# Zeit: SpD 12.1045
# Ort: Brücke
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[Nun dann haben wir noch mehr Ratten als nur ihre beiden an Bord. Ich bin auf Deck 3 Wartungstunnel Y-15 bei Abzweigung Delta um eine defekte Plasmaleitung zu reparieren. Die Leitung wurde eindeutig angenagt und der Tricorder sagt die Hinterlassenschaften die hier verstreut sind gehören zu der Spezies Rattus rattus. Können wir die internen Sensoren so kalibrieren das sie die Biester finden?] fragte Ana dann und Ajur atmete tief durch.
„Negativ, ich habe gerade eine Ebene 3 Diagnose der Sensoren gestartet. Ich kann ihnen frühestens in 1 Stunde helfen.“ meldete er schließlich.
[Auch gut bis dahin habe ich das Stück Leitung ausgetauscht – melden sie sich einfach sobald wir los legen können. Ivoin Ende] beendete Ana die Verbindung.
Shay war während des Gesprächs zu Ajur getreten und nippte an seinem heißen Kaffee.
„Vielleicht sollten sie in ihrem Quartier sicher gehen das ihre Ratten wirklich da sind, Leftenant. Nicht das wir am Ende noch mit dem Nachwuchs der beiden zu kämpfen haben.“ feixte Shay auch wen eine Rattenplage an Bord nichts war das er unbedingt haben wollte.
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Der Klingone blickte den CO an und seine Augen wurden schmaler.
„Gibt es Grund ihrerseits, an der Gründlichkeit meiner Arbeit zu zweifeln, Sir?“ fragte Ajur. Auch wenn er sich bemühte, ruhig zu bleiben, war doch etwas in seinem Tonfall, dass Shay überraschte.
„Nein, Leftenant, das wollte ich nicht…“
„Gibt es dann Gründe, an der Genauigkeit der internen Sensorik zu zweifeln, Captain?“
„Nun, ich hoffe nicht.“ straffte sich der Schoffe. Er hatte nicht vor, sich von seinem TAK vorführen zu lassen.
„Dann frage ich mich, ob sie mich gerade loswerden wollen.“
„Nein, Leftenant. Ich schlug Ihnen lediglich vor, in ihrem Quartier nach dem Rechten zu sehen. Sie sollten dies nicht über-interpretieren.“
„Natürlich, Sir.“ wurde der Klingone wieder defensiv. Dann schien ihm ein Gedanke zu kommen – und er sah auf die Konsole. „Der Bug!“
„Wie meinen Sie, Leftenant?“
„Ich muss etwas überprüfen, Sir. Bitte, die Brücke verlassen zu dürfen, Captain.“
„Erlaubnis erteilt, Leftenant.“
Nun war Shay ein wenig verdattert und blickte dem Klingonen verblüfft hinterher. Was war denn nun los?
****
#Ort: Sherman’s Planet, Außenbereich Ka’Hat Kolonie
#Zeit: SpD 12.1207 (0900 Ortszeit)
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Daniel nickte. „Genau, ich habe mitbekommen, dass Sie auch klingonische Geschichte studiert haben. Leider ist das nicht gerade mein Fachgebiet, daher freue ich mich, auf Ihre Expertise zurückblicken zu können. Gab es irgendeine Grundanordnung dieser alten Kolonien?“
Ajur nahm einen Zweig, der zufällig gerade in der Gegend herumlag und kniete sich hin . „Mitte des 23. Jahrhunderts gab es einen gewissen Standard für Außenposten in umstrittenen Gebieten.“ Er zeichnete ein Oval. „In der Mitte befand sich immer der Kommandoposten, das war ein Gebäude, das mit Sensoren und einer Kommunikationseinheit ausgestattet war, um Kontakt mit Personen außerhalb des Planeten zu halten, dazu gehörten besonders Schlachtkreuzer, die im Orbit um den Planeten patrouillierten. Daneben befand sich eine Säule, die Kahless ehren sollte und gleichzeitig als Referenzpunkt für die Vermessung der Umgebung diente. Je größer die Siedlung, desto mehr Kasernen und Gemeinschaftsunterkünfte gab es. Hier werden wir wahrscheinlich keine Einzelhäuser finden, oder nur sehr wenige, die dann für hohe Beamte, Techniker und so weiter bereitgehalten wurden.“
„So viel Militär für eine landwirtschaftliche Siedlung?“
„Sie vergessen, welche Zeit das war. Und wäre dies eine reine militärische Siedlung gewesen, dann hätte man deutlich mehr Zäune und Mauern aufgebaut. Und die müssten wir heute noch sehen, da klingonische Technik ehrenhaft ist.“ „Was meinen Sie mit ehrenhaft?“ „Sie tut, was sie tun soll und das auch noch sehr zuverlässig. Über Jahrhunderte. Die meisten klingonischen Geräte sind mit einer Mindesthaltbarkeit von 100 Jahren versehen.“ „Das ist gut, da sind wir ja mit 150 Jahren noch gut dabei. Könnten Sie auch mit einem Computer aus dieser Zeit umgehen?“
Ajur nickte. „Das könnte ich. Wir sind mit dem Betriebssystem baQa‘ unterrichtet worden, vielleicht ist es auch schon das Nachfolgemodell. Ich komme mit allen Betriebssystemen bis Qapla‘ 3.1 klar, aber das neue Qapla‘ 11 soll einiges an Arbeit erfordern.“
„Super, dass sie sich so gut mit Computern auskennen. Denken Sie, die alten Klingonen haben damals welche zurückgelassen?“ „Vielleicht, aber ich denke, dann könnten wir mit den Trikodern eine Energiesignatur finden.“ Daniel klappte seinen Trikorder auf und scannte die Umgebung, während Ajur das gleiche tat, nur entgegen des Uhrzeigersinns. „Hmm…ich habe hier sogar eine leichte Energiesignatur. Es scheint hier etwas aktiv zu sein, 600m in dieser Richtung, dort wo ungefähr die zentrale Säule gestanden haben muss. Ich frage mich nur, warum das nicht früher aufgefallen ist.“
„Vielleicht haben wir es mit dem Transporter aktiviert oder wir sind die ersten, die nach 100 Jahren diese Kolonie besuchen. Es wird schon nichts weiter wichtiges sein..“ „Wir sollten es trotzdem untersuchen.“ Und die beiden Männer machten sich auf den Weg, leicht den Hügel hinunter, dort wo früher wohl einmal das Zentrum der Siedlung gewesen sein mag…
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Daniel blickte auf dem Weg immer wieder zu dem Klingonen neben ihm. Als Empathen entging ihm nicht, dass sich der TAK innerlich verspannte – umso mehr, da man sich dem Zentrum der Siedlung näherte. Äußerlich sah man es dem in hellen Brauntöne gekleideten Klingonen kaum an, auch wenn aufmerksame Blicke die angespannten Kiefermuskeln entdecken konnten, ebenso wie die angespannte Arm-Muskulatur, als sei Ajur bereit, auf einen plötzlichen Hinterhalt zu reagieren. In der Tat wirkte das Outfit des Klingonen so gänzlich anders als seine – Ajur trug schwarze Stiefel unter der brauen Stoffhose. Das Oberteil wirkte leger, fast wie ein Sport-Gi, doch mittlerweile war sich Daniel sicher, dass der Klingone einen langärmligen Anzug aus stichsicherem Material darunter trug. Der TAK trug weder Phasergewehr noch Klingenwaffe – wie manche vielleicht erwarten würden – hatte aber seine Phaserpistole ebenso dabei, wie eine Multifunktionswerkzeugtasche am Gürtel. Dass er dazu auf dem Kopf einen Strohhut trug, wirkte seltsam deplaziert und doch irgendwie charmant.
„Worüber machen Sie sich Sorgen?“ wollte Daniel schließlich wissen. Für ihn sah hier alles friedlich aus. Die Ruinen waren noch deutlich sichtbar, aber auch von erkennbarem Verfall gezeichnet und bewachsen.
„Ein Klingone macht sich…“ Ajur hielt inne und räusperte sich. „Klingonische Geräte, die sich plötzlich aktivieren, sind suspekt. Sensorik, Kommunikation, Umweltkontrollen, Energiesteuerung… sie alle sind entweder an oder aus. Systeme, die sich bei Bedarf aktivieren sind in der Regel irgendwelche Waffen- oder Verteidigungssysteme.“
„Und Notsignale?“
„Ich bezweifle, dass Sie viele klingonische Notsignale auffangen werden. Die meisten Klingonen sterben lieber, als um Hilfe zu rufen.“
„Ich bitte Sie – so sind doch nicht alle Klingonen?“
„Das ist richtig. Nicht alle sind Krieger und Jäger. Aber jenen, die es nicht sind, werden sie in der Regel nicht begegnen. Oder zumindest nicht alleine.“
„Sie glauben also, dass wir hier mit Fallen rechnen müssen?“
„Es ist möglich, dass es Selbstschussanlagen gibt.“ nickte Ajur. „Oder vielleicht gehören die Maschinen auch zu einem Tarnfeldgenerator.“
„Ich sehe nichts…“ bemerkte Daniel – und kam sich dann selbst doof bei dieser Aussage vor.
Mittlerweile hatten sie zwei Mauernkreise durchquert und näherten sich dem zentralen Platz. Dieser war in Form eines flachen Kolosseum gestaltet und mit verschiedenen Sträuchern und langen Gräsern bewachsen. Mehrere Säulenüberreste standen im Kreis in dessen Mitte. Die Reste der Gebäude rund um diesen Platz waren beeindruckend – es war ersichtlich, dass manche dieser Strukturen vier oder fünf Stockwerke gemessen hatten. Zudem waren die Überreste der Fassaden deutlich verzierter als Daniel angenommen hätte.
Der CWI konnte feststellen, dass hier etwas nicht stimmte.
„Das ist merkwürdig.“ grollte Ajur.
„Was genau meinen Sie?“ wollte Daniel wissen.
„Keine zentrale Säule. Sondern ein Säulenrund. Wie ein… Pantheon.“
Der Klingone blickte sich um, ließ den Blick über die Hausfassaden streifen. „Dort sind Infschriften, wenn ich mich nicht täusche.“
„Die Energiesignatur ist aber dort drüben.“ wies Daniel auf eine kleinen, eher unscheinbaren, Hügel aus Geröll und Schutt direkt am Rand der Stufen zum zentralen Platz.
„Haben Sie es eilige zu sterben?“ fragte Ajur.
„Äh… nein“ erwiderte Daniel überrascht. „Eigentlich hatte ich vor, alt und berühmt zu werden.“ erklärte er im scherzenden Tonfall.
„Dann würde ich vorschlagen, wir sehen uns erst einmal hier oben um. Dem Aufbau nach war das kein typischer Außenposten.“
„Aber.. was dann?“
„Ich habe eine Vermutung..“ grollte der Klingone – und näherte sich der Wand mit den Inschriften. Tatsächlich musterte er die Umgebung misstraurisch, während er langsam auf die Reste des Gebäudes zuging – fast so, als rechnete er damit, dass ihn gleich etwas anspringen würde.
Schließlich blieb er stehen und scannte mit einem Trikorder die verwitterten Inschriften.
„Wie ich es mir dachte – das sind religiöse Schriften. Aber keine, die ich kenne.“ Er überflog die Schriftzeichen des Textes, den er mit seinem Tricorder ausmachen konnte. „Und soweit ich das sehe, ist das kein Wunder…“
„Weswegen, Lieutenant?“ fragte der CWI, vom Entdeckungsfieber gepackt. Er war Ajur gefolgt und versuchte ebenfalls die Schriftzeichen zu lesen – konnte sich aber mit seinen begrenzten Kenntnissen des Schriftklingonischen kaum einen Reim daraus machen. Der Text schien durchsetzt mit Metaphern und ihm unbekannten Sprachbildern.
„Ich bin kein Experte – aber ich würde sagen, diese Texte würden auf Quonos als häretisch und verräterisch empfunden. Wie es scheint sind wir ausgerechnet über eine Kolonie religiöser Abtrünniger gestolpert…“
„Abtrünnige?“
„Die klingonische Philosophie lehrt, dass die Götter getötet wurden und sich kein Klingone jemals mehr vor einem ‚Gott‘ beugen soll. Wir sind Anhänger der Lehren des Kahless – nicht unserer toten Götter. Wenn jemand diese anbetet, verneint er die Lehren des Kahless.“
„… und ist daher ein Verräter. Ich verstehe.“
****
#Ort: Sherman’s Planet, Außenbereich Ka’Hat Kolonie
#Zeit: SpD 12.1258 (0951 Ortszeit)
„Vorsicht!“
Abrupt wurde Daniel von Ajur zurückgerissen. So heftig, dass der CWI nach hinten taumelte und auf den Hosenboden fiel.
„Was soll das?“ fragte Daniel aufgeregt, nachdem er einen Moment liegen geblieben war und nach eventuellen Gefahren Ausschau gehalten hatte.
„Hier ist nichts!“
Nach der Untersuchung einiger Wände mit Inschriften und Ikonographien hatten sie beschlossen, sich nun doch den Schutthaufen mit der Energiesignatur ein wenig näher anzusehen. Eigentlich hatte Daniel das beschlossen – Ajur war weiterhin zögerlich gewesen. Wollte der TAK ihn vielleicht doch aufhalten? Hatte er wider Erwarten doch etwas zu verbergen?
„Ah, wirklich?“ brummte Ajur – und kramte in seinen Taschen. Schließlich fand er einen Energie-Riegel und zog diesen heraus. Daniel sah verwundert, wie Ajur die Verpackung öffnete und den Riegel in die Hand nahm.
„Sie werfen mich zu Boden, um zu essen?“
Das hätte Daniel nicht erwartet. Das passte nicht zu dem Klingonen.
Dieser brach den Energieriegel in drei Teile und blickte auf eine bewachsene Stelle vor ihnen.
„Fällt Ihnen an den Pflanzen denn gar nichts auf?“ wollte er dann wissen.
„Mmh…“ Daniel blinzelte und sah genauer hin. „Augenscheinlich eine Rankenpflanze mit kleinen, roten Beeren und sekundären Blättern. Moment… primärer Blattwuchs auf dem Boden. Große, Fleischförmige Rollblätter. Das ist…“
„… eine fleischfressende Pflanze“ nickte Ajur – und warf ein Stück des Energieriegels auf eines der Blätter. Sogleich rollte sich dieses ein, während die Ranken sich in Bewegung setzten und nach einem unsichtbaren Wesen griffen – in der Annahme, jemand wäre auf die Blätter getreten.
„Das ist eine Qre’alka’sro“ erklärte er. „Ursprünglich heimisch auf Qranos wurde sie bereits vor Jahrhunderten auch auf Qonos heimisch und gezüchtet. Wir hatten selbst ein paar Exemplare im Garten des Klosters, in dem ich aufwuchs.“
„Fleischfressende Pflanzen… im Klostergarten???“
„Ja. Sie lehren uns Vorsicht und Geschick. Und unterstützen die Lehren des Kahless, dass alles dort draußen uns zu töten versucht“ erklärte Ajur geduldig. „Allerdings gab es auch eine religiöse Sekte, die glaubte, dass diese Pflanze mit Stovo’kor in Verbindung steht. Wer gefressen wird, kann in den Himmel aufsteigen.“
„Was für ein Unsinn!“ rief Daniel aus.
Ajur zuckte nur mit den Achseln. „Glaube.“
Er reichte Daniel eine Hand, um ihm wieder aufzuhelfen.
„Mmh… Ich… ich denke, ich sollte Ihnen danken. Also, dafür, dass Sie so schnell reagiert haben.“
„mm“ brummte Ajur.
„Und jetzt?“
„Jetzt gehen wir außen herum?“ schlug Ajur vor.
„Ich nehme an, sie wollen sich diese Energiequelle immer noch ansehen.“
„Aber sowas von!“
***
#Ort: Sherman’s Planet, Außenbereich Ka’Hat Kolonie
#Zeit: SpD 12.1348 (1041 Ortszeit)
#Bälle: Dominik, ela
Es hatte einige Zeit schweißtreibender Arbeit gekostet, das Geröll und den Schutt soweit beiseite zu räumen, dass sie sehen konnten, was darunter war. Natürlich hätte man auch mit dem Phaser das Gestein schmelzen können – aber heißen Gestein hatte die Angewohnheit, der Schwerkraft zu folgen. Und nach unten sollte die Schlacke nun wirklich nicht – da hätte sie alles begraben, was man zu finden hoffte.
Ajur wischte sich mit der Hand über die schmutzige Stirn und gönnte sich einige tiefe Atemzüge.
Daniel hingegen hing schon über dem Loch, dass sie freigelegt hatten und scannte.
„Wow. Da scheint so eine Art Tür zu sein. Ich vermute, dass sie zu einer Art unterirdischem Gewölbe führt. Vielleicht eine Grabkammer. Oder ein Tempel?“ Das legte die Lage des Eingangs zumindest nahe.
„Es gibt hier auch noch ein Bedienfeld, aber… es schein beschädigt. Was machen wir jetzt? Ich möchte nicht mit leeren Händen zurückkehren.“
„Ich schlage vor, wir fragen um Hilfe.“
„An wen denken Sie?“ fragte Daniel, neugierg.
„An Lt. Cmdr. de Coster“ schlug Ajur vor. „Sie hat früher bereits Interesse an klingonischer Kultur gezeigt, als sie mich in eine Simulation meines Heimatklosters begleitete. Sie war zudem vor ihrem Führungslehrgang Technische Offizierin. Und soweit mir bekannt hat sie ebenfalls noch Urlaub und zudem in wenigen Minuten eine Freischicht…“
<NRPG> ela, willst du uns mit Sam zur Unterstützung eilen? 🙂 </NRPG>
# Ort: Brücke
#Zeit: SpD 12.1207 (0900 Ortszeit)
#Zeit: SpD 12.1258 (0951 Ortszeit)
#Zeit: SpD 12.1348 (1041 Ortszeit)
#Bälle: Dominik, ela