# Ort: Quartier Fabi und Trish
# Zeit: MD 92.0520
<quote>
„Gern geschehen“, sagte Trish. „Ja, Kaffee war in Reedale wirklich nicht zu bekommen. Ein Grund mehr, nach Hause zu fliegen, nicht wahr?“
Fabi nickte langsam. „Alles in allem war es schon die richtige Entscheidung. Obwohl das Leben dort auch seine guten Seiten hatte.“
„Dein Schnaps?“ fragte Trish augenzwinkernd.
„Na, das vielleicht nicht unbedingt“, erwiderte Fabi. Schaudernd dachte er an den Feenaufstand vor seinem Laden zurück. Hoffentlich bekam niemand raus, was die geheime Zutat gewesen war. Er konnte sich vorstellen, dass das auch hier auf der Hephaistos noch zu Ärger führen könnte. Soweit er sich erinnern konnte, hatte nur Ana davon gewusst. Und die Feen natürlich, aber die würden ihn wohl nicht verpetzen. „Aber es war schon irgendwie … wie soll ich sagen … beschaulich.“
Trish lachte kurz. „Na, wenn ich da an manche Abende im ‚Red Dragon‘ zurückdenke… da trifft ‚beschaulich‘ die Sache nicht so ganz.“
Das brachte Fabi zum Lachen, was für Trish schön zu hören war. Spontan beschloss sie, das gewisse Thema erstmal beiseite zu lassen. Dafür wäre auch morgen noch Zeit. Abgesehen war ‘Reden’ ja nur einer von mehreren Wegen, mit denen man so eine Krise bewältigen konnte.
„Also…“ überlegte er, „das bedeutet wohl, dass du dich mit der anderen Trish wiedervereinigt hast?“
</quote>
“Ja, habe ich”, nickte Trish.
“Auch wenn das Miststück zuerst bleiben und die, die dageblieben sind, unter ihren Einfluss bringen wollte. Als ich dann sagte, dass ich zurück will, dachte sie doch wirklich, dass das noch ein lohnenderes Ziel sei.”
“Das klingt… nicht nett. Und was ist dann passiert? Ich habe Gerüchte gehört, eine von euch beiden hätte die andere in die Mühle geschleift. Und eine von euch beiden war dabei nackt…”
Wenn er nicht schon erlebt hätte, wie Trish im Eva-Kostüm durch das Quartier tänzelte, hätte er das als Suffgeschichte abgetan. Immerhin hatte die Technikerin sich – ihm zu liebe – angewöhnt, etwas über zu werfen, wenn sie den Gemeinschaftsbereich des Quartiers betrat. Obgleich selbst das Fabi manchmal noch zu knapp oder nicht blickdicht genug war – es war auf jeden Fall eine Verbesserung.
“Oh, ja. Das war ich – also sowohl die, die nackt war, als auch diejenige, die ihr alter Ego da hinein geschleift hat. Wobei, um fair zu sein, Shay hat geholfen.”
“Aber.. warum?”
“Warum sie nicht gehen konnte? Ich habe sie niedergeschossen. Mit Shays Phaser. Ich habe nicht vor, mich von ihrem Machtstreben und ihrem Egoismus korrumpieren zu lassen.”
“Du… hast sie niedergeschossen?” fragte der Franzose. “Und du bist die Gute, ja?”
Er wirkte doch etwas geschockt.
Trish lachte – es war ein offenes, fröhliches Lachen. Nicht das Lachen eines Bond-Bösewichts.
“Natürlich. Aber manchmal muss man einen Kampf mit sich selbst ausfechten.Wir haben alle verschiedene Seiten in uns. Du kennst sicher den Spruch mit den zwei Wölfen, die in uns leben – und es darauf ankommt, welchen man füttert?” Sie nahm ihre Kaffeetasse mit beiden Händen auf und trank daraus, schlang dabei die nackten Füße um die Stuhlbeine.
Viele verstecken sich vor ihrem zweiten Wolf. Und ich fürchte, für den ein oder anderen könnte die Vereinigung mit dem anderen Ich ein böses Erwachen sein. Ich hingegen kenne meine Wölfe. Ich weiß, dass ich hinterhältig, manipuliert, sozial skrupellos und ethisch flexibel sein kann – ich entscheide mich nur dafür, dies nicht zu sein.”
Sie legte sanft ihre Hand auf die des Piloten.
“Hey – das war für uns alle eine ganz andere Erfahrung. Und es ist klar, dass sich Dinge ändern werden. Ein solches einschneidendes Erlebnis verändern einen Menschen. Und zeigt auch die Risse auf, die man vorher nicht sehen wollte. Aber trotzdem war es richtig, wieder zurück zu kommen. Und ich glaube auch, dass es gut ist, nicht zu vergessen. Solche Erlebnisse formen den Charakter – und es gibt hier, in dieser Welt, noch so viel zu erleben und zu sehen.”
“Ich glaube, darüber will ich gerade nicht nachdenken”, brummte Fabien und zog seine Hand zurück.
“Aber danke für das Frühstück.”
“Gerne. Willst du aber vielleicht doch mal übers ausgehen nachdenken?”
Fabien wurde blass, sah Trish an. “Bist du nicht mit…”
“Nicht mit mir.” lachte sie. “Und du sollst auch nicht sofort wieder daten. Aber ich könnte dich mit Ute aus der Technik bekannt machen. Sie mag französische Filme, Wein, Kaminabende und Gesellschaftsspiele. Ansonsten würde sich unsere stellvertretende OPS, Estefania Terutti, vermutlich auch über mehr Gesellschaft freuen – ich könnte sie ansprechen, wenn wir uns das nächste Mal treffen um uns über Rezepte auszutauschen.”
<NRPG> *hepp* </NRPG>
# Zeit: MD 92.0520