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über 140

Posted on 8. März 2021 By admin
<RPG>

#Zeit: MD 10.1625
#Ort: USS Hephaistos – Waffenkammer/ Sicherheitsbereich

Jetsun nahm ihren Phaser entgegen. Natürlich hatte sie mit diesen Dingern geübt. Damals, auf der Akademie. So lange war das natürlich noch nicht her, dennoch hatte seitdem nie wieder eine solche Waffe in der Hand gehabt. Nicht einmal, als sie auf der Minenkolonie unterwegs war. Während die Kampfteams in den militärischen Hazzard-Anzügen unterwegs waren, bis an die Zähne bewaffnet, hatte das medizinische Team natürlich nur normale Raumanzüge bekommen. Dieselbe Sorte, die sie auch jetzt trugen. Und sie war unbewaffnet geblieben. Was auch völlig richtig war. Sie mochte diese Dinger nicht. Jedoch akzeptierte sie die Erfordernis. Nur…
„Ensign Johnson..?“ fragte sie die CSO.

Skye seufzte innerlich. Sie und die CM… naja. Sie war ein Profi.
„Ja, Lieutenant?“

„Ist es zwingend erforderlich, dass ich diesen Phaser mitschleppen muss? Ich habe schon so einiges an medizinischer Ausrüstung dabei.“

Okay. Das war jetzt nachzuvollziehen. Verbandsmaterial, medizinischer Tricorder, Scanner, Dermalregenerator, Hypos und die zugehörigen Ampullen und so weiter. Da kam bestimmt so einiges zusammen. Dennoch.
„Die Vorgabe war, dass kein Teammitglied unbewaffnet sein soll. Daher… ja, ist es.“

„Kann ich dann vielleicht lieber einen kleinen Phaser I bekommen? Das sollte doch sicher reichen. Ich bin eh kein besonders guter Kämpfer.“ Dass sie eine gute Bogenschützin war, half hier sicherlich nicht, weshalb Jetsun das nicht erwähnte.

Skye runzelte kurz die Stirn. Weshalb jemand freiwillig einen ‚echten‘ Phaser gegen diesen kleinen ‚Schlüsselanhänger‘ eintauschen wollte, ging gegen ihr Begriffsvermögen. Aber bitte sehr…
„Sicher. Das können sie. Geben Sie her…“ Sie nahm den Typ II zurück und händigte Jetsun den kleinen Mini- oder auch ‚Cricket‘-Phaser aus.
Zufrieden steckte Jetsun die Waffe in die Tasche.

„Lieutenant?“ erklang Skyes strenge Stimme.

„Ja?“ Jetsun sah auf. Sie schaffte es knapp, nicht zusammen zu zucken.

„Sicherheitsüberprüfung… Frequenzcheck… Grundeinstellung…“ Skye klang leicht genervt.

„Oh. Natürlich. Entschuldigung.“ Jetsun seufzte leicht, zog die kleine Handwaffe wieder hervor und prüfte alle Einstellungen. Dann lächelte sie noch einmal entschuldigend und steckte den Phaser wieder ein.

#Zeit: MD 10.1655
#Ort: USS Hephaistos – Ankleidekammer zu Luftschleuse 2b

Mit dem Schließen des Helmes… oder besser der Helm-Kapuze dieser supermodernen Schutzanzüge… begann Jetsun auf einmal ihre Nervosität zu spüren. Sie schaute auf ihr Armbandgerät, eine spezielle medizinische Variante, die anstelle der ganzen taktischen Informationen eben medizinische Daten der Scanner und Tricorder wiedergeben konnte. Ihr eigener Puls war bereits bei 92 bps. Nicht problematisch, aber auffällig. Sie stieß einmal kurz die Luft aus und versuchte sich wieder zu beruhigen.
Die Ausrüstung! Rechts trug sie, anders als die Anderen, eben nicht die Waffe, sondern den schweren medizinischen Tricorder. Der kleine Mini-Phaser steckte in ihrer Oberschenkeltasche vorne. Er war so flach, dass er kaum auftrug. Sie musste ihn allerdings extza herauszupfen, was einen deutlichen Unterschied zu den Schnellzieh-Holstern der Typ-II-Waffen darstellte. Aber herumballern war eh nicht ihre Aufgabe.
Links trug sie die kleine Verbandtasche mit den Hypos, der zugehörigen ‚Munition‘, dem Regenerator und dessen ‚Futter‘ sowie einen Energiepack zum Aufladen dieser Geräte. Und als Umhängetasche auf dem Rücken fixiert noch die große Verbandtasche mit deren Ausrüstung Leute wiederbelebt, schwere Verwundungen behandelt und vor allem auch Krankheitserreger neutralisiert werden konnten. Insgesamt schon ein ganz schönes Paket, was sie mit sich herumschleppte. Masse und Volumen standen der Kampfausrüstung eines CSO nicht nach.

Die Kommunikationsüberprüfung riss sie aus einer kleinen Gedankenspirale und sie meldete sich entsprechend zurück. Dann ging es ‚hinaus‘. Jetsuns Puls lag inzwischen bei 102.

#Zeit: MD 10.1705
#Ort: Der Weltraum, zwischen der USS Hephaistos und der USS Baltimore

Das Helmdisplay zeigte genau ihren Weg und warnte auch vor Abweichungen. Dennoch wäre es Jetsun sehr viel lieber gewesen, wenn sie – vielleicht ferngesteuert durch Fabi oder von ihr aus auch direkt von der Hephaistos aus – nicht selber korrigieren müsste. Aber das war von vorneherein abgelehnt worden. Falls es Probleme durch unvorhergesehene Hindernisse gab, sollte niemand ungelenkt in ein solches hineinrasen. Jetsun verstand das. Dennoch fühlte sie sich furchtbar unsicher.

Der Start gelang gut. Noch war keine Kurskorrektur erforderlich. Unterwegs schaute sie sich einmal um, was ihren Körper in eine leichte Rotation versetzte. Diese versuchte sie über die Manövriertriebwerke auszugleichen, übersteuerte aber, was die Rotation nur änderte, nicht aber kompensierte. Es dauerte einige Sekunden, ehe sie ihre Lage und den Kurs wieder unter Kontrolle hatte. Wissen war eines, Erfahrung etwas völlig anderes. Außerdem zerrte die Masse ihrer Ausrüstung an ihr, was das Steuern nicht einfacher machte.

Viel zu schnell war dann die Hülle der Baltimore da. Jetsun hatte das Gefühl, mit dem Kopf voran direkt hineinzukrachen. Also führte sie das Drehmanöver aus und bremste hart. Zu hart, wie sich herausstellte. Jenn musste sie wieder einfangen, ehe sie noch ohne die Hülle überhaupt berührt zu haben wieder ins All hinausdriftete. Dann hatte sie endlich Kontakt und die Magnetsohlen griffen, was den Stand sicherer aber nicht besser machte. Zum Glück waren die Stiefel semiintelligent und erfassten, wenn sich ihr Träger bewegen wollte und reduzierten die Magnetleistung entsprechend. Das könnte sogar Spaß machen, würde da nicht diese unterschwellige Angst in ihr rumoren. Ihr Puls war zwischenzeitlich auf über 140, lag jetzt aber wieder bei 121.

#Zeit: MD 10.1713
#Ort: USS Baltimore, Deck 4 vorne, Steuerbord

Jetsun war heilfroh, als sich die Außentür schloss. Oder glaubte es jedenfalls. Aber es gefiel ihr hier nicht. Und obwohl sie die Truppaufteilung vorher schon wusste, war sie unglücklich, dass Fabi nicht bei ihr war. Irgendwie hatte seine Anwesenheit sie beruhigt und half ihr. Naja. Rein intellektuell wusste sie, dass die Teams schon gut verteilt waren.
Dennoch war die ganze Atmosphäre hier furchtbar. Jetsun spürte, wie ihre unterschwellige Furcht wuchs. Sie war doch sonst nicht so ein Häschen. In der Mienenkolonie war sie durch Tunnel gerobbt und hatte ja unter anderem auch Ileytis dort gefunden und gerettet. Hier war sie doch an Bord eines Sternenschiffes. Wieso also diese Angst? Dummerweise half ihr diese Überlegung kein bisschen.
Sie aktivierte den medizinischen Tricorder, der sich sofort mit dem Armband und dem Helmdisplay koppelte. So musste sie nicht ständig mit dem Gerät selber herumfuchteln. Bestimmt hätte sie es jetzt jemandem ins Gesicht gehauen, so nervös wie sie war.

Eine Hand legte sich auf ihre Schulter und Jetsun quietschte erschreckt auf.
„Lieutenant…“ erklang die Stimme der TO.
„Ist alles in Ordnung? Ihre Biowerte sind deutlich erhöht.“

Jetsun biss sich leicht auf die Unterlippe.
„Ja, ich…“ sie schluckte. „Ich bin… so etwas nicht gewöhnt. Ich…“ sie seufzte tief. „Ich habe ganz schön Angst.“

„Schon okay. Sie sind nicht alleine. Wir sind alle da. Bestimmt ist alles ganz harmlos. Ein paar Ferengi haben das Schiff gefunden und begonnen, es zu reparieren. Vielleicht sind sie in Streit geraten über die Verteilung der Beute. Oder haben eingesehen, dass sie sich mit dem Schiff übernommen haben. Was auch immer. Heute Abend beim Essen lachen wir alle darüber.“

Tatsächlich musste Jetsun leicht lächeln bei der Bemerkung.
„Danke!“ sagte sie leise.

„Können wir dann wieder weiter?“ erklang die leicht ungeduldige Stimme der EO. Jetsun sah auf. Sie hatte nicht einmal bemerkt, dass sie – und damit auch alle anderen – stehen geblieben waren.
„Natürlich. Entschuldigung!“ sagte sie schnell. Und reihte sich dann wieder ein.
Ihre Angst war um kein bisschen gesunken und ihr Puls wieder bei über 140…

</RPG>

<SUM>

#Zeit: MD 10.1625
#Ort: USS Hephaistos – Waffenkammer/ Sicherheitsbereich

Jetsun bittet um einen Phaser I anstelle der Typ-II-Waffe und erhält diesen auch ausgehändigt.

#Zeit: MD 10.1655
#Ort: USS Hephaistos – Ankleidekammer zu Luftschleuse 2b

Schon beim überprüfen des Schutzanzugs spürte Jetsun eine deutliche Unruhe. Sie versucht diese durch die genaue Überprüfung ihrer Ausrüstung zu kompensieren.

#Zeit: MD 10.1705
#Ort: Der Weltraum, zwischen der USS Hephaistos und der USS Baltimore

Der Sprung zur Baltimore erweist sich für die CM als schwieriger als gedacht. Der Mangel an Erfahrung in Kombination mit ihrer Furcht macht sich bemerkbar.

#Zeit: MD 10.1713
#Ort: USS Baltimore, Deck 4 vorne, Steuerbord

Inzwischen muss Jetsun sich selbst und den Anderen eingestehen, dass sie wirklich Angst hat. Die TO, Lt. Ivoin versucht sie etwas zu beruhigen.

</SUM>

Submitted by
Isabelle
Lt(jg) Jetsun Pema, CM

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