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Klangblasen

Posted on 10. Mai 2026 By admin
Kleines RPG, um mal wieder etwas weiter zu schreiben…

<RPG>

#Ort: Néryon, Vael’Korin, Musikhalle
#Zeit: MD 8.2130

Die kleine Gruppe wurde von Tira’Kor in die Musikhalle geleitet. „Wie ich Ihnen versprochen habe, ein paar Plätze haben wir noch. Allerdings sind diese ganz unten in der Kuppel.“

Die Konzerthalle war so rund wie ihre kugelförmige Umhüllung es erahnen ließ und großteils mit Wasser gefüllt Im Zentrum befand sich das, was man als Bühne bezeichnen konnte. Nach oben wurde es immer heller. Unten war es dunkel, denn Licht kam nur von oben herein. Somit waren die untere Plätze sehr dunkel, ermöglichten aber somit einen Ausblick ins Licht.

Vom Eingang aus wurden sie auf eine kleine Plattform mit einer atembaren Atmosphäre geleitet, die dann scheinbar unkontrolliert langsam zum Boden der Kuppel sank. „Am besten sieht und hört man oben. Aber natürlich können Sie auch hier einen Eindruck bekommen, auch wenn die Sicht eingeschränkt ist. Es ist vergleichbar mit…“ Tira’Kor guckte sich verschiedene Abbildungen von Bauwerken aus der Föderation an. „Vielleicht mit der Galerie bei Ihnen.“

Tira’Kor wollte noch etwas sagen, aber was auch immer es war, ging unter in einem enormen Rauschen. Der Lärm schwoll unglaublich an, wurde dann leiser. Der Aelari war ganz aufgeregt. „Dort sehen Sie Elin’Maia. Er wird die Aufführung heute Abend selber leiten.“ Er gestikulierte. Und mit viel Mühe konnte man nahe des Zentrums einen Aelari sehen, der sich langsam auf den Mittelpunkt der Kugel zubewegte.

„Er scheint hier ein echter Star zu sein“, bemerkte Ettore, der weniger das Treiben in der Mitte als die Menge an Aelari um sie herum beobachtet. Diese waren auf ihren Plattformen aufgesprungen und jubelten mit dem ganzen Körper, winkten und riefen begeistert.

Elin’Maia verbeugte sich ein paar Mal. Dann ging es los.

Die Handlung konnte man von hier unten nur als tanzende Lichtreflexe in der Kuppel verfolgen, wie sich sich in einem Spiel von Licht und Schatten immer wieder brach. Es schien sehr viel Bewegung zu geben. Die Lichtblitze tanzten.

Allerdings der Klang…

Die Kakophonie – wie es schien – kannte keine Grenzen. Das gesamte Außenteam der Hephaistos hielt sich die Ohren zu, überwältigt vom Klang. Ettore bedauerte, dass es ihm nur gelang, das rechte Ohr zuzuhalten. Durch das linke kam weiterhin der schreckliche Klang, der immerhin nun in der Summe etwas weniger war. Er verzog das Gesicht, als hätte er in eine Zitrone gebissen. Alle sahen sich stumm an, und erkannten ihre eigene Reaktion in den Gesichtern der anderen Außenteam Mitglieder.

Als sie sich umsahen, war von einer ähnlichen Reaktion bei den Aelari allerdings nichts zu sehen. Ihre Begeisterung war ungebrochen, noch eher gesteigert. Wie ferngesteuert reckten sie alle gleichzeitig die Arme Richtung der mittleren Kugel und bewegten ihre Körper in einem Rhythmus. Wie es schien, schickten sie kleine Bläschen Richtung Mitte der Kuppel, in denen sich das Licht brach und das durch die Bewegung dem einer früheren Disco-Kugel glich. Auch Tira’Kor schickte solche Bläschen zur Mitte. Das schien auf dieser Welt die Form des Applauses zu sein.

Dann schien der erste Teil vorbei zu sein. Vom Zentrum der Kugel kam keine neue Musik. Die Gruppe atmete kurz auf.

„Was war denn das?“ erkundigte sich Nari flüsternd.

„Ich weiß nicht, schwer verdaulich“, antwortete Fabien.

Tira’Kor wandte sich seinen Gästen zu. „Ist es nicht beeindruckend? Was für ein großer Künstler Elin’Maia doch ist!“

Ettore räusperte sich. „Nun, Mr. Tira’Kor, wir hatten ehrlich gesagt, den Eindruck, etwas überwältigt von der Musik zu sein.“

Der Aelari sah den Italiener fragend an. Ettore deutete mit seiner Hand eine Art Dröhnen auf den Ohren an.

Tira’Kor sah nun verwundert aus „Aber das war doch ein Wohlklang ohne Ende. Und dieser mitreißende Rhythmus. Das ganze Publikum hat sich wie ein Organismus bewegt, so ergriffen waren wir.“

„Ja, Ihre Begeisterung konnten wir sehen“, bestätigte Ettore diplomatisch.

Ein kurzes Schnurren ertönte. Ortrichk machte sich mit etwas bemerkbar, was sicher unter Menschen ein Räuspern gewesen wäre. „Darf ich daran erinnern, dass die Physiologie der Aelari sich an die Umgebung des Wassers angepasst hat. Dort breitet sich der Schall schneller aus. Ich würde vermuten, dass die Aelari etwas anderes gehört haben, als wir.“

Tira’Kor neigte interessiert den Kopf. Dann schüttelte er ihn kurz. „Aber natürlich. Vermutlich sind Sie andere Töne gewöhnt. Die Plattform ist hier zwar mit einer für Sie sauerstoffhaltigen Atmosphäre gefüllt, aber der Schall breitet sich durch das Wasser in der Kuppel aus. Einen Augenblick.

Der Aelari verließ kurz die Kuppel und kam dann kurz mit einigen Helfern aus der Musikhalle wieder, die alle große mit Wasser gefüllte Kuppeln und Geräte trugen.

„Dies sind Atemgeräte. Wir haben solche Geräte für Notfälle, für Gäste. Bitte nehmen Sie jeder eines. Dann können Sie ihren Kopf in die kleinen mit Wasser gefüllten Kuppen stecken und haben hoffentlich dann das gleiche akustische Erlebnis, wie wir.“

Skeptisch nahmen die Mitglieder ihre Geräte und legten sie an, bevor die Mitarbeiter der Musikhalle jedem eine der mit Wasser gefüllten Kugeln auf den Kopf setzten.

Die Mitglieder des Außenteams sahen sich groß an. Sie sahen schlichtweg lächerlich aus, jeder mit einer Kugel auf dem Kopf und einem Atemgerät.

Aber kaum, dass sie sich noch wunderten wurden sie erneut von einer physischen Welle erfasst. Es klang anders. Man konnte die Wellen spüren, genau wie die Begeisterung. Und endlich klang es nicht mehr wie eine ausgeklügelte Foltermethode.

</RPG>

<SUM>

#Ort: Néryon, Vael’Korin, Musikhalle
#Zeit: MD 8.2130
Das Außenteam in Vael’Korin erlebt die Uraufführung einer Oper etwas anders als gedacht.

</SUM>

submitted by
Kim
aka
LtCmdr. Ettore Ludovico della Scala
2O – USS Hephaistos
SD 320510.2030

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