von Ela.
Viel Spaß beim Lesen!
Johannes
<RPG>
#Zeit: MD 10.1810
#Ort: USS Baltimore, Captains Room
<quote>
„Oh oh, „Fabienn spürte wie ihm das Blut in den Adern gefror. Das Büro
war aufgeräumt, aber an der Wand prangte ein roter Schriftzug, der
anscheinend in Schreibschrift geschrieben wurde. „Keine Hoffnung!“ Ajur
blickte jetzt nach oben und die Decke war ebenfalls mit „Keine
Hoffnung,“ beschmiert. In rot und die Farbe schien vorher beim Auftragen
noch sehr flüssig gewesen zu sein. „Das ist keine Farbe, das ist Blut.“
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Auch Fabièn blickte nach oben. „Wie zum Geier ist er da hoch gekommen –
wer auch immer das war?“
Selbst der großgewachsene Franzose hätte sich noch so sehr strecken
können, niemals wäre er an die Decke des Raumes gekommen.“Hm. Eine sehr
gute Frage“, überlegte Ajur. „Die Ranken?“
„Eine Pflanze schreibt doch keine Gruselbotschaften an die Decke“,
widersprach Fabièn. Doch dann dachte er daran, wie die Ranken ihn von
den Beinen gerissen und durch den Raum geschleudert hatten.
Langsam ging er um den Schreibtisch herum. Das Terminal des Captains war
schwarz und leblos. Er drückte ein paar Tasten. Nichts geschah. So viel
zum Logbuch.
„Sehen Sie“, sagte Ajur. Er war ihm gefolgt und deutete auf die Bilder
auf dem Tisch. Auf dem einen war eine Frau zu sehen, auf dem anderen
zwei Kinder. Doch sie sahen eher wie Zombies aus – bleich, mit
eingefallenen Wangen, starrten sie dem Betrachter mit anklagendem Blick
in die Augen. Wenn man nicht genau hinsah, schienen sie zu blinzeln oder
sich zu bewegen. Fabi schaute lieber weg, denn es war unheimlich.
Der Vollständigkeit halber bückte er sich und blickte unter den Tisch.
Doch dort war nichts ungewöhnliches zu entdecken. Er richtete sich
wieder auf. Ajur war an die beschmierte Wand herangetreten und
untersuchte die Schrift aus der Nähe.
„Nun?“ fragte Fabièn. „Was denken Sie?“
„Hm.“ meinte Ajur. „Ich würde sagen, jemand versucht uns mit billigen
Theatertricks einzuschüchtern.“
Fabi nickte. So kam es ihm auch vor. „Funktioniert es denn?“
„Nein“, meinte der Klingone trocken. Eine Einschätzung, die bei Fabièn
leider nicht ganz zutraf, aber er hatte keine Lust, das einzugestehen.
Ajur blickte auf seine Tricorderanzeigen. „Laut dieser Daten handelt es
sich um menschliches Blut. Dem Verwitterungszustand nach zu urteilen,
etwa zehn bis zwölf Jahre alt.“
„Hm.“ Fabièn betrachtete den Schriftzug und versuchte dabei, die
Ereignisse im Kopf zu sortieren. Der Zustand des Schiffs. Die
Dornenranken. Das Schott, das sich plötzlich schloss. Der Schriftzug.
„Also wir können festhalten, jemand war hier, vielleicht ein
Bergungsteam wie wir. Irgendwer hat diese Schmiererei hier angebracht,
wie auch immer. Also hatte er vor etwas Angst – oder man will uns Angst
machen. Menschen haben wir nicht getroffen, aber diese beweglichen
Dornenranken. Ich würde sagen, sieht aus als ob sich hier eine fremde
Lebensform eingenistet hat, die nicht gerade freundlich gesonnen ist.“
„Soweit schlüssig“, stimmte Ajur zu. Er klappte seinen Tricorder zu,
offenbar ohne weitere Erkenntnisse, und wandte seine Aufmerksamkeit dem
Franzosen zu. Fabièn fuhr fort:
„Was uns zu der Frage bringt, was tun wir jetzt? Beziehungsweise, haben
wir hier noch was verloren?“
Nichts wäre ihm lieber gewesen, als dieser verfluchten Blechbüchse
augenblicklich den Rücken zu kehren. Vorausgesetzt, es fand sich eine
Lösung für das kleine Problemchen mit seinem Helm.
„Wir sollten klären, was für eine Lebensform das Schiff übernommen hat“,
schlug Ajur vor.
„Sollten wir das?“ reflektierte Fabièn. „Sie ist offensichtlich
gefährlich und wir wissen nicht, was sie ist oder kann. Aber es gibt
Grund zur Annahme, dass hier eine oder mehrere Personen ein
schreckliches Ende gefunden haben.“ Dabei gestikulierte er in Richtung
der blutigen Lettern. „Überlassen wir sie doch ihrem Schicksal und
pinseln ’ne Warnung auf die Außenhülle.“
„Nun ja“ kommentierte Ajur mit Pokerface. Einerseits kam es ihm etwas
ehrlos vor, angesichts der Gefahr den Rückzug anzutreten. Andererseits
schien es nicht, als ob es hier viel zu gewinnen gab. Obwohl…
„Es wäre möglich, dass sich in irgendeinem Winkel noch Überlebende
verstecken“, gab der Klingone zu bedenken. „Wollen wir sie hier
zurücklassen?“
„Ich glaub nicht dran..“ murmelte Fabièn, meinte dann aber etwas lauter:
„Zugegeben, die Möglichkeit besteht.“
Er stellte sich vor wie sie das ganze Schiff nach Verstecken absuchten,
während eine feindliche, unbekannte Lebensform ihnen im Nacken saß.
„Funken wir mal das andere Team an, wie weit sie mit der Hauptenergie
sind. Vielleicht kriegen wir die internen Sensoren in Gang.“ Ein
interner Scan nach Lebenszeichen musste reichen, überlegte Fabi – dann
hätten sie ihre humanistische Pflicht erfüllt und könnten abzwitschern.
„Abgesehen davon, selbst wenn niemand mehr auf dem Schiff ist, könnten
die Sensoren aktuelle Daten über klingonische Flottenbewegungen in der
Nähe aufgezeichnet haben“, ergänzte Ajur.
„Kann sein“, meinte Fabièn unsicher. Er war nicht sicher, ob ihm das als
Begründung ausreichte, länger als nötig hier zu bleiben. Mit dem
Zeigefinger stupste er die unheimlichen Fotos an, so dass sie umkippten
und mit der Rückseite nach oben zu liegen kamen. Schon besser.
Sie kehrten auf die Brücke zurück. Daniel stand an der
Wissenschaftsstation und versuchte dem Bordcomputer irgendwelche
brauchbaren Informationen zu entlocken. Sah dabei aber nicht sehr
erfolgreich aus. Jenn und Lewis hatten die Phasergewehre im Anschlag und
beobachteten nervös die Ritzen und Öffnungen in den Wänden, durch die
sich immer wieder Ranken hervorzuschieben schienen. Jedenfalls feuerten
sie immer mal wieder eine Salve auf irgendwelche huschenden Schatten.
„Passen Sie auf, dass Sie keinen von uns erwischen“, mahnte Ajur. Die
Bemerkung brachte ihm einen bitterbösen Blick von Jenn ein. „Passen Sie
auf was Sie sagen!“, fauchte sie.
„Ensign, ihr Ton ist…“
„Auf *Sie* sollten wir lieber aufpassen!“, schleuderte sie ihm entgegen.
„Während Sie weg waren, haben wir auf dem Schiffs-COM einige Funkrufe
gehört – auf Klingonisch! Ich glaube, Ihr Name ist gefallen. Freunde von
Ihnen, vielleicht!?“
Unwillkürlich war ihr Phasergewehr herumgeschwenkt und zielte nun genau
auf den Klingonen.
„Hey, Vorsicht“, bat Fabièn. Er war neben Ajur getreten und hob
beschwichtigend die Hände.
„Pff, nicht um mich müssen Sie sich sorgen!“ verteidigte sie sich.
„Fragen Sie sich lieber, ob dieses faule Ei da ein Phasergewehr verdient
hat!“
„Was genau kam denn für ein Funkruf?“ fragte Fabi weiter.
„Keine Ahnung, seh ich aus als ob ich klingonisch könnte!?“
Ihre Aggressivität machte Fabi Sorgen. Auch Lewis schaute kritisch zu
ihr hinüber.
„Warten Sie nur wenn Sie es hören, ich hab es aufgezeichnet. Da..“
Sie tippte auf dem LCARS an ihrem Raumanzug herum. – „Hören Sie!“
Ein Piepsen im Helmkommunikator verriet, dass sie eine Aufzeichnung
abspielte. Sie schwiegen, doch es war nichts zu hören. Fabi sah sie
verwirrt an.
„Kann es sein, dass ihr Außenmikrofon einfach defekt..“
Er brach ab, denn gerade war ganz deutlich das Zischen eines
Phasergewehrs zu hören gewesen. Lewis deutete auf sein Phasergewehr,
dann auf seine Brust; wohl um zu sagen, „den Schuss hab ich abgefeuert“,
ohne in das Playback hineinzuquatschen. Doch schon erklang ein anderer
Piepton und markierte das Ende der Aufzeichnung.
Fabi ging langsam auf Jenn zu. Sie schaute nun eindeutig verwirrt. „Ich
verstehe das nicht, wir haben den Funkspruch ganz deutlich gehört…
oder Lewis?“
Der Petty Officer nickte. „Es kam von der COM-Station… dort“, er
zeigte auf das entsprechende Terminal. „Das haben wir uns doch nicht nur
eingebildet, oder?“
„Er hat meinen Anzug gehackt und die Aufzeichnung präpariert!“,
schnappte Jenn und funkelte Ajur kampflustig an.
„Ganz ruhig – merken Sie nicht wie das klingt!?“ versuchte Fabi sie zur
Räson zu bringen. „Meinetwegen behalten Sie Ajur im Auge. Aber so lange
Sie ihm kein echtes Fehlverhalten nachweisen können, zielen Sie bitte
nicht mehr mit dem Phasergewehr auf ihn!“
Jenn starrte Ajur an. Ajur blickte zurück. Fabi sah Jenn eindringlich
an. Daniel sah alle drei an. Lewis schaute nervös nach weiteren Ranken.
Nach einem langen Schweigen ließ Jenn langsam das Phasergewehr sinken.
„Danke“, meinte Fabien erleichtert. Dann tippte er auf seinen
Kommunikator. „LaGroille an DeCoster.“
[Was gibts?] erklang die unwirrsche Stimme der EO. [Ich steck hier bis
zu den Ellbogen in Arbeit, fassen Sie sich also kurz.] fauchte sie
weiter und ließ kurz einen sprachlosen Fabi zurück. So einen Umgang war
er von ihr gar nicht gewohnt.
„Hm… Wie weit sind Sie den mit den Sensoren?“ brummte er schließlich.
[Kommt später. Lt. Ivoin kümmert sich um die Energie. Ich mach die
Lebenserhaltung. Wenn Sie Sensoren wollen, kommen Sie runter und helfen
Sie uns. Ende.]
Verwirrt sah Fabien zu Ajur, welcher offenbar als einziger dem Gespräch
gefolgt war, denn Daniel tippte wild auf der Konsole rum und Jenn und
Lewis waren nirgends zu sehen. Der Klingone wirkte besorgt. Nicht anders
erging es dem FLG. Dieses Verhalten passt weder zu Samantha noch zu
einem ersten Offizier.
„Lt. Ajur an Cmdr. DeCoster.“
[Was?] auch ihn blaffte die EO nicht freundlicher an.
„Ist Ihrem Team etwas ungewöhnliches aufgefallen?“ fragte der Klingone,
ohne sich irritieren zu lassen.
[Lt. Ivoin und ich sind beschäftigt.]
„Die anderen?“ hakte Ajur nach.
[Sind weg.]
Fabi sog scharf die Luft ein. „Sam!!“, fuhr er unwillkürlich dazwischen.
[Noch irgendwelche Fragen? Hab zu tun.]
Sie wartete noch einen winzigen Augenblick, dann schloss sie die
Verbindung wieder.
„Hab‘ nur ich das Gefühl, dass wir dort mal nach dem Rechten sehen
sollten?“ fragte Fabi Ajur.
„Larson und Lewis sind verschwunden“, erwiderte dieser statt einer Antwort.
Fabièn sah sich um. Tatsächlich. Wohin konnten sie nur gegangen sein?
</RPG>
<SUM>
#Zeit: MD 10.1810
#Ort: USS Baltimore, Captains Room
– Fabièn und Ajur versuchen, sich zusammenzureimen, was passiert ist.
Sie kommen zu dem Schluss, dass eine fremde Lebensform das Schiff in
Besitz genommen hat, und dass es noch Überlebende geben könnte.
#Zeit: MD 10.1820
#Ort: USS Baltimore, Brücke
#Bälle: Dominik, Friddi, Effi, Freiball
Jenn verdächtigt Ajur ein Verräter zu sein, doch kann scheinbar beruhigt
werden. Fabi und Ajur kontaktieren Sam und werden von ihr abgewürgt.
Unterdessen verschwinden Jenn und PO Lewis.
</SUM>
**submitted by
Johannes a.k.a Lt. Fabièn LaGroille