lager wenig mitbekommen. Es
war surreal gewesen, zwischen den Regalen zu stehen und nur das
friedliche Rauschen der Lüftungsanlage zu hören, während draußen Schüsse
gewechselt wurden. Alles was sie bekamen, war ein Funkruf gewesen:
[„Klingonisches Schiff greift an, bereithalten zum Beamen“]. Den Rest
konnten sie nur hilflos auf einem postkartengroßen Bildschirm verfolgen.
Die Humboldt war von Anfang an chancenlos, aber ließ sich auf ein
riskantes Katz-und-Maus-Spiel ein, um das Außenteam irgendwie zu retten.
Einige Male schafften sie es, in letzter Sekunde den klingonischen
Disruptoren zu entgehen.

Schließlich lösten sich nacheinander der zweite Offizier Steinberg und
CPO Iwanova im bekannten blauen Funkeln auf (die Humboldt hatte nur eine
Einpersonen-Transporterplattform). Doch Fabi als Letzter wartete
vergeblich auf seinen Transport. Den Aufnahmen der Außenkamera war zu
entnehmen, dass die Humboldt schwer getroffen war. Mit letzter Kraft
ging sie auf Warp. Er war ganz allein zwischen den stummen Kisten. Sie
hatten ihn zurückgelassen.

Insgesamt hatte er etwa zehn Minuten, um sich auszumalen wie er die
nächsten zwanzig Jahre in diesem Lagerraum verbringen würde.
(Dosenfutter und Strom gab es genug). Dann kamen die Klingonen…

„Sie wissen nicht zufällig was aus der Humboldt geworden ist?“ fragte
er, als er an dieser Stelle seines Berichts angekommen war. Renal
schüttelte nur bedauernd den Kopf. „Wir haben absolute Funkstille.“

Es war uralter Bird of Prey gewesen, die PagH. Er berichtete, wie er auf
der Brücke festgehalten und nach einigen Tagen auf die Vor’cha verlegt
wurde, wo er Emily traf.

Nun da er davon erzählte, hatte er doch das Gefühl, dass es gut war es
jemandem zu erzählen. Schließlich war er an der Stelle angelangt, als
ihr Rettungsshuttle von der USS Cassandra geborgen wurde.

<NRPG: Hepp Ball zurück wenn Du magst>

# Zeit: MD 16.0759
# Ort: Hephaistos Brücke

<quote>
„Koordinaten sind eingegeben, das kikonische Schiff wartet.“ bestätigte
Fabi.
 
„Then heave away, Leftenant. Heave away.“ befahl Shay und auf Brücke
spürte man das vertraute brummen des Schiffs das sich langsam aus dem
Orbit des Planeten bewegte.
</quote>

Ein wenig unwohl fühlte der Franzose sich schon. Ärztliches Attest hin
oder her, Fakt war dass er immer noch diese farbigen Auren um Lebewesen
wahrnahm, bei manchen mehr, bei manchen weniger ausgeprägt. Er hatte es
niemandem erzählt. Ansonsten aber war die gewohnte Sehschärfe
tatsächlich zurückgekehrt. Und dieses Schiff auf Kurs zu bringen hatte
im Zweifelsfall auch ein Kind geschafft, hätte man ihm die richtigen
Eingabefelder auf dem Bildschirm gezeigt.

Was sollte es also. Kurz hatte er das irrationale Verlangen, auf
Handsteuerung zu schalten und mal zu schauen was das alte Mädchen so
hergab. Jedoch hatten die Kikonen sehr deutlich gemacht, dass der
vorgegebene Korridor keinesfalls zu verlassen war, somit verbat sich das
von selbst.

Aber er *könnte*. Wenn er *wollte*. Kurz blickte er zurück zu Shay; das
Angebot des FLG Postens stand noch…

</RPG>
<SUM>
# Zeit: MD 14.1110
# Ort: Thassos IV
– Fabièn und Ilali unterhalten sich. Sie kommen auf Ilalis Volk zu
sprechen, was der Renao unangenehm ist.

# Zeit: MD 14.1930
# Ort: Topf voll Gold
– Fabi, Sam und Shay wärmen alte Kamellen auf

# Ort: Büro des CNS
# Zeit: MD 15.1101
– Fabi erzählt Renal die Geschichte seiner Gefangenschaft

# Zeit: MD 16.0759
# Ort: Hephaistos Brücke
– Gedanken beim Abflug
</SUM>

**submitted by
Johannes
aka Lt. Fabièn LaGroille, USS Hephaistos

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