# Ort: Quartier Fabi und Trish
# Zeit: MD 92.0520
<quote>
„Gerne. Willst du aber vielleicht doch mal übers ausgehen nachdenken?”
Fabien wurde blass, sah Trish an. “Bist du nicht mit…”
“Nicht mit mir.” lachte sie. “Und du sollst auch nicht sofort wieder daten. Aber ich könnte dich mit Ute aus der Technik bekannt machen. Sie mag französische Filme, Wein, Kaminabende und Gesellschaftsspiele. Ansonsten würde sich unsere stellvertretende OPS, Estefania Terutti, vermutlich auch über mehr Gesellschaft freuen – ich könnte sie ansprechen, wenn wir uns das nächste Mal treffen um uns über Rezepte auszutauschen.”
</quote>
„Nein danke Trish. Ich – ich habe von dieser ganzen Ausgehen-Sache gerade die Nase voll. Das ist mir einfach zu kompliziert.“
Vorsichtig musterte er seine Kameradin, hoffentlich nahm sie ihm das nicht krumm? Doch Trish nickte verständnisvoll. „Hab ich mir schon gedacht. Also wenn du es dir anders überlegst…“
„Hm.“ Fabi guckte in seine Kaffeetasse. Da war noch ein letzter Rest übrig, den er jetzt trank.
Dann saßen sie schweigend da. Fabièn überlegte, wann das Leben so kompliziert geworden war. Früher, da war er einfach in die Bar gegangen und hatte sich zu den erstbesten Crewmen oder Offizieren an den Tisch gesetzt. Auf die eine oder andere Art war es immer lustig gewesen, wenngleich es sicher auch mal peinlich geworden war. Aber das hatte er einfach an sich abperlen lassen. Konnte er nicht irgendwie zu diesem alten, unkomplizierten Fabi zurückfinden?
Er schaute wieder zu Trish. Sie stapelte gerade ihr Geschirr aufeinander, um es in den Replikator zu bringen (so viel Platz hatten sie hier dann auch wieder nicht).
„Weißt du was Trish?“
„Ja?“
„Ich glaube ich habs mir anders überlegt. Lass uns doch mit dieser Ute und mit Esta .. Esset.. der anderen halt, mal abhängen. Aber ohne Beziehungsscheiß. Einfach was lustiges machen. Vielleicht kriegen wir ja auch Em, Sam und Shay mit dazu?“
Trish grinste breit. „Na also. Da ist doch der Fabièn, den ich kenne. Gut, ich schau mal wer alles Lust hat. Vielleicht können wir ja zusammen die Station unsicher machen, wenn wir da sind.“
//Das mit Sam und Shay lassen wir aber vielleicht lieber//, dachte sich Trish im Stillen. So viel Rangunterschied in einer Gruppe würde wohl kaum für lockere Stimmung sorgen. Das war wieder typisch Fabi, dass er sowas nicht bedachte.
„Tres Bien, ich freu mich drauf. Nur bitte nicht wieder ins Tattoostudio.“ Da blitzte ja sogar wieder ein Anflug von guter Laune durch die trüben Wolken. „Danke noch mal für das Frühstück.“
Gemeinsam begannen sie, den Tisch abzuräumen.
<NRPG Bällchen roll zu Effi & Friddi, oder wer sonst möchte>
# Ort: USS Hephaistos – Quartier Fabi/Shuttlehangar
# Zeit: MD 94.1800
<quote>
Emily zog eine Servierte zurecht und packte Kekse darauf, um das Ganze zu einem kleinen Beutel zu formen, „Ich bin fertig.“
„Fertig für was?“ Fragte Fabi, dem Geschehen nicht folgen könnend.
„Wir besuchen Cassy!“
</quote>
Wie immer hatte der Franzose Emilys Entschlossenheit nichts wirksames entgegenzusetzen. Minuten später waren sie auf dem Weg zum Shuttlehangar.
„Emily das geht doch nicht“, diskutierte Fabièn unterwegs weiter. „Man kann doch ein Raumschiff nicht wachküssen. Wo soll man denn da überhaupt hinküssen? Das hat doch gar keinen Mund.“
„Ach was, es hat ein Herz und es hat Beine und einen Hintern, da finden wir auch irgendwo Lippen zum Küssen. Ich weiß bloß nicht genau wie das mit der Dornenhecke war. Und pass auf Spindeln auf, die Anleitung enthielt da ne deutliche Warnung…“
„Deine Anleitung ist ein jahrhundertealtes Märchen!“
„Da siehst du mal, man wird es schon nicht ohne Grund so lange aufgehoben haben.“
„Sacre bleu“, gegen Emily kam man mit Argumenten einfach nicht an.
Sie stiegen auf Deck 9 aus dem Turbolift. Ein vorbeikommender Crewman sah sie und huschte schnell weiter. Wenn LaGroille und Karx-Wells in diesem Ton diskutierten, wurde wieder irgendein Unfug ausgeheckt, das war ja mal klar. Er überlegte, ob er schon mal die Krankenstation und die Brücke vorwarnen sollte? Obwohl nein, lieber schön die Klappe halten. Was auch immer die zwei planten, war nicht sein Problem.
„Aber was meinst du denn überhaupt was da passieren soll?“ argumentierte Fabi weiter. „Ich küsse irgendwohin, und dann? Wacht sie auf und frisst mich? Verwandelt sich in den Panther?“
„Vielleicht“, zuckte Em unbekümmert die Schultern. „Das ist ja das Spannende.“
„Du erklärst dann dem Skipper wo sein Shuttle hin ist, und warum wir schon wieder ein weiteres Haustier verpflegen müssen.“
„Quatsch“, winkte sie ab. „So, da wären wir.“
Sie betraten den Shuttlehangar. Matte Notbeleuchung begrüßte sie und tauchte den Raum in ein dämmriges Halbdunkel. Der Hangar war einer der Bereiche, die vorerst auf Sparflamme gedreht worden waren. Gerade hatte die Crew andere Probleme, als mit den Shuttles umherzufliegen. Die Luft war kühl und stickig und roch nach altem Staub und Maschinenfett, denn auch die Ventilation lief auf Minimum. Hier und dort blinkten farbige Statusleuchten im trägen Takt, wie langsamer Herzschlag.
Wenn man so hier drin stand – besonders jetzt nachdem die Tür sich geschlossen hatte – kam einem die Theorie vom Dornröschenschlaf plötzlich gar nicht mehr so weit hergeholt vor. Unwillkürlich hielten Emily und Fabi inne.
Fabi sah zur Cassy hinüber. Die Konturen des Schiffes waren in der Finsternis kaum auszumachen. Paradoxerweise konnte er aber die Aura problemlos sehen, besser als im Hellen. Konnte etwas schwarz leuchten? Es war wie Bahnen schwarzer Seide, die lose um das Shuttle gewickelt waren und sich unmerklich bewegten.
„Lass das Licht mal besser aus“, meinte Elli unbekümmert. „Nicht das Jenn sieht, wenn hier der Energieverbrauch hochgeht.“
„Bon“, stimmte Fabi zu. „Wenn’s schon sein muss. Bringen wir es schnell hinter uns und verschwinden.“ Sie würde ja eh keine Ruhe geben ehe sie ihren Willen hatte. Im Grunde fand er diese Eigenschaft Emilys ja sogar bewundernswert.
Gemeinsam gingen sie die paar Schritte zur Cassy. Vorne an der „Wange“ des Schiffes blieben sie stehen. Stumm ragte Cassy auf wie ein Fels in der Finsternis. Fabi legte eine Hand auf das kühle Metall. Er kam sich mal wieder so blöd vor. Sollte er jetzt echt…?
„Jetzt küss sie schon“, drängelte die kleine Trill. „Ich will sehen was passiert.“
„Okay okay. Aber wehe, wenn du *irgendwem* davon erzählst.“
„Keine Sorge, ich halte dicht. Küss sie.“
//Das ist echt so bescheuert//, er beugte sich vor und drückte die Lippen kurz auf die Außenhülle.
„Siehst du, nichts passiert“, wies er demonstrativ mit der Hand auf das unverändert schlummernde Shuttle.
Emily schien ein ganz klein wenig aus dem Konzept gebracht. Bis hierhin war sie absolut sicher gewesen, dass etwas magisches geschehen würde.
„Aber…“ sie sah zwischen der Cassy und Fabi hin und her. Nachdenklich klopfte sie mit dem Zeigefinger ans Kinn.
„Na klar, du hast sie nicht richtig geküsst!“ fand sie eine Erklärung.
„Jetz hör aber auf, ich hab doch…“
„Das war nur ein Küsschen, da waren gar keine Emotionen dahinter. Du hast nicht dran geglaubt!“
Fabi verleierte die Augen, nicht dass Emily das im Finstern hätte sehen können. „Na und wenn schon, das wird auch nichts ändern. Da passiert gar nichts. Ein Shuttle ist nun mal kein Lebewesen, das auf Gefühle und so reagiert.“
Irgendwoher war leise ein knirschendes metallisches Geräusch zu hören, und er hielt lieber schnell die Klappe. Sicher war sicher.
„Wir probieren das noch mal“, entschied Emily. „Lass mich überlegen. In dem Mär-, äh, der Anleitung verliebt sich der Prinz unsterblich und küsst deswegen die Prinzessin. Genau.“
Sie grübelte kurz. „Pass auf. Du musst dir vorstellen … Du bist in der Cassy auf der Flucht vor der klingonischen Flotte. Links und rechts fliegen euch nur so die Disruptorstrahlen um die Ohren. Es ist wirklich brenzlig! Du fliegst Ausweichmanöver, kurvst um Asteroiden, schlägst wilde Haken. Die Triebwerke jaulen, die Schilde ächzen unter den Einschlägen. Die Cassy gibt ihr letztes um euch da heil rauszubringen. Nach einer wilden Jagt habt ihr endlich die Klingonen abgehängt und seid in Sicherheit. Du denkst, Cassy ist echt die Beste. Glücklich und erleichtert gibst du ihr spontan einen Kuss. So muss das sein. *Das* Gefühl musst du dir vorstellen.“
„Du hast echt ein Rad ab“, meinte Fabi nicht unfreundlich, eher mit einem bewundernden Unterton. „Okay, ich versuch es noch mal auf die Weise. Dann brauche ich aber nen Moment um mich einzustimmen.“
//Das ist total beknackt// dachte er erneut, aber auch wieder so verrückt dass es irgendwie Spaß machte. Er rief die von Emily beschriebenen Bilder und Gefühle in seinem Geist hervor. Ein wilder Flug, Gefahr. Erleichterung am Ende. „Du bist klasse, Cassy!“ rief er halblaut aus und küsste das Schiff mit Gefühl.
…
„Och menno. Ich war so sicher dass was passiert“, beschwerte sich Emily. Sie knuffte mit der Hand gegen Cassys Hülle, an der sich scheinbar nicht das geringste verändert hatte. „Ich hab jetzt Hunger. Lass uns was zu mampfen suchen.“
„Hm-hm, verschwinden wir…“ stimmte Fabi langsam zu. Er erzählte ihr lieber nicht von den leuchtend grünen Streifen, die in Cassys Aura aufgetaucht waren, und unruhig kreisten. Von dem Kribbeln auf seinen Lippen im Moment des Kusses, als ob Cassys Hülle plötzlich unter Strom stünde. Von dem regelmäßigen tieffrequenten Pochen, das eingesetzt hatte, und das die Trill ebenfalls nicht zu hören schien.
Es hatte funktioniert. Er hatte nicht daran geglaubt, aber es hatte funktioniert. Er hatte die „Prinzessin“ wachgeküsst, genau wie im Märchen.
Aber was auch immer er da geweckt hatte – es machte ihm Angst. Es war der Panther, unsichtbar, aber frei. Als sie zum Ausgang gingen, sah er sich um. Die Cassy stand immer noch regungslos da. Doch im Inneren meinte er zu spüren, wie zwei leuchtend grüne Augen ihn unverwandt ansahen.
# Ort: USS Hephaistos – Hangar
# Zeit: MD 98.1215
<quote>
„Hast du sie gerade vertreiben Cassy?“ Eine Antwort erwartete er nicht, aber dennoch hatte er das Gefühl das auch Cassy bemerkt hatte das mit Emily etwas nicht stimmte und sie ihn beschützen wollte.
Mit wem würde er nun darüber sprechen, vor allem wer würde verstehen dass er Auren sehen konnte?
</quote>
„Irgendwas stimmt mit ihr ganz und gar nicht“, sagte er zu Cassy, die nicht antwortete.
„Ob sie von einem unbekannten Energiewesen besessen ist?“ So was kam im Weltall andauernd vor, jedenfalls wenn man den einschlägigen Holoserien glauben sollte. Doch in den letzten Tagen waren sie keinen Anomalien irgendeiner Art mehr begegnet.
„Vielleicht eine Nachwirkung von Arcadia?“ überlegte er weiter. Aber warum sollte Em als einzige davon betroffen sein.
Wenn man nur wüsste, was in ihrem Kopf vorging. Körperlich schien sie ja ganz normal zu sein. Vielleicht konnte er sie für einen Scan auf die Krankenstation… obwohl, nein. Wie sollte er das begründen. Jetsun hätte dafür sicher kein Verständnis. Vielleicht…
„Hast du ne Idee?“ fragte er, aber die Cassy sprach immer noch nicht. Nachdenklich guckte Fabi die schmutziggrüne Außenwand an.
Na klar – es gab ja einen Weg, mit ihr zu kommunizieren. Fabi stieg in das Shuttle hinein, ging vor ins Cockpit und nahm die schwarze Kugel aus ihrem Sockel in der Mitte der Steuerkonsole. Kurz besann er sich und versuchte sich in eine angemessen transzendente Stimmung zu bringen (wenig erfolgreich).
Er atmete noch einmal tief durch. Dann fragte er: „Was ist mit Emily los?“ und schüttelte die Kugel. Langsam erschienen die Buchstaben im Fenster.
LEER
„Das hab ich schon gemerkt, Schlaumeier. Wohin ist sie denn fort?“ Wieder schüttelte er. Die zweite Antwort war etwas länger.
DER GEIST KONTROLLIERT DAS SEIN
Was wollte das Ding ihm damit sagen. „Na schönen Dank auch. Ähm.. also was ich eigentlich wissen will – Wie kriegen wir die alte Emily zurück?“ Ungeduldig schüttelte er erneut.
NICHTS IST SCHWER UND NICHTS IST LEICHT
Der Franzose betrachtete den Spruch einige Sekunden lang.
„Du warst echt schon mal hilfreicher. Wenn ich rätselhafte Sprüche hören wollte, würde ich nen Vulkanier fragen.“
Frustriert ließ er die Kugel zurück in ihren Sockel plumpsen.
„… hm … das könnte man tatsächlich probieren …“
# Ort: Quartier von T’Vala
# Zeit: MD 98.1600
T’Vala war äußerst überrascht gewesen, als LaGroille sie angerufen hatte, und sie nach einem Treffen nach Dienstschluss gefragt hatte. In Anbetracht seines psychologischen Profils und der verstrichenen Zeit, hätte sie die Wahrscheinlichkeit einer positiven Rückmeldung nicht über 2.1% angesetzt. Offensichtlich musste sie ihre Studien des menschlichen Sozialverhaltens noch eine Weile fortsetzen.
Als der Türsummer piepte, war sie gerade dabei, die Meditationskerzen zu entzünden. Das Licht war gedämpft, es hatte kühle 36°C (aus Rücksicht auf die menschliche Physis) und die leisen Klänge eines vulkanischen Saiteninstruments schwebten durch den Raum.
„Herein“, rief sie, damit sich die Tür für LaGroille öffnete.
Der Genannte trat ein und hielt überrascht inne. „Oh, ich habe Sie doch nicht etwa beim Meditieren gestört? Ich kann später wiederkommen…“
T’Vala runzelte die Stirn, sie verstand nicht ganz. „Nein, alles in Ordnung, wir können sofort anfangen.“
„Okay…“ er sah sich um, aber alle Sitzgelegenheiten waren beiseite geräumt. Also setzte er sich einfach auf den Meditationsteppich in der Mitte.
T’Vala setzte sich ihm gegenüber in der traditionellen Sitzhaltung.
„Schauen Sie“, erklärte sie, „man schlägt die Beine so über. Das erleichtert die Blutzirkulation und man hält es auch als Anfänger eine Weile aus.“
„Hä?“ gab sich Fabièn begriffsstutzig. Er machte keine Anstalten, seine Sitzhaltung zu verändern. T’Vala wollte sich zunächst daran machen, ihren eigenen Geist vorzubereiten.
„Also warum ich mit Ihnen reden wollte“, platzte der Franzose ihr dazwischen. „Emilys Geist ist abhanden gekommen und wir müssen ihn dringend wiederfinden. Sie können doch bestimmt dieses vulkanische Geistverschmelzungs-Dingens. Könnten Sie mal in ihren Kopf gucken, was da los ist?“
„Hä?“ bemerkte T’Vala auf ganz unvulkanische Weise.
<NRPG Ballwerf an Sven>
</RPG>
<SUM>
# Ort: Quartier Fabi und Trish
# Zeit: MD 92.0520
# Bälle: Friddi, Effi, Freiball
– Fabi stimmt zu, etwas mit Trish, Ute und Estefania zu unternehmen, und schlägt vor gemeinsam die Station K-7 zu besuchen.
# Ort: USS Hephaistos – Quartier Fabi/Shuttlehangar
# Zeit: MD 94.1800
– Em & Fabi gehen Cassy wachküssen. Der zweite Versuch ist ein Erfolg, jedoch bemerkt Emily davon nichts.
# Ort: USS Hephaistos – Hangar
# Zeit: MD 98.1215
– Fabi fragt Cassy um Rat wie er Emily helfen kann
# Ort: Quartier von T’Vala
# Zeit: MD 98.1600
# Ball: Sven
– Fabi verabredet sich mit T’Vala, um sie zu fragen ob sie in Emilys Geist schauen kann. T’Vala hat den Zweck des Treffens allerdings falsch verstanden.
</SUM>
**submitted by Johannes aka Fabièn LaGroille