Natürlich folgt auf das Jahr 2415 das Jahr 2416… was leider im letzten RPG nicht richtig berücksichtigt worden ist. Denkt es euch bitte richtig.
Hier noch ein paar Szenen – manche galaktisch, andere mehr für die Crew der Hephaistos relevant. Viel Spaß.
</NRPG>
<RPG>
Wohin du auch gehst, geh mit deinem ganzen Herzen.
Konfuzius (551-479 v.Chr.), chin. Philosoph
#Ort: Lundraja IV, städtisches Zentrum Ebou Dar, in einem Wohnhaus
#Zeit: 29.12.2415, 0:00 Uhr
[Achtung. Eine wichtige Durchsage. Alle telepathisch oder empathisch begabten Individueen werden aufgefordert, zu ihrer eigenen Sicherheit, den Planeten inklusive Orbit binnen 72 Stunden zu verlassen. Danach wird dieser Planet für Sie nicht mehr bewohnbar sein. Diese Durchsage wird regelmäßig wiederholt.]
Die Durchsagen durch das planetare Kommunikationssystem kamen plötzlich und für viele unerwartet. Lundraja IV war schon seit Langem ein Schmelztiegel für die unterschiedlichsten Spezies – und auch, wenn es unangenehme Wechselwirkungen zwischen Srday und Telepathen sowie Empathen gab, hatten letztere sich doch nie unwillkommen gefühlt. Bis jetzt.
„Mami…“
Altana Klian hatte das Nahen ihrer Tochter bereits vernommen, bevor diese die Tür zum Wohnzimmer in dem kleinen Haus in Ebou Dar, einem der städtischen Zentren auf Lundraja IV, geöffnet hatte. Die Napeanerin konnte die Unsicherheit, ja Angst, des Mädchens spüren. Ilmara war wohl gerade alt genug um zu verstehen, was hier gesagt wurde und dass man auch sie damit meinte. Aber nicht alt genug, um das Warum zu verstehen. Wie sollte sie auch? Altana verstand es ja selbst nicht.
Seit Jahren lebten sie in Ebou Dar, besaßen eine kleine, gut besuchte Schneiderei – hier gab es genug Leute, die Handarbeit in diesem Bereich zu schätzen wussten und auch bezahlen konnten. Nie war es zu Vorfällen gekommen. Zwar hatte sie gehört, dass die Srday nicht gut mit Empathen auskamen – doch war sie in all dem Jahren nie einem begegnet. Tatsächlich hatten viele die Existenz der Srday für ein Märchen gehalten – bis sich vor einigen Jahren plötzlich die alten Tempelanlagen auf der Oberfläche geöffnet hatten. Doch so plötzlich wie er entstanden, so war er auch einige Wochen später wieder vorbei gewesen. Und seitdem… Ruhe. Aber nun – das!
„Komm her, Schatz. Ich bin hier.“
„Müssen wir fort von hier, Mami?“ fragte Ilmara, suchte zitternd Schutz in der Umarmung ihrer Mutter.
„Ich… weiß es nicht, Schatz.“ Es war sinnlos zu lügen – Ilmara hätte es gespürt.
„Ich werde morgen zur Stadtverwaltung gehen und herausfinden, was das soll.“
***
# Ort: Srday Raumkreuzer „Schwert der Finsternis“
# Zeit: 01.01.2416, irgendwann vor dem frühen Morgen
<NRPG>Mit Dank an Helen Jane Long – „Intervention“ – https://www.youtube.com/watch?v=VPYS75hb8pA</NRPG>
Sie waren noch nicht sehr lange unterwegs, doch bisher verlief die Reise sehr schweigsam. Elisa hatte noch so viel zu sagen und wusste doch nicht, wie sie überhaupt anfangen sollte. Nun saß sie in einem seltsam ovalen Raum, der in Halbdunkel getaucht war, auf einem bequemen Sitz und spürte nichteinmal, dass sich das Schiff – sicher befand sie sich auf einem – bewegte. Ihr Blick schweifte immer wieder zu Colins Gesicht, der beinahe regunglos im Schneidersitz auf einer Art Chaiselonge ruhte – unsicher ob sie ihn in seiner Konzentration stören durfte. Sie stellte sich die Frage, ob seine Schweigsamkeit mehr mit der Reise an sich, mit ihr oder dem Kuss zu tun hatte – oder ob aus seiner Sicht einfach alles gesagt war.
In ihr war ein Gefühlswirrwarr.
Sie war glücklich Colin zu sehen und bei ihm zu sein, sie war traurig, weil es ein Abschied für immer war. Am liebsten würde sie ihn einfach festhalten und den Wahnsinn verhindern, den er da vorhatte.
Ihr Blick schweifte weiter durch den Raum, zu den Fenstern, durch die sie doch nur graues Wabern sehen konnte. Dieses Raumfahrzeug war der reinste Irrsinn. Colin hatte gesagt, dass sie bis zur Hephaistos weniger als einen Tag brauchen würden, obgleich sich das Sternenflottenschiff in einem gänzlich anderen Sektor des Quadranten befand.
Viel zu kurz für ihren Geschmack.
Darüber hinaus war sie mal wieder fasziniert von der Technik der Srday. In der Föderation eingesetzt, könnte diese das Leben und Reisen revolutionieren. Doch verstand sie auch, wieso diese Technik nicht einfach übertragen werden konnte – und wieso die Srday dies auch nicht wollten. Sie hatte von dem Konflikt der Sept’arin und den Mani’Pas nur am Rande gehört – tatsächlich tauchte dieser Krieg in den meisten offiziellen Aufzeichnungen gar nicht auf. Vielleicht hatten viele ihn wirklich nicht mitbekommen. Vielleicht war aber auch der Gedanke, dass es dort draußen – in den Weiten des Alls – noch Spezies gab, die mühelos einen halben Quadranten auslöschen konnten, zu erschreckend? Immerhin waren die Borg lange Jahrzehnte das Schreckgespenst der Föderation gewesen und hatten zu einem Wettrüsten geführt – doch wie begegnete man Spezies, deren Technologie so weit entwickelt war, dass sie selbst den modernen Menschen hin und wieder wie Magie vorkam? Und was würde die Menschheit mit solchen Möglichkeiten anstellen? Elisa hatte einmal gedacht, dass die Menschen in ein neues Zeitalter des Reisens und der Entdeckung aufbrechen würden – doch die vergangenen Jahre hatten gezeigt, dass die Erdenbewohner und auch die ganze Föderation noch alte Resentiments wie Ängste hegten.
Elisas Blick glitt wieder über Colins konzentriertes Gesicht. Erneut dachte sie darüber nach, ob sie es wagen durfte ihn zu stören. Ihr brannte manches unter den Nägeln, was sie klären wollte – bevor sie sich ganz und
gar verabschieden mussten. Immerhin, er konnte hier nicht einfach weg von ihr.
„Colin?“ fragte sie daher vorsichtig, was dieser mit einem kurzen Blick zu ihr und einem knappen „Ja?“ quittierte. Er war also doch die ganze Zeit aufmerksam gewesen.
„Wegen Shay,..“ fing sie an und brach gleich darauf wieder ab. Sie hatte für einen kurzen Moment den Eindruck Colins Miene verdüstere sich. Doch konnte sie sich auch getäuscht zu haben, denn der Moment war tatsächlich sehr kurz. Vielleicht war es auch nur ihr eigenes Wunschdenken gewesen? Sie fuhr fort: „…ich wollte da noch was erklären.“
Colin schüttelte den Kopf.
„Du musst nichts erklären. Es ist so, wie es ist. Und vermutlich ist es gut so – in wenigen Stunden werde ich buchstäblich nur noch ein Traum sein. Ich wünsche dir ein langes, glückliches, erfülltes Leben – und mit ihm an deiner Seite wird das sicher klappen. Er ist ein guter Kerl.“
Er sprach es nicht aus, doch Elisa vermeinte zu hören, wie er sagte, dass er ihr das im Gegensatz nicht bieten konnte. Vermutlich hielt er sich selbst nicht einmal für einen guten Menschen. Colin war schon immer kritisch zu sich selbst gewesen – und wer weiß, was er in den letzten Jahren alles erlebt hatte? Immerhin waren er und sein Geistbruder Averon fast von sämtlichen Srday in der Sternenflotte (und außerhalb) verfolgt worden. Und dann die Erlebnisse davor… Elisa hatte nie erfahren, was hinter der Explosion gesteckt hatte, die Colin damals – bevor sie sich kennen gelernt hatten – beinahe das Leben gekostet hatte. Doch wusste sie, dass er ein Mann war, der viele Geheimnisse wahrte – und darunter wohl auch einige, die manche (wie Admiral Norden) in der Sternenflotte lieber begraben wüssten.
Die Texanerin schüttelte energisch den Kopf.
„Zwischen Shay und mir ist nichts!“ versuchte sie eine Erklärung und erntete nun doch eine intensivere Reaktion von Colin. Die Falten auf seiner Stirn bildeten tiefe Furchen, während seine Augen schmaler wurden und etwas enger zusammen rückten. Aber sie hatte zumindest seine Aufmerksamkeit.
„Nun, ihr seid verheiratet“ warf er ein, was ihm ein Schnauben von ihr einbrachte.
„Was denkst du von mir – dass ich meinen Mann betrügen würde?“ fuhr Elisa entrüstet auf.
„Ich habe dich geküsst, weil…“
Colin meinte nun zu ahnen, worum es ihr ging.
„Wir standen uns sehr nahe, Elisa. Ein Überschwang der Gefühle. Es tut mir leid, wenn ich dich dadurch in Gewissensnöte gebracht haben sollte…“
Elisa schüttelte nur noch energischer den Kopf. „Nein! Du verstehst nicht. Ich habe dich geküsst, weil du die Liebe meines Lebens bist!“ platze es aus ihr heraus. Sie wollte nicht so emotional sein – und üblicherweise war dies auch sehr untypisch für sie – doch nun bebte ihr ganze Leib und sie hatte die Hände beinahe hilflos zu Fäusten geschlossen.
Sie biss sich auf die Lippen. Das hatte sie gar nicht sagen wollen.Und doch war es nun raus. Ohne Colin die Möglichkeit zu lassen, darauf zu reagieren, fuhr sie daher fort: „Shay und ich wurden verheiratet, das ist richtig. Aber das war das Ergebnis von schrecklichen Ereignissen und viel geflossenem Alkohol, insbesondere seitens des Admirals, der die Ehe einfach geschlossen hat. Und da ich mir Schlimmeres vorstellen kann, als die Ehefrau von Shay Ruthven zu sein, haben wir einfach beschlossen, es dabei zu belassen. Shay ist ein guter Freund. Aber mehr ist zwischen uns nicht, und wird auch nie sein.“
Colins Gesichtsausdruck wurde… seltsam. Die Züge hatten etwas von einer Wachsmaske, die für einige Zeit der heiße Sonne ausgesetzt worden war und dann wieder erstarrte. Die schmalen, blassen Lippen regten sich lange nicht, nur seine Augen blieben nicht stumm. In ihnen tobte ein Sturm widerstreitender Gefühle. Wut, Trauer, Bedauern, Begehren… so viel.
„Das tut mir leid“ sagte er schließlich. „Mich zu lieben kann ich nicht empfehlen.“ Die Stimme klang seltsam hohl und weit entfernt.
Mit einer fließenden Bewegung erhob er sich. Sie wusste, dass er gehen wollte – nicht um ihr auszuweichen, sondern weil er glaubte, sie dadurch am Wenigsten zu verletzen. Verdammter Kerl! Ein Teil von ihr wollte ihn packen, ihn schütteln, ihn anschreien zu bleiben. Doch als sie ihn anblickte sagte sie nur leise „Nimm mich mit. Bitte“ Tränen standen in ihren Augen. Sie fühlte sich in diesem Moment wieder entwurzelt, vom Schicksal umhergeworfen und verlacht.
Da spürte sie, wie sie in den Arm genommen wurde. Eine erst zögerliche, dann aber doch sanfte und warme Geste. Sie hob den Kopf, blickte zu dem schwarzhaarigen Mann auf.
„Und dann? Selbst wenn ich es könnte – wenn ich dich vor dem was kommt schützen könnte – ist der Ort doch keiner, der einfach zu verstehen ist. Nichts wird dort so sein, wie wir es kennen – und wenn wir zurück kehren, wird das All ein gänzlich anderes sein. Was ist mit den Menschen, die dich brauchen? Deinen Freunden? Dem Jungen, den du auf die Erde gebracht hast?“
„Aber ich brauche dich!“ sagte sie, nun rollten die Tränen doch über ihre Wangen. „Wenn ich nicht mit kann, dann bleibe hier! Jetzt, da du Bescheid weißt – wir klären das mit Shay, wir finden einen…“
Er schüttelte bedauernd den Kopf und unterbach sie so. „Das ist nicht das Problem. War es nie“ erklärte er. „Ich muss das tun, wie ich sagte. Zu viel hängt davon ab.“
„Ich bin es leid, Colin“ antworte Elisa traurig, legte ihre Arme ihrerseits um Colin und hielt ihn ebenfalls fest. So fest, wie sie konnte. „Warum muss das Schicksal, warum muss das Wohl ganzer Völker immer dem Glück entgegen stehen? Hast du nicht genug gegeben, nicht genug geopfert?“
„Das Wohl aller….“ Er seufzte. „Es ist, wie es ist.“
Es war zu spät. In wenigen Stunden würden sich ihrer beider Wege trennen. Für immer. Was blieb waren nur diese Augenblicke, die sie noch miteinander hatten. Nur noch ein paar Stunden… dann würde er aus ihrem Leben verschwinden. Und sie würde irgendwann zu einer fernen Erinnerung werden. Fast war es, als hätte Shakespeare sich das ausgedacht. Beschissene Tragödien!
Elli sah noch einmal zu ihm hoch. „Colin… ich will, dass du mich fest hältst. So lange, wie es geht… gibt es… hier ein Bett?“
Colin war überrascht, lächelte dann leicht. „Ja“ sagte er nur. Dann hob er sie hoch.
***
#Ort: Lundraja IV, städtisches Zentrum Ebou Dar, Rathaus
#Zeit: 29.12.2415, 10:00 Uhr
[Achtung. Eine wichtige Durchsage. Alle telepathisch oder empathisch begabten Individueen werden aufgefordert, zu ihrer eigenen Sicherheit, den Planeten inklusive Orbit binnen 62 Stunden zu verlassen. Danach wird dieser Planet für Sie nicht mehr bewohnbar sein. Diese Durchsage wird regelmäßig wiederholt.]
„Bitte beruhigen Sie sich… bitte…“ Betse Silvin wusste nicht, wie ihr geschah. Die kleine, schlanke, schwarzhaarige Frau war amtierende Ratsherrin in Ebour Dar – eine Position, die in der Vergangenheit in der Regel vor Allem repräsentative Pflichten und wenig Stress beinhaltet hatte. Doch seit heute Nacht war alles anders.
Die letzte Nacht hatte ihr Leben auf den Kopf gestellt. Kurz bevor diese … Durchsagen angefangen hatte, hatte sie eine Nachricht vom Rat der Dreizehn erhalten. Bis zu diesem Zeitpunkt hatte sie nicht einmal daran geglaubt, dass er wirklich interessierte. Doch sie war eines Besseren belehrt worden. Die Nachricht war indess eher kurz und knapp gewesen: Alle Lebewesen mit telepathischer oder empathischer Veranlagung sollten bis zum Beginn des Jahres 2416 Standardzeit den Planeten und sein Orbit verlassen haben – sonst könnte man nicht mehr für ihre Sicherheit garantieren. Allen die gehen wollten, war jede mögliche Hilfe zu gewähren. Jene, die bleiben wollten, taten dies auf eigene Gefahr.
„Ich weiß leider auch nicht viel mehr…“ versuchte sie sich Gehör zu verschaffen. Die Menge, die sich vor dem Rathaus versammelt hatte, war größer als erwartet.
„Ich wurde vom Rat der Dreizehn kontaktiert. Anscheinend wird der Planet in 62 Stunden für Mitglieder von empathisch und telepathisch begabten Spezies unbewohnbar. Wir haben um externe Hilfe für die Evakuation gebeten und werden alles tun, um ihnen eine Reise vom Planeten weg zu erlauben…“
„Was soll das?“
„Sie können uns doch nicht einfach aus unseren Häusern verjagen!“
„Das ist ein Progrom!“
„Das lassen wir uns nicht gefallen?“
„Rat der Dreizehn? Humbug!“
„Bitte… so nehmen Sie doch bitte Vernunft an…“
Betse liefen die Schweißperlen über die Stirn. Was sollte sie nur tun?
***
#Ort: USS Hephaistos, Quartier des Captains
#Zeit: Nur Sekunden, nachdem Colin verschwunden ist
Während Shays Augen noch mit dem Wechsel von Licht und Dunkelheit kämpften, hörte er mit einen Mal den charakteristischen Ton, der die Ankunft einer Subraum-Nachricht anzeigte. Was war denn nun schon wieder? Wer konnte das sein? Andererseits – eigentlich war es eh schon egal. Was sollte es jetzt noch an Überraschungen geben, die ihn aus der Bahn werfen konnten.
„Computer, eingehende Verbindung akzeptieren!“
Oh, wie sich ein Schotte irren konnte.
[„Hallo, Shay Ruthven“] hauchte eine weibliche Stimme förmlich und ließ so die gefühlte Temperatur im Quartier gleich um mehrere Grad ansteigen. Augen wie das Herz des Waldes blickten in an, umrahmt von einem Schopf aus goldenen Sonnenstrahlen in einem Gesicht so hell und zart wie sahnige Milch.
„… Botschafterin…“ stammelte Shay, überrascht.
[„Oh?“] Die Frau senkte leicht den Blick, sah Shay durch ihre langen Wimpern an und zog einen Schmollmund.
[„Hast du mich das letzte Mal nicht schon ‚Shanya‘ genannt?“] fragte sie, hob den Blick wieder.
[„Die Jahre haben dir gut getan. Du bist reifer geworden, seit wir uns das letzte Mal sahen.“]
„Danke… glaube ich“ entgegnete Shay und räusperte sich. „Du bist immer noch so strahlend und bezaubernd wie früher.“ sagte er dann.
Die Blondine lächelte und räkelte sich. Sie trug eine Art schwarze Kutte, die zum Glück nicht soviel Preis gab. Die Umgebung in der sie stand, erinnerte Shay aber fraprierend an ein Bild dass er erst vor Kurzem gesehen hatte.
„Du… bist auf der ‚Schwert der Finsternis‘?“
[„Das ist richtig, mein lieber Shay. Dunaar und ich… wir begleiten Averon… und Colin. Und die anderen“] Sie setzte ein feinsinniges, trauriges Lächeln auf.
[„Und da wollte ich mir die Zeit nehmen, mich auch von dir zu verabschieden, Shay Ruthven. Leider konnten wir uns ja nie näher kennen lernen… jedenfalls so nahe, wie ich es gerne getan hätte.“]
Sie hatte damals schon wie eine Katze mit Shay gespielt – und er hatte nie gewusst, ob sie ihn als Kater oder als Maus gesehen hatte.
[„Stört es dich, wenn ich noch für ein paar Minuten vorbei komme?“]
<NRPG> Mac? 🙂 </NRPG>
***
#Ort: USS Hephaistos, Sureyas Quartier
#Zeit: MD 17.09
Sureya Bateh, Freundin der Srday,
Hüterin von Wahrheiten,
es ist an der Zeit, dass wir uns verabschieden. Nicht nur wir beide uns von dir, sondern mein Volk und du. Wenn du morgen oder in einem Jahr oder in zehn Jahren Lundraja IV besuchst, so wirst du die Tempel still und die alten Stätten verwaist vorfinden. Wir verlassen diese Bühne um zu träumen. Niemand weiß genau, wie lange wir schlafen werden doch wird es wohl länger als ein Leben sein.
Bitte bewahre unser Andenken, behüte die Geschichten über uns. Werde zu einer Hüterin der Legende, zu einer Sagenerzählerin. Denn ein Traum ist, was bleibt. Und einst werden wir zurück kehren, wenn die Albträume drohen. Vergesst uns nicht.
Majada Shenjaa Simrak
Sureya starrte auf die Nachricht, las sie wieder und immer wieder. Was nur war geschehen?
***
# Lundraja IV
# Jahreswechsel 2415 / 2416
[Achtung. Die Zeit ist um. Wir hoffen, dass alle telepathischen sowie empathisch begabten Individuen den Planeten und dessen Orbit verlassen haben. In den folgenden Minuten wird Lundraja IV aufhören, für diese Personen ein habitabler Planet zu sein. Alle anderen Bewohner haben nichts zu befürchten. Der Schutz der Schatten wird weiterhin über ihnen liegen. Frohes neues Jahr.]
Stille breitete sich aus. Erwartungsvolle, furchtsame Stille.
In den oberen Atmosphärenschichten war noch immer das Glühen von Antriebsagregaten zu sehen, als die letzten Schiffe mit den letzten Telepathen und Empathen, die sich entschlossen hatten zu gehen, an Bord ,sich bemühten, Lundraja IV rechtzeitig zu verlassen.
Und wieder geschah das, was jene, die vor einigen Jahren bereits auf Lundraja IV gewesen waren, bereits erlebt hatten: Überall auf dem Planeten regten sich die alten Tempelanlagen. Die Köpfe der Pyramiden bewegten sich empor, gaben mehrfach gefurchte Stelen aus seltsam leuchtendem Gestein Preis. An anderen Orten tat sich der Boden auf, offenbarte uralte Kuppeln und Kugeln. Dreieckige Stelen fuhren aus uralten Anlagen und offenbarten, dass steinerne Formen, die man ursprünglich für Schmuck gehalten hatten, in Wahrheit nur Klappen gewesen waren.
Und doch war etwas anders als damals. Denn diesmal leuchtete der kleinere Mond Lundrajas, jener der weiter entfernt war, der ‚dunkle‘ Mond, auf. Es war wie eine Aura aus bläulichem Licht, die den Mond einer Korona gleich umgab und dann – geleitet durch uralte Technologie – auf den Planeten übersprang. Die alten Pyramiden begannen zu summen, sogen das Licht auf, verstärkten es und leiteten es weiter. Es war, als würde sich eine Art Kuppel über den ganzen Planeten legen. Eine Kuppel aus trübem Dämmerlicht, das schnell wieder verblasste. Nur ein schwacher, blauer Glanz, der vorher nicht da war, blieb am Himmel sichtbar.
Und das Summen.
Ein Summen, dass von Nicht-Telepathen nicht zu hören war. Ein Summen, dass die Gedanken von Telepathen mit weißem Rauschen füllte. Ein immer-währender Tinitus, der es unmöglich machte, sich zu konzentrieren, der mit spitzen Nadeln hinter die Schläfen drang und einen nicht schlafen ließ. Das Summen, das einen Telepathen in den Wahnsinn trieb.
Wie auch die düstere Furcht und Melancholie, die jeden Empathen erfassten. Ein kalter Wind voll Schrecken und Albträume. Ein Gefühl, dass einem Empathen schier den Atem raubte.
Kein Telepath, kein Empath würde lange auf Lundraja IV bleiben können.
Kein Napeaner, kein Cairn oder Kzinti.
Weder Vulkanier noch Betazoid, kein Halananer oder Aenar.
Kein Sept’arin, kein Mani’Pas.
Die Schatten beschützten ihr Volk. Auch im Schlaf.
</RPG>
<SUM>
#Ort: Lundraja IV, städtisches Zentrum Ebou Dar, in einem Wohnhaus
#Zeit: 29.12.2415, 0:00 Uhr
Alle telepathisch oder empathisch begabten Bewohner von Lundraja IV werden aufgefordert, den Planeten zu ihrem eigenen Schutz zu verlassen
# Ort: Srday Raumkreuzer „Schwert der Finsternis“
# Zeit: 01.01.2416, irgendwann vor dem frühen Morgen
Auf dem Weg zur Hephaistos herrscht vorerst Schweigen zwischen Colin und Elisa. Doch Dinge müssen gesagt werden und so platzt Elli mit einer für Colin unerwarteten Mitteilung heraus. Trotzdem kann er sie nicht an den Ort mitnehmen, wo er hingeht.
#Ort: Lundraja IV, städtisches Zentrum Ebou Dar, Rathaus
#Zeit: 29.12.2415, 10:00 Uhr
Unter der Bevölkerung von Lundraja IV herrscht Unruhe. Die telepathisch oder empathisch begabten Bewohner sind nicht willens, einfach ihre Heimat zu verlassen.
#Ort: USS Hephaistos, Quartier des Captains
#Zeit: Nur Sekunden, nachdem Colin verschwunden ist
Botschafterin Shanya Simarian möchte sich auch noch von Shay verabschieden.
#Ort: USS Hephaistos, Sureyas Quartier
#Zeit: MD 17.09
Sureya erhält eine kryptische Botschaft.
# Lundraja IV
# Jahreswechsel 2415 / 2416
Uralte Verteidigungsanlagen erwachen zum Leben. Auf Lundraja IV treten Veränderungen ein, die wie angekündigt ein Leben auf dem Planeten für bestimmte Wesen unmöglich macht. Doch dies dient einem höheren Ziel: Dem Schutz durch die Schatten.
</SUM>