# Ort: Quartier della Scala/Loona
# Zeit: MD 11.1930
„Hey, ich bin Papa!“
Keiran hatte sich eine kringelige Nudel zwischen Oberlippe und Nase
geklemmt. Seiner Meinung nach war er nun ein ganzer Mann mit
Schnurrbart. Nur leider war die dunkle Färbung des ‚Bartes‘
Tomatensauce, die nun langsam an seinem Gesicht runter floss, ohne dass
er nur die geringste Notiz davon nahm.
*Seufz*
Melody hatte sich eigentlich auf das gemeinsame Familienabendessen
gefreut. Sie Gelegenheiten waren selten genug, aber ihr Erstgeborener
schein voller Energie und nach einem unruhigen Abendessen (von dem sie
sicher noch die Spuren tagelang irgendwo entdecken würde), war er
vermutlich viel zu aufgekratzt, um Schlafen zu gehen.
Ergeben nahm sie ein Tuch und wischte ihm den Mund ab. „Nur dass der
Papa keinen Bart aus Tomaten hat. Deshalb brauchst Du auch keinen.“ Sie
gab ihm einen Stubser auf die Nase und deutete dann wieder auf den
Teller mit den Nudeln.
„Warum habt ihr nur ein solches Gericht erfunden? Porridge ist einfacher
zu essen“, neckte sie ihren Mann.
„Hmm“, meinte Ettore, „vermutlich waren die kulinarischen Ahnen dieses
Gerichtes nicht mit seiner Kindertauglichkeit vertraut.“
„Untauglichkeit, wolltest Du wohl sagen.“, entgegnete Melody.
„Na immerhin ist es ein Gericht, bei dem man anders als bei dem grünen
Zeugs nicht lange darum bitten muss, dass es gegessen wird“, antwortete
Ettore und zog geübt einige Nudeln in den Mund, ohne dabei mit der Sauce
auch nur zu spritzen.
„Sicher ist er nachher noch voll aufgedreht“, spann sie den Gedanken fort.
„Ja, ich kümmere mich dann darum.“ antwortete Ettore. Der hatte sich
eigentlich eine ruhige Lektüre für den Abend vorgestellt. Allerdings
nicht unbedingt von einem Kinderbuch. Aber da war eben nichts zu machen.
„Weißt Du, wer auch voll aufgedreht ist?“, fragte er seine Frau.
„Nein, wer?“ fragte sie zurück.
„Die DeCoster. Sie ist mir heute über den Weg gelaufen und irgendwie war
das Treffen sehr skurill. Zwar ist sie von der Krankenstation entlassen,
aber sie wirkte etwas … hmm ich weiß nicht, abwesend, verquer.. ich
kann es schlecht beschreiben.“ antwortete Ettore.
„Vielleicht ist ihr das alles über den Kopf gewachsen. Und sie braucht
etwas Bodenständiges.“, Melody grübelte.
Seine Frau kennend, fragte Ettore: „Du hast da sicher schon was im Sinn.“
„Ja, und die Hilfe käme mir sogar sehr recht.“ Sie nahm ein feuchtes
Tuch, wischte Keiran damit Finger und Gesicht ab. Dann signalisierte sie
Ettore, mit ihrem Sohn mal Richtung Couch zu gehen.
„Komm Keiran, wir schauen uns noch ein wenig das Buch mit den Pflanzen
an. Dann kannst Du gucken, wie Tomaten aussehen, die Du gerade überall
im Gesicht und an den Fingern hattest.“
# Ort: Quartier Samantha DeCoster
# Zeit: MD 12.0805
Noch stand das Geschirr vom Frühstück auf dem Tisch. Sam hatte sich in
die aktuellen Dienstpläne vertieft, als der Türsummer ging.
„Ja, bitte?“ sagte sie und blickte dann verwirrt zur Tür. Sie erwartete
niemand und beim Frühstück gab es sonst keinen Nachtisch.
Das erste was sie sah, war ein großes grünes Etwas, dann noch eins. Es
bewegte sich auf sie zu und sie hatte das Gefühl, sie würde von einem
Wald umzingelt. Als sie schon zurückweichen wollte, bekam ihre Hand die
Tischkante zu fassen, mit der sie sich stabilisierte und wieder in die
Wirklichkeit zurück zog.
Sie atmete einmal ruhig, wie es ihr geraten wurde, dann sah sie erneut auf.
Nun erkannte sie, dass es ein kleiner Wagen mit einer handvoll
Grünpflanzen war. Hinter dem Wagen tauchte ein schwarzer Kopf auf.
„Hallo Ms DeCoster. Ich wollte Ihnen etwas vorbei bringen.“
Sam hatte sich erhoben und beäugte die Fracht auf dem Wagen. „Ich
erinnere mich nicht, Blumen bestellt zu haben.“ entgegnete sie.
„Oh, das macht nichts. Ich bitte Sie eigentlich auch nur um Ihre
Mithilfe. Mein Mann berichtete, Sie könnten mir vielleicht bei meinem
Problem helfen.“, erklärte sie.
„Ihr Mann spricht mit Ihnen über andere?“, Sams Alarmglocken schrillten.
„Ja, aber nichts Dienstliches, falls Sie das meinen. Wir sprechen über
unsere Begegnungen des Tages…“, verwirrt sah Mel die andere Frau an.
„Tun das nicht alle Partner so?“
Sam hatte sich nach ein paar Atemzügen wieder beruhigt. Sie zuckte mit
den Schultern.
„Jedenfalls wurden alle Schiffe dazu angehalten, mehr Nutzpflanzen zu
kultivieren, damit in Krisenzeiten im Zweifel die Replikatoren runter
gefahren können, um Energie zu sparen. Nun habe ich aber einige
Zierpflanzen, die nun heimatlos sind. Ich muss sie irgendwo anders
unterbringen. Und da baue ich auf ihre Mithilfe.“ Sie deutete auf eine
Pflanze, mit lederartigen Blättern und vielen Wurzeln in der Luft, fast
wie bei einer Orchidee.
Unweigerlich sah sich Sam in den Fängen dieser Pflanzen. Sicher hatte
die Botanikerin nur die schlimmsten Exemplare mitgebracht.
„Äh, das ist aber nicht gefährlich, oder?“, erkundigte sie sich zaghaft.
Mel lachte ein herzliches Lachen.
„Nein. Sie müssen bitte täglich mit einem Tuch die Wurzeln abwischen und
zehn Minuten mit den Pflanzen sprechen. Egal was, nur keine
Horrorgeschichten vorlesen bitte. Danach gibt man Ihnen etwas Wasser.“
Sie hielt nacheinander erst ein Tuch und dann eine kleine Gießkanne hoch.
„Äh ich weiß, nicht, meine Verpflichtungen…“, begann Sam vorsichtig.
„Ah, ja vielen Dank für Ihre Hilfe. Sie werden das großartig machen!“
Mel strahlte Sam an und war im nächsten Augenblick auch schon wieder aus
der Tür verschwunden.
<NRPG> Kleiner Ball für Ela </NRPG>
# Ort: Büro des CNS
# Zeit: MD 15.1115
<QUOTE>
„Sie wissen nicht zufällig was aus der Humboldt geworden ist?“ fragte
er, als er an dieser Stelle seines Berichts angekommen war. Renal
schüttelte nur bedauernd den Kopf. „Wir haben absolute Funkstille.“
Es war uralter Bird of Prey gewesen, die PagH. Er berichtete, wie er auf
der Brücke festgehalten und nach einigen Tagen auf die Vor’cha verlegt
wurde, wo er Emily traf.
Nun da er davon erzählte, hatte er doch das Gefühl, dass es gut war es
jemandem zu erzählen. Schließlich war er an der Stelle angelangt, als
ihr Rettungsshuttle von der USS Cassandra geborgen wurde.
</QUOTE>
Renal machte sich eine Notiz. Zumindest konnte sie einmal nachfragen, ob
es einen aktualisierten Flottenbericht gab, den die Schiffsleitung der
Crew vorlegen konnte.
Renal lächelte Fabien freundlich an. „Ich verstehe, dass Sie wohl ganz
Recht haben, dass Sie insgesamt gut durch diese schwierige Situation
gekommen sind.“, stellte sie erfreut fest. „Dennoch sollten Sie es in
den nächsten Tagen etwas ruhiger angehen lassen. Außerdem notiere ich
mir gleich noch, dass sie in einer Woche bitte noch einmal bei mir
vorbeischauen. Dann sprechen wir darüber, wie Ihre Erfahrungen im Alltag
sind.“
„Welche Erfahrungen?“, Fabien horchte auf.
„Manchmal bringt ein neuer Alltag wie der auf einem neuen Schiff erstmal
Ablenkung. Aber sollte es Gefühle geben, die Sie verdrängt haben, kommen
die vielleicht später noch einmal zurück. Das kann man nicht wissen. Ich
möchte nur sicher gehen, dass Sie auch langfristig nur geringen Schaden
aus dieser Situation mitnehmen. Falls Sie das noch nicht tun, empfehle
ich Ihnen, zumindest die nächsten Wochen ein persönliches Logbuch zu
führen.“ Sie schob das Padd beiseite.
„Hmm“, meinte Fabien. „War es das?“
„Ja, eigentlich schon, für heute“, antwortete die Romulanerin.
„Und was heißt ‚eigentlich‘?“, hakte er nach.
Renal machte eine kleine Pause und suchte nach einer passenden Formulierung.
„Entschuldigen Sie bitte meine persönliche Neugierde. Es ist etwas, das
mich außerhalb dieses dienstlichen Gesprächs einmal interessiert. Wissen
Sie, ich habe bei Konflikten und Krieg meist mit den negativen
Auswirkungen zu tun…und jetzt….“ sie zögerte.
Fabien musterte die Frau. Um ihre Augen zuckte es immer ein klein wenig,
so als könnte sie sich nicht durchringen, die Frage zu formulieren. „Was
ist Ihre Frage?“, er rüstete sich auf was da auch immer kommen mochte.
„Entschuldigen Sie nochmal, diese Frage. Aber können Sie beschreiben,
wie es ist, gerettet zu werden?“. fragte sie.
<NRPG> Nochmal ein kleiner Rückball zu Jo </NRPG>
# Ort: Gänge USS Hephaistos
# Zeit: MD 16.1820
Ettore hatte gerade sein Büro verlassen und war auf dem Weg zu seinem
Quartier. Da sah er jemanden und traute seinen Augen nicht, als er einen
dunklen Haarschopf um die Ecke verschwinden sah.
Mit ein paar eiligen Schritten hatte er sie eingeholt.
„Ms. Careen, willkommen zurück ich bin entzückt, dass Sie wieder an Bord
sind!“ Er nahm ihre Hand und deutete einen Handkuss an. „Sie bleiben
doch sicher an Bord? Haben Sie Luka mitgebracht? Wie ist es Ihnen
ergangen? Sie werden mich doch sicher auf einen Drink begleiten, bei dem
Sie mich über alle Neuigkeiten informieren?“ er deutete Richtung Turbolift.
Vielleicht würde sich Shay dieses Jahr bei der Weihnachtsfeier weniger
allein fühlen.
<NRPG> Noch ein kleiner Ball für Ela </NRPG>
<SUM>
# Ort: Quartier della Scala/Loona
# Zeit: MD 11.1930
Ettore berichtet Mel von seiner Begegnung mit Samantha. Mel hat eine
Idee für etwas Ablenkung.
# Ort: Quartier Samantha DeCoster
# Zeit: MD 12.0805
Melody quartiert ungefragt ein paar Pflanzen nebst Pflegeanleitung bei
Sam ein.
# Ort: Büro des CNS
# Zeit: MD 15.1115
Renal ist zufrieden mit Fabiens Germütszustand. Zum Abschluss hat sie
aber noch eine persönlche Frage.
# Ort: Gänge USS Hephaistos
# Zeit: MD 16.1820
Ettore ist entzückt, Eli zu begegnen. Er möchte umgehend alle
Neuigkeiten auch zu Luka erfahren.
</SUM>
submitted by
Kim
aka
LtCmdr. Ettore Ludovico della Scala
CNS – USS Hephaistos
SD 261024.9