<RPG >
#Zeit: MD 08.1515
#Ort: Néryon
Deryn dachte über seine Erklärung nach. „Kann man den Signalrhythmus überhaupt stabilisieren, solange die Quelle gestört wird?“ Seine Stirn legte sich in Falten, während er erneut auf die Messwerte seines Trikorders blickte. Die Anzeigen flackerten, als würden sie selbst unter der Unruhe der Stadt leiden.
Sam verschränkte die Arme. „Nicht dauerhaft. Die Sauerstoffwerte stabilisieren sich zwar, aber das ist nur ein Nebeneffekt deiner improvisierten Lösung.“ Sie nickte ihm anerkennend an. „Gut gemacht, Fänrich. Ohne sie hätten wir jetzt ein ernstes Problem.“
Der Sarukaaner senkte leicht den Blick, verlegen über das Lob. „Ich hatte nur einen Einfall, der mir hilfreich erschien.“ Dann hob er den Kopf erneut an. „Aber diese Lösung ist keineswegs permanent. Über kurz oder lang wird dieser Rhythmus erneut in die Flachatmung fallen und die Stadt gefährden. Etwas stört die Quelle der stabilisierenden Impulse. Etwas innerhalb der Stadt.“
„Dann sollten wir herausfinden, was genau das ist.“ Eine neue Stimme mischte sich ein. Schritte hallten über den Boden, der ein wenig so wirkte als wäre er gewachsen und nicht gegossen. Emily trat aus dem Schatten eines halb ausgewachsenen Bogens hervor. Ein dünner Film aus Staub bedeckte ihre Uniform. „Entschuldigt die Verspätung.“ Deryn und Sam hatten die quirlige Trill nur kurz aus den Augen gelassen und schon schien sie mit ein paar anderen Mitgliedern des Teams verschwunden zu sein. Ein Sack voller Flohe war sicher leichter zu hüten, aber vielleicht hatte Em ja etwas herausgefunden.
Sam hob eine Augenbraue. „Bericht?“
Emily öffnete einen Koffer der Technik und zog ein kompaktes Analysemodul hervor. Wenn man sich schon in eine versunkene Stadt unter Wasser begibt, dann packt die Technik halt mal das ein oder andere Teilchen mehr ein.
„Die Energieverteiler der Stadt laufen auf einem Muster, das ich so noch nie gesehen habe. Es ist organisch… fast wie ein Atemrhythmus.“ Sie warf Deryn einen kurzen Blick zu. „Deine Beobachtung passt dazu. Wenn dieser Rhythmus gestört wird, bricht das gesamte System in sich zusammen.“
„Das erklärt die Flachatmung“, murmelte Deryn. „Aber nicht, was sie verursacht.“
Emily legte ein schiefes Lächeln auf die Lippen, sie war gut, aber so gut? Alles konnte sie doch auch nicht wissen. Voll gemein, war das jetzt schon. Da würde sie heute Abend schon einen Keks zum Trösten brauchen, oder besser noch einen ganzen Kuchen – ja das war angemessen.
Emily kniete sich neben ein eingelassenes Energiegitter und legte das Modul an. Wobei die Trill sich gar nicht so sicher war, ob das Gitter wirklich eingelassen war, oder in den Bodeneingewachsen. Ein leises Summen erfüllte die Luft. „Ich bekomme Interferenzen aus dem zentralen Kernbereich. Irgendetwas dort sendet Impulse, die nicht zur ursprünglichen Architektur gehören.“
Sam trat näher. „Sabotage?“
„Unwahrscheinlich“, antwortete Emily. „Die Muster sind zu unregelmäßig. Eher… ein Nebeneffekt. Vielleicht ein Defekt. Vielleicht etwas, das sich verändert hat.“
Deryn richtete sich auf. „Die Stadt ist alt. Sehr alt. Es wäre nicht das erste Mal, dass ein autonomes System beginnt, eigene Muster zu entwickeln.“
„Oder dass etwas Fremdes hineingeraten ist“, ergänzte Sam. „Wir sollten uns den Kernbereich ansehen.“
#Ort: Néryon, Vael’Korin
Zeit: MD 08.1900
Ettore nickte langsam, während er Tira’kor aufmerksam musterte. Die Gelassenheit, mit der der Einheimische über die Harmonie des Volkes sprach, wirkte beinahe ansteckend. „Der Zirkel der Geschichte klingt faszinierend“, meinte er schließlich. „Ich würde gern mehr über eure Archive erfahren. Vielleicht können wir etwas über die Entwicklung eurer Gesellschaft lernen.“
Tira’kor lächelte breit, ein Ausdruck, der bei seinem Volk durch ein leichtes Aufflackern der Augen begleitet wurde. „Es wäre uns eine Ehre. Der Zirkel der Geschichte bewahrt nicht nur unsere Erfahrungen, sondern auch die Wege, die wir hätten gehen können. Wir glauben, dass jede Entscheidung, die ein Zirkel trifft, eine Spur hinterlässt – und diese Spuren müssen verstanden werden.“
Ana, die bisher schweigend neben Ortrichk gestanden hatte, trat einen Schritt vor. „Ihr archiviert also nicht nur Fakten, sondern auch mögliche Entwicklungen? Hypothetische Szenarien?“ Ihre Stimme verriet echtes wissenschaftliches Interesse. Wobei sie innerlich noch die Logik hinter dieser Kernaussage für sich analysierte. Es konnte logisch sein, aber war es logisch genug diesen Aufwand zu betreiben und warum war sie hier überhaupt auf diesem Ausflug um neue Kulturen kennen zu lernen dabei? Sie hätte auf dem Schiff so schön weiter Zahlen, Daten, Fakten analysieren können und dabei keinem Wesen begegnen müssen. Aber nein! Nun war sie hier!
„Ganz genau“, bestätigte Tira’kor. „Wir nennen sie Pfadlinien. Sie zeigen, wie ein Zirkel sich hätte entscheiden können, wenn die Harmonie anders geklungen hätte.“
Ortrichk legte den Kopf leicht schief, ein Zeichen nachdenklicher Zustimmung. „Ein faszinierendes Konzept. Bei uns würde man das als soziologische Modellierung bezeichnen. Aber ihr scheint es… intuitiver zu leben.“
„Intuition ist ein Teil unserer Harmonie“, erklärte Tira’kor. „Aber sie ist nicht unfehlbar. Deshalb existieren die Zirkel – jeder mit einer eigenen Aufgabe, aber alle miteinander verbunden.“
Fabièn schnaubte leise. „Und trotzdem nie ein Konflikt, der nicht lösbar war? Ich weiß ja nicht… bei uns endet schon ein Streit über das Essen, manchmal in einer Diskussion.“ Zumindest wenn Em mal wieder mit ihm essen wollen und es dann auf seinen Teller auch noch abgesehen hatte.
Ettore warf ihm einen warnenden Blick zu, doch Tira’kor lachte nur. „Oh, Diskussionen haben wir viele. Harmonie bedeutet nicht, dass alle derselben Meinung sind. Harmonie bedeutet, dass alle Stimmen gehört werden – und dass keine Stimme versucht, die anderen zu übertönen.“
Sie gingen weiter den breiten, von schimmernden Kristalladern durchzogenen Weg entlang. Die Gebäude ringsum wirkten wie aus einem einzigen Stück gewachsen, organisch und doch präzise. Ettore konnte nicht sagen, ob sie gebaut oder geformt worden waren.
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#Zeit: MD 08.1515
#Ort: Néryon
Das Außenteam um die XO Sam versucht das Rätsel um die Probleme mit den Kuppen zu lösen.
#Ort: Néryon, Vael’Korin
Zeit: MD 08.1900
Das Außenteam um den zweiten Offizier tauscht tiefer in die Kultur der Gastgeber ein.
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