ich muss mich auch entschuldigen. Ich schreibe sehr gern hier aber ich tue mich wohl doch noch etwas schwer, dabei andere SCs mit einzubeziehen. Ich habe es hier am Ende wenigstens mit dem Captain versucht. Ich bemühe mich, das zukünftig noch mehr zu tun.
@Kim: Bitte entschuldige, dass Jetsun hier auf Ettore ’schießt‘. Verstehe das bitte nicht falsch. Ich finde Ettore einen tollen Charakter und würde gern viel häufiger von ihm lesen. Das hier ist nur Jetsuns persönliche Auffassung, an der wir ja auch gemeinsam arbeiten können, ja?
@Sunny: Ebenfalls. Jetsun ist einfach nur schlecht drauf.
<RPG>
# Zeit: MD 15.2320
# Ort: Thyene, Garten von Arsinoes Palastteil
<QUOTE>
[Das passt sehr gut, sie selbst dürfen natürlich auch dabei sein. Sendet mir einfach die Koordinaten zum beamen. Und nun noch eine gute Nacht, ich entschuldige mich nochmal für die Störung.]
</QUOTE>
„Ein sehr höflicher Mann.“ meinte Arsinoe, doch Jetsun ging überhaupt nicht auf deren Hinweis ein.
Stattdessen starrte die CM Ileytis an. „Du hast den Captain schon unterrichtet? Noch bevor Du es mir gesagt hattest?“ Ihre Stimme klang ein wenig wie ein Fauchen.
„Ja.“ erwiderte diese. „Nachdem ich mir über meine Wünsche im Klaren geworden war, fand ich es richtig, die Schiffsführung so schnell als möglich zu informieren.
„Und meine Wünsche waren Dir völlig egal, ja?“ Jetsun wurde langsam laut.
„Mein Schatz, ich…“
„Ach lass das! Ich bin ja wohl ganz eindeutig nicht mehr Dein… Schatz!
Der Mohr hat seine Schuldigkeit getan. Er kann gehen!“ zitierte Jetsun verbittert aus Shakespeare. Etwas, was weder Ileytis noch Arsinoe einordnen konnten.
„Schatz… Jetsun,“ versuchte Ileytis sie zu beruhigen und nutzte dabei wieder ganz massiv ihre psionische Fähigkeit. Selbst Arsinoe spürte die Streustrahlung und lächelt Ileytis unwillkürlich warm an, was diese aber nicht bemerkte.
Jetsuns Verbitterung wich fast sofort. Statt weiter wütend zu sein, fing sie unmittelbar wieder an zu weinen. „Liebling! Entschuldige. Ich… ich wollte nicht… ich bin nur so furchtbar traurig. Ich…“ schniefte sie mit kaum verständlichen Worten.
Ileytis nahm sie in den Arm. „Schhhhh… ist schon gut. Mach Dir bitte keine Gedanken.
Ich hab Dich doch lieb. Daran wird sich auch nichts ändern. Keine Entfernung und keine Macht dieses Universums. Niemals.“
Noch immer pulsierte die Para-Drüse auf ihrer Stirn während sie der schluchzenden Bhutanerin über das Haar strich. Und Jetsun beruhigte sich mehr und mehr.
„Kommt!“ sagte Arsinoe dann. Ich habe ein schönes Lager für uns drei. Lasst und einfach versuchen, etwas zu schlafen. Morgen sieht die Welt dann wieder ganz anders aus, ja?“
„Ja.“ meinte Jetsun, noch immer ziemlich weinerlich.
„Ich bin völlig fertig.“ sie streckte eine Hand nach Arsinoe aus, die andere hielt die von Ileytis nach wie vor fest umschlossen.
Die Liduuri lächelte aufmunternd während sie nach drinnen gingen. In dem offenen Raum, den Arsinoe als Gästezimmer konzipiert hatte, war nun eine kreisrunde riesige futonähnliche Matratze ausgebreitet worden mit zahllosen weichen Kissen und mehreren Decken darauf. Die Bediensteten, die das alles so schön hergerichtet hatten, waren nicht mehr zu sehen.
„Soll ich gehen und euch..?“ begann die Kikonin, doch die beiden anderen antworteten wie aus einem Munde: „Nein!“
Arsinoe lächelte. Dann entledigten die Frauen sich ihrer Kleidung und kuschelten sich unter die Decken. Jetsun, die in der Mitte lag, war innerhalb kürzester Zeit eingeschlafen.
<NRPG>
Mac, damit dass Claudia um 11 Uhr schon Bescheid wusste über Ileytis Entschluss, den sie eigentlich erst eine halbe Stunde früher in einem Restaurant getroffen hatte, hast Du mich ganz schön ins Schwitzen gebracht.
Aber es hat dann doch ganz gut gepasst 🙂
</NRPG>
# Zeit: MD 16.0610
# Ort: Thyene, Arsinoes Garten
<QUOTE>
„Wie gesagt ich kann und werde sie nicht daran hindern hier zu bleiben aber ihr Entschluss kam sehr kurzfristig und ich will mich versichern das sie genau wissen auf was sie sich einlassen. Wir werden nachher den Orbit verlassen und ehe das nächste Föderationsschiff hier erscheint wird es eine Weile dauern. Sie werden es sich – wenn es hier schwer wird und das wird es früher oder später – nicht mehr anders überlegen können und erwarten das wir herkommen und sie abholen.“ stellte er klar.
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„Ja, natürlich. Ich weiß das.“ nickte die Liduuri. Kurz überlegte sie, ob sie dem Captain etwas über sich erzählen sollte, was ihm es möglicherweise leichter machen würde, ihre Entscheidung zu akzeptieren.
„Wissen Sie,“ begann sie, „ich habe schon vor einigen Tagen, als Sie und Jetsun… Pema hier unten auf dem Planeten waren um diese Queste zu machen, darüber nachgedacht. Zu dem Zeitpunkt aber hatte ich das Gefühl, dass ich in der Föderation insgesamt nicht besser oder schlechter aufgehoben wäre als bei den Kikonen. Dazu kam die Gefahr der Ausweitung des Krieges in das Thassos-System. Seitdem habe ich ständig hin und her überlegt. Aber meine Entscheidung habe ich tatschlich erst getroffen, als ich den Planeten hier kennen gelernt habe. Also gestern. Sie haben also Recht damit, dass es eine sehr kurzfristige Entscheidung war.“
„Sie haben das Ganze sicherlich dann auch mit Ihrer Freundin besprochen, nicht wahr?“ fragte Shay nach.
„Ja, habe ich. Aber eben auch erst gestern Abend. Und, ich muss leider sagen, dass sie es sehr schlecht aufgenommen hat.“ Ileytis seufzte.
Sie hatte die letzte Nacht noch lange wach gelegen und darüber nachgedacht. Sie kam sich sehr schlecht vor. Und hatte das Gefühl, unglaublich unfair gehandelt zu haben. Darüber hinaus hatte sie Jetsun und die junge Arsinoe manipuliert. Darüber war sie sich völlig im Klaren. Und auch jetzt manipulierte sie den Captain. Sie tat das ohne nachzudenken. Allerdings, und das gestand sie sich ein, tat sie es, um es den anderen einfacher zu machen, ihnen ihren Abschied zu erleichtern. Das war zumindest kein böses Ziel. Dennoch… Vor allem Jetsun, aber auch Captain Ruthven hatten sie ohne Vorbehalte aufgenommen und ihr ihr Vertrauen geschenkt. Jetsun sogar ihre Liebe. Und jetzt ließ sie beide einfach zurück. Das war… nicht schön.
„Aber Sie wollen bleiben, richtig?“
„Ja, Captain. Das ist mein Wunsch. Nicht der Wunsch meines Herzens, ganz sicher nicht. Aber der meines Verstandes.“
„Ihres Verstandes. Gut. Und sind Sie sich sicher, dass Sie sich hier gut einleben können? Sie sollten wissen, dass die Föderation darauf ausgelegt ist, die unterschiedlichsten Zivilisationen aufzunehmen und zu integrieren. Auch wenn es nicht auf meinem Schiff wäre. Die Kikonen dagegen waren bis vor kurzem noch sehr isolationistisch eingestellt und ich gehe davon aus, dass sie es auch immer noch sind. Sie werden es wirklich nicht leicht haben hier.“
Ileytis lächelte. Doch, das glaubte sie durchaus. Aber das konnte sie dem Captain nicht sagen.
„Danke, Captain, für Ihre Sorge um mich. Ich denke aber, ich werde das gut schaffen. Ich habe ja unendlich viel Zeit, mich zu integrieren.“
„Wie Sie meinen, Miss von Las’Tor.“
Die beiden gingen einige Augenblicke lang schweigend nebeneinander her, ehe Shay anmerkte:
„Ich persönlich finde es auch etwas schade, Sie zu verlieren. War es denn wirklich so unangenehm an Bord?“
„Ich weiß, dass Sie sich für mich sehr weit aus dem Fenster gelehnt haben, Captain. Und dass ich in der Astrometrie agieren durfte, habe ich auch als sehr entgegenkommend empfunden. Aber es gab leider auch deutlich andere Erlebnisse. Vor allem auf persönlicher Ebene.“
„Ich wünschte, Sie hätten mir davon berichtet.“ seufzte Shay. Er hätte sich diejenigen auf jeden Fall zur Brust genommen. Rassismus oder Mobbing wollte er auf seinem Schiff nicht haben.
„Ich habe in meinem Leben deutlich schlimmeres erlebt, Captain. Mir geht es wirklich mehr um die Möglichkeiten, die mir hier offen stehen.“
„Dann wünsche ich Ihnen, dass Sie sich nicht irren, Miss von Las’Tor.“
Wieder zurück bei den anderen beiden Frauen stellte Shay fest, dass Ileytis nicht übertrieben hatte. Ensign Jetsun Pema sah wirklich nicht besonders gut aus. Ihm war das vorhin schon aufgefallen, doch er hatte das damit verbunden, dass es um den bevorstehenden Abschied ihrerseits von zwei guten Freundinnen her stammte. Dass diese beiden gestritten hatten, das hatte er nicht gewusst. Dem entsprechend fühlte er sich auch ein wenig unwohl. Und war seiner Schwester tatsächlich dankbar, denn die schien sich grade relativ gut mit der CM zu unterhalten. Offenbar hatte Claudia seit ihrer Behandlung durch die Buthanerin einen recht guten Draht zu dieser. Naja, niemand hatte ja behauptet, dass Claudia nicht mit Leuten umgehen konnte. Vom Counsellor einmal abgesehen.
„Nun gut,“ sagte er und räusperte sich einmal. „Ich denke, dass nun alles geklärt ist.
Miss von Las’Tor, da Sie sich ja nun entschieden haben, hier auf Thyene zu bleiben wünsche ich Ihnen alles Gute für Ihren weiteren Lebensweg. Und sollten Sie Ihre Meinung später vielleicht einmal ändern, zögern Sie nicht, mich zu kontaktieren.
Eure Hoheit,“ wandte er sich dann Arsinoe. Die junge Tochter der Prinkipax von Myzen nickte ihm zu. Dafür, dass sie in einer von Frauen dominierten Welt aufgewachsen war zeigte sie ein erstaunlich tolerantes Verhalten ihm gegenüber. Shay mochte sie. Sollte sie gewissermaßen die Zukunft der Kikonen symbolisieren, so war er guten Mutes, dass das Verhältnis zwischen Föderation und Thassos sich weiter etablieren würde.
„Wir würden uns dann von Ihnen verabschieden. Offiziell hatten wir das ja schon getan. Ich persönlich möchte mich bei Ihnen noch einmal ausdrücklich für Ihre Hilfe und Ihr Entgegenkommen bedanken. Ich bin sicher, dass sich unser beider Völker in Zukunft sehr gut verstehen werden. Bitte richten Sie meine Grüße und meine Empfehlung auch an Ihre Mutter aus.“
Arsinoe lächelte diesem höflichen aber völlig unstandesgemäß gekleideten Mann zu.
„Ich danke Dir, Captain Ruthven. Ich werde das gerne tun. Ich wünsche Dir und Deinen Frau… Deinen Leuten eine sichere Reise.“
Auch Claudia wurde verabschiedet. Dann reichte Captain Ruthven Jetsun seine Hand.
„Einsign, ich nehme an, Sie möchten sich von Ihren Freundinnen noch verabschieden. Bitte denken Sie daran, dass wir um exakt Null-Achthundert ablegen. Sollten Sie bis dahin noch nicht an Bord sein werden wir Sie, egal unter welchen Umständen direkt an Bord beamen.“ Dass so etwas einen Eintrag in die Personalakte beinhaltete, erwähnte er nicht. Unter den gegebenen Umständen hätte er das wahrscheinlich auch unterlassen.
Doch er wurde überrascht.
„Nein, Captain. Bitte nehmen Sie mich doch gleich mit. Ich… ich könnte nicht…“
Shay sah kurz zu Claudia, die nickte. „Natürlich. Kein Problem.“
Er tippte auf seinen Kommunikator. „Captain an Transporterraum. Drei Personen zum Hochbeamen. Energie!“
In einem Energieflirren verschwanden die drei und Arsinoe und Ileytis blieben allein im Garten zurück.
# Zeit: MD 16.0740
# Ort: USS Hephaistos, Quartier der CM
Kaum in ihrem Quartier angekommen hatte sich Jetsun erst einmal ihre Kleidung vom Leib gerissen, als ob diese mit ansteckenden Bakterien verseucht wäre. Dann hatte sie lange und ausgiebig geduscht. Leider hatte das ihre Stimmung nicht verbessert.
Kurzfristig hatte sie überlegt, in der Krankenstation anzurufen und sich krank zu melden. doch natürlich war ihr klar, dass sie alleine hier in ihrem Quartier, wo sie alles an Ileytis erinnerte (immerhin hatte ihre Freundin das Quartier komplett neu arrangiert) nur noch mehr ins Grübeln kommen würde.
Halbwegs wieder trocken öffnete Jetsun den breiten Kleiderschrank und starrte bitter auf die Sachen, die dort hingen. Drei Uniformen! Aber bestimmt zehn kikonische Kleider. Und dann diese dunklen Kutten von Ileytis.
Jetsun riss eines der kikonischen Kleider heraus und war versucht, dies einfach zu dereplizieren. Doch sie konnte es nicht. Diese Gewänder waren einfach zu schön! Sanft hängte sie es wieder zurück in den Schrank. Stattdessen nahm sie diese nachtschwarzen Kutten heraus, stapfte zum Replikator und stopfte beide Teile mit aller Gewalt hinein. Es passte so grade. Dann drückte sie auf den Dereplikations-Taster. Ein leises Summen und der Replikator war wieder leer.
*Rohmaterial wurde eingelagert* kam die Meldung aus dem Gerät.
„Gut!“ murmelte Jetsun. „So machen diese Drecksteile wenigstens noch einen Sinn!“
Sie nahm sich ihre Gala-Uniform heraus. Die mit der Kira anstelle von Rock oder Hose. Ähnlich wie der schottische Kilt war auch ihre Kira als integraler kultureller Bestandteil einer Uniform akzeptiert worden, jedoch nur bei der Ausgeh- oder Galauniform. Gekonnt wickelte Jetsun sich in den knöchellangen Rock der Halb-Kira und schlüpfte dann in die Uniformbluse, als sich ihr Türsummer meldete.
„Was?“ bellte sie.
*Crewman Hicks befindet sich vor dem Eingangsschott Ihres Quartiers und bittet um Einlass.* kam die Meldung des erstaunlich interpretationsfähigen Computers.
Jetsun seufzte tief. Ach, egal!
„Tür öffnen!“ sagte sie und ging zur Tür.
Ein mittelalter Crewman erster Klasse stand da mit einem ziemlich großen Paket in den Händen. Wenn er durch ihren nur halb angekleideten Zustand irritiert war, so zeigte er das nicht.
„Guten Morgen, Ensign. Dies ist für sie.“ meldete er und hielt ihr das Paket hin.
„Was ist das?“ fragte Jetsun zurück. Sie hatte da einen Verdacht.
„Ich weiß es nicht.“ erwiderte Hicks. „Es wurde eben vom Planeten hochgebeamt. Kommt also von diesen Kikonen.“
Na klar. Genau das hatte Jetsun sich gedacht.
„Ich will es nicht. Schicken Sie es zurück!“ wies sie den Crewman an.
„Ma’am, ich bin kein Paketbote. Ich gehöre zwar zur logistischen Abteilung, aber ich wurde neu angewiesen, Ihnen dies zu bringen. Zurückschicken können wir das nicht. Außerdem legen wir jeden Moment ab.“
„Na gut. Dann behalten Sie das Paket. Vielleicht ist ja Wein darin. Machen Sie sich einen schönen Abend damit. Ich – will – es – nicht!“
„Ma’am, bei allem Respekt. Das darf ich nicht.“ Inzwischen klag Crewman Hicks ausgesprochen ungehalten.
„Dann, verdammt, stellen sie das Paket hier irgendwo hin. Ich muss jetzt zum Dienst!“
Jetsun klang nicht besser. Kein bisschen.
„Jawohl, Ma’am!“ zischte Hicks, stellte das Paket extra langsam und vorsichtig ab und ging dann ohne weiteren Gruß. Die CM hatte wohl ihre Tage! Blöde Kuh!
Jetsun war versucht, dem Paket einen heftigen tritt zu versetzen, ließ das dann aber doch. Sie war ja noch barfuß. Nicht, dass sie sich noch einen Zeh brach.
Das war ja sowas von klar gewesen. Arsinoe sicher. Oder Iletis. Brachen ihr das Herz und versuchten dann, sie mit Alkohol oder so zu bestechen. Verdammt! Ihr kamen schon wieder die Tränen. Sie war wütend… oder glaubte es wenigstens, doch in Wirklichkeit – das war ihr klar – war sie einfach nur fruchtbar enttäuscht und traurig.
Beflissentlich ignorierte Jetsun das Paket, zog sich an, legte ihren Rachu, den zwei Meter langen safrangelben Seidenbrokatschal, um und war im Begriff ihr Quartier zu verlassen, als sie sich an ihren Orden erinnerte. Warum – verdammt – nicht. Also band sie sich noch das Drachenkreuz um den Hals, so dass die Auszeichnung exakt mittig im Kragen der Uniformjacke hing. Dann verließ sie ihr Quartier.
# Zeit: MD 16.1810
# Krankenstation
Natürlich hatte Nathaly sofort gemerkt, dass etwas mit ihrer Chefin nicht in Ordnung war. Sie hatte auch so einen Verdacht, was die Ursache war, behielt das aber für sich. Dennoch konnte sie nicht anders, als eine Bemerkung zu machen. immerhin war es nicht unbedingt üblich, dass eine medizinische Offizierin in Galauniform zum Dienst erschien.
„Ganz oder gar nicht, hm?“ meinte sie, lächelte aber dazu.
Jetsun, die ihre Stellvertreterin sehr mochte, sah diese fragend an. „Hm?“
„Nun,“ erklärte Nathaly Grace, „entweder kommst Du nur mit einem Handtuch bekleidet zum Dienst, oder aber in vollem Ornat. Normal ist langweilig, nicht wahr?“
Jetsun lachte, was unglaublich befreiend wirkte. „Ja.“ sagte sie. „Mir war danach.“
„Na dann! Auf in den Kampf!“ Nathaly grinste und hielt Jetsun ihren Arztkittel hin.
# Zeit: MD 16.1400
# Krankenstation (auf dem Hades-Modul)
Vom Kampf selber bekam Jetsun nichts mit. Sie hatte schon seit Mittag Kopfschmerzen, was sicher auf ihren persönlichen Stress und den damit verbundenen Verspannungen zu tun hatte. Eigentlich neigte sie nicht zu Kopfweh, aber dieser hier war hartnäckig. Daher war sie auch nicht zum Essen gegangen, was sich jetzt rächte. Also musste ein Energieriegel reichen.
Sie hatten kaum Arbeit. Die tertiäre Hades-Sektion hatte bis zur Trennung keinen Treffer abbekommen und auch wurden keine Verletzten aus anderen Modulen überstellt. Nur etliche Sekundär-Verletzungen kamen hereingetrudelt. Aus Angst vor dem Kampf hatten wohl viele Leute, die mit so etwas nicht vertraut waren (vor allem viele Zivilisten), sich gestoßen, die Extremitäten geklemmt oder in einem Fall sogar mit einem Messer tief geschnitten. Aber das waren Kleinigkeiten, die Jetsun und das Sanitätsteam schnell abarbeiteten um die KS für wirklich ernste Fälle frei zu halten.
Und dann kam die Meldung, dass Hades zum erneuten Warpflug übergegangen war und mit äußerster Kraft davon flog. Jetsun atmete tief durch. Für sie war damit wohl die unmittelbare Gefahr eines feurigen Todes gebannt. Aber es gab so viele in den anderen beiden Modulen, die sie so gern hatte. Um die spürte sie weiterhin ziemlich heftige Sorge.
# Zeit: MD 16.1500
# Krankenstation
Der Kampf war vorüber. Anders als ursprünglich geplant, hatten sich die drei Teile der Hephaistos schnell wieder getroffen und wieder vereint. So konnten alle Leute, die sich für den Kampf auf das Hades-Modul begeben hatten wieder zurück auf ihre eigentlichen Stationen oder Quartiere. Und nun kamen auch viele Verletzte herein, darunter auch etliche Besatzungsmitglieder der USS Cassandra, die mit ihren Rettungskapseln aus dem All gefischt worden waren.
War der Kampf vorbei, ging die Arbeit auf der Krankenstation jetzt erst richtig los. Alle Freiwachen wurden hinzugeholt und die KS so auf 250% Personalstärke hochgefahren. Alle Verletzten mussten aufgenommen, diagnostiziert und der schwere ihrer Verletzungen nach priorisiert behandelt werden. Jetsun merkte nicht einmal, dass die ganze Arbeit ihre bis dahin ständig präsenten Kopfschmerzen verschwinden ließ. Sie arbeitete hochkonzentriert weiter und merkte nicht einmal, als der Captain zusammen mit seiner Schwester eintrat bis dieser sich zu Wort meldete.
# Zeit: MD 16.1710
# Quartier der CM
Es war natürlich nicht aufzuhalten gewesen. Der Zeitpunkt, an dem sie entweder freiwillig die Krankenstation verließ um entweder etwas zu essen oder sich in ihr Quartier zu begeben, oder dazu genötigt wurde. Oder auf der KS zusammenbrach. Keine dieser Optionen war für Jetsun schön, doch die erste hatte den Vorteil, dass sie dabei wenigstens ihre Würde behielt. Also zögerte sie noch herum, tat notwendige Handgriffe wie das Reinigen von OP-Besteck und ähnliche Nebensachen, die eigentlich durch das Sanitätspersonal gemacht wurden und zog sich dann erst einmal in ihren Arbeitsraum auf der KS zurück. Doch dann seufzte sie nur. Natürlich war ihr klar, dass sie hier nicht ewig bleiben konnte. Es war nicht nur dumm, es war auch falsch. Also zog sie ihren Kittel aus und tat ihn in den Replikator zur Dereplikation. Dann verabschiedete sie sich von ihrem Personal. Vor allem Crewman Sylvia Prochazkova lächelte sie sehr lieb zu. Die junge Frau hatte heute sehr gute Arbeit geleistet und damit ihren schlechten Eindruck von vor ein paar Tagen mehr als nur wettgemacht.
Jetsun musste an das Huhn denken. Und an Sunny. Gut, dass sie ihrer Freundin noch erklären konnte, dass es nicht sie war, die das Huhn in die Zelle der Bordsicherheit hatte sperren lassen. Sie selber hatte es nur aus der KS loswerden wollen. Lieutenant Ajur hatte den Befehl gegeben, das Huhn einzufangen und die junge Crewwoman, die diesen Auftrag dann durchgeführt hatte, hatte es dann mangels besserer Ideen zur Sicherheitsabteilung gebracht.
Ach, Sunny! Manchmal fragte sie sich, wie die junge Ingenieurin ihren Abschluss an der Akademie geschafft hatte. Sicher, als Ingenieurin war sie ein Genie. Und sie war sehr lieb und auch ausgesprochen tough. Aber mit Tieren… da fehlte es bei der jungen Trill echt am allernötigsten. Sie müsste doch wissen, dass Hühner Eier legen ohne dass diese befruchtet sind. Und dann diese kikonische Katze. Jetsun fragte sich, ob die inzwischen schon krank war. Welcher Wahnsinnige hatte der Ingenieurin dieses Tier nur geschenkt. Jetsun hatte sich schlau gemacht. Die Kornagata, also die kikonische Einhornkatze war eine Jägerin, die vor allem in den tiefen Savannenebenen Thyenes heimisch waren. Dort war es warm, weitläufig und vor allem gab es dort die eher flachen, lichten Bäume, auf die diese Tiere gern kletterten um sich auszuruhen und dabei den Überblick behielten. Vor allem aber war die Sauerstoffkonzentration in diesen Savannen selbst für Thyenische Verhältnisse hoch.
Hier, an Bord der Hephaistos dagegen war die Durchschnittstemperatur fast 15 Grad niedriger als in den Savannen. Es war deutlich dunkler hier und vor allem war der Sauerstoffgehalt der Atemluft sehr viel niedriger. Jetsun nahm sich vor, Sunny einmal zu besuchen und dabei unauffällig die Katze zu untersuchen. Nicht, dass das arme Tier hier noch starb. Wohl dürfte sie sich hier jedenfalls so ziemlich gar nicht fühlen. Ein normalerweise freilaufender Jäher in einer Kabine auf einem Raumschiff! Auch wenn diese spezielle Einhornkatze sicherlich eher von einem Züchter stammte, so war sie immer noch ein Tier. Ein Tier mit vielen Instinkten. Und gehörte eigentlich nicht in eine Enge, dunkle, kühle Kabine gesperrt.
Mit diesen Gedanken betrat Jetsun ihre Kabine und entdeckte natürlich sofort das Paket, welches immer noch mitten im Zimmer stand. Jetsun seufzte. inzwischen war ihr Zorn verraucht und einer eher unterschwelligen Trauer gewichen, die sich immer wieder mal an die Oberfläche drängte. So, wie jetzt. Jetsun schniefte und wischte sich über Gesicht. Dann zog sie die Uniformjacke aus, löste den Orden und legte beides auf die Couch, ehe sie sich hinsetzte und das Paket musterte.
Es gab keinen offensichtlichen Absender. Also öffnete sie es und fand darin ein weiteres Paket – diese hübsch verpackt – und eine Karte, die sie zuerst las. Es war eine hübsche Karte mit einem schwachen verschlungenen Muster als Hintergrund, welches Jetsun aber nicht einordnen konnte. Sie würde vielleicht später einmal danach forschen. Auf der Vorderseite der Karte stand nur ihr Name, fein in Tinte geschrieben. Auf der Rückseite, in kikonischen Schriftzeichen (wohl) Arsinoes Name und daneben der von Ileytis in föderierter Schrift. Liduuri würde sie jedenfalls nicht entziffern können.
auf der Karte war auch ein kleines Tastenfeld, welches Jetsun dann antippte. Daraufhin hörte sie Ileytis‘ Stimme:
„Liebste Jetsun. Ich schreibe dies nicht, weil weder Arsinoe noch ich die föderierten Schriftzeichen besonders gut beherrschen. Ich benötige dazu immer noch mal Unterstützung durch die Technik. Dieses kleine Geschenk an Dich ist von uns beiden. Eigentlich zwei Geschenke, je eines von mir und eines von ihr. Ich gestehe auch, dass es Arsinoes Idee war, Dir dies zu schenken. Sie ist eine sehr einfühlsame Kikonin und weiß wirklich sehr gut, was Du wohl im Augenblick brauchen wirst. Ich hoffe es jedenfalls. Ich vermisse Dich jetzt schon, und auch wenn ich weiß, dass ich rein verstandesgemäß die richtige Entscheidung für mich getroffen habe, so frage ich mich doch, ob ich hier nicht zu egoistisch gehandelt habe. Aber jetzt ist es zu spät und ich hoffe dennoch weiterhin, dass sich alles langfristig gesehen zum Guten wenden wird. Ich liebe Dich, wo immer wir beide auch sind.
Ileytis“
Jetsun hechelte fast, so tief seufzte sie. Doch ohne ihr viel Zeit zu lassen, folgte dann Arsinoes hellere Stimme. Sie sprach ebenfalls Föderationsstandard, sehr stark akzentuiert:
„Jetsun! Auch und verbindet viel. Sehr viel. Ich bin auch betrübt, dass Du nicht mehr hier bist. Aber das ist Plicht. So muss es sein. Ich freue aber Dich bald wiedersehen. Bleib immer gesund.
Ich hab Dich lieb.
Arsinoe“
Jetsun sprang auf und lief ins Bad, wo sie den Kopf ins Waschbecken hielt und sich kaltes Wasser ins Gesicht spritzte. Warum machten die das? Dadurch wurde es nicht besser. Wunden mussten doch verheilen. Aber natürlich freute sie sich unendlich, dass sie nach wie vor geliebt wurde. Und sie würde das Geschenk auch dankbar annehmen. Sie schämte sich jetzt schon, dass sie heute früh so furchtbar über die beiden gedacht hatte und war heilfroh, dass Crewman Hicks das Paket nicht wieder mitgenommen hatte. Sie nahm sich auch vor, sich bei dem Mann zu entschuldigen. Sie hatte sich ja furchtbar aufgeführt! Himmel!
Jetsun trocknete sich das Gesicht ab und ging dann zurück zu dem Paket. Und nahm das innere Paket aus der äußeren Verpackung heraus. Dann öffnete sie es vorsichtig.
Es enthielt ein technisches Gerät. Im Grunde war das ein hohler Kasten mit rund einem Meter mal 70cm mal 70cm Kantenlänge. Ziemlich groß. Die Wandstärke betrug etwa 8cm. Und er hatte eine Klappe an einer der kurzen Seiten, die sich leicht öffnen ließ. Dazu ein Touchpanel, welches aber deaktiviert war. In dem Kasten war ein Beschreibungsheftchen, natürlich auf Dako. Außerdem waren in dem Kasten noch ein weiterer Kasten in einer Verpackung in etwa von der Größe eines großen Schuhkartons und ein etwa 80 mal 60 cm flacher Karton. Sonderbar!
Jetsun packte alles aus. In dem ‚Schuhkarton‘ war ein weiteres technisches Gerät was ein wenig an einen antiken Overhead-Projektor erinnerte. In dem Flachen Gerät war so etwas wie ein HiTech Backblech. Jetsun wurde immer verwirrter. Dann nahm sie die jeweiligen Beschreibungen und setzte sich damit an ihren Schreib- und Arbeitstisch.
„Computer!“
*piep*
„Computer, scanne diese Broschüren und fertige eine Übersetzung an.
Ausführung!“
*Verstanden. Bitte Blättern Sie die entsprechenden Schriftstücke durch, damit sie gescannt werden können.*
Jetsun tat wie geheißen. Das ging schnell und erstaunlich einfach. Kurz darauf erschien auf ihrem Bildschirm die Übersetzung aus dem Dako. Und dann staunte die Buthanerin.
Zuerst der Schuhkarton. Der vermeintliche Overhead-Projektor war in Wirklichkeit eine transportable Stasis-Einheit, in der verderbliche Objekte wie in einem Transporterpuffer gescannt, also derepliziert werden können um so über lange Zeit gut gehalten werden zu können. Auf Knopfdruck konnten diese Objekte dann wieder repliziert werden. Also wie eine Transportereinheit. Oha.
Der große Kasten war eine sogenannte Holobox. Also ein kleines Holodeck für Tiere, damit sich überall heimisch fühlen können. Eine Tragbare Spielwiese für Tiere! Jetzt war Jetsun beeindruckt.
Nun, und das Backblech war in Wirklichkeit eine Art Hi-Tech-Katzentoilette, die Exkremente und andere Abfälle automatisch filtert und derepliziert.
Jetzt war Jetsun neugierig. Sie aktivierte die mobile Stasis-Einheit, die ihren Ladezustand auf 100% und den Zustand von insgesamt drei Objekten auf ‚perfekt‘ deklarierte. Anhand der übersetzten Beschreibung aktivierte Jetsun die Materialisation und zunächst erschien eine weitere Broschüre, die Jetsun kurz anschaute. Aus dem kikonische Text konnte sie wieder nichts entnehmen, doch das ließ sich ja problemlos übersetzen. Dann aber wurden nacheinander zwei kleine Tierchen materialisiert.
Sie waren jeweils etwa 40 cm lang. Plus einen etwa 20cm langen plüschigen Schwanz. Beide waren dunkel-orange-gefärbt mit noch etwas dunkleren Tupfen. Sie hatten kleine dreieckige Ohren, eine kurze Schnauze mit Tasthaaren daran. Und das Fell war unglaublich weich. Jetsun war sofort verliebt.
Die Tiere nicht! Wie der Blitz waren sie unter dem Bett verschwunden und fauchten, wenn auch unglaublich niedlich. Jetsun lächelte und ließ sie erst einmal in Ruhe. Stattdessen ließ sie das letzte Handbüchlein vom Computer übersetzen.
Bei den Tierchen handelte es sich um sogenannte domestizierte ‚Oreiskiouros‘. Ein kikonischer Begriff, der am ehesten mit Berghörnchen übersetzt werden konnte. Tierchen, die vor allem in Bergregionen oberhalb von 3000 Metern lebten und daher mit der eher kühlen und geringen Atmosphäre zurechtkamen. Anders als der Name es vermuten ließ, waren diese Tiere Allesfresser und lebten auch von der Jagd. Zu Jetsuns Erleichterung war in dem Datenspeicher der Stasis-einheit auch Futter gespeichert, jedoch nur eine Packung. Sie musste das unbedingt im Replikator scannen um weitere Vorräte zu bekommen. Ebenfalls sollte sie die technische Abteilung ansprechen, damit die ihr ein Ladekabel für die Geräte bauen konnten. Der Akku würde sicher nicht ewig halten.
Den Rest des Abends verbrachte Jetsun jedenfalls auf dem Bauch liegend und mit den erstaunlich rasch zutraulich werdenden Hörnchen.
# Zeit: MD 17.1400
# Besprechungsraum des Captain
*Bliep* machte es. Captain Shay Ruthven schaute auf. Gerade hatte er die Schadensmeldungen studiert, die der Kampf mit den Klingonen verursacht hatte. Keine schöne Aufgabe, aber deutlich angenehmer als die Beileidschreiben für die Toten, die zu schreiben gewesen wären, hätte es denn welche gegeben. Nun, jedenfalls unter der Crew der Hephaistos hatte es keine zu beklagen gegeben. Leider war die der Cassandra nicht ganz so glücklich gewesen. Es hatte aber, dank der guten Planung durch die Schiffsführung nur 5 Todesopfer gegeben. Sogar die Brückencrew hatte überlebt, da der Tansporter des Schiffes in allerletzter Sekunde automatisch (und entsprechend vorprogrammiert) diese direkt in eine zuvor ausgeschleuste leere Rettungskapsel gebeamt hatte. Die Toten waren tatsächlich in der technischen Abteilung gefallen, als ein Wikungstreffer das Sicherheitskraftfeld hatte zusammenbrechen lassen.
„Ja, bitte!“ rief der Captain und herein trat seine Chief Medical Offizierin.
Shay musterte diese. Sie sah deutlich besser aus. Kurz überlegte er, dann begrüßte er sie:
„Ensign Jetsun Pema. Sie sehen deutlich besser aus. Wie geht es Ihnen heute?“
„Danke, Captain.“ erwiderte Jetsun. Sie trug ihre normale Uniform. Ohne Kira und ohne den Orden, jedoch die ‚Röckchen‘-Variante und natürlich mit dem Rachu um die Schultern.
„Ich komme, um mich zu entschuldigen.“
„Entschuldigen? Wofür? Sie haben hervorragende Arbeit geleistet gestern. Ich bin sehr stolz auf Sie.“
Shay wollte das sagen. Natürlich war auf jeden seiner Besatzungsmitglieder stolz. Sie alle hatte eine bewundernswerte Leistung vollbracht. Jeder auf seinem Gebiet. Seiner Ansicht nach wären da einige Beförderungen angemessen. Entsprechende Vorschläge hatte er schon zusammengestellt. Aber bevor nicht die Bestätigung durch das Flottenkommando da war, wollte er darüber natürlich nichts sagen.
Jetsun lächelte. Das tat wohl.
„Nein, Captain. Aber danke. Ich meinte gestern früh. Auf Thyene. Ich habe mich da furchtbar verhalten. Ich weiß auch nicht, was mit mir los war. Ich habe…“
„…Sie haben einen bitteren Verlust erlitten. Sogar zwei. Und Verluste beweint man. Das muss Ihnen nicht leidtun. Gewiss nicht. Glauben Sie mir, ich verstehe das. Aber natürlich bin ich froh, dass es Ihnen nun augenscheinlich wieder besser geht.
Möchten Sie vielleicht noch mit dem Counsellor darüber reden? ich bin sicher, dass Mr. della Scala…“
„Nein, Sir. Mit Verlaub, danke, aber nein. Unter keinen Umständen.“
Das klang ausgesprochen heftig. Shay war überrascht über die Heftigkeit ihrer Reaktion. Dabei bemerkte er nicht einmal, dass die CM ihn, den Captain, in seinem Satz unterbrochen hatte.
„Darf ich fragen, Ensign, weshalb sie das ablehnen?“
Jetsun atmete tief durch. „Der Counsellor und ich… wir kommen nicht besonders gut miteinander aus, Sir. Besser gesagt, er kann mich auf den Tod nicht ausstehen, Sir.“
Das erschien Shay nun sehr gewagt. Abgesehen von Claudia… naja, und Botschafter Jared noch… gab es eigentlich kaum jemanden, der mit Ettore nicht gut auskam. Sie beide verband sogar eine gewisse Freundschaft. Aber doch, Ettore konnte manchmal auch direkt sein und den Finger auf die Wunde legen. Und seine Art zu diskutieren könnten manche Leute wohlmöglich auch als Spitzfindig betrachten. Hmm.
Dann fiel ihm ein, dass Jetsun ja viele lange Stunden mit Botschafter Jared zusammen gearbeitet und verbracht hatte. Wohlmöglich hatte der Botschafter, der ja wirklich kein Freund Ettores war, die Bhutanerin dahingehend beeinflusst. Möglich wäre das. Es wäre interessant, dazu mehr zu erfahren.
„Setzen Sie sich doch, Ensign. Und dann erzählen Sie mir doch einmal, wie sie darauf kommen, dass Counsellor della Scala eine Abneigung gegen Sie hegt.“ bot er der Buthanerin Platz an.
„Ähm… Sir, mir ist es nicht angenehm, jetzt schmutzige Wäsche zu waschen.“
„Sie haben damit angefangen. Nun müssen Sie da auch durch.“ erwiderte Shay, wenn auch mit einem gewissen Lächeln auf dem Gesicht. „Stellen Sie sich vor, ich wäre jetzt Ihr Counsellor.“
Jetsun seufzte tief. Das hatte sie ja wieder hervorragend hingekriegt. Wieso konnte sie nicht einfach mal ihre Klappe halten?
„Ich… ähm… Es begann schon ganz zu Beginn meiner Dienstzeit hier an Bord. Als ich mit Botschafter Jared an Bord kam. Der Counsellor hat uns begrüßt. Dann habe ich ihn um eine Besprechung gebeten. Ich hatte den Auftrag, einmal die Woche eine entsprechende Sitzung durchzuführen. Er hat mich… abgewimmelt. Wir hatten dann, theoretisch zumindest, einen weiteren Termin eine Woche später. Ich weiß nicht, ob mich der Counsellor nicht ernst genommen hatte. Aber ich hatte ihn gebeten, einen möglichst zeitnahen Termin zu machen. Mir wäre es am liebsten gewesen, noch diesen Tag. Aber er wollte nicht.“
Jetsun seufzte. „Vielleicht habe ich ihn überfordert, doch mein Eindruck war, dass er mich nicht mochte. Die… Angelegenheiten an Bord verhinderten dann, dass ich den Termin, den mir der Counsellor gegeben hatte, wahrnehmen konnte. Vielleicht erinnern Sie sich noch. Es war der Tag, an dem Sie zu mir kamen um ihre Halswirbelsäule zu behandeln. Commander della Scala hat mich danach nie mehr angesprochen. Ich… zugegebenermaßen auch nicht.“
„Wenn das der einzige Grund ist, Ensign, finde ich es etwas vermessen von ’nicht ausstehen können‘ zu sprechen.“ merkte Shay an.
„Ist es nicht. Aber ich möchte wirklich nicht alles aufzählen. Nur… auch andere empfinden das so. Arsinoe… also die Prinkipaxillis war entsetzt, wie er gegenüber ihrem Volk eingestellt war und Ileytis… von Las’Tor wurde von ihm, aber vor allem von seiner Frau ausgesprochen herablassend behandelt. Weil sie nicht genug über einheimische Pflanzen wusste. Wo sie doch aus einer ganz anderen Galaxis kam. Sir, dabei ging es nicht um Intelligenz oder Lernfähigkeit, sondern um Wissen. Etwas, was man sich aneignen kann und muss, aber nicht…“ sie stoppte, als der Captain die Hand hob. Und schluckte schwer. Sie hatte sich in Rage geredet. Und ließ den Kopf hängen.
„Entschuldigung, Sir.“
Shay seufzte nun seinerseits. Und überlegte, wie er das ganze jetzt einordnen sollte. Dass zwischen Ettore und dieser jungen Frau Dissonanzen existierten war deutlich zu erkennen. Das war natürlich nicht gut und musste so bald als möglich ausgeräumt werden. Am besten bei einem moderierten Gespräch. Er überlegte nur, wer da der Moderator sein sollte.
Aber die Vorwürfe, die die Ensign erhob waren nicht einfach nur beiseite zu wischen. Diese Terminsache, das konnte einfach nur ein Engpass sein. Dennoch hätte er sich gewünscht, wenn Ettore diese junge Ensign angesprochen hätte. Immerhin wusste er ja, dass sie wöchentliche Besprechung zu absolvieren hatte. Und was Ettores Antipathie gegen die Kikonen anging, nun, das hatte er selber ebenfalls schon zu hören bekommen. Da sollte er vielleicht mit ihm noch einmal reden. Ihm gegenüber konnte der Counsellor so etwas ja mal erwähnen. Aber anderen gegenüber, vor allem der jungen Prinkipaxillis selber gegenüber war das wirklich nicht besonders sinnvoll. Auch wenn er aufgrund der dramatischen Umstände da nachvollziehen konnte, weshalb das so geschehen war. Und Melody? Er kannte und schätzte die junge Frau. Und konnte sich gut vorstellen, wie sie auf fremde Hände in ihrem Miniosum reagierte. Den Schuh zog er sich selber an. Es war nicht besonders schlau gewesen, die Liduuri dort unterzubringen zu versuchen.
Dumm war die Summe der im Einzelnen eher harmlosen Vorfälle, die sich in Jetsuns Kopf nun zu einem explosiven Gemisch summiert hatten.
„Schon gut, Ensign. Ich hatte Sie ja gefragt. Ich denke aber, dass es zwar grundsätzlich gut ist, so etwas einmal loszuwerden, dass ich aber möglicherweise doch nicht die richtige Zieladresse bin.
Ich schlage daher vor, nein, ich fordere Sie hiermit offiziell auf, sich entweder an Dr. Renal zu wenden um mit ihr dieses Thema zu besprechen. oder nein, warten Sie. Das machen wir ganz anders.“
Shay überlegte kurz und Jetsun begann ein wenig zu schwitzen. Dabei hatte doch sie großes Vertrauen in den Captain. Dennoch war das gerade ein übles Thema.
„Wir machen das so: Sie und ich und Commander della Scala werden uns zu dritt einmal zusammen setzen. Dabei werden wir dieses Thema besprechen. Ich bitte Sie, dabei ganz offen zu sein und auch ihre Vermutungen zu äußern. Achten Sie aber dabei darauf, nicht unbotmäßig zu werden. Ich werde nur die Rolle des Moderators einnehmen. Das vor allem, da der Counsellor ja einen hohen Dienstgrad führt und ich mich als gemeinsamer Dienstvorgesetzter besser in der Rolle des Moderators sehe als ein rangmäßig untergebener. Verstehen Sie?“
„Ja, Sir!“ erwiderte Jetsun, nun doch etwas staunend. Was für ein Captain!
„Gut. In Abhängigkeit des Ergebnisses dieses Gespräches werden Sie dann entweder wieder ihre Sitzungen mit Counsellor della Scala aufnehmen. Oder ersatzweise mit Dr. Renal. Schlimmstenfalls werden Sie Besprechungen auf der Station DS-K7 haben. Aber das denke ich, wird nicht erforderlich sein.“
Shay atmete nun selber tief durch.
„Ensign, Sie sind Abteilungsleiterin hier an Bord. Eine, wenn man so will, Stabsoffizierin der Hephaistos. Ich habe bislang feststellen können, dass Sie auch in Stresssituationen durchweg ausgezeichnet agiert haben. Manchmal haben Sie sich sogar übernommen um Ihre Pflichten zu erfüllen.
Ich wünsche mir daher, dass Sie sich nun, wo es wieder etwas ruhiger werden wird, auch bemühen, diese, sagen wir, internen Störungen in den Griff zu bekommen.
Einverstanden?“
Jetsun schluckte. Dann nickte sie deutlich.
„Ja, Sir. Selbstverständlich.“
„Nein, selbstverständlich ist das nicht.
Bemühen Sie sich einfach. Sie sind eine Gute. Ich möchte, dass das so bleibt.“
„Danke, Sir.“
<NRPG: Ball an Shay, falls er noch etwas loswerden will>
„Schön.
Wenn Sie sonst noch etwas auf dem Herzen haben, würde ich Sie bitten, das vielleicht zu einem späteren Zeitpunkt mit mir zu besprechen.“
„Ja, Sir. Ich meine, nein Sir. Ich habe jetzt nichts Dringendes mehr.“
Die Sache mit den Hörnchen, nun, das hatte gewiss Zeit.
„Sehr schön.
Ensign.“
Jetsun erhob sich, grüßte kurz und ging.
</RPG>
<SUM>
# Zeit: MD 15.2320
# Ort: Thyene, Garten von Arsinoes Palastteil
Jetsun ist entsetzt über den ‚Verrat‘ ihrer Freundin. Die hatte die Schiffsführung der Hephaistos über ihren Verbleib auf Thyene unterrichtet bevor sie überhaupt mit ihr darüber geredet hatte.
Ileytis nutzt daraufhin ihre Psionische Fähigkeit um Jetsun wieder zu beruhigen.
# Zeit: MD 16.0610
# Ort: Thyene, Arsinoes Garten
Captain Ruthven und Ileytis unterhalten sich während eines kurzen Spaziergangs in Arsinoes Palastgarten. Dabei versucht Ileytis dem Captain ihre Beweggründe zu erläutern.
Zu aller Überraschung will Jetsun dann gleich mit dem Captain und der Commodore zurück aufs Schiff.
# Zeit: MD 16.0740
# Ort: USS Hephaistos, Quartier der CM
Jetsun bekommt ein Paket. Sie will es aber nicht haben und lehnt den Empfang ab. Dabei macht sie dem armen Crewman, der das Paket überbringt eine kleine Szene. Zuletzt nimmt sie es dann aber doch an.
# Zeit: MD 16.1810
# Krankenstation
In Galauniform erscheint Jetsun zum Dienst. Ihre Stellvertreterin zieht sie damit auf. Doch beide Ärztinnen mögen sich und daher kommt das Gefrotzel bei Jetsun auch gut an.
# Zeit: MD 16.1400
# Krankenstation (auf dem Hades-Modul)
Während des Kampfes wurde das Hades-Modul abgetrennt und dann zur Flucht geschickt.
Die Krankenstation hat daher zum glück kaum zu tun.
# Zeit: MD 16.1500
# Krankenstation
Nach Ende der Kampfhandlungen vereinigen sich alle drei Module der Hephaistos wieder.
Captain Ruthven kann so seine Frau begrüßen.
# Zeit: MD 16.1710
# Quartier der CM
Jetsun öffnet ihr Paket, dass sich als Geschenk von Arsinoe und ileytis entpuppt.
Sie stellt voll entzücken fest, dass es zwei kleine sogenannte Berghörnchen enthält. Zusammen mit einer kompletten Ausstattung, sie auch artgerecht zu halten.
# Zeit: MD 17.1400
# Besprechungsraum des Captain
Jetsun kommt zum Captain um sich für ihr peinliches Verhalten am Morgen des Vortages zu entschuldigen. Dabei kommt es zu einer Aussprache mit dem Captain in dessen Verlauf sie sich über Counsellor della Scala beschwert.
Der Captain bietet ihr daraufhin an, bei einem klärenden Gespräch mit dem dem Counsellor zu vermitteln.
</SUM>
submitted by
Isabelle
a.k.a.
Ens. Jetsun Pema
(i)CM USS Hephaistos