Hallo Ihr,
wie versprochen das RPG zu Jenn. @Sunny der Ball ist kein direkter, aber ich vermute Du findest ihn 😊
Liebe Grüße
Friddi
<RPG>
Ort: USS Hephaistos, Quartier Emily Wells / Samantha DeCoster
Zeit: MD 9.1123
Jenn betrachtete die Transportboxen, welche ihr Ens Forbes überreicht hatte. Im Quartier standen sogar noch mehr. Es war ein schönes Quartier. Es lebte sozusagen seine Besitzerin. Leider hatte das Quartier aber auch offensichtlich seine Besitzerin überlebt. Sie hasste diese Aufgabe. In ihrem Magen hatte sich ein Gefühl gebildet. Ein ganz dunkles Gefühl. Wie konnte man das der jungen Frau antun? Nie im Leben hatte sie Emily Wells enteignen wollen.
Einen Moment lang stand Jenn stocksteif da. Stille legte sich über den Raum. Sie tastete nach ihren Zigaretten. Doch zum einen hatte dieser petaQ sie mit diesem Programm total überrascht. Ihre Zigaretten schwebten im All und zum anderen ging ihr das Programm extrem auf die Nerven. Auch die zweite Packung, die sie sich replizieren lassen hatte, hatte den Kontakt mit dem Feuerzeug nur um einige Augenblicke überlebt. Offensichtlich war das Programm sogar noch lernfähig. Während bei der ersten Packung Zigarette um Zigarette den Weg über den Transporter ins All gefunden hatten. Hatte es bei der ersten Kippe der zweiten Packung nicht nur die Zigarette erfasst, sondern gleich die ganze Packung. Dabei erklang immer diese fröhliche Lachen. Zumindest das Lachen mochte Jenn eigentlich. Oder genau gesagt den Klang dieses Lachens. Aber den Anlass fand sie höchst ärgerlich.
Die Stille des Quartiers wurde erdrückend. Behutsam nahm Jenn einige Gegenstände und packte sie in einer der Kisten. Sie hatte für genug Stopfmaterial gesorgt, damit den Gegenständen nichts passieren konnte. Der Ens. hatte ihr auch eine Liste gegeben. Darauf waren Dinge vermerkt, die man Emilys Angehörigen und nahestehenden Personen zukommen lassen sollte.
Da war eben dieses Minihologramm. Behutsam nahm Jennifer es in die Hand und setzte sich in einen bequemen Sessel. Sie betrachtete Emily Wells. Auch das Hologramm schien sie zu beobachten. Manchmal winkte Emily fröhlich, manchmal setzte sie sich traurig auf einen Stein und betrachtete das Einhorn im Hintergrund. Die Dunkelheit um Jennifer nahm förmlich zu. Sie spürte die Tränen. Immer wieder waren sie ein Begleiter. Sie hatte so viel verloren. Die ganzen Jahre, Freunde und dann war da noch…
„Stopp!“ rief Jennifer laut.
Das Hologramm rutschte von seinem Stein und blickte entsetzt zu Jennifer. Diese strich sich mit ihrer rechten Hand über ihre Augen. Sie konnte diese Emotionen jetzt nicht gebrauchen. Die Sternenflotte hatte auf alles eine Antwort. Oh ja, da war sie wirklich gut darin. Doch kümmerte es sie was diese Antworten für lebende und fühlende Wesen bedeutete?
Natürlich konnte Jennifer zu einem Counselor gehen. Man hatte ihr das sogar nahe gelegt. Die ersten Wochen hatte es ihr sogar gut getan. Doch dann, dann hatte sie festgestellt, dass es nur darum ging sie wieder „fit“ zu machen. Ihr deutlich zu machen, was die Sternenflotte von einem Offizier erwartete. Leistung, das war es worauf es ankam. Gehorsam, das nahm man immer gern. Die Klappe halten, vor allem wenn man mit Entscheidungen der vorgesetzten Offiziere nicht einverstanden war, das wurde natürlich vorausgesetzt.
Am liebsten hätte Jennifer jetzt etwas kaputt gemacht. Doch dafür hatte sie zu viel Achtung vor den persönlichen Sachen von Emily. Auch ihr Quartier hatte man ausgeräumt. So viele Dinge, die ihr einmal wichtig erschienen waren, hatte sie nie wieder gesehen. Hatte man es ihrer Mutter geschickt? Oder ihrem Vater? Bei diesem Gedanken zauberte sich ein Lächeln auf Jennifers Gesicht, hoffentlich hatte man es ihrem Vater geschickt. Diesem Saubermann, diesem Vorbild der Sternenflotte, diesem Ekelpaket.
Es dauerte einige Zeit bis Jennifer die persönlichen Gegenstände von Emily in den Kisten verstaut hatte. Eine Kiste sollte direkt an das Hauptquartier geschickt werden. Man erwartete das Shay Ruthven noch einen Brief beilegen würde. Am besten selber von Hand geschrieben. Das hatte eine würdige und persönliche Note.
Doch Jennifer hatte die Kiste geschlossen. Wie alle anderen Kisten auch. Sie schaltete das Terminal im Quartier ein. Schnell hatte sie einen Frachtraum gefunden. Dann nahm sie eine Nachricht auf. Für Emily.
„Liebe Lt. Wells, wir kennen uns nicht. Wenn Sie Glück haben, dann werden wir uns auch nie kennenlernen. Ich bin die Schuldige die ihr Quartier vergeben hat. Man hat es mir aufgezwungen mich um ihre Sachen zu kümmern. Ich hätte sie verschicken sollen. Doch das habe ich nicht getan. Noch nicht. Wenn ich ehrlich bin,“ bei diesen Worten kam Jennifer ins Stocken. Sie schaute zu den Scheiben, durch welche man Thyene sehen konnte. „Wenn ich ehrlich bin, dann hoffe ich, dass Sie zurückkommen. Ich hoffe Sie kommen bald zurück. Ich hoffe es geht Ihnen gut und sie kommen in eine Welt, auf ein Raumschiff zurück wo man Sie kennt, liebt und achtet. Ich hätte es mir…“, wieder schwieg Jenn.
„Ach vergessen Sie es. Wie gesagt, wenn Sie Glück haben, dann lernen Sie mich nie kennen. Aber wenn Sie noch mehr Glück haben, dann kommen Sie bald zurück. Ich habe ihre persönlichen Sachen eingelagert. Hier an Bord der Hephaistos. Wenn Sie diese Nachricht abhören, dann bekommt die OPS eine Mitteilung und man veranlasst in diesen Momenten dass Sie alles zurück erhalten. Sollten Sie allerdings in sechs Monaten nicht zurück sein, dann wird die OPS ebenfalls eine Nachricht bekommen und man sendet ihre Sachen an die Personen die sie geliebt haben. Fall Sie sich Fragen wer ich bin, mein Name lautete Jennifer Larson. Und.., vergessen Sie es.“
Damit beendete Jennifer die Nachricht und verließ das Quartier. Die persönlichen Dinge von Emily hatte sie direkt in den Frachtraum gebeamt.
Ort: USS Hephaistos, Material- und Reparaturraum
Zeit: MD 9.1421
Lachend sah Jennifer dem jungen Petty Officer zu. Er gab sich wirklich die größte Mühe. Von dem Brandloch im Tisch erkannte man schon fast nichts mehr. Der junge Mann hatte ihr versichert, dass der Tisch nachher besser aussehen würde wie vorher. Mittlerweile glaubte Jennifer ihm sogar. Sie tippte auf einem PADD. Versuchte sich auf dem Laufenden zu halten. Aber nicht nur das, sie hatte auch Harry auch ein Versprechen gegeben. Harry, das war der junge Techniker der den Bürotisch bearbeitete.
Die Technik der Sternenflotte war schon eine feine Sache. Selbst unter striktem Kommunikationsverbot konnte man noch viel bewegen. Immerhin hatte Jennifer Zugriff auf die Datenbank der Sternenflotte. Dadurch das die Hephaistos unter Funkstille operierte, würden die Eingaben, welche sie jetzt vornahm beim nächsten Update mit der Flotte einem hohen Prioritätslevel unterliegen. Eben, eine feine Sache.
Harry nahm ein weiteres Gerät und aktivierte es. Mit gleichmäßigen Zügen fuhr er über die Tischoberfläche. Es freute ihn zu sehen, wie sich das Holz veränderte. Das Gerät trug vorsichtig eine Schicht des Holzes ab. Früher hatte man dafür eine Schleifmaschine und Schleifpapier benötigt. Es war damals eine dreckige Arbeit gewesen. Sein Opa hatte sogar darauf bestanden dass auch Harry diese Arbeit so erledigte. Dabei hatte er viel über Holz und die Verarbeitung von Holz gelernt. So war es wichtig immer mit der Maserung des Holzes zu schleifen. Damit man keine Kratzer in das Holz schliff. Man hatte den Schreibtisch beim letzten Mal lackiert. Der Klarlack war schön, doch das Holz fühlte sich schöner und natürlicher an, wenn man es ölte. Er nahm ein weiteres Gerät und eine Dose mit Öl. Diese klickte er an das Gerät und der Imprägnierer sorgte dafür, dass das Öl direkt ins Holz verarbeitet wurde.
„Ich bin fertig“, sagte Harry nach weiteren zehn Minuten. Er blickte Stolz auf den Schreibtisch. Er war wirklich ein Prachtstück. Von dem Brandfleck war nichts mehr zu sehen.
Langsam strich Jennifer über die Oberfläche des Tisches. Er war wirklich perfekt. „Tolle Arbeit Harry, sie hätten Schreiner werden sollen.“
„Das bin ich doch.“ Harry wurde dabei rot bis hinter beide Ohren.
„Das sieht man.“ Jennifer richtete sich auf. Sie reichte Harry das PADD. „Bitte sehr, wie gewünscht, ihre Schwester wird in ein paar Wochen eine Einladung von der Universität bekommen.“
„Das ist doch nicht möglich, es waren keine Plätze mehr frei, sie war auf einer Warteliste, ungefähr an Stelle 4000, niemand hätte auch nur daran gedacht, das eine Möglichkeit besteht…“
„Harry“, sagte Jenn lachend, „ganz ruhig. Es kommt immer darauf an wen man kennt. Und ich kenne die richtigen Personen. Vor allem in England.“
Natürlich hatte die Schwester von Harry den Universitätsplatz aktuell noch nicht sicher. Doch sobald die Hephaistos wieder Verbindung mit der Flotte haben würde, würden die Routinen greifen, auf welche sich Jennifer mit ihrem Vorhaben gestützt hatte. Dazu kam noch ihr ach so toller Vater. Er würde alles tun um zu verhindern, dass Jennifer die Interviews gab um die sie seit ihrer Rückkehr gebeten, ja bekniet wurde. Und sollte er es nicht tun? Nun, dann würde sie die Interviews geben, aber nur gegen mehrere Gefallen. Jennifer mochte dieses Spiel. Und sie mochte es, dass sie Harrys Schwester eine Möglichkeit schenkte, die ihr sonst wahrscheinlich verschlossen geblieben wäre. Ja, die Menschheit war toll. Das behauptete die Sternenflotte. Doch noch immer gab es Privilegierte und Privilegiertere. Es kam immer darauf an die richtigen Personen zu kennen.
„Würden Sie mit mir einen Kaffee trinken gehen?“ fragte Harry hoffnungsvoll.
Jennifer stöhnte innerlich, nicht der auch noch. Sie trat langsam an Harry heran. Nahm sein Gesicht in ihre Hände. Gab ihm einen innigen und zärtlichen Kuss auf seinen Mund. Als sie sich löste schaute er sie hoffnungslos verliebt an. Doch Jennifer lächelte nur, „Sorry Harry, aber mehr ist nicht drin.“
Sie wollte gerade gehen, als sich die Tür zum Materialraum öffnete. Ens. Forbes kam herein. Er blickte von Jennifer zu Harry und von Harry zu Jennifer. „was geht hier vor?“ Hatte diese Frau etwa schon wieder…?
„Ich habe Ms. Larson gezeigt wie sie die Tisch reparieren kann. Hat sie nicht vortreffliche Arbeit geleistet?“, schoss es aus Harry heraus.
Vielleicht war der Kuss doch so keine schlechte Idee gewesen, dachte Jennifer und verließ lächelnd den Raum. Nun gab es noch einige defekte Leitungen um die sie sich kümmern sollte. Der gute Ens. Forbes versuchte sie wirklich einzuspannen. Doch auf diese Leitungen freute sich Jennifer schon. Dort würde sie etwas Ruhe haben.
Ort: USS Hephaistos, Wartungsröhre
Zeit: MD 9.1619
Sie zog mit dem Hydroschlüssel die Verbindung fest. Dann begutachtete sie das Werk der letzten Stunde. Die Leitungen hatten einen ordentlichen Schaden erlitten. Wahrscheinlich bei der Explosion, von der man ihr erzählt hatte. Doch nun war davon nicht mehr viel zu sehen. Die Leitungen waren ausgetauscht und nur noch die Abdeckung und das innere des Kanals zeugten davon, das es hier einen kleinen Schwelbrand gegeben hatte. Die notdürftige Überbrückung um das System wieder zum Laufen zu bekommen, hatte Jennifer ebenfalls entfernt. Nun sortierte sie das Material welches sie ausgebaut hatte. Eigentlich war davon nichts mehr zu gebrauchen. Doch wenn sie es dem Replikator zuführen würde, dann diente es auch noch einem guten Zweck.
Apropos Replikator, Jennifer tastete an ihrem Overall. Dieser wies deutliche Arbeitsspuren auf. So mancher Schmierfleck zierte seine Oberfläche. Doch er hatte auch praktische Taschen. Aus einer dieser Taschen nahm Jennifer nun eine Schachtel mit Zigaretten. Sie zog eine heraus und zündete sie sich an.
Noch bevor sie den ersten Zug nehmen konnte, erscholl das vertraute Summen. Als es vorbei war, war die Zigarette samt Packung und Feuerzeug verschwunden. „MERDE!“
</RPG>
<SUM>
Ort: USS Hephaistos, Quartier Emily Wells / Samantha DeCoster
Zeit: MD 9.1123
Jennifer kümmert sich um die persönlichen Sachen von Emily. Doch wie immer, hat Jennifer auch hier einen eigenen Kopf.
Ort: USS Hephaistos, Material- und Reparaturraum
Zeit: MD 9.1421
Der Schreibtisch wird repariert unter vollem Einsatz von Jennifers Künsten.
Ort: USS Hephaistos, Wartungsröhre
Zeit: MD 9.1619
Das Beamprogramm macht Jennifer immer noch zu schaffen.
</SUM>
submitted by
Friddi
aka
Ens. Jennifer Larson
Unfreiwillig abstinente Raucherin