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[Srday] A Long Sleep IV – Path into Darkness

Posted on 31. Januar 2021 By admin
<NRPG>
Und hier, endlich, dann das letzte RPG zu den Srday.
Mit diesem RPG verabschiedet sich diese Spezies nun wohl endgültig von der SFG. Und ein jahrzehnte alter Plot geht endlich zu Ende.
Die vorherigen RPGs könnt ihr hier nachlesen:
Teil I: https://groups.io/g/sfg-srday/message/182
Teil II: https://groups.io/g/sfg-srday/message/183
Teil III: https://groups.io/g/sfg-srday/message/184
Die am Rande erwähnten Abstammungslinien sind hier erklärt: https://groups.io/g/sfg-srday/message/146
Mit diesem RPG werde ich die Srday-Liste auch auf „Read only“ stellen, so dass sie als Archiv dient.
LG
Effi
</NRPG>

<RPG>

We’re nothing like you
A wall in black
We’re nothing like you
And you don’t get who we are, who we are

We’re nothing like you
We dare the flow
We’re nothing like you
And you don’t know who we are, who we are

In a land of seals and sorrow
We kept waiting for the spark
So hail your kings and hail your queens
We’re different, we’re the children of the dark

[Aus dem Lied „Children of the Dark“, Mono Inc.]

# Ort: Tel’aran’rhiod, irgendwo im Herzen des bekannten Universums
# Zeit: 02. Januar 2316

Es war kalt hier, in der Traumwelt. Das war insofern bemerkenswert, als dass Colin dieses Gefühl schon seit Jahren nicht mehr verspürt hatte. Doch hier, nahe der Quelle aller Veränderung, herrschten andere Gegebenheiten. Und gleichzeitig war der Traum noch nie so schön gewesen. Das ansonsten trübe, dunkle Grau des Hintergrundes war etwas gewichen, was schwarzem Samt glich. Und gleichzeitig war dieser Samt eine Leinwand, auf der das Universum von neuen Sternen träumte. Glitzernde Diamanten, strahlende Saphire und funkelnden Rubine wetteiferten mit schillernden Nebeln, blinkenden Pulsaren und filigranen stellaren Wolken.
Hier, nahe des Ortes, den die Srday wohl als den Dunkelsten bezeichnen würden, war der Himmel eigentlich am Hellsten. War es nicht eigentlich Ironie, dass Lebewesen die Veränderung mehr fürchteten als den Status Quo? Vielleicht lag es daran, dass zum Leben immer auch der Tod gehörte – und das entropische Ende jene letzte Grenze war, die niemand verstand?
„Ist es an der Zeit?“ fragte Colin seinen Geistbruder, der die ganze Zeit über bei ihm war.
>>Noch nicht. Wir warten noch auf jemanden<< erklang Averons Stimme in seinem Geist.
„Wir warten? Auf wen?“ Colin war ein wenig verblüfft. Das gehörte nicht ganz zum Plan.
„Vermutlich auf mich“
Die Stimme hallte durch das Tel’aran’rhiod, fanfaren-gleich. Wie die Stimme eines Gottes, der doch keiner war und nie einer sein wollte. Eine Stimme, die so wahr und klar war, dass man glaubte, sie könnte das Sein verändern. Und doch war alles ganz anders. Es war die Stimme einer Legende, die keine hatte sein wollen und doch nur getan hatte, was notwendig war. In gewisser Weise wie Colin und Averon auch, doch war der Pfad ein anderer gewesen. 
>> Da bist du ja, Luther Anjelen. << antwortete Averon, zufrieden.
Aus dem Licht der erträumten Sterne schälte sich eine geflügelte Gestalt. Ein Wesen, das eine Aura besaß, die sich von denen anderer Srday unterschied. Einfach, weil das die Wahrheit war. Vor Ihnen schwebten nicht Luther und Anjelen – sondern Luther Anjelen. Die erste komplette Verschmelzung zweier Geistbrüder seit langer, langer Zeit.
„Ich bin also erwartet worden?“ fragte der Hinzugekommene, vielleicht doch ein wenig überrascht.
>>Unser Plan war klar. Und es wäre undenkbar, dass der Dreizehnte nicht erscheint, um zu besiegeln und zu bezeugen.<<
„In gewisser Weise sind es Neugier und Sorge, die mich hierher getrieben haben.“
„Schlafen die anderen bereits?“ wollte Colin wissen. Ohne diesen Teil des Plans würde auch ihr Teil nicht funktionieren.
„Die meisten“ beantwortete Luther Anjelen diese Frage. „Und vom Rest werden die Meisten bald folgen.“
„Sie allerdings nicht, nehme ich an?“ Colin blickte den Mann, der auch Captain der Sternenflotte gewesen war, unumwunden an.
„Nein.“
>>Er ist der Wächter. Gewissermaßen. Auch das war vorhersehbar.<< Averon schien nicht im Mindesten überrascht.
>>Du hättest uns aufhalten können, wenn du es wirklich gewollt hättest. Vielleicht als Einziger.<<
„Vielleicht“ Luther Anjelen schien sich da selbst nicht ganz sicher.
„Aber das war nicht meine Aufgabe. Der Patt wurde auch ohne mich gelöst. Eine Entscheidung wurde gefällt. Ich bin der Dreizehnte.“
>>Pass gut auf die anderen auf.<< bat Averon. 
Ja, er war zum Rebell geworden, galt seinem Volk zwischenzeitlich als Verräter. Doch all das war geschehen, um die Srday vor dem Schicksal zu retten, das er gesehen hatte. Einer Zukunft, in der es keine Srday mehr gab. In der sie sich aufgerieben hatten. Einfach aufgehört hatten zu existieren, ihre Energien erschöpft, der letzte Traum geträumt. Nun aber gab es eine Chance.
„Das werde ich“ bekräftigte der Andere.
„Aber du wirst ebenfalls fehlen, Averon. Mächtigster und ältester aller Traumweber.“ Er seufzte. „In der Tat wäre es untertrieben zu sagen, dass es nicht mehr viele Traumweber gibt. Asavens Linie ist fast ausgestorben. Wer soll das Wissen bewahren?“
>>Ich habe Shakrat so gut ausgebildet wie ich konnte. Er wird euch erhalten bleiben.<<
„Shakrat ist kein Lehrer. Das weißt du.“
>>Ich kann nur hoffen, dass er das Lehren lernen wird.<< antwortete Averon. >>Asavens Linie ist noch nicht tot. Und die Jüngeren werden Shakrat aufsuchen und ihn fordern.<<
Der Tonfall beinhaltete eine Spur von Amusement, als würde dieser Gedanke dem alten Srday Freude bereiten.
>>Aber sorge dich nicht. In all den Jahrhunderten, die ich in den Archiven verbracht habe, habe ich eine Spur aus Brotkrumen gelegt, die jene finden wird, die die Begabung besitzen und bereit sind. Das Wissen wird nicht sterben. Es wird warten.>> Dann wurde der Tonfall sehr ernst. >>Und du, Luther Anjelen, wirst einer der Prüfsteine sein.<<
„Unberechenbar bis zum Schluss….“ lächelte der Angesprochene. „Nun, so sei es.“
„Wir sollten gehen“ mischte sich nun wieder Colin ein.
„Ja, das solltet ihr.“
>>Es ist alles gesagt<<
„Dann… gute Nacht“ wünschte Luther Anjelen, ehe er verblasste.

***

# Ort: Tel’aran’rhiod, Am Tor zum Anfang des Traums
# Zeit: Kurz darauf und gleichzeitig eine Ewigkeit später

„Es ist alles bereit.“ sagte Colin.

Tatsächlich hatten sie beide gemeinsam hier, an der Grenze, die das Sein von der Möglichkeit trennte, die Siegel vorbereitet, die die Türe hinter Ihnen wieder schließen würden – und gleichzeitig den Schlüssel bildeten, um sie irgendwann wieder zu wecken. Vermutlich in etwa 1.000 Jahren.
>>Ja, der letzte Faden ist verwoben.<<
„Und der letzte Schlüssel ist hier“ Colin konnte das Schwert der Finsternis, das ein Teil von ihm war, deutlich spüren. Es war hier präsent wie noch nie zuvor.
„Was ist mit den anderen?“
>>Sie haben schon getauscht. Wir sind die Letzten.<<
„Dann lass es uns angehen.“
>>… Bist du dir sicher?<< Kurz vor Ende kamen Averon doch noch Gewissensbisse. Gemeinsam waren sie beide weit gegangen. Sie hatten die Grenzen von Leben und Tod überschritten, die Finsternis gemeistert, waren alten Prophezeiungen wie auch alten Verschwörungen auf die Spur gekommen, hatten eine Rebellion geführt, gesiegt und doch zugleich verloren. Aber in all dieser Zeit war Colin der Körper gewesen. Doch nun… Fleisch konnte dort, wo sie hingingen nicht bestehen.

„Ich bin nicht so weit gegangen um jetzt aufzuhören.“ sagte Colin, ernst.

>>Sie wird… nicht mehr da sein, wenn wir zurückkehren.<<

„Ich weiß, Bruder, ich weiß. Aber ich habe mich bereits verabschiedet. Wenigstens dieses Mal.“

>>Hüte den Schmerz, Bruder. Er ist Erinnerung.<<
„Das werde ich. Aber nun werde ich schlafen.“ Colins Stimme war irgendwie grimmig.
>>Ja. Gib mir dein Selbst…<<Ei
„… und du bist der Leib“ ergänzte Colin. Und ließ sich fallen. Fallen, wie er es vorher noch nie getan hatte.
Und in der Schwärze des wahren Traums bildete sich ein Kokon. Ein Kokon aus Träumen und Wünschen, aus Willen und Verlangen. Ein Kokon, in dem Colin das Sein aufgab und zum Traum wurde. Und in dem Averon vom Traum zum Sein schritt. 
Mit einem Mal – es hatte nur Augenblicke gedauert und doch ein Leben lang – brach der Kokon auf. Hinaus trat nicht die Gestalt Colins, sondern die bläuliche Gestalt eines geflügelten Wesens mit langgestrecktem und doch vage humanoidem Gesicht. Die Hände endeten in Klauen und auf dem Kopf wuchsen Hörner. An der Hüfte der Gestalt glühte ein Bastardschwert im schwarzen Nicht-Licht.
>>Schlaf gut, alter Freund<< hallte die Stimme des alten Srday durch das Tel’aran’rhiod.
>>Es wird Zeit, das wir gehen.<<
Elf Schatten erschienen an seiner Seite. Nun zwölf Srday, die mit ihren Geistgeschwistern das Sein getauscht hatten. 
Zwölf Träumer in der Finsternis, die ihr Volk mit neuer Kraft versorgen würden. Mit neuem Leben.
Zwölf….
Noch bevor diese Worte zu Ende geträumt waren, riss die Realität auf und verschlang sie. Zurück blieb nur eine versiegelte Tür.

***

# Ort: Tel’aran’rhiod, die Wiege der Srday
# Zeit: Monate später

„Es ist schön, so viele Kinder spielen zu sehen“ lächelte 

Kira ‚Looneas‘ Lapislazuli.

Die Gestalt einer Teenagerin mit menschlichen und bajoranischen Wurzeln blickte zu ihren Gesprächspartnern, welche die Gestalt einer rothaarigen Frau um die Vierzig hatten.
„Ich hätte nie gedacht, dass wir das noch einmal erleben“ Majada war gerührt.
Shenjaa, Majadas Geistschwester, ergänzte: >> Ich hatte den Gedanken an Nachwuchs schon aufgegeben… und nun sieh dir meine Tochter an.<<   
>>Ja, es ist ein Wunder.<< bestätigte Looneas, der Geistbruder Kiras – ein alter, weiser Srday.
>>Es scheint, als wäre es am Ende doch die richtige Entscheidung gewesen.<<
„Und doch sind die Opfer, die gebracht wurden, schmerzhaft“ 
Eine Gestalt war an die beiden herangetreten. Auch er blickte auf die Kinder, doch seine Aura war noch immer von Trauer erfüllt.
„Es war notwendig, Dosho.“ antwortete Kira und blickte den ehemaligen Botschafter mit sanften Augen an.
„Vielleicht…“ seufzte dieser. Er fühlte sich nur so allein. Und Jumaaj‘, seiner Geistschwester, ging es ähnlich.
>>Werden Sie von den Opfern erfahren?<< wollte diese wissen – und meinte offensichtlich die heranwachsenden Srday.

>>Irgendwann.<< antwortete Shenjaa.
>>… aber nicht heute.<< ergänzte Looneas.
</RPG>

<Epilog>

Für Elisa:

Here we are
Riding the sky
Painting the night with sun
You and I, mirrors of light
Twin flames of fire
Lit in another time and place

I knew your name
I knew your face
Your love and grace
Past and present now embrace
Worlds collide in inner space
Unstoppable, the songs we play

Burn the page for me
I cannot erase the time of sleep
I cannot be loved so set me free
I cannot deliver your love
Or caress your soul so
Turn that page for me
I cannot embrace the touch that you give
I cannot find solice in your words
I cannot deliver you your love
Or caress your soul

Age to age
I feel the call
Memory of future dreams
You and I, riding the sky
Keeping the fire bright
From another time and place

I know your name
I know your face
Your touch and grace
All of time can not erase
What our…

[Two Steps from Hell – „Star Sky“]

</Epilog>

<SUM>
Zwölf Srday verschwinden im Zentrum des Traums aus dieser Realität, um den Srday eine neue Chance zu geben.
Wenige Monate später ist der Kindergarten der Srday wieder bevölkert…
</SUM>
<NRPG>
So, es ist… vorbei. Was für ein Ritt.
Dieses RPG zu schreiben war mir wichtig, ist mir aber auch sehr schwer gefallen. Denn immerhin ist es ein Ende.
Das Ende vieler alter Spielfäden, in die auch mein zweiter Charakter, den ich in der SFG hatte, eng verstrickt war.
Das Ende vieler schöner Szenen und Ideen.
Aber manchmal müssen die Dinge eben auch zu Ende gehen. Ich hoffe, dieses war ein Würdiges.
So bleibt mir nur noch, Danke zu sagen.
Danke an Frank, der die Srday in die SFG eingeführt und mich bei meinen Ideen unterstützt hat.
Danke an all die vielen Srday-Spieler, die im Laufe der Jahre mitgespielt haben. Und natürlich auch danke, an alle jene Spieler, die keinen Srday spielten und trotzdem Teil dieser Geschichte wurden.
Und auch Danke an all jene, die dieses Erbe würdig vertreten und bewahrt haben, so dass nun ein Ende geschrieben werden konnte.
Es war mir eine Ehre.
FIN
</NRPG>
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