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Überraschende Naschereien

Posted on 22. November 2020 By admin
Moin,

irgendwie lag das RPG nun schon eine Woche angefangen rum … Höchste
Zeit, es mal fertig zu bekommen, bevor die Staubschicht zu dick wird…

<RPG>

# Ort: Büro des CNS
# Zeit: MD 23.1615

Ettore blickte noch einmal auf das Padd mit seinen Notizen. Ens. Larson
hatte das bei ihrer letzten Sitzung schon gar nicht schlecht gemacht.
Dennoch war da etwas, dass sie irgendwie noch etwas hemmte. Und diese
Zigaretten. Er seufzte noch einmal.

Dann wanderte sein Blick zurück zu der großen Transportbox, die vor ihm
auf dem Tisch stand. Er hatte alle Padds beiseite geräumt und dann noch
einmal die Instruktion genau gelesen.

Die Tür glitt auf und Jenn kam herein.

„Guten Tag, Miss.“, sagte Ettore freundlich und deutete auf den freien
Platz ihm gegenüber. „Bitte setzten Sie sich doch. Ich hoffe, Ihre
Schicht war einigermaßen ruhig?“

„Na ja, wenn man in den heutigen Zeiten von ruhig sprechen kann.“ Sie
setzte sich und wollte sich gerade eine Zigarette anstecken.

„Bitte rauchen Sie hier drin nicht,“, sagte Ettore ohne weitere Erklärung.

„Was ist das Sir? So schlimm kann es ja nicht sein, dass meine Akten
diese Box füllen.“ Jenn deutete auf die Box auf dem Tisch. Dann steckte
sie widerwillig die Zigarette weg.

„Nein, ganz und gar nicht. Keine Sorge.“ Der Italiener bemühte sich den
Deckel der Box zu entfernen, was ihm nicht gelang, weil irgendetwas klemmte.

„Lassen Sie mich das machen, Sir.“ Jenn stand auf und schlug einmal
kräftig mit der Handfläche gegen den Verschluss. Dann nahm sie den
Deckel in beide Hände, ruckelte einmal kräftig und lüftete ihn dann mit
Schwung. Nebenbei gelang es ihr gleich einen ersten Blick in die Box zu
werfen. Es waren kleine Kapseln und Tüten darin. Sie wusste nicht, was
sie erwartet hatte, aber der Inhalt wirklich wenig glanzvoll. Enttäuscht
setzte sie sich.

„Ähm, ja… vielen Dank“, murmelte Ettore und guckte nach unten, damit
man nicht so leicht erkennen konnte, dass sich seine Wangen leicht
gerötet hatten.

Jenn glaubte es kaum. War der Counselor etwa verlegen, weil er die Box
nicht hatte öffnen können?

„Was ist das?“, erkundigte sich die junge Frau ungeniert.

„Einen Moment noch. Ich werde es Ihnen gleich sagen.“ Der Italiener
hatte sich wieder im Griff und zupfte nur noch einmal den Bart zurecht.
„Ich möchte vorweg schicken, dass Sie das bei unserer letzten Sitzung
schon sehr gut gemacht haben. Natürlich fällt es einem leichter, wenn
man über positive Dinge sprechen kann. Daher wollte ich Sie bitten, dass
Sie mir einfach etwas von sich erzählen, was Sie gerne mögen, wo Sie
gerne sind, was Sie gerne machen?“

Jenn blickte überrascht auf.

„Und das hier… nun ja, ich merkte, dass sie Haptisch immer etwas
abgelenkt sind, weil sie gerne mit Ihrer Zigarette oder der Tischkante,
oder der Stuhllehne gespielt haben.“ Er lächelte, um zu signalisieren,
dass dies keinesfalls als Vorwurf gemeint war. „Nun ich dachte, wir
können auch diesen Drang nutzen. Meine Frau hat eine Lieferung Salat-
und Gemüsesamen erhalten. Diese sollen im Hydroponischen Garten für
unsere Verpflegung genutzt werden. Leider scheint irgendjemand die
Lieferung total durcheinander gewühlt zu haben und dann den Deckel drauf
geknallt. Ich dachte, Sie könnten mir beim Sortieren helfen, während wir
uns ein wenig unterhalten. Ich finde so eine Tätigkeit immer unglaublich
entspannend.“

Der Italiener deutete auf verschiedene kleinere Behältnisse am Rande des
Tisches. Alle waren beschriftet. Er nahm eine der Kapseln, las das
Etikett und legte es dann in einen der Behälter.

<NRPG> Ein kleiner Puzzle-Ball für Dich, Friddi </NRPG>

# Ort: CNS-Büro
# Zeit: SpD 1.0221

„Was ist denn hier los?“

Die Deckenbeleuchtung ging plötzlich an und Emily musste blinzeln, weil
sie das grelle Licht blendete.

Sie stand – wie sie nun bei Licht betrachtet erkennen konnte – im Büro
des Counselors. Eigentlich hatte sie sich heimlich in eines der derzeit
als Frachträume genutzten Quartiere schleichen wollen, um dort ein wenig
ihren „Diät-Plan“ zu ergänzen. Allerdings war sie wohl doch so müde,
dass sie falsch abgebogen war.

Hinter ihr stand noch halb in der Tür der Counselor. In Emilys Augen in
einem etwas seltsamen Aufzug. Er hatte einen schweren Morgenmantel aus
dickem Stoff und Pantoffeln und unter der Nase hing etwas aus dunklem
Stoff, dass hinter den Ohren verschnürt war. Er wirkte gleichzeitig müde
und alarmiert.

„Was machen Sie denn hier?“, ergriff sie die Initiative, als das
Schweigen schon zu lange dauerte.

„Das wollte ich Sie gerade auch fragen, Miss. Mich jedenfalls hat der
Eindringlingsalarm aus dem Bett geholt“, antwortete er müde ein Gähnen
nur schwer unterdrückend.

„Oh… ähm… ich glaube ich bin falsch abgebogen“, entschuldigte sich
Emily. „Eigentlich wollte ich mir etwas zu Essen holen. Sorry.“

„Ähm nun, wenn das so ist.“

Ettore machte einige Schritte in Richtung seines Schreibtischs. Dass er
wohl eher aus dem Bett gefallen und nur einen Morgenmantel übergeworfen
hatte, aber keine Zeit gehabt hatte, ihn zuzubinden konnte Emily jetzt
sehen. Denn trotz der Bemühungen des Italieners, das Revers mit der Hand
geschlossen zu halten, konnte man bei den Schritten doch immer wieder
eine gestreifte Pyjama-Hose erkennen.

Kurz darauf war der Replikator aktiviert.

Ettore deutete darauf. „Nun, Miss, ich will nicht Schuld daran sein,
dass Sie vor Hunger umkommen. Bedienen sie sich.“

Er wollte sich setzten als ihm die linke Seite des Morgenmantels
aufgrund der schnellen Bewegung von der Schulter rutschte. Er machte
einige ungeschickte Versuche, dies aufzuhalten, es gelang ihm aber
nicht. Schnell zog der den Mantel wieder über die Schulter und band
umständlich den Gürtel des Morgenmantels. Dann ließ er sich hinter
seinem Tisch in den Sessel fallen und sortierte sorgfältig die Falten.

Angesichts dieses unerwarteten Angebots wollte Emily nicht unhöflich
sein. Sie würde sich auf einen… na ja gut, auf drei
Erdnussbutter-Sandwichs und ein Glas Wasser beschränken.

Sie teilte dem Replikator ihren Wunsch mit. Dann setzte sie sich
unaufgefordert und biss in ihr Sandwich.

Über den Teller gebeugt guckte sie den Italiener an. Der schien den
Blick zu spüren.

„Oh Verzeihung.“ Er nahm die Bartbinde ab, stopfte sie in die
Manteltasche und fuhr sicherheitshalber nochmal mit den Fingern durch
den Bart, die Enden nach oben ziehend.

„Hmm“, meinte die Trill nur. Einige Menschen hatten doch seltsame
Gewohnheiten.

„Aber wenn Sie jetzt schon mal hier sitzen, können Sie mir ja mal etwas
berichten.“ Fing Ettore nun an.

Emily blieb vor Schrecken fast ein Bissen quer im Hals stecken. Ihren
erschreckten Blick ignorierte der Italiener. Diesem schien der seltsame
Aufzug inzwischen – also nachdem er den Sitz mehrfach sorgfätlig
kontrolliert hatte – nichts mehr auszumachen. Auch wenn die Situation
irgendwie surreal war.

„Letztes Mal, als Sie mit mir gesprochen haben, waren Sie auf der Suche
nach mehr. Nun, um es mal salopp zu sagen, davon hatten sie sicher in
der letzten Zeit genug und standen viel im Mittel. Entführung,
Gefangenschaft, ein unfreiwilliger Symbiont und und und.“ er machte eine
kurze Pause. „Wie ist es Ihnen denn damit ergangen?“

<NRPG> Kleiner Ball für Sunny </NRPG>

# Ort: Raumstation K-7, Flaniermeile
# Zeit: SpD 2.0840

Shay joggte über die Promenade der Raumstation. Es war eine willkommene
Abwechslung seine Runde mal woanders drehen zu können. Er würde sich
gleich noch einen Snack holen und dann freute er sich auf die Dusche.

Sein Blick blieb an zwei ihm bekannten Gestalten hängen, die gerade von
einem der Geschäfte weggingen. Renal hatte sich bei Ettore untergehakt
und hatte gerade noch etwas in der Hand gehabt, das sie nun mit einem
letzten Bissen verschlang. Der Italiener sagte irgendwas zu ihr und sie
lachte.

Shay konnte es kaum glauben. Das ungleiche Paar wirkte eigentlich doch
sehr harmonisch, wenn man mal davon absah, dass Renal nicht nur seine
Mutter, sondern fast seine Großmutter sein könnte. Aber wenn sie lachte,
sah das sonst eher ernste Gesicht viel weicher und jünger aus und es
bildeten sich sogar ein paar Grübchen.

Was die beiden wohl auf der Station machten? Nach einem Lustwandeln sah
es eigentlich nicht aus, da der Counselor Uniform trug. Aber was war es
dann?

Shay beschloss auf die beiden zuzulaufen und sie anzusprechen. Einen
kurzen Moment später stand er vor Ihnen.

„Habt Ihr das mit dem Flanieren zu wörtlich genommen?“, fragte er.

Die beiden sahen ihn überrascht an.

„Guten Morgen, Captain. Eine kleine Nascherei hat noch niemand
geschadet. Und nicht jeder ist für den Sport gemacht, wie Sie. Ein
kleiner Spaß, bevor der Ernst des Lebens wieder beginnt.“ Renals
Gesichtsausdruck war wieder der üblichen Seriosität gewichen, aber ihre
Augen lachten ihn an.

„Nein, das stimmt.“, gab er unumwunden zu. „Ihr seid also dienstlich hier?“

„Nun, wir nutzen auch nur die Zeit bis die Konferenzsitzung anfängt. Da
wird es noch lange um ernstere Themen gehen.“, erklärte Ettore.

„Konferenz?“, fragte Shay und sein Hirn begann zu rattern.

„Ja, leider gibt es eine politische Großlage, die wenig Rücksicht darauf
nimmt, dass unser Captain uns großzügigerweise Landurlaub gewährt hat.“
Sagte Ettore mit ernster Stimme.

„Ja natürlich, der Krieg … musstest Du mich unbedingt daran erinnern?“
erschrocken stellte Shay fest, dass er tatsächlich beim Sport soweit
abschalten konnte, das der Krieg mal nicht an erster Stelle in seinen
Gedanken war.

„Nun, da kann ich leider nichts dafür. Die Verlustlisten werden täglich
länger… ich weiß, dass das ein Aspekt ist, den du eher verdrängst,
weil Du aus einer ganz anderen Fachrichtung kommst“, er seufzte, „Die
Konferenz für psychologisches Personal ist vom Bereichskommando der
Sternenflotte einberufen worden. Wer kann, soll nicht von seinem Schiff
aus teilnehmen, sondern mit anderen zusammenkommen, um auch persönlichen
Austausch neben der Konferenzschaltung zu ermöglichen. Es geht um den
Umgang mit Verlusten und trauernden Mitgliedern der Sternenflotte. Dr.
Renal wird auch einen Vortrag halten.“

„Ja, mich hat man gebeten, noch einmal für das Erkennen von Symptomen
von Stresstraumata zu sensibilisieren. Das ist aber erst heute
Nachmittag im fachspezifischen Teil. Heute Vormittag können Sie auch
kommen, Captain. Schiffsführung ist explizit zur Teilnahmen eingeladen,
wie auch in dem Memo stand, dass sie aber anscheinend nicht beachtet
haben.“ Die Stimme der Romulanerin war ganz ruhig. Es lag im letzten
Satz noch nicht einmal der Hauch eines Vorwurfs.

Shay überlegte. Vermutlich hatte diese Nachricht auf einem der Padds
gestanden, die er nach einem kurzen Blick erstmal weggelegt hatte.
Herrje, schließlich war er kein Verwaltungsbeamter, sondern der Captain
eines Schiffs. Und ja, das ‚Nach- und Aufarbeiten‘ von Vorfällen war
nicht unbedingt sein Gebiet. Er war ein Mann der Tat, lebte im hier und
jetzt.

„Ich weiß nicht.“ murmelte er.

<NRPG> Kleiner Ball für Mac </NRPG>

<SUM>

# Ort: Büro des CNS
# Zeit: MD 23.1615
Nach einem ersten vielversprechenden Gespräch, möchte Ettore noch mehr
über Jenn erfahren, bevor er sich wieder den aktuellen Problemen zuwendet.

# Ort: CNS-Büro
# Zeit: SpD 1.0221
Emily hat mitten in der Nacht ein für beide völlig unerwartetes Gespräch
mit dem CNS.

# Ort: Raumstation K-7, Flaniermeile
# Zeit: SpD 2.0840
Ettore und Renal laden Shay zu einer Konferenz ein, die sich mit
Aspekten des Kriegs beschäftigt, die sonst eher am Rande seines
Bewußtseins sind.

</SUM>

submitted by
Kim
aka
LtCmdr. Ettore Ludovico della Scala
CNS – USS Hephaistos

SD 261122.5

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