Isa: Zum Abendessen würd ich mal ein Pad aufmachen + per Discord
schicken. Wird bestimmt lustig *fies grins*
Gruß Johannes
<RPG>
„Warum gabst du mir zu sehen,
Was ich doch nicht wenden kann?
Das Verhängte muß geschehen,
Das Gefürchtete muß nahn.“
(F. Schiller: Kassandra)
#Zeit: SpD 07.1313
#Ort: Quartier Fabien
Unruhig wälzte sich der Franzose auf dem Bett hin und her. Nachdem er
von Emily zur Unzeit geweckt worden war, hatten sich im Laufe des
Vormittags bohrende Kopfschmerzen eingestellt. Darum hatte er sich vor
einer halben Stunde in sein Quartier zurückgezogen, in der Hoffnung dass
ein kurzer Mittagsschlaf das Problem etwas mildern würde. Doch er
schlief unruhig. Wirre Bilder verfolgten ihn in seinen Träumen:
Ein unbekanntes Frauengesicht, das ihm angestrengt versuchte eine
Warnung zuzurufen. Doch es war kein Laut zu hören.
Ein Shuttle im schnellen Sinkflug; es verschwand hinter dichten,
bedrohlich dunklen Wolken und tauchte wieder auf; die Warpgondeln
flackerten und erloschen.
Disruptorstrahlen in einem finsteren Gang.
Er rannte, doch seine Beine waren wie Blei. Hinter ihm ein näher
kommendes Brummen.
Wieder das Frauengesicht. Flammen tauchten es in ein unheilvolles Licht.
Das Gefühl plötzlich zu fallen.
RUMMS!
Fabi schreckte auf, von dem lauten Knall geweckt. Er brauchte einen
Moment, um sich zu orientieren. Er richtete sich halb auf, was war das
für eine Bewegung gewesen?
Die magische Kugel. Er musste sie von seinem Nachttisch gestoßen haben,
wo er sie vor dem Nickerchen abgelegt hatte. Sie prallte an der Wand
unter dem Fenster ab, rollte wieder auf das Bett zu und kam unmittelbar
davor zu stehen. In der Anzeige erschien: „13“.
– in den nächsten Tagen –
<NRPG: ich hab mal die Zeiten freigelassen. Falls jemand fortsetzten
möchte, gerne was festlegen.>
Fabièn schrieb die Kugel als Aberglauben ab und dachte nicht mehr viel
daran. Nur wenn er an der „Cassy“ arbeitete, kam ihm der Fund jedesmal
wieder in den Sinn. Die Arbeit an dem Shuttle ging nur langsam voran;
Emily und die Technikcrew hatten weiß Gott wichtigere Dinge zu tun und
konnten nur gelegentlich mal ein oder zwei Stunden abzweigen. Auch Dax
und Savek, die beiden „hauptamtlichen“ Mitarbeiter in der
Navigationsabteilung, waren für diese groben Arbeiten keine große Hilfe.
Sie konnten in Minutenschnelle Kurse berechnen, aber Stahlträger zu
flexen war nicht direkt ihr Fachgebiet.
Ansonsten lag die Kugel unbeachtet auf Fabis Nachttisch. Dennoch gab es
Gelegenheiten, zu denen man ins Grübeln kommen konnte.
– abends –
„Hi Trish!“
„Fabièn! Wieso stehst du denn hier vor der Tür herum?“
„Geht nicht auf.“
„ach so?“
„Ja, ich steh schon seit zehn Minuten hier und versuche das verdammte
Ding aufzukriegen. Ausgesperrt aus dem eigenen Quartier, so was…“
„Hm.“ Trish war schon an das Wandterminal getreten und tippte auf dem
LCARS herum.
„An den Zugangsberechtigungen hat sich jedenfalls nichts geändert.“
„Ja ich weiß. Hab ich auch schon dreimal gecheckt. Ich denke es ist
vielleicht irgendwas mit der Hydrau…“
Fabi verstummte, denn Trish hatte den Öffner betätigt, und sofort war
die Tür brav zur Seite gefahren und hatte den Eingang freigegeben.
„Is‘ nich wahr.“
Trish lächelte nur, zuckte mit den Schultern und ging hinein. Als Fabièn
ihr folgte, stieß er sich schmerzhaft die Schulter am Türrahmen.
– vormittags –
Swoosch!
Fabi, der gerade auf dem Weg zum Mittagessen war, blinzelte. Was war das
gewesen? Irgend ein kleines Wesen war da gerade an der Gangkreuzung
vorbeigezischt, er hatte es aus dem Augenwinkel gesehen.
War etwa schon wieder eins von Emilys Hühnern ausgebüchst? Nicht dass es
dann wieder hieß, er hätte es gegessen! Ohne lange zu überlegen, rannte
er los. Sportlich nahm er die Gangecke …
… nur um frontal in Elisa Careen hineinzurennen. Die junge Frau ging
plump zu Boden. Gerade noch so konnte Fabi verhindern, dass er auf sie
drauftrat, wodurch er aber selber ins Stolpern kam und in einer
ungelenken Rolle zu Boden ging.
„Au!“ schimpfte Elisa. Als wäre das noch nicht genug, bemerkte Fabi
jetzt auch, dass Jennifer Larson den ganzen Unfall mitverfolgt hatte.
Sie streckte Careen ihre Hand entgegen, um ihr aufzuhelfen, und sah den
Franzosen mit einem verständnislosen was-sollte-das-denn-jetzt-Blick an.
<NRPG: Bällchen roll>
– nachts –
Inzwischen waren sie doch mit dem Shuttle ganz gut vorangekommen. Dachte
Fabi. Zumindest hatten sie schon mal die verschimmelte Koje entkernt und
desinfiziert.
Doch als er vor dem Schlafengehen die Kugel schüttelte, zeigte sie wie
gehabt:
13
Undankbares Ding. Das war doch sowieso Aberglaube. Bestimmt war es
einfach kaputt.
Im Traum war er wieder auf dem klingonischen Kreuzer. Ein stämmiger
Klingone schubste ihn vorwärts. „Los! Der Captain will dich sehen“
Er hatte keine Wahl, er musste gehorchen. Links und rechts an der Wand
aufgereiht standen grimmige Klingonenkrieger, die ihre Bathlets nach
oben vorne ausgestreckt hatten, und auf diese Weise einen Tunnel aus
Klingen bildeten. Der Gang lag im Halbdunkel, doch weiter hinten konnte
er ein erleuchtetes Podest erkennen, auf dem Magho stand. Er hatte eine
klingonische Galauniform an und sah Fabi und seiner Eskorte
erwartungsvoll entgegen.
„Was wird das?“, wandte sich Fabi an den Klingonen, der ihn vorwärts
schubste. „Was will der Captain von mir!? Ich weiß nichts! Ich habe
nichts gemacht!“
Der Klingone schaute ihn entschlossen und verständnislos an. „Wieso
weißt du das nicht mehr!? Heute ist doch der Tag eurer Hochzeit…
Fabienne!“
Er schaute an sich herab – der Klingone hatte recht! Um seine
beträchtliche Oberweite spannte sich ein prachtvolles weißes
Hochzeitskleid. Schockiert hob er die Hände um seinen Bart zu betasten,
doch statt der Haare fand er einen feinen weißen Schleier, der sein
Gesicht verhüllte. Magho winkte ihn erwartungsvoll heran, und die
Klingonen begannen im Chor, den Hochzeitsmarsch zu singen…
Er erwachte schweißgebadet. // Nur ein Traum //, versuchte er sich
selbst zu beruhigen. // Nur ein Traum. //
Da bemerkte er, das links neben ihm ein schwaches rosa Licht glomm. Es
war die magische Kugel. Sie zeigte ein kleines rosa Herz und die Worte
„JUST MARRIED“…
– nachmittags –
Heute war er zu einem Probeflug mit dem Typ-6-Shuttle aufgebrochen. Es
bestand zwar im Grunde kein Zweifel an seiner Einsatztauglichkeit; doch
Fabi hatte es neu übernommen, und wollte sichergehen dass alles
funktionierte wie es sollte. Er hatte auch nichts großes geplant, nur
eine kleine Runde um die K-7.
Im Copilotensessel saß Skye Johnson, die neue CSO. Sie hatte zufällig
mitbekommen, dass der FLG zu einem Testflug aufbrechen wollte, und hatte
sich kurzerhand mit eingeladen. Einerseits, um ihre Pilotenerfahrung
frisch zu halten, und andererseits, weil es eine willkommene Gelegenheit
war „ihr“ neues Schiff mal von allen Seiten zu sehen.
Fabi hatte keine Einwände. In den Momenten, in denen er bisher mit Skye
zu tun hatte, hatte er den Eindruck gewonnen dass sie recht locker war
und souverän ihre Arbeit machte. Sie hatte eine ungezwungene Ader die
ihm sympatisch war.
Der Start verlief reibungslos. Die „Thetis“ schnurrte wie ein Kätzchen
und folgte brav jedem Steuerbefehl.
„Läuft doch astrein“, kommentierte Skye. „Schön, mal wieder draußen zu
sein.“
„Jau, kann man nicht meckern. Wollen Sie nachher die Landung
übernehmen?“ fragte Fabièn.
„Kann ich machen“, meinte Skye. „Aber lassen Sie uns doch erst einmal
ein paar Runden drehen, oder?“
„Bien Sur, was denn sonst“, grinste LaGroille. „Ich habs nicht eilig
zurückzukehren.“
Das Shuttle, das das Mutterschiff heckwärts verlassen hatte, legte sich
in eine langgezogene Kurve. Auf der rechten Seite rückte die Hephaistos
ins Blickfeld, bereits einige hundert Meter entfernt. Die Warpgondeln
leuchteten in friedlichem Blau. Ameisengroße Techniker krabbelten in
Raumanzügen auf einer der Gondeln herum und waren dabei, einen
Hüllenbruch zu flicken.
„Vielleicht gibt es hier irgendwo ein Asteroidenfeld, wo wir ein
bisschen Slalom üben können?“, überlegte Skye.
„Bedaure… hier gibts weit und breit nur interstellaren Staub“,
erwiderte Fabièn. „Hier können Sie Lichtjahre in jede beliebige Richtung
fliegen, ohne irgendwo dagegen zu stoßen.“
Er sah zur Hephaistos hinüber. „… wir könnten höchstens ein paar
rasante Schleifen um die Warpgondeln ziehen. Aber das wäre natürlich …
ahem… höchst unverantwortlich…“, er sah grinsend zu Skye hinüber und
versuchte aus ihrem Gesicht zu lesen, wie sie über diesen Vorschlag dachte.
<NRPG: Ball 1>
Schließlich waren sie soweit, die Rückkehr zur Hephaistos anzutreten.
Fabi hatte sie gerade über Funk angemeldet, und sah nun zu, wie Skye den
Einflugkorridor programmierte. Auf einen Leitstrahl hatten sie
absichtlich verzichtet, das wäre zu einfach gewesen.
Bisher hatte die CSO alles genau so gemacht, wie es im Handbuch stand,
und es gab nichts zu beanstanden. Doch plötzlich hielt sie inne und
betrachtete stirnrunzelnd die Konsole.
„Was ist“, fragte Fabièn.
„Fehler 13… haben Sie irgendeine Ahnung was es damit auf sich hat?“
„Hm, ist mir noch nie untergekommen… Zeigen Sie mal“, Fabièn rutschte
näher ran und sah auf ihr Terminal. Doch mehr als dieser Text war nicht
zu sehen. Fabièn tippte darauf. Der Bildschirm erlosch, und aus dem
Heckbereich war das Geräusch abtourender Maschinen zu vernehmen…
<NRPG: Ball 2 an Kathi :-)>
#Zeit: MD10.1330
#Ort: Bar „Elysion“, Deck 9
Jetsun war heute etwas spät dran mit dem Mittagessen. Darum hatte sie
heute den Weg in die Bar angetreten, aus dem einfachen Grund, weil sie
näher lag als die Offiziersmesse. Nathaly hatte sich angeschlossen. Sie
stand noch an der Essensausgabe und füllte sich eine Schüssel mit Salat,
während Jetsun schon ihr Essen ausgefasst hatte.
Einen Tisch zu finden war um diese Zeit nicht schwer. Sie stellte ihr
Tablett auf dem erstbesten Tisch ab und ließ sich auf dem Stuhl nieder.
Ausrüstungslisten schwirrten durch ihre Gedanken und ließen sich nur
schwer vertreiben. Sie zwang sich, jetzt nicht daran zu denken – es war
Pause, basta!, und goss sich schon mal Tee aus einem kleinen Kännchen ein.
Während sie auf Nathaly wartete, fiel am Nachbartisch ein Name, der sie
unwillkürlich aufhorchen ließ.
„LaGroille?“
„Ja!“
Unauffällig schielte die CM hinüber. Es waren zwei Crewmen aus der
COMM-Abteilung. Die Namen fielen ihr nicht sofort ein – peinlich, als
Ärztin sollte sie eigentlich alle Gesichter kennen. Ihre Teller waren
schon leer und sie schwatzten anscheinend gerade noch ein bisschen.
Jetsun schaute wieder weg, aber spitzte umso mehr die Ohren.
„Ach geh, LaGroille! Der flirtet doch noch nicht mal!“
„Denkst du! Öffentlich vielleicht nicht. Stille Wasser gründen tief.“
„Hm“, erklang es ungläubig. „Die Johnson ist doch erst paar Tage an
Bord. Wie soll er die denn so schnell eingewickelt haben? Da fliegen sie
halt mal zusammen, na und?“
„Warte es ab, das beste hab ich dir ja noch gar nicht erzählt. Also…“,
der Sprecher ließ eine dramatische Pause: „… er ist nämlich nicht nur
mit ihr zu einem kleinen Shuttleausflug zu zweit aufgebrochen. Kurz vor
der Landung…“
„.. ja..“
„… gab es *zufällig* einen kleinen ‚Systemausfall'“ (man konnte die
Anführungszeichen deutlich hören), „und sie sind ein paar Hundert Meter
vorm Hangartor gestrandet. Na was sagst du nun!“
„Im Ernst!?“, kicherte der andere. „Systemausfall. Na klar. Ist
vielleicht doch was dran, was man über die Franzosen sagt? Aber warum
haben sie sie nicht einfach mit nem Traktorstrahl reingezogen?“
„Der war natürlich gerade unter Wartung. *Zufällig*.“
„Na Chefin, hast du gar keinen Hunger?“ wurde Jetsun plötzlich
angesprochen. Sie zuckte ein wenig schuldbewusst zusammen. Nathaly war
an ihrem Tisch angelangt und hatte sich hingesetzt. „Hättest ruhig schon
anfangen können.“
<NRPG: noch ein kleiner Querschläger für das Abendessen am selben Tag>
</RPG>
<SUM>
#Zeit: SpD 07.1313
#Ort: Quartier Fabien
– Schlechte Träume
#Zeit: später
#Ort: Quartier Fabi + Trish
– Fabis Quartier will ihn nicht reinlassen
#Zeit: später
#Ort: Gang Hephaistos
– Auf der Jagd nach einem Phantomhuhn rennt Fabien Elli über den Haufen,
Jenn hilft ihr auf.
#Zeit: später
#Ort: Shuttle „Thetis“
– Fabi und Skye machen einen Probeflug mit dem Shuttle. Kurz vor der
Landung gibt es einen Systemausfall.
#Zeit: MD10.1330
#Ort: Bar „Elysion“, Deck 9
– Beim Mittagessen hört Jetsun mit, wie sich zwei Crewman über den
Shuttlevorfall unterhalten.
<SUM>
**submitted by
Johannes a.k.a. Lt. Fabièn LaGroille, FLG