Die Mission der Battlegroup Foxhound
By @…
Guten Abend in die Runde!
Anbei (endlich) das nächste Missions-RPG, vielen Dank an Ela, Mac und Fynn für die tollen Zeilen. Viel Spaß beim lesen 🙂
Lieben Gruß
Mo
<RPG>
# Ort: Dawnvein Castle (persönliches Schiff von Präsidentin Chiyo Yokinobu)
# Zeit: MD 2.0702
Die Dawnvein Castle thronte wie ein mächtiger Zyklop im endlosen Dunkel des Weltraums, seine gewaltige Form von einem schimmernden Halo aus Sternenlicht umgeben. Von weitem betrachtet, wirkte das Schiff wie ein massiver, funkelnder Diamant, dessen Facetten die Strahlen der Sterne reflektierten.
Doch es war nicht nur die Größe und Pracht des Schiffes, die die Aufmerksamkeit auf sich zog, sondern auch seine ungewöhnliche Architektur. Ihre Form war symmetrisch-organisch. Geordnet, mit geschwungenen Linien und scharfen Kanten, die sich zu einem atemberaubenden Gesamtbild vereinten. Doch seine Schönheit war nicht nur äußerlich, auch unter der Oberfläche verbarg sich eine komplexe Struktur aus Hochtechnologie und Luxus-Pomp-Interieurdesign.
Das komplette Gegenteil zu dem Raum, in dem sich Aldarna Dameo gerade aufhielt. Der Raum war karg und funktional gestaltet, ohne Schnickschnack und fast ohne dekorative Elemente. An den Wänden hingen einige wenige Bilder von historischen Schlachten und Flotten, die die Geschichte der Föderation repräsentierten. Bilder der Achilles, der Agamemnon, der Gallantry, der Explorer, der Damokles, der Nova Aquila, der Quigley, der Cailleach, der Avalon, der Atlantis und vielen anderen bedeutenden Raumschiffen und Stationen der vereinigten Föderation der Planeten.
In der Mitte des Raumes stand ein einfacher Schreibtisch aus dunklem Holz, dessen Oberfläche von Akten und Datenpads übersät war. Ein alter Computerterminal mit einem verstaubten Bildschirm thronte darauf und erinnerte an vergangene Zeiten der Technologie. Der auffälligste Gegenstand war eine kleine dunkelrote Büste. Sie zeigte das heroische Gesicht einer weiblichen Zakdorn. Das Schild darunter wies sie als Roldra Gatutrend aus, eine Strategin der Altforderen.
In einem der minimalistischen Stühle vor dem Schreibtisch saß Admiral Aldarna Dameo, das Oberhaupt der Streitkräfte der Vereinigten Föderation der Planeten. Ihre aufrechte Haltung und ihr ruhiger Blick verrieten eine gewisse Routine bei Schreibtischarbeiten. Ihre Uniform saß wie immer makellos.
Seit einigen Monaten hatte die Zakdorn dieses behelfsmäßige Büro ihrem eigenen Flaggschiff, der U.S.S. Venov, vorgezogen. Der Grund war die unmittelbare Nähe zu Chiyo Yokinobu. Hier war sie sicher. Zu Dameos Amtsantritt hatte es einige kleine Scharmützel gegeben. Bis heute saß der Gram über die Situation sehr tief, denn die Zakdorn wertete den Vorfall als wenig subtile Art ihr zu sagen „Sehe dich vor, Admirälin“. Aldarna hatte ihr halbes Leben in der Flotte verbracht, sie kannte offene Konflikte, Gefechte und Kriege. Aber die kriminelle Energie für politische Intrigen hatte sie nie besessen. Sie ahnte wer ihr Gegner war, auch wenn sie dafür bisher noch keine Beweise hatte.
Seit der Krieg begonnen hatte, war also ihr inoffizielles Lagezentrum in diesem schmucklosen Nebenbüro im Amts-Flügel des sonst eher überbordend gestalteten Schiff der Präsidentin. Diese hatte die besondere Nähe zu Dameo für gut befunden. Sagte sie zumindest.
Ohne Vorwarnung sprang die Tür auf. LtCmdr. Byth Th’renok schaute herein, ihr persönlicher Adjutant.
„Ma’am?“
„Hm?“
„Jigme ist hier“, kündigte der Andorianer die Ankunft des Commodores an. Bhuti Jigme war einer ihrer Kommandeure an der südwestlichen Kriegsflanke. Der Tibetaner war ein hervorragender Taktiker und hatte den Krieg selbst als Kommandant aktiv begleitet, bevor er befördert und mit neuen Aufgaben versehen worden war.
„Soll reinkommen“, brummte die Zakdorn und griff nach ihrer Tasse. Ihr Blick strich kurz über die Büste von Roldra Gatutrend. Hinter ihr baute sich der Tibetaner auf. Der Commodore war im strengen Dienstalltag des Flottenkommando eine schillernde Ausnahme, den anders als quasi alle anderen Flagoffiziere verzichtete Jigme auf eine klassische Uniform. Meist trug er ein einfaches tibetanisches Lasha und verzichtete, außer auf den Communicator, auf jede Form eines Hoheitsabzeichens. Bei vielen der alteingesessenen Offiziere, besonders aus dem SMC, war er damit unten durch. Dameo hatte weniger Sinn für ein Gerangel um bürokratische Meinungen, sie interessierte die fachliche Kompetenz. Das reichte ihr.
„Admirälin“, salutierte der Tibetaner knapp. Er wusste, dass sein Besuch ein gewissen Fragezeichen auslöste. Zwar wurde die oberste Admirälin wie jeden Morgen von einem Mitglied ihres Stabes über den aktuellen Stand der Ereignisse gebrieft. Allerdings gehörte ein Rapport von Angesicht zu Angesicht eher zur Ausnahme. Viele Kommandanten suchten instinktiv auch die räumliche Nähe zu ihrem Verband.
„Setzen sie sich.“
Cdor. Bhuti Jigme kam der Bitte ohne weitere Aufforderung nach. Seine Augen beobachteten Aldarna wachsam.
„Muss ich mir einen neuen Mocca holen?“, wollte die Admirälin wissen, ihre Stimme klang gequälter als beabsichtigt.
„Es wird so gehen“, entgegnete Jigme. Ein professionelles Lächeln umspielte seine Mundwinkel, als er seiner Dienstherrin eine Padd reichte. Rot, mit schwarzen Insignien des Oberkommandos. Nur wenige Individuen innerhalb der Flotte hatten Zugriff auf die Engine, Battlecom genannt. Hier flossen in Echtzeit alle Daten zusammen, alle Quellen und Statusupdates, Sensorlogs, Geheimdienst-Inserts und Flotte-Rapports – alles.
„Es gab ein außerplanmäßiges Scharmützel am Dantari-System. Unsere Einheiten wurden überrascht, konnten aber standhalten und den Gegner in die Flucht schlagen. Das Kräfteverhältnis an der Linie ist weiter im Gleichgewicht. Der Geheimdienst rechnet mit zwei weiteren Verbänden aus der Tiefe der Peripherie. Die Lage ist aber unter Kontrolle. Solange der Gegner keine Lücken findet, werden sie es vermeiden ihre Kräfte hier binden zu lassen“, begann Bhuti Jigme mit dem Bericht über seinen Abschnitt. Während er sprach verhielt sich das Padd wie ein Stichwortgeber und vergrößerte jeweils die Stellungen und Zonen, die der Commodore gerade ansprach.
„Am östlichen Ende des Hromi Clusters gab es vielversprechenden Raumgewinn, allerdings fehlen hier nachrückende Kräfte um weiter vorzustoßen“, führte der Tibeter fort, seine Stimme klang neutral – auch wenn Dameo wusste, dass sie in diesem Punkt nicht einer Meinung in der Vergangenheit gewesen waren. Sie seufzte.
„Wollen sie mir etwas sagen Commodore?“, wollte sie wissen und fixerte den Mann im Lasha. In Jigmes Gesicht zuckte es kurz. Dann hatte er sich aber sofort wieder im Griff.
„Nur, dass die nachrückenden Kräfte fehlen um vorzustoßen“, sagte er mit einem vielsagenden Blick und wiederholte sich damit.
„Wir werden die klingonischen Streitkräfte nicht in einem festgefahrenen Stellungskrieg über die gesamte rote Linie der Front schlagen können Commodore Jigme“, sagte Dameo mit einem funkeln in den Augen. Dieser hielt aber dem Blick der Zakdorn stand.
„Das müssten wir auch nicht“, sagte er, in einem fast geschäftlichen Ton. „Die Stoßrichtung der Verbände ist klar – wenn wir den materiellen Aufwand erhöhen und die strategischen Punke kurzzeitig vernachlässigen und zusätzlich in zielgerichteten Operationen ihre Nachschub-Linien entlang des Hromi Vektors stören, sind unsere Verbandskämpfe um 13% effizienter. Die Warscheinlichkeit das der Sektor fällt kann um weitere 26% gesenkt werden, je nachdem wie die Klingonen auf den Verlust der Nachschublinien reagieren, im besten Fall sogar 34%“, schloss Jigme und atmete aus. Diese Diskussion war der eigentliche Grund seines Besuchs.
„Und das Risiko eines erheblichen Raumverlusts durch die Aufgabe der strategischen Linien steigt um mindestens 39%. Die Störung des Nachschubs ist auch nicht gerade eine leichte Aufgabe, hierfür sind nur die modernsten Schiffe mit Tarnfunktion nötig, was die Rechnung im Fall eines Verlustes um Längen teurer macht. Außerdem – was sie hier ‚materiellen Aufwand‘ nennen, sind immer noch Schiffe unserer Flotte“, stellte Aldarna Dameo fest. Ihre Stimme klang kühl, während sie unverwandt den Mann am anderen Ende des Tisches musterte.
„Wir können uns aus taktischer Sicht keinen Staffelangriff, wie von Ihnen skizziert, leisten“, schloss Dameo das Thema gedanklich ab. „Der zu erwartende Blutzoll bei einer solchen Offensive in diesem Sektor, in der aktuellen Lage, ist einfach zu hoch“, beendete sie den kurzen strategischen Austausch.
Es benötigte zwei Wimpernschläge, bis Cdor. Bhuti Jigme sich wieder im Griff hatte. Dann nickte er kurz. „Aye Ma’am.“
„Wie steht es um die Battlegroups?“, wollte die Admirälin wissen. Sie war gerade in Fahrt gekommen. Jigme nickte erneut. Er hatte sich auf die Frage vorbereitet. Der kurze Moment, in dem er seine eigene Frustation gezeigt hatte, war vorbei.
„Planmäßig. Starblade verspricht zur Stunde zum Erfolg zu werden, auch wenn die Verluste höher sind als gedacht. Wolfclaw steht unmittelbar vor dem Eintritt in den klingonischen Tiefenraum und Foxhound befindet sich in den letzten Zügen der Vorbereitung“, spulte der Mann im Lasha die Daten seines Sektors herunter.
„Foxhound.. Die Truppe um DeCuiper, Ruthven und Tousaint?“, wollte die Zakdorn wissen, während sie auf dem Bildschirm vor sich die Konterfeis der Schiffe bewunderte.
„Genau“, bestätigte Jigme.
„Halten sie mich auf dem Laufenden sobald der Battlegroup-Verband Xarantine erreicht hat. Wenn ihr Auftrag gelingen sollte, könnte das die gesamte vierte klingonische Flotte und ihre Unterstützerverbände langfristig aufhalten“, brummte Dameo und beobachtete einen Moment das gleichmäßige Blinken von K7 auf ihrem Bildschirm.
Sie redeten noch einen Moment weiter, aber die wesentlichen Punkte hatten sie besprochen. Als Jigme begann auf seinem Hintern hin und her zu rutschen hatte Dameo irgendwann Einsehen mit ihrem Commodore.
„Das war alles. Vielen Dank. Ich sehe sie zum Jour Fixe um 1200“, entließ die Oberbefehlshaberin ihren Front-Commodore und deutete eine Verbeugung an. Der Mann in der Tracht nickte und deutete eine Verbeugung an bis er mit weiteren schnellen Schritten den Raum verlassen hatte. Aldarna Dameo rieb sich die Augen und gestattete sich ein leises Seufzen.
# Ort: K7 Taskforce-CIC
# Zeit: MD 2.2200
# Crew: FOs der Royal Pioneer, Hephaistos, Artemis, Nemesis, Lykaon, Badger
Das Taskforce-Kommandozentrum, auch CIC (Combat Information Center) genannt, war ein kreisrunder Raum, der sich an der Decke zu einer Kuppel verjüngte. Diffuse, indirekte Beleuchtung tauchte den fensterlosen Raum, in dessen Mitte ein futuristisches Pendant zur Tafelrunde aus gebürstetem, dunklem Dura-Stahl und matt-perlweißem Keramiktop stand, in eine fokusorientierte Atmosphäre. Was genau den Kopf der Tafel zum Kopf machte war nicht ganz eindeutig, jedoch hatte Captain Lisbeth DeCuiper dort Platz genommen, die für die Dauer dieser Mission zeitweise zum Fleetcaptain ernannt worden war. Ein goldener Balken unter ihren vier Rangpips wies sie entsprechend aus.
Die Afro-Europäerin mit den afrikanisch-niederländischen Wurzeln hatte die Hände auf der Tischplatte abgelegt und umrahmte damit einen Stapel PADDs. Als sich die Türen hinter den letzten Nachzüglern geschlossen hatten, die sich eilig setzten, erhob sie Lisbeth und sah in die anwesenden Gesichter.
„Willkommen.“, eröffnete sie mit einer weichen aber kräftigen Stimme. Ein ernstes Lächeln umspielte die Mundwinkel ihrer dünnen Lippen. Sechzehn Augenpaare waren auf sie gerichtet und sie fühlte sich wie im Rampenlicht, darin allerdings offensichtlich wohl.
„Wie Sie alle wissen, hat uns die Flotte für eine gemeinsame Mission auserkoren. Das FKOM erhofft sich von diesem Präzisionsschlag einen taktischen Einblick und Vorteil über die Klingonen in diesem Sektor. Nach der Okkupierung von Xarantine durch die Klingonen haben sie dort, Berichten des Nachrichtendienstes zufolge, einen strategischen Außenposten errichtet und die ansässigen Kolonisten in ihre Gewalt gebracht. Bisher gab es zwei Rettungsversuche, die jedoch fehlschlugen. Momentan ist nicht eindeutig, wie groß die klingonische Flotte im xarantinischen System ist, allerdings…“ sie räusperte sich und aktivierte per Tastendruck ein großes Hologramm, das das angesprochene System langsam rotierend aufzeigte und mit sich bewegenden Pfeilen versah. „… gibt es Hinweise darauf, dass es in Kürze zu einer größeren Bewegung der Feindkräfte kommen wird. Der Nachrichtendienst und das Flottenkommando sehen in dieser Bewegung einen geeigneten Zeitpunkt für einen Infiltrationsversuch, für den jedes unserer Schiffe eine spezifische Rolle erhalten hat. Captain Toussaint?“
Der kanadische Mensch erhob sich aus seinem Stuhl und zeitgleich ließ sich Lisbeth DeCuiper auf ihrem nieder. Das Hologram in der Mitte des Tisches änderte sich und zeigte stilisierte Icons eines Planeten und der U.S.S. Artemis.
„Danke, Fleetcaptain DeCuiper.“, eröffnete er und zog sein Uniformoberteil glatt. Samsaan, der links vom ihm saß, blickte zu ihm auf.
„Der Geheimdienst der Sternenflotte hat Ihnen allen für die Dauer dieser Taskforce eine Freigabe Delta-6 erteilt.“, fuhr er fort und leises Gemurmel ließ ihn sich unterbrechen und einen Augenblick abwarten, bis sich alle beruhigt hatten. „Die Artemis verfügt über experimentelle Technologie, die uns den Schleichfahrt-Modus ermöglicht. Im Rahmen der Algeron-Verträge ist dies, wenn man unserem Chefingenieur glauben mag…“ Er schmunzelte, als er an Panalek dachte. „… das bis dato nächstbeste Tarnungssystem, das wir haben können.“
Ein Seitenblick von Gaspar in Richtung Shay Ruthven verdeutlichte, dass sie beide im Laufe des Tages darüber gesprochen hatten und sich einig geworden waren. Zwar verfügte die Hephaistos über eine echte romulanische Tarnvorrichtung, deren Benutzung im Rahmen des Konflikts mit den Klingonen vom FKOM abgesegnet worden war – allerdings war der ATAK-Modus für dieses Joint Venture der größere Vorteil.
Gaspar fuhr fort. „Das Ziel der Artemis wird es sein, sich unbeobachtet im Schleichfahrtmodus dem Planeten zu nähern und einige Landetrupps abzusetzen. Und für etwaige, kurzfristige Evakuierungen bereit zu stehen. Captain Ruthven?“
Der Schotte und Kanadier tauschten ihre Positionen im Rampenlicht als sich der eine erhob und der andere setzte.
„Danke, Captain Toussaint.“ Shay blickte ebenfalls in die Runde und erneut änderte sich das große, zentrale Hologram. Es zeigte nun den Planeten und drei dicke Pfeile, die aus verschiedenen Richtungen auf ihn zu liefen.
„Die Hephaistos wird die 2. Gruppe anführen und zusammen mit der U.S.S. Badger ein Ablenkungsmanöver fliegen. Da wir als erste in das System einfliegen werden, werden sich die klingonischen Kräfte mit etwas Glück direkt auf uns fokussieren. Die Badger wird dabei als Begleitschutz dienen während wir den ATAK-Modus bedienen. Mit dem Vorgang der Schiffsteilung müssten Sie alle vertraut sein – ansonsten stehe ich gerne für Fragen zur Verfügung. Die Captains DeCuiper, Bateh und Bo werden die Flanke einnehmen und die uns angreifenden Schiffe angehen. Nachdem die Landetruppen abgesetzt wurden, wird sich die Artemis, noch immer im Schleichmodus, in die Deckung hinter einen der Monde von Xarantine begeben, wo sie für 24 Sol-Stunden verbleiben und den Status der Away Teams und der Klingonen so gut es geht beobachtet. Die Gruppen 1 und 2 werden unterdessen auf Warp gehen und sich bei den Rendez-Vous-Koordinaten Beta 1 treffen. Der Plan ist es, dass wir mögliche anwesende Feindkräfte weglocken und beschäftigen und uns dann wieder zum verabredeten Zeitpunkt mit der Artemis treffen.“
Shay ließ sich auf seinen Platz nieder. Die Atmosphäre im Raum hatte sich, während er gesprochen hatte, gewandelt. Allen Anwesenden war klar, dass der vorgelegte Plan einige Risiken beherbergte, die auch auf den zweiten und dritten Blick nicht besser wurden. Die Fähigkeiten der Artemis waren kaum kampferprobt und es war bisher nicht bekannt ob und wie gut die klingonischen Sensoren sie würden erfassen können. Den Flottenverband aufzuteilen und die Artemis alleine zurückzulassen war ebenfalls mindestens schwierig.
Eine Hand hob sich und Shay deutete auf Cpt. Gal Bo, den CO der Lykanon, um ihm das Wort zu erteilen.
„Was hindert die Klingonen daran Verstärkung zu rufen sobald wir angreifen? Wenn der Außenposten so wichtig ist, dann werden die nicht auf so eine einfache Falle hereinfallen. Die Klingonen sind nicht dumm auch wenn wir das gern glauben machen wollen.“ fragte der Bolianer und leises Gemurmel wurde laut.
Shay wartete bis es wieder still war und sah kurz zu DeCuiper, die knapp nickte.
„Das wird die Hephaistos übernehmen. Wir werden kurz vor dem Angriff getarnt in das System springen und die Kommunikationsbojen des Systems mit elektromagnetischen Impulsen ausschalten. Wir könnten sie auch komplett zerstören aber das könnte wiederum schneller bemerkt werden.“ erklärte er dann und wieder gab es leises Gemurmel.
„Warum setzt dann die Hephaistos nicht das Außenteam ab?“ wollte Gal Bo dann wissen, diesmal ohne die Hand vorher zu heben.
„Weil die Artemis das Kontingent Marines an Bord hat und die Hephaistos sich zusammen mit der Drei-Teilung und dem ATAK System besser für den Angriff eignet als für eine verdeckte Operation.“ antwortete Shay. Die Frage hatte er erwartet und war entsprechend vorbereitet.
DeCuiper erhob sich und Shay gab den Platz wieder an sie ab. Das allein brachte die Anwesenden wieder zum verstummen.
„Wir werden diese Operationen in den nächsten Tagen üben. Sie alle haben den Übungsplan zugesandt bekommen. Ich möchte das sich die einzelnen Einheiten blind aufeinander verlassen können und auch flexibel genug sind, sollte unser Plan geändert werden müssen. Wir wissen alle, dass der beste Plan selten den ersten Feindkontakt überlebt. Daher sind bei den Übungen auch einige Überraschungen eingebaut. Bereiten Sie Ihre Crews entsprechend vor und denken Sie gern auch ab und zu etwas außerhalb der üblichen Box.“ verkündete sie schließlich.
„Eines noch. Sobald wir von der Station ablegen wird eine Kommunikationssperre mit dem Rest der Föderation geben. Wir werden uns untereinander natürlich austauschen können. Es gibt spezielle Kommunikationsprotokolle die auf allen Schiffen implementiert werden dafür. Sobald diese Sperre ausgerufen wurde können sie dann auch ihre Crews über die Mission und die Missionsziele informieren. Vorher bitte den Kreis so klein wie möglich halten. Niemand hier möchte das die Klingonen von der ganzen Sache zu früh erfahren und wir in eine Falle geraten.“ mahnte DeCuiper und wieder wurde leises gemurmel laut.
„Falls es sonst keine Fragen mehr gibt … können sie sich nun alle wieder an ihre Arbeit machen.“ erklärte sie abschließend und wartete ob sich noch jemand melden würde.
# Zeit: MD 9.0755
# Ort: K7 auf diversen Schiffen
„Bericht?“ hallte es über verschiedene Brücken von Raumschiffen.
„Alle Systeme einsatzbereit und aktiv. Die Royal Pinoneer hat bereits die Erlaubnis zum abdocken. Unsere folgte kurz darauf.“ kamen die Antworten.
Die Brücke der USS Artemis war erfüllt von der geschäftigen Aktivität der Crew, die sich auf den bevorstehenden Einsatz vorbereitete. Captain Gaspar Toussaint saß in seinem Stuhl und beobachtete die kleinen Monitore, die den Status des Schiffes und der Formation anzeigten. Neben ihm stand sein Erster Offizier Samsaan, die Miene angespannt und sein Blick auf den Mainscreen fokussiert. Dann richtete sich Gaspar in seinem Stuhl etwas auf und nickte zu Shari hinüber.
„Initiere Abdockmanöver.“ verkündete die FLG stolz. Endlich konnte sie wieder fliegen. Kein Shuttle sondern die Artemis selbst! Sie wusste das es auf genaue Berechnungen und das Timing ankam und wollte auf keinen Fall einen Fehler machen.
Gaspars Blicke gingen von einem zum Anderen. Jeder seiner Offiziere war mit den Gedanken voll auf die vor ihnen liegende Aufgabe konzentriert. Da waren Reece und Amun. Ja, die Nummer zwei der Taktik hatte es sich nicht nehmen lassen und gemeinsam mit seiner Lebensgefährtin, Fiona MacKenzie, einen der hinteren Bildschirme zu nehmen, von wo aus beide ihre Systeme checkten. Während die beiden angespannter wirkten als sie vielleicht zugeben wollten, war der aktuelle Mann an der taktischen Konsole die Ruhe in Person.
„Taktik?“, wollte Toussaint wissen.
„Die Subroutinen der anderen Schiffe laufen bei 100%. Waffensysteme Standby, Blauer Alarm in Bereitschaft versetzt“, kommentierte der Halb-Trill eifrig. Der neben Gaspar stehende Caitianer hatte das Nicken aufgenommen und trat weiter in den Raum hinein.
„Maschinenrrrrraum?“ wollte er wissen.
Die Stimme des Andorianers antwortete.
„Alle Systeme einsatzbereit“, sagte der CING knapp. Sam nickte, auch wenn Panalek das nicht sehen konnte.
Ens. Nyo Arai, die stellvertretende CSO, stand an ihrer Konsole und überwachte die Sensoren. Während ihr menschliches Erbe versuchte die vulkanische Logik, die gerade mehr als sonst aus militärischen Warscheinlichkeitsrechnungen bestand, zu vertreiben warf sie einen Blick quer durch den Raum. Ihre Augen suchte die schwarzhaarige Caitianerin an der COMM.
Ens. Via saß an ihrer Station und stellte sicher, dass alle Kommunikationskanäle klar und störungsfrei waren. Ihr Gesicht war voller Ernsthaftigkeit und Hingabe. Sie zögerte kurz, als sie einen Blick auf der Schulter spürte. Als sie der Neugier nachgab, hatte Nyo den Kopf schnell wieder herumgedreht. Ein Lächeln breitete sich auf Vias Mund aus.
„Alle Kommunikationsrelays online?“, wollte der Captain von Via wissen. Diese nickte schnell. Die Systemroutinen der Battlegroup sahen eine dauerhafte, verschlüsselte Verbindung zwischen den Einheiten vor, sobald die Operation in vollem Gange war. Der Code war selbst für Via eine kleine Herausforderung und sie hatte mehrfach in der Vorbereitung darüber gesprochen, dass die Aufrechterhaltung besonders während des blauen Alarms eine reine Wunschvorstellung war. In der Zeit in der die Artemis sich in Xarantine näherte, mussten sie eh wie alle anderen Schiffe die Nachrichtensperre einhalten.
„Battlegrrroup-Prrrroxy eingerrrrichtet. Soll ich Ihnen die taktischen Meldungen derrr Badgerrrr vorrrlesen?“, wollte Via wissen und strich sich eine schwarze Locke aus der Stirn.
„Nicht nötig, danke Ensign“, sagte Gaspar und nickte Sharis bester Freundin höflich zu. An der OPS-Station stand Vuul Helzuc. Der Blick des Rhaandariten war wie üblich auf seinen Screen gerichtet, wo er die Energieverteilungen und logistischen Abläufe des Schiffs im Auge behielt. Schräg neben ihm standen CWI Lt. Sharom Ventra und sein Stellvertreter, Agent Tam Sula. Beide wirkten in Gedanken, wenn auch vermutlich aus unterschiedlichen Dingen. Beiden warf Toussaint einen langen Blick zu. Er nickte.
Dann wandte sich der Captain an den Mann, der seit ein paar Minuten auf dem Platz neben ihm saß. „Und warum genau sitzen sie nochmal hier?“, sprach er Lt. (jg) Liyun Corapara an. Er musste sich darauf konzentrieren nicht zu lachen, da sich Corapara scheinbar in diesem Moment genau dasselbe fragte. Irgendwie war er da in was hinein geraten.
„Nur um das klar zu stellen, mir ist völlig bewusst, dass das der Stuhl des zweiten Offiziers ist, Sir..“, sagte der Bolivianer. Nun konnte Gaspar das Lächeln nicht weiter unterdrücken. Er lehnte sich zurück und gab Corapara mit der Hand das Signal um fortzufahren.
„Und es gibt eine gewissen Tradition in der Flotte, dass der Counselor des Schiffes an diesem Platz sitzt um den Captain in ethischen Verfahrensfragen zu beraten“, sprach Liyun weiter.
„Ja und nein, aber fahren sie fort.“, entgegnete Toussaint.
„Und gleichzeitig bin ich qua Amt so gut wie nie selbst auf der Brücke, aber auch gleich zweifacher Abteilungsleiter“, sprach der Bolivianer und versuchte seine Unsicherheit hinter eine Portion lateinamerikanischem Temprament zu verstecken.
„Was natürlich zutrifft“, bestätigte Toussaint höflich und nickte. Sein Grinsen war breiter geworden, während er Sam einen Blick zuwarf.
„Und es war so ziemlich der einzige Platz, der gerade noch frei war“, schloss Liyun und klang etwas zerknitterter als gedacht.
„Nur fürs Protokoll, es gibt keinen Stuhl für den zweiten Offizier. Der sitzt während seiner Schicht in dem Stuhl in dem ich gerade sitze“, wandte Toussaint ein.
„Ihr Platz ist für Mission-Spezialisten reserviert. Und wie sie schon sagten, da ihr natürlicher Aufenthaltsort meist die Krankenstation ist. Aber lassen sie die Füße unten“, vollendete der Captain seinen Gedankengang. Liyun entwich ein kleiner Seufzer, während er seine Aufmerksamkeit auf den Mainscreen vor sich lenkte.
Toussaints Lächeln schwand langsam, während er sich erneut erhob. Dann trat er plötzlich vor den Hauptbildschirm. Die Crew sah überrascht auf, als er sich räusperte und spontan zu sprechen begann.
„Meine Damen und Herren,“ begann er mit fester Stimme, „Wir sind im Begriff K7 verlassen und befinden uns nun auf dem Weg in eine neue Mission. Bei aller Vorbereitung durch den Geheimdienst, der Planung und dem Training ihrer Abteilungen – niemand weiß, was uns auf Xarantine erwarten wird. Ich möchte diesen Moment nutzen, um Ihnen allen meinen tiefsten Dank auszusprechen. Ihre Hingabe, Ihr Mut und Ihre Professionalität sind es, die die Artemis zu dem machen, was sie ist.“
Er machte eine halbe Drehung, um über die Schulter in das schwarze Nichts des Weltraums schauen zu können. Sein Gesicht war angespannt.
„Ich weiß, dass wir vor großen Herausforderungen stehen. Aber ich habe volles Vertrauen in jeden von Ihnen. Gemeinsam werden wir diese Mission erfolgreich meistern und sicherstellen, dass wir alle heil zurückkehren. Seien Sie stolz auf das, was wir bereits erreicht haben. Für die Artemis, für die Sternenflotte, und für das, wofür wir stehen.“
Ein zustimmendes Gemurmel erhob sich im Raum. Gaspar trat zurück zu seinem Stuhl. Der Countdown für den Warpsprung wurde eingeleitet, und die Crew der Artemis bereitete sich darauf vor, das System zu verlassen und in den Kampf zu ziehen.
***
Shay Ruthven starrte Sekunden stumm auf den Schirm ehe er seine Blick auf Fabis Hinterkopf fokkusierte.
„Die Artemis dockt ab.“ erklärte Nik und Shay nickte langsam.
„Mr. LaGroille – sie kennen das Prozedere. Heave away.“ befahl er und Fabis Finger flogen über die Konsole.
„Abdocken erfolgreich, gehe auf Position innerhalb des Verbandes.“ bestätigte der Franzose während sich die Hephaistos langsam von der Station löste und den ihr zugewisenen Platz in der Formation einnahm.
Immer mehr Schiffe kamen dazu, er sah wie die Nemesis ein ähnliches Manöver durchführte.
„Alle Schiffe abgedockt und in Formation, implementiere Kommunikationssperre und etabliere Kommunikation des Verbandes.“ bestätigte Nik. Der war etwas nervös weil Qwara hinter ihm stand und ihn beobachtete.
„Warp in 10 – 9 – 8 ..“ begann Fabi zu zählen.
Auf der Station hatten sich etliche Personen – meist Zivilisten der jeweiligen Schiffe – auf der Aussichtsplatzform versammelt.
Jynah stand dort zusammen mit Melody. Kieran und Shay Junior hatten die Nase gegen die Scheibe gepresst. Es kam nicht oft vor, dass man einen Flottenverband beim Abflug zusehen konnte. Aufgeregt war vor allem Shay Junior. Diese Emily hatte ihm vor dem Abflug ein kleines Gerät in die Hand gedrückt und ihm aufgetragen es anzuschalten, sobald alle Schiffe losflogen. Unruhig blickte er daher auf die Raumschiffe und nestelte mit den Fingern in der Tasche seiner Hose an dem kleinen Apparat. Was wohl passieren würde? Das hatte Emily nicht verraten, aber sie hatte versprochen dass es toll würde.
Endlich war es soweit. Er blickte sich kurz um. Niemand achtete auf ihn. Also drückte er den Knopf. Nichts passierte. Das war schade.
Doch plötzlich knackte es aus den Lautsprechern der Station und Musik begann.
Die Formation in welcher die Schiffe flogen war durchaus eindrucksvoll, ebenso wie die Trommeln, die aus den Lautsprechern erklangen. Genauso eindrucksvoll war aber das zeitgleiche Verschwinden der Schiffe im Warp just in dem Moment, als das Rauschen der Trommeln ihren Höhepunkt erreicht hatten. Statt viele Einzelne schien es ein großer Lichtblitz zu sein in dem die Schiffe verschwanden und man nur noch die Leere des Alls sehen konnte. Die Stille auf der Station war ohrenbetäubend.
</RPG>
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# Ort: Dawnvein Castle (persönliches Schiff von Präsidentin Chiyo Yokinobu)
# Zeit: MD 2.0702
#In ihrem Ersatz-Büro auf der Dawnvein Castle, dem persönlichen Schiff von Präsidentin Chiyo Yokinobu, erhält Admiral Aldarna Dameo ein wichtiges Statusupdate zur Lage an der Südwest-Flanke des Krieges. Commodore Bhuti Jigme informiert Dameo über ein Scharmützel und strategische Aussichten. Auch informiert er sie über den Zustand der Battlegroups.
# Ort: K7 Taskforce-CIC
# Zeit: MD 2.2200
# Crew: FOs der Royal Pioneer, Hephaistos, Artemis, Nemesis, Lykaon, Badger
Die Missionparameter werden den FO’s verkündet und diese haben Fragen.
# Zeit: MD 9.0755
# Ort: K7 auf diversen Schiffen
Der Abflug des Flottenverbandes wird von K7 aus von den Zurückgebliebenen beobachtet.
</SUM>
Submitted by
Alle JV-FOs