# Zeit: SpD 05.0820
# Ort: Hangar
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„Das wäre hilfreich. Außerdem soll das romulanische Shuttle von Bord und
zurück zur Erde. Ich wäre ihnen verbunden wenn sie das organisieren
könnten.“ erklärte Shay schließlich. „Und der eigentliche Grund warum
ich sie habe rufen lassen – da wir nun Platz haben und 2 Shuttles weg
sind oder sein werden hätte ich gerne von ihnen einen Vorschlag ob wir
nicht ein zweites Runabout oder dergleichen organisieren sollten. Ich
bin hier völlig offen für ihre Vorschläge.“
„Ah ich verstehe! Sie möchten das ich die Shuttles ein wenig pimpe und
vielleicht noch 1 oder 2 zusätzliche?“ fragte Fabi und hatte bereits Ideen.
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Fabièn hatte eigentlich schon eher vorgehabt, sich mit den Shuttles an
Bord vertraut zu machen, doch bekanntermaßen waren unvorhergesehene
Ereignisse eingetreten, und somit war das nicht mehr das Wichtigste
gewesen. Dennoch wurmte es ihn etwas, dass er es verbummelt hatte. Da er
für den Tag auch noch nichts unaufschiebbares vorgehabt hatte, beschloss
er, sich sofort darum zu kümmern.
Dafür musste er allerdings erst mal überlegen, wie er eigentlich zum
Shuttlehangar kam. War der nicht irgendwo auf den mittleren Decks? Als
letzte Option könnte er den Computer fragen, aber das wäre voll
peinlich. Doch dann fiel ihm ein, dass er ja dort schon einmal gewesen
war; nämlich als er an Bord gekommen war. Na klar! Bei der
Krankenstation gleich um die Ecke.
Er dachte daran, wie sie ihn im Shuttle vergessen hatten. Im Nachhinein
war das ja eigentlich ganz witzig. Aber wenn man nichts sah, dann war
man eben ohne Hilfe ganz schön aufgeschmissen. Eigentlich ein Wunder,
dass sie es in diesem Zustand geschafft hatten, von dem Klingonenkahn zu
fliehen, und dabei noch eine Horde Gefangener mit zu retten.
Man gewöhnte sich so schnell daran, wieder sehen zu können! Es schien so
selbstverständlich, und doch war es ein kostbares und zerbrechliches
Geschenk. Eigentlich müsste er der Ärztin mal noch einen Strauß Blumen
vorbeibringen, dachte Fabi. Er warf einen Seitenblick zur Tür der
Krankenstation, aber jetzt hatte er gerade anderes vor. Er ging weiter
zum Hangar.
Wer die Hallen der Flottenwerften und auf Ganymed kannte, dem musste
dieser Hangar wie eine etwas größere Garage vorkommen. Zumindest hatte
man es schwer sich hier zu verlaufen. Links und rechts gab es insgesamt
vier Stellflächen, von denen drei besetzt waren. Alles war hell
beleuchtet und aufgeräumt, wenn auch ein wenig staubig. Fabi blickte
sich um, irgendwo mussten doch auch noch diese Arbeitskapseln sein? Doch
sie waren nirgends zu entdecken.
„Computer, Logistikabfrage. Liste aller Arbeitskapseln Modell Sphinx.“
Die synthetische Stimme antwortete: [„Arbeitskapsel Sphinx Mk.II.
Inventar: 3 Stück. Standort: Shuttlehangar, Deck 9.“]
// Hilfreich wie immer, die Gute // dachte Fabièn. Wo konnten die Dinger
nur stecken? Einer Eingebung folgend sah er nach oben, und siehe da, da
hingen sie an der Decke.
— später —
Er hatte sich systematisch von klein zu groß vorgearbeitet. Die
Arbeitskapseln, das kleine und das große Shuttle waren gut in Schuss,
wenn auch eine Weile nicht mehr benutzt. Nun blieb noch das Filetstück,
nämlich das romulanische Shuttle. Im Grunde war es schon ein
Kleinraumschiff. Von den Abmessungen her war es nur etwas größer als die
Danube, aber dabei viel bulliger, und die schmutzig-dunkelgrüne Farbe
machte es nicht unbedingt hübscher. Vorne an der Seite war eine Tafel
mit dem Namen „Cassy“ nachträglich angebracht worden. Wahrscheinlich das
modernste Teil am ganzen Schiff – die Kestrel-Klasse war schon vor 50
Jahren eingestellt worden. Dennoch flogen noch viele dieser alten Kähne
draußen herum. Auf der USB Yadera hatte Fabi etliche dieser
Klapperkisten gesehen.
// Eigentlich eine Schande das wegzugeben // dachte Fabi. Gerade in
Zeiten wie diesen konnte ein solches Shuttle äußerst nützlich sein, etwa
um unerkannt an feindlichen Linien vorbeizukommen. Zumal es mit
Tarnvorrichtung ausgestattet sein dürfte. Wann sie Ersatz ausfassen
konnten, stand ebenfalls in den Sternen. Das musste er mit dem Skipper
noch mal diskutieren.
Er öffnete die Einstiegsluke und kletterte hinein. Fahlgrünes Licht
flammte auf. Es war immer wieder unglaublich, wie die Romulaner in ein
6,50 Meter hohes Schiff drei Decks hineingezimmert hatten. Für
Klaustrophobiker war das eindeutig nichts. An dem schmalen Gang lagen
links und rechts Kajüten für bis zu 25 Mann; wie er wusste, gab es auf
dem Oberdeck noch mal 10 Verschläge mit Doppelbett. Die Romis waren echt
hart im Nehmen. Angeblich gab es sogar eine Variante dieser Klasse, die
bis zu 500! Soldaten transportieren konnte. Das hatte Fabièn allerdings
noch nicht mit eigenen Augen gesehen. Es konnte im Grunde nur
Raumfahrergarn sein, es sei denn man stopfte die Jungs alle miteinander
in den Transporterpuffer.
Fabi hielt sich nicht lange in dem beengten Quartierbereich auf, sondern
ging nach vorne zum Cockpit. Einige grüne Bereitschaftsanzeigen
blinkten. //Zumindest ist der Kahn nicht völlig tot.// Er ließ sich auf
dem Sessel nieder und rief die internen Diagnosen auf.
Eine Viertelstunde später war er deutlich ernüchtert. So robust dieses
Schiff wirkte, so verfault (bildlich gesprochen) war es innerlich. Das
fing mit der Tarnvorrichtung an, der anscheinend wesentliche Teile
fehlten; betraf den Unterlichtantrieb, dessen Energiewandler nahezu
ausgebrannt waren; in den Sensoren hatten sich irgendwelche
Phantom-Bleeps eingenistet (besser konnte man es nicht beschreiben) –
und letztlich hatten die Steuerkontrollen die unangenehme Neigung, alle
paar Minuten auszufallen und neu hochzufahren. Sekunden, die in einer
Einsatzsituation tödlich werden konnte.
Einen Moment saß er frustriert da und guckte aus dem Fenster. Gegenüber
stand das Typ 6 Shuttle und blinzelte ihn freundlich an. Er war ja immer
noch der Meinung, dass sie die „Cassy“ gegen die Klingonen gebrauchen
könnten; aber in diesem Zustand..? Vielleicht war es doch besser, den
Weltraumschrott zu entsorgen?
Schließlich kam er zu einem Entschluss, angelte sich ein PADD und begann
zu schreiben. Die Liste wurde lang.
Er wollte das Shuttle schon verlassen, als ihm noch ein Gedanke kam. Es
hatte Gründe gegeben, warum diese Schiffsklasse bei windigen Gesellen
aller Art so beliebt war. Er kletterte ins Oberdeck hinauf und ging,
leicht geduckt, nach hinten. Dort angekommen, entriegelte er die
Abdeckung, hinter der sich der Flügelansatz befand, und nahm sie
herunter. Wenn man um den dicken Stahlträger herumgriff, befand sich
dort ein kleiner Hebel, und…
Mit leisem Surren fuhr ein unauffälliger Teil der Wandverkleidung zur
Seite. In der Kammer dahinter kamen zwei große Kisten zum Vorschein.
Fabièn zog eine heraus. Bei näherer Betrachtung entpuppte sich der
Inhalt als original romulanisches Ale! Bingo!! Die Flaschen mussten
wenigstens zehn Jahre alt sein, aber das Zeug wurde ja nicht schlecht.
Grinsend räumte Fabièn die Kisten in ihr Versteck zurück und verschloss
die Verkleidung wieder. Wenigstens eine positive Eigenschaft, die die
Mühle hier besaß. Wahrscheinlich hatte der Vorbesitzer nichts von dem
Versteck geahnt, sonst hätte er den Stoff sicher nicht hier zurückgelassen.
# Ort: Offiziersmesse
# Zeit: SpD 6.0900
Als Emily am Morgen beim Frühstück saß, setzte sich Fabi zu ihr an den
Tisch. „Sag mal, suchst du zufällig eine interessante Herausforderung?“
„Nicht unbedingt…“ meinte Emily. Interessante Herausforderungen hatte
sie in letzter Zeit genug zu bewältigen gehabt. Doch die Frage war
natürlich rhetorischer Natur gewesen. Schon schubste ihr Fabi ein PADD
über den Tisch. „Ich habe gestern mal einen Blick auf unser
Romulanershuttle geworfen. Ist jetzt nicht direkt gut in Schuss. Kannst
du mal gucken, ob da noch was zu retten ist?“
<NRPG: Ball an Miri>
# Zeit: SpD 15.0900
# Ort: Besprechungsraum Hephaistos
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„Im Auftrag des Flottenkommandos der Föderation der vereinten Planeten
ist es mir eine Ehre ihnen Dreien für ihren Mut und ihrer
Entschlossenheit im Angesicht des Feindes und ihrer Flucht aus der
Gefangenschaft die „Escaped Prisoner of War“ Spange zu verleihen.“
verkündete er und drückte jedem der drei die Urkunde in die Hand bis Sam
plötzlich an seiner Seite stand und ihm die schwarzen Kästchen öffnete
in denen besagte Spange enthalten war.
Shay beeilte sich diese an die Uniformen der drei anzuheften.
„Ich bin nicht sicher ob Glückwünsche hier angebracht sind aber jeder
von ihnen hat es sich auf alle Fälle verdient.“ erklärte er dann während
er Charley, Fabien und Emily noch kurz die Hand schüttelte und die
anderen diesmal in Applaus ausbrachen.
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Zum Glück war die Aufmerksamkeit der anderen nur für einen kurzen
Augenblick auf die drei gerichtet. Fabièn wusste gar nicht was er sagen
sollte. Unauffällig betrachtete er die kleine Spange – cool! Bisher
hatte er derartige Orden eher belächelt. Aber wenn man selber einen
verliehen bekam… das war schon was ganz anderes.
Was viel wichtiger war, er hatte auch das Gefühl, dass die anderen ihm
diese Auszeichnung ehrlich gönnten. Er ließ den Blick über die
versammelte Menge streifen. Die Leute hier auf dem Schiff waren schon in
Ordnung, von einzelnen Ausnahmen mal abgesehen. Auch wenn er das
Schicksal der Humboldt noch nicht vollständig verwunden hatte, konnte er
sich doch sehr gut vorstellen, für längere Zeit hier an Bord seinen
Dienst zu verrichten.
Als Shay fertig mit der Verleihung der Urkunden war, schlang Fabi seinen
Arm um ihn und klopfte ihm auf die Schulter. „Sie sind ’n Klasse Typ,
Chef. Hoffe Sie haben selber auch ’n Lob abgekriegt?“
</RPG>
<SUM>
# Zeit: SpD 05.0820
# Ort: Hangar
– Fabien inspiziert die Shuttles. Die beiden Standardshuttles sind i.O.,
das romulanische „Cassy“ hat diverse Macken.
# Ort: Offiziersmesse
# Zeit: SpD 6.0900
– Fabien fragt Emily, ob sie sich die „Cassy“ mal ansehen kann, da er es
für sinnvoll hält es vorerst zu behalten.
# Zeit: SpD 15.0900
# Ort: Besprechungsraum Hephaistos
– Fabi freut sich über die Auszeichnung
</SUM>
**submitted by
Johannes a.k.a. Lt. Fabièn LaGroille