es sieht so aus, als habe ich meine kreative Schaffenspause überwunden.
Danke an Emily für den Ansatz. Der Part davor, den schreiben wir beide grade als CoPost.
<RPG>
# Ort: Krankenstation
# Zeit: MD 10.2015
Steter Tropfen höhlt den Stein. So heißt es ja. Und bei diesem Sprichwort ging es nicht darum, dass so etwas Weiches wie Wasser dennoch in der Lage war etwas so Hartes wie Stein auszuhöhlen, sondern vielmehr darum, dass bei oft genügender Wiederholung ein an sich harmloses Ereignis eine kräftige Reaktion haben kann.
Der Weg von der Brücke bis zur Krankenstation war für Jetsun ein Spießrutenlauf gewesen. Die Blicke und die leisen, eher versteckten Bemerkungen einiger Crewmitglieder hatten sie zunächst noch relativ kalt gelassen. Jedoch nicht besonders lange. Jetsun hatte ihre Ängste und Wünsche. Feuer war eine dieser Ängste. Die Stärkste schlechthin. Ihr stärkster Wunsch dagegen war es, geliebt zu werden. Und das Gegenteil davon zu erfahren war wiederum eine echte Angst. Von daher war dieses Getuschel von wegen Feigheit, Flucht und im-Stich-lassen der Anderen furchtbar für sie. Ihr, wie sie gehofft hatte, guter Ruf war in nur wenigen Minuten komplett ruiniert, so schien es.
Die Krankenstation war da eine Offenbarung. Nathaly Grace empfing sie geradezu mit offenen Armen und umarmte sie trotz dieses völlig ramponierten Schutzanzugs.
„Himmel, Jetsun!“ rief sie. „Du siehst ja furchtbar aus. Komm! Wir müssen Dich erstmal aus diesem Anzug rauskriegen.“ Und sie nahm Jetsun an die Hand und bugsierte sie in Richtung deren Arbeitsraum, in dem sie einen Ressourcen-Replikator wusste.
„Was war denn passiert?“ fragte sie dabei in Richtung Emily.
„Es war wohl ziemlich schlimm drüben auf der Baltimore.“ wich die Trill der Frage etwas aus.
„Jetsun war in einer defekten Rettungskapsel hier eingetroffen. Sie hatte großes Glück gehabt.“
„Meine Güte!“ Nathaly war abgelenkt und hatte wohl nicht wirklich zugehört.
Die Ärztin hatte hinter ihnen dreien die Tür zugleiten lassen und Jetsun dann erst einmal den Anzug ausgezogen. Ihrer Ansicht nach stand die CM unter Schock. So nahezu willenlos ließ sich diese ausziehen, auch wenn sie nicht völlig katalepsisch war. Nathaly sah wieder zu Emily herüber doch die Trill machte nur eine hilflose Geste.
Nachdem Jetsun dann wieder in ihrer Uniform steckte schien es ihr wieder besser zu gehen.
„Fein!“ meinte Nathaly. „Jetzt machen wir erstmal eine Ebene-3Untersuchung. Ich will nicht…“
Ein lautes Signal unterbrach die Sanitäterin.
[Krankenstation bereitmachen für die Aufnahme einer Gruppe Patienten] kam die automatische Meldung aus dem Lautsprecher.
Gleichzeitig erklang ihr Kommunikator. Nathaly tippte auf die ComBadge. „Krankenstation. Aktuell leitender medizinischer Offizier Ensign Grace.“
[Brücke hier. Das Außenteam wurde zurückgeholt. Richten Sie sich auf Notfalltransport direkt auf die Krankenstation ein. Neun Personen, alle bewusstlos.]
Nathaly schluckte schwer. „Verstanden. KS – Ende!“
Sie sah Emily an. „Wir verschieben die Untersuchung. Bring Jetsun hier raus. Vielleicht in ihre Kabine. Ist egal. Ich brauche jetzt Raum hier!“
„Moment!“ unterbrach Jetsun aufgebracht. „Ich bin die CM. Ich kann doch…“
„Nein!“ unterbrach Emily wiederum.
„Du bist vom Dienst freigestellt. Der Captain hat Dich aus der Schusslinie genommen.“
Nathaly nickte deutlich. Das war absolut vernünftig. „Genau. Geh nachhause. Nimm ein schönes warmes Bad. Entspanne Dich und ruh Dich aus. Morgen schauen wir dann mal. Aber jetzt… bitte… geht. Ich muss arbeiten!“
#Ball: Emily, wenn Du magst
# Ort: Quartier Jetsun
# Zeit: MD 10.2025
Obwohl ihr (tatsächlich durchaus vorhandenes) Pflichtgefühl sie drängte, einfach zu bleiben und zu helfen, wusste Jetsun dennoch, dass es richtig war, würde sie jetzt gehen. Ganz davon abgesehen, dass Emily sie drängte. Allein die Erinnerung an die Baltimore, das Feuer, der Dämon..! Jetsun spürte, wie ihre Hände anfingen zu zittern. So konnte und durfte sie gar nicht arbeiten!
Also war sie mit Emilys Unterstützung schnell verschwunden und hatte so nicht mitbekommen, in welch beklagenswerten Zustand der Rest des Außenteams eingetroffen war.
Was (für Jetsun zumindest) gut war, war die Tatsache, dass offenbar das Getuschel der Leute nachgelassen hatte. Sei es, dass ja auch der Rest des Außenteams Hals über Kopf von der Baltimore weg war, oder dass vielleicht dieses Getuschel auch nur eine Art Suggestion war. Immerhin ja eine Art Angst, die wohlmöglich in ihr ausgelöst wurde. Jetsun hoffte das inständig.
An der Türe angekommen verabschiedete sie sich von Emily.
„Danke, Du Liebe!“ umarmte sie die Trill, ehe die sich wehren konnte.
Emily war eine liebe Freundin! Da gab es nichts. Sicherlich hatte sie ebenso wie der Rest der Besatzung gar nichts gegen sie. Das war alles reine Paranoia und würde sich spätestens morgen bei der Untersuchung aufklären. Wie auch immer.
„Sag nichts!“ meinte sie und unterdrückte den Impuls, die CING zu küssen.
„Ich weiß, dass Du Pflichten hast und arbeiten musst. Ich komme jetzt schon klar. Ich werde Natties Rat annehmen und ein schönes Bad nehmen. Danke für Alles!“
Emily erwiderte den Druck von Jetsuns Armen, machte sich dann aber vorsichtig los.
„Gut!“ meinte sie. „Melde Dich einfach, wenn Du was brauchst. Jetzt muss ich erstmal los, die Dellen wieder ausbeulen, die Du mit Deiner Rettungskapsel in die Schiffshülle gemacht hast.“
Jetsun lächelte. Typisch Emily! So, wie sie die Trill liebte. Sie sah noch kurz hinter der CING her, dann schloss sie schnell die Tür und verriegelte sie. Nicht, dass ihre beiden Hörnchen noch ausbüxten.
Hörnchen..! Überhaupt… wo waren die beiden kleinen denn. Normalerweise hörte sie Kiba und Dema doch schon, wenn sie den Raum betrat. Die zwei kikonischen Berghörnchen waren inzwischen schon handzahm und ließen sich gern von ihr kraulen und füttern.
Aber es war nichts zu hören.
Alarmiert sah Jetsun nach dem Käfig. Das Display blinkte in zitronengelb – eindeutig eine Signalfarbe – und auf dem Display stand etwas auf Dako, der kikonischen Sprache, was Jetsun aber nicht lesen konnte. Hektisch tippte sie auf das Display. Normalerweise war dort eine Schaltfläche, auf der entweder die Meldung kam (die sie schon kannte), dass die Hörnchen nicht in der Holobox waren, oder aber es gab eine oder zwei Schaltflächen, mit der sie die holografische Darstellung der in der Holobox spielenden Tierchen anzeigen konnte. Sozusagen 3D-Kino dessen, was die Tierchen gerade in der Box machten.
Aber jetzt… nichts!
Jetsun spürte, wie die Panik in ihr wieder hochkam. Wo bei allen Dämonen waren ihre Hörnchen?
„Computer!“
*bliep*
„Computer, nenne mir den Aufenthaltsort von Kiba und Dema!“
*Derzeit gibt es an Bord der Hephaistos keine Personen dieses Namens!*
„Das sind meine Tiere! Ich will wissen, wo meine Tiere sind!!!“ schrie Jetsun.
*Bestätige. Kiba… Dema… kikonische Oreiskiouroi. Eigentum der leitenden medizinischen Offizierin.
Gegenwärtig befinden sich keine kikonische Oreiskiouroi an Bord der Hephaistos.*
„WAS?“ Jetsun ging in die Knie. „Aber… wieso… wo sind sie denn?“
*Der Aufenthaltsort der kikonische Oreiskiouroi mit den Namen Kiba und Dema ist nicht bekannt.
Zuletzt wurde ihre Anwesenheit registriert zu MD 10 . 1-800 . 41.*
„Neeeein…“
Der ganze Stress und der von Ensign Grace völlig korrekt diagnostizierte Schock waren einfach zu viel. Jetsun ließ sich einfach fallen und weinte.
# Ort: Quartier Jetsun
# Zeit: MD 10.2040
Es dauerte geschlagene fünfzehn Minuten, ehe Jetsuns Tränen langsam versiegten und sie wieder begann, klar zu denken.
Tierchen verschwanden nicht mal so eben. Nicht einfach aus ihrem Raum. Zumal…
„Computer, gib mir alle Informationen von fünf Minuten vor dem Verschwinden meiner Tiere bis zehn Minuten nach dem Verschwinden, die meinen Raum betreffen. War jemand anders zugegen?“
*Negativ. Die Türe wurde nicht geöffnet und keine bekannte Lebensform war zu diesem Zeitpunkt in oder vor dem Raum.*
„Weiter!“
*Es gab keine Energiefluktuationen oder Spannungsspitzen. Alle Systeme arbeiteten einwandfrei.*
„Was ist mit dem Käfig? Ist die Holobox defekt?“
*Zu der holografischen Unterbringungseinrichtung kann keine Aussage gemacht werden. Bitte entnehmen Sie alle wichtigen Informationen dazu der Anleitung.*
„Du blödes… Computer, letzte Äußerung streichen. Danke!“
*bliep*
Denn das war gar nicht dumm! Immerhin blinkte da ja eine Meldung. Es war sicherlich schlau, die mal nachzuschauen.
Jetsun nahm das PADD mit der übersetzen Anleitung und verglich die Meldungen.
Da, tatsächlich!
‚Dimiourgia antigrafon asfaleias ektaktis anankis‘
Das bedeutete ‚Notfallsicherung‘!
Notfallsicherung… Jetsun las nach:
‚Im Fall einer medizinischen oder anders gearteten Notfallsituation wird das sich in der Holografischen Unterbringung befindliche Tier durch die angeschlossene Sicherungseinheit entmaterialsiert und im Sicherungsspeicher abgelegt.‘
Was für eine krude Übersetzung! Jetsun schüttelte den Kopf.
Wichtig aber war: Ihre Hörnchen waren offenbar entweder krank geworden, oder es gab einen Vorfall, der die automatische Holobox veranlasste, Kiba und Dema in den Transporterpuffer zu beamen!
Jetsun las weiter. Dieser Sicherungsspeicher konnte die Tierchen auch ohne stabilisiernde Versorgungsspannung nahezu unbegrenzt lang aufbewahren. Und sie konnten nach Eingabe des Passcodes wieder rematerialisiert werden. Ja!!!
Jetsun schloss kurz die Augen und dankte Buddha für diesen Ausgang. trat sie zu der Holobox und… zögerte.
Waren beide Tierchen wohlmöglich krank? Oder verletzt? Dann sollte sie sie nicht mal so eben schnell wieder zurück beamen.
Aber sie war Ärztin. Und die beiden Berghörnchen waren Säugetiere. Das sollte also zu schaffen sein.
Schnell holte Jetsun ihre Notfalltasche. Die hatte sie immer hier, damit sie jederzeit auch während ihrer Freiwache zu jedwedem Notfall eilen konnte. Dann deaktivierte sie das Holoprogramm der Box, damit die Tierchen nicht in ihrer holografischen Umgebung umherflitzen konnten. Und dann gab sie ihren Passcode ein.
Der Transporter, also die Sicherungseinheit flirrte… und dann waren beide Hörchen wieder da… und rasten voll gegen die Käfigwand… schauten hektisch hin und her… und erkannten Jetsun dann.
Laut piepend wandten sie sich ihr zu, richteten sich an der Käfigwand auf und bettelten, zu ihr kommen zu dürfen.
Jetsuns Herz schmolz. Sie öffnete die Käfigwand und schon waren beide Hörnchen auf ihren Schoß und suchten Schutz.
Es dauerte fast eine Minute, ehe Jetsun den medizinischen Scanner ihres Tricorders nutzen konnte. Daraus ging hervor, dass beide Hörnchen kerngesund waren und nur unter erheblichen Stress litten. Warum auch immer! Jetsun fiel ein, dass sie das ja auch noch einmal versuchen konnte aus einem log-protokoll der Holobox abzurufen. Aber später! Jetzt erstmal wollte sie nur mit den Tierchen kuscheln. Und die wollten das auch.
</RPG>
<SUM>
# Ort: Krankenstation
# Zeit: MD 10.2015
Jetsun und Emily erscheinen auf der Krankenstation. Dort wird Jetsun erst einmal in ihre Uniform gesteckt und soll dann intensiv untersucht werden. Doch der Notfalltransfer des bewusstlosen Außenteams auf die Krankenstation vereitelt das. Jetsun wird in ihr Quartier geschickt.
# Ort: Quartier Jetsun
# Zeit: MD 10.2025
Jetsun verabschiedet sich von Emily. Dann entdeckt sie, dass ihre Hörnchen verschwunden sind und erleidet einen Nervenzusammenbruch.
# Ort: Quartier Jetsun
# Zeit: MD 10.2040
Eine geschlagene Viertelstunde später ist Jetsun wieder soweit beieinander, dass sie logisch denkend an das Problem mit ihren Tierchen herangeht. Es stellte sich heraus, dass die Notfallautomatik der kikonischen Holobox beide Tierchen in einen Sicherungsspeicher gebeamt hatte. Jetsun beamt beide Tierchen wieder zurück und tröstet diese (und umgekehrt).
</SUM>
submitted by Isabelle
– Lt(jg) Jetsun Pema, CM